Samstag, 28. März 2026
Kassel 2026: „The China Moment“

Eingang zum Kasseler Kunstverein links im Gebäude des Fridericianums.

Das documenta Institut präsentierte im Kasseler Kunstverein die sehr sehenswerte Ausstellung The China Moment 中国时刻, kuratiert von Su Wei 苏伟, Mi You 由宓 und Anna-Lisa Scherfose, 24.1.–22.3.2026.

Es handelt sich um eine Überblicksausstellung zeitgenössischer chinesischer Kunst seit der Öffnung Chinas unter Deng Xiaoping ab 1979 mit einzelnen Werken bis in die Gegenwart. Mit dem Fokus auf Individualismus ist sie als Forschungsausstellung angelegt. Eine weitere Überblicksausstellung? Aus der Perspektive der Kurator·innen scheint es sinnvoll, aktuell erneut auf die Hintergründe einzugehen, da Künstler·innen aus China seit Beginn der 2020er Jahre weniger auf dem Tableau westlicher Institutionen erschienen. Gründe seien eine vermehrte Tendenz zur Regionalisierung, gar Entkoppelung im Kulturkampf unter Trump und dessen global erfolgreichem Sog und der verweigerten Positionierung dazu im Sinne eines westlichen kunstkritischen Ansatzes innerhalb Chinas. Damit wird die Frage aufgeworfen, ob der „China Moment“ im Westen vorbei sei.

Besonders gefreut hat mich, dass es einige Werke gab, die ich noch nicht kannte, andere, die durch die Texte in ein anderes Licht gerückt wurden. Der Umfang war nicht erschlagend, selbst für die Videoarbeiten konnte man sich Zeit nehmen, und die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Umstände der Zeiten wurden subtil eingeflochten, aber nicht als Angstszenarien dargestellt. Ob all dies von jemandem ohne Hintergrundkenntnisse verstanden werden konnte, war für mich schwer zu beurteilen (siehe bei Interesse an einem Hintergrund den Einführungsteil von fünfzig Seiten über die „Gegenwartskunst in China im historischen Kontext“, unterteilt in einen „kunsthistorischen Überblick“, in „Kunstmarkt“, „Kunstpolitik“ und die sogenannte „Rote Kunst“, in meiner Dissertation) – für mich war gerade dieser eingeflochtene Ansatz besonders spannend. Normalerweise denke ich bei Texten oder in Ausstellungen über den großen Zeitraum der zeitgenössischen chinesischen Kunst von Ende der 1970er bis heute häufig „Ja, aber …, man kann es auch anders sehen“, doch hier hat mir das Selbstverständnis imponiert.


Zhuang Hui 庄辉 (*1963): Longitude 109.88, Latitude 31.09. Detail, div. Größen, Schwarzweiß-Fotografien auf Papier, Video (Farbe), (hier im Bild:) Druck auf Vinylfolie, 1995–2008. Courtesy Zhuang Hui.


Datong Dazhang 大同大张 (1955–2000): (Links 左:) I Saw Death. 140x100cm, Druck auf Papier, 1998. (Rechts 右:) Things from 96. Mail Art 97, First Half of the Year. Div. Größen, Stift auf Papier, getackert, 1996–97. (Alle 全:) Courtesy Wen Pulin Archive of Chinese Avant-Garde Art.


Gu Dexin 顾德新 (*1962): 1998.11.07. Ausstellungsansicht aus dem Katalog „Corruptionists: Pig Brains“, 1998. 105x150cm, Druck auf Papier.


Wang Guangyi 王广义 (*1957): Study for Cold War Aesthetics. Div. Größen, Acryl und/ oder Filzstift auf Fotokopie, 2007. Courtesy Wang Guangyi.


Ders.: Study for Quarantine: All Food Is Potentially Poisonous. Div. Größen, Acryl und Filzstift auf Papier, 1996. Courtesy Wang Guangyi.


Zeng Xiaojun, Ai Weiwei, Xu Bing (Hgg.): Black Cover Book. Im Selbstverlag erschienen, 1994. Courtesy Andreas Schmid.


Kan Xuan 阚萱 (*1972): Ai! Filmstill, Einkanal-Video (Farbe, Ton), 1:22min., 1999. Courtesy Kan Xuan.


Jiang Jie 姜杰 (*1963): Long March – Xiao Shuxian 2002 – Nowadays. Detail, div. Größen, 24 Fotografien, 2002–25. Courtesy Jiang Jie.


Ebd., Detail.


Lin Yilin 林一林 (*1964): Safely Maneuvering Across Linhe Road. Filmstill, Einkanal-Video (Farbe, Ton), 90min., 1995. Courtesy Li Yilin.


New Measurement Group 新刻度小组 (aktiv 1989–96): Analysis I–V. Detail, je ca. 30x21cm, 1990–95. Courtesy Wang Luyan.


Einladung zur ersten Ausstellung der No Name Group 无名画会. 7,5x13,5cm, Druck auf Papier, 1979. Courtesy Wang Youshen.


Einladung zur Ausstellung dokumentarischer Fotografien zum Gedenken an Genosse Hu Yaobang. 15x18,5cm, Siebdruck auf Papier, 1989. Courtesy Wang Youshen.


Installationsansicht.


Chen Shaoxiong 陈绍雄 (1962–2016): 72.5 Hours of Electricity Consumption. Div. Größen, Tageslichtlampe, Glühbirne, Stromzähler, Holzrahmen, Regenmantel, 1992. Courtesy Taikang Insurance Group.


Ma Liuming 马六明 (*1969): Fen-ma Liuming. 148x100cm, Druck auf Papier, 1993. Courtesy Ma Liuming.


Hong Hao 洪浩 (*1965), Yan Lei 颜磊 (*1965): Snow Bull. 300x660cm, Öl auf Leinwand, 2009. Courtesy Hong Hao, Yan Lei.


Ebd., Detail.
Text: „Full Service / Spa Treatment // The Art Power List 100 of 2008, by Artreview // 01. Science (Damien Hirst) / 02. Larry Gagosian / 03. Kathy Halbreich / 04. Sir Nicholas Serota / 05. Iwan Wirth / 06. Jay Jopling / 07. David Zwirner / 08. Francois Pinault / 09. Jasper Johns / 10. Eli Broad // We are really better than anyone“.

Aus westlicher Perspektive wird die zeitgenössische chinesische Kunst der 1980er und 90er Jahre stets in Bezug auf die Akteur·innen aus dem Westen oder gar als von ihnen entdeckt dargestellt, von den Sammler·innen, Galerist·innen und anderen. Sehr erfrischend ist hier, im Westen, vermehrt die Sicht der chinesischen Künstler·innen selbst dargestellt zu sehen, u. a. mit folgenden Arbeiten:


Hong Hao 洪浩 (*1965), Yan Lei 颜磊 (*1965): Invitation Letter to documenta Kassel. (Hier im Bild:) 29,7x21,7cm, gedruckter Brief, (s. u.:) 11x22,1cm, gestempelter Briefumschlag, 1997. Courtesy Hong Hao, Yan Lei.


Ebd., Detail.
Anm., die documenta-Adresse lautet: „No. 16 Second quarter Gnakupuil, / Kassel, Germany“.


O. A.: Robert Rauschenbergs flüchtiger Blick. 95x130cm, Druck auf Papier, 1986. Courtesy Wang Luyan.
Anm.: Wang Luyan, einer der Gründer der New Measurement Group, geht im Vordergrund vorbei. Dazu Su Wei im Katalog (S. 115f): „Their [Wang’s and Rauschenberg’s] gazes seem to cross but never connect––a fitting metaphor for the complex, often misaligned relationship between Chinese artists and the Western-dominated global art system.“


Zhou Tiehai 周铁海 (*1966): Will/ We Must. Filmstill, Einkanal-35-mm-Film, übertragen auf digitales Video (schwarzweiß, stumm), 9:17min., 1996. Courtesy Zhou Tiehai, Collection of Yuz Foundation.
Text: „你们只有中药和巫术,没有艺术。 | Alles, was ihr habt, ist traditionelle chinesische Medizin und Hexerei. Aber keine Kunst.“


Ebd., Filmstill.
Text: „难道我们的艺术——是安慰你们的胃口吗? | Muss unsere Kunst euren Standards genügen?“


Ebd., Filmstill.
Weitere Textsnippets: „Dies ist ein Militärflughafen, auf dem heimlich Museumsdirektoren, Kritiker und Galeristen empfangen werden. // Um ihre Blockade gegen uns endgültig zu durchbrechen, müssen wir umgehend Maßnahmen ergreifen und unseren eigenen Flughafen bauen. // Genossen, wir sollten nicht vergessen, dass wir ohne unseren eigenen Flughafen nichts erreichen werden.“


Wu Wenguang 吴文光 (*1956): Diary: Snow, November 21, 1998. Filmstill, Video (Farbe, Ton), 14:29min., 1998. Courtesy Wu Wenguang.
Text: „不许你搞这个记实摄影! | Sie sollten dich keine Dokumentarfilme machen lassen!“


Ebd., Filmstill.


Ni Haifeng 倪海峰 (*1964): Of the Departure and the Arrival. Detail, div. Größen, glasiertes Porzellan, 2005. Courtesy Ni Haifeng, Galerie In Situ, Fabienne Leclerc.


Ebd., Detail.


O. A.: 13 Postkarten für die Ausstellung von Entwürfen für Innenarchitektur und Kunst (Boyuanhua [Firma für Interior Design]). Detail, je 15x10cm, Druck auf Papier, 1994. Courtesy Wang Youshen.


Beijing Youth Daily 北京青年报: 博缘华画廊 (Boyuanhua Gallery), 1994-3-18.


Xiao Lu 肖鲁 (*1962): 15 Gunshots…From 1989 to 2003. Detail, je 100x45x5cm, 15 Schwarzweiz-Digitaldrucke, gerahmt, Einschussloch, 2003. Courtesy Xiao Lu.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Han Lei 韩磊 (*1967): Luochuan, Shaanxi Province VI. Detail, je 30x45cm, Kunstdruck auf Papier, 1989. Courtesy Han Lei.


Wang Youshen 王友身 (*1964): Shining · Kassel. Detail, div. Größen, Fotografien, Glas, Licht, 1989–2026. Courtesy Wang Youshen.


Ebd., Detail.
Text: „会有能够把头低下的时候吗 好让日子继续过下去“, etwa: Wird es je einen Moment geben, in dem ich den Kopf senken und einfach weitermachen kann?


Figur eines Mädchens aus der Skulpturengruppe „Rent Collection Courtyard 收租院“. 30x15x30cm, Bronze, 2005. Courtesy documenta Archiv, Dauerleihgabe der Stadt Kassel.


Zheng Gougu 郑国谷 (*1970): Me and My Teacher. 180x270cm, Druck auf Papier, 1993. Courtesy Zheng Guogu, Vitamin Creative Space.


Wang Bing 王兵 (*1967): Man with No Name. Filmstill, Film 16/9 HD (Farbe, Ton), 99:52min., Edition von 6+2 AP, 2009. Courtesy Wang Bing, Galerie Chantal Crousel, Paris.


Living Dance Studio 生活舞蹈工作室: Dance with Farm Workers. Filmstill, Video (Farbe, Ton), 15:30min., 2001. Courtesy Wen Hui.


Erste Ausgabe der Zeitschrift „Scholar 学人“, Jiangsu Literature and Art Publishing House 1991. Courtesy Su Wei.


Sui Jianguo 隋建国 (*1956): Kill. 65x65x65cm, Kautschuk, Nägel, 1996. Courtesy Sui Jianguo.


Ebd., Detail.


Cao Fei 曹斐 (*1978), Ou Ning 欧宁 (*1969): Sanyuan li. Filmstill, Video (Schwarzweiß, Ton), 39:42min., 2003. Courtesy Cao Fei, Ou Ning.


Hiroshi Ohashi 大桥宏 (DA-M Theatre & Proto Theatre, Tokyo), Wang Molin 王默林 (Body Phase Studio, Taipei), Tong Sze Hong 汤时康 (Clash, Hongkong), Zhao Chuan 赵川 (Grass Stage, Shanghai): Lu Xun 2008. Filmstill, Video (Farbe, Ton), 79min., 2008. Courtesy Zhao Chuan.


Individual as Society | 一个人的社会 | Individuum als Gesellschaft. Detail, Projektdokumentation und Poster, 2018–24. Courtesy Man Yu, Individual as Society.


Zhao Yin’ou 赵银鸥 (*1972): (V. l. n. r. 左到右:) 2007.40.12.R. 2007.40.10.R. 2007.40.6.R. Je 100x70cm, Öl auf Leinwand, 2007. Courtesy Zhao Yin’ou.

Mit die beste Arbeit fand ich die Videoinstallation von Wang Tuo, möglicherweise auch deshalb, weil sie das aktuell für mich relevante Thema der Zensur bespricht: Sein „Verhör“ ist als Hommage an die Ausstellung „China/Avant-Garde“ von 1989 und die Performances der sogenannten „Sieben Sünden“ gemeint, als Erinnerung und Nachstellung des Zusammenspiels zwischen radikaler Kunst und Protest. Es behandelt den fiktiven Dialog zwischen dem Künstler und einem Zensurbeamten:


Wang Tuo 王拓 (*1984): The Second Interrogation. Filmstills, Videoinstallation, Part I–II, Zweikanal-/ Einkanal-Video (Farbe, Ton), 24:28min, 30min., 2022–23. Courtesy Wang Tuo.


Ebd., Filmstill.
Text: „Weil sich das ‚Problembewusstsein‘ verändert hat.“


Ebd., Filmstill.
Text: „über die Funktionsweise des Kunstbetriebs,“.


Ebd., Filmstill.
Text: „Der gesamte Kunstbetrieb ist mitschuldig,“.


Im ebenfalls sehr empfehlenswerten Ausstellungskatalog finden sich noch weitere Einordnungen und sieben zusätzliche Texte im Reader – aus dem Su Wei besonders den Text von Yang Guoqiang 杨国强 (2016) als weitere Lektüre vorschlägt: On Individualism in New Culture Movement (S. 155–67):


Mi You, Su Wei, Anna-Lisa Scherfose (Hgg.): The China Moment: Contextualizing Individualism in Chinese Contemporary Art. Ausst.kat., 24.1.–22.3.2026, documenta Institut, im Kasseler Kunstverein. Berlin: Hatje Cantz 2026.



Der Durchgang von der documenta Halle runter zur Karlsaue war über die 25 oder so Meter abgesperrt und alle gingen kollektiv einfach drüber hinweg, so mag ichs.




Haus-Rucker-Co: Rahmenbau | Frame Building. documenta 6, 1977.


Beat Tonilio: Joseph Beuys wo bist Du? documenta fifteen, 2022.




Deutsches Tapetenmuseum (aktuell geschlossen).



Kommendes Jahr, 2027, findet bereits wieder die nächste documenta statt, die documenta 16. Dann werden wir uns gewiss wiedersehen, du merkwürdig interessante Stadt. Siehe für Kassel bis dahin gern auch: documenta fifteen, 2022 und documenta 13, 2012.


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Donnerstag, 13. November 2025
Kunst in Hamburg, Ende 2025
Allerlei Kunst aus und ein wenig um Hamburg von 2025 muss ich noch aufholen. Das Neuste zuerst, am Ende ein wenig Natur, los gehts:

Kunst in Hamburg

Das MARKK zeigt Druckfrisch aus den Zwanzigern: Einblicke in Chinas Moderne, kuratiert von Bernd Spyra und Ricarda Brosch, 19.9.2025–12.7.2026:


Neuester detaillierter Stadtplan von Beiping | 最新北平詳細全圖. Offsetdruck, Landvermessungsstelle Nanjing, Provinz Jiangsu, 1930. Ankauf durch Theodor Wilhelm Danzel, 1932.


Die 24 Geschichten kindlicher Pietät | 二十四孝. Detail, Offsetdrucke, Druckerei: Xu Bangji meishushe, Shanghai, vor 1932. Ankauf durch Theodor Wilhelm Danzel, 1932.


Ebd., Detail.


Die Drei Streitenden Reiche | 三國志. Detail, Farblithografie, Druckerei: Huanqiu huapian 環球畫片, Shanghai, vor 1932. Schenkung von Theodor Wilhelm Danzel, 1932.


Die 360 Gewerbe | 三百六十行. Detail, Farblithografie, Druckerei: Chen Zhengtai 陳正泰, Shanghai, vor 1932. Ankauf durch A. Glathe, 1932.


Ebd., Detail.


Kalender für das Jahr 1933 mit dem Herdgott (灶君) und seiner Frau. Blockdruck koloriert, Druckerei: vmtl. Yangliuqing, Tianjin, 1932. Ankauf durch Theodor Wilhelm Danzel, 1932.


Hang Zhiying, Zhiying Studio (Sig.): Indigo, zwei Damen im Qipao. Farblithografie, Shanghai, ca. 1925. Leihgabe BASF Corporate History, Ludwigshafen a. Rh.


Installationsansicht.


Unbekannt: Wandbehänge mit Opernszenen. Detail, Seiden- und Metallfadenstickerei auf Leinwandbindung aus Wolle mit tierischen Fasern, China, 1800–1900. Ankauf von I. F. G. Umlauff, 1907.
Es handelt sich um eine mobile Bühnenrequisite, die zum Beispiel gut von Puppentheatern verwendet worden sein könnte.


Druck für Drehlaterne Laufende Pferd-Laterne | 八仙過海走嗎燈. Offsetdruck, Druckerei: Chen Maoji 陳茂記, Shanghai, vor 1928. Ankauf durch Fritz Jäger.


(Oben:) Dagu-Mündung bei Tianjin | 天津大沽口. Blockdruck koloriert, Druckerei: Telegrafenamt, Yantai, Provinz Shandong, 1900. Schenkung von Henry Dicke, 1930. (Unten:) Die Einnahme von Beijing durch die Alliierten | Prise de Pékin par les Alliés, 15.8.1900. Lithografie koloriert, Druckerei: Pellerin & Co., Epinal, Frankreich, 1900. Leihgabe Sammlung Hecht.


Xie Lei: Sun Zhongshan (Sun Yat-sen) | 孫逸仙. Öl auf Leinwand, Beijing, 2012. Sammlung des MARKK, Schenkung von Xie Lei und Sies + Höke, Düsseldorf, 2025.



Ebendort, im sogenannten Zwischenraum, läuft Zwischen Zeiten im Museum am Rothenbaum, mit Retrografien von Bernd Spyra, 14.10.2025–12.4.2026. Weitere Vergleichsfotos befinden sich im Haus, zum Beispiel von der Eingangshalle oder von der oberen Mittelhalle.




Die Parabel: Zentrum für Kunst in Hamburg eröffnete 2025 in der ehemaligen Nikodemuskirche von 1959 und erhielt ihren Namen aufgrund der Parabelform der Architektur. Die Kirche an der westlichen Seite des Ohlsdorfer Friedhofs wurde 2022 entwidmet und umgebaut. Grundlage bildet die gut 3 500 Werke umfassende Kunstsammlung von Maike Bruhns mit Hamburger Kunst seit Beginn des 1. Weltkrieges bis in die Gegenwart sowie zur Zeit- und Sozialgeschichte Hamburgs.






Im Winter lief Luminary | Lichtung: Wang Yefu zeichnet Licht – Silke Silkeborg malt die Nacht, 5.12.2025–15.2.2026:


Wang Yefu 王野夫: O. T. 8 Arbeiten, 78x57cm, Grafitstift, 2023.


Installationsansicht.




Silke Silkeborg: Bilander. 40x50cm, Öl auf Leinwand, 2023.


Dies.: (Rechts:) Goal Nr. 3. (Links:) Goal Nr. 1. (Beide:) 130x162cm, Öl auf Leinwand, 2025.


Im Herbst zuvor lief Im Abgrund: Terror, Gewalt und die Künste in Deutschland 1930 bis nach 2000, kuratiert von Maike Bruhns und Pablo Schneider, 10.9.–16.11.2025:


Elfriede Lohse-Wächtler (1899–1940): Budike: Im Wirtshaus. Pastellzeichnung, 1930.


Hella Jacobs (1905–75): Gas. Öl auf Pappe, 1930.


Alfred Hrdlicka (1928–2009): Hamburger Feuersturm. Lithografie, 1985.


Robert Schneider (1944–2021): Bunker Valentin 4. Kohle auf Karton, 2002.


Friedrich Ahlers-Hestermann (1883–1973): Kalenderblatt. Öl auf Leinwand, um 1935.


Fritz Schirrmacher (1893–1948): Franz Kaiser im Kornträgergang. Öl auf Leinwand, 1933.


Willem Grimm (1904–86): Die Regenwolke. Kohle-, Tuschezeichnung, weiß, um 1933.


Harry Behr (1907–66): Nicht zu finden. Mischtechnikzeichnung, 1933.


Gertrud Schaeffer (1888–1960): Tod über der Stadt. Öl auf Pappe, 1930er Jahre.


Kurt Jückstock (1914–42): Anleger in Blankenese. Öl auf Leinwand, um 1940.


Friedrich Ahlers-Hestermann (1883–1973): Einsamkeit: Drinnen und Draußen. Öl auf Leinwand, 1933.


Gretchen Wohlwill (1878–1962): Finkenwerder Westerdeich. Aquarell, späte 1930er Jahre.


Anita Suhr (1900–91): Zellenausblick. Kohlezeichnung, 1930er Jahre.


Doris von Klopotek (*1961): Pyrenäen 1936. Öl auf Leinwand, 2004.


Bernhard Heyde (1899–1978): Hochbunker Feldstraße. Gouache auf Karton, 1944.


Frans Masereel (1889–1972): Gefangene hinter Stacheldraht. Tusche auf Papier, 1943.


Pierre Fertil (1923–2015): Libération | Befreiung. Mischtechnik, undat.


Ebd., Detail.


Alfred Dunkel (1901–88): Es werde Licht. Aquarell, 1945.


Agnes Lukacs (1920–2016): Panik. Linoldruck, undat.


Reinhold Zulkowsky (1899–1966): Eisläuferin. Öl auf Leinwand auf Holz, 1930er Jahre.


Robert Schneider (1944–2021).


Ders.: Auschwitz 3. Detail, Kohle auf Karton, o. J.


Ders.: Auschwitz 20. Detail, Kohle auf Karton, o. J.


Alfred Dunkel (1901–88): Rolf Mokry. Bleistift auf Papier, vor 1944.


Christoph Krämer (1948–2010): Auschwitz, o. T. Kohle und Gouache auf Papier, 1991–92.


Max Weiss (1884–1954): Theresienstadt. Div. Formate, div. Techniken, 1945–49.


Ebd.


Ebd.


Hil (Wolf Hildebrandt, 1906–99): Friede – Freiheit – und noch einiges. Holzschnitt, 1972.


Bernhard Heyde (1899–1978): Wir haben den Krieg nie gewollt. Öl auf Hartfaserplatte, vor 1953.


Karl Goris (1927–83): Figur zwischen Mauern. Mischtechnik, um 1960.


Das Bucerius Kunst Forum zeigt Kinder, Kinder! Zwischen Repräsentation und Wirklichkeit, 28.11.2025–6.4.2026:


Friedrich Seidenstücker (1882–1966): In Nachlasssachen meines Vaters | In My Father’s Legacy Matters. Silbergelatineabzug, ca. 1950. Pinakothek der Moderne, München, Stiftung Ann und Jürgen Wilde.


Bartolomé Esteban Murillo (1617–82): Einladung zum Argolla-Spiel | Invitation to a Game of Argolla. Öl auf Leinwand, ca. 1665/70. Dulwich Picture Gallery, London.


Ebd., Detail.


(Links:) Gerhard Richter (*1932): Moritz. Öl auf Leinwand, 19.1.2000. Privatsammlung. (Rechts:) Cornelis de Vos (1584/85–1651): Bildnis der Susanna de Vor, der dritten Tochter des Malers | Portrait of Susanna de Vor, The Painter’s Third Daughter. Öl auf Eichenholz, 1627. Städel Museum, Frankfurt a. M.


Installationsansicht.


In der Hamburger Kunsthalle lief Anders Zorn: Schwedens Superstar (1860–1920), kuratiert von Markus Bertsch, 26.9.2025–25.1.2026:

In einem Wandtext wird verwiesen auf einen Teil von Zorns Arbeiten mit „eindeutig exotisierenden Tendenzen […]. Sie sind der im ausgehenden 19. Jahrhundert noch weit verbreiteten Stilrichtung des Orientalismus zuzuordnen. In diesem Zusammenhang machten westliche Künstler*innen arabische Länder und Kulturen häufig zur Projektionsfläche für eurozentrische, kolonial geprägte Vorstellungen und stellten sie somit verfälscht dar.“ Das gilt auch später in der Ausstellung in Bezug auf Frauen, vor allem in den Badeszenen. Ich habe mich hier gegen eine Reproduktion der expliziteren Werke entschieden.


Waldstudie, Dalarö | Forest Study, Dalarö. Aquarell, 1885. Zornmuseet, Mora.


Über die Straße hinweg | Across the Street. Aquarell, 1884. Zornmuseet, Mora.


Blick auf Algier vom Jardin d’Essai | View of Algier from the Jardin d’Essai. Aquarell, 1887. Zornmuseet, Mora.


Im Hamburger Hafen | At the Port of Hamburg. Aquarell, 1891. Zornmuseet, Mora.


Im Hamburger Hafen | At the Port of Hamburg. Aquarell, 1891. Zornmuseet, Mora.


Der Schauspieler Coquelin Cadet | The Actor Coquelin Cadet. Öl auf Leinwand, 1889. Nationalmuseum Stockholm, gift 1983 Bo Lindh through Nationalmusei Vänner.


Die Tänzerin Rosita Mauri bei der Toilette | The Dancer Rosita Mauri at her Toilet. Öl auf Leinwand, 1890. Privatsammlung.


Madame Rikoff (Beleuchtungsstudie) | Madame Rikoff (Lighting Study). Detail, Öl auf Leinwand, 1890. Property of Municipality of Uddevalla, administered by Bohusläns museum, Sweden.


Sir Ernest Cassell. Aquarell, 1886. Privatsammlung.


Henriette Lamm (Zorns Schwiegermutter) | Henriette Lamm (Zorn’s Mother-in-Law). Radierung, 1894. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.


Bildnis der Irin Anni | Portrait of Anni, the Irish Woman. Radierung, Kaltnadel, 1894. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.


Installationsansicht.


Erlenbüsche | Alder Shrubs. Öl auf Leinwand, 1888. Zornmuseet, Mora.


Glücklich mit den Frauen | Lucky with the Ladies. Detail, Aquarell, 1883–85. Zornmuseet, Mora.


Auf dem Heuboden | In the Hayloft. Öl auf Leinwand, 1892. Hälsinglands Museum, Hudiksvall.


Hirtin | Herdsmaid. Öl auf Leinwand, 1908. Zornmuseet, Mora.


Außerdem lief in der Kunsthalle And So on to Infinity: 100 Jahre Griffelkunst, kuratiert von Corinne Diserens, 7.11.2025–18.1.2026:


El Lissitzky (1890–1941): Foto seines Sohnes | Photo of His Son. Fotomontage, 1931.


Dan Graham (1942–2022): Highway Restaurant, Family Group, Jersey City, New Jersey. Aus der Serie Homes for America 1966–74. Offsetdruck, 1969.


Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, 1913–51): Ohne Titel. Fotografie, Paris, 1939.


Luis Camnitzer (*1937): First lesson: All warfare is based on deception. | Erste Lektion: Alle Kriegsführung basiert auf Täuschung. Aus der Serie Sun Tzu – The Art of War | Sun Tzu – Die Kunst des Krieges. Heliogravüre, 2013.


