Willkommen 欢迎

Willkommen auf meinem Blog, der Vernetzung von „Kulturgut 文化财富“ mit dem täglichen Leben, einer Ergänzung zu meiner Webseite. Hier finden Sie regelmäßig meine Sicht des Lebens in Beijing und China – rein subjektiv und selektiv. Ich schreibe meist auf Deutsch, setze aber auf die internationale Sprache der Bilder, weshalb auch die Tags zweisprachig sind.

Viel Spaß wünscht Stefanie Thiedig.

欢迎访问我的博客,它不仅是“Kulturgut 文化财富”与日常生活的网络展现,同时也是对我个人主页的补充。在这里我会定期地以纯粹主观并带有选择性地的视角来观察北京和中国。大部分的时候我是用德语来撰写文字,但同时对图片也加注国际语言已达到标签双语效果。

由甲祝您好!

Samstag, 19. August 2017
Changbaishan: An der Klippe unter Zwanzigtausend

„Der Traum der roten Kammer“, die erste Kapitelüberschrift in zwei Bildern: „Zhen Shiyin begegnet dem Stein im Traum und Jia Yucun sehnt sich als armer Student nach einem Fräulein“. Aus: Zengping butu Shitou ji 增评补图石头记 (Die Geschichte des Steins, mit erweitertem Kommentar und ergänzten Illustrationen). In zwei Bänden. Shanghai 1930, der nach ihrem frühesten Kommentator benannten Yao Xie-Ausgabe (姚燮本), S. 1f.

Während ein Gott auf der einen Seite der Erde Adam aus Staub erschuf und ihm sein Odem einhauchte, aus dessen Rippe Eva hervorholte und damit die Menschheit in Gang setzte, geht die chinesische Schöpfung der Menschen von Nüwa 女娲 aus. Sie knetete ihre Kinder aus Lehm und brannte sie dann in einem Ofen halbgar bis knusprig. Ein weiterer Mythos zwang sie zur Himmelsreparatur. Dieser taucht in unterschiedlichen Traditionslinien auf, meist jedoch mit folgenden Bestandteilen: Wegen eines Streits zwischen Gonggong 共工, dem Geist des Wassers, und Zhurong 祝融, dem Geist des Feuers, herrschten Kämpfe in allen Regionen der (chinesischen) Welt. Gonggong erwies sich als der Schwächere und rannte in seiner Verzweiflung mit seinem Schädel gegen den Berg Buzhou 不周山 im Nordwesten des Kunlun Gebirges, das sich zwischen Tibet und Xinjiang bis nach Qinghai zieht. Buzhou, als Berg eine der vier Himmelsstützen, war zusammengestürzt und der Himmel hing schief. Um Erde, Himmel, ihre Menschen und das Gleichgewicht zu retten, sammelte Nüwa bunte, teils fünf-, teils siebenfarbige Steine zusammen und flickte damit die Löcher der Himmelsdecke. Dazu hackte sie einer Riesenschildkröte ihre Pfoten ab, um sie als Pfeiler des Himmelsgewölbes an den vier Enden der Welt aufzurichten. Auch Schildkrötenstumpen scheinen unregelmäßig zu wachsen, jedenfalls wurde die südöstliche Säule niedriger als die anderen, weshalb die Flüsse Chinas alle gen Südosten fließen.

Vgl. etwa die „Kaiserliche Enzyklopädie der Ära Taiping“ (太平御览:卷七八皇王部,女娲氏), Beijing 1985, S. 365.

Diese Himmelsreparatur ist Ausgangspunkt in dem chinesischen Klassiker „Der Traum der roten Kammer“ (红楼梦) von Cao Xueqin 曹雪芹 (ca. 1715– ca. 1763), dessen einst mächtige und eng mit den herrschenden Mandschu verbündete Familie während interner Machtkämpfe zum Regierungswechsel von Kaiser Kangxi zu Yongzheng (1722–1723) ihre einflussreiche Position und den Großteil ihres Besitzes verlor. In seiner kompletten Form erschien der Roman erstmals 1792, herausgegeben, überarbeitet und ergänzt von Gao E 高鹗 (ca. 1740– ca. 1815). In seinem Inneren behandelt der Roman die Hofgeschichte mit Aufstieg und Fall, mit Intrigen, Lust und Schwulst, dem gesamten damaligen irdischen Dasein und Unsein im Leben einer begüterten und abstürzenden Großfamilie.

Die vollständigste und für literarischen Lesegenuss angenehmste Übersetzung stammt von David Hawkes und John Minford: The Story of the Stone. Übersetzung in fünf Bänden. Harmondsworth u. a.: Penguin 1973–1986.

Der „Traum der roten Kammer“ ist auch bekannt unter dem Namen „Die Geschichte des Steins“ (石头记), denn deren Hauptfigur Jia Baoyu 贾宝玉 wird mit einem Stein im Mund geboren. Genau dieser Stein soll während seines ewig langen Herumliegens eine geistige Natur entfaltet haben, sich jedoch dort oben auf dem Berg als dumm und nutzlos gegrämt haben. Nachdem Nüwa die Löcher in der Himmelsdecke gekittet hatte, wusste nämlich bislang niemand, so der Erzähler am Anfang der Rahmenhandlung, dass von der hier mit 36.501 genau angegebenen Anzahl der „einfältigen Steine“ (顽石) einer als unbrauchbar übrigblieb und zurückgelassen wurde. Dieser zusätzliche Stein ist es, der mittels der Autorität des Mythos das Grundelement der „Geschichte des Steins“ bildet und weshalb ich hier ein wenig aushole. 2006 stieß ich während meiner Magisterarbeit zu Illusions- und Wirklichkeitsvorstellungen des „Traums“ auf den Eintrag in einem chinesischem Reiseführer, dass Wanderer am Berg Changbai 长白山 in der Provinz Jilin die im Roman beschriebene „Klippe ohne Halt“ (无稽崖) und den „Gipfel grüner Rain“ (青埂峰) besichtigen können. Also genau den Ort, wo der Stein von einem vorbeischlendernden Buddhisten und dessen daoistischem Begleiter aufgelesen und damit in den Trubel irdischen Menschenlebens, hinein in die Geschichte und Illusion, gebracht wurde.

Nun kann man all dies natürlich als in späteren Zeiten bloßen Anreiz für Touristen herbeifabuliert verstehen – aber warum lesen wir Geschichten, wenn nicht als die Erweiterungen unserer Möglichkeiten, was sind Mythen anderes als Erklärungsversuche unserer Ursprünge? Der „Traum“ mag seine Entstehung in Nanjing haben, Gonggong im Nordwesten gegen den Berg gerammt sein, der Changbaishan sich an der heutigen Grenze zu Nordkorea befinden. Immerhin hat Nüwa alle vier Himmelsrichtungen abgestützt – der Einwand, dass es nach chinesischem Verständnis inklusive der Mitte fünf Himmelsrichtungen gibt, soll uns nicht beirren, denn wir wollen annehmen, dass auch die altmythische chinesische Schildkröte vier Läufe besaß. Eine dieser Stützen wird im Nordosten gelegen sein, warum nicht am mit 2.749 Metern höchsten Gipfel des höchsten Berges der Gegend, dem Vulkanberg im Gebirge des Changbai, des wörtlich Ewig Weißen Berges. Dessen Ostteil liegt in Nordkorea, Familie Kim nimmt sie als Ahnenstätte, Werner Herzog bescheinigt allen Vulkanen spirituellen Brauchtum im Umgang mit ihnen, s. Into the Inferno, 2016.

Wie all dem auch immer sein mag, seit ich im Jahre 2006 die Randnotiz des chinesischen Reiseführers gelesen hatte, wollte ich zum Changbaishan und nach Jia Baoyus Stein suchen. Wenngleich mit einer Selbstbelächelung ausgerüstet, vermutlich auf einen touristischen Schwindel hereinzufallen, so wollte ich doch sehen, wie hier Weltreparaturmythos und Literaturklassiker aufeinandertreffen könnten. Mit der Aussicht, einem endlichen Leben gegenüberzustehen, sind für meine aktuell bislang 37 gelebten Jahre gute zehn schon eine kleine Weile. Alles zu seiner rechten Zeit, aber da der Sog des Changbaishan nicht abschwächen wollte, machte ich mich in den vergangenen Tagen nach monatelanger, mich beinahe in den Irrsinn treibend vielen Arbeit schließlich auf den Weg.

Seit einigen Jahren fröne ich dieser Reiseart als 空一下自己, durch den Weg sich entleeren, ein wenig herunterkommen. Normalerweise ohne wirkliches Ziel, mit viel Zeit und der Zuversicht, auf dem Weg schon irgendwohin zu gelangen. Dieses Mal wird vorliegende Verschriftlichung die Aufgabe übernehmen müssen, bereits eintretend. Um es vorweg zu nehmen: Montag bin ich angereist, Dienstag war ich auf dem Changbai, Dienstagabend buchte ich mein Retourticket für Mittwoch.


Sowohl das Hin am Montag als auch das Zurück am Mittwoch waren gute Wege. In Zügen in China unterwegs, sollte man Ohrstöpsel bei sich haben, hatte ich. Besonders begeistert war ich, endlich einmal wieder vom Hauptbahnhof loszufahren, dieser ist nicht für Schnellzüge ausgelegt, etwa nach Shanghai und Tianjin fährt man vom Südbahnhof, etwa nach Wuhan vom Westbahnhof und muss dafür wie zum Flughafen zunächst raus aus der Stadt. Der Hauptbahnhof aber liegt in der Innenstadt nahe der Chang’anjie, er ist eines der zehn Gebäude, die zum 10. Jubiläum der Volksrepublik 1959 gebaut wurden, mit Türmchen von Zhou Enlai und Schriftzug von Mao Zedong. Vor allem aber mit Hinaus aus dem und dann wieder Hinein ins Stadtzentrum, und nicht von einem peripher staubigen Gelände aus, das überall sein könnte.

Hier die Verbindung: Vom Beijing zhan 北京站 geht einmal täglich um 7:08 Uhr der D21 nach Antu xi 安图西, mit Ankunft um 16:14 Uhr für 353 RMB über 1.343 km (das ist der Zug mit Endstation Hunchun 珲春, s. Fahrplan hier). Es gibt noch einen Bummelzug über knapp 24 Stunden, aber neun reichen auch.

Antu findet sich im Autonomen Bezirk Yanbian der Koreaner 延边朝鲜族自治州 und 150 km von der Nordseite des Changbaishan entfernt. Es gibt Buslinien nach Erdao Baihe 二道白河, der dem Berg mit 30 km Entfernung nächstgelegenen Stadt, eher einem Durchfahrtsörtchen – der begonnene Bau einer schnelleren Zugverbindung nach Baihe wurde aus verkehrstouristischen Pro-Antu-Gründen gestoppt. Der Bus von Antu über Baihe zum Changbaishan kostet 40 Kuai, ich lasse mich tatsächlich am liebsten von lokalen Fahrern, die meist in Trauben an Bahnhöfen herumlungern, mitschnacken und mir gerne allen möglichen Lokalklatsch erzählen. Eigentlich wollte ich in einer kleinen Absteige in der Nähe des Changbai unterkommen und dort über eine Woche hinweg verschiedenste Wege nach oben und am Berg entlang besteigen, um mich so langsam meiner Steinsuche zu nähern. Nun ist der Changbai ein komplettes Naturschutzgebiet mit auf der chinesischen Seite drei Eingängen, Nord, West und Süd. Solche Gebiete werden national verwaltet, mit festgelegten Eintrittspreisen bestückt und sonst nur noch mit vermutlich zertifizierten Führern begehbar. Ich wollte auf die Nordseite, soviel hatte ich dann doch vorher herausgefunden, dass ich von hier zum Wasserfall musste. Was willst du länger dort?, fragt mich Fahrer Liu, Ein Tag reicht vollkommen und du kommst sowieso nicht von den Wegen ab, da ist alles durchgeplant. Er sollte Recht behalten. Ich blieb erst einmal den späten Nachmittag in Antu und sagte ihm für den nächsten Morgen die Abfahrt für 75 Kuai zu. Er machte sich wieder auf, um sein Auto mit noch zwei, drei anderen Fahrgästen zu füllen.

