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Willkommen auf meinem Blog, der Vernetzung von „Kulturgut 文化财富“ mit dem täglichen Leben, einer Ergänzung zu meiner Webseite. Hier finden Sie regelmäßig meine Sicht des Lebens in Beijing und China – rein subjektiv und selektiv. Ich schreibe meist auf Deutsch, setze aber auf die internationale Sprache der Bilder, weshalb auch die Tags zweisprachig sind.

Viel Spaß wünscht Stefanie Thiedig.

欢迎访问我的博客,它不仅是“Kulturgut 文化财富”与日常生活的网络展现,同时也是对我个人主页的补充。在这里我会定期地以纯粹主观并带有选择性地的视角来观察北京和中国。大部分的时候我是用德语来撰写文字,但同时对图片也加注国际语言已达到标签双语效果。

由甲祝您好!

Mittwoch, 14. September 2016
Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述


Was ein Sommer! Zwei Monate war ich in Deutschland und davon über drei Wochen in den und ein wenig über die Grenzen hinaus unterwegs. Die Route ging über Köln nach Basel, über St. Urban nach Zürich, über Stuttgart nach München, nach Wien, weiter über Prag und Dresden nach Berlin und zurück nach Hamburg. Knapp 3.000 km sind wir gefahren – zumindest hier noch mit offenen Grenzen.

Seit ich das letzte Mal länger, im Winter 2014/15, in Deutschland war, damals den Wartezustand beendet vorfand, wollte ich sehen, wie die aktuelle Situation nach dem Flüchtlingsbeginn im September 2015 nun vor Ort aussieht.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. So viel ist diesen Sommer passiert: Aufatmen beim Volksentscheid für oder gegen Ausländer in der Schweiz, alles andere wäre Wahnsinn gewesen, aber was ein Wahn, dass es überhaupt zur Debatte stand. Dann gerade noch allen Befürchtungen zum Trotz voller Respekt für Österreich, die ihrem gesellschaftlichen Rechtsruck eine politische Watsche verpassten, hat man sich dort anschließend doch zu Neuwahlen hinreißen lassen, es folgt erneutes Zittern und Hoffen auf ausreichend Klebstoff bis Dezember. Achja, Neuwahlen, was geht eigentlich in Spanien? Dazu dann bald Wahlen in Amerika mit großem Brimborium seit einem guten Jahr, Wahlen in Deutschland sind inzwischen im Gange. Dieses gesamtwestliche Rechtsdriften, konservativ reicht nicht mehr aus – bis wohin ist Realität im Spiel, ab wann beginnt die Manipulation mit Phantomangst oder ist es gar ein wenig Selbstveropferung? Irgendwo habe ich auch von der Sehnsucht nach Angst gelesen. Schon geistern selbsternannte, mit Kabelbindern und Messern bewaffnete Milizen auf der Suche nach Flüchtlinge durch Rumäniens Grenzwälder. Hinzu kam der Schock vom unvorstellbaren Brexit, der Wahl der Alten mit ihren nostalgischen Common Wealth-Vorstellungen, oder muss man sich nun, etliche Wochen später, fast fragen, ob das vielleicht doch nicht ganz so dumm war? Obwohl Wirtschaft mir als Grund nicht gelten kann … Dann die Anschläge in Frankreich, und auch Deutschland bekam es ab. Terror, Anschläge, Amokläufe. Wobei in München eine Ruhe im Sturm zu herrschen schien, ein in Reaktion schneller, wohlorganisierter Umgang, Jens nannte es Lernen von Frankreich. Was allerdings auch nicht half, dass großteils wunderlich unsinnige Diskurse aufflammten mit Schlagworten wie Darknet, Militär im Lande, Burkaverbot, Obergrenze, Lebensmittel hamstern. Verlieren im Kleinklein, statt sich den eigentlichen Problemen zu stellen oder erst einmal zu fragen, was diese sind? Und dann, dann kam das Riesenei, dann kam der Putsch in der Türkei mit Erdogans anschließender, täglich sich übertrumpfender Säuberungswelle, die bis dato anhält.

Derweil wir während all dieser Meldungen durch die vom Sommerlicht warm und einladend leuchtenden Städte zogen, um uns ihre Kunst anzusehen. Ich habe natürlich fleißig fotografiert und mich zur Unterteilung der Masse für einzelne Posts der jeweiligen Städte entschieden. Zur Besichtigung entweder einfach den Thread auf der Hauptseite hinunter oder hier die einzelnen Stationen entlang:

Basel 巴塞尔: Köln, Art Basel, Parcours, Liste
Zürich 苏黎世: St. Urban, Manifesta
München 慕尼黑: Schloss Solitude, Haus der Kunst, Hypo Vereinsbank, Lenbachhaus, Pinakothek der Moderne, Galerien
Wien 维也纳: Donauinselstreifen und Altstadt, Anna Hofbauer
Prag 布拉格: Altstadt, Stadt, Museum Kampa
Dresden 德累斯顿: Altstadt, Stadt, Albertinum, Blaue Brücke
Berlin 柏林: Galerien


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Dienstag, 13. September 2016
Kunstsommer 2016: Basel ∣ 2016年艺术之夏:巴塞尔
Köln 科隆

Zunächst kurz über Köln. Im Museum Ludwig lief Fernand Léger: Malerei im Raum. Fotografieren nicht gestattet.

Dafür geht es mit Lisa durch die Gegend. Dabei erzählt sie von dem Flüchtlingsthema, dass sich Institutionen gerade allerorts auf die Fahnen schreiben, für das sie ausschreiben. Wir sprechen über thematische Vorgaben, bei denen man sich häufig nicht gegen den Impuls wehren kann, dass die Institutionen dem Weltgeschehen hinterherhinken. Es ist ja richtig, sie wollen und sollen gesellschaftsrelevant, im besten Fall -prägend sein, wenn es nur nicht häufig so gezwungen rüberkäme. Oder halt einfach zu riesig, zu groß, stets dreh- und auf vieles anwendbar, mal ist es Umwelt, dann die Digitalität, jetzt heißt es Flüchtlinge. Ist das Offenheit? Es bleibt ein schales Gefühl der Planlosigkeit. Und doch brauchen wir ja theoretische, intellektuelle, künstlerische Auseinandersetzung, etwa bei den Themen Grenzen, Werte, wer sind wir, was bedeutet divers, man bastle einen definitorischen Handapparat. Natürlich sind dann immer gleich die Schimpfer zur Stelle, das könne man nicht, jaja, aber Flüchtlinge? Wo bleiben überhaupt die Thinktanks? Schon bzw. aktuell wieder seit 2009 warten wir auf Vorschläge zu neuen Gesellschaftsmodellen. Sitzt da wirklich keiner dran? Kann doch nicht sein. Muss man das jetzt selbst machen? Vielleicht ist es sogar besser, wenn man keine Ahnung von Ökonomie hat …


Das New Talents HQ. Hier gehts übrigens zum Katalog: New Talents 2016, von mir dort (bei Erwerb) Texte zu Hu Weiyi 胡为一 und Wang Man 王满.





Abends ein Vortrag vom KAP Forum zur nachhaltigen und ganzheitlichen Stadtentwicklung: Kopenhagen und der neu erschlossene Nordhafen. Die anberaumte Diversität bleibt leider noch theoretisch, Immobilienhaie reiben sich die Hände. Immerhin ist öffentliche Naherholung mit Grünflächen und Wassernähe eingeplant, schade nur, dass kulturelle Einrichtungen dabei doch immer zu kurz kommen.


Mit Rune Boserup Jacobsen, Cobe Architecture, und Martin Rendel, Moderation.


Basel 巴塞尔



Man ist in Europa unterwegs, um Einrichtungen wie die Fondation Beyeler zu sehen. Da können einem wirklich die Sinne übergehen und das Herz beim Gedanken an China schwer werden. Vorteil in China ist allerdings, dass man eigentlich überall (im Kunstbereich) fotografieren darf, hier aus unerfindlichen Gründen nur mit dem Handy. Das mache ich nicht, war mir ausnahmsweise aber egal, großartig waren Calder & Fischli/Weiss.



Weiter geht es den Rhein hinunter. An dem ich unten beim Schreiben dieser Zeilen sitze und aufs Wasser starre, die Notizen: Calder und Fischli/ Weiss waren super. Die Sprüche und Fragefragmente. Fängt das Wasser meinen Blick? Wie lange kann ich hineinsehen, bis mir schlecht wird? Es fließt irrsinnig schnell. Gestern noch über den Rhein in Köln. Über mir jetzt bewegen sich nuschelnde Stimmen, ich esse ein Stück Bitterschokolade, die ich gestern für Kleingeldtausch zur Parkuhrfüllung gezwungen war zu kaufen. Sie hinterlässt keinen Missmut deswegen, war nur 20 Frankencent teurer als die sonst zur Auswahl aufgereihten, ohje, all die Schönheit in dieser Stadt, und dennoch solche Postkarten. Heute muss ich noch erneut irgendwie Kleingeld sammeln. Natur – ist hier in der Kunst nicht so Thema wie in China, wie auch bei mir. Der Mann links neben mir eine Bank weiter verlässt mich. Ich höre ihn grußlos die Treppe hochstapfen. Gleich eins, gleich gehts weiter. Ein Kippchen geht noch. Mir gefällts grad hier. Fünf Museen braucht man doch nicht pro Tag. Die Leichtig… Jetzt hat mich fast eine Bootswelle erwischt. …keit von Calder beeindruckt mich. Gegenüber der Mann am anderen Ufer mit ausgebreiteten Armen ist ebenfalls verschwunden. Kommt da gleich noch eine Welle oder darf ich absetzen? Von der Bank, nicht aus der Luft. Darf man in der Schweiz überhaupt die Schuhe auf einer öffentlichen Bank abstellen? Zwei Kanus paddeln gegen den Strom vorbei. Es regnet wieder. Es läutet aus drei Kirchen eins. Ich gehe dann weiter.


Art Basel

Unlimited:


Hans Op de Beeck: The Collector's House. 2016. Marianne Boesky, New York, u.a.


Ebd.


Vlassis Caniaris: In Praise. 1993. Peter Kilchmann, Zürich.


Mike Kelley: Reconstructed History. 1989. Skarstedt, New York.


Anish Kapoor: Dragon. 1992. Gladstone, New York, u.a.


Wolfgang Tillmans: New York Installation PCR, 525. 2015. David Zwirner, New York.


Pope.L: Circa. 2015. Mitchell-Innes and Nash, New York.


Alicja Kwade: Out of Ousia. 2016. 303 Gallery, New York, u.a.


Gilberto Zorio: Microfoni. 1968. Lia Rumma, Mailand.


Robert Groscenor: Untitled (Yellow). 1966/ 2016. Paula Cooper, New York, u.a.


Und was brachten die Chinesen bzw. ihre Vertreter so?

Natürlich …

Ai Weiwei: White House. 2015. neugerriemschneider, Berlin.

Natürlich …

Ding Yi. O.A.

Dann eine trendbewusste Zusammenstellung von Verzweigungen, wie auch in den WeChat-Moments Anfang des Jahres häufig gepostet …

Birdhead: Welcome to Birdhead World Again, Passions Bloom Ambitions from Vagina –23. 2016. ShanghArt, Shanghai.


Cheng Ran: In Course of the Miraculous. 2015. Urs Meile, Luzern.

Leute ansehen. Dafür ist bestimmt die ganze Schweiz gut. Aber auf der Art Basel und bei den Museen kommt es noch einmal zu einem besonders spannenden Konglomerat. Zeiten des Wartens sind also nicht verschwendet. Doch sind etliche schon morgens mit angestrengtem Kunstblick unterwegs, vielleicht sind es nur der Regen und die Kälte. Viele laufen hier mit kleinen Koffern herum. Bestimmt sind sie voller Geld, mutmaße ich; bestimmt sind sie voller Kreditkarten, entgegnet Xinjun.

Aussteller:


Inge Mann. Kadel Willborn, Düsseldorf.