Ders.: Second lesson: In the midst of chaos there is also opportunity. | Zweite Lektion: Inmitten des Chaos gibt es auch Chancen. Aus der Serie Sun Tzu – The Art of War | Sun Tzu – Die Kunst des Krieges. Heliogravüre, 2013.
Das ewige Mantra, in jeder Krise stecke eine Chance.


Michaela Melián (*1956): Ohne Titel (Triangle). Genähte Zeichnung, 2003.


Olaf Gulbransson (1873–1958): Tolstoi. Lithografie, 1949.


Okola (unbekannt): Maskierter und gehörnter Mann | Masked and Horned Man. Radierung, 1961.


Horst Janssen (1929–95): Selbst für Griffelkunst | The Self for Griffelkunst. Zinkografie in Dunkelbraun, 1966.


Ders.: Knochen eines Vereinsmitglieds | Bones of an Associations Member. Strichätzung, Flächenätzung und Kaltnadelradierung auf Kupferplatte, 1972.


Marcel Broofthaers (1924–76): Brief Nr. II | Letter No. II. Aus der Serie 6 Briefe, Musée d’Art Moderne. Buchdruck, 1972.
Text: „Avis // Jede Ähnlichkeit der Abteilung Adler mit solchen in Museen aller Art ist rein formal.“


Mirko Szewczuk (1919–57): Die eigene Meinung | One’s Own Opinion. Lithografie, 1947.


Ludger Gerdes (1954–2008): (Link:) Unterkomplexität | Undercomplexity. (Rechts:) Kirche | Church. (Beide:) Siebdruck, 1988.


O. A.


Und im Gebäude zwischendurch:


Max Ernst (1891–1976): flinker als der mond | more agile than the moon. Bleistift, 1925. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.


Jackson Pollock (1912–56): Die Mondfrau schneidet den Kreis | The Moon-Woman Cuts the Circle. Öl auf Leinwand, 1943. Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne, Centre de création industrielle, Schenkung Frank K. Lloyd, 1980.


Installationsansicht von Fedele Maura Friede: der saum löst sich, 28.3.–7.9.2025.


Fedele Maura Friede: ich bin dann irgendwie teil der karte geworden | i then somehow became part of the map. Ortsspezifische Boden-/ Wandzeichnung, 2025.


Die Kleine Gesellschaft zeigte: für Grotten und Höhlen, Teil III: Kontinent des Unbewussten, zu Gast in der Grundbuchhalle im Ziviljustizgebäude, 14.11.2025–30.1.2026:


Bernhard Prinz: Ohne Titel (Wardzia). 120x180cm, Pigmentdruck, 2025.


Katja Musenberg: mount real 2. 42x59cm, Grafit auf Papier, 2011.

Die Finissage mit Videopremiere von Wolfgang Oelze in musikalischer Begleitung von Chad Popple, 30.1.2026:



Schon das wundervolle Gebäude ist einen Besuch wert:






Im Westwerk zeigte Han Qian 韩倩 als Residenzkünstlerin aus Wuhan und Kunming: Vers la patrie invisible, 11.–14.12.2025:


Han Qian (links).


Im ICAT, Institute for Contemporary Art & Transfer an der HFBK lief Hello Tomato, Better Tomorrow, in Kollaboration mit China Academy of Art (CAA) und The Delta INST 三角洲 aus Hangzhou, 9.–19.10.2025:


(Wandbild:) Wang Yi 王一: (Links 左:) Lady Democracy and Sir Science. 228x265cm. (Rechts 右:) Copied print of the American Black Panther Party. 38x53cm. (Beide 全:) Acrylic on paper, 2025.


Zhuang Ruizhe 庄睿哲: Penetrate with the Yellow Bean Through the Last Edelsoja Epoch. Dimensions variable, yellow beans, yellow balloons, 2025.


Galerie Melbye-Konan zeigte von Marie de Villepin: Visions of Collisions, 10.10.2025–31.1.2026:


Marie de Villepin: City on the Fritz/ Free Trial. 152x192cm, Öl auf Leinwand, 2025.


Dies.: To Look and Burn. 160x140cm, Öl auf Leinwand, 2025.

Im Eck, im Zuge von Kunst am Rothenbaum, hing noch:


Jeanne Mammen (1890–1976): Frauenkopf, linkes Auge von Haar verdeckt. Pastell und Bleistift auf Velin, mit Bleistift monogrammiert, um 1926. Thole Rotermund Kunsthandel.


Im Auswanderermuseum BallinStadt liefen zwei Ausstellungen:

Schau Hamburg in die Karten: Vom Atlas zum Leitbild, 11.11.–30.11.2025:


Installationsansicht.


Wie dich bewohnt sind Hamburg und sein Umland im Vergleich mit anderen europäischen Stadtregionen?
(V. l. n. r., o. n. u.:) Hamburg, München, Berlin, Madrid, Wien, Warschau.


Ebd.: (V. l. n. r., o. n. u.:) Köln, Brüssel, Mailand, Kopenhagen, Lissabon, Barcelona, Rom, Paris, London.


Von welchen Orten aus pendeln wie viele Menschen nach Hamburg?

Für diese und mehr solcher Infografiken sei allseits das Buch mit Open Access empfohlen: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und urbanista (Hgg.): Stadt-Umland-Atlas Hamburg. Hamburg: Jovis 2025.


Außerdem lief in BallinStadt anlässlich des 80. Jahrestages des Beginns der Nürnberger Prozesse: Ein Prozess – Vier Sprachen: Die Pioniere des Simultandolmetschens bei den Nürnberger Prozessen, 20.11.2025–20.1.2026:


Installationsansicht.


Auf nach Wentdorf bei Reinbek bei Hamburg:


Mühlenteich am Schloss Reinbek.






Vorbei am mare-Künstler·innenhaus der Roger Willemsen Stiftung.


Hinein in den Wald.

Gelangt man schließlich zum 2018 gegründeten Woods Art Institute, WAI mit einer Ausstellungsfläche von 2500m2. Die Anlage ist wunderschön, so auch die Möglichkeit, zwischen den Ausstellungsräumen der sogenannten WAI Galleries und dem Skulpturenpark zu wechseln.


Matthias Berthold: An etwas anderes denken. Handlungsanweisung, 2002.

Über die Kunst des Sammelns von Kunst lief unter dem vielversprechenden Titel You Cannot Say Goodbye to a Myth: Folkert de Jong im Dialog mit Werken aus der Sammlung Reinking, 5-2025–1-2026:


Folkert de Jong: Door to Vatermörder. 200x100cm, Polyurethanschaum, 2007.


Ders.: Pleurant 2. Keramik, 2023.


Steven Allan: Stains of a Decade. 190x130cm, Öl auf Leinwand, 2012.


Till Gerhard: Zelt. 100x90cm, Öl auf Leinwand, 2003.


Folkert de Jong: O. A.


Felix Droese: Von der Grenze. 60x30x8cm, Holz und Draht, 1995.


Madeleine Dietz: Kein Rosenhain. 90x90cm, Stahl und Rosenholz, 2015.

Im Innenhof (ohne weitere Angaben):


Daniel Spoerri.


Ebd.


Ebd., Detail.


Mader. (?)


Ebd.


Henrik Eiben.

Zwischendurch eröffnet sich über eine Glasfassade ein Raum in den Keller hinein:


Installationsansicht.

Die Treppe runter und im Durchgang:


Rolf Bergmeier. Öl auf Holz, 2000.


Frida Collective: We Are the World (?). Filmstill, Video, Ed. 1/3, 3:59min., o. J. Präsentiert 5-2025–1-2026.

In der Mitte des Raumes steht:


Brian Griffiths: Beneath the Stride of Giants. 600x250x1200cm, Holz, 2004. Präsentiert 5-2025–1-2026.

Im Raum verteilt sind sogenannte Artefakte ausgestellt, ich habe nur eines aufgenommen, mir fehlte der Kontext:


Batcham. Insektengott Maske. Bamileke, Kamerun.

Zu den „Artefakten“ heißt es online: „Indigene Ritual- und Alltagsgegenstände rücken zeitgenössische Kunst in ein anderes Licht – und spielen in der Sammlung Reinking eine besondere Rolle.“ Gemeint sei die Rolle des Dialogs, wie ich später erfahre. Das ist legitim, aber nirgends sind Verweise auf die Provenienz dieser Artefakte zu finden, sie werden nurmehr als Objekte weitergenutzt. Auf Nachfrage an der Kasse drückte mir die Servicekraft einen Zettel in die Hand, wo alles erklärt sein sollte. Es handelt sich um einen Text des Sammlers Rik Reinking von 2025, in dem er davon spricht, dass es sich um eine Privatsammlung handle und es dem Sammler nicht um „ethnologische Systematik und kunsthistorische Chronologie“ gehe, sondern um „die tiefen, existenziellen Schichten menschlicher Erfahrung“, um Verbindungen, Brückenbauen und das Schaffen von Resonanzräumen. Obwohl nach PR-Text klingend, wäre das vollkommen in Ordnung, wenn den Artefakten genauso wie den zeitgenössischen Arbeiten ihre Herkunft zugestanden würde – zumindest im Ansatz: von wem, was, wofür, woher stammen sie, wie sind sie hierhergekommen? Dadurch, dass man dies nicht einmal bedenkt bzw. sich dem durch die Aussage entzieht, man sei eine Privatsammlung – die öffentlich ausgestellt wird –, werden die Artefakte zu bloßen Staffageobjekten degradiert und der behauptete Dialog bleibt einseitig. Die Tiefe, die die Gegenwart durch sie erhalten soll, wird ihnen selbst entzogen. So bleibt ein sehr unangenehmer Beigeschmack.

Davon mussten wir uns erst einmal etwas erholen und sind hinausgetreten.

Im Skulpturenpark stehen knapp hundert Arbeiten. Zu Beginn erhält man einen Lageplan des Parks mit Nummern und den Namen der Künstler·innen, leider ohne weitere Angaben, und ganz sicher bin ich mir häufig nicht:


Ugo Rondinone. (?)


Will Coles.


Atelier Van Lieshout.


(?)


Folkert de Jong.


Laura Eckert.


Fredy Alzate.


Nate Lowman.

Weiter in der Sammlungsausstellung:


Rodney Graham: L’interprétation des rêves. 20x50x36cm, Aluminium, Plaxiglas, Buch, 1988.


(?)


Son Jongjun: Defensive Measure 001. Aluminium, 2004.


Henry Coombes: Sarah Stone. Metall, Resin, Acryl, Ohrring, 2006.


Terence Koh.


Folkert de Jong: Marlin Says. Styropor, Polyurethanschaum, 1999.


Thomas Judisch.


Arman: Accumulation. 47x32x8,5cm, Holz, Stempel, Plexiglas, 1973.


Moses & Taps: Shimms XXII. O. A., 2021.


Daniel Spoerri.


Wulf Kirschner.


Werner Berges. (?)


Ders.


Marc Quinn.


Folkert de Jong.


Joakim Ojanen. (?)


Folkert de Jong.


Matthias Berthold: natürlich verhalten. Handlungsanweisung, 2022.

Später, auf dem Rückweg, in einem Vorgarten:




An der Millerntorwache lief von Zheng Mahler: Nostalgia Machines, kuratiert von Bettina Freimann im Zuge des Chinese Film Festivals Hamburg 2025, 8.5.–22.6.2025:



Das 3. Chinese Film Festival Hamburg 汉堡华语影像展 fand in den Kinos Metropolis und Lichtmess statt, 7.–11.5.2025:





Immer wieder trifft man in verschiedenen Städten auf Kunstautomaten, in Lübeck kenne ich einen, dieser steht in Bad Oldesloe vor dem Bella Donna in der Nähe des Bahnhofs.


Text: „Zeit für einen Mutausbruch! Echt jetzt!“, Ecke Osterstraße.


Kunst in Bremen



In der Kunsthalle Bremen lief Alberto Giacometti: Das Maß der Welt, 11.10.2025–15.2.2026:


Facettierter Berg | Mountain with Facets. Aquarell und Grafitstift auf Papier, ca. 1923. Fondation Giacometti.


Kauernde Figur | Crouching Figure. Bronze, ca. 1926. Fondation Giacometti.


Blickender Kopf | Gazing Head. Gips, 1928–29. Fondation Giacometti.


Büste von Diego nach dem Modell | Bust of Diego from Life. Bronze, ca. 1951. Fondation Giacometti.


Die Lichtung | The Glade. Bronze, 1950. Fondation Giacometti.


Taumelnder Mann | Falling Man. Fotografie vor 1966. Archiv Fondation Giacometti.


Drei schreitende Männer (kleines Quadrat) | Three Walking Men (Small Square). Bronze, 1948. Fondation Giacometti.


(V. l. n. r.:) Stehende Frau | Standing Woman. Kopf auf einem Sockel | Head on a Base. Schreitender Mann | Walking Man. (Alle:) Projekt für die Chase Manhattan Plaza. Bronze, 1959. Fondation Giacometti.


Kleine Figur auf einem Sockel | Small Bust on a Stand. Bronze, 1951–52. Fondation Giacometti.


Vier Figuren auf einem Podest (London Figuren) | Four Figurines on a Stand (London Figurines). Bronze, 1950. Fondation Giacometti.


Sehr kleine Figur | Very Small Figurine. Gips, 1937–39. Fondation Giacometti.


Mittelgroße Figur III | Medium Figure III. Detail, Gips, 1948–49. Fondation Giacometti.


Ebd., Detail.

Dann im Saal der Skulpturen vom 17. bis 21. Jahrhundert:


Auguste Rodin: Tänzerin ‚H‘ | Dancer ‚H‘. Bronze, um 1910. Geschenk der Firma Martin Brinkmann AG, Bremen 1965.


Gustav Seitz: Kleine Stele (Idol) | Small Stele (Idole). Bronze, 1967–68. Gustav Seitz Foundation, Hamburg 1976.


(Links:) Daniel Spoerri: Trommler auf dem Einrad mit Schreibmaschinenhut | Drummer on the Unicycle with Typewriter Hat. Bronze, 2005. Geschenk Walter Schnepel, Bremen 2006. (Mitte:) Antony Gormley: Quantum Cloud IX. Flußstahlstäbe, geschweißt, 1999. Erworben mit Hilfe von vier Kunstfreunden 2000. (Rechts:) Auguste Rodin: Johannes der Täufer | John the Baptist. Bronze, 1978–80. Geschenk Konsul Carl Theodor Melchers, Bremen 1911.


In die Arbeitnehmerkammer Bremen ging es zum Tag der offenen Tür: Kunst – Kammer – Kuchen: Malerei, Fotografie und Grafik auf vier Etagen, 7.2.2026:


Judith Lena Bartels: a tree that lives. Detail, je 11x17cm, 8 Monotypien und ein Gedicht, 2024.


Dies.: industrial thing 1–3. Detail, 10x10cm, aquarellierte Radierung, 2021.



Diese Stadt kann gute Radwege, ich verneige mich.

Und in den 1980er und 90er Jahren soll einiges an Geld für Kunst im öffentlichen Raum ausgegeben worden sein. Ein paar Beispiele:


Christa Baumgärtel: Mann und Frau. O. A., 1992.


Bernd Altenstein: Das Ende. Bremen, 1979–80.
Laodu und Maja erzählten, dieser irgendwann entstandene Text würde immer wieder aufs Neue nachgeschrieben: „Mit Brille wäre das nicht passiert“.


Kulturtage in Bad Segeberg

Im Zuge der jährlich im September stattfindenden Segeberger Kulturtage lasen Segeberger Autor·innen im Schaufenster der Buchhandlung am Markt aus ihren Werken. Sie wurden per Lautsprecher übertragen und man saß draußen und sah ihnen durch die Scheibe zu, 13.9.2025:


Hier las Gisela Wielert.


Die Marienkirche ist ein Backsteinbau von 1156, s. den virtuellen Rundgang. Besonders beeindruckend ist der gotische Passionsaltar mit vier Flügeln, in Festtagsansicht mit über 230 Figuren, stammt er von einem unbekannten Meister einer Lübecker Werkstatt, um 1515:












Mord auf der Siegesburg (des Grafen Adolf VI. im Jahr 1315). Im Auftrag von Heinrich Rantzau, 1595.



Auf dem Marktplatz, o. A., Text: „Nie wieder ist jetzt // Zur mahnenden Erinnerung an die am 25. Juni 1933 hier von den Nationalsozialisten verbrannten Bücher.“


Glückstadt

Mitte Dezember 2025 war ich für einen Ausflug in der Stadt, die sich Fortuna als Patronin auf ihr Wappen holte.






Adelspalais, holländische Spätrenaissance, erbaut 1630–31. Eine Kurzinformation gibt es hier op Platt, 28 Sek., o. A.

Leider war das dort heute residierende PaK, Palais für aktuelle Kunst in Winterpause, im „März/ April 2026“ soll es weitergehen:














Stadtkirche, erbaut 1618–21, zerstört im Orkan 1648, in jetziger Gestalt seit 1650–51.

Zu meinem Bedauern war auch die Kirche verrammelt, weshalb ich nur außen erneut lesen konnte, was mir online zuvor erzählt wurde und was ich gern gesehen hätte, Text: „Seit 1630 hängt an der Turmwand der erbeutete Anker des Flaggschiffes der Hamburger Flotte.“ Das „Harharr“ wähnte ich aber doch aus den Mauern schallen.


Christian IV. (1577–1648), König von Dänemark und Norwegen, Gründer von Glückstadt, 1617. O. A.


Unterwegs in Hamburg

Endlich soll auch der Grüne Bunker aufgenommen werden, der im Juli 2024 in üppiger Begrünung mit dem sogenannten Bergpfad und mit dem kleinen Dachgarten neu eröffnete. Eigentlich öffentlich zugänglich, kommt man leider nicht am Drehkreuz und dem davor einen abtastenden Sicherheitspersonal vorbei – Hunde müssen genauso draußen bleiben wie Getränkeflaschen und das Franzbrötchen tief unten im Rucksack, lediglich Wasser in Plastikflasche ist erlaubt. Ob irgendwann wenigstens ein Regal aufgestellt wird, wo man seine Sachen verwahren kann, statt sie neben den Eingang in den Schmutz stellen zu müssen, bleibt weiter zu hoffen. Eigentlich wollte ich den Bunker gern als Ausflugsort für Besuch aufnehmen, wurde bislang allerdings drei von fünf Mal abgewiesen, keine gute Quote.

Im Juli 2024:






Auch der Hamburger Deckel über der A7 in Stellingen ist eine Reise wert, hier wird man nicht fortgeschickt. Nachdem 2022 der Abschnitt in Schnelsen (560m) fertig wurde, war die Eröffnung für Stellingen (890m) im Juli 2024. Der A7-Deckel Altona (Bahrenfeld/ Othmarschen: 730m) soll auf 2,2km bis zum Volkspark erweitert und 2034 fertiggestellt werden.

An einem vernieselten Novembertag 2024:












Wen es in die Natur zieht, dem sei die Fischbeker Heide empfohlen.

Im März 2025:







Der dortige Archäologische Wanderpfad ist leider eher mager, die Infotafeln sind sehr in die Jahre gekommen und die kleinen Hügelein, von denen ich nur drei statt elf gefunden habe, eher als Durchgang nett.



Ende August 2025 war ich erneut und für die Heideblüte mit Stella im Fischbektal. Leider fraß sich (hoffentlich nur) dieses Jahr der Heideblattkäfer durch die Felder. Es soll im vergangenen Winter nicht kalt genug gewesen sein, weshalb er sich wohlig vermehren konnte und uns nur einen Hauch von Lila ließ. Im kommenden Winter will man dem Getier mit Entmoosung und Entholzung der Heide den Nährboden nehmen (nachzulesen im Abendblatt, 8.8.2025, Paywall).



Da wir mit dem Auto unterwegs waren, fuhren wir anschließend zum „Alte Burg“ genannten Burgwall Hollenstedt, wie der Wanderpfad oben unter der Obhut des Archäologischen Museums Hamburg (AMH). Während Fischbek gerade noch in Hamburg liegt, befindet sich Hollenstedt aus unserer Sicht bereits tief in Niedersachsen. Das war nun mehr idyllisch als spektakulär, aber tatsächlich nett wurde es dahinter beim Bachlauf.






Und dann wurde Hamburg zum Jahresauftakt 2026 vom Winter überrascht – Schneesturm, Chaos, gar von Katastrophe war die Rede, die Warn-App Nina plingte nur so auf, das Salzverbot wurde aufgehoben, Schulen geschlossen, alle sollten Zuhause bleiben. Perfekt, um knipsend hineinzutauchen:










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Sommerreise 2025 | 2025年夏天之游:巴塞罗那与吉罗纳
Diesen Sommer ging es nach Barcelona und Girona. So offensichtlich habe ich es bislang nicht wahrgenommen: Abflug und Ankunft waren beide unter sonnigem Firmament und in Hamburg blickte man in kühles Blau, in Barcelona in warmes Terrakotta.



Dem ersten Eindruck der Farben folgt der zweite der Politik, die einem hier immer wieder begegnet: 2017 wurde das Referendum der Erklärung zur unabhängigen Republik Kataloniens nicht von der spanischen Regierung anerkannt. Seither, so heißt es, schwelle die separatistische Bewegung weiter. Ich stecke zu wenig in der Thematik, um mir eine abschließende Meinung bilden zu können. Obwohl ich prinzipiell immer für Unabhängigkeit bin, tendiere ich aktuell eher gegen ein vermehrtes Aufsplittern und für ein geeinteres Europa. Das schließt natürlich nicht aus, dass lokale Kulturen fortgelebt werden sollten. Die überall ausgehängte katalanische Flagge bzw. die von der Unabhängigkeitsbewegung bevorzugte Variante der Estelada Blava, also inklusive blauem Dreieck und weißem Stern, ist wohl der am Offensichtlichsten gelebte Lokalpatriotismus. Daneben findet sich die katalanische Sprache zum Beispiel in so gut wie allen Ausstellungen an erster Stelle. Eine Anmerkung dazu: Der sogenannte punt volat, der schwebende Punkt, „·“, den ich als Gendersternchen verwende, ist ein katalanisches Sonderzeichen zur Trennung doppelter Ls innerhalb, nicht aber am Anfang eines Wortes, etwa von col·lecció oder metàl·lic.


Barcelona

Beginnen möchte ich mit einem Tanz, schlendere dann ein wenig für die ersten Eindrücke herum, bevor es zu den zahlreichen Persönlichkeiten der Stadt geht, neben Picasso natürlich Gaudí, dann Miró und Tàpies, Dalí folgt später bei Girona, dazwischen liegen andere Ausstellungen und Streifzüge.

Zunächst der wundervolle Fries von Picasso an der Architektenkammer, Col·legi d’Arquitectes de Catalunya, im Gotikviertel am Plaça de la Seu, gegenüber der Kathedrale von Barcelona:








Von Carl Nesjar nach Entwürfen von Pablo Picasso: Els Tres Frisos de la Mediterrània: El Fris de la Senyera. El Fris dels Gegants. El Fris dels Nens. 3 sandgestrahlte Betonzeichnungen, 4,25x25/10/25m, 1960.


Die Kathedrale von Barcelona, Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia de Barcelona, fertiggestellt im 15. Jh., gilt der Heiligen Eulalia von Barcelona, der Patronin der Stadt:










Mit begehbarer Dachterrasse.








Kreuzgang.




Josep Llimona: Monument als Herois del 1809. Bronze, 1929. Mit Relief von Vicenç Navarro Romero, Alabaster, 1941.
Denkmal für die Märtyrer der erfolglosen Unabhängigkeit von französischen Besatzungstruppen 1809 an der Plaça de la Ciutadella beim Ausgang der Kathedrale.

Barcino, der antike römische Name von Barcelona von um 15–13 v. Chr. unter Kaiser Augustus, umfasst noch heute Teile der Stadtmauer aus dem 4. Jh. n. Chr. Im Eck des Gotikviertels:






Wer unter dieser Bischofsbrücke, der Pont del Bisbe, rückwärts hindurchgeht, dem soll Glück zuteil werden. Mir war es auf dieser Reise hold.










Joan Fontcuberta: El món neix en cada besada | The World Begins With Every Kiss. O. A., 2014. Ein beliebter Selfiespot auf der Plaça d'Isidre Nonell.


Ebd., Detail.


Ebd., rechts von Corin (Maison Cactus): Tell People You Love Them. Plakate seit ca. 2024 an verschiedenen Orten in der Stadt.


Später erneut in der Carrer de la Princesa gesichtet.


Passend zum Viertel scheint die Neuauflage der als Gotik-Horror bekannten Serie „Blackwater“ von 1983 von Michael McDowell hier durch die Decke zu gehen.


Diese kleinen Palmen in großen Töpfen gefielen mir sehr:








Und weiter von unterwegs:


Was für eine gute und simple Lösung, die breiten Radwege durch kleine schlafende Polizeikräfte von der Autospur zu trennen.




Bekannt sind diese Zementfliesen als Panot de Barcelona, Blume von Barcelona, und finden sich etwa auf dem Passeig de Gràcia in Eixample.




Eine Variante.


Auch diesem blumigen Muster begegnet man immer einmal wieder.


Und gelegentlich sind Pfeiler Palmen nachempfunden.




Zwischendurch stehen unter Pflanzen die botanischen und katalanischen Namen.


Hier: „Celtis australis, lledoner almez mediterrant“, der mediterrane Zürgelbaum.






Text: „Me dijeron / que fuera / a por [?]“ (Man hat mir gesagt, ich solle [?] holen) – was das wohl gewesen sein mag?


Antoni Yranzo: Petjades | Footprints. 2017. In dem Passatge de les Manufactures.
Text: „Rhythm, communication, transit / rush, movement, work, history… a way / to connect and live. // Trodden passage, where neither one vehicle / nor an animal have passed through. // In the memory lives nothing but the / footprints of thousands of anonymous people / that were crossing it for a long time. // A new period begins where new footprints / are about to be printed, from new people and / new traditions, but the old ones will / be preserved and seen if you look up in the sky. // A bet for the future footprints that are / starting to pass through.“


Und warum nicht einmal eine Schaukel in einen Waschsalon hängen?







Palau de la Música Catalana.


Ebd.


Victor Ochoa: Monumento a Francesc Cambó. Bronze auf Granitsockel, 1997.


Text: „El temps passat i el temps futur, / el que podia haver estat i el que ha estat / tendeixen a un sol final, que és sempre present. // T. S. Eliot: Burnt Norton [Four Quartets], 1936“.
Original: „Time present and time past / Are both perhaps present in time future / And time future contained in time past. / If all time is eternally present / All time is unredeemable.“



Oh, ihr schönen Fassaden:












Sonnenschutz.




Neben dem Casa Calvet.














Auf zur Gegenwartskunst – oder was hier museal als solche bezeichnet wird:




Durchgang zum CCCB.




Innenhof.






Im CCCB, Centre de Cultura Contemporània de Barcelona, lief In the Troubled Air…: Image, Emotion, Utopia, kuratiert von Georges Didi-Huberman, 8.5.–28.9.2025:


Robert Capa: Barcelona, gener 1939. Còpia d’exposició, o. A. Robert Capa, International Center of Photography, Magnum Photos.


José Val des Omar: Misiones pedagógicas. Còpia d’exposició, 1931–36. Archivo Val del Omar.


Aby Warburg: Atlas Mnemosyne. D’esquerra a dreta: làmines 5, 6, 32, 42, 56 i 77, 1929. Impressiones en paper baritat sobre alumini, tiratge modern, 2010. Cortesia de The Warburg Institute.


Albert Londe: Attaque d’hystérie chez l’homme, planche d’instantanés. Cronofotografia, 1885. Col·lecció privada, Galerie Baudoin Lebon.


Matías de Irala: Método sucinto i conpendioso de cinco simetrias apropiadas a las cinco ordenes de arquitectura adornada con otras reglas vtiles / obras de Arze, y Potre, y Riuera, y varios autores. Madrid, 173[?]. Museo Lázaro Galdiano, Biblioteca, Madrid.