Nach Dongbei, in den Nordosten Chinas, wollte ich auch, um der Sommerhitze der Hauptstadt zu entgehen. Durch Antu kommt man innerhalb von einer halben Stunde, es gibt zwei Hauptstraßen, eine wird Straße Nummer eins genannt, die andere die alte Straße, 一号路 und 老路. Dies sind nicht die offiziellen Namen, welche Straße der Kultiviertheit 文明街 und der Neun Drachen (oder auch Kowloon Straße?) 九龙街 lauten und auch nicht viel kreativer ausfallen. Umrundet von Autobahnen und innerhalb des Dreiecks eines Flusses gelegen, war es, wie mir von verschiedenen Seiten versichert wurde, bis vor zwei Wochen noch ein wirklich schönes Städtchen. Dann trat der Fluss über die Ufer, schwemmte Brücken mit sich weg und sogar zwei sehr junge Polizisten, die erst elf Tage später aufgefunden werden konnten.



Am 15.8. traten die Sanktionen gegen Nordkorea in Kraft, der Einfluss hier soll trotz Grenznähe gering sein. Man wurschtelt weiter wie bisher, es gibt keine Industrie – wofür man dankbar durchatmet –, Hauptaugenmerk sind Tourismus und Landwirtschaft, aktuell Blaubeeren, Physalis und Melonen, an Berghängen angebauter Ginseng. Dazu kann man gut koreanisch Essen gehen und ein Bibimbap kommt tatsächlich in einem Steintopf. Sprachbarrieren existieren abgesehen vom Versuch mit ein paar älteren Koreanern nicht und man muss nicht einmal auf das Beijinger R hinten an den Begriffen verzichten. Besonders auffällig aber ist, wie sauber es hier ist. Noch mehr, wie leer, nirgends ein kleines gelbes Fahrrad oder eine sonstige Mietradmarke, die sich in Beijing, Shanghai, Wuhan und, so dachte ich bislang, über das ganze Land seit Anfang 2017 rasant verteilt hatten.



Mein Hotel namens Goldenes Tor liegt an einem der Flussarme, dieser an einem Hügel, von dem man die Stadt gut in den Blick bekommt. Ich habe gerade noch das letzte der alten Viertel sehen können, bevor auch dieser Ort so gut wie bald jedem anderen des Landes ohne spezielle Sehenswürdigkeiten gleichen wird.



Die Bagger wüteten schon, die Anwohner werden zurück in die Berge geschickt. Noch ein paar Alte zählen umherschlurfend ihre letzten Stunden. Wie lange sie noch haben, wollte ich wissen, ein paar Monate, wenigstens Wochen? Als Antwort kam: Vermutlich bis nächstes Wochenende.







Die Dächer im koreanischen Stil wird es bald nur noch wie dieses hier in einem der Touristopps zu sehen geben:



Nächster Tag, 5:30 Uhr Abfahrt. Zweieinhalb bis drei Stunden Fahrt ließen reichlich Zeit, mir alles vorher ins Detail ankündigen zu lassen. Auch stehe ich nicht das erste Mal vor einem nationalen Naturschatz, doch übertraf dieses dann doch alles bislang Erlebte. Wir reihen uns in die Buskolonne am Eingang und Fahrer Liu schärft den drei hinten sitzenden Jungs erneut ein, unsere internationale Freundin ein wenig an die Hand zu nehmen. Protest wird ignoriert, ich denke mir, ihnen irgendwann Bescheid gebend mich zu verdrücken, hoffe ich doch noch immer auf einen Zweigweg.

Schließlich war es in Zhangye auch so, dass man sich ein Busticket holen, die kilometerlangen Wege aber auch selbst ablaufen konnte. Nicht so am Changbaishan, hier darf man außerhalb des touristischen Stroms keinen einzigen Schritt setzen, an jeder geschlossenen Weggabelung steht eine Lenkperson, die Straßen sind einzig für die Busse zugelassen. Das kann man schon auch verstehen. Täglich fallen hier besonders in der Sommersaison der Ferien zwanzigtausend Menschen ein, manchmal bis zu fünfzigtausend. Wenn diese alle ihre eigenen Wege einschlügen, wäre nach spätestens einer Saison alles plattgetrampelt. Also reiht man sich in die Schlangen und verbringt zwei Drittel der Zeit mit Warten. Je später der Tag, desto mehr Leute kauen an geruchsintensiven, groben Würsten herum, ob man will oder nicht, man findet sich mitten in einer neuerlichen Übung der Kontemplation und Gelassenheit.

Eintritt 门票: 125 RMB,
Busticket 大巴车车票: 85 RMB,
Kleinbus zum Himmelssee 天池交通车票: 80 RMB.

Mal 20.000 ergibt 5,8 Millionen an Umsatz pro Tag, mal 90 Tage Hauptsaison 522 Mille, nicht schlecht.

Ich wollte:

Zur Klippe ohne Halt 无稽崖
am Gipfel grüner Rain 青埂峰
des Berges der großen Einöde 大荒山.

Nun stehe ich hier und befinde mich:

An der Klippe unter Zwanzigtausend 两万中的崖
am Gipfel bunter Regenjacken 彩色雨衣峰
des Berges im großen Treiben 伟大红尘山.

Insofern macht man sich am besten aus der Not die Tugend zunutze, nicht auszublenden, was offensichtlich vorhanden ist. So wie sich Stromleitungen durch jede Landschaft ziehen und man diese nach einiger Überwindung als ästhetische Elemente einbinden kann. Gut, hier also kein Strom, da Naturschutzgebiet, dafür gelenkte Führung, treppauf, treppab.





Oder auch ganz plakativ, my dear fellow travellers:





Durch wilde Wälder geht es zunächst mit dem Bus in rasanter Geschwindigkeit über die eine asphaltierte Straße, immer weiter winden wir uns den Berg hinauf, dann links und rechts vorbei an rustikalen Birken, schließlich nur noch Sträuchern, bis auch diese in der luftigen Höhe verschwinden. Den hier lebenden Sibirischen Tiger sahen wir natürlich nur auf Fotos. Ausstieg, alle zehn Meter erneutes Anstehen, bis man sich vorgearbeitet hat zum Himmelssee 天池.



Sehr gut gefällt mir, dass der Himmelssee bei glücklicher Wolkenlage zu einer Unterwasserlandschaft wird. Dem soll hier eine kleine Serie gewidmet sein:











Zur Klippensuche: Am Himmelssee gibt es 16 Klippen, keine ist ausgeschildert und nur eine einzige Holztafel weist die Namen der Klippen auf.





Dazu unten die paar Zeilen, wie der Berg über die Zeiten hinweg hieß. Erstmals tauchte er hiernach im Klassiker der Berge und Meere 山海经 auf, wo er 不咸山, der nicht salzige Berg (?), genannt wird. Die ganze Passage lautet: 山海经:大荒北经: “大荒之中有山,名不咸,在肃慎之国”, in der großen Einöde gibt es einen Berg, sein Name lautet Buxian, er liegt im Land der Sushen (also der antiken Volksgruppe an der nordöstlichen Grenze Chinas). Changbaishan heißt der Berg seit der Jin-Dynastie (1125–1234). Ich frage hier ein paar der Aufpasser nach der Klippe aus dem „Traum“, keiner weiß irgendetwas, keiner zuvor in Antu, niemand auf dem Weg wusste bislang mit meinen Fragen auch nur das Geringste anzufangen. Dafür weiß ich, dass ich zum Wasserfall muss. Also wieder hinab, wieder anstehen, Busfahren, aussteigen, Treppen auf und ab.



Ich gehe in eine Touristeninformation. Zwar werden hier bloß Souvenirs und Snacks verkauft, aber ich sehe eine ältere Verkäuferin, die vor sich hinlächelnd unbelagert in einer Ecke sitzt. Eigentlich möchte ich sie nicht in ihren Gedanken stören, doch sie hat mich bereits wahrgenommen und winkt mich zu sich heran. Ein neuer Versuch, ob sie die Klippe ohne Halt kenne, die aus dem „Traum der roten Kammer“? Ich kann nicht anders als sie zu berühren, nachdem sie nickt. Da nimmt sie mich doch glatt an die Hand und führt mich aus der Stube: Du wirst nicht mehr hinkommen, es ist alles abgesperrt. Aber sieh dort oben, sie zeigt auf den entfernten Wasserfall und erzählt mir, wie sie selbst vor Jahren dort war und wie die Klippe aussieht. Oben findet sich hinter dem Wasserfall eine leichte Senke, an ihren beiden Seiten zum Abhang hin ragen zwei schwarze Spitzen wie Fingerzeige auf, das ist die Klippe ohne Halt.




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Sonntag, 16. Juli 2017
Beijing wird geschlossen


Nach dem Frühlingsfest diesen Jahres 2017 hatten sie angefangen. In meiner Straße im Nordosten innerhalb des 2. Rings blieben zunächst jede dritte der erst kürzlich (zur 70-Jahrfeier des „Sieges über den Antifaschismus“ im September 2015) neben anderen Vereinheitlichungen der Fassaden für alle angebrachten Ladentore aus Stahl auch tagsüber heruntergezogen. Darunter von mir frequentierte Läden wie der Copyshop von Laoyang, der Nussmann, ein Expressservice, ein Kiosk, ein Frischnudelladen, eine Eisenwarenhandlung. Im mich hauptsächlich ernährenden Gemüse- und Obstladen meinten sie letztens, sie wüssten nicht, ob oder wann es bei ihnen soweit sei.



In der Min’an jie und von dieser abgehend in der Dongzhimen beizhongjie finden sich im Umkreis von keinen hundert Metern drei kleine Supermärkte in den Erdgeschosswohnungen des Eckblocks. Ich nenne sie Russenläden, da sie der Kundschaft in unmittelbarer Nähe der Russischen Botschaft mit einer Palette russischer Waren aufwarten. Im von mir besonders häufig aufgesuchten, der vor Jahren meine bevorzugten Wein, Milch, Kaffee, Kippen ins Angebot geholt hat, sprechen sie gar russisch.



Sie packt mir die letzten sechs Weißweinflaschen in einen Karton. Heute machen sie zu. Alle drei auf einen Schlag. Vor fünf Tagen kam der Bescheid. Seit 24 Jahren ist Frau Wang hier vor Ort. Sie kennt meine Mutter, alle in meinem Gästezimmer Nächtigenden führe ich nach Anmeldung bei der lokalen Polizeistation hier her. Als ihr Kind sechs war, hat sie den Laden eröffnet, in ihm ihre Blütezeit zugebracht, wie sie sagt.



Im zweiten Laden haben sie bereits zu demontieren begonnen, im dritten heißt es, sie würden noch einen Monat durch die Hintertür verkaufen, hinten durch den Compound dreimal rechts erreichbar. Die anderen, längst weit weniger als Zweidrittel noch geöffneten Läden in der Beixiaojie des in diesem mittlerweile in den Juli gewanderten Jahres, werden nicht mehr lange ihr Geschäft weiterführen können, so Frau Wang. Dieses Jahr wird hier noch alles geschlossen. Nicht von der Stadtregierung, es ist die Zentrale, von der die Anweisungen kommen.

Zunächst entziehen sie den Ladeninhabern die Lebensgrundlage des geöffneten Ladens, und damit entziehen sie gleichzeitig den Anwohnern die Lebensgrundlage der Versorgung. Sie wollen uns aus der Stadt heraus, nach Tongzhou, besser noch Langfang oder sonst wo in Hebei, in all die Lebens-, Geschäfts-, Gesellschaftszentren, die sie gerade erschließen. Dies ist ihr Mittel.




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Sonntag, 2. Oktober 2016
In Nebula 入雾
Ausstellung zwischen Foto und Malerei 摄影与水墨联展



In den Nebel, in die Berge, in den Wald, in die Natur. Die Fotografien von Stefanie Thiedig wirken beinahe wie gemalt – und wollen in dieser Ausstellung mit den traditionellen chinesischen Landschaftsbildern von Zhu Jianzhong ins Gespräch treten.

入雾、进入山中、深入密林、浸入大自然。由甲的摄影看起来似以画笔描绘而成,在此次展览中,她的影像作品将与朱建忠的中国传统山水画进行对话。







Im westlichen Raumverständnis gibt es traditionell einen an Fluchtpunkten ausgerichteten Horizont, auch hier kann man hineingehen, aber meistens bewegen sich die Elemente auf einen zu. Die chinesische Landschaftsperspektive ist nicht linear, sondern multipel in Höhe, Tiefe und Weite. Zunächst lässt man den Blick auf der Suche nach einem Einstieg schweifen, um sich dann hineinzubegeben und dort zu wandeln. Man kann sich beliebig niederlassen, bei Gefallen eine Zeit verweilen und seinen Gedanken freien Lauf lassen.