Jaume Plensa: White Forest (Duna). 2015. Galerie Lelong.


Helen Frankenthaler: Thanksgiving Day. 1973. Bernard Jacobson Gallery.


Sigmar Polke: The Young Acrobat. 2002.


Bethan Huws: Knowledge and Though. 2009–2016. Galerie Tschudi, Zuoz.


Henry Wessel: Early Night Works. Series, 1968–70. Galerie Thomas Zander.


Anthony McCall: Miniature in Black and White. 1972. Galerie Thomas Zander.


Matt Saunders: Ilsted (Annie) #2. 2015. Borch.


Jungjin Lee. Howard Greenberg Gallery.


Ebd.


Piero Manzoni: Achrome. 1958–60. Tega.


Juan Genovés: Platearium. Detail, 2015. Hopkins, Paris.


Adrian Piper: Everything #2.12a. 2003. Dominique Lévy, New York et al.


John Wood and Paul Harrison: Crowd. 2016. Von Bartha.


Ger van Elk. Grimm, Amsterdam.


Ebd.


Heinz Mack: Untitled. 1959–60. Galerie Thomas, München.


Jean-Michel Basquiat: Year of the Boar. 1983. Van de Weghe Fine Art.


Wang Yancheng: Untitled 1. 2016. Acquavella.


Per Kirkeby: Untitled. 2016. Galerie Sabine Knust.


Steve McQueen: Remember Me. 2016. Marian Goodman Gallery.


Richard Misrach: Wall, Near Los Indios, Texas. 2015. Pace/ MacGill Gallery.


Art Basel: Parcours

Der Outdoor-Happening-Schnitzeljagd-Charakter war etwas zu gewollt, denn dafür war das Ganze zu gut organisiert, zu sehr mit Scharen von Helferlein bestückt, unmöglich, auch nur eine Station zu verpassen. Dennoch war mir dieses Draußen lieber als die Messehallen.


Iván Navarro: Traffic. 2015. Templon.


Daniel Gustav Crámer: Coasts. 2016. Sies and Höke.


Alberto Garutti, The dog shown here. 2009. Buchmann Galerie.


Ebd.


Tracey Rose: False Flag – A Deed in 2 Acts: Mandela Ball #8, MaterPater. 2016. Goodman Gallery.


Bernar Venet: Effondrement:Arcs. 2016. Von Bartha.


Virginia Overton: Untitled (Hi Lux). 2016. White Cube.


Alfredo Jaar: The Gift. 2016. Goodman Gallery u.a.


O.A.


Michael Wang: Figure Fragment from the Basler Münster. Before 1185. Foxy Production.


Ilya and Emilia Kabakov: Toilet on the River. 1996–2016.


Eva Kot'átková: Cutting the Puppeteer's Strings with Paper Teeth (Brief History of Daydreaming and String Control). 2016. Meyer Riegger.


Hans Josephson: Untitled (Half-Figures, Standing and Reclining Figures). 1951–2006. Hauser und Wirth.


Ebd.


Sam Durant: Labyrinth. 2015. Blum and Poe u.a.


Ebd., Detail.


Andrew Dadson: Black Plant Sunset. 2016. Franco Noero u.a.


Lawrence Weiner: Mein Haus ist dein Haus, dein Haus ist mein Haus, wenn du … 2014.
Ziemlich bescheiden – auf mich wirkt es, als würde er seinen Schiss in das Haus eines anderen bzw. ins Hirn der Besucher setzen, nicht wie seine hier umgekehrt beschriebene Fallannahme.

Besser draußen dieses:

Ernst Coghuf: Le chant de l'occident. 1944.


Allan McCollum: The Shapes Project – Shapes Spinoffs. 2005–2016. Thomas Schulte.


Michael Dean: ffff. 2016. Supportico Lopez u.a.


Tabor Robak: Skypad. 2016. Team u.a.


Art Basel: Liste

Nach den etablierten Galerien in den Messehallen und dem Wildwuchs in der Stadt, hier die junge Kunst in Boxen. Gutes Gebäude.




Ben Burgis and Ksenia Pedan: Scripture. 2015.


Liz Craft. Truth and Consequences, Genf.


Estefanía Peñafiel Loaiza: An Air of Welcome. Serie, 2013–15.


Bon appétit! KOW, Berlin.


Erkka Nissinen. Ellen de Bruijne Projects, Amsterdam.


Anna Hulačová: Otto. 2015. Hunt Kastner, Prag.


Anna Hulačová: Monkey. 2014. Hunt Kastner, Prag.


Camille Blatrix. Balice Hertling, Paris.


Joanna Piotrowska: Untitled. 2016. Dawid Radziszewski Gallery.


Adan Vallecillo. 80m2 galeria, Lima.


Rafał Bujnowski. Rastor.


?, Wien.


Yuri Pattison: Dust, Scraper, Fan 1.1 (Logistics, Working Title). 2015–6. Mother's Tankstation, Dublin.


Adelita Husni-Bey: White Paper – The Land. 2014.


Doa Aly: Until the Great World Speaks of Nothing Else.


Muzlon de Azambuja.


Ernesto Sartori: Rythmique ambiante. 2014. Marcelle Alix, Paris.


Gerda Scheepers: Sitting White. 2016.


Shana Moulton.


Edgardo Aragón: Verde militar. Serie, 2014–5. Mor Charpentier.


Enzo Mianes: Objet tranché (Gaz Bottle). 2016.


Li Ming: Me/We. Antenna Space.


Ebd.


Riccardo Beretta: Tre Crocifissi. 2016.


Steve Bishop: Chutchie (Small Business Loan). 2016. Carlos and Ishikawa.


Kris Lemsalu: Genetic Misunderstanding. 2016.


Tobias Kaspar: Glacial. 2016.


Camilla Wills: New-Born on a Tram. 2016. Gaudel de Stampa, Paris.


Dr. Kuckucks Labrador. Kaskadenkondensator, Basel.


Nicola Gobbetto: Dionisio. 2016. Galleria Fonti Napoli.


Giulia Piscitelli: Pietà di Giotto. 2016. Galleria Fonti Napoli.


Brendan Fowler: Flannery. 2016. Mathew Gallery, Berlin.


Nathan Zeidman. High Art, Paris.


Luca Dellaverson: Untitled. 2015.


You Can Hammer Yourself. 2011.


Photographer – Bodybuilder. 2014.


Kaya. Deborah Schamoni, München.


Yuji Agematsu: Zip. 2012. Real Fine Arts, New York.





Valery Heussler: Der Auftrag – Brot teilen. 2000.


Und sonst so in Basel?



















Die Luft ist so frisch, so rein. Man möchte aus all diesen Springbrunnen hier trinken.








Den hier habe ich allerdings aus Zürich herübergestohlen.

Und noch eine kleine Anekdote:



Katharina erzählte, dass es in der Schweiz Ende letzten Jahres eine öffentliche Aufforderung zur Flüchtlingshilfe gab. Sie schrieb gleich eine Mail mit ihrer Bereitschaft an die gegebene Adresse und erhielt monatelang keine Rückmeldung. Dann, endlich: Man hätte für sie einen italienischen Jungen gefunden, der Nachhilfe bräuchte.


Siehe im Zuge dieses Beitrags auch 关于这个话题也看: Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述

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Montag, 12. September 2016
Kunstsommer 2016: Zürich ∣ 2016年艺术之夏:苏黎世
St. Urban

Über das Kloster St. Urban sind wir gefahren, um Alexandras kuratorisches Werk zu besichtigen: The Crocodile in the Pond mit 11 ShanghArt-Künstlern.




Han Feng 韩锋: Bird. 2012.


Ebd.: Whirlpool. 2015.


Chen Xiaoyun 陈晓云: The Bitterest Sugar Melting in Front of Your Eyes. 2014.


Han Feng 韩锋: Bird. 2013.


Xu Zhen/ MadeIn 徐震—没顶公司出品: Focus. 2011.


O.A.


Shi Yong 施勇 u.a.


Lu Lei 陆垒: Humane Prescription. 2014.

Dann führte uns Alexandra noch durch ihre mondänen momentanen Gemäuer in die Bibliothek und auf die Kirchenempore.




Affen dürfen dieses Jahr zu jeder angetroffenen Gelegenheit abgelichtet und gepostet werden.



Äußerstes Unwohlsein überkam uns schließlich aber bei dieser Garteninstallation, was auch immer das Kloster für einen Deal mit dem Staatskünstler laufen hat – hat nichts mit ShanghArt zu schaffen, konnte leider nur auch nicht abgewendet werden.


Zeng Chenggang: The Prophets. 2012.


Zürich 苏黎世

Über idyllische Landstraßen schlängelten wir uns Anhöhen hinauf und hinab, durch Felder und Wälder, Ma Ke entfuhr ständig und die ganze Reise hinüber ein Ach, deshalb malen die hier so, und bezog sich damit nicht nur auf die alten Meister.

Dann landeten wir auf der Manifesta 11 in Zürich, Motto: What People Do For Money. Neben öffentlich zugänglicher Kunst im Stadtraum, musste man für Eintrittsgelder erst einmal ordentlich in die Tasche greifen.



So viel Gutes hörte man von diesem Pavillon auf dem Zürcher See. Wir sahen ihn am Ende des Tages und beließen es beim Blick von weitem, setzten uns lieber vor unserer Weiterreise in ein Café und tranken getreu dem Motto der Manifesta jeder für 15 Franken eine Cola. Aber der Reihe nach, zunächst ging es ins Löwenbräu Areal:



Durch das gesamte Gebäude zogen sich diese Wandmalereien von
Pablo Helguera: Artoons. 2008–2016.








"I am at some weird Swedish gallery. Did you find the cheese?"





Martin Liebscher: Schwimmbad. 2010. Martin Asbaek Gallery.


Oscar Bony: The Working Class Family. 1968/ 1999. Carola Bony, Argentinien.


Anon: Tagesschau SRF, Lachanfall Merz wegen Fleisch-Anfrage, 20.9.2010. 2010. SRG SSR.


Mike Bouchet: The Zurich Load. 2016. ERZ Zürich u.a.


Ebd., Detail von "80.000kg human sludge", was ist das, menschlicher Schlick?, Extremitäten? So roch es auf jeden Fall. Überzeugen mochte die Entwarnung an der luftverriegelten Außentür nicht: "Die leichten Geruchsemissionen sind Teil des künstlerischen Konzeptes und ungefährlich."


Cécile B. Evans: Sun Adjacent. 2016. Barbara Seiler, Zürich.


Ebd., erneut ekliges Detail, dieses Mal wenigstens nicht menschlich, sondern verrottende Festplatten.


Torbjørn Rødland: Matthew Merk Luke John and Other Photographs. 2016. Galerie Eva Presenhuber.


Ebd.


Ebd.


Georgia Sagri: Documentary of Behaviorial Currencies. 2016.


Giovanna Olmos: Giovanna Olmos with iPhone 5c. 2015.


The Big Heat Brigade and Megan Marlatt: The Critics at Large – Hans Ulrich Obrist, Roberta Smith, Jerry Saltz. 2014–5.


Mario García Torres: The Day Mankind Faded Away. OJ. Jan Mot, Brüssel, u.a.


Simon Denny: Zug Blockchain Startup Case Mod – Ethereum. 2016. Galerie Buchholz, Köln u.a.


Ebd., Detail.


Trisha Baga: i-Mac G3. 2015. Greene Naftali, New York, u.a.


Carles Congost: Simply the Best. 2016. AC/E Acción Cultural Española, Madrid, u.a.


Andrea Éva Gyõri: Masturbation Portraits. 2016.


Fatima Al Qadiri and Khalid Al Gharaballi: Mendeel Um A7med (N x l x S x M). 2012.


Sonia Victoria Vera Bohórques: Incisión. 2016.


Wir wanderten noch ein wenig durch die Gegend, sahen mal dies, mal das. Die Löwenbräukunst war schon die richtige Wahl, hier ein paar weitere Ausläufer.