Johann Kaspar Lavater: L’art de connaître les hommes par la physionomie. Tome 1. París, Depélafol, 1820. CRAI Biblioteca de Fons Antic, Universitat de Barcelona.


Giovanni Battista Della Porta: Della fisonomia dell’huomo. Nàpols, Tarquinio Longo, 1598. CRAI Biblioteca de Fons Antic, Universitat de Barcelona.


René Descartes: L’Homme de René Descartes et un Traitté de la formation du foetus du mesme autheur. París, C. Angot, 1664. Bibliothèque nationale de France.


Esther Shalvez-Gerz: Entre l’écoute et la parole: derniers témoins, Auschwitz (1945–2005). Filmstill, vídeo, color, sense so, 40min., 2005.


Lydia Bourouiba: Turbulent Gas Clouds and Respiratory Pathogen Emissions: Potential Implications for Reducing Transmission of COVID-19. Filmstill, vídeo, b/n, sense so, 1:37min., 2020. Publicat a JAMA Network, 26.3.2020. The Fluid Dynamics of Disease Transmission Laboratory, Fluids and Health Network, Massachusetts Institute of Technology.


Albert von Schrenck-Notzing: Teleplastische Masse, die aus dem Mund des Mediums Stanislawa P. herausquillt und in schwebender Stellung verharrt. Còpies d’exposició, Múnic, 25.1.1913. Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V., Freiburg i. Br.


Curt Stoeving (autor del mottle): Màscara mortuòria de Friedrich Nietzsche. Guix, 1900. Klassik Stiftung Weimar, Museen.


Medardo Rosso: Aetas aurea a l’estudi del Boulevard des Batignolles. Ca. 1904–07. Archivio Medardo Rosso.


Auguste Rodin: Main crispée gauche. Guix, 1898. Musée Rodin, París.


Salvador Dalí: La mà tallada. Tinta sobre paper, ca. 1928. Col·lecció Pere Vehí, Cadaqués.


Luis de Castro: El Enigma de Berruguete, la danza y la escultura: conferencia pronunciada en el Salón Luises Kostkas, el día 21.12.1952, en el Ciclo organizado por el Ateneo de Valladolid. Valladolid, Imp. Provincial, 1953. Biblioteca de Catalunya.


Maria Kourkouta: Treís ánemoi tou Aiólou. Detail, filmstill, pel·lícula de 16mm transferida a vídeo, projecció en 3 canals, b/n, so, 6min., videoinstal·lació feta amb fragments de la pel·lícula Epistrofí stin odo Aiolou (Tornada al carrer d’eole, 2014) i la peça musical Orient-Occident (1960) de Iannis Xenakis, 2023. Col·lecció de l’artista.


Henri Michaux: Sense títol, moviment. Tinta xinesa, llapis, 1950–51. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid.


Yves Klein: Athropometry: Untitled (ANT 56). Pigment sec en resina sintètica sobre paper entelat, 1960. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid.


Simon Hantaï: Étude. Oil sobre tela, 1969. Zsuzsa Hantaï.


Ebd., Detail.


Joan Miró: La danse des coquelicots. Acrílic sobre tela, 1973. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid.


(Links:) Lucio Fontana: Concetto spaziale. Attesa. Acrílic sobre tela, 1960. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid. (Rechts:) Fred Sandback: Untitled (Diagonal Construction). Detail, fil acrílic de color borgonya, 1970/2002. Fred Sandback Estate, cortesia de Galería Cayón, Madrid et al.


Antoni Tàpies: Maqueta per a Núvol i cadira. Addemblatge, 1988. Museu Tàpies, Barcelona.


Pablo Picasso: Madre con niño muetro (II). Postscripto de Guernica. Oil sobre tela, 1937. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid.


Shiro Tsukihara: Inside the Yellow Flames. Reproducció, tintes i llapis sobre paper, 2002. Col·lecció The Hiroshima Peace Memorial Museum.


Manifesto of Catalan Intellectuals. Fullet original i reproduccions de les pàgines 2a4, 11.1936. Arxiu Històric de la Cuitat de Barcelona.


They still draw pictures!: With 60 illustrations of drawings made by Spanish children during the war. Amb pròleg d’Aldous Huxley, Nova York, Spanish Child Welfare Association of America, cop., 1938. Biblioteca de Catalunya.
Text: „Manuel Garcia, 12 years old. From a hospital cot, Manuel recalls his flight from enemy planes. Covering his eyes to shut out of sight of falling bombs, he runs with dogs and sheep as frightened as himself. Children’s Colony 10, Alicante.“


Ammete Messager, Georges Didi-Huberman: Les Enfantômes. París, Yvon Lambert Éditions, 2025. Col·lecció particular.





Keith Haring: Todos juntos podemos parar el sida | Together We Can Stop AIDS. Detail, o. A., 1989.


Ebd., Detail.


Eduardo Chillida: Barcelona. O. A., 1998. Fundació Museu d’art Contemporani, Barcelona.


Ebd., Detail.


Durchgang zum MACBA.




MACBA, Museu d’Art Contemporani de Barcelona, zeigte von Coco Fusco: I Learned to Swim on Dry Land, 23.5.2025–11.1.2026:


Paquita i Chata: Coses! | Paquita and Chata: Stuff!. Impressió per raig de tinta sobre paper, 1996–99/2024. Cortesia de l’artista i de Mendes Wood DM São Paulo et al.


Amerindis sense descobrir tour | The Undiscovered Amerindians Tour. Impressió per raig de tinta sobre paper, 1992–94/2019. Cortesia de l’artista i de Mendes Wood DM São Paulo et al.


Dos Amerindis sense descobrir visiten Occident | Two Undiscovered Amerindians Visit the West. Project: 1992–94. Tipografia i gravat sobre paper, 2012. Col·lecció particular, cortesia d’Alexander Grey Associates, New York.
Text: „‚They ‚are too white to be Indians,‘ said the skeptic. ‚They do have less melanin than other Amerindians,‘ explained the docent. ‚They come from a very shady jungle.‘“


Ebd.
Text: „I noticed that she has no hair on her legs,’ observed one seaman. ‚It probably doesn’t grow,‘ speculated another. ‚Maybe she pulls it out by the root,‘ said a third.“


Ebd.
Text: „‚Oh please!‘ begged the gentleman at the Whitney Biennial. ‚Let me feed the girl in the cage a banana so my wife can take a picture! I’ll pay $10!‘“


Ebd.
Text: „‚If People thought you were real, didn’t you fail?‘ asked the noted conceptual artist to the Guatinaui female upon completion of her lecture.“


Morir sominant | To Die Dreaming. Project: Cuba as an empty Square. Impressió sobre cartonet, 2011. Cortesia de l’artista i de Mendes Wood DM São Paulo et al.


Ebd., 2025.


Coco Fusco in collaboration with Loid Der: Journalists Killed at Work Around the World, 2023–24/2025. Assassinated Environmental Activists Around the World, 2023/2025. Artists in Prison Worldwide, 2024/2025. Detail, impressió per raig de tinta sobre paper. Cortesia de l’artista i de Mendes Wood DM São Paulo et al.


Aus China stehen hier: Liu Tianyi, Lü Gengsong, Lu Jianjia, Qin Yongmin, Sun Daluo, Tian Qizhuang, Wang Yi, Wang Yuwen, Zhou Guqiang/ Aqu Qiangba u. a.


Treppenaufgang.




Ebenfalls im Treppengebäude, leider o. A.


Außerdem lief von Carlos Motta: Pleas of Resistance, 21.2.–26.10.2025:


Colonial Forts. Impressió digital cromogènica, 2013. Cortesia de Galeria Filomena Soares, Lisboa.


Towards a Homoerotic Historiography. Detail, instal·lació amb vint figures en miniatura d’or i tumbaga, 2014. Cortesia de Colección Londoño Susu, Bogota i d’ADN Galeria, Barcelona.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Nefandus Trilogy. O. A., 2013–14.
Text (Mitte): „My dearly beloved R, // Two years have passed since we met, since your fate became mine. I felt better in your company, and from that moment I was tied to you as by iron chains. Even if you must refuse me and treat me coldly with disdain, I should still want to be with you. Never would I cease to remain attached to you, and I can thank heaven that I was granted before my death the grand experience of knowing how much two human beings can mean to each other. // With each day my love and attachment for you increase. For two years I have known no other bliss on earth but your gaiety, your company, and the slightest expression of your commitment. My love for you is not just friendship, or brotherly love: it is venerations, childlike gratefulness, and devotion to your will as my most exalted law. // Yours, / A“.


Die Gruppenausstellung der MACBA Collection: Prelude: Poetic Intention, 13.12.2022–15.9.2025, zeigte verteilt im Gebäude unter anderem:


Eva Fàbregas: Supurant | Oozing. Detail, teixit elàstic, plàstic i aire, 2023–24. Obra co-produïda pel MACBA i la Fundación Botín.


Ebd., Detail.


Antoni Tàpies: Rinzen | Sudden Awakening. O. A., 1992–93.


Und wieder ruft die Stadt.

Nebenbei: Ebenfalls sehenswert ist der Mercat de la Boqueria in der Nähe. Die Markthalle gilt als „Bauch von Barcelona“ und wurde erstmals 1217 erwähnt, das derzeitige Gebäude stammt von 1840.


Die Biblioteca Gabriel García Márquez, des Architekturbüros Suma Arquitectura von 2022:








Mit eigener Chinawand.


Ebd., Detail, Kulinarik und Politik.




Unten in der Lobby mit „Refugis climàtics a Sant Martí“, wo man in der Nähe unterschlüpfen kann, um sich abzukühlen.


Ampeln als Hommage an den Comiczeichner Francisco Ibáñez (1936–2023), bekannt für „Mortaldel·lo i Filemó | Clever & Smart“, hier mit Smart.


Ebd., mit Clever.



Mercat de Sant Antoni.


Ebd.


Text: „Shhh: When you respect local residents’ right to peace and quiet, you take care of Barcelona.“


Ende des 19 Jh. entstand in Barcelona der Modernisme, die katalonische Bewegung des Jugendstils. Ihr Hauptvertreter war Antoni Gaudí (1852–1926) und sein Hauptwerk die 1882 begonnene Sagrada Família, an der bis heute gebaut wird. Über vierzig Jahre baute Gaudí selbst an ihr, seit 1885 mit eigenem Gesamtkonzept, über 140 Jahre sind es bis heute. Das weltweit längste, noch unfertige Bauprojekt der Moderne kann sich im Vergleich zu jahrhundertelang fortgeführten oder gewachsenen Sakralanlagen, vom Kölner Dom bis Angkor Wat, aber noch Zeit lassen.

Die Basílica de la Sagrada Família, die Basilika der Heiligen Familie:





















Mich beeindruckt dieser Wust, und mit Anleihen an Star Wars kann man mir immer kommen.


Passionsfassade von Josep Maria Subirachs (gebaut 1987–2009).




Gaudís Grab in der Krypta.



Was zum 100. Todestag von Gaudí im Juni 2026 rund um die Sagrada Família los sein wird, ob das gigantische Bauwerk überhaupt einmal fertig wird, berichtet Julia Macher: Sagrada-Família-Meilenstein und Gaudí-Jubiläum: Feierlichkeiten in Barcelona, in: Fazit, DLF Kultur, 8:18min., 5.1.2026.

Auf den Spuren von Gaudí und seinen Zeitgenossen findet man die meisten Gebäude Gaudís (s. etwa: Bauwerke von Gaudí in Barcelona) am und in der Nähe des Passeig de Gràcia, der zum Plaça de Catalunya führt – mal sind sie versteckt, meist touristisch erschlossen:










Ebenfalls Modernisme, aber von Gaudís Kollegen Josep Puig i Cadafalch, ist die Casa Terrades „Casa de les Punxes“ (umgebaut 1903–05), Ecke Carrer del Bruc und Avinguda Diagonal, die heute als Co-Workingspace genutzt wird:


Als „Casa de les Punxes“, Haus der Spieße, wird die Casa wegen ihrer sechs spitzen Türme bezeichnet.













Inseln zum Ausruhen auf der Passeig de Gràcia.


Die Casa Milà von Gaudí (gebaut 1906–10):










Die Casa Batlló von Gaudí (umgebaut 1904–06):










Daneben steht die Casa Amatller, erneut von Josep Puig i Cadafalch (umgebaut 1898–1900):






Und ein paar Schritte weiter findet man die Casa Lleó Morera von Lluís Domènech i Montaner (umgebaut 1902–05):






In der Carrer de Casp steht die Casa Calvet von Gaudí (gebaut 1898–1900):






Unten beherbergt das Haus heute das Restaurant China Crown.








Zwischendurch in der Umgebung:


Mit Fassadeninstallation von Frederic Amat, der auch an anderen Orten für das Hotel Ohla in Barcelona seine „Augen“ an die Gebäude gebracht hat. Hier das Haus mit Augen, la Casa de los Ojos, in der Altstadt, Via Laietana, 49, Ciutat Vella.




Auch Dior hat eine wundervolle Fassade zu bieten.


Sehe ich Sozialistischen Realismus bei Hackett London?






Das Museu Tàpies ist Antoni Tàpies (1923–2012) gewidmet, einem der wichtigsten Vertreter des spanischen Informel:




(Oben als ständige Installation:) Antoni Tàpies: Núvol i cadira | Cloud and Chair. O. A., 1990.
(Fries:) Elena del Rivero: Letter to the Mother. O. A., Projekt seit 1991.
Der Fries ist Teil der Ausstellung, hier vor Ort und dazu über die Stadt verteilt, von Elena del Rivero: Transiting La Quema, 8.7.2025–22.3.2026.

Es lief von Antoni Tàpies: The Imagination of the World, 13.2.2025–21.1.2026:


Installationsansicht, mit Filmstill von: Reportajes NO-DO, n. 359A. Any VII, novembre de 1949. B/n, sense so, 3min. (fragment). Filmoteca Española.


Manuscrit procedent de Bali | Manuscript from Bali. O. A.


Antoni Tàpies: Dibuix | Drawing. Tinta sobre paper, 1947. Col·lecció particular, Barcelona.


Jackson Pollock: Untitled. Aquarel·la sobre paper, 1951. Col·lecció particular, Barcelona.


Antoni Tàpies: Gossos | Dogs. Detail, tinta xinesa i aquarel·la sobre paper fregat amb carbó, 1948. Col·lecció particular, Barcelona.


Ders.: Tríptic | Triptych. Oli sobre tela, 1948. Museu Tàpies, Barcelona.


Ders.: L’escamoteig de Wotan | The Legerdemain of Wotan. Oli sobre tela,1950. Col·lecció particular, Barcelona.


Ders.: Parafaragamus. Oli sobre tela, 1949. Col·lecció particular, Barcelona.


Antoni Tàpies o l’escarnidor de diademes, Barcelona: Omega, 1967. Biblioteca del Museu Tàpies.


Invitacions pels esdeveniments de l’associació Club49 | Invitations for the Events of the Association Club49. Detail, impressió sobre paper, còpia d’exposició, 1951–55. Biblioteca del Museu Tàpies.


(Links:) Antoni Tàpies: Retrat de l’avi | Portrait of Grandfather. Pintura sobre pintura antiga a l’oli emmarcada, 1987. Col·lecció particular, Barcelona. (Rechts:) Vishnupurusha, Nepal. Segle XVIII. Col·lecció particular, Barcelona.


Antoni Tàpies: (Links:) Dona-arbre | Woman-Tree. Tinta xinesa sobre paper de llibreta. (Rechts:) Autoretrat | Self-Portrait. Tinta sobre paper. (Beide:) 1944. Col·lecció particular, Barcelona.


(Links:) Mask from the Terai Region, Nepal. S. d. Col·lecció particular, Barcelona. (Rechts:) Antoni Tàpies: Dibuix | Drawing. Llapis i carbó sobre paper, 1943. Museu Tàpies, Barcelona.

Blick in die Biblioteca del Museu Tàpies:





Unten noch ein schöner Zwischenraum:



Oben geht es auf eine kleine Terrasse:


Antoni Tàpies: Mitjó. Calcetín, 2010.


Ebd.

Außerdem lief von Anna Malagrida: Opacitas: Veiling Transparency, 13.3.–28.9.2025:


Anna Malagrida: Le Laveur de carreaux | The Glass Cleaner. Videoinstal·lació color, 3:26min., 2010. Col·lecció de l’artista.


Dies.: Danse de femme | Woman Dance. Videoinstal·lació color, 3:26min., 2007. Col·lecció de l’artista.


Vitrines. Serie, o. A., 2008–09.


Point de vue. Impressió digital sobre Dibond, 2006. Col·lecció de l’artista.


Am Verkehrsknotenpunkt Plaça de Catalunya – von hier gehen die Einkaufsmeilen Passeig de Gràcia mit den Modernisme-Bauten sowie die zum Hafen führende La Rambla ab, und man kommt gut zu Fuß in den historischen Stadtkern, Barri Gòtic, das Gotikviertel, etwa zur Kathedrale, sowie in die Planstadt des Viertels Eixample (kat. für abgeschrägte Häuserecken: Xamfrans), entworfen Mitte 19. Jh. und modernisiert im Zuge der Olympischen Spiele 1992. 1992 brachte Barcelona auch ihre Öffnung zum Meer mit breiten Strandabschnitten, nachdem sie zuvor als „Stadt mit dem Rücken zum Meer“ (Ciutat d'esquena al mar) galt.

Am Plaça de Catalunya:


Josep Maria Subirachs: Monumento a Francesc Macià. Marmor, Cortenstahl, Beton, Bronze, 1991.
Von Subirachs stammen auch die Star Wars ähnlichen Figuren an der Passionsfassade der Sagrada Família, s. o.





Mit der Rambla ans Meer – oder von dort, vom Meer, mit einer der nächsten Straßen ihrem Namen entsprechend parallel zum Äquator, mit der Avinguda del Paral·lel. Für uns geht es aber zunächst auf den Berg.


In den Parc de Montjuïc:










Und dort für die nächste criatura der Stadt, Joan Miró (1893–1983), zur Fundació Joan Miró:





Wenn nicht anders vermerkt, sind die Arbeiten von Joan Miró. Die vor dem Englischen aufgenommene Titelwiedergabe folgt dem Prinzip der Ausstellung, entweder auf Katalanisch oder auf Französisch – die verschiedenen Sprachen könnten den Entstehungsort oder das Publikum widerspiegeln und mutmaßlich auf Katalanisch sein, wenn in Barcelona geschaffen, sowie auf Französisch, wenn Miró in Paris war. In der Wiedergabe der Reihenfolge halte ich mich wie meistens in etwa an die der Präsentation, hier zwischen chronologisch und thematisch oszillierend, den Bau mit in Betracht ziehend – der von Josep Lluís Sert stammt, 1975 eröffnet.


Personatge | Personage. Bronze, 1970. Amb la col·laboració de la Diputació de Barcelona.


Siurana, el poble | Siurana, the Village. Oli damunt tela, 1917. Fundació Joan Miró, dipòsit de col·lecció particular.


Mont-roig, l’església i el poble | Village and Church of Mont-roig. Oli damunt tela, 1919. Fundació Joan Miró, dipòsit de col·lecció particular.


Joan Miró i Josep Llorens Artigas: Estela de doble cara | Double-Sided Monolith. Gres i esmalt, 1956. Fundació Joan Miró, donació Galerie Lelong.


Sèrie Barcelona. Litografia, 1944. Fundació Joan Miró.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Pintura (L’ampolla de vi) | Painting (The Bottle of Wine). Oli damunt tela, 1924. Fundació Joan Miró, dipòsit de col·lecció particular.


Le diamant sourit au crépuscule | The Diamond Smiles at Twilight. Oli damunt tela, 1947. Fundació Joan Miró, dipòsit de col·lecció particular.


Paysage | Landscape. Acrílic damunt tela, 1968. Fundació Joan Miró.


Peinture sur fond blanc pour la cellule d’un solitaire | Painting on White Background for the Cell of a Recluse I, II, III. Acrílic damunt tela, 1968. Fundació Joan Miró.


L’Espoir du condamné à mort III | The Hope of a Condemned Man I, II, III. Acrílic damunt tela, 1974. Fundació Joan Miró.


Oiseau | (Lunar) Bird. Bronze, 1946–49. Fundació Joan Miró.


Personatge (amb paraigua) | Personage (With Umbrella). Fusta, fulles seques i paraigua, rèplica de 1973. Fundació Joan Miró.


Flama en l’espai i dona nua | Flame in Space and Nude Woman. Oli damunt cartó, 1932. Fundació Joan Miró, donació de Joan Prats.


Femme | Woman. Os, pedra esmoladora, ferro i oli damunt gres, 1946. Fundació Joan Miró.


Sense títol | Untitled. Tinta xinesa damunt fragment metàl·lic, 1936. Fundació Joan Miró.


Sense títol | Untitled. Oli damunt tela, 1965. Fundació Joan Miró, Barcelona, dipòsit de col·lecció particular.


Joan Miró i Josep Royo: Tapís de la Fundació | Tapestry of the Fundació. Jute, cànem, cotó i llana, 1979. Fundació Joan Miró.


Ebd., Detail.


Alexander Calder: Font de mercuri | Mercury Fountain. Ferro i alumini pintats i mercuri, 1937. Fundació Joan Miró, donació d’Alexander Calder.
Das Brunnenwasser ist aus Quecksilber. So wunderschön das aussieht, wurde die Arbeit für den Spanischen Pavillon der Pariser Expo 1937 kreiert – neben Picassos „Guernica“ und Mirós „The Reaper (Catalan Peasant in Revolt)“ – und ist eine Hommage an die Menschen von Almadén, wo damals 60% des weltweiten Quecksilbers abgebaut wurde und deren Bewohner·innen sehr unter Francos faschistischen Truppen zu leiden hatten. Der Brunnen wird aufgrund des giftigen Quecksilbers heute in einem isolierten Raum präsentiert.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


(Links:) Sa majesté la reine | Her Majesty the Queen. (Rechts:) Sa majesté le roi | His Majesty the King. (Beide:) Detail, acrílic damunt fusta, bronze i claus/ ferro, 1974. Fundació Joan Miró.


Personnage et oiseau | Figure and Bird. Bronze, 1968.


Ebd., Detail.


Tête et oiseau | Head and Bird. Bronze, 1966. Fundació Joan Miró.


L’Équilibriste | The Acrobat. Bronze, 1969. Fundació Joan Miró.


Couple d’amoureux aux jeux de fleurs d’amandier | Pair of Lovers Playing with Almond Blossoms. Model for the sculptural group at La Défense, Paris. Resina sintètica pintada, 1975. Fundació Joan Miró.


Ebd.


Ebd., Installationsansicht.


Femme entourée d’un vol d’oiseaux dans la nuit | Woman Encircled by a Flight of Birds in the Night. Acrílic damunt lona (emprada per a la verema), 1968. Fundació Joan Miró.


Installationsansicht.


Femme devant le soleil I | Woman in front of the Sun I. Acrílic damunt tela, 1974. Fundació Joan Miró.


Oiseaux des grottes II | Birds of the Caves II. Acrílic damunt tela, 1971. Fundació Joan Miró, dipòsit de col·lecció particular.

Zum Gebäude und auf der Dachterrasse:


Josep Lluís Sert: Scale Model of the Fundació Joan Miró in Barcelona. O. A., 1975.


Models of the reinforced concrete construction process. O. A.






Maqueta per a Lluna, sol i una estrella | Model for Moon, Sun and a Star. Bronze i ciment pintat, 1968. Fundació Joan Miró.


Installationsansicht.


Personnage | Personage. Bronze pintat, 1967. Fundació Joan Miró.


Installationsansicht.


Femme et oiseau | Woman and Bird. Bronze pintat, 1967. Fundació Joan Miró.


Außerdem liefen Poetry Has Just Begun: 50 Years of the Miró, 11.6.2025–6.4.2026:


O. A.

Sowie im Keller von Ludovica Carbotta: Builders of Worlds Very Similar to Ours, 11.7.–2.11.2025:


Installationsansicht.


O. A.

Im Innenhof:


Joan Miró: Femme | Woman. Bronze, 1970. Fundació Joan Miró.


Joan Miró i Joan Gardy Artigas: Femme | Woman. Verschiedene Versionen, gres esmaltat, 1979.


Ebd.

Als etwas übertrieben habe ich die häufigen Verweise auf den Bildtafeln empfunden, wie wichtig Miró die Stadt Barcelona gewesen sein soll, wie viel Inspiration er aus Umgebung, Licht und katalanischer Landschaft erhalten habe. Allerdings sind Andeutungen dieser Art durchaus verständlich – Francos erst mit seinem Tod 1975 endende Herrschaft ist nicht ewig her und die katalanische Kultur war unter seinem Regime ständigen Angriffen ausgesetzt.


Im angrenzenden Skulpturenpark, 1990 angelegt, Jardí de les Escultures, Avinguda Miramar:


Ernest Altés: Gènesi. 1999.




Cado Manrique: La classe de música. 1996.


(Vorne:) Perejaume: Teulada. 1988–90.


Pep Duran: Transparent, el paisatge. 1990.




Josep Montserrat: Manelic. 1909.


Tom Carr: Agulla. 1988–90.


Ebd., Detail.

Von hieraus geht es weiter durch verschiedene Parkanlagen …






















Am Museu Etnològic entlang.


Überall in der Stadt und auch hier mit häufigem Blick auf die Sagrada Família.

Auf der Plattform vor dem Nationalmuseum:




Wirklich barrierefrei ist es immer noch nicht, aber man kommt sogar mit Rolltreppe rauf oder runter.






Der Palau Nacional von 1929, hier im Maßstab 1:170, beherbergt seit 1990 die Sammlungen des Museu d’Art Modern und des Museu d’Art de Catalunya im:

Museu Nacional d’Art de Catalunya (MNAC).

Die Romaniksammlung:


Altar de Tavèrnoles. Tremp sobre fusta, segona meitat del segle XII. Adquisició, 1907 (frontal); adquisició de la col·lecció Muntadas, 1956 (laterals).


Lapidació de sant Esteve. Detail, fresc traspassat a tela, cap a 1100. Adquisició de la Junta de Museus a la campanya, 1919–23.


Absis de Santa Maria d’Àneu. Detail, fresc traspassat a tela, finals del segle XI i inicis del segle XII. Adquisició de la Junta de Museus a la campanya, 1919–23.
Katalonien scheint eine Scifi-Affinität zu haben, das gefällt mir sehr. Vielleicht sieht man auch nur, was man sehen möchte, aber diese zornigen Flügel sind großartig.


Absis dl Burgal. Detail, frensc traspassat a tela, finals del segle XI i inicis del segle XII. Adquisició de la col·lecció Plandiura, 1932.


Absis d’Estaon. Detail, fresc traspassat a tela, mitjan segle XII. Adquisició de la Junta de Museus a la campanya, 1919–23.
Mit Projektionen einer, so verstehe ich es mit Übersetzungshilfe, sichtbar gemachten Strichliste der gezählten Messen als Widmungen, Gebete und Erinnerungen, „Compta-misses Dedicacions Pregàries Records“.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Crist de Cubells. Talla en fusta policromada al tremp (la policromia és posterior), últim quart del segle XII. Dipòsit del Ministerio de Cultura, 1985.


Pintures de Sorpe. Detail, fresc traspassat a tela, mitjan segle XII. Adquisició de la Junta de Museus a la campanya, 1919–23, dipòsit del bisbat d’Urgell, 1929, adquisició, 1946 i 1964.


Mare de Déu de Ger. Detail, talla en fusta policromada al tremp i relleus d’estuc, segona meitat del segle XII. Llegat de Santiago Espona, 1958.


Majestat Batlló. Talla en fusta policromada al tremp, mitjan segle XII. Donació d’Enric Batlló a la Diputació de Barcelona, dipòsit, 1914.