在西方对空间理解的传统中,消失点位于地平线上,在这里也可以进入,但通常情况下,所有元素都指向观者。中国山水画的视角并不是线性的,而是讲究高远、深远和平远的多重视角。首先,用眼睛寻觅到一个入口,而后去到那里,开始漫步。可以随心所欲地停下来,逗留片刻,让思想自由驰骋。一切更关乎自身语境中空间连续性的观念。

Der Nebel in Zhu Jianzhongs Bildern scheint aus den Bäumen zu entstehen, während er bei Stefanie Thiedig den Bergen entstammt?

在朱建忠的绘画中,雾似乎从树木中衍生而出;而在由甲的影像中,雾却源自群山?





Kong, … kongfang: Die Leere, … leeres Haus, so wörtlich übersetzt. Bei Stefanie Thiedig sind es Gerüstskelette aus Beton, die als eine der wenigen menschlichen Andeutungen wiederkehren. Sie bilden das Pendeln zwischen dem Leben im Roten Staub und dem Eintauchen und Aufgesogen werden in die Nebelschwaden von waldiger Landschaft. Umgekehrt scheint Zhu Jianzhong ein Hin und Her nicht zu benötigen. Fragil wie die Bäume, leben seine Pagoden zeitlos in seinen Landschaften.

空房:在由甲的摄影作品中,钢筋混凝土结构,是少数反复出现的的人类迹象之一。这样便产生了在滚滚红尘中的世俗生活和森林渺渺雾气中的隐居生活之间的摇摆。反之,对于朱建忠来说,这种往复似乎并不需要。柔弱如树木,他的小塔却在他的山水中不朽。



Nachtlandschaften – es herrscht Uneinigkeit darüber, ob das Nichts, das Kong, schwarz oder weiß ist. Sowohl bei Zhu Jianzhong als auch bei Stefanie Thiedig kann es auch einmal blau sein. Generell aber überwiegen bei beiden die dunkleren Töne. Soweit gar, dass sie gelegentlich in die Nacht eintreten.

黑夜山川——虚无,空,应是黑色还是白色?关于此,人们各执己见。在朱建忠和由甲的作品中,它间或也可以是蓝色。但总体看来,两人都更倾向深色色调。偶尔,他们也会在作品中潜入黑夜。

Zhu Jianzhong 朱建忠: Hanshan Poetics 寒山诗意. Xuan paper 宣纸, 34x45cm, 2016.

Stefanie Thiedig 由甲: Fogged Village 雾村. Alu-Dibond framed 亚光相纸棕色木框, 27x40cm, 2014/ 2016.


Ort: Bücherei Hangzhou, Ausstellungshalle
Adresse: Jiefang donglu 58, Jianggan District, Hangzhou
Dauer: 1.–15.10.2016
Eröffnung: 1.10.2016, 16 Uhr
Veranstalter: Goethe-Institut (China), Bücherei Hangzhou

地点:杭州图书馆展厅
地址:杭州市江干区解放东路58号
展期:2016年10月1日至15日
开幕式:2016年10月1,16点
主办:北京德国文化中心·歌德学院(中国),杭州图书馆


Siehe auch 也看: 小长假在杭州看展:摄影水墨联展「入雾 」 | Ausstellung: In Nebula


Ausstellungsfotos 展厅图片: Bücherei Hangzhou 杭州图书馆
Text 文: Stefanie Thiedig 由甲
Übersetzung 中文译文: Wang Pan 王盼
Grafik 设计: Julia Hofmann 何悠丽



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Mittwoch, 14. September 2016
Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述


Was ein Sommer! Zwei Monate war ich in Deutschland und davon über drei Wochen in den und ein wenig über die Grenzen hinaus unterwegs. Die Route ging über Köln nach Basel, über St. Urban nach Zürich, über Stuttgart nach München, nach Wien, weiter über Prag und Dresden nach Berlin und zurück nach Hamburg. Knapp 3.000 km sind wir gefahren – zumindest hier noch mit offenen Grenzen.

Seit ich das letzte Mal länger, im Winter 2014/15, in Deutschland war, damals den Wartezustand beendet vorfand, wollte ich sehen, wie die aktuelle Situation nach dem Flüchtlingsbeginn im September 2015 nun vor Ort aussieht.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. So viel ist diesen Sommer passiert: Aufatmen beim Volksentscheid für oder gegen Ausländer in der Schweiz, alles andere wäre Wahnsinn gewesen, aber was ein Wahn, dass es überhaupt zur Debatte stand. Dann gerade noch allen Befürchtungen zum Trotz voller Respekt für Österreich, die ihrem gesellschaftlichen Rechtsruck eine politische Watsche verpassten, hat man sich dort anschließend doch zu Neuwahlen hinreißen lassen, es folgt erneutes Zittern und Hoffen auf ausreichend Klebstoff bis Dezember. Achja, Neuwahlen, was geht eigentlich in Spanien? Dazu dann bald Wahlen in Amerika mit großem Brimborium seit einem guten Jahr, Wahlen in Deutschland sind inzwischen im Gange. Dieses gesamtwestliche Rechtsdriften, konservativ reicht nicht mehr aus – bis wohin ist Realität im Spiel, ab wann beginnt die Manipulation mit Phantomangst oder ist es gar ein wenig Selbstveropferung? Irgendwo habe ich auch von der Sehnsucht nach Angst gelesen. Schon geistern selbsternannte, mit Kabelbindern und Messern bewaffnete Milizen auf der Suche nach Flüchtlinge durch Rumäniens Grenzwälder. Hinzu kam der Schock vom unvorstellbaren Brexit, der Wahl der Alten mit ihren nostalgischen Common Wealth-Vorstellungen, oder muss man sich nun, etliche Wochen später, fast fragen, ob das vielleicht doch nicht ganz so dumm war? Obwohl Wirtschaft mir als Grund nicht gelten kann … Dann die Anschläge in Frankreich, und auch Deutschland bekam es ab. Terror, Anschläge, Amokläufe. Wobei in München eine Ruhe im Sturm zu herrschen schien, ein in Reaktion schneller, wohlorganisierter Umgang, Jens nannte es Lernen von Frankreich. Was allerdings auch nicht half, dass großteils wunderlich unsinnige Diskurse aufflammten mit Schlagworten wie Darknet, Militär im Lande, Burkaverbot, Obergrenze, Lebensmittel hamstern. Verlieren im Kleinklein, statt sich den eigentlichen Problemen zu stellen oder erst einmal zu fragen, was diese sind? Und dann, dann kam das Riesenei, dann kam der Putsch in der Türkei mit Erdogans anschließender, täglich sich übertrumpfender Säuberungswelle, die bis dato anhält.

Derweil wir während all dieser Meldungen durch die vom Sommerlicht warm und einladend leuchtenden Städte zogen, um uns ihre Kunst anzusehen. Ich habe natürlich fleißig fotografiert und mich zur Unterteilung der Masse für einzelne Posts der jeweiligen Städte entschieden. Zur Besichtigung entweder einfach den Thread auf der Hauptseite hinunter oder hier die einzelnen Stationen entlang:

Basel 巴塞尔: Köln, Art Basel, Parcours, Liste
Zürich 苏黎世: St. Urban, Manifesta
München 慕尼黑: Schloss Solitude, Haus der Kunst, Hypo Vereinsbank, Lenbachhaus, Pinakothek der Moderne, Galerien
Wien 维也纳: Donauinselstreifen und Altstadt, Anna Hofbauer
Prag 布拉格: Altstadt, Stadt, Museum Kampa
Dresden 德累斯顿: Altstadt, Stadt, Albertinum, Blaue Brücke
Berlin 柏林: Galerien


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Dienstag, 13. September 2016
Kunstsommer 2016: Basel ∣ 2016年艺术之夏:巴塞尔
Köln 科隆

Zunächst kurz über Köln. Im Museum Ludwig lief Fernand Léger: Malerei im Raum. Fotografieren nicht gestattet.

Dafür geht es mit Lisa durch die Gegend. Dabei erzählt sie von dem Flüchtlingsthema, dass sich Institutionen gerade allerorts auf die Fahnen schreiben, für das sie ausschreiben. Wir sprechen über thematische Vorgaben, bei denen man sich häufig nicht gegen den Impuls wehren kann, dass die Institutionen dem Weltgeschehen hinterherhinken. Es ist ja richtig, sie wollen und sollen gesellschaftsrelevant, im besten Fall -prägend sein, wenn es nur nicht häufig so gezwungen rüberkäme. Oder halt einfach zu riesig, zu groß, stets dreh- und auf vieles anwendbar, mal ist es Umwelt, dann die Digitalität, jetzt heißt es Flüchtlinge. Ist das Offenheit? Es bleibt ein schales Gefühl der Planlosigkeit. Und doch brauchen wir ja theoretische, intellektuelle, künstlerische Auseinandersetzung, etwa bei den Themen Grenzen, Werte, wer sind wir, was bedeutet divers, man bastle einen definitorischen Handapparat. Natürlich sind dann immer gleich die Schimpfer zur Stelle, das könne man nicht, jaja, aber Flüchtlinge? Wo bleiben überhaupt die Thinktanks? Schon bzw. aktuell wieder seit 2009 warten wir auf Vorschläge zu neuen Gesellschaftsmodellen. Sitzt da wirklich keiner dran? Kann doch nicht sein. Muss man das jetzt selbst machen? Vielleicht ist es sogar besser, wenn man keine Ahnung von Ökonomie hat …


Das New Talents HQ. Hier gehts übrigens zum Katalog: New Talents 2016, von mir dort (bei Erwerb) Texte zu Hu Weiyi 胡为一 und Wang Man 王满.





Abends ein Vortrag vom KAP Forum zur nachhaltigen und ganzheitlichen Stadtentwicklung: Kopenhagen und der neu erschlossene Nordhafen. Die anberaumte Diversität bleibt leider noch theoretisch, Immobilienhaie reiben sich die Hände. Immerhin ist öffentliche Naherholung mit Grünflächen und Wassernähe eingeplant, schade nur, dass kulturelle Einrichtungen dabei doch immer zu kurz kommen.


Mit Rune Boserup Jacobsen, Cobe Architecture, und Martin Rendel, Moderation.


Basel 巴塞尔



Man ist in Europa unterwegs, um Einrichtungen wie die Fondation Beyeler zu sehen. Da können einem wirklich die Sinne übergehen und das Herz beim Gedanken an China schwer werden. Vorteil in China ist allerdings, dass man eigentlich überall (im Kunstbereich) fotografieren darf, hier aus unerfindlichen Gründen nur mit dem Handy. Das mache ich nicht, war mir ausnahmsweise aber egal, großartig waren Calder & Fischli/Weiss.



Weiter geht es den Rhein hinunter. An dem ich unten beim Schreiben dieser Zeilen sitze und aufs Wasser starre, die Notizen: Calder und Fischli/ Weiss waren super. Die Sprüche und Fragefragmente. Fängt das Wasser meinen Blick? Wie lange kann ich hineinsehen, bis mir schlecht wird? Es fließt irrsinnig schnell. Gestern noch über den Rhein in Köln. Über mir jetzt bewegen sich nuschelnde Stimmen, ich esse ein Stück Bitterschokolade, die ich gestern für Kleingeldtausch zur Parkuhrfüllung gezwungen war zu kaufen. Sie hinterlässt keinen Missmut deswegen, war nur 20 Frankencent teurer als die sonst zur Auswahl aufgereihten, ohje, all die Schönheit in dieser Stadt, und dennoch solche Postkarten. Heute muss ich noch erneut irgendwie Kleingeld sammeln. Natur – ist hier in der Kunst nicht so Thema wie in China, wie auch bei mir. Der Mann links neben mir eine Bank weiter verlässt mich. Ich höre ihn grußlos die Treppe hochstapfen. Gleich eins, gleich gehts weiter. Ein Kippchen geht noch. Mir gefällts grad hier. Fünf Museen braucht man doch nicht pro Tag. Die Leichtig… Jetzt hat mich fast eine Bootswelle erwischt. …keit von Calder beeindruckt mich. Gegenüber der Mann am anderen Ufer mit ausgebreiteten Armen ist ebenfalls verschwunden. Kommt da gleich noch eine Welle oder darf ich absetzen? Von der Bank, nicht aus der Luft. Darf man in der Schweiz überhaupt die Schuhe auf einer öffentlichen Bank abstellen? Zwei Kanus paddeln gegen den Strom vorbei. Es regnet wieder. Es läutet aus drei Kirchen eins. Ich gehe dann weiter.


