Dienstag, 4. Januar 2022
Hamburg: Benin-Kunst und China-Porzellan, Winter 2021/22

Gedenkkopf eines Königs Uhunmwun Elao | Commemorative Head of a King Uhunmwun Elao. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Detail, Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf von J. F. Blech, 1898.

Raubkunst aus Benin

Zehn deutsche Museen sind mit 1163 Artefakten der Benin-Bronzen aktuell auf der Website der Ende 2019 beschlossenen und Mitte 2020 eingerichteten Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland gelistet. Drei Jahre soll die Kontaktstelle als Pilotprojekt vorerst laufen. Einige der Museen präsentieren aus diesem Anlass gegenwärtig ihre Sammlungsobjekte insbesondere der prominenten Benin-Bronzen. Die größte Sammlung befindet sich im Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, weitere Werke sind in Dresden, Köln, Stuttgart, Bremen usw.

179 Kunstwerke besitzt das Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK, bis 2018 Völkerkundemuseum Hamburg), die jetzt ausgestellt sind in Benin: Geraubte Geschichte, 17.12.2021 bis voraussichtlich Ende 2022, wenn spätestens restituiert werden soll.

Zu sehen gibt es Gedenkköpfe, Zeremonienstäbe, Relieftafeln und vieles mehr. Ich habe Pfeilspitzen und Speere, Krüge und weitere Utensilien übersprungen und mich von den Tier- und Menschenfiguren einfangen lassen.


Gedenkkopf im Udo-Stil | Commemorative Head in Udo-Style. Unbekannte Bronzegießerwerkstatt Udo, Königreich Benin (?), Nigeria; Gelbguss, 16. Jh.; Ankauf von Adolf Heemke, 1904.


(Rechts) Gedenkkopf eines Königs Uhunmwun Elao | Commemorative Head of a King Uhunmwun Elao. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf von J. F. Blech, 1898.
(Links) Sorry, habe die Daten für die Gefährtin(?) nicht mit aufgenommen, ich war zu fasziniert von den Klangstöckchen für die königlichen Pupillen; Detail s. erstes Bild dieses Blogposts.


Köpfchen mit drei Füßen | Small Head with three Feet. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 16./17. Jh.; Ankauf von John Paul Frisch, 1903.


Fehlguss eines Leoparden | Miscast of a Leopard. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf von Hugo Warnholtz, 1901.


Osun-Stab | Osun Staff. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Detail, Gelbguss, 18. Jh.; Ankauf von Friedrich Erdmann, 1898.

Die folgenden Figuren habe ich aus ihrer Ausstellungsreihenfolge entnommen und zusammengestellt, weil sie alle einen wundersamen Ansatz auf dem Kopf tragen. Dieser wird jeweils in den Begleittexten der Ausstellungsschilder ganz unterschiedlich interpretiert, als Dorn mit unbekannter Bedeutung, als Ritus, als Frisur oder Stützsporn. Vielleicht handelt es sich einfach um die bildliche Erhöhung einer Persönlichkeit wie bei Polizeimützen oder Pickelhauben?


Gedenkkopf mit Dornfortsatz | Commemorative Head with Protrusion. Unbekannte Bronzegießerwerkstatt, Königreich Mahin (?), Nigeria; Gelbguss, 16./17. Jh.; Ankauf von John Paul Frisch, 1903.

Im Werkstitel als „Dornfortsatz“ bezeichnet, heißt es im Begleittext: „Heute erinnern sich weder Angehörige des Königshauses noch weise Ältere an solche Köpfe.“


Bronzehorn mit Beilklingen | Bronze Horn with Axe Blades. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 18. Jh.; Ankauf von Oskar Kaiser, 1904.

Hier heißt es im Begleittext: „Das schwere Horn ist wohl keine ‚Zeremonialkeule für Menschenopfer’, wie man im frühen 20. Jh., den vorherrschenden Vorurteilen entsprechend, angenommen hatte. Es diente vermutlich auch nicht als Blasinstrument, sondern für einen anderen rituellen Zweck.“


Stab mit Reiterfigur | Hand-Held Clapper with Horserider Figure. Unbekannter Künstler der Elfenbeinschnitzergilde Igbesanmwan, Königreich Benin, Nigeria; Elfenbein, 18. Jh.; Ankauf von Fritz Lüttge, 1901.

Im Begleittext wird nur auf den Stab an sich (hier ist der Haltegriff nur im Ansatz unten abgelichtet) und auf seine zeremonielle Bedeutung eingegangen, nicht auf den Pinökel auf dem Kopf der Figur.


(V. l. n. r.)
– Figur eines Oba mit Eben-Schwert | Figure of an Oba with Eben Sword. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 18./19. Jh.; Ankauf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 1899.
– Figur einer Königinmutter | Figure of a Queen Mother. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 18. Jh.; Ankauf von Albert Engelhardt, 1904.
– Fragment eines Altarstückes mit Kriegern | Altar Piece (Fragment): Group of Warriors. Unbekannte Bronzegießerwerkstatt, Königreich Benin (?), Nigeria; Gelbguss, 15./16. Jh. (?); Ankauf von Adolf Heemke, 1904.
– Kleine Frauenfigur mit Pfeife | Figurine of a Woman with a Pipe. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf von Tierexport Theodor Knywel, 1911.

Im Begleittext heißt es zur Königinmutter (2. v. l.): „Charakteristisch für Darstellungen der Königinmutter ist die hohe, leicht nach vorne gebogene und mit einem Korallennetz überzogene Frisur.“


Altarfigur eines Königs | Altar Figure of a King. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 1898.

Dieser ist noch am einleuchtendsten, weil einfach pragmatisch: „In der höfischen Kunst Benins gibt es kaum freistehende Königsfiguren. Diese beschädigte Figur entspricht einer Gruppe von Königsfiguren, die allesamt mit einem Sporn versehen sind. Mit diesem wurden sie vermutlich in den Lehmaltar gesteckt, um auf diese Weise eine Verbindung zum Inneren desselben herzustellen.“


Altarglocke mit menschlichem Gesicht | Altar Bell with Human Face. Unbekannte Bronzegießerwerkstatt, Niger Delta, Königreich Benin (?), Küstenregion (?), Nigeria; Gelbguss, 18./19. Jh.; Ankauf von Friedrich Erdmann, 1898.


Hängelampe | Fendant Lamp. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 18./19. Jh.; Ankauf von John Lembcke, 1905.


Kleiner Leopard an Kette mit Haken | Small Leopard on Chain with a Hook. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 18./19. Jh. (?); Ankauf von Friedrich Erdmann, 1898.


Holzschachtel in Form eines Welses | Mudfish Box. Unbekannter Omada-Künstler, Königreich Benin, Nigeria; Holz, 19. Jh.; Ankauf von W. D. Webster, 1900.


Deckelgefäß in Form eines Antilopenkopfes | Lidded Box in the Shape of an Antelope Head. Unbekannter Omada-Künstler, Königreich Benin, Nigeria; Holz und Messingnägel, 16./17. Jh.; Ankauf von Fritz Lüttge, 1901.


Gefäß in Form einer knienden Figur | Flask: Kneeling Figure. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 18./19. Jh.; Ankauf von F. W. Reichert, 1903.


(V. l. n. r.)
– Kleine Hahnenfigur | Rooster Figurine. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 1898.
– Kleine Vogelfigur | Bird Figurine. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf von John Lembcke, 1899.
– Anhängerfigur eines Wahrsagevogels | Pendant Figurine: Bird of Prophecy. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf von John Lembcke, 1899.
– Tontöpfchen | Small Clay Pot. Unbekannte Werkstatt, Königreich Benin, Nigeria; Keramik, 19. Jh.; Ankauf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 1898.


(V. l. n. r.)
– Oberkörper einer männlichen Figur mit Opferfrucht (Fehlguss) | Torso of a Man with Sacrificial Fruit (Miscast). Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf von Julius Konietzko, 1911.
– Kleine Figur eines Kriegsherrn | Figurine of a Warrior Chief. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 18./19. Jh.; Ankauf von John Lembcke, 1899.
– Fehlguss eines Würdenträgers | Miscast of a Dignitary. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 19. Jh.; Ankauf von John Lembcke, 1899.


Aquamanille in Gestalt eines sitzenden Leoparden | Aquamanile in the Shape of a Seated Leopard. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 16.–18. Jh.; Ankauf von John Lembcke, 1899.


Klangstab mit Wahrsagevogel (Fragment) | Staff with Bird of Prophecy (Fragment). Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 18./19. Jh.; Ankauf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 1899.


Figurengruppe: König mit zwei Begleitern | Figure Group: King with two Attendants. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, spätes 19./ frühes 20. Jh.; Ankauf 1968.


Figurengruppe: Oba mit zwei Würdenträgern | Figure Group: Oba with two Dignitaries. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 16./17. Jh.; Ankauf von Friedrich Erdmann, 1898.


Armmanschette mit Portugiesendarstellungen | Armcuff with Portuguese Heads. Unbekannte Werkstatt der Elfenbeinschnitzergilde Igbesanmwan, Königreich Benin, Nigeria; Elfenbein, 18./19. Jh. (?); Ankauf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 1898.


Anhänger mit zwei Portugiesen und Leopardenkopf | Pendant: Two Portuguese and a Leopard Head. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 16./17. Jh.; Ankauf von John Lembcke, 1899.

Über der Wand mit der ausgestellten Reihe Reliefplatten ist ein Zitat angebracht:

„‚Er ist in viele feine Paläste, Häuser und Räume für Höflinge unterteilt, und besitzt schöne rechteckige Laubengänge in vergleichbarer Größe zur Börse von Amsterdam, manche größer als andere, getragen von hölzernen Säulen, die von oben bis unten mit gegossenem Kupfer überzogen sind, auf denen die Kriegstaten und Kampfszenen geschnitzt sind.’
Über das königliche Palast-Gelände (Dapper 1668)“


Reliefplatte: Szene des Idah-Krieges | Relief Plaque: Idah War Scene. Meister der Schlachten, unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 16./17. Jh.; Ankauf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 2021.


Ebd., Detail.
Das Schlachtpferd ragt etwa fünf Zentimeter aus dem Relief heraus, sehr beeindruckend ist auch, wie der Krieger von der Seite auf dem Pferdehals zu sitzen scheint und von vorne wie im direkten Angriff wirkt.


Reliefplatte mit Osuan und zwei Emuru | Relief Plaque: Osuan with two Emuru. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 16./17. Jh.; Ankauf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 2021.


Reliefplatte: König mit zwei Würdenträgern | Relief Plaque: Oba with two Dignitaries. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 16./17. Jh.; Ankauf von John Lembcke, 1900.

Dazu wurde hinten und im Zentrum der Ausstellung ein zeitgenössisches Werk präsentiert, die Leihgabe eines Künstlers aus dem ehemaligen Benin. Kann man machen, netter wäre wohl noch gewesen, hätte man die Arbeit erstanden. Aber auch ich muss um Entschuldigung bitten, weil das Bild unscharf geworden ist:


Victor Ehikhamenor: Ich bin Ogiso, der König vom Himmel | I am Ogiso, the King from Heaven. Rosenkranzperlen und Faden auf Spitzentextil, 2017.


Kopf und Körperteil einer Schlangenskulptur | Body Fragment and Head of a Snake Sculpture. Unbekannte Werkstatt der Bronzegießergilde Igun Eronmwon, Königreich Benin, Nigeria; Gelbguss, 17./18. Jh.; Ankauf von Fritz Stahl, 1903, und Oskar Kaiser, 1904.

Die Artefakte lassen mich an die aus Sanxingdui 三星堆 des alten Shu-Königreichs in der Nähe des heutigen Chengdu von ein paar Jahrtausenden zuvor denken. Besonders die mysteriösen Kopferweiterungen der Benin erinnern mich in ihrer Unbegreiflichkeit an die hervorstehenden Augen der Shu.

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Figurenpaar Hehe Erxian | A Pair of Figures of Hehe Erxian. Porzellan mit Aufglasurfarben auf unglasiertem Scherben (émail sur biscuit), China, Kangxi-Ära (1662–1772); Schenkung von Harold und Ingeborg Hartog, Hamburg (2008).

Porzellan aus China

Im Museum für Kunst und Gewerbe läuft Made in China! Porzellan, 2.10.2020 bis Oktober 2023 (verlängert).

Ich nehme natürlich alles mit, wo China draufsteht, um wenigstens mit den Augen reisen zu können. Gezeigt werden Porzellane aus China aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Es geht insbesondere um solche mit kaiserlichen Insignien, außerdem um einige speziell für den Export hergestellte Waren. Auch hier geht es um Provenienzen, mit einem kurzen Verweis zwischendurch und Angaben auf den Ausstellungsschildern. Dazu gibt es eine übersichtliche Zeitleiste, die die Entwicklung von Porzellan schildert, in China und Europa gegliedert. Dort ist etwa für 1871 zu lesen: „Der französische Sammler Albert Jacquemart unterteilt chinesische Porzellane mit Aufglasurfarben entsprechend der dominierenden Farbe in: famille verte (grüne Familie), famille jaune (gelbe Familie), famille noire (schwarze Familie) und famille rose (rosa Familie). Diese Begriffe werden heute neben chinesischen Begriffen wie doucai [斗彩, Kobaltblau], wucai [五彩, steht heute für bunt, damit sind die fünf chinesischen Hauptfarben gemeint: weiß, schwarz, rot, gelb und blau], yangcai [洋彩, ausländische Farben] etc. verwendet.“ Das gilt natürlich für das heimische Publikum.

Aus der Ming-Dynastie (1368–1644; ohne genauere Angaben):


Deckeltopf | Lidded Jar. Porzellan mit Bemalung in Kobaltblau unter der Glasur und Deckel aus Ebenholz; Vorbesitz: Dr. E. A. Voretzsch, Hamburg (1912).

Aus der Xuande-Ära (1426–35):


Vase mit Qilin in Wellen | Vase with Qilin Between Waves. Porzellan mit Bemalung in Kobaltblau und Kupferrot unter der Glasur; Schenkung von Jan Philipp Reemtsma, Hamburg (1996).

Aus der Jiajing-Ära (1522–66):


Topf mit Drachen über dem Weltberg | Jar with Dragons above World Mountain. Porzellan mit gelber Emailfarbe und Aufglasurfarben in Schwarz und Rot. Schenkung von I. Salomonsen (1878).


Teller mit Wellen | Dish with Waves. Porzellan mit Bemalung in Kobaltblau unter der Glasur. Schenkung von Jan Philipp Reemtsma, Hamburg (1996).

Aus der Wanlin-Ära (1573–1620):


Teller mit Zhong Kui | Plate with Zhong Kui. Porzellan mit Bemalung in Kobaltblau unter der Glasur und Aufglasurfarben (wucai); Schenkung von Harold und Ingeborg Hartog, Hamburg (1990).


Ein Paar Luohan-Figuren | A Pair of Luohan Figures. Porzellan mit Aufglasurfarben auf unglasiertem Scherben (émail sur biscuit), späte Ming-, frühe Qing-Dynastie; Schenkung von Harold und Ingeborg Hartog, Hamburg (2008).
Die linke Figur sieht ein bisschen aus wie Uli Sigg, oder?

Aus der Kangxi-Ära (1662–1722):


Kachel mit Flusslandschaft | Tile with River Landscape. Porzellan mit Aufglasurfarben der famille verte; Vorbesitz unbekannt (1986), alter Bestand.


Vase mit mythischen Tieren in Wellen | Vase with Mythical Creatures between Waves. Porzellan mit Bemalung in Kobaltblau unter der Glasur; Schenkung von Legat Amsinck, Vorbesitz: Rolf Pilster, Berlin (1946).


Schalenpaar mit Gottheiten | A Pair of Bowls with Deities. Porzellan mit Aufglasurfarben; Schenkung von Harold und Ingeborg Hartog, Hamburg (1989).

Aus der Yongzheng-Ära (1723–35):


Ein Paar Chicken Cups | A Pair of Chicken Cups. Porzellan mit Bemalung in Kobaltblau unter der Glasur und Aufglasurfarben (doucai); Schenkung von Harold und Ingeborg Hartog, Hamburg (2012).


Teller mit Pfirsichen und Fledermäusen | Dish with Peaches and Bats. Porzellan mit Aufglasurfarben der famille rose; Schenkung von Harold und Ingeborg Hartog, Hamburg (2008).


Tellerpaar mit Schmetterlingen | Pair of Plates with Butterflies. Porzellan mit Aufglasurfarben der famille rose; Schenkung von Harold und Ingeborg Hartog, Hamburg (2008).


Zwei Teller mit europäischen Paaren | Two Plates with European Couples. Porzellan mit Aufglasurfarben der famille rose; Schenkung von Harold und Ingeborg Hartog, Hamburg (2008).

Aus der Qianlong-Ära (1736–95):


Schale mit Landschaften der vier Jahreszeiten | Bowl with Landscapes of the Four Seasons. Porzellan mit Aufglasurfarben und Ritzdekor in der Glasur; Vorbesitz unbekannt.
Weil mich die Landschaft mehr als das Siegel interessiert, ist das Bild umgedreht.

Aus der Qing-Dynastie (1644–1911; ohne genauere Angaben):


Schale | Bowl. Porzellan mit Bemalung in Kobaltblau unter der Glasur. Vorbesitz: H. Rozendaal, Zwolle (1881).


Teller mit floralem Dekor | Dish with Floral Decoration. Porzellan mit Bemalung in Kobaltblau unter und Grün auf der Glasur, 18. Jh.; Vorbesitz unbekannt (2005), alter Bestand.


Kanne in Pfirsichform | Peach-Shaped Pot. Porzellan mit Aufglasurfarben, 19. Jh.; Schenkung von Johanna Schaab, Hamburg (2005), alter Bestand.
Diese Teekanne erscheint mir äußerst raffiniert, weil ich sie nicht verstehe, was vermutlich daran liegen mag, dass ich sie nicht in die Hand nehmen konnte: Sie hat keinen mir ersichtlichen Deckel. Die grobe Linie oben scheint mir ein gekitteter Riss zu sein, zumindest sah es nicht so aus, als könne man dort einen Deckel lüpfen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es auf diesem Stück so eine schludrige Linie gegeben habe soll.

Dazu war Geschirr in Monochromfarben ausgestellt, in Grünblau, Rot, Gelb und Weiß:


(V. l. n. r.)
– Tuschewassergefäss | Ink Wash Bowl. Porzellan mit Mondscheinglasur (claur de lune) und eingeritztem Dekor (anhua), Kangxi-Ära; Vorbesitz: Dr. Ernst Hauswedell & Co., Hamburg (1962).
– Flaschenvase | Bottled Vase. Glasiertes Porzellan, Kangxi-Ära; Schenkung von Jan Philipp Reemtsma, Hamburg (1996).
– Balusterförmige Vase | Baluseter-Shaped Vase. Porzellan mit Kupferglasur, Yongzheng-Ära; Schenkung von Jan Philipp Reemtsma, Hamburg (1996).
– Flaschenförmige Vase | Bottle-Shaped Vase. Porzellan mit Kupferglasur, 18. Jh.; Schenkung von Jan Philipp Reemtsma, Hamburg (1996).


(Oben) Tuschwassergefässe und Deckeldosen für Tusche | Ink Wash Bowls and Ink Bowls with Lid. Kangxi- und Qianlong-Ära; div. Schenkungen.
(Unten) Teller | Plates. Yongzheng- und Qianlong-Ära; div. Schenkungen.


Vasen, Teller und Dose | Vases, Dish and Box. Jiajing- und Kangxi-Ära bis Qing-Dynastie; div. Schenkungen.


Fußschalen und Trankopferbecher | Stem Cups and Libation Cups. Qianlong-Ära und allgemein Qing-Dynastie; div. Schenkungen.

Ganz am Ende steht die folgende monumentale Vase neben zwei Qing-Holzstühlen von Ai Weiwei, die er während seines Auftritts auf der Documenta 12, 2007, verwendet hat. Der Qing-Bezug ist offensichtlich, vielleicht waren sie genauso wie ein Teppich im Vorraum als Auflockerung gedacht, vielleicht kann das Museums nichts dafür, dass ich dabei Aversionen kriege, vielleicht könnte man die fortwährenden Ai-Huldigungen, nur weil man mal einen Fehlkauf vorgenommen hat, aber auch einfach sein lassen. Doch die Vase ist großartig:


Monumentalvase mit höfischen Szenen | Monumental Vase with Court Scenes. Detail, Porzellan mit Aufglasurfarben, zweite Hälfte 19. Jh.; Vorbesitz unbekannt (2017), alter Bestand.


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Abschließend noch eine Buchempfehlung:



Kathrin Enzel, Oliver Hahn, Susanne Knödel und Jochen Schlüter (Hgg.) (2021): Farbe trifft Landkarte | Colour Meets Map. Ausst.kat., Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, Hamburg, 27.8.2021–30.1.2022. Hamburg: Center for the Study of Manuscript Cultures.

Zeitgleich zur Beninschau läuft bis Ende Januar 2022 im MARKK die Ausstellung Farbe trifft Landkarte, die erste Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojektes über das Kolorieren von Landkarten vorstellt. Es handelt sich um eine Betrachtung zweier Kartensammlungen vom 15. bis 20. Jahrhundert. Zum einen werden europäische Landkarten aus der Sammlung der Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv und der Commerzbibliothek vorgestellt, zum anderen ostasiatische Landkarten aus der Sammlung des MARKK. An dem Projekt arbeiten Geistes- und Naturwissenschaften der Universität Hamburg interdisziplinär miteinander, das Centre for the Study of Manuscript Cultures und das Mineralogische Museum des Centrums für Naturkunde. Mit Kolorierungshandbüchern aus Europa sowie Malereihandbüchern aus Ostasien wird eine kulturvergleichende Analyse eines, so der Begleittext, kaum erforschten Themenfeldes präsentiert. Bisher seien hauptsächlich geographisches Fachwissen der Schwerpunkt von Landkartenuntersuchungen gewesen und Kolorierungstraditionen erstaunlicherweise kaum betrachtet worden. Doch würden diese besonderen Aufschluss geben über „verschiedene Weltsichten“, „strategische Interessen“ und „die Wahrnehmung der eigenen Position in Beziehung zur Umwelt und anderen Gesellschaften“ (S. 10). Anhand der verwendeten Pigmente, Farbschemata und -kodes, Drucke oder Handzeichnungen und vielem mehr können „je nach Kultur, Kartierungsart oder Epoche“ „kulturelle Wechselwirkungen und Wandel“ verfolgt werden (S. 16). Es werden Bedeutungen erkundet und politische Macht- und Besitzansprüche von Grenzstreitigkeiten über Steuereinnahmen entschlüsselt. Begleitet wird das Projekt von Provenienzstudien, die aber in dieser Publikation, soweit ich sie überblicke, keinen Eingang gefunden haben.