Ebd., Detail.


Dovella de Ripoll. Talla en pedra, segon terç del segle XII. Donació d’Antoni Coll i Fort, 1935.

Dazwischen finden sich einige Arbeiten von Antoni Tàpies, dem wir oben bereits in dem ihm gewidmeten Museum begegnet sind:


Antoni Tàpies (1923–2012): Jeroglífics | Hieroglyphics. Tècnica mixta sobre fusta, 1994. Adquisició amb el patrocini del Consorci de Zona Franca de Barcelona, 2005, ingrés, 2004.


Frontal d’altar de Gia. Tremp, relleus d’estuc i restes de full metàl·lic colrat sobre fusta, segona meitat del segle XIII. Adquisició de la col·lecció Plandiura, 1932.


Ebd., Detail.
Die Flagge Kataloniens soll übrigens 1159 entstanden sein und auf das Wappen der Grafschaft Barcelona zurückgehen.


Die Sammlungen der Gotik, Renaissance und des Barock:


Mestre de la conquesta de Mallorca. O. A., 1285–90.


Anònim (França, Llemotges): Rentamans amb dama i cavaller. Detail, finals del segle XIII. Llegat de Santiago Espona, 1958.


Mestre de Soriguerola (actiu a la Cerdanya, a finals del segle XIII i inicis del XIV): Taula de sant Miquel. Tremp i full metàl·lic colrat sobre fusta d’avet, finals del segle XIII. Adquisició de la col·lecció Plandiura, 1932.


Anònim (Castella): Ploraners. (O. l.,) tremp sobre pergamí aplicat a un suport de fusta, froma part d’un conjunt de vuit plafons, cap a 1295. Adquisició de la col·lecció Plandiura, 1932.
Man mag hier gar frühes Art déco erkennen.


Ebd., (o. r.).


Anònim (Navarra): Frontal de la infància de Jesús. Tremp i daurat amb pa d’or sobre fusta, segon quart del segle XIV. Adquisició de la col·lecció Plandiura, 1932.


Taddeo Gaddi (1325–1366): Nativitat. Tremp i daurat amb pa d’or sobre fusta, cap a 1325. Col·lecció Thyssen-Bornemisza en dipòsit al Museu Nacional d’Art de Catalunya, 2004.


Mestre de la Madonna Cini (actui a Rímini, al primer terç del segle XIV): Taules del Retaule de la Mare de Déu. Detail, tremp i daurat amb pa d’or sobre fusta, cap a 1330. Llegat de Francesc Cambó, 1949.


Atribuït a Pere Moragues (1330–1388): Figura jacent d’un clergue (abat Arnau de Buire[?], mort el 1351). Talla en alabastre, cap a 1385–88. Aportació de la Comissió Provincial de Monuments Histórics i Artístics de Barcelona al Museu Provincial d’Antiguitats de Barcelona, 1879.


Anònim (Castella): Sepulcre d’un cavaller de la família dels Téllez de Meneses. Talla en pedra amb restes de policromia, cap a 1300. Adquisició, 1950.


Anònim (Catalunya): Mare de Déu. Detail, talla en alabastre amb restes de policromia i daurat amb pa d’or, segona meitat del segle XIV. Adquisició de la col·lecció Plandiura, 1932.


Pere Joan (1394/98–1458): Déu Pare. Talla en alabastre i element en fusta, entre 1434–45. Donació d’Enric Batlló Batlló a la Diputació de Barcelona, dipòsit, 1914.


Cercle de Ferrer i Arnau Bassa: Anunciació; Reis de l’Epifania | Annunciation; Three Kings of the Epiphany. Detail, tempera and gold leaf on wood, ca. 1340–60. Adquisició, 1906.


Gonçal Peris Sarrià (1380–1451): Retaule de santa Bàrbara | Altarpiece of Saint Barbara. Detail, tempera and gold leaf on wood. Dipòsit de l’antiga col·lecció Bosch i Catarineu, 1934, donació de Julio Muñoz Ramonet, 1950.


Ebd., Detail.


Guerau Gener (1368/69–1407/11) i Lluís Borrassà (1380–1424/25): Resurrecció de Crist | Resurrection of Christ. Tempera, gold leaf and metal plate on wood, ca. 1402–11. Adquisició, 1945.


Joan Mates (1391–1431): Retaule de sant Miquel Arcàngel | Altarpiece of Saint Michael the Archangel. Detail, tempera, gold leaf and metal plate on wood, primer quart del segle XV. Adquisició, 2010.


Ebd., Detail.


Pere Teixidor (1397–1446): Salvador Muni. Detail, tempera and gold leaf on wood, ca. 1420–30. Adquisició de la col·lecció Plandiura, 1932.


Bernat Martorell (cap a 1400–52): Retaule dels sants Joans. Detail, tremp, daurat amb pa d’or i full metàl·lic sobre fusta, cap a 1435–45. Adquisició de la col·lecció Muntadas, 1956 (predel·la), adquisició, 1967 (les altres taules).


Ebd., Detail.
Interessant sind hier insbesondere auch die mit Kreuzen ausgeritzten Gesichter, erinnert mich an Fotografien aus Maos Zeit.


Nicolás Francés (1434–68?): Miracle del mont Gargano | The Miracle of Mount Gargano. Tempera and gilt on wood, ca. 1440–50. Dipòsit de la Generalitat de Catalunya, col·lecció Nacional d’Art, donanció d’Antonio Gallardo Ballart, 2015.


Bernat Martorell (cap a 1400–52): Martiri de santa Eulàlia. Detail, tremp i daurat amb pa d’or sobre fusta, cap a 1442–45. Adquisició de la col·lecció Muntadas, 1956.


Ders.: Retaule de sant Vicenç. Detail, tremp i daurat amb pa d’or sobre fusta, cap a 1438–40. Llegat d’Ignasi Girona i Anna Jover, 1930.


Segon Mestre d’Estopanyà (actiu cap al segon terç del segle XV): Mare de Déu de la Llet. Detail, tremp i daurat amb pa d’or sobre fusta, cap a 1450. Adquisició de la col·lecció Plandiura, 1932.


Bernat Despuig (1383–1451) i Jaume Cirera (1418–49/50): Retaule de sant Miquel i sant Pere. Detail, tremp, daurat amb pa d’or i full metàl·lic sobre fusta, 1432–33. Adquisició, 1907, adquisició de la col·lecció Muntadas, 1956, dipòsit del Ministeri de Cultura, 2010.


Mestre de Sant Jordi i la princesa (actiu cap al tercer quart del segle XV): Sant Jordi o la princesa. Tremp, relleus d’estuc, daurat amb pa d’or i restes de full metàl·lic sobre fusta, tercer quart del segle XV. Adquisició, 1923.


O. A.


Jaume Huguet (cap a 1412–92): Consagració de sant Agustí. Tremp, relleus d’estuc i daurat amb pa d’or sobre fusta, cap a 1463–70/75. Adquisició, 1927.


Bartolomé Bermejo (ca. 1440–ca. 1501): Davallament de Crist als Llimbs | Descent of Christ into Limbo. (4 Arbeiten, alle:) Oil and gilding on wood, ca. 1475. Adquisició, 1914.


Ebd.: Crist al Paradís | Christ in Paradise.


Ebd.: Resurrecció | Resurrection.


Ebd.: Ascensió | Ascension.


Taller de Willem Dermoyen (1520–48): Triomf de la Fama sobre la Mort | The Triumph of Fame over Death. Wool and silk tapestry, 1540–50. Dipòsit de la Generalitat de Catalunya, col·lecció Nacional d’Art, 2006.


Damià Forment (ca. 1475–1540): Dormició de la Mare de Déu | Dormition of the Virgin. Carved alabaster, 1534–37. Dipòsit de l’Ajuntament de Barcelona al Museu Provincial d’Antiguitats de Barcelona, anterior a 1879.


Joan de Borgonya (ca. 1465–1525): Mare de Déu amb el Nen i sant Joanet | Virgin and Child with the Infant Saint John. Oil on wood, 1515–25. Adquisició de la Diputació de Barcelona, 1906.


Francisco de Zurbarán (1598–1664): Immaculada Concepció | Immaculate Conception. Oil on canvas, 1632. Llegat de Santiago Espona, 1958.


Ebd., Detail.

Ein kleiner Zeitsprung:


Giovanni Antonio Canal, dit „Canaletto“ (1697–1768): Retorn de Il Bucintoro el dia de l’Ascensió | Return of Il Bucintoro on Ascension Day. Oil on canvas, 1745–50. Col·lecció Thyssen-Bornemisza en dipòsit al MNAC, 2004.


Ebd., Detail.
Die Masse an Menschen hat mich sehr in Bann gezogen.


Ebd., Detail.


Giandomenico Tiepolo (1727–1804): Expulsió dels mercaders del Temple | Expulsion of the Traders from the Temple. Oil on canvas, 1750–53. Col·lecció Thyssen-Bornemisza en dipòsit al MNAC, 2004.


Maurice Quentin de la Tour (1704–1788): Pierre-Louis Laideguive. Detail, pastel on coloured paper and canvas, ca. 1761. Llegat de Francecs Cambó, 1949, ingrés, 1954.


Zwischendurch ein kurzer Austritt auf die Dachterrasse:



Und gleich wird es endlich auch ein paar Frauen hinter den Werken geben.


In der Halle:


Multimediainstallation von Eugènia Balcells: Des del Centre, New York 1982 – Barcelona 2025, 21.6.–11.9.2025.




Und in einem dortigen Seitenflügel:




Joan Miró (1893–1983) i Joan Gardy Artigas (*1938): Murai per a IBM | Mural for IBM. Ceramic mural of refractory stoneware tiles and white, black, blue, red and green colour enamals, 1978. Dipòsit de la Generalitat de Catalunya, 2013.


Anna & Eugeni Bach, Artur Muñoz i Virginia Mars. Corona d’ulls al cap | Crown of Eyes on the Head. Detail, acer i alumini lacats, 2025.


Ebd., Detail.


Von Francesc d’Assís Galí i Fabra (​​1880–1965).


Eine weitere Show zeigte Francesc d’A. Galí: El Maestro invisible | The Invisible Master, 21.5.–14.9.2025:


Antoni Gaudí (1852–1926) i Taller de Joan Oñós (o. A.): Reixat de dos batents per a la Casa Vicens | Two-Leafed Gate for Casa Vicens. Wrought and cast iron, ca. 1883–85. Recuperació, 1986.


Dies.: Reixa de la Casa Milà, La Pedrera | Grid from Casa Milà, La Pedrera. Wrought iron, ca. 1910. Obra cedida en comodat per la Fundació Junta Constructora del Temple Expiatori de la Sagrada Família, 2014.


Joaquim Mir (1873–1949): La catedral dels pobres | The Beggars Cathedral. Oil on canvas, ca. 1898. Col·lecció [?] Thyssen-Bornemisza en dipòsit gratuit al MNAC, 2004.


Ithell Colquhoun (1906–88): Sunset Birth. Aquarel·la i tinta sobre paper, 1942. Mowzel Hoard Collection.


Francesc d’A. Galí: Exposición Internacional de Barcelona. Cromolitografia sobre paper, 1929. Dipòsit de la Generalitat de Catalunya, col·lecció Nacional d’Art, MNAC, 2006.


Xavier Nogués (1873–1941): Fragments de la decoració mural del cellar de les Galeries Laietanes | Parts of the Mural Decoration of the Cellar of the Galeries Laietanes. Detail, tempera transferred to canvas, 1915. Adquisició, 1947.


Erneut eine Kuppel – Kuppeln und Kuppelgemälde mag ich sehr:


O. A.


Die Sammlung des Realismus, der Moderne und des Surrealismus:


Enriqueta Pascal (1905–69): El mercat de Calaf | Calaf Market. Oil and urushi lacquer on wood, 1929. Dipòsit de col·leccionista privat, 2019.


Helios Gómez Rodríguez (1905–56): Dolor aerotransportado (Paracaigudes amb ull | Parachute with an Eye). Oil on canvas, ca. 1947–48. Dipòsit de l’Associació Cultural Helios Gómez, 2007.


Jaume Sans (1914–87): Camagüey hidráulico en cuclillas | Crouching Hydraulic Camagüey. Oil on canvas, 1935. Adquisició, 2008.


J. Pons(?): Lina Ódena. Oil on canvas, 1937.


Àngela Nebot (activa a València al segle XX): Santa Cultura, màrtir del feixisme | Saint Culture, Martyr of Fascism. Oil on canvas, 1937. Procedent de l’Exposició Trimestral d’Arts Plàstiques de Barcelona, 1938.


Enric Climent (1897–1980): Bombardeig | Bombing. Oil on canvas, 1937. Procedent de l’Exposició Trimestral d’Arts Plàstiques de Barcelona, 1938.


Gustavo Cochet (1894–1979): Caprichos. Etching on paper, 1936–38. Donació de Martha Daura, 1996.


Juli González (1876–1942): Home cactus I | Cactus Man I. Cast bronze and iron nails, 1939. Donació de Roberta González, filla de l’artista, 1972, ingrés, 1973.


Daniel Sabater (1888–1951): Una festa el dia de la mobilització | A Party on Mobilization Day. Oil on canvas, 1936. Donació de Javier Serra, 1965.


Pablo Picasso (1881–1973): Dona amb barret i coll de pell (Marie-Thérèse Walter) | Woman in Hat and Fur Collar (Marie-Thérèse Walter). Oil on canvas, 1937. Dipòsit de l’Estat Espanyol (Ministerio de Cultura), 2007, dació de l’empresa Abertis.


The Pavilion of the Spanish Republic in Paris, 1937:


Ramón Puyol (1907–81): (Links:) El espìa | The Spy. (Rechts:) El estratega | The Strategist. (Beide:) Lithograph on paper, 1936. Antic fons del Gabinet de Dibuixos i Gravats.


Pere Pruna (1904–77): Trobada d’una miliciana amb la mort | Encounter of a Militiawoman with Death. Gouache, pen and ink and graphite pencil on paper, ca. 1936–39[?]. Adquisició, 2019.


Es folgt, was hier als A Possible Modernity bezeichnet wird:


Modest Cuixart (1925–2007): El pescallunes. Oil on canvas, 1949. Dipòsit del MACBA, 2014.


Juan Genovés (1930–2020): Seis fases en torno a una prohibición. Mixed media on cardboard, 1966. Dipòsit de la Generalitat de Catalunya, col·lecció Nacional d’Art, 2024.


Anna Lentsch (*1943): Autoretrat petit | Small Self-Portrait. Oil on canvas, 1976. Dipòsit de la Generalitat de Catalunya, col·lecció Nacional d’Art, 2024.


Esther Boix (1927–2014): Sèrie del pa, núm. 3 | Bread Series, No. 3. Oil on canvas, 1972. Dipòsit de la Generalitat de Catalunya, col·lecció Nacional d’Art, 2024.


Rosa Agenjo (*1955): La vida és un diàbolo. Oil on canvas, 1986. Dipòsit de la Generalitat de Catalunya, col·lecció Nacional d’Art, 2024.

Man verlässt die Hallen in dem erleichterten Wissen, dass wenigstens in den letzten Jahren ein paar Werke von Frauen akquiriert wurden – auch wenn das Verhältnis hier eher meiner Auswahl geschuldet ist.






Fehlt noch das Museu Picasso. Wenn nicht anders ausgewiesen, stammen die folgenden Arbeiten von Pablo Picasso (1881–1973):


Vetllada familiar | An Evening at Home. Oil on wood, ca. 1895. Gift of Pablo Picasso, 1970.


El pare de l’artista | The Artist’s Father. Watercolour on paper, ca. 1896. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Home assegut a la platja de la Barceloneta. Oli sobre fusta, 1895–96.


Dona. Oli sobre fusta, 1896.


Acadèmia | Academic Study. Oil on canvas, 1896–97. Gift of Pablo Picasso, 1970.

Der Ablauf folgt eigentlich der Chronologie, dieses hängt hier vielleicht zum Vergleich:


Jaume Sabartés amb gorgera i barret | Jaume Sabartés with Ruff and Bonnet. Oil on canvas, 22.10.1939. Gift of Jaume Sabartés, 1962.


Arbreda | Grove. Oil on canvas, 10.1897–5.1898. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Muntanya de Santa Bàrbara | Santa Barbara Mountain. Oil on canvas, 6.1898–1.1899. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Al costat de la malalta | At the Sick Woman’s Side. Oil on canvas, 1899–1900. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Interior. Oil on canvas mounted on wood, 1899–1900. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Home a l’estil d’El Greco | Man, after El Greco. Oil on canvas, ca. 1899. Gift of Pablo Picasso, 1970.


El carrer de la riera de Sant Joan des de l’estudi de l’artista | The Street of Riera de Sant Joan from the Artist’s Studio. Oil on wood, 1–9.1900. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Apunt per a Parella en un pati andalús | Sketch for Couple in an Andalusian Patio. Pen and ink on paper, (4.)1899. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Parella en un pati andalús | Couple in an Andalusian Patio. Oil on canvas, (4.)1899. Gift of Pablo Picasso, 1970.


La nana | The Dwarf. Oil on cardboard, 5–6.1901. Purchase Plandiura, 1932.


L’espera (Margot) | Waiting (Margot). Oil on cardboard, 5–6.1901. Purchase Plandiura, 1932.


La xerrameca | Chatter. Pen and ink on paper, 1899–1900. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Croquis i caricatures | Sketches and Caricatures. Pen and ink on paper, 1899–1900. Gift of Pablo Picasso, 1970.


El gran llaç | The Large Bow. Pen, ink and coloured pencil on paper, 1899–1900. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Caricatures d’Amélie Diéterle | Caricatures of Amélie Diéterle. Pen and ink on paper, 12.1902. Gift of Pablo Picasso, 1970.


La dona de la còfia | Woman with a Bonnet. Oil on canvas, autumn 1901. Gift of Jacqueline Picasso, 1985.


Marc decorat | Decorated Frame. Oil on wood, 1902–03. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Terrats de Barcelona | Barcelona Rooftops. Oil on canvas, 1–10.1902. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Maternitat al moll | Mother and Child on the Quay. Ink on paper, 1.1903. Gift of Pablo Picasso, 1970.


El passeig de Colom | Columbus Avenue. Oil on canvas, autumn 1917. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Home assegut | Seated Man. Oil on canvas, 6–11.1917. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Dona amb mantellina (Fatma) | Woman with Mantilla (Fatma). Oil and charcoal on canvas, 6.1917. Gift of Pablo Picasso, 1970.


The Ballet of the Opéra National de Bordeaux perform Parade at the Gran Teatre del Liceu. Filmstill, 24min., Barcelona, 2006–07 season (Premiere: 1917). Arxiu Fundació del Gran Teatre del Liceu.


Ebd., Filmstill.


Sebastià Junyent i Sans. Oil on canvas, ca. 1903. Gift of Pablo Picasso, 1970.


Bust de noia inspirat en Cranach | Young Girl Inspired by Cranach. Lithograph, 26.–28.3.1949. Gift of Jaume Sabartés, 1962.


Pintor treballant | Painter at Work. Oil and Ripolin on canvas, 31.3.1965. Acquisition, 1968.


Els colomins | The Pigeons. Oil on canvas, 11.9.1957. Gift of Pablo Picasso, 1968.


Els colomins | The Pigeons. Oil on canvas, 6.9.1957. Gift of Pablo Picasso, 1968.


Paisatge | Landscape. Oil on canvas, 2.12.1957. Gift of Pablo Picasso, 1968.


Installationsansicht.


Las Meninas. Oil on canvas, 17.8.1957. Gift of Pablo Picasso, 1968.


Las Meninas. Oil on canvas, 4.9.1957. Gift of Pablo Picasso, 1968.


Außerdem lief: Growing up between Two Artists: A Tribute to Claude Picasso, 25.7.–26.10.2025. Eigentlich ging es nicht um Picassos Sohn, Claude Picasso (1947–2023), von Picassos „romantic partner of the time, Françoise Gilot“, wie es im Wandtext hieß, oder um beider Tochter Paloma Picasso (*1949), sondern mehr um Pablo Picassos, des Meisters Sicht auf die Familie – mit seiner 40, das kann man schon immer mal wieder betonen: vierzig!, Jahre jüngeren Frau. Nebenbei folgten einige Arbeiten von Françoise Gilot (1921–2023):


Edward Quinn: Pablo Picasso, Françoise Gilot and their children Claude and Paloma. Modern copy, La Galloise, Valauri, 1953. Edward Quinn Archive.


Tres ombres xineses | Three Shadow Silhouettes. India ink wash on paper, 4.9.1952. Col·lecció particular.


La farandola | The Farandole Dance. Cut-outs, black pencil lines on white paper with two pins, 20.2.1949. Col·lecció particular.


Retrat de Claude Picasso | Portrait of Claude Picasso. Recto and verso, painted terracotta, 24.2.1953. Col·lecció particular.


Françoise Gilot: La taula del jardí amb Claude | The Garden Table with Claude. Oil on plywood, 1952. Col·lecció particular.







Im Eck:


In der Stadt hing allerorts Werbung für das Immersion versprechende Moco Museum, das Mo für Modern und Co für Contemporary verspricht. Es liegt direkt neben Picasso und man geht nach diesem Blick in den Eingang gern weiter.


In der Nähe sind einige Galerien angesiedelt, an denen man ebenfalls vorbeiziehen kann.




Interessanter sind die Wände. Oder: Mehr zur Gegenwartskunst in Katalonien findet sich auf der Plattform Graf.




Text: „cami de sol – per les rutes amigues – unes formigues“, ChatGPT schlägt in etwa als Übersetzung vor: Weg der Sonne – entlang freundlicher Routen – einige Ameisen. Ich verstand und fühlte mich angesprochen: Auf der Promenade schlendern Tourist·innen entlang vorgegebener Pfade.


Mich brachte der Sonnenweg zu einem lokalen Handwerksmarkt, ich kaufte eine Bluse und Ohrringe und genoss einen grandiosen Mojito.


Hier dachte ich erst an die Olympische Fackel, die die Stadt 1992 erst zum Blühen und ihr dann die überlaufende Tourist·innenschar gebracht hat. Es handelt sich aber um eine ewige Flamme des Fossar de les Moreres, um einen Gedenkplatz für die Verteidiger, die im Kampf um Autonomie während der Belagerung der Stadt 1714 im Spanischen Erbfolgekrieg starben.


Ein Aushang an einer Bar. Ähnlich wie in Frankreich sieht man das Thema auch in Spanien anders als in Deutschland oder zumindest im offiziellen Deutschland. Bleibt weiterhin die Frage, warum man nicht für Menschlichkeit auf beiden Seiten einstehen kann.
Text: „International Criminal Court / Wanted / For crimes against humanity / Benjamin Netanyahu / Prime Minister of Isreal“.
Übrigens wurde die Städtepartnerschaft von Barcelona mit Tel Aviv mit Begründung der Menschenrechtsverletzungen Netanjahus 2025 ausgesetzt.



Noch ein Miró unterwegs auf einer Verkehrsinsel, durch die Busscheibe saturiert, auf dem Weg zum Strand.







Text: „A Barcelona, lluitem contra els pisos turístics il·legals. Comprova si un allotjament té llicència Ajuntament de Barcelona“ – mit dem Link gelangt man zu einem „flat detector of tourist accommodation“.


Akustisch besonders auffällig ist, wer seine Rollkoffer über die Blumenfliesen zieht. In die 1,7 Millionen Einwohner·innenstadt sollen jährlich mehr als 7 Millionen Tourist·innen einfallen. Als eine von ihnen danke ich der Stadt für ihre Aufnahme.

Und weiter geht es, Rollkoffer im Schlepptau, nach Girooona!


Girona

Die Geschichte Kataloniens reicht bis etwa 1000 v. Chr. zurück, geprägt von den Iberern und später den Karthagern. Ende des 3. Jh. v. Chr. eroberten die Römer die Region, im 1. Jh. n. Chr. verbreitete sich das Christentum. Ab 418 gehörte Katalonien zu den Westgoten, ab 507 zur Westgotenherrschaft auf der Iberischen Halbinsel; von 654 bis zum 11. Jh. war der gotische Rechtskodex in Gebrauch. Ende des 8., Anfang des 9. Jh. entstanden die ersten Grafschaften, die in den folgenden Jahrhunderten zunehmend selbständig wurden. Aufgrund seiner Lage zwischen Mittelmeer und Atlantik und mit 200km Küste entwickelte sich die Region zu einem wichtigen Durchzugsgebiet für Kultur und Handel.

Im Spanischen Erbfolgekrieg (1702–14) zwischen den Häusern Habsburg und Bourbon stand Katalonien auf der Seite Habsburgs, was 1711 zur Belagerung von Girona führte und mit dem Fall von Barcelona 1714 als schwere Niederlage für Katalonien endete. Dem kann man unter anderem mit einigen Denkmälern auf der Ruta 1714 nachspüren. Unter Napoleon unterstand Katalonien dann 1812–14 dem französischen Kaiserreich – 1808 wurde Girona eingenommen, was zu erbittertem Widerstand der Bevölkerung und heftigen Guerillaschlachten führte.

Bis 1984 lautete der offizielle Name: Gerona.




Die Catedral de Santa Maria de Girona:
















Altar major | High Altar. Altar stone and ambon: 1038 i segle XII; silver baldachin: segle XIV; episcopal chair, known as Cadira de Carlemany | Chair of Charlemagne: segle XI; main altarpiece: segle XIV.




Capella de la Mare de Déu dels Dolors | Chapel of the Virgin of Sorrow. O. A., 1717–37.


Kreuzgang.




Miracle de sant Narcís i les mosques | Miracle of Saint Narcissus and the Flies. Painting, ca. 1675.

Eine kleine Sonderausstellung zu den Glasfenstern:


Stained glass window of Saint Martin and Saint Francis, segles XIII i XIV.


O. A.


Guillem de Letumgard: O. T. Fragments of stained-glass windows from the ambulatory, mitjans segle XIV.

Und dann bekommt man diesen grandiosen Teppich zu Gesicht:


Tapís de la Creació | Creation Tapestry, finals del segle XI. Catedral de Girona.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.



Von dort mit Blick auf die Basílica de Sant Feliu.



In der Basílica de Sant Feliu:








Ventura Rodrígues Capella de sant Narcís | Chapel of Saint Narcissus. Atr., 1782–92.










Zu den Füßen der Kathedrale das Pia Almoina, segles XIII–XVVIII, heute: Col·legi d’Arquitectes de Catalunya:




Ebd.


Banys Àrabs de Girona, segles XII–XIII, das arabische Badehaus:








Weiter im Eck:












































Bei den bemalten Fenstern fühlt man sich an Avignon (Strg.+f: Fensterfest) erinnert.




Clara Oliveras Valentí (*1963) und Dolors Picazo Hugas (*1962): Punt de trobada – Nummulit. Escultura, pedra nummulítica i bronze, 1999. Fons Municipal d’Art.
Gedacht als ein Treffpunkt, in der Rambla de l Llibertat.


Geografische Navigation in der Altstadt, o. A.

Weitere Installationen in der Stadt:


Josep Maria Subirachs (1927–2014): Als mestres d’obres de la catedral. Escultura, bronze, 1986. Fons Municipal d’Art.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Manel Palahí Fàbregas (*1945): Catalunya casa nostra. Escultura, ferro, 2022. Fons Municipal d’Art.


Ebd.


Piculives (Josep Bosch Puy, 1937–98): La majordoma de sant Narcís. Escultura, pedra de Girona, 1972. Fons Municipal d’Art.


Jordi Oliver Viver (1908–91) und Josep Oliver Viver (1905–86): A Jacint Verdagues. Escultura, pedra, 1953. Fons Municipal d’Art.