Art Basel

Unlimited:


Hans Op de Beeck: The Collector's House. 2016. Marianne Boesky, New York, u.a.


Ebd.


Vlassis Caniaris: In Praise. 1993. Peter Kilchmann, Zürich.


Mike Kelley: Reconstructed History. 1989. Skarstedt, New York.


Anish Kapoor: Dragon. 1992. Gladstone, New York, u.a.


Wolfgang Tillmans: New York Installation PCR, 525. 2015. David Zwirner, New York.


Pope.L: Circa. 2015. Mitchell-Innes and Nash, New York.


Alicja Kwade: Out of Ousia. 2016. 303 Gallery, New York, u.a.


Gilberto Zorio: Microfoni. 1968. Lia Rumma, Mailand.


Robert Groscenor: Untitled (Yellow). 1966/ 2016. Paula Cooper, New York, u.a.


Und was brachten die Chinesen bzw. ihre Vertreter so?

Natürlich …

Ai Weiwei: White House. 2015. neugerriemschneider, Berlin.

Natürlich …

Ding Yi. O.A.

Dann eine trendbewusste Zusammenstellung von Verzweigungen, wie auch in den WeChat-Moments Anfang des Jahres häufig gepostet …

Birdhead: Welcome to Birdhead World Again, Passions Bloom Ambitions from Vagina –23. 2016. ShanghArt, Shanghai.


Cheng Ran: In Course of the Miraculous. 2015. Urs Meile, Luzern.

Leute ansehen. Dafür ist bestimmt die ganze Schweiz gut. Aber auf der Art Basel und bei den Museen kommt es noch einmal zu einem besonders spannenden Konglomerat. Zeiten des Wartens sind also nicht verschwendet. Doch sind etliche schon morgens mit angestrengtem Kunstblick unterwegs, vielleicht sind es nur der Regen und die Kälte. Viele laufen hier mit kleinen Koffern herum. Bestimmt sind sie voller Geld, mutmaße ich; bestimmt sind sie voller Kreditkarten, entgegnet Xinjun.

Aussteller:


Inge Mann. Kadel Willborn, Düsseldorf.


Jaume Plensa: White Forest (Duna). 2015. Galerie Lelong.


Helen Frankenthaler: Thanksgiving Day. 1973. Bernard Jacobson Gallery.


Sigmar Polke: The Young Acrobat. 2002.


Bethan Huws: Knowledge and Though. 2009–2016. Galerie Tschudi, Zuoz.


Henry Wessel: Early Night Works. Series, 1968–70. Galerie Thomas Zander.


Anthony McCall: Miniature in Black and White. 1972. Galerie Thomas Zander.


Matt Saunders: Ilsted (Annie) #2. 2015. Borch.


Jungjin Lee. Howard Greenberg Gallery.


Ebd.


Piero Manzoni: Achrome. 1958–60. Tega.


Juan Genovés: Platearium. Detail, 2015. Hopkins, Paris.


Adrian Piper: Everything #2.12a. 2003. Dominique Lévy, New York et al.


John Wood and Paul Harrison: Crowd. 2016. Von Bartha.


Ger van Elk. Grimm, Amsterdam.


Ebd.


Heinz Mack: Untitled. 1959–60. Galerie Thomas, München.


Jean-Michel Basquiat: Year of the Boar. 1983. Van de Weghe Fine Art.


Wang Yancheng: Untitled 1. 2016. Acquavella.


Per Kirkeby: Untitled. 2016. Galerie Sabine Knust.


Steve McQueen: Remember Me. 2016. Marian Goodman Gallery.


Richard Misrach: Wall, Near Los Indios, Texas. 2015. Pace/ MacGill Gallery.


Art Basel: Parcours

Der Outdoor-Happening-Schnitzeljagd-Charakter war etwas zu gewollt, denn dafür war das Ganze zu gut organisiert, zu sehr mit Scharen von Helferlein bestückt, unmöglich, auch nur eine Station zu verpassen. Dennoch war mir dieses Draußen lieber als die Messehallen.


Iván Navarro: Traffic. 2015. Templon.


Daniel Gustav Crámer: Coasts. 2016. Sies and Höke.


Alberto Garutti, The dog shown here. 2009. Buchmann Galerie.


Ebd.


Tracey Rose: False Flag – A Deed in 2 Acts: Mandela Ball #8, MaterPater. 2016. Goodman Gallery.


Bernar Venet: Effondrement:Arcs. 2016. Von Bartha.


Virginia Overton: Untitled (Hi Lux). 2016. White Cube.


Alfredo Jaar: The Gift. 2016. Goodman Gallery u.a.


O.A.


Michael Wang: Figure Fragment from the Basler Münster. Before 1185. Foxy Production.


Ilya and Emilia Kabakov: Toilet on the River. 1996–2016.


Eva Kot'átková: Cutting the Puppeteer's Strings with Paper Teeth (Brief History of Daydreaming and String Control). 2016. Meyer Riegger.


Hans Josephson: Untitled (Half-Figures, Standing and Reclining Figures). 1951–2006. Hauser und Wirth.


Ebd.


Sam Durant: Labyrinth. 2015. Blum and Poe u.a.


Ebd., Detail.


Andrew Dadson: Black Plant Sunset. 2016. Franco Noero u.a.


Lawrence Weiner: Mein Haus ist dein Haus, dein Haus ist mein Haus, wenn du … 2014.
Ziemlich bescheiden – auf mich wirkt es, als würde er seinen Schiss in das Haus eines anderen bzw. ins Hirn der Besucher setzen, nicht wie seine hier umgekehrt beschriebene Fallannahme.

Besser draußen dieses:

Ernst Coghuf: Le chant de l'occident. 1944.


Allan McCollum: The Shapes Project – Shapes Spinoffs. 2005–2016. Thomas Schulte.


Michael Dean: ffff. 2016. Supportico Lopez u.a.


Tabor Robak: Skypad. 2016. Team u.a.


Art Basel: Liste

Nach den etablierten Galerien in den Messehallen und dem Wildwuchs in der Stadt, hier die junge Kunst in Boxen. Gutes Gebäude.




Ben Burgis and Ksenia Pedan: Scripture. 2015.


Liz Craft. Truth and Consequences, Genf.


Estefanía Peñafiel Loaiza: An Air of Welcome. Serie, 2013–15.


Bon appétit! KOW, Berlin.


Erkka Nissinen. Ellen de Bruijne Projects, Amsterdam.


Anna Hulačová: Otto. 2015. Hunt Kastner, Prag.


Anna Hulačová: Monkey. 2014. Hunt Kastner, Prag.


Camille Blatrix. Balice Hertling, Paris.


Joanna Piotrowska: Untitled. 2016. Dawid Radziszewski Gallery.


Adan Vallecillo. 80m2 galeria, Lima.


Rafał Bujnowski. Rastor.


?, Wien.


Yuri Pattison: Dust, Scraper, Fan 1.1 (Logistics, Working Title). 2015–6. Mother's Tankstation, Dublin.


Adelita Husni-Bey: White Paper – The Land. 2014.


Doa Aly: Until the Great World Speaks of Nothing Else.


Muzlon de Azambuja.


Ernesto Sartori: Rythmique ambiante. 2014. Marcelle Alix, Paris.


Gerda Scheepers: Sitting White. 2016.


Shana Moulton.


Edgardo Aragón: Verde militar. Serie, 2014–5. Mor Charpentier.


Enzo Mianes: Objet tranché (Gaz Bottle). 2016.


Li Ming: Me/We. Antenna Space.


Ebd.


Riccardo Beretta: Tre Crocifissi. 2016.


Steve Bishop: Chutchie (Small Business Loan). 2016. Carlos and Ishikawa.


Kris Lemsalu: Genetic Misunderstanding. 2016.


Tobias Kaspar: Glacial. 2016.


Camilla Wills: New-Born on a Tram. 2016. Gaudel de Stampa, Paris.


Dr. Kuckucks Labrador. Kaskadenkondensator, Basel.


Nicola Gobbetto: Dionisio. 2016. Galleria Fonti Napoli.


Giulia Piscitelli: Pietà di Giotto. 2016. Galleria Fonti Napoli.


Brendan Fowler: Flannery. 2016. Mathew Gallery, Berlin.


Nathan Zeidman. High Art, Paris.


Luca Dellaverson: Untitled. 2015.


You Can Hammer Yourself. 2011.


Photographer – Bodybuilder. 2014.


Kaya. Deborah Schamoni, München.


Yuji Agematsu: Zip. 2012. Real Fine Arts, New York.





Valery Heussler: Der Auftrag – Brot teilen. 2000.


Und sonst so in Basel?



















Die Luft ist so frisch, so rein. Man möchte aus all diesen Springbrunnen hier trinken.








Den hier habe ich allerdings aus Zürich herübergestohlen.

Und noch eine kleine Anekdote:



Katharina erzählte, dass es in der Schweiz Ende letzten Jahres eine öffentliche Aufforderung zur Flüchtlingshilfe gab. Sie schrieb gleich eine Mail mit ihrer Bereitschaft an die gegebene Adresse und erhielt monatelang keine Rückmeldung. Dann, endlich: Man hätte für sie einen italienischen Jungen gefunden, der Nachhilfe bräuchte.


Siehe im Zuge dieses Beitrags auch 关于这个话题也看: Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述

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Montag, 12. September 2016
Kunstsommer 2016: Zürich ∣ 2016年艺术之夏:苏黎世
St. Urban

Über das Kloster St. Urban sind wir gefahren, um Alexandras kuratorisches Werk zu besichtigen: The Crocodile in the Pond mit 11 ShanghArt-Künstlern.




Han Feng 韩锋: Bird. 2012.


Ebd.: Whirlpool. 2015.


Chen Xiaoyun 陈晓云: The Bitterest Sugar Melting in Front of Your Eyes. 2014.


Han Feng 韩锋: Bird. 2013.


Xu Zhen/ MadeIn 徐震—没顶公司出品: Focus. 2011.


O.A.


Shi Yong 施勇 u.a.


Lu Lei 陆垒: Humane Prescription. 2014.

Dann führte uns Alexandra noch durch ihre mondänen momentanen Gemäuer in die Bibliothek und auf die Kirchenempore.




Affen dürfen dieses Jahr zu jeder angetroffenen Gelegenheit abgelichtet und gepostet werden.



Äußerstes Unwohlsein überkam uns schließlich aber bei dieser Garteninstallation, was auch immer das Kloster für einen Deal mit dem Staatskünstler laufen hat – hat nichts mit ShanghArt zu schaffen, konnte leider nur auch nicht abgewendet werden.


Zeng Chenggang: The Prophets. 2012.


Zürich 苏黎世

Über idyllische Landstraßen schlängelten wir uns Anhöhen hinauf und hinab, durch Felder und Wälder, Ma Ke entfuhr ständig und die ganze Reise hinüber ein Ach, deshalb malen die hier so, und bezog sich damit nicht nur auf die alten Meister.

Dann landeten wir auf der Manifesta 11 in Zürich, Motto: What People Do For Money. Neben öffentlich zugänglicher Kunst im Stadtraum, musste man für Eintrittsgelder erst einmal ordentlich in die Tasche greifen.



So viel Gutes hörte man von diesem Pavillon auf dem Zürcher See. Wir sahen ihn am Ende des Tages und beließen es beim Blick von weitem, setzten uns lieber vor unserer Weiterreise in ein Café und tranken getreu dem Motto der Manifesta jeder für 15 Franken eine Cola. Aber der Reihe nach, zunächst ging es ins Löwenbräu Areal:



Durch das gesamte Gebäude zogen sich diese Wandmalereien von
Pablo Helguera: Artoons. 2008–2016.








"I am at some weird Swedish gallery. Did you find the cheese?"





Martin Liebscher: Schwimmbad. 2010. Martin Asbaek Gallery.


Oscar Bony: The Working Class Family. 1968/ 1999. Carola Bony, Argentinien.


Anon: Tagesschau SRF, Lachanfall Merz wegen Fleisch-Anfrage, 20.9.2010. 2010. SRG SSR.


Mike Bouchet: The Zurich Load. 2016. ERZ Zürich u.a.