Rina Heritsialonina: Vultures Canyon. 2016. LAZ, Zürich.


Evgeny Antufiev: Eternal Garden. 2015–6. V-A-C Foundation, Moskau.


Yoshua Okón: Oríllese a la Orilla. 1999–2000.


Noch eine Randnotiz zu Zebrastreifen in der Schweiz. Alle gehen und radeln jederzeit über die Straßen. Ab 8 Uhr abends sind dazu noch viele Ampeln aus. Hätte am ersten Tag in Basel fast ein Fahrrad – ein Velo – umgenietet. Bin etwas verwirrt vom Verkehr und war stets beruhigt, das Auto abstellen zu können. Zu Fuß hat Vorrang. Mir ist es unangenehm, Autos bremsen zu sehen, nur weil ich über die Straße möchte. Welches ist die verquere Welt? Beides Extreme, Schweiz und China. Deutschland ist ja auch ordentlich durchgeregelt. Mittelmaß?


Siehe im Zuge dieses Beitrags auch 关于这个话题也看: Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述

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Sonntag, 11. September 2016
Kunstsommer 2016: München ∣ 2016年艺术之夏:慕尼黑
Stuttgart 斯图加特

Über Schloss Solitude bei Stuttgart kurz zum Ausruhen.






Und weiter nach …

München 慕尼黑

Deutschland habe ich seit zehn Jahren nicht im Juni erlebt, mein Hauptgedanke beim Durchfahren: Deutschland steht im vollen Saft. In München war ich sogar seit knapp zwanzig Jahren nicht, das Licht hier, was eine Sommerstadt. Und es gibt erschreckend viel aufzuholen, entsprechend lang der Post. Zunächst die Museen.

Haus der Kunst

Laure Prouvost: Der Öffentlichkeit. So gut.


"We Heard Every Footstep You Took"

Wenn man schon mal in München ist, kann man auch gleich in Paris sein: Zeitgenössische Kunst aus dem Centre Pompidou.


Annette Messager: My Vows. 1989.


Chen Zhen: Round Table. 1995.


Zhang Huan: Family Tree. 2000. Was fleißige Besucher dieses Blogs schon aus der Ausstellung Secret Signs in Hamburg kennen.


Christian Boltanski: Les archives de Christian Boltanske 1965–1988. 1989.


Rabih Mroué: Blow Ups. Serie, 2012.


Kendell Geers: T.W. (I.N.R.I). 1994.


Anne-Marie Schneider: Untitled (Erased Body). 2002.


Ebd., l.: Untitled (Obese); r: Untitled (Simian). 2002.


Gabriel Orozco: La D.S. 1993.


Ebd.: Chair with Liana. 1990.


Fernanda Gomes: Untitled. 2012.


Tobias Putrih: Times. 2011.


Tobias Rehberger: Outsider and Large Stream 30.04.02–11.08.02. 2003.


Robert Longo: Men in the Cities. 1981–99.


Mircea Cantor: Itching Pocket. 2007.


Danh Võ: Sea of Fertility (After Mishima). 2009.


Petrit Halilaj: It Is the First Time Dear That You Have a Human Shape (Spider). 2012.


Mladen Stilinović: The Exploitation of the Dead. 1984–90.


Wilfredo Prieto: Avalanche. 2003.


Thomas Hirschhorn: Outgrowth. 2005.


Ebd., Detail.


Erik Boulatov: Spring in a Recreation Home for Workers. 1988.

Im Oberstock noch Videoarbeiten:


Joao Maria Gusmao: Wave. 2011. Martin Season. 2016.


Hypo Vereinsbank

Joaquín Sorolla (1863–1923). Der Meister des Lichts!


Sad Inheritance. Detail, 1899.


Return from Fishing. Detail, 1894.


San Sebastián. 1917–8. Woman by the Sea. 1910. San Sebastián. 1917–8.


Clotilde at the Beach. 1904.


A Grey Day at the Beach of Valencia. 1901.


Fisherman from Valencia. Ca. 1903.


End of a Working Day, Jávea. 1900.


White Boat, Jávea. 1905.


Mother. 1895–1900.


Antonio García in his Laboratory. 1908.


Maía at the Beach in Biarritz, Backlight. 1906.


The River Nalón, Asturias. 1904.


People from La Mancha. 1912.




Lenbachhaus




Hunting Scenes. Southern Germany (?), ca. 1800.


St. Joseph with the Infant Jesus. Germany, late 19th century.


Wassily Kandinsky: Kochel – Schlehdorf. 1902.


Gabriele Münter: Avenue in the Park of St. Cloud. 1906.


Alfred Kubin: Intruders. Ca. 1902–3.


Wassily Kandinsky: Riders of the Apocalypse I. 1911.


Alfred Kubin: Encounter. Ca. 1911.


Alexej Jawlensky: Summer Evening in Murnau. Ca. 1908–9.


Wassily Kandinsky: Railroad at Murnau. 1909.


Ebd.: Mountain. 1909.


Marianne von Werefkin: Self Portrait I. Ca. 1910.


Alexander Kanoldt: Stone Desert. 1910.


Paul Klee: Destroyed Place. 1920.


Rudolf Belling: Sculpture 23. 1923.


Robert Delaunay: Circular Forms, Moon No. 1. 1913.


Paul Klee: Anatomical Venus. 1933.


Wassily Kandinsky: Improvisation 19. 1911.


Richard Riemerscmid: Evening Sky. 1893.


Wassily Kandinsky: In the Forest. 1904.


Alexej Jawlensky: Portrait of the Dancer Alexander Sacharoff. 1909.


Gabriele Münter: Reflecting. 1917.


Franz Marc: Blue Horse I. 1911.


Franz Marc: The Little Monkey. 1912.


Ebd.: The Panther. 1908.


Asger Jorn: So Much Talk. 1968.


Ebd.: Modification, Two Penguins. 1962.


Jacqueline de Jong: After the Rain. OJ.


Uwe Lausen: An Image. 1964.


Heimrad Prem: With the Eye of the Botanist. Early 1960th.


Ruprecht Geiger: Rotbild. 1961.


Hansjörg Dobliar: Wah Wah. 2005–6.


Klaus Auderer: MC Suicide Unlimited – Speedrikscha. Project, 2008–11.


Karin Sander: Mailed Painting, div. 2010–4.


Heinz Butz: OT. 1968–9.


Isa Genzken: X-Rays. 1991.


Ebd.: Wega. 1985.


Annette Kelm: OA.


Hans-Peter Feldmann: Laden. Div., 1975–2015.


Joseph Beuys: Vor dem Aufbruch aus Lager I. 1970–80.


Ebd.: Schaf. 1949.


Maria Eichhorn: Squirrel Cage. 2014.


Erwin Wurm: Untitled. 2008.


Benjamin Bergmann: Twist and Shout. 2013. Der zweite Mops in München, s. 1. Bild vom Haus der Kunst.


Judith Hopf: Untitled (Sheep). 2013.

Dann, etwas bedenklich ganz hinten und noch den Keller hinunter abgestellt, Rochelle Feinstein: I Made A Terrible Mistake.


Find Your Own Damn Voice. 1994.


Deeper, Deeper. 2003.


Gnorf. 2002.


Hans Jörg Schuster (1910–1973): Die Vertreibung aus dem Paradies. 1937.


Flag. 1993.


Video. 2006.

Draußen im Garten:




Max Ernst: Der Assistent. Der Frosch. Die Schildkröte. 1967/74.


Pinakothek der Moderne


Joseph Beuys: Das Ende des 20. Jahrhunderts. 1983.


Asger Jorn und Heimrad Pred: Lockung. 1960.


Antonio Saura: Crucifixión. 1959.


Alberto Burri: Grande Plastica. 1963.


Ebd., Detail.


Alberto Burri: Grande sacco. 1958.


Georg Baselitz: Zwei Meißener Waldarbeiter. 1967.


Ebd.: Orangenesser IV. 1981.


Ebd.: Bildsechzehn. 1993.


Edmund Steppes: Heimkehr der Hirten. 1938.


Karl Kunz: Augsburger Bombennacht (Im Keller). 1945.


Karl Hofer: Mann vor Spiegel. 1943.


Paul Klee: Grenzen des Verstandes. 1927.


Lyonel Feininger: Markthalle von Halle. 1930.


Paul Klee: Wachstum der Nachtpflanzen. 1922.


Ebd.: Das Licht und Etliches. 1931.


Ebd.: Pastor Kohl. 1932.


Max Ernst: Die Windsbraut II. 1927.


Ebd.: Hochovales Bild (Ruinen). Ca. 1922.


Giorgio de Chirico: Die beunruhigenden Musen. 1917.


Max Ernst: Der Vogelmensch. 1919–20.


Ebd.: Der Hausengel. 1937.


Ebd.: Totem und Tabu. 1941.


Franz Marc: Postkarten an Else Lasker-Schüler – Affen. 13. April 1913.


Aenne Biermann: Rails. 1931–2.


Albert Renger-Patzsch: Sapling. 1929.


Helmut Kolle: Bildnis Edmond. 1925.


Max Beckmann: Mann im Dunkeln. 1934.


Ebd.: Selbstbildnis in Schwarz. 1944.


Pablo Picasso: Frau. 1930.


Ebd.: Sitzende Frau (Dora Maar). 1941.


Henri Laurens: Der Herbst. 1948.


Pablo Picasso: Madame Soler. 1903.


Alexander Archipenko: Boxende. 1914.


Raymond Duchamp-Villon: Bildnis Professor Gosset. 1917.


Fernand Léger: Landschaft Nr. 2. 1913.


Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. 1915–6.


Ebd.: Büste des Emporsteigenden Jünglings. 1913–4.


Ludwig Meidner: Der Selbstmörder. 1912.


Oskar Kokoschka: Die Auswanderer. 1916–7.


Rudolf Belling: Dreiklang. 1919.


Alexej von Jawlensky: Großer Frauenkopf auf Rot. 1913.


Ernst Ludwig Kirchner: Wettertannen. 1919.


Ebd.: Erna mit Zigarette. 1915.


Karl Schmidt-Rottluff: Parkecke. Ca. 1910.


Anselm Kiefer: Nero malt. Detail, 1974.


Joseph Beuys: Rückenstütze eines feingliedrigen Menschen (Hasentypus) aus dem 20. Jh. Vorne, 1972.


Franz Kline: 1960 New Year Wall, Night. 1960.


Willem de Kooning: Detour. 1958.


Donald Judd: Untitled (16 Unit Wall-Boxes). 1978


Ebd., Detail.


Sigmar Polke: Tibersprung I. 1971.


Ebd.: Vitrinenstück. 1966.


Ebd.: Tuch I zu Tibersprung. 1969.


Joachim Brohm: Berlin. Serie, 1990–1.


Ebd.


Robert Adams: From the Missouri West. Serie, 1975–8.


Andy Warhol: Self-Portrait. 1966.


Jochen Klein: OT. 1997.


Amelie von Wulffen: OT. 2011.


Henrik Olesen: Nach Magnus Hirschfeld. 2008.








Villa Stuck




Fotografien der Villa Stuck von August Lorenz mit Überzeichnungen Franz von Stucks, um 1989.


Ebd.


Franz von Stuck: Selbstbildnis. 1899.


Ebd.: Dissonanz. 1910.


Ebd.: Blasender Faun. 1914.


Dann endlich, nach all den Messen, nach drei Tagen Museen in München – muss sein, natürlich, ist ja auch super, dennoch, Beuys et al. kann man auch nur soundsooft sehen – also endlich nun in die Gegenwart zu den Galerien. Ich geriet in den Aufbau zum Galeriewochenende, insofern war einiges geschlossen, was dennoch offen hatte, gibt es hier. In der Galerie der Moderne folgendes Gemurmel vom Galeristen: "Aha, die Chinesen (…), Kunst der Nachahmung (…), Appropriation Art ist auch in Deutschland gerade wieder en vogue. Thank you, my dear." Ok. In der Galerie Christian Pixis daneben dann, und das passiert mir gelegentlich, wurde ich mit einem unwirschen Nein auf die Frage, ob ich fotografieren dürfe, aus der Türe gefegt. Muss ja nicht, ich betrete schließlich Ihre Wohnung – wenn ich auch weiterhin davon ausgehe, dass Sie sie zum Verkauf zur Schau stellen –, aber was, Angst vor Kopie?, naja, deshalb frage ich ja höflich nach. Sie könnten etwa mit Interesse nach meinem Medium antworten. Wer zusagte, ist hier vertreten. Musste mal sein, jetzt kann es geklärt weitergehen.