Der knapp vierhundert Seiten starke, im wissenschaftlichen A4-Format gedruckte Ausstellungskatalog ist eine wahre Fundgrube und wird mit den fast auf jeder Seite abgebildeten bunten Landkarten zu einem wunderbaren Bilderbuch. Nach einer gut hundertseitigen Einführung in das Thema, mit Materialwissenschaft, Methodik und Technologie, folgen gut 170 Seiten europäische und knapp 80 Seiten ostasiatische Karten mit vielen aufschlussreichen Einzelthemen. Die eine Karte von Beijing aus dem späten 19., frühen 20. Jahrhundert ist leider unkoloriert, aber unbedingt spannend (S. 350f). Zu entdecken sind etwa kleine Figuren wie drei Plünderer. Wer sich für weitere Karten aus Beijing interessiert, der und dem seien das sich selbst als „Public History Space“ bezeichnende Beijing Postcards des Teams um Lars Ulrik Thom empfohlen. Hier ein erster Einblick in die Publikation von „Farbe trifft Landkarte“.


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Montag, 3. Januar 2022
Toulouse 法国图卢兹


Zwischen den Jahren war ich in Toulouse. In Europa habe ich wahrlich noch einige interessante Orte nachzuholen, und in Südfrankreich war ich gar bislang noch in keiner Großstadt. Hier ist alles pastellfarben, selbst die Leute kommen mir zuckerwattiger vor, vielleicht waren sie aber auch nur wie ich in Urlaubslaune. Auf die Dauer würde mir die lokalkalorierte Sanftheit vermutlich zu Kopfe steigen, doch für eine Woche ist es sehr einlullend. Toulouse gilt wegen seiner Gebäude aus rosafarbenem Backstein als „la ville rose“, die rosafarbene Stadt. Auch viele der Neubauten greifen das Farbschema auf, besonders sehenswert sind aber die zahlreichen Altbauten, die schmalen Gässchen der Altstadt, die vielen Kirchen und häufig auf Rondellen und Plätzen und in Parkstreifen platzierten Skulpturen. Neben Rosa ist Pastellblau die Farbe, die die Stadt Ende der Renaissance ab Mitte des 15. Jahrhunderts zu Reichtum gebracht hat – viele der Fensterläden sind in diesem oder ähnlichem Blau bemalt.

In der Regionalsprache Okzitanisch auch Tolosa genannt, war die Stadt unter dem Namen Tolose eine wichtige gallische Stadt, datierbar auf um 100 v. Chr. Durchzogen ist sie von der Garonne und dem 1681 fertiggestellten Canal du Midi, der seit 1996 Weltkulturerbe ist. Auf beiden Wassern kann man die Bateaux Toulousains nehmen, die Toulouser Lastkähne, allerdings nicht im Winter. Dann soll man an ein paar der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeischippern. Dazu kommt ein Seitenkanal der Garonne, besonders gut gefällt mir, dass die Kanäle die Stadt mit dem Mittelmeer und dem Atlantik verbinden. Zu beiden Meeren kommt man von hier aus auch so gut hin, dazu in die Pyrenäen, nach Andorra, auf den Jakobsweg und Charly machte uns darauf aufmerksam, dass auf der Autobahn gen Mittelmeer bereits Barcelona ausgeschildert steht. Toulouse pflegt unter anderem seit 1982 eine Städtepartnerschaft mit Chongqing. Davon war vor Ort nichts zu entdecken, ich werde die Augen offenhalten, wenn ich das nächstes Mal dort bin, ob dies in Chongqing anders gehandhabt wird.








Hôtel d‘Assézat.


Im Innenhof vom Hôtel d‘Assézat.


Ebd.


Französische Balkone, wie kann man sie nicht lieben.








Etwas schwer zu erkennen, aber hier ist vorne links eine Statue von Amor, der soeben seinen Pfeil abgeschossen hat. Geschätzt zwanzig Meter weiter steht hinten rechts eine Statue mit einem innig in sich selbst verschlungenen Liebespaar. Fand ich sehr charmant.


Statuen und riesige Bäume, manchmal kamen sie sogar zusammen, hier ein Jüngling mitten im Grün.


Und ein Kaki-Baum, der einen Beijing ersehnen lässt, hier leider unten nur als Mus.


Pont Neuf ist die älteste bis heute erhaltene Brücke über die Garonne, erbaut 1543–1632. Warum man damals allerdings neunzig Jahre an einer Brücke herumwerkelte, hat sich mir nicht erschlossen.
Links unten im Brückenbogen sitzt eine der über die Stadt verteilten roten Figuren von James Colomina, diese mit dem Namen: L'enfant au bonnet d'âne (Das Kind mit der Eselsmütze). O. J.


Von der Pont Neuf gen Norden links das Hôpital de la Grave aus dem 12. Jahrhundert mit anliegendem Hôtel-Dieu Saint-Jacques aus dem 14. Jahrhundert. Beide Gebäudekomplexe kümmern sich bis heute um die Versorgung und Betreuung von Bedürftigen, Pilger·innen und ausgesetzten Neugeborenen.


Pont Neuf von der Sonnenseite …


… und von dort die Stadtsilhouette den Grünstreifen entlang.








Hausboote am Canal du Midi.

Zwischendurch ein paar Kirchblicke:


Cathédrale Saint-Étienne.


Ebd.


Basilika Saint-Sernin, ein romanischer Bau, 11.–12. Jahrhundert, seit 1998 Welterbe.


Ebd. an einer Außenfassade. Vielleicht ist mir der biblische Kontext entgangen, andererseits würde es mich auch sehr erfreuen, Feldarbeit sakralisiert zu verstehen.


Aus der Rue des Arts mit Blick auf das Musée des Augustins.

Selbst Graffiti und Loggia-Bepflanzungen halten sich an das Farbschema der Stadt:






An Museen wird einem online zunächst das Flugzeugmuseum angepriesen, ansonsten ist Airbus nicht übermäßig präsent. Dazu gibt es noch ein Wissenschaftsmuseum, ein Naturkundemuseum, einen Technologiepark und einige Spezialmuseen wie ein Maschinen-, ein Medizinmuseum, aber auch ein Museum der Resistance und allerlei historische Museen. Viele der letzten Kategorie sind in alten Gebäuden untergebracht, in ehemaligen romanischen Klöstern oder angegliedert in als Hotels umgewandelten Patrizierhäusern im Renaissancestil. Viele waren über die Feiertage geschlossen oder nutzen wahrscheinlich weiterhin die Coronazeit für Renovierungsarbeiten. In ein paar konnte ich hineinschauen:

Zunächst ging es ins Les Abattoirs. Dafür wandelt man über die dieses Mal nebelverhangene Pont Neuf und ein Stück weiter hinter das Krankenhaus Hôpital de la Grave.


Das Krankenhaus von der Pont Neuf aus.


Das hier ist, wenn mich nicht alles täuscht, das Hauptgebäude der Kunstakademie auf der östlichen Seite der Garonne an der Pont Neuf.


Zufahrtsstraße zum Hôpital de la Grave.


Im angrenzenden Park des Abattoirs mit der Pont Saint-Pierre im Hintergrund rechts.


Les Abattoirs – Toulouse Modern and Contemporary Art Centre

Les Abattoirs ist die wohl sehenswerteste Anlage für Gegenwartskunst in Toulouse, ein im Jahr 2000 eröffnetes Kunstzentrum auf 3000m2 in einem ehemaligen Schlachthof von 1831. Aktuell liefen vier Ausstellungen.

Die beste Ausstellung wurde im Untergeschoss gezeigt, La Dame à la Licorne: Medieval and So Contemporary, 30.10.2021–16.1.2022. Sechs spätmittelalterliche Wandteppiche wurden mit mir leider sprachlich unverständlichen Interpretationen präsentiert. „Die Dame und das Einhorn“ lautet der Titel, die unterschiedlichen Damen wurden klassifiziert in so etwas wie Berührung, Geschmack, Geruch, Gehör, Blick (Original: le toucher, le gôut, l‘odorat, l‘ouïe, la vue, mon seul désir). Dazu wurden zahlreiche der dargestellten Tiere und Pflanzen einzeln vorgestellt. Und dann ging es mit der Gegenwart los. Zunächst gab es einen Wandteppich in aktualisierter Anlehnung an die mittelalten, s. u. von Husky, und daraufhin traten alle möglichen Einhörner in die Hallen. Ich war beeindruckt, wie unverfroren spielerisch hier der teils wildeste Kitsch ausgepackt wurde – beim Großteil sah ich mich außerstande, ihn abzulichten. Außerdem fand ich interessant, und das gilt für alle besuchten Ausstellungen, dass zu den Künstler·innen stets die Geburtsdaten angegeben wurden, dafür selten die Größenangaben. Die Materialangaben musste ich weggelassen, mein Schulfranzösisch ist leider längst vergessen. Zurück zu den Damen.

Zunächst die Wandteppiche, da viel zu groß für meine Linse, jeweils als Detail, um 1500:












Suzanne Husky (*1975): La Noble Pastorale. Wandteppich (Edition 2 von 18), 202x243cm, 2017.


Maïder Fortuné (*1973): Licorne. Videostill, 2005.


Pablo Picasso (1881–1973): La dépouille du Minotaure en costume d‘Arlequin (Rideau de scène pour le 14 juillet de Romain Rolland Réalisé à Paris). Detail, 1936.
Malerei in Kollaboration mit Luis Fernandez nach einem Gouache von Picasso, o. J.


Southway Studio, Bella Hunt & Ddc: Henri II – Roi Sorcier. 65x35x21cm, 2021.


Im Erdgeschoss lief La Déconniatrie: Art, Exile and Psychiatry around François Tosquelles, 14.10.2021–6.3.2022. Mit Dekoniatrie, Geburtshilfe, sind Werke der Art Brut gemeint, als deren Ausgangspunkt die Ansätze des katalanischen Psychiaters François Tosquelles (1912–1994) mit den Arbeiten seiner Patient·innen dargestellt wurden.


Antonin Artaud (1896–1948): La Révolution des anges sortis des limbes. 1946.


Léon Schwarz-Abrys (1905–1990) (alle drei): Sans titre. Ca. 1940.


Gyula Halász, dit Brassaï (1899–1984): Graffiti, La Magie, „Démon“, Belleville, Paris. 1955.


Jean Dubuffet (1901–1985): Pisseur en face I. 1961.


Im Obergeschoss wurden präsentiert:

Mezzanine Sud: Prix des Amis des Abattoirs“, 16.12.2020–9.5.2021 (verlängert).


Anna Solal (*1988): Tournesol. 2019.


Naomi Maury (*1991): The Song of a Phantom Limb. 2021.


Maxim Sanchez (*1992): Grolem. 2021.

„Artiste / Artisan? Nouvelle présentation de la collection Daniel Cordier“ (1920–2020), ohne Zeitangabe.


Katinka Bock (*1976): Sechs Prozent flüchtige Bestandteile – Ensemble 2. 2007.


Yolande Fièvre (1907–1982): Plan d‘une vieille cité pour rêver. 1960.


Louise Nevelson (1899–1988): Sans titre. 1959.


Artist unknown, France: Gouttières en imitation de tige de bambou. 19. Jahrhundert.


Daniel Dewar (*1976) und Grégory Gicquel (*1975): Legs. Videostill, 2009.


Musée des Augustins

Ein Großteil der hiesigen Ausstellungsfläche ist wegen Renovierung bis 2023 geschlossen. Es handelt sich um ein altes Augustinerkloster im gotischen Baustil, 14.–15. Jahrhundert, das 1793 als Museum eröffnete. Die aktuell nicht zugängliche Sammlung besteht aus Werken aus dem Mittelalter, historischen Architekturfragmenten sowie Gemälden und Skulpturen, 17.–20. Jahrhundert von Delacroix und anderen.





Um den Innenhof war eine Reihe von Wasserspeiern aufgestellt. Wikipedia sagt, dass die französische Bezeichnung „Gargouille“ lautet und lautmalerisch mit deutsch Gurgeln verwandt ist. Für mich waren es bislang Dämonen, die den Teufel von Kirchen abwehren sollen, und ich war sehr begeistert, sie von nahem sehen zu dürfen.







Dazu und hauptsächlich lief Théodule Ribot (1823–1891): A Delightful Darkness, 16.10.2021–10.1.2022.

Es ging um Ribot, seine Einflüsse und Zeitgenossen. Zur Unterscheidung der Werke wurden Ribots Arbeiten auf schwarzem Hintergrund präsentiert, die anderen auf blauem. Dazu gab es die Ausstellungsschilder von Arbeiten aus dem 17. und 18. Jahrhundert in Grün, die von Ribots Zeitgenossen in Rosa – so dezent wie hilfreich. Die Unterteilung verlief in Kategorien wie Küche, Porträts, Musiker·innen, Landschaft, Gemarterte (torturer) und Intellektuelle. Der dargestellte Realismus verlief meist ohne viel und auf dunklem Hintergrund. Die gelegentlich fotografische Unschärfe ist meine Schuld, pardon – allerdings war ich fasziniert von den malerischen Unschärfen in den Bildern mit den Asterisken (s. u. *), die dadurch etwas Cinematisches aufweisen.


Théodule Ribot: Autoportrait. Oil on canvas, ca. 1887–1890.


Théodule Ribot: Un gigot. Oil on canvas, o. J.


Théodule Ribot: Nature morte à la citrouille et aux prunes, cerises et figues avec pot. Oil on canvas, estimated 1850s.
Es soll in Korrespondenz mit dem Folgenden gestanden haben:


Eugène Boudin (1824–1898): Nature morte au potiron. Oil on canvas, o. J.


Joseph Bail (1862–1921): Marmiton portant des rougets. Oil on cardboard, 1887.


Théodule Ribot: Le Mitron. Oil on canvas, o. J.


Joseph Bail: Les Joueurs de cartes. Oil on canvas, 1897.


Ebd., Detail.


Théodule Ribot: Portrait de la mère de l‘artiste. Oil on canvas, o. J.


Théodule Ribot: La Charbonnière. Oil on canvas, 1880.


Théodule Ribot: Le Flûteur, dit La Recette. Oil on canvas, 1865.


Théodule Ribot: Les Empiriques. Oil on canvas, o. J.
(*, die Figur hinten rechts ist im Gegensatz zu den vorderen beiden unscharf, fast schon leicht verwischt gemalt.)


Alfred Philippe Roll (1846–1919): Tête de mineur. Oil on canvas, 1880.


Théodule Ribot: La Comptabilité. Oil on canvas, o. J.


Théodule Ribot: Paysage. Oil on canvas, o. J.


Gustave Courbet (1819–1877): Paysage aux lavandières. Oil on canvas, o. J.


Théodule Ribot: La Chorale. Oil on canvas, o. J.
(*, die Figur vorne rechts ist scharf gemalt, die beiden im Hintergrund sind auffällig unscharf.)


Théodule Ribot: Le Bon Samaritain. Oil on canvas, 1870.


Théodule Ribot: Trois vieux juifs. Oil on canvas, 1880.


Théodule Ribot: Les Philosophes. Oil on canvas, 1869.
(*, auch hier sind die beiden Figuren im Hintergrund, rechts im Bild, leicht unscharf gemalt, wobei die ganz rechte Figur auch in skeptischer Mimik begriffen sein könnten.)


Théodule Ribot: Héraclite. Oil on canvas, o. J.

In derselben Halle ist ein kleiner Teil der Museumssammlung zu sehen:


François Lucas (1736–1813) (Skulptur in der Mitte vorne): Jean Charles Ledesmé, baron of Saint-Élix (1721–1806). 1762.


Marx Arcis (1652–1739) (Figuren vorne, v. l. n. r., alle: after 1691(?)):
Saint Simon Stock. Elijah. Elisha. Agabus.




Galerie Le Château d‘Eau

Die staatlich unterstützte Kunstgalerie mit Schwerpunkt Fotografie befindet sich in einem ehemaligen Wasserturm aus dem 19. Jahrhundert, eröffnet 1974. In den angrenzenden Räumen scheint sich mir, zumindest auf den schnellen Blick, eine gutsortierte Bibliothek über Fotografie zu befinden. Die Website der Galerie ist abgelaufen, es werden wohl vermehrt Facebook und Instagram genutzt, hier der Wiki-Link (fr.).

Aktuell läuft: Nicholas Nixon: Une infime distance, 3.11.2021–16.1.2022.


The Brown Sisters. 1975–2021.
Dieses sind die letzten drei Bilder von 2019 bis 2021. Das Bild von 2020 musste wegen der Pandemie in vier Bildern, vermutlich sogar per Videoanruf geknipst werden.


Leider ohne Angabe, meine Schuld, sorry.


Außerdem haben wir einen Tagesausflug nach Narbonne ans Mittelmeer gemacht.




Als Lenticularis, linsenförmig, werden diese Wolkenformationen bezeichnet.


Hier wurde man gleich mit mehreren Wirbellinsen beglückt.




Und bis in ein grandioses Sonnenuntergangsszenario hinein.










Um nicht allzu himmlisch-harmonisch zu enden: Charlys Kinder machten mich gleich zu Beginn meiner Ankunft eindringlich darauf aufmerksam, bitte nicht ständig nur die Häuserfassaden hochzublicken. Denn obwohl überall Kottütchen hängen, nehmen es die Toulouser·innen scheinbar nicht so genau mit der Entsorgung beim Gassigehen. Die pastellene Lieblichkeit hat also ihre Grenzen, was ich wiederum als gerechten Ausgleich empfinde.




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Sonntag, 21. November 2021
Hamburg und ein wenig München: Kunst 2021
Dieses Jahr habe ich offline extrem wenig Kunst gesehen. Unten gibt es eine Stippvisite nach München, in Hamburg liefen und laufen:

Tom Sachs

In den Deichtorhallen läuft Tom Sachs Space Program: Rare Earths (Seltene Erden), Halle für aktuelle Kunst, 19.9.2021–10.4.2022.


Hauptraum (Mitte): Landing Excursion Module (LEM) – Landefähre. Stahl, Sperrholz, Epoxidharz, verschiedene Materialien – steel, plywood, epoxy resin, mixed media, 703,5x668x668cm, 2007.

Aus Alltagsmaterialien hat Sachs hier sein NASA-Space Program nachgebaut – die hohe Deckenkonstruktion aus Stahl und Glas ist wie so häufig ideal für diese Bespielung der gesamten Halle. Im Eingangsbereich betritt man bereits das „Welcome Center“, der Hauptraum ist in verschiedene Szenarien unterteilt, hinten finden sich Extraräume, das „Anechoic Chamber“ (der schalldichte Raum), das „Museum of the Moon“ mit 16 Exponaten und das „Re-education Center“ mit sieben verschiedenen Videos. Ein weiterer Raum neben dem Eingang nennt sich „Indoctrination“, wo selbst gebastelt werden kann. Eine großartige Show, gestört haben mich einzig die überall angebrachten rüden Abweisungen wie „Don‘t fucking touch“, ich werde nicht so gerne angeraunzt.


(Mitte 中间) Mission Control Center (MCC). Verschiedene Materialien | mixed media, 297,9x490,4x151,8, 2007–16.
(Vorne 前面) MCC Console. Verschiedene Materialien | mixed media, 78,7x60,9x30,4cm, 2012.
(Links 左边) Male Fragility. Verschiedene Materialien | mixed media, 157,4x81,2x86,3, 2020.
(Links und rechts 左右边) Euronor (Set of 2 Speakers). Sperrholz, verschiedene Materialien | plywood, mixed media, 365,7x152,4x147,3cm, 2012.


Im Raum „Transubstantiation“: Transubstantiation. Verschiedene Materialien | mixed media, 430,4x269x90,2cm, Detail, 2021.


Im Raum „Museum of the Moon“: Doctor. Schichtholz, verschiedene Materialien | plywood, mixed media, 215,9x139,7x44,5cm, 2009–11.


Vehicle Assembly Building (VAB). Sperrholz, Latexfarbe, Stahlbeschläge | plywood, latex paint, steel hardware, 398,7x685,8x673,1cm, 2020.
Zwei wichtige Inspirationsquellen scheinen für Sachs Yoda und Jack Daniel‘s zu sein, die häufig in seine Werken eingebaut sind. Einer Yoda-Figur von etwa fünf Zentimetern ist hier gar ein eigener Raum in kompletter Finsternis mit beleuchtetem Altar gewidmet, vermutlich als Mausoleum für das „Golden Idol“ gemeint. Im Begleitheft ist zu lesen, dass „nur die tief Gläubigen und Indoktrinierten teilnehmen“ dürften.




Das Haus der Photographie der Deichtorhallen wird bis voraussichtlich 2024 saniert und umgebaut. Dafür eröffneten am 29.9.2021 die temporären Container mit Namen „PHOXXI“, was „Photographie“ plus „21. Jahrhundert“ bedeuten soll.




Werner Büttner

In der Hamburger Kunsthalle läuft Werner Büttner: Last Lecture Show, 15.10.2021–16.1.2022. Dem Malereiprofessor der HbK ist zum Abschied in den Ruhestand eine Retrospektive gewidmet. Daniel Richter studierte bei ihm und auch Jonathan Meese hat bei ihm gelernt. Mir gefallen insbesondere die Bildtitel.


Antagonismushaken | Antagonism Hook. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 1997.


Russische Hochzeit | Russian Wedding. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 1986.


Entrücktheit für Fortgeschrittene | Advanced Other-Worldliness. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 2011.


Der Ursprung des Landlebens | The Origin of the Country Life. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 2007.


Anpfiff zur Biographie | Starting Whistle for Biography. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 1998.


Whirling Weltgeist. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 2020.


Ausgebrannter Hengst | Burned-Out Stud. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 2018.

Zu den Collagen wurde nur die Angabe „aus den frühen 1980er Jahren“ gegeben:


„Fatal orientierte Blechbläser“.


„Wenn das Böse siegt, ist dann endlich Ruhe?“


„Nur die Wirklichkeit darf es wagen, so zu sein“.


„Portrait einer Tante“.

Update, 13.12.2021: Der als „renitent“ (SZ) beschriebene Büttner, der „über das jämmerliche Patriarchat spottete“ (Zeit) musste sein Bild „Büttner geht von Bord“, 2020, abhängen, weil er es – noch streiten die Anwälte – von seiner ehemaligen Studentin Meng Yin plagiiert habe, s. Das verschwundene Bild, Zeit Online, 11.12.2021.