Ebd., Detail von "80.000kg human sludge", was ist das, menschlicher Schlick?, Extremitäten? So roch es auf jeden Fall. Überzeugen mochte die Entwarnung an der luftverriegelten Außentür nicht: "Die leichten Geruchsemissionen sind Teil des künstlerischen Konzeptes und ungefährlich."


Cécile B. Evans: Sun Adjacent. 2016. Barbara Seiler, Zürich.


Ebd., erneut ekliges Detail, dieses Mal wenigstens nicht menschlich, sondern verrottende Festplatten.


Torbjørn Rødland: Matthew Merk Luke John and Other Photographs. 2016. Galerie Eva Presenhuber.


Ebd.


Ebd.


Georgia Sagri: Documentary of Behaviorial Currencies. 2016.


Giovanna Olmos: Giovanna Olmos with iPhone 5c. 2015.


The Big Heat Brigade and Megan Marlatt: The Critics at Large – Hans Ulrich Obrist, Roberta Smith, Jerry Saltz. 2014–5.


Mario García Torres: The Day Mankind Faded Away. OJ. Jan Mot, Brüssel, u.a.


Simon Denny: Zug Blockchain Startup Case Mod – Ethereum. 2016. Galerie Buchholz, Köln u.a.


Ebd., Detail.


Trisha Baga: i-Mac G3. 2015. Greene Naftali, New York, u.a.


Carles Congost: Simply the Best. 2016. AC/E Acción Cultural Española, Madrid, u.a.


Andrea Éva Gyõri: Masturbation Portraits. 2016.


Fatima Al Qadiri and Khalid Al Gharaballi: Mendeel Um A7med (N x l x S x M). 2012.


Sonia Victoria Vera Bohórques: Incisión. 2016.


Wir wanderten noch ein wenig durch die Gegend, sahen mal dies, mal das. Die Löwenbräukunst war schon die richtige Wahl, hier ein paar weitere Ausläufer.


Rina Heritsialonina: Vultures Canyon. 2016. LAZ, Zürich.


Evgeny Antufiev: Eternal Garden. 2015–6. V-A-C Foundation, Moskau.


Yoshua Okón: Oríllese a la Orilla. 1999–2000.


Noch eine Randnotiz zu Zebrastreifen in der Schweiz. Alle gehen und radeln jederzeit über die Straßen. Ab 8 Uhr abends sind dazu noch viele Ampeln aus. Hätte am ersten Tag in Basel fast ein Fahrrad – ein Velo – umgenietet. Bin etwas verwirrt vom Verkehr und war stets beruhigt, das Auto abstellen zu können. Zu Fuß hat Vorrang. Mir ist es unangenehm, Autos bremsen zu sehen, nur weil ich über die Straße möchte. Welches ist die verquere Welt? Beides Extreme, Schweiz und China. Deutschland ist ja auch ordentlich durchgeregelt. Mittelmaß?


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Sonntag, 11. September 2016
Kunstsommer 2016: München ∣ 2016年艺术之夏:慕尼黑
Stuttgart 斯图加特

Über Schloss Solitude bei Stuttgart kurz zum Ausruhen.






Und weiter nach …

München 慕尼黑

Deutschland habe ich seit zehn Jahren nicht im Juni erlebt, mein Hauptgedanke beim Durchfahren: Deutschland steht im vollen Saft. In München war ich sogar seit knapp zwanzig Jahren nicht, das Licht hier, was eine Sommerstadt. Und es gibt erschreckend viel aufzuholen, entsprechend lang der Post. Zunächst die Museen.

Haus der Kunst

Laure Prouvost: Der Öffentlichkeit. So gut.


"We Heard Every Footstep You Took"

Wenn man schon mal in München ist, kann man auch gleich in Paris sein: Zeitgenössische Kunst aus dem Centre Pompidou.


Annette Messager: My Vows. 1989.


Chen Zhen: Round Table. 1995.


Zhang Huan: Family Tree. 2000. Was fleißige Besucher dieses Blogs schon aus der Ausstellung Secret Signs in Hamburg kennen.


Christian Boltanski: Les archives de Christian Boltanske 1965–1988. 1989.


Rabih Mroué: Blow Ups. Serie, 2012.


Kendell Geers: T.W. (I.N.R.I). 1994.


Anne-Marie Schneider: Untitled (Erased Body). 2002.


Ebd., l.: Untitled (Obese); r: Untitled (Simian). 2002.


Gabriel Orozco: La D.S. 1993.


Ebd.: Chair with Liana. 1990.


Fernanda Gomes: Untitled. 2012.


Tobias Putrih: Times. 2011.


Tobias Rehberger: Outsider and Large Stream 30.04.02–11.08.02. 2003.


Robert Longo: Men in the Cities. 1981–99.


Mircea Cantor: Itching Pocket. 2007.


Danh Võ: Sea of Fertility (After Mishima). 2009.


Petrit Halilaj: It Is the First Time Dear That You Have a Human Shape (Spider). 2012.


Mladen Stilinović: The Exploitation of the Dead. 1984–90.


Wilfredo Prieto: Avalanche. 2003.


Thomas Hirschhorn: Outgrowth. 2005.


Ebd., Detail.


Erik Boulatov: Spring in a Recreation Home for Workers. 1988.

Im Oberstock noch Videoarbeiten:


Joao Maria Gusmao: Wave. 2011. Martin Season. 2016.


Hypo Vereinsbank

Joaquín Sorolla (1863–1923). Der Meister des Lichts!


Sad Inheritance. Detail, 1899.


Return from Fishing. Detail, 1894.


San Sebastián. 1917–8. Woman by the Sea. 1910. San Sebastián. 1917–8.


Clotilde at the Beach. 1904.


A Grey Day at the Beach of Valencia. 1901.


Fisherman from Valencia. Ca. 1903.


End of a Working Day, Jávea. 1900.


White Boat, Jávea. 1905.


Mother. 1895–1900.


Antonio García in his Laboratory. 1908.


Maía at the Beach in Biarritz, Backlight. 1906.


The River Nalón, Asturias. 1904.


People from La Mancha. 1912.




Lenbachhaus




Hunting Scenes. Southern Germany (?), ca. 1800.


St. Joseph with the Infant Jesus. Germany, late 19th century.


Wassily Kandinsky: Kochel – Schlehdorf. 1902.


Gabriele Münter: Avenue in the Park of St. Cloud. 1906.


Alfred Kubin: Intruders. Ca. 1902–3.


Wassily Kandinsky: Riders of the Apocalypse I. 1911.


Alfred Kubin: Encounter. Ca. 1911.


Alexej Jawlensky: Summer Evening in Murnau. Ca. 1908–9.


Wassily Kandinsky: Railroad at Murnau. 1909.


Ebd.: Mountain. 1909.


Marianne von Werefkin: Self Portrait I. Ca. 1910.


Alexander Kanoldt: Stone Desert. 1910.


Paul Klee: Destroyed Place. 1920.


Rudolf Belling: Sculpture 23. 1923.


Robert Delaunay: Circular Forms, Moon No. 1. 1913.


Paul Klee: Anatomical Venus. 1933.


Wassily Kandinsky: Improvisation 19. 1911.


Richard Riemerscmid: Evening Sky. 1893.


Wassily Kandinsky: In the Forest. 1904.


Alexej Jawlensky: Portrait of the Dancer Alexander Sacharoff. 1909.


Gabriele Münter: Reflecting. 1917.


Franz Marc: Blue Horse I. 1911.


Franz Marc: The Little Monkey. 1912.


Ebd.: The Panther. 1908.


Asger Jorn: So Much Talk. 1968.


Ebd.: Modification, Two Penguins. 1962.


Jacqueline de Jong: After the Rain. OJ.


Uwe Lausen: An Image. 1964.


Heimrad Prem: With the Eye of the Botanist. Early 1960th.


Ruprecht Geiger: Rotbild. 1961.


Hansjörg Dobliar: Wah Wah. 2005–6.


Klaus Auderer: MC Suicide Unlimited – Speedrikscha. Project, 2008–11.


Karin Sander: Mailed Painting, div. 2010–4.


Heinz Butz: OT. 1968–9.


Isa Genzken: X-Rays. 1991.


Ebd.: Wega. 1985.


Annette Kelm: OA.


Hans-Peter Feldmann: Laden. Div., 1975–2015.


Joseph Beuys: Vor dem Aufbruch aus Lager I. 1970–80.


Ebd.: Schaf. 1949.


Maria Eichhorn: Squirrel Cage. 2014.


Erwin Wurm: Untitled. 2008.


Benjamin Bergmann: Twist and Shout. 2013. Der zweite Mops in München, s. 1. Bild vom Haus der Kunst.


Judith Hopf: Untitled (Sheep). 2013.

Dann, etwas bedenklich ganz hinten und noch den Keller hinunter abgestellt, Rochelle Feinstein: I Made A Terrible Mistake.


Find Your Own Damn Voice. 1994.


Deeper, Deeper. 2003.


Gnorf. 2002.


Hans Jörg Schuster (1910–1973): Die Vertreibung aus dem Paradies. 1937.


Flag. 1993.


Video. 2006.

Draußen im Garten:




Max Ernst: Der Assistent. Der Frosch. Die Schildkröte. 1967/74.


Pinakothek der Moderne


Joseph Beuys: Das Ende des 20. Jahrhunderts. 1983.


Asger Jorn und Heimrad Pred: Lockung. 1960.


Antonio Saura: Crucifixión. 1959.


Alberto Burri: Grande Plastica. 1963.


Ebd., Detail.


Alberto Burri: Grande sacco. 1958.


Georg Baselitz: Zwei Meißener Waldarbeiter. 1967.


Ebd.: Orangenesser IV. 1981.


Ebd.: Bildsechzehn. 1993.


Edmund Steppes: Heimkehr der Hirten. 1938.


Karl Kunz: Augsburger Bombennacht (Im Keller). 1945.


Karl Hofer: Mann vor Spiegel. 1943.


Paul Klee: Grenzen des Verstandes. 1927.


Lyonel Feininger: Markthalle von Halle. 1930.


Paul Klee: Wachstum der Nachtpflanzen. 1922.


Ebd.: Das Licht und Etliches. 1931.


Ebd.: Pastor Kohl. 1932.


Max Ernst: Die Windsbraut II. 1927.


Ebd.: Hochovales Bild (Ruinen). Ca. 1922.


Giorgio de Chirico: Die beunruhigenden Musen. 1917.


Max Ernst: Der Vogelmensch. 1919–20.


Ebd.: Der Hausengel. 1937.


Ebd.: Totem und Tabu. 1941.


Franz Marc: Postkarten an Else Lasker-Schüler – Affen. 13. April 1913.


Aenne Biermann: Rails. 1931–2.


Albert Renger-Patzsch: Sapling. 1929.


Helmut Kolle: Bildnis Edmond. 1925.


Max Beckmann: Mann im Dunkeln. 1934.


Ebd.: Selbstbildnis in Schwarz. 1944.


Pablo Picasso: Frau. 1930.


Ebd.: Sitzende Frau (Dora Maar). 1941.


Henri Laurens: Der Herbst. 1948.


Pablo Picasso: Madame Soler. 1903.


Alexander Archipenko: Boxende. 1914.


Raymond Duchamp-Villon: Bildnis Professor Gosset. 1917.


Fernand Léger: Landschaft Nr. 2. 1913.


Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. 1915–6.


Ebd.: Büste des Emporsteigenden Jünglings. 1913–4.


Ludwig Meidner: Der Selbstmörder. 1912.


Oskar Kokoschka: Die Auswanderer. 1916–7.


Rudolf Belling: Dreiklang. 1919.


Alexej von Jawlensky: Großer Frauenkopf auf Rot. 1913.


Ernst Ludwig Kirchner: Wettertannen. 1919.


Ebd.: Erna mit Zigarette. 1915.


Karl Schmidt-Rottluff: Parkecke. Ca. 1910.


Anselm Kiefer: Nero malt. Detail, 1974.


Joseph Beuys: Rückenstütze eines feingliedrigen Menschen (Hasentypus) aus dem 20. Jh. Vorne, 1972.


Franz Kline: 1960 New Year Wall, Night. 1960.


Willem de Kooning: Detour. 1958.


Donald Judd: Untitled (16 Unit Wall-Boxes). 1978


Ebd., Detail.


Sigmar Polke: Tibersprung I. 1971.


Ebd.: Vitrinenstück. 1966.