Walter Storms Galerie: Julia Mangold.


Ebd.


Galerie der Moderne: Laura de Santillana – Glas.


Ebd.: Pentti Sammallahti.


Ebd., Veikko Hirvimäki: Whats Going On. 2015.


Galerie Biedermann (VPN erforderlich): Siegfried Kaden – La Habana.


Ebd.


Galerie Wittenbrink: James Rielly – Knock on Wood.


Ebd.: James Rielly.


Ebd., OA.


Ebd., OA.


Galerie Thomas: Rosemarie Trockel – OT. 2000.


Ebd.: Rosemarie Trockel – OT. Detail, 2000.


Ebd.: Mark Dion – OT. 2000.


Galerie Bender: Fifty Shades of Red, hier: Jus Juchtmans – 20081003. 2008.


Ebd.: Matt McClume – Hermatite/Red Chrome. 2016.


Galerie van de Loo Projekte: Contemplación y ataque: Antoni Tàpies – Antonio Saura. Die miese Beleuchtung liegt mir zu Schulden, durfte im Aufbau knipsen.


Ebd.


Ebd.


Versteckt im U-Bahnschacht neben der Akademie der Bildenden Künste findet sich die Akademie Galerie. Leider ohne jegliche Angaben, so wie ich auch nur einen Link zur laufenden Ausschreibung gefunden habe.


Galerie Schöttle: Jānis Avotiņš et al.


Ebd.


Galerie Schöttle: Alex Mirutzui.


Ebd.

Kunstverein München zeigte Hamburger Eyes: The Continuing Story of Life on Earth (für Angaben s. bitte KM-Link):


















Around town …






Kinderprojekt einer Biene (vielleicht eher Wespe?)




Hier gehört der Blick hinten ins Bild hinein.










Fußball steht selbst bei einer WM nicht sonderlich weit oben auf meiner Agenda, aber ich bin schließlich auch zum Auskundschaften der aktuellen Lage der Nation hier. Am Abend zuvor instruierte mich Till noch, wie man sich zu verhalten habe, oder besser wie nicht – also keine vorzivilisatorischen U-A-Laute mit Faust an Brust schlagen. Dazu kam es denn nicht, ich knipste lieber meine von diesem Ereignis aus lauter Begeisterung sich in andere Gefilde begebenden Reisegenossen. Schalaa!








Siehe im Zuge dieses Beitrags auch 关于这个话题也看: Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述

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Samstag, 10. September 2016
Kunstsommer 2016: Wien ∣ 2016年艺术之夏:维也纳
Wien! Die Fotos sprechen halb eine andere Sprache, aber im schönsten Sommerlicht botest du dich. Wunderbar wars.

In diesem Post gibt es hauptsächlich Stadtsichten. Vom Donauinselstreifen …














Fritz Wotruba: Große Skulptur. 1965.

… in die Altstadt.












Diese Pestsäulen überall in der Stadt (im Land?) sind schon interessant. Während sich Deutschland allerorts weiterhin mit der Abarbeitung des 2. Weltkrieges beschäftigt, wird hier weit in die Vergangenheit erinnert.























All dieses Weiß hier lässt einen angenehm atmen.



Schloss Belvedere. Ein bisschen Schmalz muss sein.





Faszination aus Unverständnis. Was sind das nur für Grasgruben?








Oben Kunst, unten Religion.




St. Marxer Biedermeierfriedhof mit Mozarts Grab:






Kunsthalle Wien: Beton


(l.) Monica Bonvicini: AAdd Elegance to Your Poverty. 1990/ 2016.
(r.) Olaf Metzel: Treppenhaus Fridericianum. 1987.


Hubert Kiecol: Im Wald. 2009.


Ebd.: Zeile. 1981.


Nach dem Schwall aus München hier kaum Kunstfotos? Außer im Beton durfte man museal nirgends fotografieren. Die Galerien sollten wir uns schenken, meinte Anna und wenn sie das sagt, halten wir uns nicht mit auf. Dafür waren wir viel in der Stadt unterwegs, haben geschlemmt und uns betrunken, waren im Theater, im Kino, in der Alten Donau und wer weiß, wo sonst noch. Als Galerienansatz einzig dies hier:


Peter Kogler im Schauraum des Sigmund Freud Museums.


Aber ihr Studio durfte ich besuchen. Mehr auf ihrer Webseite, hier ein paar Fotos von – und bitte mit reichlich Tusch! für – Anna Hofbauer:




















Im Theater durften wir nicht im Gebäude herumlaufen, vielleicht waren wir eine Minute zu lange auf der Toilette, jedenfalls wollte Feierabend gemacht werden. Schon alles ordentlich reglementiert hier.



Und überall, auch ganz Deutschland ist davon verklebt, nur in der Schweiz habe ich sie glaube ich nicht gesehen: Huawei Werbung.



Überall also ebenfalls auf dem Donauinselfest. Aber Massenveranstaltungen bleiben so oder auch anders eine merkwürdige Angelegenheit.










Der hier allerdings, liebes Österreich, unglaublich: Bis auf Widerruf.


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Donnerstag, 8. September 2016
Kunstsommer 2016: Prag ∣ 2016年艺术之夏:布拉格


1998 war ich auf Abifahrt in Israel, und auf dem Rückweg über Prag. Dort waren wir damals einen halben Tag in den Abend hinein. Es war großartig, hier kann ich wieder den väterlichen Ausdruck des morbiden Charmes anwenden, den wir einst besonders in den Cafébars mit dort sogenannter Kalter Muschi (Rotwein mit Cola) genossen haben. Knapp zwanzig Jahre mit gut angelegten und ich hoffe aus dem Gemeinschaftstopf der EU stammenden Geldern später ist hier alles saniert. So heimelig nostalgisch Morbidität ist, so schmerzt doch der Verfall wunderbarer Gebäude (wie derzeit noch in Lissabon!, bitte, EU) und so angenehm überrascht war ich von Prag. Leider Massen an Touris wie wir, seit einer Weile zu jeder Jahreszeit, höre ich.































Museum Kampa


Olbram Zoubek: Obĕti (Victims). 1958.


(Vorne) ebd.: Svĕdek (Witness); Slou I/ II (Column I/ II); Stínĕný muž (Narrow Man). 1964–7.


Jiří Harcuba: Ludwig van Beethoven. 1977.


Kopecký: OA.


Václav Cigler: Objekt. 1968–70.

Auf dem Dach dann diese wunderbare blaue Spiegelfläche:


Václav Cigler: Meeting Places. OJ.


Ebd.


Eva Kmentová: Ruce (Hands). 1970th.


(Bin mir unsicher, ev.) Jiří Bielecki: Obtékání – Gravitabil (Wapping – Gravitabile). Late 1960th.


Sorry, oA.

In einer Galerie:


Galerie U Betlémské Kaple: Výběr (Choice – im Vertrauen auf Google Translate), hier Adriena Šimotová: Z cyklu Ruce (V). 2010.


Ebd.: Bez názvu. 1992.








Und immer wieder zwischendurch unglaubliche Scheusale wie dieses:



Thematisch definitiv fixiert, die Tschechen …






Vor dem Kafka-Museum. Die stehen ernsthaft in ihrem Urin?

Das Franz Kafka Museum aber: sehr gut. Keine Fotos erlaubt. Bei Kafka im Museum, in Prag ihn lesen, seine Geschichte hier lesen. Dann gerade bei dieser Art von Aufmachung, tschechisch, ich komm so selten in diese Art … ähm, für mich Ost-Genuss, düster, gefallen und immer wieder sich herausgesudet, Samt und Kristall, schwarz und bordeaux, bohemisch, einer Zurschaustellung des Schauerlichen. Mit Pragbezug, meinen wirklich sehr von mir verehrten Kafka hier zu orten, stellt noch eine ganz andere Lese her. Ich bekomme tatsächlich zu wenig vom Osten Europas mit, bin weiter, dort wieder so anders Ost.

Dies meine Auflistung zu Osteuropa von unterwegs: groß und robust, hart, wollend?, windend, harsch, Stinkefinger, aggressiv, Pomp.

Mehr Czech-merkwürdige Besonderheiten und weiter around durch dieser tollen Stadt …


























Im Kino Lucerna.






Ist gröber, härter vom Geschmack hier, was gelegentlich echt gut ist. Ständig muss ich nicht überall auf Extremitäten, Glasbohemiten und Samtpastellate laufen, aber es hat mich gefreut, Prag.


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Mittwoch, 7. September 2016
Kunstsommer 2016: Dresden ∣ 2016年艺术之夏:德累斯顿





In Dresden war ich bislang nicht. Nach Dresden wollte ich auf dieser Reise, um mir Nazis anzusehen. Also die, die mit ihren Montagsdemos erst Pegida und den Rechtsruck in Deutschland ausgelöst haben und denen dann die Flüchtlingswelle als Antimist perfekt zur Stelle kam, die Neuen Nazis mit all ihrem pseudo-intellektuellen Identitärenzeugs. Naja, auf jeden Fall habe ich keinen einzigen Nazi gefunden. Dafür aber auf den Straßen allzeit präsent die Antifa – natürlich auch nicht in persona, aber gesprüht –, und institutionell fleißige Gegenarbeiten zur Bürgererziehung. In Gesprächen, Wo finde ich denn die brennenden Autos?, Dafür gehst du momentan besser nach Leipzig. Und Sätze, die ich hier häufig, wohl weil halt thematisch sensibler Ort, aber auch sonst in Deutschland gelegentlich gehört habe, Kopfschmerzsätze, die mit Ich hab nichts gegen Ausländer anfangen, deren Aber im Ausklang nicht mal gesagt werden muss und doch mitschwingt. Die Antifaler reiben sich bestimmt die Hände, auch wegen ihrer Präsenz, aber auch sonst scheint mir die Stimmung in Dresden gesellschaftlich und institutionell in einem Hypermodus.


















Aktiv ist man hier im Brückenbau, was unter anderem wunderbare Zaunfotos für die Kollektion ergab.












Bei den Filmnächten am Elbufer lief leider nur der Fremdschämstreifen von Hape Kerkeling, aber die Location mit der Altstadt am gegenüberliegenden Ufer ist super. Sowieso geht nichts über endlich einmal wieder im Kinositz rauchen.








Altstadt.


















Mit Huij und …


Herzallerliebst.


Kunsthalle im Lipsiusbau: Die Vermessung des Unmenschen – Zur Ästhetik des Rassismus.




Zaun/ Absperrung als Grenze: "Die Aneinanderreihung des Buchstaben x und eines Minuszeichen ergibt das kartographische Symbol der Grenze. Es verweist auf das Bild von Stacheldraht."



Reihenweise Tische mit kolonialen Bildern. Bin zufällig in eine Führung geraten und hörte am Rande zu; vielleicht liegt es am institutionellen Gegenspruch zur Bürgererziehung, scheint hier(?) alles nicht leicht, etwa Objekte und Subjekte in rechte Benennung zu bringen.






In die Kunsthalle bin ich im Vorbeigang, museal war ich weiter …, nicht posten geht genauso wenig wie nicht hin, im Namen von Goethe also Friedrich bis Richter und Konsorten:

Albertinum

Galerie Neue Meister


Christian Daniel Rauch: Johann Wolfgang von Goethe. 1824.


Johann Alexander Thiele: Das Elbtal bei Kötzschenbroda. 1747.


Caspar David Friedrich: Felspartie im Harz. 1811.


Ebd.: Landschaft mit kahlem Baum. Ca. 1798.