Raffael


Raffael: Kopf eines Cherubs | Head of a Cherub. Kohlezeichnung | charcoal, ca. 1509.

Ebenda lief Raffael: Wirkung eines Genies, Hamburger Kunsthalle, 2.7.–3.10.2021.

So wie bereits im Sommer 2019 von der Kunsthalle vier Skizzen von Leonardo da Vinci präsentiert wurden (von mir hier untergebracht, mit Strg.+f im unteren Drittel), waren nun drei Zeichnungen aus der hauseigenen Sammlung von Raffael Anlass einer Ausstellung. Auch bei Raffael ging es um Hommagen, nun allerdings sinnvollerweise bereits im Titel. Eine nette Ausstellung, die Postkarten des Engelskopfes waren sofort vergriffen.


Francois Perrier: Merkur schwebt vom Olymp herab | Mercury Descending from Olympus. Radierung | etching, ca. 1641.


Impressionismus

Außerdem läuft in der Hamburger Kunsthalle Impressionismus: Deutsch-französische Begegnungen, 29.10.2021–31.12.2023.

Die Verbindung mit Frankreich als Ursprung des Impressionismus macht natürlich Sinn. Es werden Kategorien wie Landschaft, Porträt, Stillleben, Pastelle und Stadtansichten, diese vor allem wegen einiger Auftragsarbeiten von 1889 des ersten Kunsthallendirektors, durchgegangen. Dann ist Max Liebermann (1847–1935) ein eigener Raum mit dem Titel „Vom Realismus zum Impressionismus“ gewidmet. Ein weiterer Raum beschäftigt sich mit der „Zeitenwende“ um 1900 (s. u.: Munch, Hodler), am Ende wird der Kubismus gestreift.


Max Beckmann: Große graue Wellen | Large Grey Waves. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 1905.


Pierre Bonnard: Abend am Uhlenhorster Fährhaus | Evening at the Uhlenhorster Fährhaus. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 1913.


Max Liebermann: Abend am Uhlenhorster Fährhaus | Evening at the Uhlenhorster Fährhaus. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 1910.


Max Liebermann: Die Netzflickerinnen (Ölstudie) | The Net Menders (oil study). Öl auf Pappe | oil on cardboard, 1887.


Ebd.: Studie zu den Netzflickerinnen | Study to The Net Menders. Öl auf Karton auf Holz | oil on cardboard on wood, 1887.


Ebd.: Die Netzflickerinnen | The Net Menders. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 1887/89.


Edvard Munch: Mädchen am Meer | Girls on the Shore. Mischtechnik auf Leinwand | mixed media on canvas, 1906/07.


Ferdinand Hodler: Thunersee mit Stockhornkette | Lake Thun with the Stockhorn Mountain Range. Öl auf Leinwand | oil on canvas, ca. 1910.


Ebd.: Blick ins Unendliche | View into Infinity. Öl auf Leinwand | oil on canvas, ca. 1903.


Lyonell Feininger: Regamündung III | Mouth of the Rega III. Öl auf Leinwand | oil on canvas, 1929/30.




Dazu leuchtet von Moritz Frei: I Don‘t Believe In Dinosaurs, 2017/ 2021, oben auf der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle, März 2021 bis voraussichtlich Mai 2022. Zwar dem Altbau zugewandt, sieht man die Lichtinstallation nur mit diesem im Rücken, mit einem gedanklichen Dreher mehr würde es aber auch so funktionieren, oben auf der dicken Kunsthalle sitzend zu den Gegenwartsgrößen von: Ich seh euch nicht, ich glaub nicht an euch; hin in Richtung der Altmeister: Ich seh euch und glaub erst recht nicht an euch.


Emil Nolde

Nolde und der Norden, Bucerius Kunst Forum, 16.10.2021–23.1.2022.

Hier darf leider nicht fotografiert werden, Auflage der Sammler⋅innen für die Leihgaben. Eine eher merkwürdige Ausstellungskuration. Noldes Antisemitismus und NSDAP-Mitgliedschaft sowie anschließende Leugnung aufgrund des Beleges, dass er 1941 als entartet gewertet wurde, müssen natürlich thematisiert werden – werden es allerdings nur im Einführungstext mit der abschließenden Aufforderung „zur Diskussion“. Vielleicht folgt mehr in dem einstündigen Dokumentarfilm hinten im separaten Raum; in der knappen halben Stunde, die ich gesehen habe, kam es nicht zur Sprache. Gut, an diesem Thema kann man fast nur scheitern. Auch die titelgebende Gegenüberstellung mit weiteren Werken dänischer Zeitgenossen ist legitim, sie hat sich mir nur nicht erschlossen. Die Werke aus den etwa 1880er bis 1940er Jahren sind nicht chronologisch, sondern im Ansatz thematisch gehängt (Porträts, Interieur, Landschaft, Dorfleben), was prinzipiell ebenfalls vollkommen zu rechtfertigen ist. Aber was nur soll es einem sagen, dass impressionistische, realistische und expressionistische Arbeiten wild durcheinander angebracht sind? Dass es diese Strömungen gab und sie ihn beeinflussten? Dass das Leben aus Chaos besteht?

Zumindest wird deutlich, dass Nolde nicht nur in seinen Anfangsjahren, dort aber bildlich nachweisbar, mit seinen inneren Dämonen gekämpft haben muss – in einem Raum hinten links geht es von seinen Räuberbildern zu selbsterdachten, mythisch angehauchten Fabelwesen. Aber auch in späteren Bildern tritt seine Zerrissenheit hervor, die nicht nur an den harschen nordischen Wetterverhältnissen gelegen haben kann, und in ihrer Bandbreite von himmelhoch leuchtend bis zu Tode trüb alles aufweisen. Spannend bleibt die reiche Facette seiner Farbpalette, sein Umgang mit Licht und Schatten und die verschieden aufgegriffenen Malrichtungen.


München: Haus der Kunst

Im Haus der Kunst läuft Heidi Bucher: Metamorphosen, 17.9.2021–13.2.2022.


Bodyshells. 1-Kanal16mm-Film, digitalisiert, Farbe | single-channel 16mm film, digitised, colour, 1‘57‘‘, Filmstill, 1972.


Kleines Glasportal (Sanatorium Bellevue, Kreuzlingen) | Small Glass Portal (Bellevue Sanatorium, Kreuzlingen. Baumwolle, Fischleim, Latex | cotton gauze, fish glue, latex, 1988.


Ebd., Detail.


Hautraum (Ricks Kinderzimmer, Lindgut Winterthur) | Skin Room (Rick‘s Nursery, Linggut Winterthur. Gaze, Fischleim, Latex, Bamburg, Draht | gauze, fish glue, latex, bamboo, wire, 1987.


Räume sind Hüllen, sind Häute | Rooms Are Shells, Are Skins. 1-Kanal16mm-Film, digitalisiert, Farbe, Ton | single-channel 16mm film, digitised, colour, sound, 33‘, Filmstill, 1981.


Menhaut | Men Skin. Gaze, Latex, Haare | gauze, latex, hair, 1986.


Im oberen Stockwerk wird die Gruppenausstellung Sweat gezeigt, Haus der Kunst, 11.6.2021–9.1.2022.


Daniel Lind-Ramos: Con-junto (The Ensemble) | Mit-einander (Das Ensemble). Mixed Media, 2015.


Tschabalala Self: Loveseat Prototype 1–3 | Liebessitz Prototyp 1–3. Gipsabdruck, Hausfarbe | plaster cast, house paint, 2020.


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Vielleicht für die eine oder den anderen von Interesse: 2021–22 begleite ich das Projekt „Deutsch-chinesischen Museumsgespräche“ für das Goethe-Institut China, chinesisch unter: 中德美术馆对话, wir organisieren Workshops, Open Calls und andere Veranstaltungen, schaut gerne einmal vorbei.


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Montag, 28. Oktober 2019
Am Rooster Mountain in Henan

Ausstellungspräsentation 展览现场 (siehe die ersten 12 Bilder im Text): Stefanie Thiedig 由甲: At Rooster Mountain in Henan there is also Nebula, Serie 在河南鸡公山也有雾,系列. Print on paper (German Etching), 12x 40x60cm; pencil on rice paper, 40x180cm, 2019. 纸上印刷12x 40x60cm;宣纸上铅笔,40x180cm,2019年.

Die folgende Erzählung basiert auf dem mündlichen Bericht von Laowang oder auch Wangzong, dem Chef Wang, wie der Leiter des neuen Kunstviertels an dem Berg, um den es hier geht, von seiner Gefolgschaft genannt wird. Die Geschichte ist nicht nachgeprüft und die Daten können leicht durcheinandergeraten, die Namen vergessen worden sein. Anders gesagt enthält sie alles, was eine gute Legendenbildung ausmacht. Deshalb beginnt sie mit:

Es war einmal ein amerikanischer Missionar, der sich im Sommer 1904 aus der Hitze Hankous auf den Weg nach etwas Abkühlung machte. Hankou war damals eine beliebte Stadt für Handelsvertreter der westlichen Welt, die im Auftrag kolonial denkender Regierungen oder auf eigene Faust den heutigen Stadtteil von Wuhan im Herzen Chinas am Yangtse besiedelten. Pater Wallace, wollen wir ihn vorübergehend nennen, gelangte über knapp 200 Kilometer in den Norden. Dort kam er am Jigongshan an, dem Rooster Mountain, so bezeichnet nach seiner äußeren Form eines Hahns. Dort ragte dem Pater ein 200 Meter hoher Felsblock entgegen.





Laowang schiebt ein, dass Chinesen zum Zeitpunkt der ausgehenden Qing-Dynastie nicht wie Westler auf Bergen wohnten, sondern in ihren Tälern. Berge wurden von Gelehrtenmalern und Lustwandlern zum Frönen des Schöngeistes aufgesucht und schon einmal mit einer Pagode versehen. Zum Wildkräutersammeln und für das Vieh ging die einfache Bevölkerung hinauf, aber sie wurden außer von Emeriten nicht bewohnt.





Zu diesem Felsen nun wollte der Pater und es fand sich ein darüber die Stirn runzelnder Anwohner, der die Trampelpfade kannte. Was eine Bergkette, welch Vielfalt bei jeder neuen Biegung, was ein massiver, mächtiger, ja erhabener Felsen in seiner Mitte. Wenn da nicht der Herrgott persönlich am Werke war. Vor allem aber war es angenehm kühl, schattige Lichtungen und laue Lüftchen in seichtem Auf und Ab der Landschaft machten die Idylle perfekt. Wieder im Tale wurde der Geistliche zum Geschäftsmann und ließ jemanden mit Verwaltungsbefugnissen auftreiben, um ihm den Berg abzukaufen. So kam er für stattliche 400 Einheiten Silber in den Besitz von 2,8 Quadratkilometern. Darauf unterteilte Wallace den Sahnekuchenberg in 500 Parzellen und inserierte diese – zurück in Hankou – in der New York Times und der London Times. Im Handumdrehen waren alle Grundstücke verkauft und es begannen Amerikaner, Kanadier und Engländer, Holländer, Belgier und Franzosen, Spanier, Portugiesen, Deutsche, Dänen und Japaner ihre Villen zu bauen. Der eine oder andere Chinese war auch dabei. Das Wallace- und sein Pater-Dasein schlossen sich noch nie wirklich und auch hier nicht aus. Aus den ersten Einnahmen baute er eine Kirche und sein Gemeindehaus. Beide stehen heute noch, sowie daneben die Polizeistation und die Feuerwehr, die eine mit blauen, die andere mit roten Fensterrahmen. Insgesamt lebten bis Anfang der 1930er Jahre gut 3 000 Menschen hier. Was zunächst als Sommersitz angedacht gewesen sein mag, wurde bald eigenadministrativ genutzt. Es entstanden acht Schulen, von denen die amerikanische für 1 000 Kinder die größte war. Es gab eine Einkaufsstraße, Restaurants und Schönheitssalons. Ich stelle mir vor, dass hier hauptsächlich die wohlhabenden Damen mit Nachwuchs und Hausangestellten residierten.





Von den ehemals 500 Einheiten stehen heute noch 200. Ihre Bausubstanz ist großteils in ungewöhnlich gutem Zustand. Die Räume sind längst von Möbeln und persönlichem Habe geleert, viele Fenster entfernt. Nachdem man hier baute und einzog, trat ein Phänomen ein, dem man in China immer wieder im Verlauf der Geschichte und bis heute ausgesetzt ist: Man kann sich für ein paar Jahre, manchmal für ein paar kurze Jahrzehnte eine beschauliche Existenz aufbauen und muss dann aufgrund von äußeren Umständen weiterziehen. Vielfach handelt es sich heute um bauliche Maßnahmen, einen Staudamm, eine Bahntrasse, dann muss ein Künstlerdorf weichen, eine ganze Siedlung sich zerstreuen – das dazu häufig zu hörende meibanfa, da kann man nichts tun, wird also traditionell erduldet. Hier beendete spätestens der 2. Weltkrieg den Aufenthalt der Ausländer. Während des Bürgerkriegs zwischen den Kommunisten und der Guomindang verschanzten sich Sun Yat-sen und Chiang Kai-shek am Berg. Von letzterem kann man heute durch ein kleines Museum hinab in seinen damaligen Bunker steigen. Mit Gründung der Volksrepublik 1949 und Flucht der Nationalisten nach Taiwan wurde der gesamte Berg zum militärischen Sperrgebiet. Deshalb sind die Bauten überhaupt nur so gut erhalten und wurden auch während der Kulturrevolution nicht zerstört.





Einmal bin ich in eine restaurierte Ecke geraten, wo vielleicht zehn Villen wieder bewohnt, die Gärten gepflegt werden. Sonst sind heute ein paar wenige Spuren aus den 1990ern vorhanden, hier eine Stromleitung, dort ein Gebäude mit zu jener Zeit gerne verwendeten blauen Fenstern und weiteren ersten Ansätzen touristischer Umgestaltung. Aus den letzten Jahren stammen die Hauptstraßen, die Straßenschilder und gelegentlichen Infotafeln. Man spürt – und fürchtet – den neuerlichen Versuch der Touristifizierung. Doch abgesehen von den Hauptrouten, auf denen man ab und zu anderen Reisenden begegnet, abgesehen von den seltenen Einheimischen, die sich in dem einen oder anderen Haus eingerichtet haben, ist man hier meist alleine unterwegs.





Ich habe noch nie solch eine enorme Pflanzen- und vor allem Baumvielfalt auf so großer Fläche gesehen, von den Westlern damals um die jeweils eigenen heimischen Bestände erweitert und bis heute entsprechend integriert und vermehrt. Besonders gut betritt man diesen Ort im Nebel. Man betritt ihn respektvoll wie einen Friedhof – ohne Tote, aber doch mystisch mit einem Gefühl möglicher Geister. Vielleicht kommt man sich deswegen fast ein wenig voyeuristisch vor, als stöberte man in einer alten Gala-Ausgabe. Von den teils eng aneinander lehnenden Grundstücken geht es über alte Steintreppen verwinkelt und verwachsen gen Anwesen, jedes mit mehreren Zugängen der Hügellage entsprechend oder heimliche Stelldicheins gewährend. Man nähert sich behutsam, bildet sich den Anschein eines um die Ecke verschwindenden Kindes ein. Setzt sich auf eine Steinmauer, an einen vielleicht noch vorhandenen Steintisch im Garten, lässt die hier stattgefundenen Geschichten um sich herum entfalten, lässt sich hineinziehen. Bösartigen Geistern, wenn man an sie glauben mag, bin ich nicht begegnet. Ich bin mir sicher, dass auch dieser Ort nicht von Lug und Betrug verschont blieb, bestimmt nicht bei solch einer Gemeinschaft mit so viel Freizeit. Doch wirkt hier alles ungemein friedlich und freundlich, in diesem möglichen Schein lockt es einen regelrecht, sich in seine Untiefen zu begeben.





Die allesamt als Villen bezeichneten Gebäude reichen von einfachen Einfamilienhäusern bis zu stattlichen Herrenhäusern. Ihre Stilrichtungen entsprechen den damaligen Vorlieben und gut erkennbaren Eigenheiten der jeweiligen Heimat ihrer Bauherren. So verweilt ein deutsches Haus in seinem breiten, in sich ruhenden Platz- und Machtanspruch knapp vor dem Moment, in die Komik zu kippen. Die dänischen Häuser sind flach und dem Geschehen abgewandt, die japanischen mit schlicht eleganten Giebeln, die chinesischen mit wilden Hutkreationen …







Das Kunstviertel nun entstand aus dem Naturbedürfnis im Zuge der ständigen Abrissmaßnahmen von Künstlerkommunen in Beijing 2015. Der Kunstliebhaber Laowang saß mit einigen Künstlerfreunden zusammen, auf das ansteigende Lamento der Zeit folgte ein gedanklicher Streifzug durch die Weiten des Landes. Laowang, der aus Henan stammt, erinnerte sich an einen nie genutzten Bau in den Ausläufern des Rooster Mountains. Wie in vielen schönen Ecken Chinas, von verschiedenen Verwaltungsebenen seit den 2000er Jahren ausgehend, setzte man auch hier 2010 einen Vergnügungspark in die Landschaft, häufig ohne genaue Vorstellungen, dafür entsprechend der chinesischen Massenbewältigung auf 500 Personen ausgerichtet mit Unterkunft, Verpflegungs- und Gemeinschaftsräumen. Da der massige braune Block mit A, B, C und D Trakten keinem Nutzungsplan unterlag, freute man sich über Laowangs Anfrage. Zu einem guten Duzend kamen sie an, werkelten und luden bald zu einer Ausstellung ein. Die lokalen Verwalter waren begeistert und schlugen Laowang vor, hier ein Kunstviertel einzurichten. 2016 zog er her und restaurierte und renovierte die letzten drei Jahre. Schulklassen verbringen hier inzwischen ihre Zeichenreisen und Künstler werden zu Residenzen eingeladen.



Als Laowang Alexandra kennenlernte, gedieh der Plan eines internationalen Kunstfestes zur offiziellen Eröffnung des Ortes und auch als Hommage an Pater Wallace. Dieses wird nun mit einer großen Sause am 23.10.2019 gefeiert und ich freue mich sehr, daran teilnehmen zu dürfen.

Stefanie Thiedig, im Juni 2019.
Dieser Text ist auf Reispapier geschrieben zu den Drucken gehängt (siehe erstes Bild dieses Blogbeitrags).







So schön, so gut. Dann allerdings …


Eingesperrt im Kunstviertel Jigongshan

Wir sind doch nicht in Nordkorea. Und dennoch setzt die 70-Jahrfeier der VR China am 1.10.2019 und das wohl damit einhergehende Anziehen der Regierung auf allen Ebenen hier jedermann unter Strom. Natürlich ist die Situation ungewöhnlich: Wir sind in der Provinz, im südlichsten Henan, dreißig Kilometer von der nächsten größeren Stadt entfernt in einem neu eröffneten Kunstviertel, das einmal als Vergnügungsviertel geplant war und weiterhin vermutlich nicht nur der Bezirksebene untersteht. Man wusste hier mit Sicherheit nicht, worauf man sich einlässt als man zwanzig internationale Künstler zu sich einlud. Es ist etwas anderes als chinesische Uniklassen mit 20-Jährigen zu beherbergen, die Gefügigkeit gewohnt sind, um die man einen Zaun ziehen und dort halten kann. Ich wurde heute gefragt, wie ich die Geschehnisse in Hongkong einschätze. Vielleicht bin ich paranoid, auf mein Zögern kam „Wir sind hier unter uns“, die Schere im Kopf war alles andere als beruhigt. Im Prinzip sollen wir hier nicht mehr ohne Begleitung einer der Mitarbeiter vom Gelände.

Ich bin mit An- und Abreise 9 Tage hier. Viel zu lange für solch eine Situation. Ich habe einen Freund mitgebracht, der das erste Mal in China ist. Er ist Hobbyfilmer und ich bat ihn vor der Reise, keine militärischen Einrichtungen aufzunehmen, mit der Kamera keinem Polizisten direkt ins Gesicht zu zielen, solche Sachen. Nicht überall Zugang zu erhalten, klar, kenne ich. Aber damit, dass wir eingesperrt werden, hatte ich nicht gerechnet.

Seit Jahren propagiere ich das Mantra, Land und Leute von der Regierung zu trennen. So herzlich die Leute weiterhin sind, wird es doch gerade sehr schal und ich bin nur noch froh, wenn ich hier wieder weg bin.

Stefanie Thiedig, 21.10.2019.


Die Ausstellung war dennoch ein Erfolg. Und nachdem ich mich mit dem kleinen zweiten Text abreagiert und genügend Reisschnaps eingeflößt bekommen hatte, durfte ich am Eröffnungstag ins Örtchen fahren und für den Abend Feuerwerk holen, ich erstand eine 98-Schuss-Batterie für 150 Kuai.


Perspektivverzerrtes Foto von Hans Winkelmann.


Anny Wass (Plakat), Gert Resinger (Skulptur).


Frederik Foert.


Ebd.


Olga Georgieva in Zusammenarbeit mit Cui Guotai 崔国泰.


Gert Resinger (Skulptur), Elke Graalfs (Wandmalerei).


Gert Resinger (Skulptur), Xiao Wenjie 萧文杰 (Malerei).


Silvia Robin Ederer (Installation vorne), Olivier Hölz (Installation hinten).


Anny Wass.


Olga Vorobyova.

Dann ging es in den Abend hinein mit Sause und Tanz ums Lagerfeuer.
















Siehe auch: “毫不犹豫”,来自中国的灵感. In: U Can 优看, 27.10.2019.


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Samstag, 7. September 2019
Deutschland: Kunst im Sommer 2019
Zunächst, was ansteht. Der Sommer wird noch nicht ganz aufgegeben:



Fake Music Media bringt The Hormones auf Tour nach Deutschland. Am Freitag, 20.9.2019 sind sie mit dem Reeperbahn-Festival in Hamburg, 22:45 Uhr, Nochtspeicher, Bernhard-Nocht-Straße 69.


Auf zur Runde, was mir diesen Sommer unter die Augen gekommen ist – mit neu vor alt und Zwischendurchs, einiges läuft noch:

Berlin

Im Kulturforum läuft Micro Era: Media Art from China 微纪元。中国媒体艺术. Mit Cao Fei 曹斐, Fang Di 方迪, Lu Yang 陆扬 und Zhang Peili 张培力, 5.9.2019–26.1.2020.