Ebd.: Tuch I zu Tibersprung. 1969.


Joachim Brohm: Berlin. Serie, 1990–1.


Ebd.


Robert Adams: From the Missouri West. Serie, 1975–8.


Andy Warhol: Self-Portrait. 1966.


Jochen Klein: OT. 1997.


Amelie von Wulffen: OT. 2011.


Henrik Olesen: Nach Magnus Hirschfeld. 2008.








Villa Stuck




Fotografien der Villa Stuck von August Lorenz mit Überzeichnungen Franz von Stucks, um 1989.


Ebd.


Franz von Stuck: Selbstbildnis. 1899.


Ebd.: Dissonanz. 1910.


Ebd.: Blasender Faun. 1914.


Dann endlich, nach all den Messen, nach drei Tagen Museen in München – muss sein, natürlich, ist ja auch super, dennoch, Beuys et al. kann man auch nur soundsooft sehen – also endlich nun in die Gegenwart zu den Galerien. Ich geriet in den Aufbau zum Galeriewochenende, insofern war einiges geschlossen, was dennoch offen hatte, gibt es hier. In der Galerie der Moderne folgendes Gemurmel vom Galeristen: "Aha, die Chinesen (…), Kunst der Nachahmung (…), Appropriation Art ist auch in Deutschland gerade wieder en vogue. Thank you, my dear." Ok. In der Galerie Christian Pixis daneben dann, und das passiert mir gelegentlich, wurde ich mit einem unwirschen Nein auf die Frage, ob ich fotografieren dürfe, aus der Türe gefegt. Muss ja nicht, ich betrete schließlich Ihre Wohnung – wenn ich auch weiterhin davon ausgehe, dass Sie sie zum Verkauf zur Schau stellen –, aber was, Angst vor Kopie?, naja, deshalb frage ich ja höflich nach. Sie könnten etwa mit Interesse nach meinem Medium antworten. Wer zusagte, ist hier vertreten. Musste mal sein, jetzt kann es geklärt weitergehen.



Walter Storms Galerie: Julia Mangold.


Ebd.


Galerie der Moderne: Laura de Santillana – Glas.


Ebd.: Pentti Sammallahti.


Ebd., Veikko Hirvimäki: Whats Going On. 2015.


Galerie Biedermann (VPN erforderlich): Siegfried Kaden – La Habana.


Ebd.


Galerie Wittenbrink: James Rielly – Knock on Wood.


Ebd.: James Rielly.


Ebd., OA.


Ebd., OA.


Galerie Thomas: Rosemarie Trockel – OT. 2000.


Ebd.: Rosemarie Trockel – OT. Detail, 2000.


Ebd.: Mark Dion – OT. 2000.


Galerie Bender: Fifty Shades of Red, hier: Jus Juchtmans – 20081003. 2008.


Ebd.: Matt McClume – Hermatite/Red Chrome. 2016.


Galerie van de Loo Projekte: Contemplación y ataque: Antoni Tàpies – Antonio Saura. Die miese Beleuchtung liegt mir zu Schulden, durfte im Aufbau knipsen.


Ebd.


Ebd.


Versteckt im U-Bahnschacht neben der Akademie der Bildenden Künste findet sich die Akademie Galerie. Leider ohne jegliche Angaben, so wie ich auch nur einen Link zur laufenden Ausschreibung gefunden habe.


Galerie Schöttle: Jānis Avotiņš et al.


Ebd.


Galerie Schöttle: Alex Mirutzui.


Ebd.

Kunstverein München zeigte Hamburger Eyes: The Continuing Story of Life on Earth (für Angaben s. bitte KM-Link):


















Around town …






Kinderprojekt einer Biene (vielleicht eher Wespe?)




Hier gehört der Blick hinten ins Bild hinein.










Fußball steht selbst bei einer WM nicht sonderlich weit oben auf meiner Agenda, aber ich bin schließlich auch zum Auskundschaften der aktuellen Lage der Nation hier. Am Abend zuvor instruierte mich Till noch, wie man sich zu verhalten habe, oder besser wie nicht – also keine vorzivilisatorischen U-A-Laute mit Faust an Brust schlagen. Dazu kam es denn nicht, ich knipste lieber meine von diesem Ereignis aus lauter Begeisterung sich in andere Gefilde begebenden Reisegenossen. Schalaa!








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Samstag, 10. September 2016
Kunstsommer 2016: Wien ∣ 2016年艺术之夏:维也纳
Wien! Die Fotos sprechen halb eine andere Sprache, aber im schönsten Sommerlicht botest du dich. Wunderbar wars.

In diesem Post gibt es hauptsächlich Stadtsichten. Vom Donauinselstreifen …














Fritz Wotruba: Große Skulptur. 1965.

… in die Altstadt.












Diese Pestsäulen überall in der Stadt (im Land?) sind schon interessant. Während sich Deutschland allerorts weiterhin mit der Abarbeitung des 2. Weltkrieges beschäftigt, wird hier weit in die Vergangenheit erinnert.























All dieses Weiß hier lässt einen angenehm atmen.



Schloss Belvedere. Ein bisschen Schmalz muss sein.





Faszination aus Unverständnis. Was sind das nur für Grasgruben?








Oben Kunst, unten Religion.




St. Marxer Biedermeierfriedhof mit Mozarts Grab:






Kunsthalle Wien: Beton


(l.) Monica Bonvicini: AAdd Elegance to Your Poverty. 1990/ 2016.
(r.) Olaf Metzel: Treppenhaus Fridericianum. 1987.


Hubert Kiecol: Im Wald. 2009.


Ebd.: Zeile. 1981.


Nach dem Schwall aus München hier kaum Kunstfotos? Außer im Beton durfte man museal nirgends fotografieren. Die Galerien sollten wir uns schenken, meinte Anna und wenn sie das sagt, halten wir uns nicht mit auf. Dafür waren wir viel in der Stadt unterwegs, haben geschlemmt und uns betrunken, waren im Theater, im Kino, in der Alten Donau und wer weiß, wo sonst noch. Als Galerienansatz einzig dies hier:


Peter Kogler im Schauraum des Sigmund Freud Museums.


Aber ihr Studio durfte ich besuchen. Mehr auf ihrer Webseite, hier ein paar Fotos von – und bitte mit reichlich Tusch! für – Anna Hofbauer:




















Im Theater durften wir nicht im Gebäude herumlaufen, vielleicht waren wir eine Minute zu lange auf der Toilette, jedenfalls wollte Feierabend gemacht werden. Schon alles ordentlich reglementiert hier.



Und überall, auch ganz Deutschland ist davon verklebt, nur in der Schweiz habe ich sie glaube ich nicht gesehen: Huawei Werbung.



Überall also ebenfalls auf dem Donauinselfest. Aber Massenveranstaltungen bleiben so oder auch anders eine merkwürdige Angelegenheit.










Der hier allerdings, liebes Österreich, unglaublich: Bis auf Widerruf.


Siehe im Zuge dieses Beitrags auch 关于这个话题也看: Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述

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Donnerstag, 8. September 2016
Kunstsommer 2016: Prag ∣ 2016年艺术之夏:布拉格


1998 war ich auf Abifahrt in Israel, und auf dem Rückweg über Prag. Dort waren wir damals einen halben Tag in den Abend hinein. Es war großartig, hier kann ich wieder den väterlichen Ausdruck des morbiden Charmes anwenden, den wir einst besonders in den Cafébars mit dort sogenannter Kalter Muschi (Rotwein mit Cola) genossen haben. Knapp zwanzig Jahre mit gut angelegten und ich hoffe aus dem Gemeinschaftstopf der EU stammenden Geldern später ist hier alles saniert. So heimelig nostalgisch Morbidität ist, so schmerzt doch der Verfall wunderbarer Gebäude (wie derzeit noch in Lissabon!, bitte, EU) und so angenehm überrascht war ich von Prag. Leider Massen an Touris wie wir, seit einer Weile zu jeder Jahreszeit, höre ich.































Museum Kampa


Olbram Zoubek: Obĕti (Victims). 1958.


(Vorne) ebd.: Svĕdek (Witness); Slou I/ II (Column I/ II); Stínĕný muž (Narrow Man). 1964–7.


Jiří Harcuba: Ludwig van Beethoven. 1977.


Kopecký: OA.


Václav Cigler: Objekt. 1968–70.

Auf dem Dach dann diese wunderbare blaue Spiegelfläche:


Václav Cigler: Meeting Places. OJ.


Ebd.


Eva Kmentová: Ruce (Hands). 1970th.


(Bin mir unsicher, ev.) Jiří Bielecki: Obtékání – Gravitabil (Wapping – Gravitabile). Late 1960th.


Sorry, oA.

In einer Galerie:


Galerie U Betlémské Kaple: Výběr (Choice – im Vertrauen auf Google Translate), hier Adriena Šimotová: Z cyklu Ruce (V). 2010.


Ebd.: Bez názvu. 1992.








Und immer wieder zwischendurch unglaubliche Scheusale wie dieses:



Thematisch definitiv fixiert, die Tschechen …






Vor dem Kafka-Museum. Die stehen ernsthaft in ihrem Urin?

Das Franz Kafka Museum aber: sehr gut. Keine Fotos erlaubt. Bei Kafka im Museum, in Prag ihn lesen, seine Geschichte hier lesen. Dann gerade bei dieser Art von Aufmachung, tschechisch, ich komm so selten in diese Art … ähm, für mich Ost-Genuss, düster, gefallen und immer wieder sich herausgesudet, Samt und Kristall, schwarz und bordeaux, bohemisch, einer Zurschaustellung des Schauerlichen. Mit Pragbezug, meinen wirklich sehr von mir verehrten Kafka hier zu orten, stellt noch eine ganz andere Lese her. Ich bekomme tatsächlich zu wenig vom Osten Europas mit, bin weiter, dort wieder so anders Ost.

Dies meine Auflistung zu Osteuropa von unterwegs: groß und robust, hart, wollend?, windend, harsch, Stinkefinger, aggressiv, Pomp.

Mehr Czech-merkwürdige Besonderheiten und weiter around durch dieser tollen Stadt …


























Im Kino Lucerna.






Ist gröber, härter vom Geschmack hier, was gelegentlich echt gut ist. Ständig muss ich nicht überall auf Extremitäten, Glasbohemiten und Samtpastellate laufen, aber es hat mich gefreut, Prag.


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Mittwoch, 7. September 2016
Kunstsommer 2016: Dresden ∣ 2016年艺术之夏:德累斯顿





In Dresden war ich bislang nicht. Nach Dresden wollte ich auf dieser Reise, um mir Nazis anzusehen. Also die, die mit ihren Montagsdemos erst Pegida und den Rechtsruck in Deutschland ausgelöst haben und denen dann die Flüchtlingswelle als Antimist perfekt zur Stelle kam, die Neuen Nazis mit all ihrem pseudo-intellektuellen Identitärenzeugs. Naja, auf jeden Fall habe ich keinen einzigen Nazi gefunden. Dafür aber auf den Straßen allzeit präsent die Antifa – natürlich auch nicht in persona, aber gesprüht –, und institutionell fleißige Gegenarbeiten zur Bürgererziehung. In Gesprächen, Wo finde ich denn die brennenden Autos?, Dafür gehst du momentan besser nach Leipzig. Und Sätze, die ich hier häufig, wohl weil halt thematisch sensibler Ort, aber auch sonst in Deutschland gelegentlich gehört habe, Kopfschmerzsätze, die mit Ich hab nichts gegen Ausländer anfangen, deren Aber im Ausklang nicht mal gesagt werden muss und doch mitschwingt. Die Antifaler reiben sich bestimmt die Hände, auch wegen ihrer Präsenz, aber auch sonst scheint mir die Stimmung in Dresden gesellschaftlich und institutionell in einem Hypermodus.


















Aktiv ist man hier im Brückenbau, was unter anderem wunderbare Zaunfotos für die Kollektion ergab.












Bei den Filmnächten am Elbufer lief leider nur der Fremdschämstreifen von Hape Kerkeling, aber die Location mit der Altstadt am gegenüberliegenden Ufer ist super. Sowieso geht nichts über endlich einmal wieder im Kinositz rauchen.








Altstadt.


















Mit Huij und …


Herzallerliebst.


Kunsthalle im Lipsiusbau: Die Vermessung des Unmenschen – Zur Ästhetik des Rassismus.