Ebd.: Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar). 1807–8.


Ebd., Detail.


Ebd.: Gebüsch im Schnee. 1827–8.


Ebd.: Hünengrab im Schnee. Ca. 1807.


Ebd.: Das Große Gehege bei Dresden. 1832.


Ebd.: Hünengrab im Herbst. Ca. 1820.


Ebd.: Böhmische Landschaft mit dem Milleschauer. 1808.


Carl Gustav Carus: Mondscheinlandschaft. 1859.


Ernst Ferdinand Oehme: Waldinneres. 1821–2.


Ebd.: Prozession im Nebel. 1928.


Wilhelm Busch: Zecher in der Diele. Ca. 1891.


Ebd.: Wiesenstudie. Ca. 1885.


Ferdinand von Rayski: Wermsdorfer Wald. Ca. 1859.


Ebd.: Bildnis des Kammerherrn Julius Graf Zech-Burkersroda. Detail, 1841.


Anselm Feuerbach: Landschaft mit Ziegen. 1873.


Arnold Böcklin: Der Krieg. 1896.


Edgar Degas: Vierzehnjährige Tänzerin. Ca. 1880.


Claude Monet: Das Pfirsichglas. Ca. 1866.


Max Slevogt: Bilder der Ägyptenreise. 1914.


Karl Schmidt-Rottluff: Landschaft in Rottluff. 1921.


Hermann Otto Hettner: Harlekin. 1928.


Marc Chagall: Paar mit Ziege. 1911.


Carl Lohse: Frühling in Bischofswerda. 1920.


Ebd.: Ludwig Renn. 1919.


Ebd.: OA.


Ebd.: Kleine Stadt. 1920.


Ebd., Detail.


Josef Scharl: Blinder Soldat. 1928.


Wilhelm Lachnit: Mädchen mit Pelz. 1925.


Curt Querner: Selbstbildnis mit Mütze. 1930.


Kurt Eichler: Mädchen im karierten Kleid. 1930.


Otto Dix: Der Krieg (Triptychon). 1929/32.


Ebd.: Waldschlucht II. 1940/44.


Armando Herman Dirk van Dodeweerd: Gefechtsfeld 3-4-86. Detail, 1986.


Hans Heinrich Palitzsch: Fahnen in der Nacht. 1947.


Hermann Glöckner: Weiser. 1927.


Ebd.: Großer Schornstein. 1931.


Marlene Dumas: Magdalena from behind. 1995.


Johannes Kahrs: OT (Auslöschung). 2003.


Neo Rauch: Nachtarbeit. 1997.


Eberhard Havekost: Glas, B 07. 2007.


Ebd.: Trash 1. 2003.


Gerhard Richter: 9 stehende Scheiben (879–3). 2002/10.


Ebd.: Sils, grau (882–2). 2003.


Ebd.: Ella. 2014.


Ebd.: Elbe (Edition 155). 1957/2012.


Ebd.


Ebd.: Abstraktes Bild (868–2). 2000.


Und irgendwie trifft man überall auf Tino Sehgals Sensibilitäten.




Skulpturensammlung


Birgit Dieker: Seelenfänger. 2005.


Hans Scheib: Mit offenen Armen. 1997.


Tony Cragg: Ever After. 2010.


Fritz Wotruba: Figur. 1958.


William Wauer: Herwarth Walden. 1917.


Wieland Förster: Geschlagener. 1989.


Fritz Cremer: Bertolt Brecht. 1957.


Helmut Heinze: Knabenakt stehed. Detail, 1976–7.


Auguste Rodin: Der Denker. 1903.


Wilhelm Lehmbruck: Bildnis Adèle Falk. 1916.


Gläsernes Depot


Sammelsurium.


Ebd.


Balthasar Permoser: Chronos. Ca. 1695.


Sächsische Akademie der Künste: Wohin mit der Schönheit. Hielt nicht so, was es versprach. Ausstellungslink will die Seite auch nicht liefern, wobei man die gezeigte Doku gut hätte online stellen könnte.


Michael Morgner: Ich kann nicht mehr. 2012.


Ebd.: Dresdner Plastik. 2008.


Walter Libuda: Kreuzhals. 2007.


Eberhard Göschel: Fürstenauer Triptychon. 2015.


Ebd., Detail.


Carsten Nicolai: Future Past Perfect pt.1 (Sononda). 2010.




Auf dem Weg zur Blauen Brücke. Was ein Idyll.

















Schon noch auch barock angehaucht hier, aber man merkt, dass es langsam flacher, weiter (von Weite) gen Norden geht. Den ollen Cafénamen Wohnzimmer musste ich abschneiden.

Wir hatten uns in Neustadt untergebracht, im hippen Alternativdasein, und residierten über einer Kreuzung im 1. Stock. Nachts belagert von in Schulferien treibenden Kids – vermutlich, wie wir früher an Bushalten herumgehangen haben, an Durchgangsorten hin zu einem spannenden Leben.




Dresden, ich brauche irgendwann noch einmal länger hier. Tolle Stadt. Nettes Eck in Neustadt. Wie kann ich all die Alten nicht besuchen, obwohl ich einfach lieber weiter durch die Straßen zöge. Oder wärts die Elbe entlang. Eh ging es von der Elbe zum Rhein zur Donau und zurück die Elbe über Flüsse diesen Sommer.


Siehe im Zuge dieses Beitrags auch 关于这个话题也看: Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述

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Dienstag, 6. September 2016
Kunstsommer 2016: Berlin ∣ 2016年艺术之夏:柏林

Galerie Dittmar: Gottfried Salzmann. Hier: Durchblick. 1992.


Ebd.: Les Arbres Noirs. 1987.


Ebd.: Le Menillet. 1987.


Jordan/ Seydoux: Bonjour Monsieur Baselitz! Georg Baselitz: OT. 1983.


Ebd.: Big Night I/ II (Remix). 2008–10.


Ebd.: Bitte kommen Sie nach vorn I–IV. 2014.


Migrant Birds: Liao Wenfeng.


Ebd.


Ebd.


Alfred Ehrhardt Stiftung: Nature Cultures. Hier Katya Gardea Browne: Xochimilco/ Diptych. 2014.


Ebd.


Ebd., Pinar Yoldas: Regnum alba. 2014.


Galerie Leo Coppi zeigte Robert Metzkes: Von Angesicht zu Angesicht. Und ich hier im Angesicht der Tonfiguren, die sich im Angesicht der Gesprächsrunde befinden. Nennen wir es Die Damen.

Soweit in und um Auguststraße. Jetzt in die Potsdamer Straße.


Helga Maria Klosterfelde: Rirkrit Tiravanija.


Galeria Plan B zeigten Mihai Olos: Olospolis.


Ebd.


Blain Southern zeigten Harald Miller: Tonight We Make History. Hier: Happiness the Case Against. 2016.


(l.) Bull Seeks China Shop. 2016.
(r.) Hate's Outta Date. 2016.


Overcoming Optimism. 2016.


Health and Safety is Killing Bondage. 2016.


Galerie Thomas Fischer zeigte Marcel Frey: Perforythme.


Maerz Galerie zeigte James Nizam: Thought Forms. Hier: Sequential Alignments for a Cube. 2011.


Ebd.: Icosahedron. 2014.


Ebd.: Shard of Light. 2011.


Und around:











Kirchen mit Eintrittspreisen? Gehts denen so schlecht? Das Personal schien gleichfalls verwirrt von dieser ev. erst neuen Regelung – um uns Nichtzahler auszusperren, sperrten sie die zwei, drei sich zur Zahlung gefundenen Besucher glatt ein. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis sie sich Gehör verschaffen konnten und freigelassen wurden. So war das in der Nikolaikirche in Mitte.










Für Berlins Museen, siehe 柏林美术馆在这边: Sakrale Kunst – Museumslandschaft in Deutschland von 2014.


Das waren Sommer und Europa für dieses Jahr. Schöne Grüße zurück aus Beijing!


Siehe im Zuge dieses Beitrags auch 关于这个话题也看: Kunstsommer 2016: Überblick ∣ 2016年艺术之夏:概述

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Dienstag, 22. März 2016
BJ: Kunstschau im Frühling 2016
An den Bäumen streckt sich der erste Hauch von Grün in die Spitzen, der Winterstaub wird hinausgefegt, während die asiatische Kunstinteressentenwelt nach Hongkong hechtet, werden hier überall die Pforten geöffnet. Wer kann, der sehe vorbei. Hier ein kleiner Überblick zur frischen Frühlingskunst in Beijing.

Zunächst im 798.

Ganz besonders empfehlenswert ist ein Gang durch eine aus in der Galerie gefundenen Materialien gebaute Tempelanlage:



In der Beijing Commune 北京公社: Liang Shuo 梁硕: Temple of Candour 无隐禅院, bis 30-Apr-2016.












Wunderschön in der Tokyo Gallery 东京画廊: Zhu Jianzhong 朱建忠: Return to Far Away Mountains 青山归远, bis 9-Apr-2016.


O. A.


O. A., oh, diese Rahmung.


O. A., Detail.


Die drei Großen sind gerade alle gut belegt, besonders und als erste muss doch andachtsvoll Antony Gormley erwähnt werden.

Galleria Continua 常青画廊: Antony Gormley 安东尼·葛姆雷: Host 屯蒙, bis 20-Aug-2016.





Halb Ton, halb Flusswasser, beides aus der Gegend, wächst vielleicht gar etwas im langen Laufe der Ausstellungszeit daraus hervor, möglicherweise fängt es auch nur arg an zu verwesen, bestimmt aber sieht es noch einmal ganz anders unter blauem Himmel aus.




Dann läuft gerade noch, über den Winter schon und bereits verlängert, in der Pace 佩斯: Song Dong 宋东: Surplus Value 剩余价值, bis 26-Mär-2016.














Im UCCA 优伦斯: Elmgreen & Dragset 艾默格林与德拉塞特: The Well Fair 好博, bis 17-Apr-2016.












Ein netter neuer Raum der ShanghART ist ihr S-Space 香格纳S空间 (in der 七星东街): Shi Yong 施勇: A Bunch of Happy Fantasies 一堆幸福幻想, bis 8-Mai-2016.






Gallery Yang 杨画廊: Ma Wenting 马文婷: Allusion 引喻体, bis 31-Mär-2016.






In der Mou Art 妙有艺术 (beim Originality Square) läuft Zhang Hui 张晖: A Time of Renewal 春日, bis 19-Apr-2016.




Tong Gallery (südlich hinter Continua): Li Zhenhua 李振华: Surface 你看到的就是全部, bis 17-Apr-2016.




Hive 蜂巢 (ehem. Iberia): Too Loud a Solitude: Stalkers of Chinese Contemporary Art 过于喧嚣的孤独——中国当代艺术中的潜行者, bis 17-Apr-2016.


Shang Yang 尚扬, sorry, Angaben unscharf abfotografiert.


Tu Hongtao 屠宏涛, Angaben leider auch hier unscharf.


Ji Dachun 季大纯: Power from Killing Time 时光消磨形成力, 2015.

Bzw. parallel: Liu Guoqiang 刘国强: The Moving Image 移动的图像, bis 17-Apr-2016.




Noch nicht gesehen habe ich bei Boers-Li 博而励: Xue Feng 薛峰: Tranquility 寂静, bis 17-Apr-2016.


Nun in Caochangdi.

In allen Räumen der Galerie Urs Meile 麦勒画廊: Chen Fei 陈飞: The Day is Yet Long 来日方长, bis 30-Apr-2016.









Die realgetreue Detailiertheit finde ich fast makaber, durch den Comicstil beinahe märchenhaft verklärt, thematisch bleibts rabiat, es gibt Sachen, die können einem fast nicht nicht gefallen.


Ink Studio 墨斋空间 (in den Red Bricks im CCD): Ink and the Mind 水墨与心灵, bis 15-Mai-2016.