Möge jede/r pilgern, wer die Chance hat, Cao Fei zu sehen (s. a. unten unter Düsseldorf); und Lu Yang ist ebenfalls groß, beider Werke kann man unbedingt mehrfach sehen:


Cao Fei: 11.11. Installation mit Filmstill von Einkanal Videoinstallation, 2018.


Ebd., Filmstill.


Ebd., Filmstill.


Lu Yang: Uterusman. Installation mit Filmstill von 3D-Animation, 2013.


Ebd.: LuYang Delusional Mandala. Filmstill von Einkanal Videoinstallation, 2015.


Ebd.: (hinten links 左后) LuYang Delusional Crime and Punishment. Einkanal Videoinstallation, 2016.
(Raum 场地) Power of Will – Final shooting. Installation, 2016.


Ebd.: Electromagnetic Brainology. Fünfkanal Videoinstallation, 2017.


Ebd.: Electromagnetic Brainology Brain Control Messenger. Filmstill aus Zweikanal Videoinstallation, 2017.


Oqbo zeigt paperfile #15. Brunnenstraße 63, 7.9.–5.10.2019.




Alice Dittmar: Blue Void. Repetitive Strichzeichnung auf Foto, 2018.




Migrant Bird Space zeigt Shi Zheng 施政: Embers 余烬. Koppenplatz 5, 3.9.–18.10.2019.


Shi Zheng 施政: Frosty Morning Bine. Filmstill aus Videoinstallation, 2019.
Foto von Lu Mei 卢玫.


Hamburg



Das Gängeviertel in Hamburg feierte seinen 10. Geburtstag, 22.–25.8.2019. Neben einer großen Party wurde das Hauptgebäude auf seinen drei, vier Stockwerken links und rechts mit ein paar Ausstellungen bespielt:


Mark Matthes: O. T. (Abriss). 2011.


Jana Schumacher: (v.l.n.r. 从左往右) Starship Sailing/ Moon; Starship Sailing/ Milkyway; Starship Sailing/ Sailing. 2018.


Marvin Kampermann: O. A.


Eric Anders: O. A.

Zur Aufnahme der Angaben in den beiden folgenden Räumen und der Projektion außen war ich leider schon zu trunken, bitte verzeiht:








Café im Obergeschoss.






Weiter unterwegs:


Die Holthoff-Mokross Galerie zeigt Inka Büttner: Schöne Tage mit Mama. Fischers Allee 70, Juni(?)–7.9.2019.


Ende Juni lief der Architektursommer im Kraftwerk Bille, 21.–30.6.2019. Das Billewerk ist ein kleines 798, das als Kohlekraftwerk der Hamburgischen Electricitäts-Werke 1901 ans Netz ging und seit ein paar Jahren mit noch folgenden Umbauten in Konversion steht; Bullerdeich 14a, S-Hammerbrook.


Josephin Böttger und Felix Kubin: Topia II. Video- und Sound-Environment zur epidemischen Expansion der urbanen Choreografie. 2019.


Caspar Hüter: Bruchland. Das menschliche Maß – Energie. Maps – Moving Arts Performances. Kesselhalle, 2019.


Ebd.


Dock 13: Holz-Dampf-Bauperformance. 2019.
Man beachte den frisierten Reiskocher in der Mitte unter dem Konstrukt.


Im ehemaligen Völkerkundemuseum Hamburg, nun umbenannt in MARKK, Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, allerdings weiterhin in Sperrholzplatten kuratiert, läuft Von Wölfen und Menschen. 12.4.–13.10.2019.


Lucas Cranach d. Ältere (1472–1553): Werwolf. Um 1512.


Kawanabe Kyosai (1831–1889): Holzschnitt aus dem Band „Kyosai-Suiga“. Japan, 2. Hälfte des 20. Jh.


Ebd.

Ein paar Filmplakate:






Just sah ich der Tage erneut den Film von RZA: The Man with the Iron Fist. 2012. Dort glatt auch ein Wolfskopf, dem ich diesen Filmstill entnommen habe.


Berlin


Am Weißensee.


Strandbad am Weißensee.


Im Gropiusbau laufen:

Bani Abidi: They Died Laughing. 6.6.–22.9.2019. Großartig.


The Address. Filmstill, 2007.


Security Barriers, A to Z. 2008–18.


Ebd.


Ebd.


Locations in the Garden of Love. Videoinstallation, 2014.


Section Yellow: 1. The Distance from Here. Filmstill von Einkanal Videoinstallation, 2010.


Death at a 30 Degree Angle. Filmstill von Videoinstallation, 2012.


A Proposal for a Man in the Sea. Fotografien, 2012.


The Man Who … After Ilya Kabakov’s „The Man who flew into space from his apartment“. Hier: The man who could split a hair. 2016.


O. A. – sorry, mein Fehler.


Ebd.


Sowie die Gruppenausstellung: Garten der irdischen Freuden. 26.7.–1.12.2019.


Rashid Johnson: Antoine’s Organ. O. J.


Taro Shinoda: When I See You in Your Mirror. 2019.


Ebd.


Zheng Bo: Survival Manual II (Hand-copied 1945 „Taiwan’s Wild Edible Plants“). 2016


Korakrit Arunanondchai: 2012–2555. O. J.


Renato Leotta: Notte di San Lorenzo. 2019.


Heather Phillipson: Mesocosmic Indoor Overture. Detail, 2019.


Ebd., Detail.

Ich habe in Berlin ein neues Wort gelernt: AR, Augmented Reality, also Erweiterte Realität. Ihr gehört das in China natürlich längst weidlich genutzte Phänom, Herzchen, Smileys, flimmerndes Irgendwas über Bilder oder GIFs zu legen. Wort und kommerzielle Nutzung mit berlinerischer Freshness für Imagekampagnen gibt es von Commercialmuse.


Ebd., Detail.


Uriel Orlow: Theatrum Botanicum. 2015–18. Detail: Memory of Trees.


Ebd. Detail: Muthi.


Jumana Manna: The Water-Arm Series. Detail, 2019.


Lungiswa Gqunta: Lawn I. 2019.


Pipilotti Rist: Homo Sapiens Sapiens. Detail, 2005.
Die Videoinstallation an der Decke nur in Andeutung, da zu groß für meine Linse, darunter die verhangenen Seitenfenster.


Michael Hamburger: Tacita Dean. Filmstill, 2007.


Außerhalb der großen Bauten:


Alice Dittmar: Apartmentinstallation. 2019.


NordArt

Hamburg hat innerstädtisch viel Grün zu bieten, dazu kann man gut mal aufs Land fahren. Seit bald 25 Jahren läuft jeden Sommer die NordArt im Kunstwerk Carlshütte, Büdelsdorf (bei Rendsburg), 1.6.–13.10.2019.



Die Fotos sind mit Handy aufgenommen, die Qualität eine andere, möglicherweise kompatibler. Als internationale Ausstellungsreihe gibts die Länder zu den Künstlern. Hier meine Auswahl.

In den Hallen der Eisengießerei Carlshütte:
Es gibt den French Pavillon und das Sonderprojekt Mongolei: In der Welt Sein: Encountering Sublimity.


(Bild 画) Gan-Erdene Tsend, Mongolia: Father. Öl auf Leinwand, 2019.
(Vorne 前) Namuun Batmunkh, Mongolia: ARAG. Holz, Seil, Pferdemist etc., o. J.


Odmaa Uranchimeg, Mongolia: I’m Singing. Porzellan, 2016.


Gilles T. Lacombe, France: O, wind, when winter comes … Multimediainstallation, 2019.


Elise van der Linden, Netherlands: Shades of Silence. Filmstill von Videoinstallation, 2017.


Marko Kusmuk, Serbia: Cognition 3. Mischtechnik auf Leinwand, 2018.


Undine Bandelin, Germany: (V.o.l.n.u.r. 上左下右) Das Geheimnis; Der Anruf; Der letzte Tanz; Der Salon. Alle: Siebdruck und Mischtechnik auf Leinwand, 2016–19.


Gerrit Bekker, Germany: In meines Vaters Haus. Mischtechnik, 2017.


Bratislav Radovanović, Serbia: The Ingots (Die Barren). Öl auf Leinwand, Ausschnitt, 2017.


Gong-Goo, South Korea: Phantasmagoric. Digitale Collage auf Papier auf Aluminium, 2018.

Zum 500. Todestag 2019 von Leonardo da Vinci habe ich aus Venedig, Beijing und Hamburg hier gepostet 今年更多的达·芬奇从威尼斯、北京、汉堡: Kunstsommer 2019: Venedig ∣ 2019年艺术之夏:威尼斯双展, bitte: Strg+f da vinci.


Jenny Ymker, Netherlands: Tomorrow. Gobelin, 2018.


Liêu Nguyễn Hướng Dương, Vietnam: Sakura. Acryl auf Leinwand, 2017.


Eva Nielsen, France: Zamak II. Öl und Acryl auf Leinwand, 2018.


Lydie Jean-Dit-Pannell, France: Tout va bien, A Tribute to Wolf Vostell. Fotografien, 2004/ 2010.


Diana Righini, France: Drapeaux de dissidences. Polyester, Patchwork, Stickerei, 2015.


Hu Xiangdong, China: (V.l.n.r. 左右) Big Cauliflower; Big Radish. Öl auf Leinwand, 2016.


Xi Jianjun, China: Babylonian. Holz usw., 2017–18.


Zhang Zhaohui, China: You & Me. Edelstahl, 2009. Edition 6.
Man kennt die Arbeit aus dem 798 in Beijing. Auch hier soll sie schon etliche Jahre angebracht sein. Zwischen Shop und Zugang der Haupthallen.


In der Halle der Alten Meierei läuft das Sonderprojekt Norddeutsche Realisten:


André Krigar, Germany: Abendliche Straßenszene. Öl auf Leinwand, 2018.


Lars Möller, Germany: Wald. Diptychon, Öl auf Leinwand, 2007.


Im Skulpturenpark:


Liu Ruowang 刘若望, China: Original Sin. Bronze, 2011–13.


Jan Dostál, Czech Republic: Rounded. Stahl, 2016.


Mikhail Dronov, Russia: Swan Lake. Bronze, 2015.


Zdeněk Šmíd, Czech Republic: Upside Down. Anröchter Stein, 2005.


Leider nur mit halben Angaben. Die Schafherde scheint nicht das erste Jahr hier zu stehen, von Serben soll sie sein. Für mich die beste Arbeit der gesamten Sause.
Man beachte das Wolfsrudel im Hintergrund. Insofern mag gar das alienöse Weißgrün der Handyfotografie nach hinten links zwischen Schafen und am Baum vorbei in die Wölfe hineingehend gerechtfertigt sein. (S. zu Wölfen auch weiter unten, Völkerkundemuseum Hamburg.)


Das hier ist der Schäfer.


Und hier die gesamte Herde.


Liu Ruowang, China: Wolves Coming (Die Wölfe kommen). Stahlguss, 2008–10.

Von dieser nördlichen Seite der Schafe den leichten Abhang hinunter, geht es zu den Wölfen. Ich finde sie auf meinem Blog nicht, wundere mich, sie nicht draufgestellt zu haben. Sie standen 2010 im 798 auf dem Originality Square, Henning und Alice waren da, meine Eltern; es war zur Zeit der ersten Eliasson-Ausstellung in BJ im UCCA, die leider wie die meisten seiner Ausstellungen richtig gut war. Gut machen sich auch die Wölfe in Büdelsdorf.


Ebd.


Zdeněk Šmíd, Czech Republic: Wave. Edelstahl, 2018.
Von den Wölfen gen Ausgang.


Peter Lundberg, USA: Katla. Beton und Stahl, 2010.
Am Ein- und Ausgang.


Öffentliche Kunst in Hamburg

In Hamburg unterwegs, gibt es hier und dort ein paar Fundstücke zu entdecken, längst nicht erschöpfend, chronologisch:


Walter Dexel (1890–1973): Lichtplastik. 1926.
Vom Dammtordamm südlich des CinemaxX hinein im Gustav-Mahler-Park.


Ebd.


Paul Wunderlich (1927–2010): Sieben Würfel. 1962, aufgestellt 1992.
Alsterglacis/ Kennedybrücke, südliche Grünfläche zur Lombardsbrücke.


Ebd.


Sol LeWitt: Black Form. Dedicated to the Missing Jews. Betonguss, 1987/ 1989, restauriert 2013.
Platz der Republik vorm Altonaer Rathaus.


Stephan Huber und Raimund Kummer: Firmament. Ansicht C (von A, B und C), gußeiserne Sternskulpturen, 1994 (1991).
Hauptbahnhof-Nord U2 Richtung Niendorf Nord, unten vor den einzelnen Röhren links neben dem Fahrstuhl.


Lothar Fischer: Enigma-Variationen. 8 Figuren, 1996–97.
Aus dem Kontorhaus Meßberghof lieferte die Firma Tesch & Stabenow das Giftgas Zyklon B an die Konzentrationslager Auschwitz, Majdanek, Sachsenhausen, Ravensbrück, Stutthof und Neuengamme; Meßberg 1.


Ebd.


Ebd.


O. A.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Gloria Friedmann: Hier + Jetzt – den Opfern nationalsozialistischer Justiz in Hamburg. 1997.
Am Sievekingplatz 2 vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht. Am Panoramabild von Hamburg steht auf der rückseitigen Betonwand, sichtbar vom Gerichtsgebäude aus, groß die mahnende Jahreszahl 1933.


Christoph Schäfer und Cathy Skene, Anwohner und Planer: Park Fiction aka Gezi-Park Hamburg (2013). 2003–05.
Diese Treppe hoch von St. Pauli Fischmarkt, Buslinie 112, Station Hafentreppe.


Ebd., oben.


Hans Martin Ruwoldt (1891–1969): Kronenkranich. Bronze, 1967.
U-Hagenbecks Tierpark unten. Die Bronzeskulptur wurde 2007 komplementiert durch:


Ebd.
(Hinten oben 后上) Jochen Lempert (*1958): Die fünf Kontinente. Leuchtkästen, Lambdadrucke, Detail, 2007.
(Hinten unten 后下) Toshiya Kobayashi (*1959): Magnolia: Liebe zur Natur. Lambdadruck, Detail, 2007.

FOTO soll noch folgen.
Frank Raendchen: Steinerner Orientteppich. 2019.
Von U-Baumwall aus auf der Wilhelminenbrücke vor der Körber-Stiftung und von dieser im Zuge ihres Wettbewerbs „Kunst und Kultur in der HafenCity“ finanziert.

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Bislang nicht auf dem Blog gelandet, werden hier nun Düsseldorf und Köln im Zwischen den Jahren 2018/19 untergejubelt:

Düsseldorf

Denn das K21 Ständehaus zeigte Cao Fei. 6.10.2018–13.1.2019.

Leider ging es ab in den Keller. In der Kunsthalle in Hamburg wird auch der Keller für wechselnde Ausstellungen genutzt, ich finde das eher schade, wirkt abgestellt. Packt doch lieber Dauerwerke dort hin. Die zwei Kellerräume im K21 sind breit und flach, der erste mit großer Grundfläche, der zweite verwinkelt. Im ersten Hauptraum liefen fünf, sechs von Cao Feis Videoarbeiten mit kompletten Installationen – alle simultan mit Sound an, was verstörend gut war. In einer Ecke war als biografischer Hintergrund, resp. Respektbekundung Cao Feis Vater mit einer Auswahl seiner Werke vertreten – mit einigen Skulpturen und durch Interviews von Cao Fei.

Der Skulpteur Cao Chong’en 曹崇恩 (*1933, Guangzhou) ist in China recht bekannt mit seinen Bronzeskulpturen.


Cao Chong’en: Deng Xiao-ping. 100 Stück, Fiberglas, 2004.


Ebd.: Roof. Fiberglas, 2004.


Cao Fei: Interview with „Sun Yat-Sen“. Filmstill aus Einkanal Video, 2006.
Text: „袁世凯也好,李鸿章也好 [etwa: gute Leute:] Yuan Shikai, Li Hongzhang“

Zu Cao Feis Werken. Düster wars, ich habe nicht viel geschossen, Filmstills.


Utopia Factory. O. A.
In the Night Garden. Einkanal Videoinstallation, 2007/ 2018.

Dazu gab es ihr RMB City: A Second Life City Planning. 2007; und The Birth of RMB City. 2009. Die Animationen der Nullerjahre sind wirklich schon alt, aber sie wirken immer noch.


People’s Limbo. Filmstill aus Einkanal Videoinstallation, 2009.
Hier gibt es Laozi (Lao Tze), Marx, Mao und Lehman im Gespräch:


Ebd., Filmstill.
Text: „Marx: Mr. Lehman, you have finally come to find me.“


Ebd., Filmstill.
Text: „[Sequenz zuvor:] Lehman: In my 158-year long life, [hier:] freedom and economics have always bothered me.“
Laozi, Marx, Mao und Lehman zum Ende mit diesem Dialog: „Mao: New revolution, new Long March, perpetual exercise preserves youth forever. // Mao: Brother Lao Tze, in the end, is this a revolutionary era? // Marx: Brother Lao Tze, will the waves of history really wash over the stink of money? // Lehman: Brother Lao Tze, will starting a new company bring about new changes? // Mao/Marx/Lehman: What are we ultimately to do?“ Dann beginnen alle vier Taiji-Bewegungen, darauf: „Lao Tze: We are incapable of knowing what we live for or why we live, // but every thing, every being, must have its own worth. // In the midst of endless time, life forces come into their own. // Come, let us meditate and experience the Way. // [Outro:] To be in Limbo …“


Haze and Fog. Filmstil aus Einkanal HD-Video, 2013.


Ebd., Filmstill.


Ebd., Filmstill.


Ebd., Filmstill.

Dazu gab es vieles mehr, ich habe wenig geknipst und besonders die Auswahl des verwinkelten Raumes ist alles andere als repräsentativ:


Apocalypse Tomorrow – Surf in RMB City. Inkjetdruck auf Papier, 24-teilig, 2011.
Text: „Do Not Commit But Intelligent Mistakes“


In der Kunsthalle Düsseldorf lief Harald Szeemann: Museum der Obsessionen. // Großvater: Ein Pionier wie wir. 13.10.2018–20.1.2019.

Harald Szeemann (1933–2005) war jüngster Schweizer Museumsleiter in Bern (1961–69), erster unabhängiger Kurator (erste Show: Happening & Fluxus, 1970), Generalsekretär der documenta 5 (1972). Die einzelnen Ausstellungsstücke weiß ich leider nicht mehr zuzuordnen.


Text: „mit // von // durch // wegen // gegen // trotz“


Text: „a flur // suicide kit // by ben“




Live in Your Head. When Attitudes Become Form. 1969.
Text: (links 左) „When Attitudes Become Form – Kunsthalle Bern Datum“; (rechts 右) „Phillip Morris // When Attitudes … // … Become Form“




Text: „Maitag des Proletariats // Stammbaum des modernen Sozialismus.“ Die drei Stammsäulen sind am unteren Ende (v.l.n.r.): „Der utopische Sozialismus“, „Humanitäre Kritik der politischen Oekonomie.“ und „Arbeiter-Kommunismus und Klassenkämpfe.“; und laufen oben zusammen als (v.l.n.r.): „Karl Marx“, „Fr. Engels“ und „Ferd. Lassalle“.


Marcel Duchamp. O. A.




Junggesellenmaschinen. 1975.

Großvater: Ein Pionier wie wir:


Text: „Ascona, das deutsche Künstlerparadies am Lago Maggiore“, Stuttgarter Illustrierte – Das Bunte Blatt, 1932.


O. A.


Als eine der vielen Ausstellungen 2019 anlässlich des Jubiläumsjahres 100 Jahre bauhaus lief im NRW-Forum Düsseldorf Bauhaus und die Fotografie: Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst. 7.12.2018–10.3.2019.


Kris Scholz: Marks and Traces. (V.l.n.r. 从左往右) Chongqing 7. 2018; Xi’an Academy of Fine Arts 2. 2013; Chongqing 5. 2018.


Subjektive CGI. 2015–16.


Ebd.


Eda Sarikaya: found footage. 2017; Fotografische Skulptur. 2018.


Köln

Im Wallraf Museum (das merkwürdigerweise nur seine aktuellen, keine vergangenen Shows online hat) lief die sehr gute Ausstellung Es war einmal in Amerika: 300 Jahre US-amerikanische Kunst zwischen 1650 und 1950. 23.11.2018–24.3.2019.

Leider durfte nicht fotografiert werden. Googles Bilder hier.

Der Linse erlaubt war Schatten im Blick? 28.9.2018–13.1.2019.


Sorry, o. A.


Rembrandt (1606–1669): Hl. Hieronymus in seiner Gelehrtenstube. 1642.


Rembrandt: Die Landschaft mit den drei Bäumen. 1643.


Jan Saenredam (1565–1607): Das Höhlengleichnis von Platon. O. J.



Die Galerie Karsten Greve zeigte Qiu Shihua: Impressions. 10.11.2018–5.1.2019.

In der Unterführung der Ebertplatzpassagen gibt es zwei kleine Offspaces (gezeigt von Martin):


Gold + Beton.


Im Labor lief: Jahresendausstellung 2018.


Ebd., o. A.


Das schmalste Haus von Köln: Radius House, 1997; am Eigelstein 115.


Scheinbar läuft in etlichen deutschen Städten das sogenannte „Illuminationsprogramm für Bahnunterführungen“, um 2013 mit 31 Unterführungen in 24 Städten von der Stiftung Lebendige Stadt.
Hier Beleuchtung der Gleisunterführung von Stahl und Glasbausteinen beim Kölner Hauptbahnhof in der Marzellenstraße.


Anonym: Der Balancer. 1990.
An der Hohenzollernbrücke.


Kristallin.






Absperrungen, Zäune. Mittlerweile sehen so Vorbereitungen für die anstehende Silvesternacht aus.


Der Weihnachtsbaum wurde während unseres Besuchs hinter der Domplatte gerade ab-, wird fast schon bald wieder aufgebaut.

Uns allen vorher aber noch ein gutes letztes Drittel 2019.


Vielleicht gar mit Berg?






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Dienstag, 9. Juli 2019
Kunstsommer 2019: Venedig ∣ 2019年艺术之夏:威尼斯双展



Fondamenta S. Maria Formosa.