Zaun/ Absperrung als Grenze: "Die Aneinanderreihung des Buchstaben x und eines Minuszeichen ergibt das kartographische Symbol der Grenze. Es verweist auf das Bild von Stacheldraht."



Reihenweise Tische mit kolonialen Bildern. Bin zufällig in eine Führung geraten und hörte am Rande zu; vielleicht liegt es am institutionellen Gegenspruch zur Bürgererziehung, scheint hier(?) alles nicht leicht, etwa Objekte und Subjekte in rechte Benennung zu bringen.






In die Kunsthalle bin ich im Vorbeigang, museal war ich weiter …, nicht posten geht genauso wenig wie nicht hin, im Namen von Goethe also Friedrich bis Richter und Konsorten:

Albertinum

Galerie Neue Meister


Christian Daniel Rauch: Johann Wolfgang von Goethe. 1824.


Johann Alexander Thiele: Das Elbtal bei Kötzschenbroda. 1747.


Caspar David Friedrich: Felspartie im Harz. 1811.


Ebd.: Landschaft mit kahlem Baum. Ca. 1798.


Ebd.: Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar). 1807–8.


Ebd., Detail.


Ebd.: Gebüsch im Schnee. 1827–8.


Ebd.: Hünengrab im Schnee. Ca. 1807.


Ebd.: Das Große Gehege bei Dresden. 1832.


Ebd.: Hünengrab im Herbst. Ca. 1820.


Ebd.: Böhmische Landschaft mit dem Milleschauer. 1808.


Carl Gustav Carus: Mondscheinlandschaft. 1859.


Ernst Ferdinand Oehme: Waldinneres. 1821–2.


Ebd.: Prozession im Nebel. 1928.


Wilhelm Busch: Zecher in der Diele. Ca. 1891.


Ebd.: Wiesenstudie. Ca. 1885.


Ferdinand von Rayski: Wermsdorfer Wald. Ca. 1859.


Ebd.: Bildnis des Kammerherrn Julius Graf Zech-Burkersroda. Detail, 1841.


Anselm Feuerbach: Landschaft mit Ziegen. 1873.


Arnold Böcklin: Der Krieg. 1896.


Edgar Degas: Vierzehnjährige Tänzerin. Ca. 1880.


Claude Monet: Das Pfirsichglas. Ca. 1866.


Max Slevogt: Bilder der Ägyptenreise. 1914.


Karl Schmidt-Rottluff: Landschaft in Rottluff. 1921.


Hermann Otto Hettner: Harlekin. 1928.


Marc Chagall: Paar mit Ziege. 1911.


Carl Lohse: Frühling in Bischofswerda. 1920.


Ebd.: Ludwig Renn. 1919.


Ebd.: OA.


Ebd.: Kleine Stadt. 1920.


Ebd., Detail.


Josef Scharl: Blinder Soldat. 1928.


Wilhelm Lachnit: Mädchen mit Pelz. 1925.


Curt Querner: Selbstbildnis mit Mütze. 1930.


Kurt Eichler: Mädchen im karierten Kleid. 1930.


Otto Dix: Der Krieg (Triptychon). 1929/32.


Ebd.: Waldschlucht II. 1940/44.


Armando Herman Dirk van Dodeweerd: Gefechtsfeld 3-4-86. Detail, 1986.


Hans Heinrich Palitzsch: Fahnen in der Nacht. 1947.


Hermann Glöckner: Weiser. 1927.


Ebd.: Großer Schornstein. 1931.


Marlene Dumas: Magdalena from behind. 1995.


Johannes Kahrs: OT (Auslöschung). 2003.


Neo Rauch: Nachtarbeit. 1997.


Eberhard Havekost: Glas, B 07. 2007.


Ebd.: Trash 1. 2003.


Gerhard Richter: 9 stehende Scheiben (879–3). 2002/10.


Ebd.: Sils, grau (882–2). 2003.


Ebd.: Ella. 2014.


Ebd.: Elbe (Edition 155). 1957/2012.


Ebd.


Ebd.: Abstraktes Bild (868–2). 2000.


Und irgendwie trifft man überall auf Tino Sehgals Sensibilitäten.




Skulpturensammlung


Birgit Dieker: Seelenfänger. 2005.


Hans Scheib: Mit offenen Armen. 1997.


Tony Cragg: Ever After. 2010.


Fritz Wotruba: Figur. 1958.


William Wauer: Herwarth Walden. 1917.


Wieland Förster: Geschlagener. 1989.


Fritz Cremer: Bertolt Brecht. 1957.


Helmut Heinze: Knabenakt stehed. Detail, 1976–7.


Auguste Rodin: Der Denker. 1903.


Wilhelm Lehmbruck: Bildnis Adèle Falk. 1916.


Gläsernes Depot


Sammelsurium.


Ebd.


Balthasar Permoser: Chronos. Ca. 1695.


Sächsische Akademie der Künste: Wohin mit der Schönheit. Hielt nicht so, was es versprach. Ausstellungslink will die Seite auch nicht liefern, wobei man die gezeigte Doku gut hätte online stellen könnte.


Michael Morgner: Ich kann nicht mehr. 2012.


Ebd.: Dresdner Plastik. 2008.


Walter Libuda: Kreuzhals. 2007.


Eberhard Göschel: Fürstenauer Triptychon. 2015.


Ebd., Detail.


Carsten Nicolai: Future Past Perfect pt.1 (Sononda). 2010.




Auf dem Weg zur Blauen Brücke. Was ein Idyll.

















Schon noch auch barock angehaucht hier, aber man merkt, dass es langsam flacher, weiter (von Weite) gen Norden geht. Den ollen Cafénamen Wohnzimmer musste ich abschneiden.

Wir hatten uns in Neustadt untergebracht, im hippen Alternativdasein, und residierten über einer Kreuzung im 1. Stock. Nachts belagert von in Schulferien treibenden Kids – vermutlich, wie wir früher an Bushalten herumgehangen haben, an Durchgangsorten hin zu einem spannenden Leben.




Dresden, ich brauche irgendwann noch einmal länger hier. Tolle Stadt. Nettes Eck in Neustadt. Wie kann ich all die Alten nicht besuchen, obwohl ich einfach lieber weiter durch die Straßen zöge. Oder wärts die Elbe entlang. Eh ging es von der Elbe zum Rhein zur Donau und zurück die Elbe über Flüsse diesen Sommer.


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Dienstag, 6. September 2016
Kunstsommer 2016: Berlin ∣ 2016年艺术之夏:柏林

Galerie Dittmar: Gottfried Salzmann. Hier: Durchblick. 1992.


Ebd.: Les Arbres Noirs. 1987.


Ebd.: Le Menillet. 1987.


Jordan/ Seydoux: Bonjour Monsieur Baselitz! Georg Baselitz: OT. 1983.


Ebd.: Big Night I/ II (Remix). 2008–10.


Ebd.: Bitte kommen Sie nach vorn I–IV. 2014.


Migrant Birds: Liao Wenfeng.


Ebd.


Ebd.


Alfred Ehrhardt Stiftung: Nature Cultures. Hier Katya Gardea Browne: Xochimilco/ Diptych. 2014.


Ebd.


Ebd., Pinar Yoldas: Regnum alba. 2014.


Galerie Leo Coppi zeigte Robert Metzkes: Von Angesicht zu Angesicht. Und ich hier im Angesicht der Tonfiguren, die sich im Angesicht der Gesprächsrunde befinden. Nennen wir es Die Damen.

Soweit in und um Auguststraße. Jetzt in die Potsdamer Straße.


Helga Maria Klosterfelde: Rirkrit Tiravanija.


Galeria Plan B zeigten Mihai Olos: Olospolis.


Ebd.


Blain Southern zeigten Harald Miller: Tonight We Make History. Hier: Happiness the Case Against. 2016.


(l.) Bull Seeks China Shop. 2016.
(r.) Hate's Outta Date. 2016.


Overcoming Optimism. 2016.


Health and Safety is Killing Bondage. 2016.


Galerie Thomas Fischer zeigte Marcel Frey: Perforythme.


Maerz Galerie zeigte James Nizam: Thought Forms. Hier: Sequential Alignments for a Cube. 2011.


Ebd.: Icosahedron. 2014.


Ebd.: Shard of Light. 2011.


Und around:











Kirchen mit Eintrittspreisen? Gehts denen so schlecht? Das Personal schien gleichfalls verwirrt von dieser ev. erst neuen Regelung – um uns Nichtzahler auszusperren, sperrten sie die zwei, drei sich zur Zahlung gefundenen Besucher glatt ein. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis sie sich Gehör verschaffen konnten und freigelassen wurden. So war das in der Nikolaikirche in Mitte.










Für Berlins Museen, siehe 柏林美术馆在这边: Sakrale Kunst – Museumslandschaft in Deutschland von 2014.


Das waren Sommer und Europa für dieses Jahr. Schöne Grüße zurück aus Beijing!


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Dienstag, 22. März 2016
BJ: Kunstschau im Frühling 2016
An den Bäumen streckt sich der erste Hauch von Grün in die Spitzen, der Winterstaub wird hinausgefegt, während die asiatische Kunstinteressentenwelt nach Hongkong hechtet, werden hier überall die Pforten geöffnet. Wer kann, der sehe vorbei. Hier ein kleiner Überblick zur frischen Frühlingskunst in Beijing.

Zunächst im 798.

Ganz besonders empfehlenswert ist ein Gang durch eine aus in der Galerie gefundenen Materialien gebaute Tempelanlage:



In der Beijing Commune 北京公社: Liang Shuo 梁硕: Temple of Candour 无隐禅院, bis 30-Apr-2016.












Wunderschön in der Tokyo Gallery 东京画廊: Zhu Jianzhong 朱建忠: Return to Far Away Mountains 青山归远, bis 9-Apr-2016.


O. A.


O. A., oh, diese Rahmung.


O. A., Detail.


Die drei Großen sind gerade alle gut belegt, besonders und als erste muss doch andachtsvoll Antony Gormley erwähnt werden.

Galleria Continua 常青画廊: Antony Gormley 安东尼·葛姆雷: Host 屯蒙, bis 20-Aug-2016.





Halb Ton, halb Flusswasser, beides aus der Gegend, wächst vielleicht gar etwas im langen Laufe der Ausstellungszeit daraus hervor, möglicherweise fängt es auch nur arg an zu verwesen, bestimmt aber sieht es noch einmal ganz anders unter blauem Himmel aus.




Dann läuft gerade noch, über den Winter schon und bereits verlängert, in der Pace 佩斯: Song Dong 宋东: Surplus Value 剩余价值, bis 26-Mär-2016.














Im UCCA 优伦斯: Elmgreen & Dragset 艾默格林与德拉塞特: The Well Fair 好博, bis 17-Apr-2016.












Ein netter neuer Raum der ShanghART ist ihr S-Space 香格纳S空间 (in der 七星东街): Shi Yong 施勇: A Bunch of Happy Fantasies 一堆幸福幻想, bis 8-Mai-2016.






Gallery Yang 杨画廊: Ma Wenting 马文婷: Allusion 引喻体, bis 31-Mär-2016.






In der Mou Art 妙有艺术 (beim Originality Square) läuft Zhang Hui 张晖: A Time of Renewal 春日, bis 19-Apr-2016.




Tong Gallery (südlich hinter Continua): Li Zhenhua 李振华: Surface 你看到的就是全部, bis 17-Apr-2016.




Hive 蜂巢 (ehem. Iberia): Too Loud a Solitude: Stalkers of Chinese Contemporary Art 过于喧嚣的孤独——中国当代艺术中的潜行者, bis 17-Apr-2016.


Shang Yang 尚扬, sorry, Angaben unscharf abfotografiert.


Tu Hongtao 屠宏涛, Angaben leider auch hier unscharf.


Ji Dachun 季大纯: Power from Killing Time 时光消磨形成力, 2015.

Bzw. parallel: Liu Guoqiang 刘国强: The Moving Image 移动的图像, bis 17-Apr-2016.




Noch nicht gesehen habe ich bei Boers-Li 博而励: Xue Feng 薛峰: Tranquility 寂静, bis 17-Apr-2016.


Nun in Caochangdi.

In allen Räumen der Galerie Urs Meile 麦勒画廊: Chen Fei 陈飞: The Day is Yet Long 来日方长, bis 30-Apr-2016.









Die realgetreue Detailiertheit finde ich fast makaber, durch den Comicstil beinahe märchenhaft verklärt, thematisch bleibts rabiat, es gibt Sachen, die können einem fast nicht nicht gefallen.