Die berühmte Treppenszene von „Game of Thrones“ (6. Staffel, 8. Folge), in der Arya Stark von ihrer Rivalin der Waif verfolgt wird und durch die Gassen flieht, wurde 2015 hier gedreht, an der Casa Agullana vor der Església de Sant Martí Sacosta (mehr Filmspots in Girona gibt es hier):












Església de Sant Martí Sacosta, antiga Casa de Jesuïtes, segles XVI–XVII, Seminari Conciliar.


Rechts die Església.


Und ums Eck der Eingang ins Nonnenkloster Convent de Sant Domènec.


An der Universitat de Girona, Gebäude aus dem 16. Jh.:




Esther Albardané (1947–2003): Dona amb gos. Escultura, 80x180x60cm, ferro Corten i pintura acrílica, 2000.


No identificat: Homenatge a la Colla castellera els Xoriguers. Escultura, 90x25x25cm, ferro, 2013.



Über die Antiga caserna dels Alemanys, von 1690, hier auf ihrem Dach …



… ging es auf die Stadtmauer, la muralla, ursprünglich aus dem 9. Jh., wiederaufgebaut im 14. Jh., gilt sie seit 1967 als Denkmal. Auf 60m Höhe und mit einer Länge von etwa 2km, umfasst sie einen Großteil der Altstadt und bietet wunderbare Aussichten:
























Hommage an die politische Aktivistin Antònia Adroher (1915–2007).


Am östlichen Mauerende.


Ein Refugi Antiaeri del Jardi de la Infància, ein Luftschutzbunker zur passiven Verteidigung insbesondere 1938–39 unter Franco.



Temple Expiatori del Sagrat Cor.


Versteckt in einem Hinterhof das Teatre Municipal, von 1858–60 von Martí Sureda i Deulovol.


Ebd.


Einziger Prunk am Ajuntament, dem Rathaus.















Martí Sureda Deulovol (zugeschrieben): Font del pou de la Cadena. 1858. In der Carrer de l’ Argenteria.


Das mit den beschrifteten Dosen scheint hier ein Ding zu sein. Text: „Et sento / a prop“ (Ich spüre dich in der Nähe), an der Rambla de l Llibertat.




Das Museu d’Història de Girona, mit einem virtuellen Rundgang in Carbonera i Cisterna, Kohlelager und Zisterne, aus dem 18. Jh., s. a. den englischen Audioguide:


Mosaic del circ de Can Pau Birol, 708x342cm, segle III–IV. Trobat el 1876 a la vil·la senyorial romana de Can Pau Biro, dipòsit MAC-Girona.


La Lleona. Còpia de l’original en pedo del segle XII de la col·lecció del Museu d’Art de Girona, fons diputació de Girona.

Auf der Dachterrasse:





Und die wunderbaren (1980er Jahre) Toiletten im Innenhof:






Rafael Masó Valentí: Vitrall del rebedor del primer pis de la Casa Ensesa. Vidre catedral, fusta i plom, ca. 1915. Donació Giancarlo Ceriana.


Detail aus dem: Atlas Géographique et Iconographique du Cours Complet d’Écriture Sainte. Paris: Mingue 1864.


Gegenüber zeigte das Haus die Sonderausstellung Elles il·lustren botànica | Women Botanical Illustrators, 10.5.–14.9.2025:


Margaret Mee (1909–88): (Links:) Philodendron sp. Rio Negro, Amazonas, s/f. Shirley Sherwood Collection. (Mitte:) Gesneriaceae, Nematanthus fluminesis (vell.). Fritsch, Ubatuba, São Paulo litoral, 1959. Dumbarton Oaks Research Library and Collection, Trustees for Harvard University, Washington, DC. (Rechts:) Moonflower cactus (Strophocactus wittii), 1978. Royal Botanic Gardens, Kew. (Alle:) Reproducció digital de llapis i témpera sobre paper.


Mary Delany (1700–88): (V. l. n. r., o. n. u.:) Onopordum acanthium, Cypripedium purpureum (gynandria diandria). / Dianthus superbus, Quercus robur, Hottonia palustris (pentandria monogynia). / Euonymus eurpans, spindle tree (fruit), Spirae, Solanum melongena (pentagynia monogynia), Centaurea peregrina. / Clitoria ternatea (diadelphia decand), Passiflora laurifolia (gynandria pentandria), Alstromeria ligtu (Hexandria Monogynia). (Alle:) Reproducció digital de collage de papers acolorits amb tèmpora i aquarel·la sobre fons de tinta negra en paper, 1774–81. The Trustees of the British Museum.


Maria Sibylla Merian (1647–1717): Dissertation sur la generation et les transformations des insectes de Surinam. Reproducció digital d’aiguafort acolorit a mà sobre paper, 1726. Biblioteca Histórica de la Universidad Complutense de Madrid.


Marianne North (1830–90): (V. l. n. r.:) Protea and golden-breasted cuckoo of South Africa. / Leonotis nepetaefolia and doctor humming birds, Jamaica. / Foliage and Flowers of a Chorisia and double-crested humming birds, Brazil. / Pancratium caribaeum and passion fruit, Jamaica. Reproducció digital d’oli sobre tela, ca. 1872–73. Royal Botanic Gardens, Kew.


Mary Emily Eaton (1873–1961): (V. l. n. r., o. n. u.:) Selenicereus grandiflorus. / Nopalea cochenillifera, Mopalea aubert, Mopalea dejecta. / Opuntia burrageana, Opuntia cylindrica, Opuntia stanlyi, Opuntia macrorhiza. / Opuntia leptocarpa, Opuntia velutina, Opuntia megacantha. (Alle:) Reproducció digital de cromolitografia, 1919. New York Botanical Garden, LuEsther T. Mertz Library.


Anna Maria Vaiana (ca. 1604–55): (V. l. n. r.:) Idé uas ordinatis floribus. / Narcissus indicus, flore liliaceo sphaericus. / Rosa sinensis quinquefolia. / Flos indicus e ciolaceo fuscus, radice tuberosa. (Alle:) Reproducció digital de gravat a buri sobre paper. De florum cultura libri IV, 1633. Biblioteca del Real Jardín Botánico, CSIC.


Margaretha Barbara Dietzsch (1726–95): Card amb cinc papallones i altres insectes. Detail, reproducció digital d’aquarel·la sobre vitel·la, ca. 1741–84. The Trustees of the British Museum.


Paula Heredero (*1982): (V. l. n. r.:) Amapolas. / Ficus carica. / Calabaza. / Estramonio. (Alle:) Il·lustració digital, 2021–23.


Aina Bestard (*1981): (V. o. n. u.:) Bosque de Hongos Gigantes. / Las plantas terrestres. / Los bosques más antuguos. (Alle:) Reproducció digital de punta fina a mà, 2020.





Im Bòlit, Centre d’Art Contemporani lief von Pere Noguera: Accions, empremtes, terres, imatges i derives, 6.6.–28.9.2025:


Pere Noguera: Impressora personal enfangada. O. A., 1979.


Ders.: Vídeo-acció observar el daró i esquelets de cadira. (Links:) La vídeo-acció es va mostar a l’exposició-instal·lació Llacs, Illes, pedrals i morts, Palau de La Virreina, Barcelona, 1996. (Rechts:) Els esquelets de cadires Noguera els ha utilitzat en diversos treballs. El primer en la instal·lació Revolt de torrent, Metrònom, Barcelona, 1988.



Es könnte sein, dass hier auf Hebräisch „קהל“, kahal, für Gemeinde oder Gemeinschaft, steht?

Das jüdische Ghetto Gironas, genannt El Call, ist eines der besterhaltenen in Europa. Vom 12. bis 15. Jh. bestand hier eine bedeutende jüdische Gemeinde mit den wichtigsten kabbalistischen Schulen Europas. 1492 gilt als Ende der Gemeinschaft durch die Vertreibung mit dem Edikt der Katholischen Könige.

Im Museu d’Història dels Jueus:


Haim Beinart: Atlas of Medieval Jewish History. O. A., 1992.


Plate. Ceramic with a manganese green slip, 14th century. Archaeological Museum of Catalonia, Girona.


Tapestry of the Iudei. Reproduction of a detail on the lower fringe of the Tapestry of Creation at the Cathedral of Girona. Wool, Torroella de Montgrí, 2005. Donation from the Escola-Taller Embolic to the Museum of Jewish History.
Der „Tapís de la Creació“, Ende 11. Jh., ist in der Kathedrale zu sehen, s. o.


Solomó Vidal, un prestamista jueu de Vic. Facsímil, Liber ludeorum, tinta sobre paper, 1334–40. Arxiu Episcopal de Vic.


Tractat de medicina. O. A., Itàlia, 1400. Bibliotéque Nationale de France, Paris.

Auf der Terrasse dann:


Frank Meisler (1925–2018): Columbus. Arie Ovadia, Old Jaffa, Israel, 1994. Gifted by the Schalit Family.


Ebd.






Auch hier gibt es wundervolle, ich kann die Kamerafinger nicht lassen von diesen Fassaden:












Von Nord nach Süd teilt der Riu Onyar die östliche Altstadt (Barri Vell) und die ab dem 13. Jh. einsetzende Stadterweiterung auf der Westseite, die im 15. Jh. ebenfalls eine Stadtmauer erhielt (heute eine Straße). Fünf Brücken führen über den Onyar dieses historischen Kerngebiets.








Pont de les Pescateries Velles, 1877 von Gustav Eiffel konstruiert.




Unterblick aus der Unterkunft.

Aus der historischen Altstadt hinaus …


A los defensores de Gerona en 1809 y 1809. Am Plaça de la Independència den Verteidiger·innen der Stadt gewidmet, als Girona 1808 unter Napoleons eingenommen wurde. Gegenwärtig mit palästinensischer Flagge bestückt.


Text: „Més motius que mai independència“, mehr Gründe denn je für die Unabhängigkeit.


Auch die gelben Schleifen vielerorts stehen für die Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens. Sie gelten als Symbol der Solidarität mit inhaftierten katalanischen Politiker·innen und Aktivist·innen seit dem Referendum 2017.


Ein Wohnkomplex der Pensionskasse, genannt Poeta Marquina, 2016 restauriert; edificio propiedad de la Caja de Pensiones para la Vejez y de Ahorros. Hier kommt man auf dem Weg zum Bahnhof vorbei.






Am Plaça de l’U d’Octubre de 2017:





Von diesen Laternen war ich ganz angefixt:










Francisco López Hernández (1932–2017): A la Constitució de 1978. Escultura, bronze, 1991. Fons Municipal d’Art.
Zum Park wird auf dem Schild darunter auf das Unabhängigkeitsreferendum 2017 verwiesen, Text: „During the referendum held on 1st October 2017, the citizens of Girona were brutally assaulted by the Spanish security forces while freely and peacefully exercising their right to vote. // This square is intended to be a testimony of admiration and remembrance to the people’s dignified behaviour and courage. Ajuntament de Girona“.




Die Parròquia de Santa Susanna del Mercadal.


Und in der Nähe …


El Subdelegació del Govern.






Der Eckbalkon!


„Hi Som“, wir sind hier, könnte mit dem Fußballclub von Girona in Zusammenhang stehen – und vielleicht unabhängig von dem Pilze sammelnden Paar sein, das ein Hündchen von Jeff Koons an der Leine führt.




Girona gilt als Fahrradstadt, da man von hieraus sowohl gut an die Costa Brava kommt als auch in zahlreiche umliegende mittelalterliche Dörfer und Nationalparks. Der touristische Busverkehr wird leider außerhalb der Hauptsaison im Hochsommer eingestellt. Den einen oder anderen Ort erreicht man aber dennoch. Etwa mit dem Zug. Die erwartete Pünktlichkeit scheint sich allerdings nur auf die Schnellzüge zu beziehen. 2013 wurde Girona an die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Zaragoza–Barcelona–Girona–Figueres–Perpignan angeschlossen – an den „AVE“, spanisch „Vogel“ (Alta Velocidad Española). Seit 2023 ist das spanische Schnellstreckennetz mit 3 900km das zweitlängste der Welt; eine gute Null mehr hat nur China mit 48 000km (Stand: Ende 2024). Es mag am Wettbewerb mit dem Vogel liegen, dass die Regionalzüge sich meistens verspäten oder auch ganz ausfallen.


Auf nach …

Figueres












Eingang zum Rathaus.




Auf zu Salvador Dalí (1904–89, geboren und verstorben in Figueres) ins Teatre-Museu Dalí. Es handelt sich um ein ehemaliges Theater, dass Dalí seit 1961 als sein Museum umplante und das schließlich 1974 eröffnete. Bis zu seinem Lebensende 1989 nahm Dalí Änderungen vor und fügte neue Werke hinzu. Hier mehr zur Geschichte des Museums.


Treppe zum Plaça Gala i Salvador Dalí.


Ebd.: Hommage an Newton. Bronze, 1981.


Ebd.: Hommage an Meissonier: Nacio en Lyon en 1815. O. A.


O. A., Dalís Wasserstoffatom.


O. A.

Das Gebäude ist nicht einfach zu fassen, über den Innenhof geht es zur ehemaligen Theaterbühne, einem nun überkuppelten Saal, und um diesen winden sich über drei Stockwerke hinweg teils schmale Gänge, von denen wiederum Ausstellungsräume abgehen, mal klein, mal ganze Säle, immer verwinkelt und meist von oben bis unten wundervoll vollgestopft. Die Bildangaben sind großteils sehr sporadisch, gelegentlich habe ich einige aus dem deutschen Museumsführer entnommen. Leider ist die virtuelle Tour ebenfalls ohne viele Angaben, bietet dafür aber online einen Zugang.

Wenn man schon mal in der Nähe ist, sollte man sich ein wenig Dalí ansehen, dachte ich zunächst. Zerlaufende Uhren, lange Giraffenhälse mit Schubladen, verstörend betörende Auftritte von Gala Dalí hatten auch mich in meiner Jugend in den Bann gezogen, und irgendwann dann nicht mehr. Über einen schnellen surrealistischen Rausch hinaus erwartete ich nicht viel, aber wie falsch ich lag. Ich wurde überwältigt und ging alsbald, ich schwebte mit dem Gefühl durch die Räume, einem Genie begegnen zu dürfen. Mich verwunderte, wie impulsiv diese Bezeichnung über mich kam – oder doch eher, und als zählten Jahrzehnte meines eigenen Feminismus nichts, wie scheinbar leichtfertig ich sie vorher als gottähnliche Verklärung verworfen hatte.

Ehemaliger Theatersaal mit Blick auf den Innenhof:


Mit geodätischer Kuppel (sphärische Kuppel mit Gitterschale aus Dreiecken) von Richard Buckminster Fuller.






(Unten:) Die nackte Gala betrachtet das Meer, das sich in einer Entfernung von achtzehn Metern in das Bildnis von Abraham Lincoln verwandelt. 420x318cm, Öl auf Fotografie, 1975.




Labyrinth (a ballet by Leonide Massine, 1941). O. A., 1947.


Ebd., Detail.




Ebd., im Detail sieht man, dass die Arbeit gestickt ist.










Im Innenhof, o. A.

Durch das Gebäude:

Zeichnungen, o. A.:









Im Shop nach den Zeichnungen fragend, wurde mir dieses Buch empfohlen:

Fundació Gala-Salvador Dalí (Hg., 2004): Dalí intimo: dibujos, apuntes y palabras entre contemporaneos. O. O.: Galaxia Gutenberg.


Composició satírica | Satirical Composition. O. A., 1923.


Simbiosi dona-animal | Woman-Animal Symbiosis. O. A., 1928.


Composició surrealista | Surrealist Composition. O. A., ca. 1928.


Ebd., Detail.


Otel·lo somiant Venècia | Othello Dreaming of Venice. O. A., 1982.


El cavall alegre | The Happy Horse. Detail, o. A., 1980.


Ocell putrefacte | Rotting Bird. O. A., ca. 1928.


Figura de perfil | Figure in Profile. O. A., 1925.


Retrat del meu pare | Portrait of My Father. O. A., 1920.


Vell erepuscular | Old Man at the Twilight Hour. O. A., ca. 1918.


Retrat de la meva germana | Portrait of My Sister. O. A., 1925.


Ebd., Detail.


Autoretrat tou amb bacó fregit | Soft Self Portrait with Grilled Bacon. O. A., 1941.


Retrat de Pablo Picasso al segle XXI (Un d’una sèrie de retrats de genis: Homer, Dalí, Freud, Cristòfol Colom, Guillem Tell, etc.) | Portrait of Pablo Picasso in the Twenty-first Century (One of a series of portraits of Geniuses: Homer, Dalí, Freud, Christopher Columbus, William Tell, etc.). O. A., 1947.
Hier haben wir ihn, den Geniebegriff, in dessen ausschließlich männliche Kodierung sich Dalí selbst, nach Homer, sagen wir mal: satirisch einreiht.


Atenes crema! Element esquerre de l’obra estereoscòpica, basat en l’esola d’Atenes de Rafael | Athens is Burning! Left element of the stereoscopic work, based on Rafael’s The School of Athens. O. A., 1979–80.

In einer der unteren Rotunden, leider o. A.:













Weiter im Kreis:


Retrat de la Ramoneta Monsalvatje | Portrait of Ramoneta Monsalvatje. O. A., 1925.


Estudi per a La batalla de Tetuán | Study for The Battle of Tetuan. O. A., 1962.


Leda atòmica | Atomic Leda. O. A., 1947–49.


Galarina. O. A., 1945.


Retrat de Gala rient | Portrait of Gala Laughing. O. A., 1969.


O. A., auf der Leinwand mit der Angabe: Syivère Godéré.









Werke von Antoni Pitxot (1934–2015), auf einem eigenen Rundweg:














Detail.

Diese allegorischen Steinformationen haben es mir sehr angetan.

Weiter mit Dalí:






Poesia d’Amèrica | Poetry of America. O. A., 1943.

Und hinein in den „Windpalast“:






Retrat de Gala amb dues costelles de xai en equilibri sobre la seva espatlla | Portrait of Gala with Two Lamb Chops in Equilibrium upon Her Shoulder. O. A., ca. 1934.


Dalí d’esquena pintant Gala d’esquena eternitzada per sis còrnies virtuals provisionalment reflectides a sis miralls vertaders | Dalí from the Back Painting Gala from the Back Eternalized by Six Virtual Corneas Provisionally Reflected by Six Real Mirrors. O. A., 1972–73.


Sphärische Galatea. 65x54cm, Öl auf Leinwand, 1952.
Neben dem Lincoln war dies immer eines meiner Lieblingsbilder.


Sainte Trinité Sainte Persistence de la Memoire. Detail, illustration for Les Dix Recettes, o. A., 1973.


Dix Recettes d’Immortalite. O. A., 1973.










Für mich gab es vor Ort den Museumsführer:



Fundació Gala-Salvador Dalí (Hg., 2024): Theater-Museum Dalí, Figueres. Menorca: Triangle.


















In der Stadt konnte man dann der Ruta Dalí folgen.

Oder sich so durch Figueres treiben lassen:




Josep Ministral: A Josep Pla. Escultura, o. A., 1998. Donada per Winterthur a la cuitat de Figueres.


Mit Bus und Bahn geht es noch in ein paar andere Orte und immer einmal wieder an solchen, teils auf Felsen gebauten Dorfstrukturen vorbei:




In Olot hängen statt katalanischen Flaggen vor allem Banner mit traditionellen Mustern:






„Habitare“ o llar sense casa. Hier ist der ursprüngliche Bau nachempfunden. Das finde ich bereits skulptural interessant, ob es auf mögliche Wohnungsnot hinweist, entspricht vielleicht nur meinem eigenen Verständnis.


50è aniversari de Ràdio Olot, 1951–2001. Adjuntament d’Olot, 2001.


Kletterkönigin und ihr König oder Ritter auf einem Spielplatz.





Nach Olot fährt man, um auf den stadtnahen Vulkanberg zu steigen, den Volcà del Montsacopa, wo die Franziskaner im späten 16. Jh. die oratoris del viacrucis, die Stationen des Kreuzweges, begingen und eine Kapelle bauten, deren gegenwärtiger Bau von 1949 stammt:


Eine Station des Kreuzgangs.






Einer der dortigen Aussichtstürmchen rund um den Vulkankamm.








Auf dem Rückweg nach Girona geht es in das mittelalterliche Dörfchen Besalú, berühmt für seine katalanische Romanik:










Leider waren hier außerhalb der Saison bereits fast überall die Stühle hochgeklappt.


Monestir de Sant Pere, Ende 12. Jh.














An der Antic hospital de Sant Julià, Ende 12. Jh.


Und zum Abschluss geht es ans Meer!

Cadaqués










Salvador Dalí. Donació del Centre D’Art Perrot-Moore al Poble de Cadaqués. O. A.


Das etwa acht Kilometer von Cadaqués entfernte Cap de Creus ist der östlichste Punkt der Iberischen Halbinsel (nicht Spaniens, daneben gibt es noch eins, zwei inselnde Steinformationen). Am Cap de Creus fallen, wie Wikipedia so schön schreibt, die Ausläufer der Pyrenäen ins Meer:






Text: „De Cabo Fisterra a Cap de Creus, 1998“.
1998 wurde Cap de Creus zum Nationalpark erklärt, darauf bezieht sich diese Marke. Die damit einhergehende Publikation vom Instituto Geográfico Nacional beginnt am Cabo Fisterra, dem Ende der Welt, was zumindest traditionell oder wegen des Jakobswegs als westlichster Punkt Spaniens am Atlantik bezeichnet wird.

Hier eine kleine Küstenwegsorgie:














































Das Casa Salvador Dalí in Portlligat.




Visca la vida! Es lebe das Leben!


Der Flughafen in Barcelona verabschiedet mit einem Miró.



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Mittwoch, 16. Juli 2025
Kunst in Norddeutschland, Sommer 2025
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Hamburg surreal



In der Hamburger Kunsthalle läuft Rendezvous der Träume: Surrealismus und deutsche Romantik, kuratiert von Annabelle Görgen-Lammers, 13.6.–12.10.2025.

Gut einhundert Jahre, nachdem André Breton (1896–1966) in Paris mit seinem ersten „Manifest des Surrealismus“ (1924) die Bewegung begründete, wird in dieser – überschäumenden, wirklich gut kuratierten, sehr sehenswerten – Ausstellung dargelegt, wie der Surrealismus die Romantik aufgriff. Vor allem die deutsche Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach der großen Friedrich-Show sehen wir einige seiner Arbeiten erneut, hier angenehm unprätentiös unter die anderen gemischt. Vor allem aber sehen wir Max Ernst und Toyen und Oppenheim – die Ausstellung zieht sich über drei Etagen, angefangen im Hubertus-Wald-Forum mit dem Thema „Träume“ inklusive kleinem Raum zum Manifest, geht über zum Thema „Wald“ und hoch zum „Kosmos“.


Max Ernst (1891–1976): Das Rendezvous der Freunde | At the Rendezvous of Friends. Öl auf Leinwand, 1922. Museum Ludwig, erworben mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen 1971.
V. l. n. r., erste Reihe | Left to right, front row: René Crevel, Max Ernst auf dem Schoss von | on the knees of Fyodor Dostoyevsky, Theodor Fraenkel, Jean Paulhan, Benjamin Péret, Johannes Th. Baargeld, Robert Desnos.
Hintere Reihe | Back row: Philippe Soupault, Hans Arp, Max Morise, Raffaele Sanzio, Paul Éluard, Louis Aragon, André Breton, Giorgio de Chirico, Gala Éluard.


Ders.: Der Hausengel (Der Triumph des Surrealismus) | The Fireside Angel (The Triumph of Surrealism). Öl auf Leinwand, 1937. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Pinakothek der Moderne, erworben durch Schenkung der Theo Wormland-Stiftung 2013.


Judit Reigl (1923–2020): Sie haben unstillbaren Durst nach dem Unendlichen | Theirs is an Insatiable Thirst for the Infinite. Öl auf Leinwand, 1950. Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne/ Centre de création industrielle, Ankauf 2003.


Kurt Seligmann (1900–62): Indianischer Mythos | Indian Myth.* Öl auf Leinwand, 1946. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie/ Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010.
* Hier mit Asterisk für heutige bevorzugte Selbstbezeichnungen versehen: Indigene Völker, Pueblos Originarios, Native Americans (USA), First Nations (Kanada).


Suzanne Van Damme (1901–86): Surrealistische Komposition | Surrealist Composition. Öl auf Leinwand, 1943–47. RAW Collection.

Während die Ausstellung bereits angelaufen war, erwarb die Kunsthalle Ende Juni diesen hier beeindruckend bescheiden ins Eck gehängten neuen Magritte für 2,4 Millionen Euro:


René Magritte (1898–1967): Der Palast aus Vorhängen | The Palace of Curtains. 81x116cm, Öl auf Leinwand, 1929. Hamburger Kunsthalle, gemeinsames Eigentum mit Stiftung Hamburger Kunstsammlungen und Heinz H. O. Schröder Stiftung, Erwerb mit weiterer Unterstützung.
(Skulptur vorne:) Alexander Calder (1898–1976): Palme (Mobile) | Palm. Detail, 22 Einzelteile aus Aluminium, Traversen und Ösen aus Eisen, Anstrich in Alkydharz, ca. 1959. Hamburger Kunsthalle, erworben 1959.


Julian Rosefeldt (*1965): Manifesto. Detail, Teil 8 der 13-Kanal-Filminstallation, Farbe, Stereo Sound, HD, 16:9, 10:30 Min., Loop, 2015. Courtesy Julian Rosefeldt.


Ebd., Detail.


Edgar Ende (1901–65): Der Puppenspieler | The Puppeteer. Öl auf Leinwand, 1931. Hamburger Kunsthalle, erworben 1990.


René Magritte (1898–1967): Das doppelte Geheimnis | The Double Secret. Öl auf Leinwand, 1927. Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne/ Centre de création industrielle, Ankauf 1980.
Anm.: Die Lichtflecken stammen von der Beleuchtung – oder doch vom dritten Auge …?


Salvador Dalí (1904–89): Die Unsichtbaren – Schlafende, Pferd, Löwe | Invisible Sleeping Woman, Horse, Lion. Öl auf Leinwand, 1930. Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne/ Centre de création industrielle, Schenkung Association Bourdon 1993.


Ders.: Doppelrätsel | Double Enigma. Dekalkomanie und Gouache auf schwarzem Papier, 1936. Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin.


Anonym: Klecksbild mit sechs Profilbildnissen im Rund | Klecksography of Six Profiles in a Round. Feder in brauner Tinte auf Vergé, ca. 1820. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud.


André Masson (1896–1987): Pflanzliches Delirium | Plant Delirium. Chinatusche auf Papier, ca. 1925. Privatsammlung.


André Breton (1896–1966): Der Stammbaum der Romantik | The Family Tree of Romanticism. Zeichnung auf Papier, letzte Seite Manuskript von 11 Seiten (Faksimile), 1946. Courtesy Association Atelier André Breton.


Bettina von Arnim (1785–1859): Die Gründerrode. Detail, 2 Bände, Band 1, Grünberg und Leipzig 1840. Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Signatur: Scrin A/6673:1.
Text: „und stösselt abermals und nochmals / und für und für / und einmal zweimal dreimal bis tausend / und fängt von vorne wieder an / und stösselt das grosse einmaleins und das kleine einmaleins / und stösselt und stösselt und stösselt / seite 222 seite 223 seite 224 und so fort bis seite 229 / überschlägt seite 300 und fährt mit seite 301 fort bis seite 400 / und stösselt das einmal vorwärts zweimal rückwärts dreimal aufwärts und viermal abwärts / und stösselt die zwölf monate / und die vier jahreszeiten / und die sieben wochentage / und die sieben töne der tonleiter / und die sechsfüssigen jamben / und die geraden hausnummern / und stösselt / und stösselt das ganze zusammen / und es stimmt / und gibt eins“.

Durchgang zur „Passage“ gen „Wald“:





Toyen (Marie Čermínová, 1902–80): Zu einer bestimmten Stunde | At a Given Moment. Öl auf Leinwand, 1963. Privatsammlung, Courtesy Galerie 1900–2000, Paris.