Im Zuge meiner 111 Orte in Beijing stieß ich auf Hugh Honours: Venedig. München u. a.: Prestel 1966, 6. überarbeitete Auflage 2000 (Original: The Companion Guide to Venice. 1965). Ist man nicht gleich anders berührt, wenn jemand etwas „erschütternd schön“ findet oder das Aussehen einer Stadt durch den Lichteinfall als „krebsschalenartiges, brüchiges und zerbrechliches“ beschreibt? Im Gegensatz zu meinem Ansatz, stellt er gleich im ersten Satz in seiner Einleitung klar, sein Buch sei „nicht für den Lehnstuhl-Reisenden“. Im Unterschied zu Beijing kann man Venedig allerdings auch mit einem über 50 Jahre alten Reiseführer besuchen. Ein paar Plätze haben inzwischen andere Namen erhalten, man trinkt heute überall Spritz Aperol statt Wasser mit einem Schuss Anisetta Meletti – der Kauf dieses mittlerweile unbekannten Anisschnapses blieb mir ebenso verwehrt wie das Erstehen einer kleinen Reproduktion einer der vielen bizarren Groteskköpfe, zu der ich mich von Senior Honour angestachelt fühlte. So war ich auf meisterlichen Spuren unterwegs, um mich neben der Biennale mit einem alten Kunsthistoriker durch die Gassen treiben zu lassen. Google Maps kam den ständigen Windungen sowieso kaum hinterher.





Daher kommt es, dass man gelegentlich auf einer Brücke steht und in die Gegend schaut. Einmal sprach mich ein Mann in Blaumann an, buongiorno, Marco Polo ranta di undirgendwieweiter. Ahja, sagte ich, Marco Polo, und begriff nichts. Wiewohl mich der Chinaerfinder selbstverständlich interessiert. Opera house verstand ich dann doch mit Blick auf das Schild an der Fassade und dass der Typ Feuerwehrmann des Hauses war. Kann man sich so etwas entgehen lassen? Durch dunkle Gänge ging es in eine Halle, aus dem Schummern knipste er das Licht an. Was ein Saal, welch Deckenbemalung, benne oder bella konnte ich nicht richtig deklinieren, durfte ein Foto machen, verpfuschte es grandios und starrte die großartige Decke an. Zum Gang in den Backstagebereich ließ ich mich dann aber doch nicht überreden, bedankte und verdrückte mich.

Die von den Balkonen flatternden „NØ“s der Stadt richten sich gegen die Kreuzfahrtschiffe.







Die wahrlich überdimensioniert vereinnahmend wirken, wenn man ihnen dann begegnet.



Aber auch politische Aussagen folgender Art, siehe meinen kurzen Rant unten, sind großartig:










(Text: „Ceci n’est pas une Asshole.“)




58. Biennale Venedig 2019: May You Live In Interesting Times, 11.5.–24.11.2019

Der Titel des Kurators Ralph Rugoff soll ein chinesischer Fluch sein oder gewesen sein, jemanden also damit verwünschen, nicht in Harmonie und Frieden, sondern in aufwühlenden Zeiten zu leben. Das kann ich gut glauben, aber auf Nachfragen leider nicht bestätigen. Den Titel finde ich so oder so ziemlich gut, seine mögliche Fiktionalität (Biennale-Katalog: Vorwort Rugoff, S. 22) ebenso passend. Und allen Unkenrufe zum Trotz hat mir diese Biennale sehr gefallen.

Mit einer Einschränkung: Obwohl ich prinzipiell sehr für politischen Inhalt in der Kunst bin, hat er mich auf dieser Biennale nicht überzeugt. Ein verunglücktes Flüchtlingsboot an Land zu hieven (Christoph Büchel: Barca Nostra) oder drei Millionen vergangener Begriffe aufzuschreiben (Neuseeländischer Pavillon), mag verstörend gemeint oder ästhetisch schön sein, und auch Mahnmahl oder Archiv können zu Kunst werden, aber hier bleiben sie für mich im Ansatz stecken. Sie wirken wie die Vorarbeit zu etwas, das noch kommen muss. Es gibt noch andere Beispiele, so durchlaufe ich ungern eine Geschichtsstunde, bevor ich mir etwas ansehe – wenn mich etwas fesselt, dann beschäftige ich mich im Anschluss gerne näher damit. Auch – und ich bin mir nicht sicher, ob man das politisch korrekt sagen darf – kamen mir einige Präsentationen der afrikanischen Künstler wie die Werbekampagnen von Benetton in den 1990ern vor, als würde es reichen, andere als weiße Hautfarben zur Integration aufzunehmen.

Was mich wirklich überrascht hat, waren viele der Videoarbeiten. Häufig kann ich es in Museen oder Galerien kaum eine Minute bei ihnen aushalten, denke mich regelmäßig wegen meiner Ungeduld schelten zu müssen und kann doch nicht anders als hinaus. Oder ich schimpfe schon einmal vor mich hin bzw. hier, wenn man mir und dem Publikum etwa auf der Art Basel Unlimited tatsächlich einen 63-Minütler (Larry Bell: Hydrolux, 1986, Hauser & Wirth) zumuten will. Die 94 wunderbaren Minuten von Jon Rafman: Dream Journal, 2019, habe ich mir nicht vollständig angesehen, doch aber eine gute halbe Stunde lang. Auch Hito Steyerl: This is the Future, 2019, hat mich in ihren Bann gezogen, wie erstaunlicherweise fast jedes der ausgewählten Videos von Einzelkünstlern. Mich hat sehr gefreut, dieses Medium wiederentdecken zu dürfen.

Es folgt ein selektiver Rundgang über das Arsenale und das Giardini, zunächst jeweils mit den Propositionen, dann den Pavillons. Im Anschluss einige Pavillons, die über die Stadt verteilt sind. Die Reihenfolge entspricht meinem Gang.


Arsenale

Proposition A


Christian Marclay: 48 War Movies. Filmstill von Einkanal Videoinstallation, Loop, 2019.


Ed Atkins: Food-Porn is no [misnomer.] Filmstill von 9 verschiedenen Sequenzen, 16 Min., 2017–19.


Shilpa Gupta: For, in your tongue, I cannot fit. 2017–18.


Yin Xiuzhen: Trojan. 2016–17. (S. a. BJ: Kunst im Frühjahr 2018, Pace Beijing 佩斯北京.)


Ebd.: Nowhere to Land. 2012.


Stan Douglas: Queue. 2017.


(hinten links) Nabuqi: Destination. 2018.
(vorne rechts) Augustas Serapinas: Chair for the Invigilator (brown). 2019.


Martine Gutierrez: Body En Thrall. 2018.


Carol Bove: Nike III. 2019.


Ebd.: Ariel. 2017. (Sorry, miese Fotoqualität.)


Korakrit Arunanondchai und Alex Gvojic: No history in a room filled with people with funny names 5. Filmstill von 3-Kanal Videoinstallation, 30:44 Min., 2018.


Nicole Eisenman: Econ Prof. 2019.


Ebd.: American Goth. 2018.


Ebd.: The General. 2018.


Sun Yuan & Peng Yu: Dear. 2015. (Leider außer Gefecht gesetzt.)


Hito Steyerl: This is the Future. Filmstill von Videoinstallation, 16 Min., 2019.
(UT: „in this forest science comes to dies / and is reborn as alchemy.“)


Ebd.
(UT: „fiction takes the place of production.“)


Ebd.
(UT: „I go looking for it in many colorful places that look like / the future looked in the 20th century.“)


Camerin Jamie: Smiling Disease. 12 Stück, 2008.


Ebd. (Groteskköpfe.)


Maria Loboda: Lord of Abandoned Success (L’Argile Humide). 2017.


Michael Armitage: The Paradise Edict. 2019.


Gauri Gill: Becoming: (beide) Mumbai. 2012.


Ulrike Müller: Rug (con tacónes). 2018.


Yu Ji: Flesh in Stone … Component 3# (?). 2017.


Liu Wei: Microworld. 2018. (S. a. BJ: Kunst im Frühjahr 2018, Long March Space 长征空间.)


Antoine Catala: The Heart Atrophies: A (+-). 2018–19.


Jon Rafman: Dream Journal 2016–2019. Filmstill von Einkanal Videoinstallation, 94 Min., 2019.


Tarek Atoui: The GROUND: The Spin Library 0.1. 2017.


Zhanna Kadyrova: Market. 2017– ongoing.


Tomás Saraceno: Aero(s)cene: When breath becomes air, when atmospheres become the movement for a post fossil fuel era against carbon-capitalist clouds. 2019. (Eigentlich vor allem gut mit den Luxusyachten im Hintergrund.)


Pavillons


Türkei: Inci Eviner: We, Elsewhere.


Peru: Indios Antropófagos: Christian Bendayán.


Südafrika: The stronger we become: Mawande Ka Zenzile.
(Text: „Come inside and remember to leave your shoes and your mind outside“)


Philippinen: Mark O. Justiniani: Island Weather. (Leider nicht erkennbar, es handelt sich um verspiegelte Schächte mit allerlei Utensilien.)


Ghana: El Anatsui: Earth Shedding its Skin. 2019.


Chile: The Hegemonic Museum: Der Arbeiter Crawall.


Ebd.: Drawing.


Indonesien: Akal Tak, Sekali Datang, Runding Tak und Sekali Tiba: Lost Verses.
(Text: „Isn’t it pretty to think so?“)


Ebd.
(Text: „Perceiving an imaginary visitor“)


Indien: Shakuntala Kulkarni: Of Bodies, Armour and Cages. 2010–12.


Italien: Enrico David, Liliana Moro und Chiara Fumai: Neither Nor: The Challenge to the Labyrinth.


Ebd.


Ebd.


Ebd.


Ebd.

Geweigert habe ich mich, ein Foto von Chen Qis: China Pavilion Artwork: A Place without Whence or Whither – I aufzunehmen, von einem Rondell, bei dem man nach Durchsicht von zehn Regeln in hundertmal genutzte Schuhüberzieher steigen musste, um dann an einer Seite in ein 1m2 großes Loch in der Decke zu starren. Entsprechend genervt ging ich dann hinüber in den chinesischen Pavillon, der mit den typischen Hochglanzporträts der Künstler begann und in dem überall überdimensionale QR-Kodes zum Folgen aufforderten – die dann zu einer App führten, die einen überall in Venedig auf chinesische Spuren und Einflüsse hinweisen wollten. Tatsächlich gab es aber zwei, drei ganz witzige Sachen im Pavillon:


Chen Qi 陈琦: Reflections on Governance from the Imperial Pen 御制资政要览.


Geng Xue 耿雪: The Name of Gold 金色的名.


Giardini

Proposition B


Lara Favaretto: Thinking Head. 2017–19.


Ryoji Ikeda: spectra III. 2008/ 2019.

Zur Warnung vor Ort, „installation with dazzling light“, fällt mir eine Bemerkung von Lichttechniker Tim auf der Automesse im April 2019 in Shanghai ein, bzw. dazu, dass die Stände weißer und heller waren als sonst, sie sollten einen ganz offensichtlich blenden: Bei Lichteinstrahlung adjustiert das menschliche Auge Helligkeit und Dunkelheit für den bestmöglichen Sichteffekt. Heller wird binnen Zehntelsekunden auf Normalmaß gebracht, damit sich Kontraste abzeichnen und man wieder alles sehen kann. Auch wenn sowohl Hell und Dunkel in Über- und Unterbelichtung ihre Grenzen haben, bringt heller generell nicht mehr. Aus der Fotografie kennen wir, dass die Extreme, ganz Weiß 100% und ganz Schwarz 0%, nicht abgebildet werden können, weil sie keine Information enthalten. Bis 99,9 und 0,01 ist alles in Ordnung und wird im Ausdruck abgebildet wie gewünscht. Aber selbst im Ausdruck wird die Sicht wieder von unserem Auge gehandhabt und die Pupille auf den jeweiligen Ertrag der vermutlich sogar persönlichen Empfindlichkeit adjustiert. Bei Handyfotos macht es die Kamera den Einstellungen entsprechend automatisch und dort funktioniert ein Über ebensowenig. Das heißt für die Ausleuchtung eines Messestandes, beim gesamten Stand und den einzelnen Autos: Extreme Helligkeit mit noch mal Hunderten von Lampen mehr hat den gewünschten Blendungseffekt nur für eine kurze Sekunde. Die Physik schließt schlichtweg aus, dass man sich im Dauerfeuer blenden lässt. Man sieht den Stand fast sofort wieder normal – und die Zehntausende von Euros Lichtkosten sind falsch angelegt.
Im Kunstkontext gilt diese physikalische Einsicht natürlich genauso, vor allem in Reproduktion wie hier auf diesem Blog. Allerdings könnte der Unterschied Auto vs. Kunst darin liegen, dass Messen hauptsächlich für Pressefotos veranstaltet werden, während Kunst im Original betrachtet doch immer noch das eigentliche Erlebnis bietet. Und der Eintritt in einen überstrahlten Raum schmerzt körperlich, wenn auch nur für den Bruchteil eines Moments.


Nicole Eisenman: Achilles Heel. 2014.


Ebd.: Going Down River on the USS J-Bone of an Ass. 2017.


Ebd.: Morning Studio. 2016.


Jean-Luc Moulène: Masque (Marc Gilbert). 2017.


Cameron Jamie: Untitled. 2014–15.


Sun Yuan & Peng Yu: Can’t Help Myself. 2016.


Teresa Margolles: Muro Cuidad Juárez. 2010.


Yu Ji: Flesh in Stone #2. 2013.


Ebd.: Flesh in Stone – Component 5#. 2018.


Danh Vo: Suum cuique. 2019.


Jon Rafman: Disaster Unter The Sun. Filmstill von Monokanal HD-Video, 7:53 Min., 2019.


Soham Gupta: Untitled; from the series: Angst. 2013–17.


Henry Taylor: Another Wrong. 2013.


Liu Wei: Devourment. 2019.


Handiwirman Saputra: Hari ini Kemarin Esok (Today Tomorrow’s Yesterday); from the series: No Roots, No Shoots. 2018.


Jesse Darling: Epistemologies (shamed cabinet). 2018.


Khyentse Norbu: Year 2118. 2018.


Shilpa Gupta: Untitled. 2019. (Für mich mit das beste Werk dieser Show, die Eisentür schwingt stetig hin und her und arbeitet sich immer weiter in die Wand hinein.)


Nabuqi: Do real things happen in moments of rationality? 2018. (Nabuqi habe ich hier und weiter unten nur der Vollständigkeit chinesischer Beteiligung halber aufgenommen.)


Hito Steyerl: Leonardo’s Submarine. Filmstill von 3-Kanal Videoinstallation, 9:30 Min., 2019. (Ein kleiner Einblick findet sich etwa hier.)


Yin Xiuzhen: Bookshelf No. 7. 2009–13.


Njideka Akunyili Crosby: Home: As You See Me. Detail, 2017.


Stan Douglas: Doppelgänger. 2019. Filmstill von 2-Kanal Videoinstallation, o. Zeitangabe, 2019.


Tavares Strachan: The Encyclopedia of Invisibility (white). 2018.


Pavillons


Belgien: Jos de Gruyter und Harald Thys: Mondo Cane.


Österreich: Renate Bertlmann: Discordo Ergo Sum.


Ebd.
(Text: „Waschtag / Wenn ein / Wiener / Wäschemädel / Weisze / Wäsche / Wäscht“)


Rumänien: Dan Mihălțianu: Canal Grande: The Capital Pool and the Associated Public.


Ebd.: Miklós Onucsán: The Restauration of the White Camouflage.


Ebd.: Belu Simion Făinaru: Belongs Nowhere and to Another Time.


USA: Martin Puryear: Liberty.


Ebd.: Bug Phrygian. 2010–14.


Ebd.: Hibernian Testosterone. 2018.


Venezuela: Ricardo Garcia.


Russland: Lc. 15: 11–32.


Ebd.


Deutschland: Natascha Süder Happelmann: Ankersentrum (surviving in the ruinous ruin).


Ebd. von hinten.


Frankreich: Erfrischung in der Hitze des Tages, sehr aufmerksam.


Tschechoslowakei: Stanislav Kolíbal: Former Uncertain Indicated. What Used to Be an Edge. 1968.


Ebd.: Two Positions of the Cube. 1983.


Uruguay: Yamandú Canosa: (v. l. n. r.) Fusiles. 2016.
Bandera No. 2013.


Ebd.: (v. l. n. r.) La Costa Negra. 2017.
Salta. 2017.


Pavillons in der Stadt


Belarus: Konstantin Selikhanov: Exit.


Mongolei: Jantsankhorol Erdenebayar: A Temporality.


Wales: Sean Edwards: Undo Things Done. Detail.


Iran: Reza Lavassani: Life.


Ebd.: Ali Meer Azimi.


Ebd.: Samira Alikhanzadeh: The Rigid Phantom of Memory.


Malaysia: Anurenda Jegadeva: Yesterday, in a Padded Room. 2015. (Gut war im Kontrast der Raum gegenüber, ein komplett dunkler Raum mit verschiedensten Schnipseln von Audiomaterial.)


Irak: Fatherland. Serwan Baran: The Last General. 2019.


Ebd.: Maryam Hoseini: Secrets Between Her and Her Shadow 1–6. 2019.


Ebd. dazwischen dann: Andrea Vaccaro (1600–1670): The Death of Dido.


Ebd.: Christina Soulou: Iris, Levre V, Setting Fire. 2019.


Ebd.: Imad Issa: (beide) Untitled. 1995.


Ebd.: Imad Issa: Untitled. 2013.


Ebd.: Taler Aghbashian: (v. l. n. r.) Verring Away South. 2019.
Ancient as the Hills. 2019.
Screaming of the Seagulls. 2019.


Montenegro: Vesko Gagović: odyssey.


Portugal: Leonor Antunes: a seam, a surface, a hinge, or a knot.


Bulgarien: Rada Boukova und Lazar Lyutakov: How We Live.


Ein gutes Drittel der Pavillons außerhalb Arsenale und Giardini habe ich nicht besucht, die „Collateral Events“ fast komplett geskippt. Dafür ging es auf Spurensuche:

Leonardo da Vinci

Dem Altmeister wird dieses Jahr sein 500. Todestag gewürdigt. Das Jubiläum begann für mich in Beijing, wo im CAFA Museum The Art Of Leonardo Opera Omnia 达·芬奇的艺术:不可能的相遇 präsentiert wurde, 16.4.–23.5.2019. 17 Gemälde existieren von da Vinci, die weltweit auf 11 Museen verstreut sind. Das CAFAM hatte es sich nun zur Aufgabe gemacht, diese zusammenzuführen – 1:1 Fotos aufgezogen auf von hinten beleuchteten Leinwänden.


Mona Lisa 蒙娜丽莎. Ca. 1503.


Saint John the Baptist 施洗者圣约翰. Ca. 1513–16.


Bacchus 酒神巴克斯. Ca. 1510–13.


Adoration of the Magi 博士来拜. 1481.


St Jerome in the Wilderness 荒野中的圣哲罗姆. Ca. 1480–82.


The Last Supper 最后的晚餐. Detail, ca. 1494–97.


Ebd., Detail.

In Hamburg begegnete ich der stolzen Sammlung der Kunsthalle von vier kleinen Skizzen: Leonardo da Vinci: Die Zeichnungen im Kupferstichkabinett, 5.–30.6.2019. Begleitet wurden die Schätze hinter wild piepsenden Lichtschranken links und rechts flankiert von Hommagen und Plakaten.


Kopf eines alten Mannes oder einer alten Frau im Profil. 1495–1505.


Aristoteles und Phyllis. Um 1475.


Hl. Sebastian. 1478–1483.


Studie zu einer Anbetung der Hirten. Um 1480.

In Venedig nun gab es gleich zwei Sonderausstellungen. In der ständigen Ausstellung im Leonardo da Vinci Museum war ich nicht, dafür in Leonardo and His Outstanding Circle 达·芬奇与他的艺术群体 in der Fondazione Ugo e Olga Levi, 31.5.–25.8.2019. Das Programmheft ist bereits auf Chinesisch, denn die Ausstellung wird ab 15.9.2019 zunächst nach Beijing, ins CAFAM, und dann nach Shanghai und Shenzhen touren. Leider durchweg ohne Jahresangaben, weil, so hieß es, man sich nicht sicher sei.


Testa di uomo.


Studi per la battaglia di Anghiari.


Leonardo e assistente (Marco d’Oggiono?): Maddalena discinta.

Dazu wurden verschiedene Serien gezeigt, u. a. in Anlehnung an da Vincis Johannes der Täufer eine Serie erhobener Zeigefinger:


Seguace di Leonardo (Francois Clouet?): San Giovanni Battista.


Giovanni Pietro Rizzoli detto il Giampietrino: Santa Caterina da Alessandria.


Mariotto Albertinelli (attr.): San Giovanni Battista.

In der Accademia lief Leonardo da Vinci: L’uomo modello del mondo, 17.4.–17.7.2019. Hier durfte leider nicht fotografiert werden, aber es gab etwa da Vincis Vitruvianischen Mensch, um 1490, zu sehen und um die 30, dreißig!, nicht zwei oder vier, weitere seiner Zeichnungen, an die man für deutsche Verhältnisse ungebührlich dicht herantreten durfte.

Außerdem kam da Vinci in Hito Steyerls Videoarbeit Leonardo’s Submarine, vor, s. o.


In der Accademia gab es dazu und vor allem das zu sehen, was Senior Honour zu stetigen schriftlichen Luftsprüngen angefacht hat, eine Überfülle in Anzahl und Größe und Wahnsinn von Tizianos und Tintorettos, von Bellinis und Carpaccios. Dazu lief neben da Vincis eine weitere Sonderausstellung von Hieronymus Bosch, dann gibt es das überbordende Ikonenkabinett. Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt die Hälfte gesehen habe. Das Ganze wirkt nicht kuratiert, sondern an die Wände gestopft, die hohen Räume werden dadurch eng und scheinen auf einen zuzustreben. Selbst die Sonderausstellungen sind durch all das Material übervoll. Man möchte alles – begrenzten Ausmaßen der Stadt zum Trotz – auseinanderziehen, mehr atmen lassen. Länger als drei, vier Tage hält man es in Venedig kaum aus, wenn man nordeuropäisch minimal gewohnt ist oder Beijing, die sich bestimmt nicht für einen schmückt. In Venedig quellen einem die Augen über, nicht nur vor dem Markusdom. Meine inständige Hoffnung, allgemein, für die Accademia besonders, ruht in der Obacht der Feuerwehrmänner. Aber hinein:


Jacobello Alberegno (verstorben 1397): Polittico dell’Apocalisse.