Ich laufe gerne dorthin, wo Qiu Shihua 邱世华 etwas hängen hat. Im Angesicht hache ich davor, im Nachhinein ziehe ich bei den Fotos Kontrast und Schärfe hoch, was einen schmerzen mag, wenn man die Bilder kennt, mir gefällts:


Ohne Titel 无题, 2008.


Ohne Titel 无题, 2008.

Und dazu mochte ich hier noch Li Huasheng 李华生:


0104, 2001.


Im Telescope 望远镜 läuft: Jiu Jiu 赳赳: Making Good Things Go Better, bis 8-Mai-2016.




Being 3 Gallery 在3画廊, in der Plastikfabrik: Ju Anqi 雎安奇: Big Characters 大字, bis 18-Apr-2016.




Obwohl das Gelände und die Räume toll und deshalb erwähnenswert sind, kann man sich momentan den Ritt in die Plaste schenken, nicht allerdings, und damit möchte ich abschließen, einen Besuch bei Bianca Regl, die gleich zwei Ausstellungseröffnungen hatte:

Im Caochangdi im Lan Space 兰空间: Between the Apple and the Plate 苹果与盘子之间, bis 12-Apr-2016.



Und in Songzhuang im neuen und bald vielleicht schon wieder in sich zusammenfallenden Niu Chang Art Museum 牛厂美术馆: The Distant Shore 遥远的海岸, bis 12-Apr-2016.




Der Frühling ist da!


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Samstag, 5. März 2016
Stefanie Thiedig 由甲: While Waiting 在等待



Being in waiting is a condition that appears to be coming back to me. I am usually dismissing it through walking. And then I often take pictures. There are lots of waiting-ways. These pictures could not come out before. But now they are ready. No more waiting for an exhibition!

For the first time not just on my or your computer, but put into materiality. With this choice of pictures opening here, it is a walking into the color of green. Showing you them in winter … all color is gone outside right now, inside we have concrete walls and wooden furniture, not a bad surrounding for my Green Landscapes-walking, I think.

There is no message coming out, instead it is an invitation to come in. Please do come in and wonder around. If you would like to have some theoretical background, I wrote a few passages in our leaflet, also to be found here below – about Hanshan, landscape and void, about walking into them, about nebulae.

在等待中似乎是一种回归我自身的状态。我经常是通过漫步行走的方式去解除这种状态。同时在这个过程中进行拍摄。有很多种等待的方式。这些照片在此之前是不可能出来的。但现在他们多已经成行了。不再需要等待去做一个展览!

第一次不只是在我或你的电脑中去欣赏他们,而是以实物的形式将他们呈现出来。通过今晚所选出这些图片的展现,将带各位在潜入空茫的绿色中漫步行走。在冬天向你们去展现它们……现在外面全部的颜色都失去了色彩,而在里面我们周围这些水泥的墙壁和木制家具座椅,我认为在这样的环境中很适合我的绿色风景中漫步。

在这里没有信息要去向你表达传递,相反,这是一个要身临其境去感受的邀请。请大家都走进来去感受它。如果你想去了解一些背后的理论信息,我也在图册中写了相关的介绍。关于寒山、风景、以及空茫。关于去步入它们,关于蒙雾。
译文:解开缙


Photo exhibition
28-2–22-4-2016
At Zarah
Guloudongdajie No. 46, Dongcheng Beijing

摄影展览
2016年2月28日——4月22日
Zarah
北京东城鼓楼东大街46号, 010-8403 9807




图片 Photo: © Lui Chen 陈路


图片 Photo: © Lui Chen 陈路


While Waiting

Waiting for the wind
Waiting for your lover
Waiting for darkness
Waiting for content
To put into context
Waiting for time to deliver
Waiting to calm down

Walking for waiting
Cars passing by
Endless streams of things
Background noise
Blurring away in distance
Numbness inside
Awareness turned off

A flitter of light through the dust
Come along?
I don't want to
I want to keep walking
I don't want this woman to talk to me
Meaningless things
I want to be left alone
In my own meaninglessness
For it to happen?
I don't want it to anymore
I want to be left alone

Diving deep into the color of green
I am not waiting
Not passing time
I keep on walking
Into the color of green


I don't know what time I left
What time it is now
What time I will arrive
I walk straight ahead
Follow the highway
The sun stays in front of me
No need to worry about directions
I don't look back
I don't look up
Emptiness in my head
I don't care about
The monkey running wild

I am going to take a shower
Of course I will be back

1.1.2016, while walking in Beijing



Way to Hanshan 寒山道
Alu-Dibond 铝塑板, 100x67 cm, 2014



And a small guerilla action in the hutongs …


在等待

等待风
等待你的爱人
等待黑暗
等待内容
去进入语境中
等待时间发酵
等待平静

为了等待而走着
车辆驶过
琐事不停歇地涌来
背景中的噪音
消逝在远处
内心麻痹
意识被屏蔽

一束光线掠过尘埃
跟我走吗?
我不想
我想继续走着
我不想跟这个女人说话
无意义的事情
我想独自一人
在我自己的无意义里
等时间生效?
我不再期望了
我想独自一人

深深潜入绿色中
我不在等待
没有虚度时间
我继续走着
潜入绿色中


我不知道我离开的时间
现在是什么时刻
我何时会抵达
我径直朝前走
沿着高速公路
太阳总在我前方
不用担心方向
我不回头看
我不向上看
头脑空空
我不在乎
猴子肆意张狂

我要去冲个澡
当然我还会回来

2016年1月1日,在北京继续走着
译文:王盼



图片 Photo: © Lui Chen 陈路


图片 Photo: © Lui Chen 陈路


图片 Photo: © Lui Chen 陈路


图片 Photo: © Lui Chen 陈路


Hanshan 寒山

Hanshan, Cold Mountain, is an area in the valley of Tiantai mountains in Zhejiang province, after which an otherwise unknown hermit-poet named himself. He lived there in the 7th century in a cave, where he carved his verse into the rocks and the trees nearby. Hanshan was rediscovered through the translation of Gary Snyder as contribution to the Beat generation in the 1950s – and only found his way back to China in recent years via Japan. Hanshan’s ideals of Zen-Buddhist world comprehension and his vernacular ironic malapropism of social mechanisms do not make me want to live without any possessions in the mountains, but they allure me as a pendulum between my life in the Red Dust and the immersion in the waft of mist of forested landscapes.

寒山位于浙江省天台山的寒岩,一位本不知名的诗人遁世与此,并以此山为自己命名。隋末唐初,他居于洞穴中,将诗行刻在岩壁和树干上;二十世纪五十年代,通过加里·斯耐德的翻译,寒山诗受到“垮掉的一代”的推崇,被重新发现。在日本学者的推介下,近年来才再度在中国引起关注。他秉持理想的禅宗的世界观,以白话的表达方式讥讽社会体制。他的诗句并未让我放弃所有去追求山居生活,但着实令我神往——摇摆在滚滚红尘中的世俗生活和森林渺渺雾气中的隐居生活之间。

Hanshan, Kalter Berg, ist ein Ort im Tiantai-Gebirge der Provinz Zhejiang, nach dem sich ein sonst unbekannter Dichter-Einsiedler benannt hat. Dort lebte er im 7. Jahrhundert in einer Höhle und ritzte seine Verse ins Gestein und in die Bäume. Hanshan wurde durch die Übertragung von Gary Snyder als Beitrag zur Beat-Generation der 1950er Jahre wiederentdeckt – und fand erst in den letzten Jahren über Japan erneut seinen Weg nach China. Seine Ideale zen-buddhistischer Weltauffassung und umgangssprachlich ironischer Verballhornung gesellschaftlicher Mechanismen lassen mich nicht in den Bergen und ohne jeglichen Besitz leben wollen, aber sie ziehen mich an – in ein Pendeln zwischen meinem Leben im Roten Staub und dem Eintauchen in die Nebelschwaden von waldiger Landschaft.



Into the Void 空道
Alu-Dibond 铝塑板, 80x53 cm, 2015



Landscapes 风景

It takes time to get into a landscape, an arrival of one or ten days, a sinking in until one has found a way. The walk differs in the Chinese and Western comprehension of space. It is traditionally aligned with vanishing points on the horizon in the Western sense, which one may also walk into, but where the elements mostly move out of towards oneself. The perspective of Chinese landscapes is not linear, but multiple in height, depth and level. One first let’s the eyes wander in search for an entry, for then to get in and stroll around. One may at any order settle somewhere, rest a while where it pleases and lets the mind drift freely. It is more about perception of spatial continuum in it’s context.

若想真正抵达一片风景,需要花费时间,一段一天或者十天的旅程,被接纳,直到找到一条路。中国对于空间的理解异于西方。在西方传统中,消失点位于地平线上,在这里也可以进入,但通常情况下,所有元素都指向观者。中国山水画的视角并不是线性的,而是讲究高远、深远和平远的多重视角。首先,用眼睛寻觅到一个入口,而后去到那里,开始漫步。可以随心所欲地停下来,逗留片刻,让思想自由驰骋。一切更关乎自身语境中空间连续性的观念。

Es braucht Zeit, um in eine Landschaft hineinzugelangen, eine Anreise von einem oder zehn Tagen, ein Einlassen, bis man einen Weg gefunden hat. Diesen begeht man im chinesischen Raumverständnis anders als im westlichen. Im westlichen gibt es traditionell einen an Fluchtpunkten ausgerichteten Horizont, auch hier kann man hineingehen, aber meistens bewegen sich die Elemente auf einen zu. Die chinesische Landschaftsperspektive ist nicht linear, sondern multipel in Höhe, Tiefe und Weite. Zunächst lässt man den Blick auf der Suche nach einem Einstieg schweifen, um sich dann hineinzubegeben und dort zu wandeln. Man kann sich beliebig niederlassen, bei Gefallen eine Zeit verweilen und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Es geht mehr um die Vorstellung des Raumkontinuums in seinem Kontext.



In Nebula 入雾
Alu-Dibond 铝塑板, 100x67 cm, 2014



Void 空

The context may then be forgotten when inside the landscape. One of the best assistants is the mist. Not as empty surface, rather as diffusion from the one here to the other. Kong, the void, serves as medium for this transition. With merging in it, the initial is set to let go, to get absorbed into it. Where to, what, how, asks rationality – and one again is outside. Between being and not being one dives in anew, though to focus through Kong on particular strings of the whole muddle around. Open in departure and applied as a search, nebula might lift up and the ideas whirling in the ether can be grasped. They could still appear as dwelling in a waiting position, but develop on closer inspection an independent existence.

身处风景中,就可以忘掉语境。最好的协助之一就是雾。雾并不就是空旷,而是从一个到另一个区域的过度。空,是服务于这种过度的媒介。随着进入,开始已定,心无旁骛,便可完全融入其中。去向哪里?什么?怎样?理智在质问——又重新置身其外了。重新沉浮在“有”和“无”之间,试图透过“空”,去将焦点投射到一团乱麻中的丝丝缕缕上。出路未知,在探寻中,眼前的云海层层散开,满空中飘浮的想法即会显现,伸手便可捕捉到。它们看似在静默地等待着,然而持续近观之,就会发现,却都独善其身地存在着。

In der Landschaft dann kann der Kontext vergessen werden. Einer der besten Gehilfen ist der Nebel. Nicht als leere Fläche, eher als Diffusion vom einen Hier zu einem anderen. Das Kong, die Leere, dient als Medium für diesen Übergang. Mit dem Hineinbegeben ist der Anfang getan, im Loslassen kann man sich hineinsaugen lassen. Wohin, was, wie, fragt die Ratio – und schon ist man wieder draußen. Zwischen Sein und Nichtsein tauche man erneut ein, um durch das Kong den Fokus auf einzelne Stränge des Gesamtwirrwarrs zu richten. Offen im Ausgang und als Suche angelegt, vermag sich der Nebel vielleicht zu lichten und die im Äther schwirrenden Ideen aufzugreifen. Noch mögen sie in Warteposition verfallen wirken und entwickeln doch bei längerem Hinsehen ein Eigenleben.