Max Ernst (1891–1976): Weib[*], Greis und Blume | Woman, Old Man, and Flower. Öl auf Leinwand, Paris 1923, Eaubonne 1924. The Museum of Modern Art, New York, erworben 1937.
[*] Auch ohne Asterisk: Heute nicht mehr konform.


Ders: Maximiliana oder die widerrechtliche Ausübung der Astronomie | Maximiliana or the Illegal Practice of Astronomy. Detail, Blatt 14 der Mappe mit 34 meist farbigen Aquatinta-Radierungen, Paris 1964. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.
Text: „Trauungen Geburten Sterben / zeigten meine Glocken an / Teilnahmsvoll folgt ich der herben / und der freudgen Schicksalsbahn / an des sonntags heilgem Morgen / lud ich die Gemeinde ein // Gross und klein was sonst verborgen / kam der Andacht sich zu weihn / aber auch wenn Feuerschrecken / leuchtete in dunkler Nacht / ward durch schrilles Glockenwecken / Rettung in der Not gebracht“ (im Original alles in Großbuchstaben).


Meret Oppenheim (1913–85): Caroline. Detail, 21 Farbradierungen, 2 Prägedrucke und 23 Gedichte von Meret Oppenheim. Levy Galerie, Berlin.
Text. „Verlassen, vergessen – / So schwarz am Haferstrand. / Ich will die Zeit nicht messen, / Die diesen Schmerz erfand. // Die gelben Wellen schlagen / Das neue Netz entzwei. / Sie kommen, gehn und sagen: / Das arme Allerlei!“

Aus der Lese- und Hörecke habe ich mir dieses Buch bestellt:



Alastair Brotchie (Zusammenstellung) und Mel Gooding (Hg.): A Book of Surrealist Games. Boulder, Colorado: Shambhala 1995.



Toyen (Marie Čermínová, 1902–80): Stimme des Waldes I | The Voice of the Forest I. Öl auf Leinwand, 1934. Moravian Gallery in Brno.


Max Ernst (1891–1976): Düsterer Wald und Vogel | Dark Forest and Bird. Öl auf Leinwand, 1927. Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin.


Ders.: Die Obskuren | The Obscurers. Illustration für: „Paramyths“, Beverly Hills 1949, S. 31, zusammen mit dem handschriftlichen Manuskript der deutschen Fassung, 1948. Privatsammlung.


Ebd., Detail.


Richard Oelze (1900–80): Baumtraum | Tree Dream. Öl auf Leinwand, 1948. Museum Kunstpalast, Düsseldorf.


Isabel Rawsthrone (1912–92): Nachteule | Night Owl. Öl auf Leinwand, ca. 1950. Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne / Centre de création industrielle, Schenkung Evelyn Nicholas 2022.


Suzanne Van Damme (1901–86): Anthropomorphes Vogelpaar | Pair of Anthropomorphic Birds. Öl auf Holz, 1944. RAW Collection.


Meret Oppenheim (1913–85): Tisch mit Vogelfüßen | Table with Bird’s Feet. Bronzebeine und vergoldete Holzplatte, 1939/83. Levy Galerie, Berlin.

Vom „Wald“ hinauf in den „Kosmos“:


O. A.


Philipp Otto Runge (1777–1810): Zusammenstellung der Farben nach der Harmonielehre. Detail, gefärbte Papierstreifen (Faksimile), 1809. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett. S. in der Onlinesammlung.
Titel: „Auflösung der disharmonischen Wirkung.“
V. l. n. r., o. n. u.: „Beruhigung oder Trennung der Disharmonie, durch Indifferenz. / Vergrößerung der Disharmonie durch die dritte Farbe. / Schwächung der Disharmonie durch einen Übergang oder Product.“, „Indirecte harmonische Contraste zweyer Mischungen.“, „Auflösung disharmonischer Wirkungen, durch indirecte harmonische Contraste zweyer Mischungen, in einen harmonischen Accord.“


Jacqueline Lamba (1910–93): Hinter der Sonne | Behind the Sun. Öl auf Leinwand, 1943. Rowland Weinstein, Courtesy Weinstein Gallery, San Francisco.


Joan Miró (Joan Miró Ferra, 1893–1983): Hund den Mond anbellend | Dog Barking at the Moon. Öl auf Leinwand, 1926. Philadelphia Museum of Art, A. E. Gallatin Collection 1952.


Toyen (Marie Čermínová, 1902–80): Traum | Dream. Öl auf Leinwand, 1937. Kunsthalle Prag.


Max Ernst (1891–1976): Rotes Seestück | Red Seascape. Öl auf Leinwand, 1928. Privatsammlung.


Raoul Ubac (Rolf Ubach, 1910–85): Versandete Körper | Sanded Bodies. Silbergelatineabzug, 1939. Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne/ Centre de création industrielle, Schenkung des Künstlers 1976.


René Magritte (1898–1967): Die Gestalten der Nacht | Figures of the Night. Öl auf Leinwand, 1927. Sprengel Museum Hannover, Kunstbesitz der Landeshauptstadt Hannover.




Annabelle Görgen-Lammers (Hg.) (2025): Rendezvous der Träume: Surrealismus und deutsche Romantik. Ausst.kat. zur gleichnamigen Ausstellung, Hamburger Kunsthalle, 13.6.–12.10.2025. Berlin: Hatje Cantz.


Im Eck:

Bis zum Jahr 2040 soll die Hamburger U5 fertiggestellt werden und mit 23 Haltestellen vom nordöstlichen Bramfeld über Steilshoop, Barmbek Nord und Stadtpark und dort ab Borgweg mit einem Schlenker runter über Winterhude und Uhlenhorst in die Innenstadt gen Hauptbahnhof und Uni und wieder hoch übers UKE und dann in den Nordwesten zum Volkspark führen. Der erste Bauabschnitt, Bramfeld bis Borgweg, wird aktuell gebaut und soll 2033 freigegeben werden. Die zugehörige Infoseite der Hochbahn nennt sich schneller-durch-hamburg.de.



Für die Planung der Station des Hauptbahnhofs kann man sich momentan unterirdisch die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs ansehen. Diese hängen in einer Plakatklebung unten vor dem Ausgang beim Intercity Hotel (U2 Richtung Kunsthalle). Den Zuschlag hat das Hamburger Büro blrm Architek*innen gewonnen, das, so heißt es, mit Olafur Eliassons Licht-Spiegelkonzept die Fläche vergrößern möchte. Beim Blick auf die Trennwand von Gleisbett und Plattform muss ich daran denken, dass ein Freund vor Jahrzehnten, als die Sicherheitsbarrieren in Beijinger U-Bahnen Standard wurden, meinte, jetzt würden sie einem nicht einmal mehr diese Option zum Selbstmord gewähren. Etwas makaber, selbst in Anbetracht autonom fahrender Bahnen, ging es ihm jedoch hauptsächlich um die Entmündigung mit der Argumentation der alles andere ausblendenden Sicherheit. Für mich persönlich heißt das: 2040 werde ich 60 Jahre alt sein und vielleicht nicht mehr durch sich gerade schließende Türen springen wollen, um noch schnell eine Bahn zu erwischen.


Quelle: blrm Architek*innen, 16.7.2025.


Das Bucerius Kunst Forum zeigt Sean Scully: Stories, 27.6.–2.11.2025.


Sean Scully: Air Cage 2. Cortenstahl, 2024. Privatsammlung.


Die Deichtorhallen stellen Katharina Grosses: Wunderbild aus, 5.6.–14.9.2025.

Auf die 3000 Quadratmeter mit einer Länge von 60 Durchgangsmetern war ich sehr gespannt. Auf Fotos sieht es beeindruckend aus, wie ein begehbarer, farbexplodierter Landschaftsgang, je nach Wetterbedingungen lichtdurchflutet, von vorne und hinten offen. Die Schlagwörter lauten: Materialumwandlung, Perspektivverschiebung, Ebenenüberlagerung, Monumentalität, Farbintensität, radikale Materialität und Körperlichkeit, Verbindung von Malerei, Skulptur und Installation, Überschuss und Überfrachtung – die Medien überschlagen sich vor Bewunderung. So wie der Name „Wunderbild“ Erwartungen aufbauscht, die Deichtorhallen Yoga- und Meditationssitzungen in situ anbieten, so wirkte das Ganze auf mich, und zu meiner großen Enttäuschung, leider weitgehend dekorativ und in manchen Farbüberlappungen sogar unschön. Die besprühte Steinformation im hinteren Raum mochte ich, empfand dafür aber die beengte Fläche als unpassend, vor allem im Zusammenspiel mit den von Grosse so benannten, auch hier: leider hingeworfen wirkenden Atelierbildern.


Katharina Grosse: Wunderbild. 2018 für die National Gallery Prague hergestellt (Titel: Wunderbild, 20181), 14,50x54,93x6,89m x2, Acryl auf Tuch, 16.2.2018–31.3.2019.








Atelierbilder: o.T. | Studio Paintings: untitled. Acryl auf Leinwand, 2005–24.


Detail, O. A.


Claudia Müller: Katharina Grosse: The Process. Dokumentarfilm, 30 Min., o. A.


Der Verbund Kunstmeile Hamburg zeigt als Projekt 24 Flaggen, mit Than Hussein Clark, Özgür Kar und Ketuta Alexi-Meskhishvili, 24.6.–20.10.2025.


Hier: Than Hussein Clark vor den Deichtorhallen.


Quelle: Kunstmeile Hamburg, 16.7.2025.


Seit Oktober 2024 hat die Stadt Hamburg wieder eine Stadtkuratorin ernannt; gefördert von der Behörde für Kultur und Medien, getragen vom Kunsthaus Hamburg, ist die Stelle dieses Mal auf fünf Jahre angelegt. Den Titel der Stadtkuratorin Hamburg trägt: Joanna Warsza. Die fünf Jahre will sie den fünf Elementen widmen: Kosmos, Feuer, Luft, Erde und Wasser. Der Titel ihrer sommerlichen Auftaktreihe lautet: „From the Cosmos to the Commons – Vom All zum Allgemeingut“, 20.6.–24.8.2025.

Im Planetarium läuft die historische, von Aby Warburg (1866–1929) konzipierte Ausstellung Bildersammlung zur Geschichte von Sternglaube und Sternkunde, die kurz nach Warburgs Tod 1930 zur Einweihung des Planetariums eröffnet wurde, später bis 1987 als verschollen galt und nun erstmals wieder gezeigt wird – wie damals im heutzutage normalerweise nicht öffentlich zugänglichen Kesselsaal; Aby Warburg in Zusammenarbeit mit Gertrud Bing und Fritz Saxl, kuratiert von Uwe Fleckner, 21.6.–24.8.2025.




Kesselsaal.


Installationsansicht, Ausschnitt.


O. A.

Die folgenden Angaben sind Details aus den Texttafeln von Aby Warburg.


Der Große Bär. O. A.
Text: „Wie verschiedene Völker dasselbe Sternbild – den Großen Bären – ‚beseelt‘ oder als Gegenstand gedeutet haben.“


Schöpfungsmythe der Osagen ([Native Americans] westlich vom Mississippi). Detail, o. A.


Weltbild der Tschuktschen (Nomaden in Ostsibirien). O. A.


Sternhimmelzeichnung eines [Indigenen] vom Rio Negro (Nordbrasilien). O. A.


Sternzaubertafel aus Ninive. O. A. London, Britisches Museum.


Der Weg der Sonne vom Aufgang zum Untergang. Bild zu einem Sonnengesang aus dem sogenannten Totenbuche. O. A.


Gottvater trennt das Licht von der Finsternis. Zeichnung nach einem verlorengegangenen Wandgemälde aus der Basilika des heiligen Paulus in Rom, 5. Jh.


Luther und die „Große Konjunktion“. Johannes Lichtenberger, Prognosticatio, Mainz 1492.
Text: „Als der von Lichtenberger seit 1488 vorausgesagte Prophet wurde Luther angesehen, trotzdem weder die Angaben über das Geburtsjahr noch über seine Schicksale auf Luther zutrafen. – Die Beischriften des Prophetenholzschnitts in dem Druck der Hamburger Staatsbibliothek lauten ausdrücklich: ‚Dyth is Martinus Lutter‘ und ‚Philippus Melanton‘.“
Man beachte den kleinen Teufel oder Dämon auf der Schulter des Propheten.


Einer von zahlreichen Holzschnitten aus der zweiten Hälfte des 15. Jh., mit deren Hilfe, so heißt es, „die Anschauungen von den Planeten und ihrem Einfluß auf den Menschen […] volkstümlich dargestellt und weithin verbreitet“ wurden. „Für wenig Geld konnte sich ein jeder nun das Bild ‚seines‘ [und eine jede ‚ihres‘] Planeten kaufen und in Bilderschrift lesen, welcher Art das Wesen der Menschen sei, die unter diesem Planeten geboren sind.“
Mit diesem Krebs hier wünsche ich allen dieses aktuellen Sternzeichens einen entsprechenden Monat mit Trinkkalebasse und Blumenstrauß, mit Spiel und Wasserspaß und besonders: mit Baumkletterei.


Max Adolph Warburg: Der Mensch zwischen Dämonenfurcht und wissenschaftlicher Betrachtung. Detail, zweiteilig, 194x209cm, Öl auf Leinwand, 1929.
Max Adolph Warburg (1902–74), der Sohn von Aby Warburg, emigrierte 1937 in die USA. Beide sind auf dem Friedhof Ohlsdorf begraben.


Installation der Schaukästen von Aby Warburg.


Schaukasten: Detail, o. A.


Ebd., Detail.


Schaukasten: Kulturraum des Sonnengottes Mithras. Nach dem Mithraeum von Ostia (Italien), 2. Jh. n. Chr.


Babylonische Siegelzylinder. O. A. Siegelzylinderabdrücke aus den Staatlichen Museen, Berlin.


Sonnenaltar aus Palmyra (Syrien). 3. Jh. n. Chr. Rom, Kapitolinisches Museum.
Für diese der vier Seiten, Text: „Das Sonnenantlitz des Mittags, mit dem Adler als Himmelssymbol unter sich.“


Gebet an den Sonnengott (aus Mittelamerika). Berlin, Museum für Völkerkunde.

Dazu ebenda neue Arbeiten:


María Edwards: Constellations of the Commons: A Diorama. O. A., 2025.


Ebd., Detail.


Eske Schlüters: Still Written in the Stars. HD-Video synchronisiert mit 2 Diaprojektioren, Ton, 12 Min., 2013/14.


KITE: Iktómiwiŋ (A Vision of Standing Cloud). O. A., 2023/25.


Raqs Media Collective: Blood Moon; A Day in the Life of Kiribati. O. A., 2024/25, 2014.


Timo Nasseri: Unknown Letters. O. A., 2015–2025.


Von der Aussichtsplattform des Planetariums.


Weiter geht es im Stadtpark mit einer (imaginären?) Konstellation von einem guten Dutzend zeitgenössischer Arbeiten, die zu Aby Warburg Position beziehen, kuratiert von Joanna Warsza, 21.6.–24.8.2025.


Quelle: Stadtkuratorin Hamburg: Stadtpark, 16.7.2025: Luftaufnahme Planetarium Hamburg im Stadtpark © Falcon Crest Air/ Planetarium Hamburg; Konstellationsdiagramm © José Délano.

Unter den angegebenen Links der Kunstwerke finden sich die genauen Standorte auf Google Maps.


Von der Aussichtsplattform des Planetariums aus: sieht man drei der Arbeiten.



Heidi Voet: Hydra & the Orange Giant. O. A., 2025.
Im Amphitheater die beste Arbeit.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Salwa Aleryani: Shadows Cast. Menschliche (analemmtische) Sonnenuhr, Keramik und Messing, glasiert, Detail, 2025.


Ebd., Detail.


Olu Ogunnaike: A Good Neighbour? O. A., 2025.


Shahira Issa: Time Hid in the Sun. Klanginstallation in drei Akten, 25 Min., 2025.


Agnes Denes: Sunflower Field. O. A., 2025.


Ebd., Detail.
Text: „Manifesto // Arbeiten mit einem Paradoxon / Unfassbares beschreiben / Unsichtbares sichtbar machen / das Unmittelbare mitteilen / gesellschaftlich anerkannte Einschränkungen nicht akzeptieren / auf neue Art und Weise sehen / für den Bruchteil einer Sekunde leben und Lichtjahre durchdringen / Intuition durch Intellekt und Instinkt / das Erreichen von totalem Selbstbewusstsein und Selbsterkenntnis / schöpferisch obsessiv sein / hinterfragen, überlegen, analysieren, sezieren und überprüfen / die Endlichkeit der menschlichen Existenz begreifen und dennoch nach Schönheit und herausfordernden Schlußfolgerungen streben / neue Konzepte finden, neue Muster erkennen / den Wunsch, um die Bedeutung oder Unbedeutsamkeit der Existenz zu wissen / die Realität anzuerkennen und dennoch träumen zu können / auf der ewigen Suche zu bestehen // Agnes Denes, 1969“.


Sibylle Peter, Felix Jung: A Sculpture to Be Seen from the Sky. O. A., 2025.


Hoda Tawakol: Cosmic Womb. Detail, o. A., 2025.


Xul Solar: Tarot Deck. 12 Karten, 1953/54.
Die Karten sollen jeweils Do–So, 14–18 Uhr ausliegen, am Donnerstag, 17.7. gegen 16 Uhr, waren sie nicht (mehr?) vorhanden.


Eine weitere Serie soll im Spätsommer unter dem Namen Gegen-Denkmäler starten und Kunst im öffentlichen Raum aufgreifen.





Im MARKK läuft Bakuba Kunst: Geometrie des Lebens, 7.3.–3.8.2025.

Zur Geschichte und Kunst des Königreichs Kuba seit dem frühen 17. Jahrhundert, in der heutigen Demokratischen Republik Kongo liegend, und zur „Entwendung“ durch den deutschen Ethnologen Leo Frobenius (1873–1938) und dem Versuch einer „Rematriierung“, also über die Restitution hinaus die „Wiederbelebung von Wissen und kulturellen Praktiken“; „Bakuba“ sind die Menschen des Königreichs Kuba, übersetzt: die „Menschen des Blitzes“ (Wandtexte).


Mbora Veronique, Katayi Mbuyi Veronique, Ngokadi Agnes, Ishende Isabel, Ishende Dorothee Jocelyne, Mbawoto Rachel, Roger Kwete Ishamalengue, Lobo Kwete Hyppolite, Emmanuel Minga Minga, Kwembuek Rene: Kabuayi Dîîn Bi. Raphia-Textilkomposition, futur-velours.com, 2024. Eigentum der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Ankauf für das MARKK 2024.


Nkanka Kathy, Ishende Dorothee [Jocelyne?], Mudibu Georceline: Mgelambine | Haus der Königinnen | House of Queens. Raphia-Textilkomposition, futur-velours.com, 2024. Eigentum der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Ankauf für das MARKK 2024.


Undokumentierte·r Künstler·in der Kete Nasaï-Region: Bwoom-Maske | Bwoom mask. Holz, Messing, Stoff, Glasperlen, Kaurischnecken, Demokratische Republik Kongo 19. Jh. Ankauf von Leo Frobenius 1906, MARKK.


Undokumentierte·r Künstler·in der Kete Nasaï-Region: Mulwalwa-Maske | Mulwalwa mask. Holz, Pflanzenfasern, Farbe, Demokratische Republik Kongo 19. Jh. Ankauf von Leo Frobenius 1906, MARKK.


Ebd., Detail.
Die hervorstehenden Augen erinnern an die Funde aus Sanxingdui.


Leo Frobenius (Foto): Ordnen der Kulturgüter in Ibanshe im Kuba-Königreich | Arranging the cultural objects in Ibanshe, in the Kuba kingdom. Demokratische Republik Kongo 1904–06. Fotoarchiv des Frobenius-Instituts, Frankfurt, Reg.: FoA 01-2229.


Ders.: Frobenius Polizeitruppe | Frobenius’ police force. Demokratische Republik Kongo 1904–06. Fotoarchiv des Frobenius-Instituts, Frankfurt, Reg.: FoA 01-2304.

Was ich hier nicht verstehe, ist die unterschiedliche Herangehensweise von Unkenntlichmachung und Kenntlichlassung der Personen auf den Fotos.




Vortrag und Gespräch mit Adom Getachew (rechts im Bild): „Pan-African Worldmaking“: Globales Denken für die Zukunft, moderiert von Gabriel Schimmeroth (links im Bild), 12.6.2025. Der Titel beschreibt: Weltgestaltung als Imagination inklusive Konstruktion aus Sicht des Panafrikanismus, dem Denken aus Afrika – einer Bewegung zur politischen, sozialen und kulturellen Einheit aller Afrikaner·innen und Menschen afrikanischer Abstammung weltweit, als Antwort auf Kolonialismus, Rassismus und Imperialismus zur Förderung von Selbstbestimmung und Entwicklung.

Vgl. Adom Getachew (2022 [2019]): Die Welt nach den Imperien: Aufstieg und Niedergang der postkolonialen Selbstbestimmung (Original: Worldmaking after Empire: The Rise and Fall of Self-Determination). Übersetzung: Frank Lachmann. Berlin: Suhrkamp.

Beispielhaft zeigte Adom Getachew einige Arbeiten:


Yinka Shonibare (*1962, London): Scramble for Africa. 132x488x280cm, 14 life-size fiberglass mannequins, 14 chairs, table, Dutch wax printed cotton, 2003. Commissioned by the Museum of African Art, New York, Collection of Guggenheim Abu Dhabi.


Yto Barrada (*1971, Paris): Tectonic Plate. 48x78.75in., wood, paint, 2010. Deutsche Bank Collection, Frankfurt.


Mwangi Hutter (Ingrid Mwangi, *1975, Nairobi, und Robert Hutter, *1964, Ludwigshafen): Static Drift. 127x185.5cm, two chromogenic color prints, 2001. The Art Institute of Chicago, Photography and Media Gala Endowment Fund 2021.


Lübeck figürlich


Die Figuren links: Klugheit, und rechts hinter Blättern: ein römischer Krieger.

Vom Lübecker Bahnhof geht es in die Innenstadt über die sogenannte Puppenbrücke – die, laut Hinweisschild „ehemalige äußere Brücke vor dem zweiten Vortor des Holstentores“. Die „allegorischen Standfiguren und Vasen“ seien für den Neubau 1907 von der alten Brücke von 1774–76 übernommen worden, aus Sandstein angefertigt von Dietrich Jürgen Boy. Online liest man allerdings, dass es sich inzwischen um Nachbildungen aus Kunststein handle und die Originale im St.-Annen-Museum zu finden seien.


Rechts: Neptun, und links: Eintracht.

Warum die Lübecker diese Figuren, dokumentiert seit dem späten 18. Jahrhundert, als „Puppen“ bezeichnen, mag an ihrer dynamischen Haltung liegen – oder doch daran, dass diese Brücke auf dem Weg zum Puppentheater liegt, das man sich bereits damals erträumte?



1977 eröffnete Fritz Fey sen. das Marionettentheater im Lübecker Kolk; 1982 gründete sein Sohn Fritz Fey jun. dazu das TheaterFigurenMuseum – und aus dieser Sammlung heraus eröffnete 2025 nach siebenjähriger Bauzeit schließlich das KOLK 17 Figurentheater & Museum.






Ansicht der Gebäude von der St. Petri Kirche aus.




Eröffnung des Theaters am 21.3.2025, dem Internationalen Tag des Puppenspiels, in der St. Petri Kirche, links mit Silke Technau.










Text: „Ich glaub’s nicht!!!“

Doch, doch: Auch das Museum sollte fertiggestellt werden:


Eröffnung des Museums am 28.6.2025 mit Dr. Antonia Napp, Geschäftsführerin von KOLK 17, und Korkut Demirag, vom ausführenden Architekturbüro Demirag Architekten.


Der Chinaraum mit Eisenstabfiguren aus Chaoshan.


Ebd.


Der Maliraum.


Marionetten in einer Zwischenebene.


Das Todesschiff.


Links: Handpuppen.

Ins Museum muss ich wenigstens noch einmal für ordentliche, nicht Handyfotos. Es ist aber so oder so unbedingt einen Besuch wert!



Mehr Vielfalt verspricht auch das Museum für Natur und Umwelt mit Fantasie und Vielfalt: Nordamerika in der Sammlung der Kulturen der Welt, 14.6.2025–4.1.2026.


Seebüll expressionistisch



Das Nolde Museum Seebüll zeigt seit 1957 jährlich eine Auswahl der über 5000 Arbeiten umfassenden Sammlung von Emil Nolde (1867–1956).

Die Gesamtanzahl der Werke entstammt der Ankündigung des Werkverzeichnisses, Nolde Stiftung Seebüll, 2023.

Tatsächlich begann die Aufarbeitung zur Rolle Emil Noldes im Nationalsozialismus erst 2013 – thematisiert werden sein seit 1940 „steigender Antisemitismus“ und „ungebrochener Zuspruch zum Regime“: Seit 1933 erhoffte Nolde, als Staatskünstler anerkannt zu werden. Dafür wird er Mitglied der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig und biedert sich mit Briefen an NS-Funktionäre an, nachdem zahlreiche seiner Bilder als „entartet“ beschlagnahmt wurden. Die offizielle Ablehnung seiner Kunst durch die Nazis wird nach Ende des Zweiten Weltkrieges „in Noldes Entnazifizierungsverfahren als ‚Absage gegen das Regime‘ gedeutet“, er „bereinigt […] kompromittierende Passagen“ seiner Autobiografie, erhält Auszeichnungen und Ehrungen und die testamentarisch verfügte Gründung einer Stiftung eröffnet ein Jahr nach seinem Tod 1957 die erste Jahresausstellung: „Die Stiftung führt die vom Künstler nach 1945 begonnene Legendenbildung fort.“ Der „Opfermythos wird durch den Roman ‚Deutschstunde‘ von Siegfried Lenz [1968], zumeist als Nolde-Biographie gelesen, zusätzlich befeuert.“ (Aus den Wandtexte, mehr hier.)



Das 1927–37 von Ada und Emil Nolde errichtete Wohn- und Atelierhaus ist nun ihr Museum. Jede Nische in eigener, meist leuchtender Farbe, sind im Erdgeschoss die Wohnräume zu sehen.



Ein paar Stufen ins ehemalige Atelier hinunter sind einige Bilder dauerhaft ausgestellt:


Das Leben Christi. Polyptychon, 238x631cm, Öl auf Leinwand, 1911/12.

Dann geht es hoch in die diesjährige, die 69. Jahresausstellung Emil Nolde: „Malermensch“ in Berlin, 1.3.–31.10.2025.

Da fährt man ins platte Land, um Noldes Umgang mit der Gegend vor Ort zu sehen – und landet in den 1920er Jahren Berlins. Dieser Aspekt war ehrlich gesagt ein bisschen schade, ein paar Nordansichten waren aber auch dabei:


Haus am Walde. 1908.


Ocean. 1947.


Landschaft mit rotem Heck. 1925.


Herbstglühen. 1925.


Tänzerin und Harlekin. 1920.


Revolution. 1917.


Selbstbild. 1917.


Dieses Jahr erstmals mit Begleitausstellung, zu Gast in Seebüll – hier tatsächlich vorrangig mit Landschaften: Anselm Kiefer: Wasserfarben, 7.5.–31.8.2025.


Solaris. Aquarell auf Papier, 2013. Anselm Kiefer, courtesy Galerie Bastian.


Aller Abende Tag. Aquarell auf Papier, 2014. Anselm Kiefer, courtesy Galerie Bastian.


Erde – Himmel. Aquarell, Gouache, Kugelschreiber auf Papier, 1972. Anselm Kiefer.