Ebd.


Tiziano Vecellio: La presentazione della Vergine al Tempio con i confratelli della Scuola Grande della Carità. Ausschnitt, 1534–38.


Giampietro Silvio (da Giovanni Antonio de’Sacchis detto il Pordenone) e Domenico Tintoretto: Lo sposalizio della Vergine con i confratelli della Scuola Grande della Carità. Ausschnitt, 1538–43.


Jheronimus Bosch: Hermit Saints Troptych. O. J.


Giovanni Bellini: Martirio di San Marco. Detail, 1515–1526.


Vittore Carpaccio: Miracolo della reliquia della Croce al ponte Rialto. Detail, 1949.


Giovanni Mansueti: Miracolosa guarigione della figlia di Benvegnudo da San Polo. Detail, ca. 1502.


Gentile Bellini: Miracolo della reliquia della Croce al ponte di San Lorenzo. Detail, 1500.


Vittore Carpaccio: Arrivo degli ambasciatori inglesi presso il re di Bretagna. Detail, 1496– ca. 1498.


Jacopo Robusti detto Jacopo Tintoretto: Theft of the body of St. Mark. 1562–66.


Ebd., Detail.


Around



Ein bisschen Kitsch muss sein, Huldigung ist es:














Ponte di Rialto.


Ebd. wusste ich von Senior Honour, wohin zu sehen war.

Zum Abschluss meine kleine Sammlung von Groteskköpfen und ähnlichen Blicken. Irgendwann werde ich einen für meinen Schreibtisch finden, aus Stein, kindskopfgroß auf Sockel, bis dahin sollen sie hier herausblicken:






















Dann begibt man sich wieder in eine Infrastruktur voller Autos, die man glatt vergessen, nie vermisst hatte.


Derweil Nachrichten aus Beijing besagen, dass die Polizei mit einer Hundertschaft ins Kunstviertel Huantie 环铁艺术区 eingerückt ist. Es heißt, am 7.7. habe es den Räumungsbescheid gegeben, am 8.7. die Umsetzung, ein weiteres Künstlerviertel musste verschwinden. Neben Videoaufnahmen der einrückenden Polizeiherde ist das beliebteste Foto aus den Weixin-Moments dieses (Stand: 8.7.2019):




Außerdem nun auch final: Pace Gallery Closes Beijing Branch 佩斯关闭798佩斯北京 (Stand: 9.7.2019).


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Montag, 8. Juli 2019
Kunstsommer 2019: Basel ∣ 2019年艺术之夏:巴塞尔


Zunächst das Wichtigste, am 14.6.2019 war in der Schweiz Frauenstreik, Basel war bis spät abends in lila unterwegs. Am Abend traf ich mich mit den wunderbaren Traumraum-Damen. Yuko meinte, sie habe den Tag japanisch begangen, mit einer Streik-Schärpe um den Arm arbeitend. Katharina empfiehlt die Lektüre von Liv Strömquist: Der Ursprung der Liebe, Berlin: Avant 2018.








Wie meist entspricht die Reihenfolge meinem Rundgang:

Art Basel Unlimited


ProjecteSD, Barcelona: Jochen Lempert: Botanical Box. 2009–19.


Meyer Riegger, Berlin; u. a.: Daniel Knorr: Laundry. 2019.


Sean Kelly, New York; u. a.: Anthony McCall: Split Second. 2018.


Hauser & Wirth, Zurich; u. a.: Franz West: Test (Slipcovers by Gilbert Bretterbauer). 1994.


Hauser & Wirth, Zurich: Fausto Melotti: La Sibilla (The Sibyl). 1981.


Magazzino, Rome; u. a.: Lucio Fontana: Ambiente spaziale con tagli. 1960.


Plan B, Berlin: Belu-Simion Fainaru: Rose of Nothingness. 2015.


Juana de Aizpuru, Madrid: Alici Framis: LifeDress. 4 Min., 2018.


Nagel Draxler, Cologne; u. a.: Abdulnasser Gharem: The Safe. 2019.


Art Basel


Tokyo Gallery + BTAP, Beijing/ Tokyo: Ushio Shinohara: Untitled. 1968.


Sperone Westwater, New York: (vorne links) Tom Sachs: Synthetic Europa Rock Cabinet (Sengoku). 2019.
(Rechts) Tom Sachs: Europa Camera System. 2019.


Ebd.: Jitish Kallat: Palindrome/ Anagram Painting 4. 2017–18.


Fraenkel, San Francisco: Richard Misrach: Untitled. 2004.


Ebd.: Robert Adams: Sitka spruce, Cape Blanco State Park, Curry County, Oregon. 1999–2000.


Hiroshi Sugimoto: Tri City Drive-In, San Bernardino. 1993.


Pace, New York/ Beijing/ Hong Kong/ Seoul/ London/ Palo Alto/ Geneva: Zhang Xiaogang: Bloodline: Big Family. 2006.


Marian Goodman, New York: John Baldessari: Hot & Cold Series: GILLIS Forget Romanoff’s. WHO? 2018.
(Text: (links) „GILLIS / Forget Romanoff’s. It’s the car I’m talking about. / If I lose my car it’s like having my legs cut off.“ (rechts) „WHO?“)


Ebd.: William Kentridge: Drawing for ‚Wozzeck Opera‘. 2017.

Der folgende Print hing zwei Mal in genau dieser Art (bei Annely Juda Gallery und Richard Gray Gallery), ein weiteres Mal gerahmt (bei Pace Gallery), also drei Mal und alle in derselben Größe auf demselben Stockwerk der Art Basel. Auf meine Nachfrage bei einer der Galeristinnen, ob man sich denn nicht absprechen würde, kam nur ein verschmitztes Grinsen. Was sollte sie auch sagen? Zum Beispiel: Passt doch zur Spiegelung in Hockneys Bild:


Annely Juda, London: David Hockney: Pictured Gathering with Mirror. 2018.


Gagosian, New York/ Beverly Hills/ San Francisco/ London/ Paris/ Geneva/ Rome/ Athens/ Hong Kong/ Basel: Nathaniel Mary Quinn: Sinking. 2019.


Max Hetzler, Berlin/ Paris/ London: Ida Tursic und Wilfried Mille: Multicolored landscape. 2019.


Ebd.: Glenn Brown: The Baptist. 2018.


Michael Werner, New York/ London/ Märkisch Wilmersdorf: Piero Manzoni: Magic Base – Living Sculpture. 1961.


Ebd.: Enrico David: Untitled. 2017.


Cheim & Read, New York: Jack Pierson: PEACE BITCH. 2019.


Invernizzi, Milan: Spazio totale. 1955.


Kewenig, Berlin/ Palma de Mallorca: Leiko Ikemura: Vogelmensch (Bird-Being). 1992/ 2018.


Tschudi, Zuoz: Bethan Huws: Untitled (We don’t need artists we need thinkers). 2019. (Schräg fotografiert, weil ich nicht zustimme, wir brauchen natürlich beides.)


Ebd.: Su-Mei Tse: Reflection Nr. 2 (in collaboration with Jean-Lou Majerus). 2017.


Bernard Jacobson, London: Paul Gauguin: La femme aux mangos – Fatigué. 1989.


Ebd.: William Tillyer: Study No. 1 – The Cornfield. 2019.


Lelong & Co., Paris: Jaume Plensa: Duna. 2018.


Thaddaeus Ropac, London/ Paris/ Salzburg: Daniel Richter: Interior Living. 2018.


Ebd.: Erwin Wurm: Stone. 2019.


Ebd.: Andy Warhol: 30 colored Maos (Reversal Series). 1980.


Buchmann, Berlin/ Lugano: Anna & Bernhard Blume: Küchenkoller (Kitchen Frenzy). 1985/ 2016.


Jörg Maass, Berlin: Georg Muche: Landschaft. 1947.


Peter Freeman, New York/ Paris: Anna & Bernhard Blume: Gebet im Wald. 1990–91.


Ebd.: Charles Ledray: Life Vest / Hotel Manhattan. 2018.


Alison Jacques, London: Maria Bartuszová: Untitled. 1972–84.


Konrad Fischer, Berlin/ Dusseldorf: Thomas Ruff: jpeg nll01. 2005.


Bärbel Grässlin, Frankfurt: Meuser: Ohne Titel. 2019.


Kukje/ Tina Kim, Seoul/ Busan/ New York: Kyungah Ham: What you see is the unseen / Chandeliers for Five Cities SK 03–02. 2018. (Hier einmal die „Materialien“, da sehr bezeichnend für Kunstmessen und die (von den Galeristen aufgepropften, eingeforderten) Wünsche der Kundschaft: „North Korean hand embroidery, silk threads on cotton, middle man, smuggling, bribe, tension, anxiety, censorship, ideology, wooden frame, approx. 1900hrs/1person“ – meine Ideologie lacht, schüttelt den Kopf, schämt sich fremd, dreht sich im Kreis, schämt sich für sich selbst, kurz, mit Fragezeichen, aber das könnte fast ernst gemeint sein, meine Güte, knipst, geht weiter.)


Luhring Augustine, New York: Filmstill.


Thomas, Munich: Max Ernst: Les peupliers. 1939.


von Bartha, Basel/ S-chanf: Jesús Rafael Soto: Double Andalou. 1968.

Erneut eine Doppelung, aber sehr schön:


Elvira González, Madrid: Jesús Rafael Soto: Vibración Círculo blanco. 1991.


frank elbaz, Paris/ Dallas: Wallace Berman.


Anthony Meier, San Francisco: Gerhard Richter: Geseke (637–3). 1987.


O. A., nur formal: Gute Idee, Bild im Passepartout fliegend mit Abstandshalter aus Spiegelglas.


Christian Stein, Milan: Giulio Paolini: Intervallo. 1985–86.


Hazlitt Holland-Hibbert, London: Glenn Brown: Romantic Movement. 2014.


Waddington Custot, London: Zao Wou-Ki: 30.10.64–11.04.78. 1964–78.


Kicken, Berlin: Willi Baumeister: Läufer Vallttorta (Runner Valltorta). 1934.


Landu, Montreal/ Meggen: Henri Laurens: Femme à la draperie. 1931.


Ebd.: Alberto Giacometti: La clirière. 1950.


Ebd.: René Magritte: Le baiser. Ca. 1957.


Acquavella, New York: Miquel Barceló: La Mar, il Mare. 2018.


Gladstone, New York/ Brussels: Richard Prince: Untitled. 2013–15.


Mnuchin, New York: Cy Twombly: Untitled. 1969–71.


Ebd.: Thomas Schütte: Vater Staat, dressed. 2010.


Mitchell-Innes & Nash, New York: Monica Bonvicini: Double Trouble. 2018.


Ebd.: General Idea: Rude Awakening (With Gold Halos). 1982.


Ebd.: Sarah Braman: Blue coffee. 2019.


Richard Gray, Chicago/ New York: Willem de Kooning: Untitled. 1958.


Fondation Beyeler, Riehen: Francisco de Goya: Witches’ Sabbath (El Aquelarre). 1797–98.


Marlborough, London/ New York: Paula Rego: The Family. 1988.


Georg Nothelfer, Berlin: Thomas Hartmann: Nach Plan. 2005/ 2018.


Polígrafa, Barcelona: Jaume Plensa: Without title. 2019.


Fanal, Basel: Pol Bury: Cubes en profondeur. 1999.


STPI, Singapore: DoHoSuh.


Lelong Editions, Paris: Nalini Malani: Little girls shouldn’t wander off. Detail, 2017.


Esther Schipper, Berlin: Tomás Saraceno: Semi-social mapping of Q2345+007B by a solo Cyrtophora citricola – one week. 2017.


Ebd.: Ann Veronica Janssens: Blue Hawaii. 2018.


Ebd.: Roman Ondak: Leap. 2012.


Gavin Brown, New York/ Rome: Sturtevant: Stella Kingsbury Run (Second Version). 1989.


Ebd.: Thomas Bayrle: Retired Woman. 1973.


The Modern Institute, Glasgow: Cathy Wilkes: Untitled. 2016.


Ebd.: Martin Boyce: Lost Light 5020. 2018.


ShanghART Beijing/ Shanghai/ Singapore: Zhao Yang 赵洋: Roma Is a Lake 180119. 2018. (S. a. BJ: Kunst im Frühjahr 2019, ShanghArt 香格纳画廊.)

Nach der Komplettaussiedelung des Künstlerviertels Huantie 环铁艺术区 scheinen einen Tag später nun auch Teile des Künstlerviertels Roma Lake 罗马艺术区 abgerissen worden zu sein, derweil Caochangdi bunte Wandmalereien, Kringel und volksmotivierende Sprüche, bekommen haben soll (Stand: 10.7.2019).


Nathalie Obadia, Brussels/ Paris: Wang Keping: Adam et Eve. 2006.


Maureen Paley, London: Wolfgang Tillmans: Congo night (b). 2018. (Durch die Spiegelungen auch davor nicht uninteressant.)


Ebd., Detail.


SKE, Bangalore/ New Delhi: Sudarshan Shetty: Personal Effects.


neugerriemschneider, Berlin: O. A.


Fortes D’Aloia & Gabriel, Rio de Janeiro/ São Paulo: (Wand) Jac Leirner: 120 Levels. 2018.
(Vorne) Iran do Espírito Santo: Fixed Base. 1 von 4 Teilen, 2016.


303 Gallery, New York: Alicja Kwade: Meta-Meter. 2018.


Blum & Poe, Los Angeles/ New York/ Tokyo: Matt Johnson: Untitled (Sunbather). 2019.


Meyer Riegger, Berlin/ Karlsruhe: Katinka Bock.


Krinzinger, Vienna: Eva Schlegel: Ohne Titel (056). 2005.


Martin Janda, Vienna: Roman Ondak: The Sun. 2018.


Hier hingen ziemlich viel alte Arbeiten, nichts gegen, aber man fragt sich doch, ob die Galerien am Ausmisten sind oder klamm, ob sie sich nicht an Neues trauen und wenn warum – oder tendieren wir wieder zur Tradition?


Liste Basel


MadeIn, Shanghai: Solo Show: Miao Ying.


Clearing, New York/ Brussels: (Wand) Marina Pinsky, (vorne) Hugh Hayden.


80M2 Livia Benavides, Lima: Oscar Santullán: Mirror. 2019.


mor charpentier, Paris: Chen Ching-Yuan: (v. l. n. r.) Paper Crane. 2019.
Card Stunt II (The Next Page). 2018.


Raster, Warsaw: Dominika Olszowy: Fountain. 2019.


Sabot, Cluj-Napoca: Nona Inescu: Venae Cavae (working title). 2019.


Federico Vavassori, Milan: O. A.


Haus der elektronischen Künste, Basel: Dries Depoorter: Jaywalking Frames.


ROH Projects, Jakarta: Solo Show: Aditya Novali. 2019.


Proyectos Ultravioleta, Guatemala City: Akira Ikezoe und Radamés „Juni“ Figueroa: A Room Full of Coconuts.


Sé, São Paulo: Solo Show: João Loureiro.


Gregor Staiger, Zurich: Sonia Kacem.


Antenna Space, Shanghai: Guan Xiao: Chicken House. 2019.


Helvetia Art Prize winner: Kaspar Ludwig.


Good Weather, North Little Rock: Solo Show: Ron Ewert.


Allen, Paris: Solo Show: Trevor Yeung.


Culturinstitut AM contemporary, Basel: EDGE Women Group, Albena Mihaylova, Monika Romenska, Nadja Genova und Veneta Marinova.


Ebd.: Monika Romenska: The Other Things. 1995–2018.


A Thousand Plateaus, Chengdu: Solo Show: Xiaoyi Chen: Map: Le Bloc Venetz.


Die Art Basel Parcours waren wieder fast das Beste, ich hatte allerdings ein ausgeliehenes Baby bei mir und bin Einhandoperationen nicht so gewohnt. Im archäologischen Museum hat sich der Kleine mit seinen Blicken an den Skulpturen festgesaugt und gekräht, wenn ich weiter wollte, sehr beeindruckend. Danach hat er zwei Stunden durchgeschlafen, sehr zu empfehlen. Ich konnte aber trotzdem und auch nicht mehr fotografieren.




Around

Fondation Beyeler zeigte Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode, 3.2.–16.6.2019.


Sitzende mit Schal. 1901.


Schlafende Trinkerin. 1902.


Das Paar. 1904.


Kopf eines Harlekins. 1905.


Porträt Benedetta Canals. 1905.


Komödiant und Kind. 1905.


Sitzender Harlekin vor rotem Hintergrund. 1905.


Frauenkopf im Profil (Fernande). 1906.


Die Jünglinge. 1906.


Die beiden Brüder. 1906.


Büste einer Frau oder eines Seemanns (Studie zu Les Demoiselles d’Avignon). 1907.

Und nun ein Zeitsprung in die eigene Sammlung der Stiftung:


Frau im Lehnstuhl. 1910.


Figur (Sitzende Frau). 1930.


Die Rettung. 1932.


Frau im Lehnstuhl (Dora). 1938.


Frauenbüste mit Hut (Dora). 1939.


Im Kunstmuseum Basel Gegenwart lief William Kentridge: A Poem That Is Not Your Own, 8.6.–13.10.2019.


Anti-Waste. 1990.


The Conservationists’ Ball: Culling, Gamewatching, Taming. 1985.


Felix in Exile. Filmstill von 35mm Film, 8:43 Min., 1994.


The Mouth is Dreaming (Work in progress). Filmstill von 2-Kanal Videoinstallation, ca. 7 Min., 2019.


Studioroom. Selection of drawings, prints and objects from 1994–2018. Incl. reconstruction of studio set for: Drawing Lesson 50: Learning from the Old Masters (In Praise of Folly). 2018.


Ebd.


Right Into Her Arms. Still von Modelltheater mit HD-Video, 11 Min., 2016.


More Sweetly Play the Dance. Filmstill, Detail von 8-Kanal Videoinstallation, 15 Min., 2013(?).


Drawing for: The Head & the Load (the pool ahead is not to be trusted). 2018.

--

Ich hätte die Schweizer nicht unbedingt für abergläubisch gehalten, dennoch gibt es kein Gleis 13 im Basel SBB:



Eine weitere Bahnhofsbegegnung in Form einer Bürstenumwandlung versetzte mich glatt nach China:



Außerdem hatte ich die Illusion der reinen Schweiz bislang zu gerne. Jetzt muss ich wohl doch auf Biowein umschwenken:




Natürlich gilt für alles und immer: Wenn ich einen Fehler gemacht habe, kann man mich gerne kontaktieren.


Siehe im Zuge dieses Beitrags auch 关于这个话题也看: Kunstsommer 2016: Basel ∣ 2016年艺术之夏:巴塞尔.


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Sonntag, 31. März 2019
BJ: Gallery Weekend 2019


Gallery Weekend Beijing 画廊周北京, 22.–29.3.2019.

Dazu veranstaltet die Sevenstar Group 七星集团, die Verwalter des 798, ihren ersten Beijing Art Summit 北京艺术峰会, 22.–24.3.2019.




Aus Anlass des Gallery Weekends hat Taikang Space 泰康空间 für eineinhalb Monate einen unbedingt sehenswerten, fulminanten 5-stöckigen Komplex auf der Nordseite des Areals in Gebäude A07 (vom Nordtor neben dem Najia Restaurant erste Gasse rechter Hand) okkupiert, restauriert und zu einer fantastischen Ausstellungsfläche zur Präsentation einer Auswahl ihrer Sammlung ummodelliert. Taikang ist bekannt als private Lebensversicherung, die 2003 den Taikang Space als Nonprofit Institution gründete, zunächst im 798, seit 2009 in Caochangdi. Erstmals gewähren sie hier nun Einblick in einen Teil ihrer Sammlung – tatsächlich scheint es, als würden sie mit dem Überblick, der bis 1942 zurückreicht, ihre Auffassung inkl. Unterteilung der chinesischen Kunstgeschichte darlegen. Entsprechend der Titel China Landscape: Selections from the Taikang Collection 2019 中国风景:2019泰康收藏精品展. 21.3.–5.5.2019, Eintritt: 80 RMB, Di.–So.: 10:30–17:30 Uhr. Hier ein ganz paar von vielen, sich über drei Stockwerke ziehende Beispiele; bei Interesse habe ich alles archiviert, gerne per Kontakt mehr.


Shen Yaoyi 沈尧伊: Revolutionary Ideals Higher than the Sky 革命理想高于天. Öl auf Leinwand, 185x375cm, 1976.


Liu Ye 刘野: Sunrise 朝阳. Öl auf Leinwand, 60x40cm, 1999, Replica.
(In Relation gesetzt zum vorherigen Bild. Tatsächlich gab es einige, als solche ausgewiesene Kopien, der Grund hierfür ist mir noch offen – weder dass sich diese nicht im Besitz von Taikang befinden noch dass es zu wertvolle Arbeiten sind, erscheint mir nachvollziehbar.)


Chen Shaoxiong 陈绍雄: 72.5 Hours of Electricity Consumption 耗电72.5小时. Installation und Performance, div. Dimensionen, 1992.


Liu Xiaodong 刘小东: Xiaohao, Peiyi, Xiaoyao 小豪,佩怡,小姚. Öl auf Leinwand, 162x130cm, 2002.


Liu Chuang 刘窗: Bitcoin Mining and Field Recordings of Ethnic Minorities 比特币挖掘与少数民族田野录音. Filmstill von 3-Kanal Videoinstallation, 40:50 Min., 2018.


Platform China 站台中国 zeigt Gong Lilong 宫立龙: Rehearsal 彩排. 21.3.–12.5.2019.


Zi Que 紫鹊. Acryl auf Leinwand, 200x160cm, 2017–18.


(V.l.n.r. 从左到右) Dance in the Wilderness 旷野的舞蹈. Acryl auf Leinwand, 200x200cm, 2016–18.
Cheerful Dance 经快的舞蹈. Acryl auf Leinwand, 200x200cm, 2016.
Rehearsal 彩排. Acryl auf Leinwand, 200x200cm, 2015–19.


Urs Meile Gallery 麦勒画廊 zeigt Wang Xingwei 王兴伟 im 798: The Code of Physiognomy 面相之谜; und in Caochangdi 草场地: Shenyang Night 沈阳之夜. Im 798: 21.3.–12.5.2019, in CCD: 21.3.–31.3.2019.


(Caochangdi 草场地) Shenyang Night 沈阳之夜. Öl auf Leinwand, 300x500cm, 2018.