Ink Studio 墨斋空间 (in den Red Bricks im CCD): Ink and the Mind 水墨与心灵, bis 15-Mai-2016.

Ich laufe gerne dorthin, wo Qiu Shihua 邱世华 etwas hängen hat. Im Angesicht hache ich davor, im Nachhinein ziehe ich bei den Fotos Kontrast und Schärfe hoch, was einen schmerzen mag, wenn man die Bilder kennt, mir gefällts:


Ohne Titel 无题, 2008.


Ohne Titel 无题, 2008.

Und dazu mochte ich hier noch Li Huasheng 李华生:


0104, 2001.


Im Telescope 望远镜 läuft: Jiu Jiu 赳赳: Making Good Things Go Better, bis 8-Mai-2016.




Being 3 Gallery 在3画廊, in der Plastikfabrik: Ju Anqi 雎安奇: Big Characters 大字, bis 18-Apr-2016.




Obwohl das Gelände und die Räume toll und deshalb erwähnenswert sind, kann man sich momentan den Ritt in die Plaste schenken, nicht allerdings, und damit möchte ich abschließen, einen Besuch bei Bianca Regl, die gleich zwei Ausstellungseröffnungen hatte:

Im Caochangdi im Lan Space 兰空间: Between the Apple and the Plate 苹果与盘子之间, bis 12-Apr-2016.



Und in Songzhuang im neuen und bald vielleicht schon wieder in sich zusammenfallenden Niu Chang Art Museum 牛厂美术馆: The Distant Shore 遥远的海岸, bis 12-Apr-2016.




Der Frühling ist da!


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Samstag, 5. März 2016
Stefanie Thiedig 由甲: While Waiting 在等待



Being in waiting is a condition that appears to be coming back to me. I am usually dismissing it through walking. And then I often take pictures. There are lots of waiting-ways. These pictures could not come out before. But now they are ready. No more waiting for an exhibition!

For the first time not just on my or your computer, but put into materiality. With this choice of pictures opening here, it is a walking into the color of green. Showing you them in winter … all color is gone outside right now, inside we have concrete walls and wooden furniture, not a bad surrounding for my Green Landscapes-walking, I think.

There is no message coming out, instead it is an invitation to come in. Please do come in and wonder around. If you would like to have some theoretical background, I wrote a few passages in our leaflet, also to be found here below – about Hanshan, landscape and void, about walking into them, about nebulae.

在等待中似乎是一种回归我自身的状态。我经常是通过漫步行走的方式去解除这种状态。同时在这个过程中进行拍摄。有很多种等待的方式。这些照片在此之前是不可能出来的。但现在他们多已经成行了。不再需要等待去做一个展览!

第一次不只是在我或你的电脑中去欣赏他们,而是以实物的形式将他们呈现出来。通过今晚所选出这些图片的展现,将带各位在潜入空茫的绿色中漫步行走。在冬天向你们去展现它们……现在外面全部的颜色都失去了色彩,而在里面我们周围这些水泥的墙壁和木制家具座椅,我认为在这样的环境中很适合我的绿色风景中漫步。

在这里没有信息要去向你表达传递,相反,这是一个要身临其境去感受的邀请。请大家都走进来去感受它。如果你想去了解一些背后的理论信息,我也在图册中写了相关的介绍。关于寒山、风景、以及空茫。关于去步入它们,关于蒙雾。
译文:解开缙


Photo exhibition
28-2–22-4-2016
At Zarah
Guloudongdajie No. 46, Dongcheng Beijing

摄影展览
2016年2月28日——4月22日
Zarah
北京东城鼓楼东大街46号, 010-8403 9807




图片 Photo: © Lui Chen 陈路


图片 Photo: © Lui Chen 陈路


While Waiting

Waiting for the wind
Waiting for your lover
Waiting for darkness
Waiting for content
To put into context
Waiting for time to deliver
Waiting to calm down

Walking for waiting
Cars passing by
Endless streams of things
Background noise
Blurring away in distance
Numbness inside
Awareness turned off

A flitter of light through the dust
Come along?
I don't want to
I want to keep walking
I don't want this woman to talk to me
Meaningless things
I want to be left alone
In my own meaninglessness
For it to happen?
I don't want it to anymore
I want to be left alone

Diving deep into the color of green
I am not waiting
Not passing time
I keep on walking
Into the color of green


I don't know what time I left
What time it is now
What time I will arrive
I walk straight ahead
Follow the highway
The sun stays in front of me
No need to worry about directions
I don't look back
I don't look up
Emptiness in my head
I don't care about
The monkey running wild

I am going to take a shower
Of course I will be back

1.1.2016, while walking in Beijing



Way to Hanshan 寒山道
Alu-Dibond 铝塑板, 100x67 cm, 2014



And a small guerilla action in the hutongs …


在等待

等待风
等待你的爱人
等待黑暗
等待内容
去进入语境中
等待时间发酵
等待平静

为了等待而走着
车辆驶过
琐事不停歇地涌来
背景中的噪音
消逝在远处
内心麻痹
意识被屏蔽

一束光线掠过尘埃
跟我走吗?
我不想
我想继续走着
我不想跟这个女人说话
无意义的事情
我想独自一人
在我自己的无意义里
等时间生效?
我不再期望了
我想独自一人

深深潜入绿色中
我不在等待
没有虚度时间
我继续走着
潜入绿色中


我不知道我离开的时间
现在是什么时刻
我何时会抵达
我径直朝前走
沿着高速公路
太阳总在我前方
不用担心方向
我不回头看
我不向上看
头脑空空
我不在乎
猴子肆意张狂

我要去冲个澡
当然我还会回来

2016年1月1日,在北京继续走着
译文:王盼



图片 Photo: © Lui Chen 陈路


图片 Photo: © Lui Chen 陈路


图片 Photo: © Lui Chen 陈路


图片 Photo: © Lui Chen 陈路


Hanshan 寒山

Hanshan, Cold Mountain, is an area in the valley of Tiantai mountains in Zhejiang province, after which an otherwise unknown hermit-poet named himself. He lived there in the 7th century in a cave, where he carved his verse into the rocks and the trees nearby. Hanshan was rediscovered through the translation of Gary Snyder as contribution to the Beat generation in the 1950s – and only found his way back to China in recent years via Japan. Hanshan’s ideals of Zen-Buddhist world comprehension and his vernacular ironic malapropism of social mechanisms do not make me want to live without any possessions in the mountains, but they allure me as a pendulum between my life in the Red Dust and the immersion in the waft of mist of forested landscapes.

寒山位于浙江省天台山的寒岩,一位本不知名的诗人遁世与此,并以此山为自己命名。隋末唐初,他居于洞穴中,将诗行刻在岩壁和树干上;二十世纪五十年代,通过加里·斯耐德的翻译,寒山诗受到“垮掉的一代”的推崇,被重新发现。在日本学者的推介下,近年来才再度在中国引起关注。他秉持理想的禅宗的世界观,以白话的表达方式讥讽社会体制。他的诗句并未让我放弃所有去追求山居生活,但着实令我神往——摇摆在滚滚红尘中的世俗生活和森林渺渺雾气中的隐居生活之间。

Hanshan, Kalter Berg, ist ein Ort im Tiantai-Gebirge der Provinz Zhejiang, nach dem sich ein sonst unbekannter Dichter-Einsiedler benannt hat. Dort lebte er im 7. Jahrhundert in einer Höhle und ritzte seine Verse ins Gestein und in die Bäume. Hanshan wurde durch die Übertragung von Gary Snyder als Beitrag zur Beat-Generation der 1950er Jahre wiederentdeckt – und fand erst in den letzten Jahren über Japan erneut seinen Weg nach China. Seine Ideale zen-buddhistischer Weltauffassung und umgangssprachlich ironischer Verballhornung gesellschaftlicher Mechanismen lassen mich nicht in den Bergen und ohne jeglichen Besitz leben wollen, aber sie ziehen mich an – in ein Pendeln zwischen meinem Leben im Roten Staub und dem Eintauchen in die Nebelschwaden von waldiger Landschaft.



Into the Void 空道
Alu-Dibond 铝塑板, 80x53 cm, 2015



Landscapes 风景

It takes time to get into a landscape, an arrival of one or ten days, a sinking in until one has found a way. The walk differs in the Chinese and Western comprehension of space. It is traditionally aligned with vanishing points on the horizon in the Western sense, which one may also walk into, but where the elements mostly move out of towards oneself. The perspective of Chinese landscapes is not linear, but multiple in height, depth and level. One first let’s the eyes wander in search for an entry, for then to get in and stroll around. One may at any order settle somewhere, rest a while where it pleases and lets the mind drift freely. It is more about perception of spatial continuum in it’s context.

若想真正抵达一片风景,需要花费时间,一段一天或者十天的旅程,被接纳,直到找到一条路。中国对于空间的理解异于西方。在西方传统中,消失点位于地平线上,在这里也可以进入,但通常情况下,所有元素都指向观者。中国山水画的视角并不是线性的,而是讲究高远、深远和平远的多重视角。首先,用眼睛寻觅到一个入口,而后去到那里,开始漫步。可以随心所欲地停下来,逗留片刻,让思想自由驰骋。一切更关乎自身语境中空间连续性的观念。

Es braucht Zeit, um in eine Landschaft hineinzugelangen, eine Anreise von einem oder zehn Tagen, ein Einlassen, bis man einen Weg gefunden hat. Diesen begeht man im chinesischen Raumverständnis anders als im westlichen. Im westlichen gibt es traditionell einen an Fluchtpunkten ausgerichteten Horizont, auch hier kann man hineingehen, aber meistens bewegen sich die Elemente auf einen zu. Die chinesische Landschaftsperspektive ist nicht linear, sondern multipel in Höhe, Tiefe und Weite. Zunächst lässt man den Blick auf der Suche nach einem Einstieg schweifen, um sich dann hineinzubegeben und dort zu wandeln. Man kann sich beliebig niederlassen, bei Gefallen eine Zeit verweilen und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Es geht mehr um die Vorstellung des Raumkontinuums in seinem Kontext.



In Nebula 入雾
Alu-Dibond 铝塑板, 100x67 cm, 2014



Void 空

The context may then be forgotten when inside the landscape. One of the best assistants is the mist. Not as empty surface, rather as diffusion from the one here to the other. Kong, the void, serves as medium for this transition. With merging in it, the initial is set to let go, to get absorbed into it. Where to, what, how, asks rationality – and one again is outside. Between being and not being one dives in anew, though to focus through Kong on particular strings of the whole muddle around. Open in departure and applied as a search, nebula might lift up and the ideas whirling in the ether can be grasped. They could still appear as dwelling in a waiting position, but develop on closer inspection an independent existence.

身处风景中,就可以忘掉语境。最好的协助之一就是雾。雾并不就是空旷,而是从一个到另一个区域的过度。空,是服务于这种过度的媒介。随着进入,开始已定,心无旁骛,便可完全融入其中。去向哪里?什么?怎样?理智在质问——又重新置身其外了。重新沉浮在“有”和“无”之间,试图透过“空”,去将焦点投射到一团乱麻中的丝丝缕缕上。出路未知,在探寻中,眼前的云海层层散开,满空中飘浮的想法即会显现,伸手便可捕捉到。它们看似在静默地等待着,然而持续近观之,就会发现,却都独善其身地存在着。

In der Landschaft dann kann der Kontext vergessen werden. Einer der besten Gehilfen ist der Nebel. Nicht als leere Fläche, eher als Diffusion vom einen Hier zu einem anderen. Das Kong, die Leere, dient als Medium für diesen Übergang. Mit dem Hineinbegeben ist der Anfang getan, im Loslassen kann man sich hineinsaugen lassen. Wohin, was, wie, fragt die Ratio – und schon ist man wieder draußen. Zwischen Sein und Nichtsein tauche man erneut ein, um durch das Kong den Fokus auf einzelne Stränge des Gesamtwirrwarrs zu richten. Offen im Ausgang und als Suche angelegt, vermag sich der Nebel vielleicht zu lichten und die im Äther schwirrenden Ideen aufzugreifen. Noch mögen sie in Warteposition verfallen wirken und entwickeln doch bei längerem Hinsehen ein Eigenleben.















Never heard of the Red Dust, hongchen 红尘? It is the Chinese term for our worldly illusion, in which we find ourselves in everyday life.


译文:王盼
English edit: Lui Chen



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