Stein der Weisen – für Julia. Aquarell auf Papier, 1972. Anselm Kiefer.

Sehr sehenswert war der knapp einstündige Dokumentarfilm, der im Neubau in einem Raum neben Kiefer lief.


Der Garten:





Der Garten im Allgemeinen und dieses Beet im Besonderen und in Gelb sollen im Hochsommer in vollster Pracht stehen:






Seebüll gehört postalisch zu Neukirchen. Man kommt gut mit dem Bus aus Klanxbüll hin, einer Haltestelle der Strecke Altona–Westerland. Eigentlich wollten wir auf Sylt übernachten – erst Kunst, dann Nordseewind –, aber das Pfingstwochenende bot, wenn überhaupt, nur überteuerte Unterkünfte. Deshalb landeten wir in Niebüll. Die ganzen „-bülls“ in der Gegend um Südschleswig, und im angrenzenden Dänemark mit „-bøl“, deuten auf ehemalige wörtlich: Wohnstätten, Siedlungen. Zahlreiche sollen einem Personennamen als Bestimmungswort folgen. Insofern folgt hier ein Kleinstadtblick in die ehemalige Siedlung der Familie Nie:



In der vom Bahnhof abgehenden Straße in Niebüll, in der wir unterkamen, verwunderten uns die zahlreichen, langjährig gepflegten Heckenschnitte. Interessant, womit man sich alles beschäftigen kann.




Und ein Aquarium in einem aufs penibelste angelegten Teich war mir auch noch nicht untergekommen.

Aber es wurde glücklicherweise auch etwas skurril, s. das links neben der Liege hängende Skelett:



Tatsächlich hat Niebüll sogar ein Museum für moderne Kunst zu bieten, das sich auch Richard Haizmann Museum nennt, nur leider geschlossen war:



Kleine Schmankerl boten außerdem örtliche Angebote wie dieser Ofenanbieter mit genau „mehr als 36 KaminÖfen“:



Und die nostalgische, aber noch fahrende Verbindungsbahn zwischen Niebüll und dem kurz hinter der Grenze gelegenen dänischen Tønder:





Ein Abend in Niebüll reichte uns für einen Einblick, ein Essen. Morgens kommt man alle halbe Stunde weiter nach Westerland.

In Noldescher Manier schließt sich der Kreis, wenn man den Bus von Westerland nach Kampen nimmt, um am Strand vom Roten Kliff gen Süden zu laufen: Vor genau einem Jahr, an Pfingsten 2024, wurden im Kampener Pony Club rassistische Parolen gegrölt und Hitlergrüße veranstaltet – Pfingsten 2025 findet sich am Eingang eine kleine Tafel mit einem, nicht wörtlich, aber so ähnlich: Feiert schön, wir bitten um Respekt. Es scheint, als wolle man das übliche Klientel nicht verprellen, denn ansonsten werden in der Proletenmeile weiterhin alle Klischees bedient, pastellene Polohemden laufen neben Perlengehänge vor blinkenden Sportkarren. Reichtum kann so offensichtlich widerlich sein. Achja, die Ermittlungen wurden eingestellt.

Blümchen gefällig, Rotes Kliff?








Büdelsdorf unpolitisch



Texte zur Kunst: Exhibition Politics. Heft 138, Juni 2025.

Ganz im Einklang mit gegenwärtigen Ausstellungspolitiken, wie sie in der aktuellen „Texte zur Kunst“ beschrieben werden, zeigt sich die NordArt: unpolitisch. Soll heißen, bevor man in ein politisches Fettnäpfchen treten könnte, erzähle man lieber, man wolle sich mit menschlichen Befindlichkeiten im Allgemeinen oder ähnlich diffus ausgedrückt beschäftigen. Die standardgemäße Schere im Kopf im Umgang mit China, wenn man offizielle Fördergelder von drüben einholt, ist in der norddeutschen Ebene angekommen. Nicht, dass es auf der NordArt 2024 politisch zuging, aber zumindest war sie nicht so explizit unpolitisch wie dieses Jahr.

Positiv hervorzuheben ist, dass der diesjährige Auftritt sortierter wirkt – immer noch nicht durchkuratiert, aber auch nicht mehr wie eine hauptsächlich dekorative Verkaufsschau. Hier findet sich ein: virtueller Rundgang – Yuning und mich sieht man dort gar doppelt (in Halle 1(1) und in Halle 1(2) mit Cheng Si), ein schönes Souvenir.

Unsere Publikumswahl ging an:


Ronen Sharabani (Israel): Elements Set #1 & Set #2. Filmstill, video, 2017.


Ders.: Triple Land. Detail, filmstill, video projection on sand, 2021.


Ebd., Detail, filmstill.


Ders.: Virtual Territories #1. Detail, 2 parts, digital print, 2017.


Ders.: Journey to Jerusalem | Reise nach Jerusalem. Detail, filmstill, video projection, 2014.


Ebd., gegenüberliegende Seite: Ring | Kreis. Filmstill, video projection, 2015.


Ebd., Detail, filmstill.

Möglicherweise ist die Aufnahme eines israelischen Künstlers und keines einer oder eines palästinensischen ein indirektes politisches Statement. Sonst kann die folgende Zwangsjacke aus der Türkei als solches gelten:


Gönül Nuhoğlu (Turkey): Debris | Trümmer. Polyurethane cast, 2025.


Ozan Dursun (Turkey): Fragments I. Wood, metal, 2025.


Christoph Jakob (Germany): DIY -arcadia-. 50 parts, basalt, split, 2024–25.



Paul Critchley (Great Britain/ Italy): Carrer Rauric 12. Oil on canvas on hardboard panel, 1988.


Diego Palacios (France/ Chile/ Germany): Big Feast | Großes Festmahl. Oil on canvas, 2022.


Madeline von Foerster (USA/ Germany): Lost in the Lumber Forest | Verloren im Nutzholzwald. Oil and egg tempora on panel, 2024.


Adina Tulai (Romania): Bloom | Blüte. Oil on canvas, 2024.



Battogtokh Turbat (Mongolia): Queens of Mongolia. Cow, camel and horse scapula, mixed media, 2022–25.


Park Inkyu (South Korea/ Germany): The Thinker. Mixed media, 2019.


Zayasaikhan Sambuu (ZAYA, Mongolia): Mothers of Invasion. Detail, acrylic on canvas, 2020–23.


David Moješčik (MojDa, Czech Republic): Eve. Polyester, fiberglass, acrylic, 2023.


Ebd., Detail.


Jaroslav Drazil (Germany): Instinct | Trieb. Oil on canvas, 2024.


Hartmut Kiewert (Germany): Crossing V. Oil on Canvas, 2023.
Hat es da jemanden visuell nach Heiqiao verschlagen?


Sonderprogramm aus China:


Hallenansicht.


Yin Xiuzhen 尹秀珍 (China): Contemplative Thinking. 108 parts, textile, shoes, 2024.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Dies.: Tower of Sound. 2 parts, metal, nylon stockings, vehicle’s exhaust pipe mufflers, 2024.


Liu Ruowang 刘若望 (China): O. A.


Yang Song 杨凇: Halo. Detail, size variable, steel wire, mixed media, 2023.


Ebd. am Sockel ein Hinweisschild aus dem Beijinger Kunstviertel 798, inklusive Link der Aye Gallery | aye画廊. Der letzte hier auf dem Schild Satz lautet „你与光同在,光芒将照亮你的思想,点亮你的灵魂。“ , übersetzt etwa: „Du bist mit dem Licht, sein Schein wird deine Gedanken erhellen und deine Seele erleuchten.“ Auf unser aller Seelenheil! Wir standen zu viert, fünft davor, verdrehten etwas peinlich berührt die Augen und waren froh, dass hierzulande nicht viele Chinesisch lesen.


Yang Guang 杨光 (China): Landscape 04. Electronic waste, 2014/2022.


Xiang Jing 向京 (China): Your Body. Fiberglass, painted, 2005.
(An den Seitenwänden:) The End I–V. Detail, fiberglass, painted, 2000.
Kleine Anekdote zur sitzenden Dame: Als sie über Hongkong verschifft werden sollte, blieb sie solange im chinesischen Zoll hängen, bis die Künstlerin sie großformatig bekleidet hatte; sie war den Beamt·innen zu nackt.


Zhu Lin 朱林 (China): Great Heat. Corten steel, stainless steel, 2023.


Shan Fan 单凡 (China/ Germany): A Trace of a Moment – Cinnabar Bamboo | Spur des Moments. Lacquer paint on canvas, 2023.

Im Shop, um diesen großen Namen mit ins Verzeichnis aufnehmen zu können:


Xu Bing 徐冰 (China): Phoenix I–II. 2 parts, stainless steel, 3D print, beech wood, edition 100, 14.000 Euro, 2023.


Fokusprojekt Japan: „DO / d a t _ code“, kuratiert von Rainer Junghanns und Ralph Tepel:
Japanisch „do“ meint den Weg (das Dao) des Daoismus und zeigt Werke im „Geist Japans“ (Wandtext).


Maks Dannecker (Germany): Lightning of the Visual Space I–IV | Auflichtung des Bildraumes I–IV. Still, mixed media, 2025.


Anke Bär, Beate C. Koehler (Germany): (V. l. n. r., oben:) Dove #1; Magpie; Bird Skeleton; Blackbird; Venetian Oriole Chick. Ink on Wenzhou paper, photo transfer on Wenzhou paper, 2023.
(Unten:) Bird Messages | Vogelbotschaften: Pigeon #1; Magpie #2; Bird Skeleton; Blackbird; Venetian Bird Chick. 12–21 min., 2023.


Anke Bär, Beate C. Koehler (Germany): Bird Skeleton | Vogelgerippe.


Dies.: Bird Messages | Vogelbotschaften: Bird Skeleton | Vogelgerippe.


Moon Rohaizan (Malaysia): 40 Minutes. Detail, book dummy, 2025.


Ebd., Detail.


Projekt „Directions: Polen“:


Krzysztof Renes (Poland): Penetrator. Cast aluminium, 2024.


Tomasz Górnicki (Poland): Surface Tension | Spannung der Oberfläche. Concrete and steel, 2024.


Ders.: Digging in the Dirt | Graben im Dreck. Bronze, 2024.


Paweł Orłowski (Poland): Relevé. Bronze, patinated, 2022.


Im Skulpturengarten:


Krzysztof Renes (Poland): Universale 4000x5. Aluminium, 2025.


… Der draußen herumlaufende Künstler zeigte uns dazu seine Nanoversion.


Ebd., Detail.


Stefan Faas (Germany): (Links:) Anthropocor Lucia & Electra II. Corten steel, 2019.
(Rechts:) Anthropocor Titulus I. Corten steel, 2014.


Su Xinping 苏新平 (China): Walking Man. Bronze, 2025.
Sus Malerei war eigentlich gut, aber die habe ich zu fotografieren vergessen.


Michal Gabriel (Czech Republic): Buddha. Bronze, 2017–21.


Leung Hongman 梁康民 (China): Childhood Block. Fiberglass, 2025.




Großartig fanden wir am Bahnhof Neumünster diesen alten Anzeigekasten. Ein Bahnmitarbeiter meinte, es sei schlicht zu teuer, das Ungetüm aus den 1970ern abzureißen, deshalb stehe es noch am Gleis. Er könne sich schon vorstellen, dass die Technik noch intakt sei. Ob die noch jemand bedienen kann …?


--

Wer noch Sommerlektüre braucht, denen und so oder so sei der Mitte Mai als Magazin herausgegebene Koalitionsvertrag empfohlen – auch super als Mitbringsel geeignet. Kann man wirklich mal lesen: Es handelt sich um den kompletten Text zur aktuellen 21. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages, grafisch aufbereitet und also angenehm lesbar, in der Hoffnung, dass wir vier Jahre lang nachschlagen können, was umgesetzt wird. S. Koalitionsvertrag als Magazin.



Oliver Wurm (Hg.): Koalitionsvertrag als Magazin. 2025.



Lag auch in Westerland auf Sylt am Bahnhofskiosk aus.


Und im Kiosk am Bahnhof in Bad Oldesloe.


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Dienstag, 15. Juli 2025
Kunst unterwegs, 2025
Auf nach: Brixen 布里克森 und München 慕尼黑.
Und auf Besuchsreise nach: Berlin 柏林, Leipzig 莱比锡 und Dresden 德累斯顿.


Brixen 布里克森


In Pedratz bei und mit Blick auf Feldthurn, Südtirol.

Ende Mai ging es für ein Arbeitstreffen nach Südtirol. Im zehn Kilometer von Brixen entfernten Pedratz schreiben und fotografieren fleißige Menschen und zeigen mir ihre wunderschöne Umgebung.


Oder die eindrucksvolle Landschaft aufgebrochen.








Simon Rauter (*1981): Christ – der Auferstehende. Kirschbaum, 2013.


Auf der Website von Rauter sieht man den alten Kirschbaum und daraus Erstandenen, Quelle: Simon Rauter (30.7.2025).


In Pedratz.


Apfelanbaugegend.




Kirche zur hl. Katharina in Viers, erbaut 1720, leider versperrt.


Eines von zahlreichen Wegkreuzen in der Gegend.




Meine Großmutter schickte mir vorab einen Reisebericht meines Großvaters vom Sommer 1982, als sie in Brixen unterwegs waren: „Es ist jetzt 11.00h – wir sitzen im Auto und wollen heute bei zunächst noch leicht bedecktem Himmel, besser aufgerissener Bewölkung, nach Brixen fahren und uns diese alte Bischofsstadt ansehen […] Und diese Stadt Brixen hat uns mehr als begeistert! Ob der alten Gassen, der herrliche Mariendom und vor allem das Museum mit seiner großen Krippensammlung! Mittags für jeden von uns ein Fruchteis, an dessen Umfang und Güte wir noch lange zurückdenken werden!“

Auf nach Brixen und auf zur Suche nach aufreißender Bewölkung und gütigem Fruchteis. Die eigene Krippe meiner Großeltern wurde im Laufe der Jahrzehnte, in denen ich sie an Weihnachten zu Gesicht bekam, stetig erweitert. Die verschiedensten Holzfiguren stammen, meine ich, irgendwo aus Bayern; die Krippe selbst wuchs zu einem mehrgeschossigen Haus, das mein Großvater in findigen Details erbaute und, wenn ich mich recht erinnere, auf einem mächtigen Baumstumpf ruht. Noch vor ein paar Jahren bestellte ich meiner Großmutter eine weitere, an das Gesamtsystem angeschlossene, rotleuchtende Laterne. Ich war sehr gespannt, welche Inspiration aus Brixen gekommen sein mochte.



Die Hofburg mit Diözesanmuseum und Krippensammlung. S. dazu einige Themen als Audioguide für und von Jugendlichen, 2024.


Rheinischer Meister: Vera ikon. Tempora auf Holz, um 1470.


Christus zwischen Stephanus und Petrus. Steinrelief, aus dem Brixner Stephanusmünster, 11. Jh.


Maria mit Kind. Holz, polychromiert, vergoldet, aus der Bühelkirche in Latsch, um 1370.


Hl. Vitus mit Reliquiendepot. Holz, polychromiert, um 1500. Schenkung J. C. Prinz von Bayern.


Rauchfaß. Bronze, vergoldet, aus Tratzberg, um 1200.

Teils geht es hier sehr makaber und blutig zu – bleibt also brav, ihr Gläubigen:


Kruzifix. Holz, polychromiert, aus Pfalzen, Mitte 13. Jh. (Astkreuz 14. Jh.).


Leonhard von Brixen: Dornenkrönung / Martyrium des Petrus. Tempera auf Holz, aus St. Peter in Schrambach, um 1460.


Ebd., Detail.


Meister von Uttenheim: Dornenkrönung. Tempera auf Holz, aus St. Martin in Hofern bei Kiens, um 1470/80.


Andreas Haller: Apostel Simon. Detail, Holzrelief, polychromiert, Öltempera auf Holz, um 1510. Schenkung J. C. Prinz von Bayern.


Brixner Meister: Hl. Valentin. Detail, Tempera auf Holz, um 1510.


Deutscher Meister von Chiaravalle oder Jos Amman von Ravensburg: Schmerzensmann zwischen den Hll. Ambrosius und Augustinus. Detail, Öl auf Holz, um 1445/50. Schenkung Prof. Alberto Crespi, Mailand.



Vigil Raber(?): Himmelfahrt, Auferstehung, Pfingsten, Schutzmantelmadonna. Tempera auf Holz, aus der Ursulinenkirche in Bruneck, um 1525.

Details, ebd.:








Sebastian Scheel(?): Wunder am Grab des hl. Antonius. Detail, Tempera auf Holz, um 1510.


Umkreis Michael Pacher: Enthauptung der hl. Katharina von Alexandrien. Detail, Tempera auf Holz, spätes 15. Jh.


Hofkirche, Detail.


Ebd., Detail.
Interessanterweise mit Landschaftsbildern.


Ebd., Detail.


Hans Klocker: Verkündigung, Anbetung des Kindes, Anbetung der Könige, Tod Mariens. Detail, Relief eines Flügelaltars, Holz, gefasst, um 1500.


Simon von Taisten: Hll. Johannes Evangelist und Johannes der Täufer. Detail, Tempera auf Holz, aus St. Johann in Ahrn, um 1490.


Ivo Strigel: Christus mit den Aposteln. Holzrelief, polychromiert, vergoldet, aus der Pfarrkirche von Meransen, um 1515.


Anna Selbdritt. Nach Maerten de Vos, um 1630/50.


Taufe Christi. Epitaph für Hans Müller, Tempera auf Holz, aus der Pfarrkirche von Albeins, 1581.


Francesco Bassano: Anbetung der Hirten. Öl auf Leinwand, um 1580/90.


O. A.
Tanzende Päpste?


Im Saal des Barockmalers Paul Troger (1698–1762). Detail am Kachelofen, o. A.


Ebd., Detail.


Paul Troger: Anbetung des Lammes. Skizze für das Langhausfresko im Brixner Dom, 1748.


Ders.: Skizze für das Deckenfresko im Konventsaal in Stift Melk, 1745.


Stephan Kessler (1622–1700): Sommer-Estate. O. A.


Gotthard Bonell: Papst Benedikt XVI. 2010.
Im Bischofstrakt.


(Hinten Wand:) Karl Plattner (1919–86): Grablegung. Entwurf für das Gefallenendenkmal in Mals, Kohlezeichnung, 1950. Leihgabe Galerie Alessandro Casciaro, Bozen.


Martin Rainer (1923–2012): Die arme Frau Thresl. Bronze, um 1980. Leihgabe Stadtgemeinde Brixen.


Karl Plattner: Pietà. Öl auf Leinwand, 1968/69. Leihgabe Arch. O. Andergassen.


Ders.: Pietà. Entwurf für Alsack, Öl auf Hartfaserplatte, 1960.


Sonderausstellung zum Bauernaufstand von 1525: 1525–2025: Einbruch, Umbruch, Aufbruch, 29.3.–31.8.2025:


Infoscreen, o. A.


Hartmann Schedel (Hg.): Schedelsche Weltchronik. 1493. Aufgeschlagen: Stadtansicht, kolorierter Holzschnitt. Diözesanmuseum Hofburg Brixen.


Franz Hogenberg: Brixia Tyrolis. Radierung nach einer Zeichnung von Joris Hoefnagen, 1588. Diözesanmuseum Hofburg Brixen.


Detail eines Bauernkalenders, o. A.


Sonderausstellung Berty Skuber: Anthology, kuratiert von Andreas Hapkemeyer und Kathrin Zitturi, 14.12.2024–29.6.2025:


Berty Skuber: Programmazione selettiva (46/69). 121x91cm, Acryl auf Leinwand, 1969.


In den Gängen:


O. A.


Egon Rusina: Secëda. 1991. Leihgabe Klaus Dander.





Im Kellerraum die Jahreskrippen von Martin Rainer (1923–2012), Klementine Tappeiner Rainer und ihren sieben Kindern:


Der Gang zum Ölberg und die Gefangennahme Jesu. O. A.


Ebd., Detail.


Das Letzte Abendmahl und die Einsetzung der Eucharistie. O. A.


Ebd., Detail.


Die Hochzeit zu Kana. Detail, o. A.


Krippensammlung (der Link führt zum sehenswerten 3D-Rundgang):


Augustin Alois (1758–1807), Josef Benedikt (1773–1861): Die Vertreibung der Händler aus dem Tempel. Detail, Probst, Sterzing, um 1800.


Dies.: Die Erweckung des Lazarus. Detail, Probst, Sterzing, um 1800.


Franz Xaver Nissl (1731–1804): Der Prophetengarten. Detail, Fügen, um 1794.


Ders.: Betlehemitischer Kindermord, Tod und Höllenfahrt des Herodes. Detail, Fügen, um 1794.


Johann Baptist Cetto (1671–1738): Anbetung der Hirten. Wachs, Salzburg, o. J.


Martin Engelbrecht (1684–1756): Guckkastenkrippen. Papier, o. J.


Krippenschule Ferdinant Plattner: Herbergsuche, Anbetung der Hirten, Verkündigung an die Hirten. Geschnitzte und gefasste Figuren, Sarns, um 1924.



Othmar Winkler: Trommelnder Gaismar. O. J. Landesvermögensamt, Autonome Provinz Bozen-Südtirol.



Die Jahrtausendsäule am Hofburgplatz, errichtet 1909 zum tausendjährigen Jubiläum der Stadt.


Brixner Dom.


Zum Domplatz.




Martin Rainer: Lebensbrunnen. Detail, am Domplatz, 1989.


Am Domplatz.


Ebd.

Vordergründig – oder dafür genutzt (mit Dank für diesen Hinweis an Sylvia) – geht es all überall um die Religion. Daneben sieht man aber immer wieder einmal Hinweise wie diesen, Text unten: „Ihnen und allen Namenlosen, die für Recht und Freiheit ihr Leben ließen, gilt unser Dank“. Hier geht es um einen Aufstand in Brixen und Bozen, Teil des Tiroler Volksaufstandes von 1809 gegen die bayerisch-französische Besatzung, wonach Todesurteile gegen lokale Aufständische verhängt wurden. So lautet ein Satz auf der Gedenktafel: „Erschossen auf dem Domplatz zu Brixen am 23.12.1809 nach dem Zusammenbruch des tirolischen Widerstands gegen den Korsen.“ Anm. zum „Korsen“, von ChatGPT (30.7.2025): „In der Sprache des frühen 19. Jahrhunderts – besonders im konservativen und klerikalen Milieu Tirols – wurde ‚der Korse‘ oft abwertend und bewusst ohne Namensnennung für Napoleon verwendet.“



Doch zumeist sah ich tatsächlich Religion: Diese Auslage einer Buchhandlung ist ausschließlich biblisch. So waren in fast jedem Laden – ob Apotheke, Modegeschäft, Juwelier oder Kunstgalerie – Bilder mit Maria und dem Jesuskind oder dicke, silberne Kreuze an schwarzem Strassband für den Herrn oder nachgebaute Miniaturkrippen zu finden.

Julias mich beunruhigender Kommentar dazu, später in München: Im bayerischen Hinterland sehe es nicht anders aus. Im Nachhall der mich übermannenden Symbolik habe ich mein zur Erstkommunion erhaltenes Goldkettchen hervorgeholt, das Kreuz durch einen güldenen Balken ersetzt und ihn mit säkularem Weißwein „Beam“ getauft – eine Linie, tragend vielleicht, doch offen für Schwingung. Ich möchte sie als Taktgeberin verstehen, die ausschlägt, wenn etwas unter der Oberfläche liegt, oder zum Zeichen, die Welt selbst zu vermessen. Dem Ganze wohnt eine Prise Wünschelrute inne, denn ich bin ja nicht per se gegen Religionen, nur gegen ihre Kontrollsysteme, und an gutes Glück glaube ich schon auch gern.


Im Schaufenster der Kunsthandlung Kompatscher, o. A.


Heiliger an Hauswand.


Brixner Domaltar.


Bezirksgerichtshaus | Casa mandamentale, gleich neben der Bibliothek am Domplatz.


Ebd., mit Ankündigung des Kultursommers im ehemaligen Gefängnis, ab 26.6.2025.

Am alten Friedhof, dem Durchgang der Pfarrkirche:


Säulenbemalung, o. A.


Denkmäler von Domherren und Adelsgeschlechtern.






Ennio Dalpiaz: Brixner Dom: Aus anderer Sicht. Plastik, 2009, renoviert 2023.



Domkreuzgang.





Priesterseminar.


Auf der Adlerbrücke über die hier friedlich plätschernde Eisack. Aber sie kann wohl auch anders, weshalb man 1760 den Prager Wasserschutzheiligen Johannes von Nepomuk anrief und ihm zwei Engelsputten zur Seite stellte:


Nepomukstatue an der Adlerbrücke von 1760, später etwas versetzt, mit Weißem Turm im Hintergrund.


Andere Altstadtseite, am Säbener Tor.


Ebd., im Durchgang über einem hängend eine Marienstatue, o. A.


Stefano Peluso, Rüdiger Witcher: Uloap. Cemento, Acciaio-Beton, Stahl, 2018.



Am Eckhaus zwischen den Kleinen und Großen Lauben, findet sich diese, vermutlich aus dem späten 16. Jahrhundert stammende Holzfigur mit drei Köpfen. Jeweils einer von ihnen blickt in eine der drei hier zusammenlaufenden Gassen. Es scheint reichlich heimlicher Freiheitsdrang in den Brixnerinnen und Brixnern zu stecken, dass man sie allerorts überwachen muss. Mich erfreuen diese Sichten historisch und touristisch, aber vor Ort zog ich mir mein Cap tiefer ins Gesicht, beim Schreiben taste ich nach Beam.








Kreuz- oder Sonnentor.


Ebd. von außen.


Ebd. mit Blick auf die Erhardskirche.


Eine weitere Galerie des Kompatscher Kunsthandels.


Ebd. mit einem von zahlreichen ausgestellten Krippengeschichten; hier aus Terrakotta von Marcello Aversa.



Stadtbibliothek Kathi Trojer.


Arianna Moroder: Matter of Change. Grafit, Papier, Kupferdraht, Nägel, Filz, Ton, 2023.
Text: „We are all in it together / We all are healing each other / We are all Mirrors to each other / as we are walking each other Home“.


Alessandro del Pero: La Lettrice. Acryl und Öl auf Leinwand, 2017.


Ebd. der Innenhof.


Cusanus Akademie.





Beim Boutiquehotel Badehaus (Architektur von Bergmeisterwolf) mit einer Arbeit von Michael Fliri, o. T., aus Aluminium, 2024.


Peter Senoner: Luxs. Bergahorn, Pigment, Firnis, 2020. Projekt „Kunstwerfer“ mit mobilen Schaukästen von Bergmeisterwolf.


Ebd., Detail.

Im Ausklang ein wenig Gegenwart und ab nach …


München 慕尼黑



Auf der Zugstrecke von Brixen nach Hamburg steigt man in München um – dort macht man doch lieber ein paar Tage Station und besucht liebe Menschen, anstatt die Platzreservierung bei Verspätungen zu verlieren.




Die Bayerische Staatsbibliothek zeigte Farben Japans 日本の色彩: Holzschnitte aus der Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek, kuratiert von Thomas Tabery und Kevin Schumacher-Shoji, 27.3.–6.7.2025.



Um die Werke zu schützen, waren die Räume ziemlich düster, was ein Grund ist, weshalb meine Fotos hier leider etwas unscharf sind und nur dem dokumentarischen Zweck dienen – ich würde den Katalog empfehlen, aber der soll mittlerweile vergriffen sein.