Never heard of the Red Dust, hongchen 红尘? It is the Chinese term for our worldly illusion, in which we find ourselves in everyday life.


译文:王盼
English edit: Lui Chen



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Samstag, 13. Februar 2016
2016: Happy Monkeyness! 祝大家猴年疯狂!






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Freitag, 22. Januar 2016
Dunkel im Licht


Nichts Neues, aber die Kombi ist nett. "Patriotismus, Innovation, Toleranz, Tugend." Diese Plakatansagen überschwappen seit Xi das Land, um sich in die Hirne zu arbeiten. Dahinter – daraus hervor – ein Sportler in sogenannter Bekleidung, einem übergezogenen Wegwerfdress, … fragt sich, wer Dunkel, was Licht. Wohl will Licht beides sein und kommt doch dem Dunkel sehr nah.


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Donnerstag, 10. Dezember 2015
Kurz in Xi'an
Während sich Europa bereit macht, in den Krieg zu ziehen, hat mich ein glücklicher Zufall für eine Stippvisite nach Xi'an versetzt. Großartig, dachte ich, sehe ich mir das dortige OCAT endlich an und auch gleich, so hatte ich es wenigstens flüstern hören, die wenn auch kleine, aber vibrierende Kunstszene. Habe ich gedacht und mich maßlos verdacht. Das OCAT ist nett neben einer wunderbaren Parkanlage gelegen, aber in einem merkwürdigen Kaderkomplex, die drei Stockwerke sind langweilig belegt. Gong Xu mit seiner Zodiac Explosion geht gar nicht, Liang Yuanweis Mustermalerei finde ich langweilig, Carol Lee Mei-Kuens Remembering Days, Forgetting Time war konzeptuell nett und bei ihrer Postkartenaktion habe ich mitgemacht, aber überzeugt hat es mich nicht. Kein Wunder, dass ich die einzige Besucherin war. Alles, was ich fotomäßig vertreten kann, ist ein Blick auf die Steinfiguren am Eingang.



Deshalb gings auch gleich weiter. In die Banpo International Art Zone 半坡国际艺术区. Banpo ist mittlerweile ein etwas außerhalb gelegenes Gebiet von Xi'an und bezeichnet eine neolithische Siedlung der Yangshao-Kultur, die hier ausgegraben wurde. Xi'an mag ja historisch wirklich groß und bedeutend gewesen sein, in der Gegenwart ist es versmogt und wird im Gegensatz zu Beijing nur sehr selten von befreienden Winden heimgesucht. Was einst schützend war, hat die Zeiten nicht überdauert, die von Nordosten und Südosten die Stadt in ein Dreieck keilenden Berge zwingen sie heute in ein Moloch. Xi'an und seine größere Umgebung scheinen nur von Tourismus und etwas Landwirtschaft zu leben. Man kann fast Jetztzeit-Mitleid mit ihr haben. Die sich als Kunstviertel bezeichnende Gegend ist ein Kreativindustriekonglomerat mit knapp hundert kleinen Werbe-, Design-, Foto-Undsoweiterlis, von denen etwa noch drei betrieben werden. Unter anderem ein Café, in dem es für mich einen Espresso für 25 Kuai gab – sowie die Information, Galerien?, du meinst Ausstellungen?, der einzige weitere Gast wird gefragt, es gibt hier einen Ort, 75 Grad heißt der, da läuft manchmal was, sonst eher wenig, manchmal kommen Künstler zu Gruppenevents, sonst Künstler hier in Xi'an?, es gibt ein paar (was sich anhörte wie vielleicht fünf), die Skulpturen anfertigen, die haben ihre Studios verstreut außerhalb der Stadt, manchmal kommen sie auch zu Veranstaltungen. Ganz schön traurig, aber irgendwo müssen die Künstlermassen in der Hauptstadt herkommen.





Die Türen in Banpo waren so verschlossen wie sich mir die Gegenwartskultur bot. Entsprechend tauchte ich in das ein, was die Stadt auszumachen scheint, die Rückbesinnung auf glorreiche Zeiten bis einschließlich Tang-Dynastie. Die deftigen Eintrittspreise werden vermutlich für die Arbeiten an der U-Bahnlinie benötigt, die momentan eine Schneise der Abrissverwüstung außerhalb der großartigen, vor allem weil noch komplett erhaltenen, 14 km langen Stadtmauer hinterlässt. Noch nie gesehen hatte ich dafür den Einsatz eines Wasser-Luft-Blasmonstrums.



Zunächst ging es also zur Wildgans Pagode 大雁塔 aus der Tang-Dynastie, der auf den buddhistischen Schriftrollen von Xuanzang erbaut wurde (Kaijin zu meinen Sun Wukong-Moves: ist nur eine Geschichte mit dem Affenkönig, ist schon klar, oder?)




Besonders lohnenswert war der Aufstieg nicht.


Die Anlage.





Sehr empfehlenswert ist das Geschichtsmuseum. Es war rappelvoll, besonders aufgefallen sind mir etliche Studenten, die erklärende Vorträge auswendig lernend vor sich selbst aufsagten. Hier eine kleine Auswahl der Exponate mit den engl. Beschreibungen, mich hatten neben all den Keramiken, Waffen und Münzen Charaktere fasziniert und ich habe die Frauenquote etwas angehoben:


Pottery Male Figure, Western Han Dynasty (206 BC–8 AD).


Bronze Feathered Figure, Han Dynasty (206 BC–220 AD).


Gold Monster, Han Dynasty (206 BC–220 AD).


Painted Pottery Figures of Warriors, Western Wei Period (535–556).


Painted Pottery Warrior Holding a Shield, Northern Zhou Period (557–581).


Pottery Figure of Attendant, Southern Dynasties Period (420–589).


Pottery Goat, Northern Wei Period (386–534).


Animal-shaped Tomb Guardian, Southern Dynasties Period (420–589).


Pottery Unicorn, Northern Wei Period (386–534).


Tri-colored Female Figure Making Up Herself, Tang Dynasty (618–907).


Peinted Pottery Female Figure, Tang Dynasty (618–907).


Painted Female Dancer with Double Rings on Head, Tang Dynasty (618–907).


Painted Figure of Heavenly God, Tang Dynasty (618–907).


Peinted Pottery Figures of Zodiac Animals, Tang Dynasty (618–907).


Ebd.


Pottery Figure of a Maid Holding a Book-box, Song Dynasty (960–1279).


Skt. Arhan Subduing Dragon, Song Dynasty (960–1279).


Dann, ich hatte sie noch nicht besucht: die Terrakotta Armee! Die Grabanlage von Qin Shihuangdi von 210 v. Chr., 1974 beim Graben eines Brunnens von Bauern entdeckt.
































Halle 1.




Halle 2.


Halle 3.








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Rundumschlag
Kurz chronologisch den Sommer aufholend …

Eine Ausstellung für den Juli, bevor ich mich auf Reisen machte:


Pace zeigte im Juli Gravity Field.

Eine kleine Trunkenheit in Songzhuang für August:





Jetzt ein paar Themen:

Indie Spaces

Independent Spaces sind das neue Phänomen der Hutong-Kunstszene, mit der Arrow Factory seit 2008 als Urgestein, begannen sich vor allem im vergangenen Jahr etliche Räume in den Gassen zu entwickeln. Im letzten Augustwochenende taten sie sich zusammen für ein Festival. Wunderbar und sehr empfehlenswert zum Ablaufen die in diesem Zuge entstandene Map of Independent Art Spaces Beijing.

Eine gute Route:


Ganz neu der J Space, ein sehr schöner Ort, sie zeigten Xia Tao: Wuyu or Love at Second Sight.


Der extrem kleine Raum von Lab 47 ist toll, die Ausstellungen naja, dieses Mal experimentell, sie zeigten Yu Haiyuan 于海元: Who's St. Sebastian 塞巴斯蒂安是谁.


i: project space zeigte John Armleder.


Aotu 凹凸 zeigte …, ich habe leider keine Ahnung mehr, was es war, aber man kann immer gut für einen Kaffee oder Wein vorbeischauen.


Jiali Gallery 家里画廊 zeigte Zhang Junling 张俊领: Infinite Entropy 无尽熵. Mit Tanzperformance, die sind hier gerade ziemlich im Trend, ich weiß nicht recht, aber der Ort ist super.


Das Institute for Provocation zeigte Astrid Myntekær: Mana.


Der Muye Space scheint mir ein Lernstubenangebot für angehende Künstler, aber auch hier gibt es eine nette Dachterrasse, was eigentlich immer alles wett macht.


Dann gab es im September zwei Ausstellungen von bzw. mit mir, Painting meets Music 绘画相遇音乐 und Art Against Art 艺术反对艺术. Kurz darauf eine zehntägige Kunstreise von Beijing über Hangzhou nach Shanghai – wer Interesse an meinem zusammenfassenden Immersion Guide hat, melde sich gerne. Shanghais Ausstellungslandschaft hat sich sehr verändert, neben dem Long Museum und dem Yuz Museum sind auch hier interessante kleine neue Spaces entstanden.


Filmfest Hamburg und Hamburg



Wir haben mit K26 elf Filme in die Sonderreihe Unabhängiges Kino aus China zum Filmfest Hamburg gebracht, ein schneller Sprung in die Heimat.




Eröffnungsfilm von Zhai Yixiang 翟义祥: This Worldly Life 还俗, 2015.


Tao Huaqiao 陶华侨: A Memory of Summer 七月, 2015.


Guo Xiaodong 郭晓东: A Moment in Love 男欢女爱, 2015.

Ein ganz kurzer Galerienhopp musste drin sein.


Endre Tót: Inside Rain, 1971–79. In meiner Lieblingsgalerie Mathias Güntner, Ausstellung: Endre Tót, 1967 bis hier, 11-9–7-11-2015.


Endre Tót: I'm glad if this can hang here, 1971–76/ 2015. Ebd.


Oliver Ross:Transluminator, 2015. In der Galerie Melike Bilir, Ausstellung: Transluminismus, 6–22-10-2015.


Barbara Camilla Tucholski. In der Galerie Sfeir-Semler, Ausstellung: Straßen, 31-8–21-11-2015.

Hach, Hamburg …















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Wieder zurück in Beijing konnte das Queer Festival im Oktober erstaunlich unproblematisch stattfinden.

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Etliches weiteres gab es, Ausstellungen, Vorträge, man kann jeden Tag zu diesem oder jenem laufen, man wird beinahe überschwemmt. Schon geht der Sommer in den Winter über und selbst auf unschuldigen Grünflächen gedeihen Parkformationen.


Ditan Park, Schneewochenende Ende November.

Auch Yoko Ono beehrt uns mit Grün: Golden Ladders, in der Faurschou Gallery 15-11-2015–3-7-2016.



Unverhofft beglückt wurde ich von Ingrids Empfehlung der Ausstellung im Soka Art. Yin Qi 尹齐: Multispaces 置, 14-11-2015–3-1-2016.


Yin Qi 尹齐: Jan., 1st 2013, 2013.

Besonders angetan haben es mir seine durchnummerierten kleinen Leinwände namens Landscape and Monochrome 山水和单色画, 2015:









Kuratiert von Gao Yi 高毅 gab es dann im 798 Art Bridge: An Encounter Between Color and Rhythm 对/画:



Im Winter nun hat man reichlich Zeit, sich mit seinem Luftreinigungsgerät einzuschließen und ein bisschen zu produzieren, auf den nächsten Wind zu warten, um dann mit ihm durch die Straßen zu springen.


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Erste Reise in den Westen

Ein Modeladen in Zhangye.

Anm.: Dieser Text entstand in leichter Abwandlung als Teil einer kleinen Festschrift mit dem Titel „Menschenbilder“ zum 60. Geburtstag meines Sinologieprofessors, hier mit Bebilderung analog zum Streckenverlauf.