(798) Unfaithful Lover 负心汉. Öl auf Leinwand, 150x200cm, 2017.


(798) Noon Break 中午休息. Öl auf Leinwand, 4x200x240cm, 2017–19.

Beim Eröffnungsbesuch im 798 war es mir nicht aufgefallen, die „Mittagspause“ befindet sich auf einer eingezogenen Wand mit schmalen Durchgängen an beiden Seiten. Dahinter sind vier Politikerporträts zu finden, zusammen betitelt als: Four Seasons 四季. Öl auf Leinwand, 4x240x200cm, 2016–17 – es sollte wohl auch anderen nicht auffallen und durfte nicht fotografiert werden.


Faurschou Foundation 林冠艺术基金会 zeigt Doug Aitken 道格·阿提肯 (vorläufiger Link). 19.3.–8.4.2019.


3 Modern Figures (don’t forget to breathe) 三个现代人(不要忘记呼吸). Detail, cast frosted resin, programmed LEDs and composition, audio speakers and components, 21 Min. Loop, 2018.


Crossing the Border 越界. Choreographed light sculpture and synchronized water fountain: fiberglass, steel und div. Materialien, 2018.


Galleria Continua 常青画廊 zeigt Leila Alaoui 利拉·阿拉维: Ya Rayah (Abschied nehmen 离别的你). 23.3.–2.6.2019, Installationsansicht 展观:






Beijing Commune 北京公社 zeigt Liang Shuo 梁硕: Scenery 景区. 21.3.–4.5.2019, Installationsansicht 展观:






Ginkgo Space 今格空间 zeigt Wang Guofeng 王国锋: How to Connect Our Memories? 如何拼起图像碎片?. 21.3.–4.5.2019.


Ideality No. (div.) 理想No.(多种). Giclée-Druck, div. Größen, 2007.


Utopia – Statue on Alexander Platz, Berlin 乌托邦——柏林亚历山大广场雕塑. Giclée-Druck, 567x356cm, 2014.


Magician Space 魔金石空间 zeigt Shi Guowei 史国威: A Walk in the Woods 林中漫步. Kuratiert von 策: Karen Smith 凯伦·史密斯, 22.3.–11.5.2019.


(Links 左) Flourish Green 繁茂的绿. Malerei auf Fotografie, 140x111cm, 2018.
(Rechts 右) Growing 生长. Malerei auf Fotografie, 96x83cm, 2019.


Roadside 路旁景色. Malerei auf Fotografie, 150x294cm, 2019.




Das UCCA 尤伦斯 nun, so sieht es inzwischen renoviert aus und verlangt dafür 100 RMB Eintritt, zeigt als große Show Civilization: The Way We Live Now 文明:当代生活启示录. 9.3.–19.5.2019.


Trent Parke 特伦特·帕克: Untitled. Serie: The Christmas Tree Bucket 无题,系列:圣诞树桶. C-Print, 36x44cm, 2006.


Olivo Barbieri 奥利沃·巴尔比埃利: site specific_Mexico City 11 特定场城_墨西哥城11. Inkjet-Druck, 169x116cm, 2011.


Mishka Henner 米什卡·汉纳: Field (North Ward Estes Oil Field, Ward County, Texas) 油田(北沃德县埃斯梯斯油田,北沃德县,得克萨斯州). Inkjet-Druck, 150x1200cm, 2013.


UCCA 尤伦斯: Dazu läuft Qiu Zhijie 邱志杰: Mappa Mundi 寰宇全图. 19.1.–5.5.2019, Installationsansicht 展观:




Detail.


UCCA 尤伦斯: Sowie in der Reihe New Directions 新倾向: Yu Honglei 尉洪磊. 19.1.–14.4.2019.


,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,. PVC, Bronze, div. Größen, 2019.


Hyundai Motorstudio Beijing 现代汽车文化中心 zeigt mit den Werken ihres 2018 erstmals ausgeschriebenen Jahrespreises, dem Hyundai Blue Prize, die Gruppenausstellung Quasi-Nature 准自然. 22.3.–16.6.2019.


Liu Wa 刘娃: Racing Thoughts 无的放失. Mixed Media, 7:00 Min., Filmstill, 2019.


Triumph Gallery 艺·凯旋画廊 zeigt Wu Daxin 吴达新: Terrestrial Harmonies 陆地和声. 22.3.–20.4.2019.


Tribute to Inoue Yuichi 致敬井上, (links 左) Meeting 会, (rechts 右) Mountain 山. Stahlbolzen, 210x80x215cm und 190x80x253cm, 2018–19.


Pifo Gallery 偏锋新艺术空间 zeigt Franz Ackermann 弗兰兹·艾稞曼. 21.3.–27.4.2019.


Fracht Ladung I 搬货1. Mixed Media auf Papier, 66x102cm, 2019.


Als kleinere Räume, die man sonst nicht so auf der Mappe hat, spielen mit:

Star Gallery 星画廊, in der 797 East Street 798东街 abgehend von der 797 Road, zeigt Liu Heung Shing 刘香成: Spring Breeze 春风. 20.3.–18.5.2019, Installationsansicht 展观:






New Century Art Foundation (NCAF) 新世纪当代艺术基金会, gleich nördlich neben der Star Gallery, zeigt Zhuang Hui 庄辉: 1650 B.C. 公元前1650年. 15.3.–15.5.2019.




Dachin Contemporary Art Center 大千当代艺术中心, gegenüber von NCAF, zeigt Unleash the Power Within and Perceive the Greatness of Love 发现我的力量——知晓爱的伟大. 8.3.–15.4.2019, Installationsansicht 展观:




Cheng Center 成当代艺术中心, am Originality Square B01 gegenüber von den Serben, zeigt Yao Yan-An 姚燕安: Timeless Changes 恒易 (externer Link), Art and Science Exhibition of Geometry Robots 几何机器人艺术科技展. 17.–26.3.2019.




Das 798 Art Center 798艺术中心 ist die neue Bastion von Sevenstar zur Darstellung ihres erwachenden Kunstenthusiasmus. Im Erdgeschoss der Hallen läuft die Gruppenausstellung mit teils scheinbar eigenen Werken (?), größtenteils aber mit Objekten der am Gallery Weekend teilnehmenden Galerien: A Being Together 此地有狮 (externer Link). 22.3.–18.4.2019.


Su Yu-Xin 苏予昕: Boundaries 划界. Acryl auf Leinwand, 68x75cm, 2011, von Long March Space 长征空间.


Dazu gab es den sogenannten Visiting Sector 艺坊单元, so zeigt etwa die Zürcher Mai 36 Galerie: Michel Pérez Pollo 米切·偑瑞兹·保罗. In Sense Art 圣艺术, 22.3.–14.4.2019.


Ohne Titel 无题. Öl auf Leinwand, 2x250x180cm, 2018.


Außerdem werden ein paar verstreute Werke verschiedener Galerien auf dem Gelände ausgestellt 公共单元:


Hu Qingyan 胡庆雁: Go In One Ear and Out the Other No. 5 左耳进右耳出No. 5. Galerie Urs Meile 麦乐画廊, 2017–18.


Yang Jun 杨君: 1&–. Boers-Li Gallery 薄而立画廊, 2019.


O. A.

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Caochangdi 草场地

Taikang Space 泰康空间 zeigt in seinen Räumen im Caochangdi die Gruppenausstellung Tracing the Mushroom at the End of the World 追踪末日松茸. 16.3.–19.5.2019.


(Installationsansicht 展观.)


Alice Wang: Untitled. Glasierte Keramik, 6x202x206cm, 2017.


Ink Studio 墨斋 zeigt Li Jin 李津: Flesh and Bone 骨与肉. 22.3.–12.5.2019.


O. A.


XC.HuA Gallery 户尔空间 zeigt die Gruppenausstellung The Glowing Warmth 灼手的余温. Kuratiert von 策: Li Boyan 李泊岩, 23.3.–30.4.2019.


(Vorne 前) Ye Su 耶苏: (Ohne Titel 无题). Div. Materialien, 2017.
(Hinten links 后左) Zhang Jiaxing 张佳星: XOXO. Div. Materialien, 80x60x30, 2016.


Telescope zeigt die Gruppenausstellung Daily Communication 日常沟通. 21.3.–2.6.2019.


O. A.


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Außerhalb

Migrant Bird Space 候鸟空间北京 in Shunyi zeigt die Gruppenausstellung Becoming…… 正在生成. Kuratiert von 策: Xia Yanguo夏彦国.


O. A., Foto von Lu Mei 卢玫.


Bereits zuvor geöffnet hatten: Hive 蜂巢, Tang 唐人, Long March 长征, M Woods 木木 und Pace 佩斯, Boers-Li 博而励 und andere, mehr dazu unter BJ: Kunst im Frühjahr 2019.


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Dienstag, 19. März 2019
BJ: Kunst im Frühjahr 2019
798

Zwei Retrospektiven laufen aktuell im 798. Sehenswert und aus unterschiedlichen Gründen interessant sind beide. Zunächst die Gute:

Hive 蜂巢 zeigt Wang Huanqing 王焕青: Artistic Creation Since the ‘85 New Wave 85新潮以来的艺术创作. Kuratiert von 策: Xia Jifeng 夏季风, 2.3.–17.4.2019.


Self-Portrait 自画像. Öl auf Leinwand, 186x164cm, 1988.


(Links 左) Village Arena 乡间擂台. Öl auf Leinwand, 165x185cm, 1985.
(Mitte 中) Joyful North 快乐的北方. Öl auf Leinwand, 150x150cm, 1986.
(Rechts 右) By Fuyang River 滏阳河畔. Öl auf Sperrholzplatte, 70x80cm, 1982.


The Old Summer Palace 圆明园. Öl auf Leinwand, 158x164cm, 1987.

Interessant, wie offensichtlich man das Jahr 1989 ausblenden kann. Die erste Zeitspanne umfasst 1982–1988 und läuft unter dem Motto: Ode to Joy of Innocence 纯真的欢乐颂. Danach geht es unverfroren ab 1990 weiter, bis 2008, dann allerdings unter dem Motto: No Escape from Sorrow 哀伤无处逃离. Tatsächlich kann es sich hier aber auch um eine Unterstellung meinerseits handeln, möglicherweise war Wang 1989 einfach anderweitig aktiv und hat die Ereignisse vom Tian’anmen ab 1990 aufgearbeitet.


Northern Tales 北方故事. Öl auf Leinwand, 65x80cm, 1990.


Outdoor Movies 露天电影. Öl auf Leinwand, 133x150cm, 1993.


(Links 左) Farewell. Öl auf Leinwand, 143x143cm, 1992.
(Rechts 右) National Martyr. Öl auf Leinwand, 145x145cm, 1993.


Ascending the Altar 即将走上神坛. Öl auf Leinwand, 133x148cm, 1993.


I Lived in Rural-Urban Fringe Zone (gemeint ist Shijiazhuang) 我住在城乡结合部. Öl auf Leinwand, 61x80cm, 2002.


Lost in National Art Museum of China 迷失在中国美术馆. Öl und Kohle auf Leinwand, 100x160cm, 2005.

Die dritte Zeitspanne umfasst 2009–2018 und läuft unter dem Motto: Pale Fire 微暗之火.


Overview of Europe 欧洲概况. Öl und Acryl auf Leinwand, 150x250cm, 2010–14.


Islet 孤岛. Öl und Acryl auf Leinwand, 250x200cm, 2015.


New Youth 新青年. Öl und Acryl auf Leinwand, 200x1360cm, 2013–15.


(Links 左) The Burning Poet No. 1 X火的诗人之一. Öl und Acryl auf Papier, 250x200cm, 2015.
(Rechts 右) The Burning Poet No. 2 X火的诗人之二. Öl und Acryl auf Papier, 250x200cm, 201X–15.


Infinite Domination No. 1–3 无穷的宰制之一到三. Öl und Acryl auf Leinwand, je 230x280cmx2, 2011–14.


Square 广场. Installation mit verschiedenen Materialien verschiedener Größen, 2019.


Play with God 和神一起玩. Mixed Media, 250x150cm, 2018.


Minsheng Museum, Halle 2 und 3 北京民生美术馆二、三展厅 zeigt Pang Maokun 庞茂琨: The Encounter with There-Being (2009–2019) 相遇此在(2009–2019). Mit einem Team von Kuratoren, Assistenzkuratoren, Produzenten, vor allem aber dirigiert von 主持: Fan Di’an 范迪安, 8.3.–16.4.2019.

Es geht, und das wird in den Begleittexten groß und breit hervorgehoben, um die Begegnung zwischen dem Westen und China, zwischen Tradition und Moderne. Die Bilder sind ganz witzig, aber tatsächlich wird das Thema leider etwas zu plakativ angegangen. Auch kann man Pang einen gewissen Narzissmus nicht absprechen, so häufig, wie er sich in seine eigenen Szenen setzt. Die meisten Bilder sind exakte Kopien von Fotos. Das ist natürlich alles erlaubt, nur kann man sich im Fortschreiten von dem einen zum nächsten Großformat des Gedankens nicht erwehren, dass es sich um ein gewaltiges Showoff der eigenen Malfertigkeiten handelt. Alles in allem kann aber positiv hervorgehoben werden, dass sich die Masse und damit einhergehende Überfütterung einigermaßen im Rahmen hielt. Sehenswert ist die Ausstellung insofern, weil sie die offizielle Linie der Abwendung vom Westen zu vertreten scheint. Sie will etwas eigenes sein, das Zwischenstadium davor ist ihr gelungen. Sie hebt als Meisterschaft hervor, was nicht unbedingt Kunst ist, sondern Gedankenspielerei bleibt. Spannend wird, was darauf kommen mag.


O. A.


Ebd., Detail, QR-Code zu einem knapp einminütigen Videoclip.


Visitors No. 2 过客之二. Viewing While Walking Series 游观系列. Öl auf Leinwand, 180x260cm, 2014.


The Youthful Years 沸腾的岁月. Viewing While Walking Series 游观系列. Öl auf Leinwand, 180x280cm, 2013.


(Links 左) Basel Emoticons 巴塞尔表情. Öl auf Leinwand, 200x160cm, 2015.
(Mitte 中) VIP Seat 嘉宾席. Öl auf Leinwand, 120x160cm, 2015.
(Rechts 右) Fitting Room 试衣间. Öl auf Leinwand, 120x160cm, 2015.
(Alle 全部) Mirror Image Series 镜像系列.


Refracting 折射. The Folded Series 折叠系列. Öl auf Leinwand, 140x120cm, 2018.


Outing 郊游. The Folded Series 折叠系列. Öl auf Leinwand, 160x220cm, 2018.


Narcissus’s New World 纳西索斯的新世界. The Folded Series 折叠系列. Öl auf Leinwand, 180x140cm, 2017.


Live Broadcast 被直播的现场. The Folded Series 折叠系列. Öl auf Leinwand, 280x230cm, 2017.


Mother and Son 母与子. The Folded Series 折叠系列. Öl auf Leinwand und Reinigungsroboter, 200x160cm, 2018.

In Halle 3 oben dann Zeichnungen, der obligatorische Dokumentationsfilm mit theatralischer Musikunterlegung fehlt natürlich nicht. Unter den Zeichnungen aber wenigstens drei, die auch auf die chinesische Tradition eingehen. Pang Maokun ist Jahrgang 1963, Künstler der 1960 und 1970er Jahrgänge sind nach der Öffnung seit den 1980ern besonders vom Westen geprägt, vermutlich müssen sie sich umso mehr daran abarbeiten.


Fold 折叠. The Folded Series 折叠系列. Bleistift, Kohle, Toner und Wasserfarben auf Papier, 76x56cm, 2017.


Filmstil.


Verrisse gehen leichter von der Hand als Huldigungen guter Ausstellungen, diese stehen für sich selbst – und davon gibt es momentan hauptsächlich die Ausstellung im Hive. Was es sonst gibt, folgt nun:


Tang Contemporary 当代唐人 zeigt die Einzelausstellung Chen Yujun 陈彧君. Kuratiert von 策: Cui Cancan 崔灿灿, 9.3.–28.4.2019.


Installationsansicht 展观.


O. A., Installationsansicht 展观.


Detail, o. A.


Detail, o. A.


Temporary Family No. 160906. Acryl auf Leinwand, alten Böden, 160x230cm, 2016.

Im Second Space 第二空间 geht es weiter mit Chen Yujun 陈彧君: All Things Have a Spirit 万物有灵.


2013–2019. Mixed Media auf Papier, 400x990cm, 2013–2019.
Das Holz davor läuft ohne Erwähnung.


Crooked House No. 171228/ No. 130626 错屋No. 171228/No. 130626. Tusche und Acryl auf Papier, 400x220cm, 2017/ 2013.


Long March Space 长征空间 zeigt Wu Shanzhuan 吴山专: Today Became a Holiday 今天后来成了节日. Kuratiert von 策: Inga Svala Thorsdottir 英格 - 斯瓦拉·托斯朵蒂尔, 16.3.–13.10.2019.

Die alle Wände von unten bis oben füllende Ausstellung scheint eine riesige Mindmap zu sein, am Tresen kann man sich durch drei dicke Titelkataloge blättern, Installationsansicht 展观:














M Woods 木木美术馆 zeigt Richard Tuttle 理查德·塔特尔: Introduction to Practice 回赠. (Link verweist leider nur auf „aktuelle Show“, wird vermutlich danach separat archiviert.) 16.3.–16.6.2019.


A Treatise on Stars 繁星论. Detail, Dimensionen variieren, 2019.


Section VII, Extension N 第7节,第N拓展. 21,6x12,7x11,4cm, 2007.


Looking for the Map 11 寻找地图11. 202,6x88,3x118,1cm, 2013–14.

Die Sideshow 联合呈现 findet in der Pace Gallery 佩斯画廊 statt. Nachdem Pace seit November 2018 geschlossen und im Umbau begriffen war, ist der größte Teil der Ausstellungsfläche an die östlich anliegende Faurschou Foundation gegangen. In dem kleinen Restraum läuft Richard Tuttle 理查德·塔特尔: Double Corners and Colored Wood 双拐角与有色木. 16.3.–27.4.2019, Installationsansicht 展观:


(Vorne 前) Double Corner (nummeriert) 双拐角(带编号). Div. Materialien und Größen, 2018.
(Hintergrund 后) Colored Wood (nummeriert) 有色木(带编号). Tannensperrholzplatten und Pflöcke, div. Größen, 2018–19.


MoCube 墨方 zeigt Zheng Jiang 郑江: Feitsui 翡翠 (ein Jadeit). 16.3.–12.5.2019.

Diese kleine, mit Gründung 2015 noch recht neue Galerie in der 706 North 2. Street 706北二街, östlich neben Whitebox hoch, zeigt immer wieder erstaunlich erfrischende Shows. Aktuell hauptsächlich mit Videoarbeiten, aufgenommen, nachdem Zheng Jiang sich in Felsen geschlagen hat, zeigt er davon fast zermürbend unaufgeregt langsame Tag-Nacht-Sequenzen.


Feitsui No. 2 翡翠2#. Single Channel Video, Sound Colour, 7:50 Min., 2018.


Ebd., Filmstil.


Copper Mirror 铜镜. Inkjet Druck, 98x140cm, 2018.


Boers-Li Gallery 博而励画廊 zeigt André Butzer 安德烈·布特兹. 2.3.–14.4.2019.


Untitled. Acryl auf Leinwand, 41x30cm, 2018.


Untitled. Acryl auf Leinwand, 170x270cm, 2018.


Untitled. Bleistift auf Papier, 22,9x39,5cm, 2018.


Untitled. Acryl auf Leinwand, 40x51cm, 2018.


Tokyo Gallery+BTAP 东京画廊 zeigt Yukihito Tabata with Chinese Contemporary Art 1989–2018 田畑幸人与中国当代艺术(1989–2018). 22.12.2018–6.4.2019.

Der Katalog zum 30jährigen Jubiläum soll im Oktober 2019 herauskommen.


Zhang Tianjun 张天军: Fog 1, Fog 2 雾1、雾2. Öl auf Leinwand, je 138x60cm, 2016.


Zhu Jianzhong 朱建忠: Ink Without Boundaries 水墨无界. Tusche auf Papier, 194x256cm, 2018.


HdM Gallery HdM画廊 zeigt die Gruppenausstellung New Abstraction: Chapter 2 新抽象:第二回展. 19.1.–16.3.2019.


Pan Xiaorong 潘小荣: Performance 16. 200x120, 2016.


Soka Art 索卡艺术 zeigt die Gruppenausstellung The Power of Academy 学院的力量. Konsultiert von 主持: Dr. Xia Kejun 夏可君博士, 2.3.–31.3.2019.


Chen Shuxia 陈淑霞: Fallen Blossom 花落. Öl auf Leinwand, 122x192cm, 2013.


Zhang Zhijian 张志坚: No. 139 作品139号. Öl auf Leinen, 200x170cm, 2018.


Wang Yigang 王易罡: 2019 Abstract Work e2 2019抽象作品e2. Öl auf Leinwand, 170x160cm, 2019.


Gu Liming 顾黎明: Music Movement No. 1 乐章1. Öl auf Leinwand, 146,5x98cm, 1998.


Art Bridge Gallery 桥艺术空间 zeigt die Gruppenausstellung X-Transmutation 未知“X”的嬗变. 10.3.–11.4.2019.


Liu Shiyang 刘诗阳: 32重. Mixed Media, verschiedene Größen, 2017–18.


Li Siqi 李思奇: (左)星球大战. (右)瞬间. Acryl auf Leinwand, 60x60cm, 2019.


Red Gate Gallery 红门画廊 zeigt Jiang Long 蒋龙: The Silent Language of Wood 木言木语,不言不语. 2.3.–23.3.2019.


Home 家. Kampferholz, Holztür und Metall, 191x55x45cm, 2018.
(Im Hintergrund 后) Fence 樊篱. Linde, 185x50x45cm, 2019.


MOUart 妙有艺术 zeigt Gong Bin 龚斌: 荒芜的绿/暗沉的蓝. Ab 16.3.2019.


O. A.


Tabula Rasa Gallery Tabula Rasa画廊 zeigt Market Street 市井: Anusman’s One Year anusman的一年. 16.3.–4.5.2019, Installationsansicht 展观:



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Im 798 wird viel gebaut. Gehwegplatten werden aufgerissen und entweder mit 798-Logos oder mit Designmustern bestückt, Bäume radikal auf ihre Hauptstämme reduziert. Das UCCA ist umgebaut, recht gruselig ist es geworden, man wollte wohl die alte Fabrikstruktur neu heraustreten lassen, die Glasfassade war nett gedacht, ist aber leider genauso wie die Begehung davor ziemlich mies geworden. Der gesamte Block des ehemaligen Stores und des noch recht neuen Buchladens ist nun eine Einheit, die kleinen Designfirmen dazwischen mussten weichen. Es ist ja verständlich, dass etwas passieren musste, nachdem sich das Ehepaar Ullens finanziell ausgeklinkt hat, aber mit den neuen Investoren ist das Ganze auch zu einem Kommerzkomplex geworden. Gut, ich falle in das allgemeine Geschimpfe ein, das hier ist ja nur die Hülle, wichtig bleiben die Ausstellungen – aahaber ich habe mich noch nicht überwinden können hineinzugehen. Alsbald, dann mehr.

Gallery Yang 杨画廊 hat sich nach ihrem Umzug im Sommer 2016 vom Originality Square in die 798 Middle 2. Street 798中二街 (am Parkplatz nördlich des neuen 798 Art Center 798艺术中心) nach nur knapp zwei Jahren aus dem 798 verabschiedet – hoffentlich nur bis auf Weiteres.

Neu im 798 sind zwei Kulturzentren, beide bislang noch nicht geöffnet: Der Bahrain Cultural Center-China Pavilion 巴林文化中心 - 中国馆, nördlich neben dem Dänischen Kulturzentrum; und das Cultural Center of the Republic of Serbia „Ivo Andrić“ Beijing 北京塞尔维亚文化中心 伊沃·安德里奇, abgehend vom Originality Square gegenüber der Soka Gallery, östlich von Red Gate.





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Caochangdi (CCD)

White Space 空白空间 zeigt Liu Shiyuan 刘诗园: In Other Words, Please Be True 言外之意. 9.3.–1.5.2019, Installationsansicht 展观:


Jump Over the Moon. Frachtkisten, Luftballons, variable Dimensionen, 2019.


A Shaking We No. 4. C-Druck, 141,8x123,8cm, 2018.


Ebd., Detail.


Spacing In. Kristallkugelvorhang, variable Dimensionen, 2019.


ShanghArt 香格纳画廊 zeigt Zhao Yang 赵洋: Roma Is a Lake 罗马是个湖. 9.3.–28.4.2019.


Roma Is a Lake 180709 罗马是个湖180709. Öl und Acryl auf Leinwand, 200x400cm, 2018.


Roma Is a Lake 180806 罗马是个湖180806. Öl und Acryl auf Leinwand, 210x210cm, 2018.


One Way Gallery 单行道画廊 zeigt Ding Shiwei 丁世伟: What We Talk About When We Talk About Sea, Horizon and Moon 元. Kuriert von 策: Feng Xi 冯兮, 9.4.–21.4.2019.


The Edge of the Earth 终.


The Oldest TV 源.


Dann läuft Stateless Existence 无状态存在 mit Wong Perngfey 黄鹏辉 und Zhang Kaitong 张恺童 im Lan Space, ab 16.3.2019, Installationsansicht 展观:





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Außerhalb

Red Brick Museum 红砖美术馆 zeigt die Gruppenausstellung Rituals of Signs and Metamorphosis 仪礼·兆与易. Kuratiert von 策: Tarek Abou El Fetouh 塔雷克·阿布埃尔菲杜, 3.11.2018–7.4.2019.


Anish Kapoor 安尼施·卡普尔: Descension 下沉. Durchmesser 500cm, 2015.


Walid Raad 瓦利德·拉德: Preface to the Third Edition_Acknowledgment (Fragment 1–5) 第三版序言_致谢(碎片之一到五). 3D-Druck Recyclingplastik, Farbe, 31,8x13,3x9,5cm, 2014–15.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Walid Raad 瓦利德·拉德: Letters to the Reader 1–8. MDF Holz und Farbe, 240x121,9x10,2cm, 2014.


Ebd.


Apichatpong Weerasethakul 阿彼察邦·韦拉斯哈古, Chai Siris 柴·斯里斯: Dilbar 迪里拜尔. Filmstill von Video 10:00 Min., 2013.


Jawshing Arthur Liou 刘肇兴: Kora 廓拉. Filmstill von 3K Resolution Video, 14:00 Min., 2011–12.


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Donnerstag, 7. Juni 2018
In und um Chengdu: Sanxingdui, Dazu shike


Das alte Königreich Shu 蜀 soll irgendwann vor 3–5000 bzw. 3–4000 Jahren existiert haben, beginnend in der, da dokumentarisch umstritten, als mythologisch bezeichneten Xia-Dynastie (ca. 2200–1800 v. Chr.), bis hinein in die erste chinesische Dynastie mit schriftlichen Dokumenten auf Orakelknochen, die Shang-Dynastie (1700–1025 v. Chr.) 1929 stießen die drei Söhne der Familie Yan in einem Dorf in der Nähe von Deyang 德阳 im Nordosten von Chengdu beim Bau einer Wassergrube auf die ersten Schätze der heiligen Stätte der Shu und entfachten einen enormen archäologischen Ausgrabungseifer in der Ebene um Sanxingdui 三星堆, wörtlich die Drei Sterne Erdhügel. Der Name rührt von der Legende, dass der Jadekaiser aus dem Himmel drei Hände voll Erde verteilt haben soll, die sich in Sterne verwandelten. In den Ruinen fand man Fundstücke aus Jade, Bronze und Stein, grub, untersuchte und datierte. Bekanntlich folgten Jahrzehnte politisch nicht sonderlich günstigen Herumgrabens, bis man 1986 dann auf die ersten Knochenüberreste und Ritualgefäße stieß: „wahrscheinlich Überreste einer großen Grab- und Opferstätte“. Und vor allem auf das, wofür Sanxingdui heute besonders bekannt ist, die bronzenen Menschenmasken sowie „die Gestalt des legendären Ahnengottes der alten Shu, ‚Cancong (蚕丛) mit seinen hervorstehenden Augen‘“. So nachzulesen in dem gar auf Deutsch verfügbaren Band von Chen De’an: Sanxingdui. Heilige Stätte des alten Shu-Königreiches. Chengdu: Verlagsgruppe Sichuan 2006 (cn. Fassung von 2000), S. 3.

Im Jahr 316 v. Chr. zettelten die Qin, aus denen der das Reich einende Gelbe Kaiser Qin Shihuangdi der Han-Dynastie (206 v. –220 n. Chr.) hervorging, einen Krieg gegen die Shu an. Die Shu wurden vernichtend geschlagen und gingen unter. Doch gut Ding will Weile haben. Die im Laufe der Jahrtausende aus dem kollektiven Gedächtnis der Han-Chinesen verschwundene Geschichte des Shu-Reiches schwemmte wieder an die Erdoberfläche und ist nun im Museum der Sanxingdui Fundstätte 三星堆遗址博物馆 zu bewundern, s. auch Wiki.

Hier sieht man ganz eigentümliche Kreaturen, ein gar wundersamstes Weltverständnis. Auf nach Sanxingdui 三星堆.

Aufgrund der Objektmasse und in Anbetracht der wichtigeren Bildgestalt beschränke ich mich hier auf die leider eher rudimentären musealen Beschreibungen – mit Verweis auf ausführlichere Bezeichnungen im Buch von Chen De’an. Die Aufteilung folgt zunächst dem Material, mit dem Großteil der Objekte in Sanxingdui aus Bronze, dann Stein, Jade und Gold, und innerhalb dieser Aufteilung ist eine subjektive Eigenlogik entstanden. Wenn vorhanden, beziehen sich die Bezeichnungen No. 1 bzw. No. 2 auf: Unearthed from No. 1 resp. No. 2 sacrificial pit of the Sanxingdui Site. 一号和二号表达三星堆遗址一号或者二号祭祀坑出土。

Das Beste zuerst, die Bronzefigur und die Bronzemasken von Sanxingdui, teilweise mit hervortretenden Pupillen, teils mit Goldmaske, gefunden in Opfergrube No. 2 青铜人头像/纵目面具/戴金面罩人头像,二号:


Bronze standing figure 青铜大立人像. No. 2 二号.


Ebd., Detail.











































Bronze figure clad in beast-head helmet 青铜兽首冠人像. No. 2 二号.


(Beide 两件) Bronze kneeling figure 青铜跪坐人像. No. 2 二号.


Bronze kneeling figure 青铜跪坐人像. No. 2 二号.


Bronze kneeling figure bearing a zun (wine vessel) 青铜顶尊跪坐人像. No. 2 二号.


Bronze kneeling figure holding a ritual blade 青铜持璋小人像. No. 2 二号.


Bronze figure 小青铜人像.



Bronze eye-shaped object 青铜菱形眼形器. No. 2 二号.


Bronze eye-shaped object 青铜菱形眼形饰. No. 2 二号.



Bronze zun (wine vessel) 青铜龙虎尊. No. 1 一号.


Bronze lei (wine vessel) 青铜龙虎尊. No. 2 二号.


O. A.


Lid-knob of bronze lei (wine vessel) 铜罍盖纽. No. 2 二号.



Bronze sun-wheel 青铜太阳轮.


Bronze figure with bird feet 青铜鸟腿人像. No. 2 二号.


Bronze bird head 青铜大鸟头. No. 2 二号.


Bronze bird 青铜鸟. No. 2 二号.


Bronze rooster 青铜鸡. No. 2 二号.


(Oben 上) Bronze animal ear 铜怪兽. (Unten 下) Bronze animal 铜兽耳.



Bronze shell 铜贝. No. 2 二号.


Bronze eagle-shaped bell 鹰形铜铃.


(Beide 两件) Bronze plaque 铜牌饰.


Bronze bird-shaped ornament 青铜鸟形饰. No. 2 二号.


Bronze bird-shaped ornament 青铜鸟形饰. No. 2 二号.


Dragon-shaped bronze column 青铜龙柱形器. No. 2 二号.



Bronze altar (in partial presentation) 青铜神殿残件. No. 2 二号.


Bronze holy altar 青铜神坛. No. 2 二号.


Ebd.


Bronze human-headed bird 铜人首鸟身像. No. 2 二号.


Bird of bronze tree 铜神树枝头立鸟. No. 2 二号.


Bird of bronze tree 铜神树枝头立鸟. No. 2 二号.


Fragment of bronze tree 铜神树残件. No. 2 二号.


Money tree 摇钱树.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Money tree 摇钱树.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.



Earthen cooking utensil 陶三足炊器.


Point-bottomed zhan (wine vessel) 陶尖底盏.


(Links 左) Earthen figurine 陶人. (Rechts 右) Earthen human head 陶人头.


Earthen dog 陶狗.


(Beide 两件) Earthen dog head 陶狗头.


(Beide 两件) Earthen double-faced owl 陶双面猫头鹰.


(Beide 两件) Earthen pig 陶猪.


(Beide 两件) Earthen tiger’s face (fragment) 陶虎面残片.


Bird-headed handles 陶鸟头勺把.


Ebd.


(Beide 两件) Stone kneeling statuette 石雕跪坐人像.



Jade cong (rite-used) 玉琮.


Jade zhang (ritual blade) 玉璋.



Tiger-shaped gold foil 金箔虎形饰.

Mehr in Stein, Jade und Gold unten von der Jinsha Fundstätte.

Zugänglich sind hier aktuell zwei als Museumsgebäude hergerichtete Ausstellungshallen in einer großen, als Park hergerichteten Anlage, mit Bänken und Laternen, die nach den Opfergegenständen designed sind. In der Mitte findet sich unter anderem ein Platz am damaligen Ort, der der zeremoniellen Altarstätte nachempfunden ist.




Nachempfundener Echo altar 天人台.




Sanxingdui wollte ich mir ansehen, worauf ich vor Reiseantritt gleich von etlichen Seiten hörte, wo ich unbedingt noch hier- und dorthin müsse. Also ging es weiter.

Die Jinsha Fundstätte 金沙遗址 wurde 2001 als weitere Shu-Stätte entdeckt und liegt innerstädtisch gut erreichbar knapp außerhalb des 2. Rings von Chengdu. Der Museumsbau von Sanxingdui stammt aus den 1990er Jahren, dieser der Jinsha ist eindeutig moderner: Museum der Jinsha Fundstätte 金沙遗址博物馆, s. auch Wiki.

Zunächst kann hier die Ausgrabungsstelle besichtigt werden.









Dann geht es über in den modernen Museumsbau.




Auch hier wieder das Beste zuerst:


Bronze human-shaped ware 铜人形器.


Bronze standing figure 铜立人.


Bronze human head figure 铜人头.


Bronze vessels 铜器.



Stone kneeling human figure 跪坐石人像.


Stone kneeling human figure 跪坐石人像.


(Links 左) Stone kneeling human figure 跪坐石人像. (Rechts 右) Stone tiger 石虎.


Stone kneeling human figure 跪坐石人像.


Stone snake 石蛇.


Stone tiger 石虎.


Stone tiger 石虎.



Pottery vessels of the early phase 早期陶器.


Bronze bi 铜壁.


Bronze artefact with square hole 方孔形铜器.


Tortoise breastplates 卜甲.



Raw materials 玉料.


Jade song with tube-drilling marks 保留管钻痕的玉琮.


Jade chisel with slice-cut marks still visible 保留切割痕的玉凿.


Jade human head 玉神人面像.



Frog-shaped gold artefact 蛙形金器.


Gold mask 金面具.

Neben der Goldmaske ist das folgende Ornament das wichtigste Artefakt hier in der Jinsha Fundstätte, was wohl der Grund ist, weshalb man es nur mit dem Handy ablichten durfte:

„The Sun and Immortal Bird“ gold ornament “太阳神鸟”金饰.


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Während Sanxingdui bei Deyang 德阳 im Nordosten von Chengdu liegt, findet sich das Dujiangyan Bewässerungssystem 都江堰, s. Wiki und Baike, entweder zwei Stunden von Sanxingdui im Westen oder eine nordwestliche Stunde von Chengdu entfernt. Es ist nicht ganz so alt wie seine legendären Ahnen, aber immerhin auch aus der Han-Zeit (206 v. –220 n. Chr.)





















Dazu standen hier ein paar zeitgenössische Kunstwerke herum, zu denen Chengdu 2015 aufgerufen hatte:


O. A.


Tim Norris: Neural Nature 神经的大性.


Roger Rigorth: Barnacle 藤壶.




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Von Dujiangyan aus kann man gut zum ca. 15km entfernten Qingcheng Berg 青城山, s. Wiki und Baike. Mit all seinen daoistischen Tempeln ein wunderschöner Ort, um drei Stunden die Berge über hunderte von Höhenmetern und tausende von Treppenstufen hoch- und runter zu laufen. Der Berg lag im Epizentrum des Erdbebens in Sichuan im Mai 2008, das beinahe von jedem Taxifahrer in dem einen oder anderen Nebensatz erwähnt wird. Viele der hiesigen Tempel wurden zerstört und finden sich auch heute, zehn Jahre danach, noch im Aufbau. Etwa vier Kilometer entfernt kommt man mit dem Zug und einer halben Stunde Fahrtzeit in die nordwestlich am 4. Ring von Chengdu gelegene Station Xipu 犀浦, die wiederum mit der Ubahnlinie 2 verbunden ist. Nun aber erst einmal in das überbordende Grün der Bergschluchten.









Und nun dem Grün frönend:














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In der Stadt innerhalb des 2. Rings kann man noch gut ins buddhistische Wenshu Kloster 文殊院, s. Travel China und Baike.




Außerdem sehenswert ist der daoistische Qingyang Palast 青羊宫, s. Wiki und Baike




Terrace of Descension 降生台, Detail mit Laozi.






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Dann habe ich mich in Chengdu noch auf Stippvisite in die Gegenwartskunst begeben. Zum einen gibt es das Blue Roof Museum 蓝顶美术馆 mit Künstlerviertel im Südosten. Es ist ziemlich schlecht angebunden, knapp zwei Stunden mit den Öffentlichen und dann noch ein paar Kilometer durch Felder radeln (Adresse Blue Roof Museum, New Venue: Sizu 166, Miaoshan Village, Xixing Town, Shuangliu District, Chengdu 成都市双流区新兴镇庙山村四组166号 蓝顶美术馆新馆, 028-8560 6896). Vielleicht ist es eine Reise wert, wenn man von einer guten Ausstellung dort weiß. Ansonsten leider lahme Provinzkunst mit Sammlungen, wie sie allerorts zu finden sind, aber gut zu sehen, wo es überall Künstlerkommunen gibt. Im Gegensatz zu Deutschland finden sich auch immer Personen, die gleich einen Klotz an Museum hinstellen.





Aktuell lief eine Ausstellung junger japanischer Künstler, Wakaba Luster 若叶集, ganz gut fand ich:

Yuki Matsueda 松枝 悠希: This is Exit / square (white). 2017.

In der Sammlung gefiel mir:

Shu Hao 舒昊: The Wall No. 1 墙#1. O. J.


Direkt im Süden und mit der Linie 1 (Station: Hongshi Park 红石公园) gut angebunden, liegt das sehr empfehlenswerte A4 Museum A4美术馆 im in Neuerschließung begriffenen Viertel Tianfu (Adresse: Shengtai City, Luhu, Nanyan Line, Tianfu Express, Shuangliu District, Chengdu 成都市双流区天府大道南延线·麓湖生态城·艺展中心).





Martin Boyce 马丁·博伊斯: Hanging Gardens 空中花园, 27.4.–29.7.2018, war in Ordnung, vermutlich gut für diesen Ort, Chengdu sieht wahrscheinlich nicht so regelmäßig internationale Kunst.


Hauptraum mit Installationsansicht mehrerer Objekte, 2009–17.


Broken Branches and Blossoms 破碎的树枝和花朵. 2008.


Same Place as Always 一如即往. 2015.


Installationsansicht mehrerer Objekte, 2007–17.


Darauf wurde es jedoch richtig gut, als zweite Ausstellung lief Chen Qiulin 陈秋林: Peppermint 薄荷, 27.4.–29.7.2018. Erst dachte ich, es wäre wieder eine Memory Landesgeschichte, wichtig, ja, aber wenn etwas mit alten Gruppenfotos beginnt, sprüht man nicht unbedingt gleich vor Entzücken. Dann kommt man in den abgedunkelten Raum, und ich habe mir lange keine Videos mehr so bereitwillig angesehen. Chen Qiulin 陈秋林 hat sich vom Foto einer Kampfkunsttruppe eines Sommercamps ihrer Kindheit drangemacht, diese Menschen aufzusuchen. Das Ganze hat sie Pfefferminze genannt, weil ihr dieser Geruch aus der Zeit geblieben ist. Großartige Aufmachung ohne Effekthascherei: Ein Bild pro Person in ihrer Umgebung, daneben ein Video, in dem die jeweilige Person einzeln und ruhig in die Kamera blickt. Besonders sehenswert aber ist das gefühlt zehn minütige Video, in dem sie eine kleine Geschichte des Weges einer Kampfkunstschülerin erzählt, in dem all die Personen auftauchen. Wunderbare Schnitte, unaufgeregt und sehr vereinnahmend, Installationsansicht:














Im Anschluss kann man einen überteuerten, aber guten Kaffee am überdachten Rondell trinken und an der Wasserschneise mit Bootsanleger dem Baulärm um sich herum lauschen. Derweil sich am Nebentisch ein hübscher junger Mann von einer wunderschönen jungen Frau über Immobilien beraten lässt. 3 Zimmer, 120sqm, 3 Millionen RMB. Er möchte eine kleine Wohnung für sich alleine. Sie sagt ihm, dass er seine Familienplanung bedenken müsse, diese und jene Wohnung sei gut für zwei Kinder. Er würde gerne alleine wohnen. Sie erzählt von den entstehenden Angeboten für Kinder. Eigentlich möge er gar keine Hochhäuser. Sie habe gleich noch weitere Kundschaft, klickt mit ihrem Stift, ich gehe.








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Vom Chengdu Ostbahnhof kommt man gut mit dem Zug in einer Stunde nach Dazu Süd, und kann sich anschließend in einer weiteren Stunde zu den Dazu Felsskulpturen 大足石刻 bringen lassen, s. Wiki und Baike. Von dort aus sind es eineinhalb Stunden mit dem Bus nach Chongqing. Großartig! Entstanden 1174–1252, und, wenn ich es richtig verstanden habe, ausgebessert 1957.





Ritual Site of Liu Benzun 柳本尊行化事迹图:





Sutra of Amitabha and His Pure Land 观无量寿佛经变相:



















Sakyamuni’s Filian Piety 大方便佛报恩经变相:













Niche of Parental Love Sutra 父母恩重经变相:













Nine Dragons Bathing the Prince 九龙浴太子图:





Niche of Sakyamuni Entering Nirvana 释迦涅槃圣迹图:



Div.:











Saints of Huayan School of Buddhism 华严三圣像:





Buddhist Wheel of Life 六道轮回图:





Niche of Guardians of Buddhist Law 护法神龛:





Ritual Site of Buffaloes 牧牛图:





Div.:







Dann die Exponate im reichlich erklärenden Museum:


Head of Buddha 佛头像. Northern Qi Dynasty 北齐 (550–577).


Two Buddhas and Buddhist Followers 二佛及众弟子像. Sui Dynasty 隋 (581–618).


Buddha Statue 佛像. Northern Qi Dynasty 北齐 (550–577).


„Dream of the Red Chamber“ Plate 彩“红楼佳梦”盘. Qing Dynasty 清 (1644–1911).


Blue and White Porcelain Pillow 青花瓷枕. Qing Dynasty 清 (1644–1911).


Memorial Tablet with Nine Sculpted Dragons 九龙牌位. Qing Dynasty 清 (1644–1911).


Man Beating a Drum 石刻击鼓像. Qing Dynasty 清 (1644–1911).


Watching Performance Leaning on Balustrade of Side Wall of Song Dynasty Tomb at Sifangcun 四方村宋墓侧壁凭栏观戏图. Song Dynasty 宋 (960–1279).


(Beide 两件) Dragon in the Chamber of Wang Ruo and His Wife’s Tomb at Longshenwan 龙神湾王若夫妻M1/2墓室青龙图. Southern Song Dynasty 南宋 (960–1279).


Ebd.


Eighteen Arhats 十八罗汉像. Qing Dynasty 清 (1644–1911).


Wooden Screen 屏风. Qing Dynasty 清 (1644–1911).


Stone Statues of Guard of Honor from Tombs in Ming Dynasty 明墓仪仗俑 (1368–1644).


Remnant Feet of Buddha 佛像残足. Northern Qi Dynasty 北齐 (550–577).


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