Die Route: Vom Militärflughafen im Süden Beijings ging es zunächst nach Lanzhou, von dort mit dem neuen Schnellzug nach Zhangye zu den Danxia Regenbogenbergen, dann mit dem Schnellzug nach Xining und weiter mit einem Brötchenbus ans südwestliche Ende des Qinghai-Sees nach Heimahe, dort schnell wieder weg, mit Brötchen und Privatpendlern, weiter in den Westen Qinghais nach Xiangride, dann in den Süden über Dari nach Jiuzhi. Dort hörte ich nach gut zehn Tagen auf der Straße von Zhagana, im Kreis Diebu im Süden Gansus an der Grenze zu Sichuan, wo ich acht Tage blieb, über Aba und Ruoergai in Nordsichuan mit Brötchen und verschiedenen Streckenbussen kommt man hin. Die Runde zurück nach Beijing schließt sich über Wudu in der Stadt Longnan in Gansu, mit Brötchen und Bus weiter nach Baoji in Shaanxi und von dort mit dem Schnellzug über Xi’an und einem Fingerschnippen von sieben Stunden zum Westbahnhof in die Hauptstadt, zurück in meine Beixiaojie.

Ich war großteils sehr einfach unterwegs und vor allem untergebracht, 23 Tage, über 6.000 km, davon dreitausend verkürzte mit Flug und Schnellzug, der Plan war durch Fotografieren und Schreiben, hauptsächlich durch den Weg 空一下自己 zu betreiben, ein wenig herunterzukommen. Ich war alleine, wenn auch in Zhagana erst wirklich auf abgelegenen Bergwegen und in Kiefernwäldern. Dem Kong versuche ich bisweilen nachzujagen, etwa ein Mal im Jahr gerne auf diese Art. Der Weg führt durch sehr viel roten Staub, von dem ich hier berichten möchte.









Immer sonst auf Reisen bin ich erstaunt, wie in Details hinein die Regierung (ist es die Partei?, ich kann die beiden nicht auseinander halten) präsent ist – mit ihren lokalen Ablegern, aber diese exakt in Einklang und im Blick. Ich war das erste Mal so weit im Westen. Besonders in autonomen Gebieten, in Minoritätenherden wie Qinghai und seinen Randgebieten, die nicht der provinzlinearen Einteilung folgen, mit von allen drei Seiten durchdrungenen, von tibetischen, muslimischen und mongolischen Völkern, mit verpflanzten Han-Chinesen zur Aufsicht, mit für China weit hinaus unbesiedelten Landstrichen, besonders hier kommt man mit vorgeprägten Erwartungshaltungen an. Besonders hier bin ich erstaunt über die gleiche Aufbruchseuphorie wie im Osten, vielleicht ist sie auch noch stärker, da der Osten ja prosperiert und sich langsam ausbalanciert, mal zu kippen droht, alles mögliche treibt. Nach spätestens jedem zweiten Minidörfchen gibt es den aktuellen Wertekanon in Gelb auf Rot, alles blitzend neu, unterzeichnet mit Deiner Partei. In regelmäßigen Abständen Großleinwände, das Gelb fast Gold, immer auf Rot, Sterne und Fahnen, gerne ein Feld im Hintergrund, je nach Agrar- oder Industrienutzung des jeweiligen Fleckchens, vorne links zwei freundliche Polizisten oder Militärs, rechts Vatermutterkind mit enthusiastischem Bereitschaftsblick, und gelegentlich seine Präsidentschaft in persona, väterlich weise, aber fordernd, doch Wir kriegen das schon hin, gemeinsam, folget mir herunterschauend, der Vergleich mit Mao mag von solchen Auftritten kommen, aber die Richtung, ha, wo wird die uns hinführen? Aufpoliert ist sie auf jeden Fall, und in jeder Ritze präsent. Tatsächlich imposant ist die Erneuerung der gesamten Infrastruktur, mit Autobahnen, Schnellzügen und Funknetzen, Strom ist vorhanden, Wasser scheint eher Privatsache, aber die weltabgeschiedenen Landstriche oder nur als Durchfahrtsorte genutzten Dörfer, zumindest die Kreise, 县, und Stadtzentren, 镇, werden angeschlossen und sind es bereits großteils.


Touristen und Guojia-Fotografen in Zhangye bei den Regenbogenbergen 张掖丹霞地貌.


















Binggou bei Zhangye 张掖冰沟.


Binggou bei Zhangye, ein wahnsinniges Naturschauspiel, ich konnte leider nur einen Ausschnitt ablichten. Der Mittagsblick nach oben eröffnete einen Regenbogenkreis einmal komplett um die Sonne herum.

Der han-chinesische Tourist, in Gruppen, in Privatautos, in Kolonien, in Bussen, immer noch niemals alleine, aber mittlerweile auch studentisch zu zweit oder dritt, ist auf Erkundungsreisen unterwegs, das eigene Land entdecken. Juli und August sind Ferienmonate und der chinesische Tourist wird zum soziologischen und anthropologischen Forscher, nimmt unter die Lupe, was da sonst noch los ist in seinem riesigen Land. Nicht nur Blätter und Landschaften werden prüfend auseinandergenommen, inspiziert und fotografiert, vornehmlich sind auch die urigen Einwohner von Interesse. Alles wird gefragt und kommentiert. Alleinsein findet man meistens, besonders an schönen und dann gleich zu Sehenswürdigkeiten umgestalteten Orten erst nach zwei Kilometern, wenn der Tourist nicht mehr laufen mag, oder nach fünf Kilometern, wenn das Pferd als moderne Back to the Roots-Trage dem Touristen ebenfalls langweilig oder auch ausreichend geworden ist. Durch diese Kilometer aber muss man hindurch, als Ausländer noch durch Hallos und Mach ein Foto mit mir – ich habe eine kleine Nebenfotoserie gestartet, wollte jemand ein Foto von sich mit mir knipsen, habe ich ebenfalls mein Handy hingehalten. Sehr ambivalent, das Ganze. Einerseits nett, dass Interesse bekundet wird, immer und auch nicht nur mit wissenschaftlichem Wohlwollen, man nie allein sein muss, stets jemand da ist, mit dem man anstoßen kann – ganz konträr zu Deutschland, wo ein Blick zu viel sein mag und Vereinsamung nicht unbedingt die beste Alternative darstellt. Aber diese ewig gleichen Fragen können enorm eintönig werden, vor allem, wenn man allein sein möchte. Wobei natürlich dieses Mit sich und der Natur im Einklang-Gesuche auch etwas perfide ist.


Heimahe 黑马河.


Xiangride 香日德.


Auf dem Weg von Xiangride nach Dari 从香日德到达日.
















Dari 达日.





Der Guojia-Fotograf, der Fotograf des Landes, so nenne ich ihn seit dieser Reise, der selbstverständlich ebenfalls in Gruppen auftritt und massenweise das Land durchpflügt, um es in seiner schönsten Schönheit abzulichten, ist ausgestattet mit hauptsächlich Canon (Leica ist für Liebhaber), mit fetten Zoomlinsen, tonnenschwerem Stativ, 100-Taschen-Westen, ganz in Kaki, robust, Wind und Wasser abweisend, in besten Wanderschuhen und was noch alles für Zubehör, er ist ernsthaft und berufsmäßig, ziemlich deplatziert übertrieben unterwegs. Nun knipste ich in der mit als Regenbogen beschriebenen, von verschiedenfarbigen Sedimentschichten durchzogenen Berglandschaft vor mich hin, erfreute mich gerade an einem bestimmten Ausschnitt, da raunzte mich jemand von der Seite an. Vernarbt, Mitte fünfzig, in Guojia-Fotografenkluft, schnodderte er mich in unverständlichem Englisch an, wollte das sehen, über was ich eben in mich hineingegrinst hatte. Er nahm mein Gerät und hielt es mit einem Gleichmut, dass ich befürchtete, es müsse jeden Moment den bunten Berg herunterschwinden. Er sah wegen der Blendung sowieso nicht viel, sah mich kurz an, wischte mir meine Kamera zurück und meinte verächtlich It’s just ok. Was für ein Glück, dass ich nicht den Glitzerpreis des chinesischen Fotografenverbandes gewinnen möchte. Immerhin gehen sie einem Betätigungsfeld nach, in dem man, wenn auch nicht unbedingt kreativ aktiv sein, so doch Blickwinkel austesten kann. Um dann schön die Sättigung in der Postproduktion hochzuziehen.

Es ist anstrengend, in China zu reisen. Ja, aber auch ungemein belohnend, mit ein wenig Zeit und, ich weiß nicht, ist es Abgeklärtheit oder entspannte Hinnahme?, vielleicht ein sich Einlassen und, wieder, immer weiter Hongloumeng-ähnlich, ein durch den Sud die Essenzen Zulassen?


Von Dari nach Jiuzhi 从达日到久治.




Jiuzhi 久治.




Zhagana 扎尕那.

Ich möchte von der hübschen tibetischen Frau schreiben, mit rissigen Händen, dass einen schon der Anblick schmerzte, Anfang zwanzig, aus einem anderen Dorfe vorgestellt, über die Gipfel dort, mit dem Pferd in vier Stunden erreichbar. Während ihr Schwiegervater mir vom Opiumrauchen erzählte, kocht, putzt, wäscht sie immerfort. Wir saßen in der Stube, ihr unglaublich attraktiver, warmherziger Mann bereitete Tee, die ganze Familie ein wahrer Augenschmaus, drei Jungs flitzten herum. Hier stellt die Ehefrau zuerst dem Gast, dann dem Schwiegervater, dann dem Ehemann das Essen auf den Tisch, nach Erhalt fängt jeder für sich an zu schmausen, während sie zwischen weiterem Kochen kleine Portionen ohne Fleisch und Gemüse, nur die reinen Nudeln mit ein bisschen Salz und Öl zu sich nimmt. Später meinte sie, dass sie gerne mit mir auf WeChat befreundet wäre, aber dass ihr Mann ihr diese Software zum Kontakterhalt mit ihrer Familie und ihren Freunden nicht erlaubte. Mich hatte er gleich am ersten Abend zu seinem Netzwerk hinzugefügt.


Zhagana 扎尕那 mit viel, viel dunklem Grün, weiten Flächen, nur etwa 2.500 Höhenmetern und wunderbar verlassenen Bergwegen.






















Zhagana besteht aus vier, hier drei sichtbaren Dörfern, die sich durch das Tal ziehen.







Weiter möchte ich von dem muslimischen Mann in Xiangride erzählen, vor dem ich so häufig gewarnt wurde – Achtung, gefährlich! – und der sagte, Harmonie, Frieden, das will ich doch auch nur, ich will doch auch nur mein Leben in Ruhe leben dürfen. Von dem Han-Chinesen, ebenfalls aus Xiangride, der mich nach Dari brachte und dabei in einem wilden Durcheinander von seinen Vorstellungen über Buddhismus und Zweisamkeit schwadronierte. Von dem tibetischen Geschwisterpaar, das mich einen Tag länger in Jiuzhi verweilen ließ, mit mir im Auto bei Nacht und weiter am nächsten Tag herumfuhr und die witzigsten Geschichten der Lokalpolizisten fabulierte. Von den Militärs, die mich in Baoji auf einem Berg aufgriffen und zu Polizei und Erklärung mit Fingerabdruck auf dreiseitigem Protokoll schleppten, nicht ein Sterbenswörtchen darüber verlauten lassend, was und überhaupt – die mich schön in die Realität zurückholten.



Die Wirklichkeit. Objektivität, auch viel Passivität, manchmal schlummernd bis zum rechten Zeitpunkt, oder auch nicht. Wirklichkeit als Möglichkeit. Meinetwegen im Sinne von Subjektivität, aber mehr noch als mögliche Machbarkeit. Parallelitäten im Ganzen, verwoben, mal übereinander hinwegrüpelnd, dann stolpernd, um sich schlagend, dies auch teils forcierend, aber im Allgemeinen doch eigene Freiräume sich suchend, dort einnistend, vielleicht gedeihend. Ich bin längst noch nicht fertig mit ihr, mit der Wirklichkeit der Illusion. Mit dem Westen Chinas habe ich gerade erst begonnen.

August 2015.


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