➤ Nebenbei sei für Fotos auf diesem Blog noch einmal darauf hingewiesen, dass mein ansonsten wundervolles Portal Blogger.de Fotos konsequent auf ein abenteuerliches Minimum von 12 bis 25KB herunterrechnet – gut gegen Überlastung der Plattform und für schnelles Laden der Seite; in Ordnung für eine Handysichtung, aber selbst dort kaum zum Zoomen. Weiterhin gilt: Bei diesem Blog handelt es sich um ein Archiv. Wer Interesse an höher aufgelösten Fotos hat, kann sich gern direkt bei mir melden.


Utagawa Hiroshige II (1826–68): Sotogahama in Ōshū. Aus der Serie: Hundert Ansichten berühmter Orte verschiedener Provinzen. O. A., 1859.


Chō Gesshō (1772–1832): (Makake). Aus dem Werk: Bilderdickicht ohne Form. O. A., 1817.


Katsushika Hokusai (1760–1849): (Links:) Südwind, klares Wetter („Roter Fuji“). (Mitte:) Unter der Welle im Meer vor Kanagawa („Große Welle“). (Rechts:) Sommergewitter am Fuße des Berges. (Alle:) Aus der Serie Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji. O. A., 1830–32.


Utagawa Toyokuni II (1777–1835), Utagawa Toyotoshi (?–?): Kōya Tamagawa: Hinanosuke aus [dem Etablissement] Daikokuya. Aus der Serie: Gebräuche der Sechs Tamagawa. O. A., um 1830.


Utagawa Kunisada I (1786–1865): Kapitel 31 [korrekt: Kapitel 21], Das kleine Mädchen. Aus der Serie: Bleibende Eindrücke einer späteren Genji-Sammlung. O. A., 1857.


Utagawa Kuniyoshi (1797–1861): Kanchikotsuristu Shuki [chin. Zhu Gui 朱贵]. Aus der Serie: Einer von hundertacht Helden aus den Erzählungen vom Wasserufer in populärer Darstellung. O. A., um 1827–30.


Utagawa Kunisada I (1786–1865): Vorzügliche Edo-Bilder mit Darstellungen von Tänzen. O. A., 1858.


Tsukioka Yoshitoshi (1839–92): Da ich im Begriff bin, mich den Reihen anzuschließen, die ungehorsam sind, scheint der Mond der Sommernacht umso heller – Akashi Gidayū. Aus der Serie: Hundert Erscheinungen des Mondes. O. A., 1890.


Ebd., Detail.
Man beachte die schwungvoll ausschreitende Signatur.


Toyohara Kunichika (1835–1900): Onoe Kikugorō [als] Hisayoshi. Aus der Serie: Schattengerüchte im zweiten Stock der Schauspielerumkleide. O. A., 1883.


Yōshū Chikanobu (1838–1912): Bakins Werke für Sugoroku. Detail, o. A., 1890.


Ikeda Terukata (1883–1921): [Schönheit im Winter mit Schirm.] Aus der Serie: Edos Brokat. O. A., 1910.


Kawanabe Kyōsai (1831–89): [Mäuse, die eine Katze ergreifen.] O. A., 1871–89.


Ogata Gekkō (1859–1920): [Das Bild des Künstlers wird lebendig.] O. A., 1887.




Thomas Tabery und Kevin Schumacher-Shoji (Hgg.): Farben Japans 日本の色彩: Holzschnitte aus der Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek. Ausst.kat. zur gleichnamigen Ausstellung, Bayerische Staatsbibliothek München, 27.3.–6.7.2025. Berlin: Kerber 2025.


Die Pinakothek der Moderne zeigte von Gerhard Richter: 81 Zeichnungen, 1 Strip-Bild, 1 Edition, 2.5.–22.6.2025 (verlängert).

Wenn große Namen rufen, läuft man wie selbstverständlich hin. Leider scheint Richter selbst die Show egal gewesen zu sein, das sah man schon am Einführungstext – einem Interviewformat von Michael Hering, auf dessen detaillierte Überlegungen Richter nur mit Kurzantworten in der Art von „Kann man so sehen“ oder „Wenn Sie so wollen“ oder „Da mache ich mir keine Gedanken drüber“ oder auch nur mit einem Ja oder Nein reagierte. Wir kamen mit keiner überbordenden Erwartungshaltung, aber hätte jemand ohne Namen die Arbeiten eingereicht, wären sie bestimmt nicht gezeigt worden. Auch wenn einige der Zeichnungen ganz nett sind, war es doch eine recht merkwürdige Angelegenheit.

Einzig großartig war der Gang zum Ausstellungsraum – vorbei an leeren, aber beleuchteten Schaukästen, in dem nur in einem der hinteren die „1 Edition“ hing:


Schädel | Skull (Ed. 173). 55x50cm, Farbfotografie zwischen stark spiegelndem Antelio-Glas und Plexiglas, 2017.


81 Zeichnungen | 81 Drawings. Detail, Mischtechnik, 2023–24.


Ebd., Detail.


Strip (CR 968). Detail, 200x400cm, Unikat-Digitaldruck auf Papier zwischen Alu-Dibond und Acrylglas (Diasec), 2024.


Glücklicherweise läuft eine Halle weiter Trees, Time, Architecture!: Design in Constant Transformation, 13.3.–14.9.2025, die zunächst draußen vorm Eingang beginnt und perfekt die dort dominierenden Umgebungsmaterialien von Beton und Stahl ausgleicht:


Baumlager | Tree Warehouse. 22 Hainbuchen sollen in einer Sommerschule (26.8.–8.9.) „zum Ausgangspunkt für den Bau eines baubotanischen Experimentalbauwerks“ werden.

Innen gab es vor allem viel zu lesen, an Stellwänden zahlreiche Projektvorstellungen und in überall ausgelegten, diversen zum Verweilen einladenden Büchern.


Francis Hallé: Architektur der Bäume: Schnitt und Aufsicht eines Waldstücks | The Architecture of Trees: Cross-section and top view of a wooded area. 150x136cm, Zeichnung. Courtesy of Francis Hallé, Paris 2019.


Ebenfalls unbedingt einen Besuch wert ist nebenan das sogenannte Türkentor, 2010 zum Ort der Kunst umgestaltet:


Walter de Maria: Large Red Sphere. Ø 260cm, 25t, Granit, 2002. Udo und Anette Brandhorst Sammlung, erworben 2006. Neugestaltung des Bauwerks: Sauerbruch Hutton.


Ebenfalls in der Nähe, in der Türkenstraße, waren die Hinterhöfe für Flohmärkte geöffnet und in einem Durchgang sahen wir diese Geweihformationen, leider ohne Urheber·in:


Türkenstraße 30.


Ebd.


Dann ging es raus nach Aubing.



Um die dort lange sich selbst überlassene Industrieruine des ehemaligen Heizkraftwerks aus den 1920er Jahren ranken sich zahlreiche Legenden, von illegalen Raves über Schlittschuhfahrten im Keller. 2024 war der Umbau abgeschlossen und bietet in den beeindruckenden, 25 Meter hohen Hallen seither „Kunst, Kultur und Kulinarik“. Nach dem Literaturnobelpreisträger Henri-Louis Bergson (1859–1941) benannt: das Bergson Kunstkraftwerk.







Erwin Wurm: Cucumber. Version 4, 270x43x43cm, aluminium, paint, 2020.

In Berlin besuche ich die Häuser des „blinden Galeristen“ Johann König seit der Missbrauchsvorwürfe 2022 gegen ihn nicht mehr gern. Dass er nun in München so präsent ist, hat einen fahlen Beigeschmack.

Im Haupthaus, oben über den Heizkesseln, zeigte König von Armin Boehm: Im Spiegel verloren, 5.4.–1.6.2025.


O. A.


The Hirschfeld Conference. Oil and fabric on nettle, 2023/24.

Im Neubau der Galerie lief die Gruppenshow Where Earth Meets Sky, 5.4.–3.8.2025.


John Seal: The Arms That Enfold Us Are Not Ours to Control. Oil on canvas, 2019.


Rosalie Werthefrongel: Wie Luft und Zuckerguss. Oil on canvas, artist frame, 2023.


Joana Schneider: Obscured by Clouds. Discarded fisher rope, rescued yarn, wood, 2024.


Clédia Fourniau: 190 le roi et l’oiseau & linenlove. Diptych, oil, acrylic, dye, bleach, pigment and resin on linen, 2024.


Christian Achenbach: Circadian. Triptychon, oil, acrylics and pastel on canvas, 2024.


(Vorne:) Erwin Wurm: Pink (Neuroses). Aluminium, paint, 2023.


Karl Horst Hödicke: (Oben:) Auf dem Eis. Polyester resin on canvas, 1979. (Rechts:) Sand. Sand, polyester resin on canvas, 2005.


Arjen: Untitled. Detail, 13 works, pencil on paper, framed, 2024.


Armin Boehm: (V. l. n. r.:) Berlin. 2019–21. Euphoria. 2022/24. A Lady with Resentment. 2024. (Alle:) Oil and fabric on canvas.


Im Eck Landshuter Allee:


Denkmal am Platz der Freiheit: Den Opfern im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Mit Gedenkstelen von 2016.

Unten an der Stehle ein Schild mit dem Text: „Als die Nazis die Kommunisten holten, / habe ich geschwiegen, / ich war ja kein Kommunist. // Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, / habe ich geschwiegen, / ich war ja kein Sozialdemokrat. // Als sie die Gewerkschafter holten, / habe ich geschwiegen, / ich war ja kein Gewerkschafter. // Als sie mich holten, / gab es keinen mehr, / der protestieren konnte. // Martin Niemöller“ (im Original sind die letzten beiden Zeilen fett markiert).

Gedacht wird:
Ernst Lörcher (1907–91)
Walter Klingenbeck (1924–43)
Otto Kohlhofer (1915–88)
Martina Partsch (1896–1968)
Ludwig Linsert (1907–81)
Sylvia Klar (1885–1942) und Max Klar (1875–1938)
Josefa Mack (1924–2006)
Franz Fellner (1922–42)
Emma Hutzelmann (1900–44) und Hans Hutzelmann (1906–45)
Michael Kondenko (1906–44)
Marie-Luise Schultze-Jahn (1918–2010)
Karl Schörghofer (1879–1962)


In der Unterführung an der Landshuter Allee, Ecke Schlörstraße:


Gestaltet vom International Munich Art Lab (IMAL), 2016.




Text: „Donald Trumpltier“.



Ich freue mich immer, wenn ich an detailverliebten Schaufenstern von Apotheken vorbeikomme. Noch mehr gar, wenn es wie bei dieser außerhalb Asiens um TCM geht, um traditionelle chinesische Medizin.



Tolly’s Schaufensterfiguren.


Ebd.




München kann, neben skurril, auch häßlich, das beweist es am besten am Hauptbahnhof.



In der U-Bahnstation „bedauert“ die MVG „das Erscheinungsbild“ und erklärt: „wir haben die Wandverkleidungen entfernt. So können wir mögliche Veränderungen am Bauwerk beobachten, die sich durch die benachbarte DB-Baustelle […] ergeben könnten.“




Besuchsreise unabhängiger und alternativer Kunsträume: Berlin, Leipzig, Dresden
德国独立/替代空间走访:柏林—莱比锡—德累斯顿

Vom 15. bis 23.2.2025 führten wir eine Gruppe von zwölf unabhängigen chinesischen Kurator·innen aus China nach Berlin, Leipzig und Dresden; finanziert vom Goethe-Institut China, aus Beijing koorganisiert von Xie Kaijin. Die Teilnehmenden kamen aus Hangzhou, Chengdu, Chongqing, Guangzhou, Haikou, Kunming, Guiyang, Changsha und Beijing. Unser Fokus galt unabhängigen und alternativen Kunsträumen, der Museumslandschaft und deren Strukturen und Themen in drei Städten – in Berlin zu starten und zu enden, bot sich als Dreh- und Angelpunkt der Kunstszene Deutschlands natürlich an.

Dazu wählten wir Leipzig und Dresden, um die Standardrouten zu umgehen, an denen man als international ausgerichtete Kunstschaffende quasi automatisch vorbeikommt, und um das Gewicht auf den Osten Deutschlands zu legen. Das galt auch insofern, als die ehemalige DDR und China vor 1989 in regem Austausch miteinander standen und teils bis heute stehen. So hat Leipzig mit der Baumwollspinnerei einen Ort mit Bezug zum Kunstviertel 798 in Beijing, in dem auch das Goethe-Institut China beheimatet ist. Und von China aus wurden und werden mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden immer wieder Kooperationen eingegangen. Die Szenen unabhängiger Kunst in Leipzig und Dresden, der Umgang mit Rassismus und Migration, Themen wie Frauen und Emanzipation in der Kunst und die Fragen nach Identitäten, nach Aktivismus in der Kunst, nach Politik im Allgemeinen sollten aus ostdeutscher Perspektive noch einmal ein anderes Licht darauf werfen.

In der Woche vor der Bundestagswahl war diese offensichtlich von Interesse, vor allem in Bezug auf die Erstarkung des rechtsextremen Randes und der Fremdenfeindlichkeit – sowie insbesondere, wie sich die Kulturpolitik in Deutschland nach dem harschen Einschnitt Ende 2024 weiterentwickeln würde. Schränkt (staatliche) Finanzierung partizipative Freiheit ein? Schlagworte hierzu waren: die Hinterfragung des Modernisierungsprozesses in China, Vorzüge öffentlicher Finanzierung ohne Einmischung in die Unabhängigkeit in Deutschland, mögliche Unabhängigkeit in China durch Mangel an Unterstützung. Es ging um unterschiedlichste Modelle der Finanzierung von Kunstorten und Residenzprogrammen; um historische Verankerung und den künstlerisch-experimentellen Umgang und Ausdruck damit; um Künstler·innengemeinschaften und räumliche Transformation, künstlerische Vielfalt und reale Herausforderungen; um Eurozentrismus und Erinnerungskultur in Deutschland. Es ging um eine auf Langfristigkeit angelegte Alltagspraxis, um Etablierung eigenständiger Wertesysteme und Dialogformen, Gesellschaftspartizipation und Solidarität; um Dokumentation und Archivierung der eigenen Arbeit; und allgemein um das Wirken in einer Zeit des Umbruchs, international und in Deutschland.

Jede Besuchsreise dieser Art ist intensiv, wir waren noch an vielen weiteren Orten. Ein großer Dank gilt allen, die wir besuchen durften. Unser Dank für ihre Unterstützung vor Ort geht in Berlin an Haiqing Wang 王海清, in Leipzig an Longtian Liang 梁龙天 und in Dresden an Yuning Teng 滕宇宁.

Es folgt ein Blick in die Ausstellungen. Wer organisiert, darf auswählen – und da ich seit ein paar Jahren mit Figurentheater beschäftigt bin, wollte ich selbst unbedingt die beiden Puppenshows im Berliner Kolbe Museum und im Dresdner Kraftwerk Mitte sehen. Nicht nur ich war begeistert von Kathleen Reinhardts und Kathi Lochs Shows, es waren bei den Teilnehmenden mit die beliebtesten Orte.


Georg Kolbe Museum: Ich weiß, daß ich mich verdoppeln kann: Gisèle Vienne und die Puppen der Avantgarde. Installationsansicht mit Reisenden.


Berlin 柏林




Das Georg Kolbe Museum zeigte Ich weiß, daß ich mich verdoppeln kann: Gisèle Vienne und die Puppen der Avantgarde, kuratiert von Joanna Kordjak, 13.9.2024–9.3.2025.


Gisèle Vienne (*1976): 10 Puppen | 10 Dolls. Aus den Stücken und Installationen: Kindertotenlieder, 2007; Kyoto, 2007; L’Etang, 2019 (Der Teich). Detail, Harz, Acryl, Holz, expandierender Schaumstoff und verschiedene Materialien, 2006–24. DACM, Compagnie Gisèle Vienne, Straßburg.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


(Links:) Gisèle Vienne (*1976): The Ventriloquist Convention (Das Bauchrednertreffen). Skizze für eine Puppe für Ines Heinrich Frank, 2009, Collage und Zeichnungen, 2014. Courtesy of the artist.
(Rechts:) Claude Cahun (1894–1954): Untitled (Hands on Table) | Ohne Titel (Hände auf dem Tisch). Ausstellungskopie, 1936. Courtesy of the Jersey Heritage Collections.


(Mitte:) Eva Regina Hildenbrand (1909–83): Marionette: Alter Mann mit Krücke | Marionette: Old man with crutch. Textil, Steifleinwand, 1925. Münchner Stadtmuseum.


Sophie Taeuber-Arp (1889–1943): (Links:) König Hirsch: Angela | King Stag: Angela. (Rechts:) König Hirsch: Clarissa | King Stag: Clarissa. (Beide:) Holz, Metall, Textilien, 1918. Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung Zürich, Zürcher Hochschule der Künste.


Dies.: König Hirsch: Hirsch | King Stag: Stag. Detail, Holz, Metall, 1918, Rekonstruktion 1989. Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung Zürich, Zürcher Hochschule der Künste.


(Vorne:) Marie Vassilieff (1884–1957): Puppe für Les Ballets Suédois | Puppet for Les Ballets Suédois. Detail, Mischtechnick, 1924. Collection Claude Bernés, Paris.


Dies.: Marionette Pauv’clair. Detail, Textil, Rhodoid, 1928. Collection Claude Bernés, Paris.


Ada Bertram (1901–73): Handpuppen: Grieche, Mephisto, Prinzessin | Hand puppets: Greek, Mephisto, Princess. Textil, 1923. Münchner Stadtmuseum.


Maria Jarema (1908–58): Toreador. Metalldraht, Textil, 1943. Muzeum Sztuki, Łódź.


Lotte Reiniger (1899–1981): Die Abenteuer des Prinzen Achmed | The Adventures of Prince Ahmed. Detail, Bühnenbild für Trickfilm mit Scherenschnitt, ca. 1926. Deutsche Kinemathek, Museum für Film und Fernsehen, Sammlung Lotte Reiniger, Berlin.


Dies.: Schattenfigur Dinarsade | Silhouettes Dinarsade. Pappe, Papier, Draht, 1923. Münchner Stadtmuseum.


Alexandra Exter (1882–1949): (Links:) Longhi III. (Rechts:) Colombine. (Beide:) 1926, Rekonstruktion des Originalentwurfs, 3D-Druck, o. J. Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung Zürich, Zürcher Hochschule der Künste.


Hannah Höch (1889–1978): Die Puppe Balsamine | The doll Balsamine. Deckfarben, 1927. Remmert und Barth, ehem. Düsseldorf.


Viktoria Kasprik et al.: Ich habe einen Automaten gesehen | I Have Seen an Automat. Filmstill, Motion Capture an Fäden, 2-Kanal Video, 12:30 Min., 2025.


Gisèle Vienne (*1976): KTL snow. Fotografie und Puppe, 2006. Courtesy of the artist.


Im Haunt lief Vaste de mille-et-mille mailles: ColLaboratory, kuratiert von Almut Hüfler, 17.1.–15.2.2025.


Oliver Thie: From the series: Umrindungen 1–5. Detail, o. A., 2023.


Atinka Di Muro: Rhizome. Rhizomeº2. Ramification. (Alle:) O. A., 2024.


Alice Dittmar: Memory Carpet. Detail, o. A., 2024.


Philip Wittmann: Fragmented language. O. A., 2024.


Ulla Hase: Fieldworks (3 parts). Detail, o. A., 2019.


Ether Schipper zeigte von Cemile Sahin: Road Runner, 1.2.–5.3.2025, Installationsansichten:


(Mitte:) Road Runner. Filmstill, video, single channel (colour, sound), 15:15 min., edition of 5, 2025.



Sowie ebenda von Rosa Barba: They Are Taking All My Letters, 1.2.–5.3.2025:


They Are Taking All My Letters. Filmstill, 187x262x15cm, 70mm Film, Aluminium, LED, Plexiglas, Motoren, 2025. Courtesy of Rosa Barba, VG Bild-Kunst, Bonn 2025.


Bei Hua International lief die Gruppenausstellung Splinters of Angst Derelict, kuratiert von Tomas Vu und Rafael Domenech, 14.2.–12.4.2025, Installationsansichten:








Das Künstler·innenhaus Bethanien zeigte von Tini Aliman: Liminal State(less), 24.1.–16.2.2025, Installationsansichten:





Sowie ebenda von Esvin Alarcón Lam: The Practical Guide to Gardening, 24.1.–16.2.2025, Installationsansicht:




Die daadgalerie zeigte ebenfalls von Esvin Alarcón Lam: Intuitive Porosity, 17.1.–2.3.2025, Installationsansichten:






Im Deutschen Künstlerbund lief von Ngozi Ajah Schommers: I’m sorry, I can’t help you, 13.12.2024–21.3.2025, Installationsansicht:




Leipzig 莱比锡







In der Baumwollspinnerei:






(Unten:) Ariamna Contino, Alex Hernández-Dueñas: Mirage (Island). O. A., 2017.



Die ortsansässige Galerie Eigen+Art zeigte Marc Desgrandschamps et ses amis, 11.1.–22.2.2025:


Marc Desgrandchamps: Un Promontoire. Diptychon, je 200x150cm, Öl auf Leinwand, 2024.


Arthur Metz: Adam & Eva. 60x49,5cm, Acryl, Tusch und Sprühfarbe auf Holz, 2024.

Suburbia Contemporary zeigte von Han Bing: Dogs and Rogues:


Installationsansicht.

Dann durften wir bei Leipzig International Art (LIA) hineinsehen und einige ihrer aktuellen Residenzkünstler·innen treffen:


Štěpán Žůrek, Instagram: #sazimsnezenky.


Riham Noor Al Zadjali, Instagram: #rihamnoor.

In weiteren Ateliers trafen wir dann unter anderem auf einen Drucker, leider habe ich seinen Namen verpasst:


O. A.

Im Eck:


Bedauerlicherweise ist auch online nicht herauszufinden, von wem die bemalten Fenster in der Endersstraße 26, im Leipziger Industrieviertel Lindenau, stammen. Sie erinnern an die Bemalungen vermauerter Fenster in Avignon.


Wandtext: „Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen, später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten, die Lawine hält keiner mehr auf … // Erich Kästner, 1958“.


Im D21 lief Teleconnections, kuratiert von Sybille Neumeyer, 7.11.2024–9.3.2025, Installationsansichten:


Stefania Smolkina: pflanzen | planting. Filmstill, Film aus gefundenem Filmmaterial, 6:36 Min., 2021.


Sonja Hornung, Daniele Tognozzi: The ESG Show. Detail, Poster, Textilien, Lesematerial, 2022.


Die G2 Kunsthalle zeigte von Marina Perez Simão: Zwielicht, 27.9.2024–2.3.2025:


Installationsansicht.

Und ebenda Arbeiten der Sammlung Hildebrandt:


Jeanette Mundt (*1982): Right and Not Accurate. Öl auf Leinwand, 2022.


Heidi Hahn (*1982): What Use Is Comfort When It Ends in Dread #3. Öl auf Leinwand, 2022.


Neo Rauch (*1960): Traumfabrik. Öl auf Leinwand, 2020.


Christoph Ruckhäberle (*1972): Ohne Titel. Öl auf Leinwand, 2022.


Dazu lief die Sonderausstellung von Berit Schneidereit: The Interstices of This Place, 17.1.–27.4.2025. Detail, o. A.

Und wir durften im Schaulager auf Auszugswänden weitere Arbeiten von Rauch und anderen der Leipziger Schule sehen, Ansichten:













Vor der Thomaskirche Johann Sebastian …


… Maybach.


Das GfZK, die Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst, zeigte Maria Pinińska-Bereś (1931–99), kuratiert von Heike Munder und Jarosław Suchan, 9.11.2024–23.2.2025:


Installationsansicht.


Mme Récamier. Detail, o. A., 1991. Muzeum Narodowe w Krakowie.


Krol i Królowa | König und Königin | King and Queen. O. A., 1986. Muzeum Śląski w Katowicach.


Gorset wiszący | Hängendes Korsett | Hanging Corset. O. A., 1965. Muzeum Narodowe we Wrocławiu.


Okno II – odejście różu | Fenster II: Der Abgang von Rosa | Window II: The Departure of Pink. O. A., 1982. Muzeum Narodowe w Krakowie.


Okno i demony | Fenster und Dämonen | Windows and Demons. O. A., 1996. Family collection, Kraków., The Approach, London.


Wojownik | Krieger | Warrior. O. A., 1960. Family collection, Kraków, The Approach, London.



Anbei zeigt das gfzk für dich von Jun Yang: Hotel Paris Syndrom, kuratiert von Barbara Steiner, seit 2010(?) als Übernachtungsmöglichkeit buchbar:



Und nebenan lief im Altbau von Barbara Klemm: Helldunkel: Fotografien aus Deutschland, kuratiert von Ursula Zeller und Matthias Flügge, 30.11.2024–23.3.2025:


O. A.

Beim Museum der bildenden Künste (MdbK) hatte ich für unsere Führung vorab Interesse an der Ausstellung Rollenbilder: Frauen in der Sammlung des MdbK, 7.11.2024–11.5.2025, bekundet. Da diese in den Ausstellungsräumen verstreut und eher vereinzelt stattfand, legte Yvonne Buchheim, die uns die Räumlichkeiten zeigte, den Fokus allgemein auf Kunst von Frauen und begann mit Kunst über Frauen.


Kölner Meister (tätig 2. Hälfte 15. Jh.): Liebeszauber | Love Spell. Öl auf Holz, um 1470. Vermächtnis von Amalie von Ritzenberg, Nischwitz bei Wurzen 1878.


Elisabeth Voigt (1893–1977): Susanna im Bade | Susanna in the Bath. Holzschnitt, 1924.


Text: „Was Wunder indeß, daß die Frauen, die wirkliche Menschen zur Welt bringen, auch gemalte darstellen können so sie wollen? // Giorgio Vasari über Sofonisba Anguissola, 1568“.
„But, if women know so well how to produce living men, what marvel is it that those who wish are also so well able to create them in painting // Giorgio Vasari on Sofonisba Anguissola, 1568“.


Maria Sibylla Merian (zugeschrieben; 1647–1717): Drei Tulpen | Three Tulips. Wasserfarben über Stift auf Pergament (Kalb), ca. 1670–80.


Rosa Bonheut (1822–99): Reiter im Regenschauer | Horsemen in the Rain. Öl auf Leinwand, 1882.


Käthe Kollwitz (1876–1945): Plakat gegen den Paragraphen 218 | Poster against Paragraph 218. Kreidelithografie, 1923. Museum der bildenden Künste Leipzig, erworben von der Kunsthandlung Wilhelm Mittenzwey, Leipzig 1956.
Beschämenderweise existiert §218 weiterhin.


Doris Ziegler (*1949): Frauen in der Spinnerei | Women in the Spinning Mill. Eitempera, Öl auf Hartfaser, 1978–79. Museum der bildenden Künste Leipzig, Übereignung des Kulturfonds der DDR 1982.


Willi Sitte (1921–2013): Arbeitspause | Break. Öl auf Hartfaser, 1959. Erwerbung vom Künstler, Halle/ Saale, aus Mitteln des Rates des Bezirkes Leipzig 1986.


Werner Tübke (1929–2004): Sozialistische Jugendbrigade | Socialist Youth Brigade. Öl auf Leinwand, auf Holz, 1964. Übereignung des Rates des Bezirkes Leipzig 1970.


Ulrich Hachulla (*1943): Erster Rentnertag | First Day of Retirement. Mischtechnik auf Hartfaser, 1976–77. Dauerleihgabe Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden 2000.


Max Beckmann (1884–1950): Die Schlacht | The Battle. Öl auf Leinwand, 1907. Leihgabe Museum Ludwig, Köln 2004.


Rosa Loy (*1958): Mondnacht | Moonlit Night. Kasein auf Leinwand, 2008. Schenkung der Künstlerin 2010.

Von unserer Führerin, ebenfalls Künstlerin:



Yvonne Buchheim (2023): Kopf über Leben | Life Turned Upside Down. Bielefeld und Berlin: Kerber.




Hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen, spannendes Leipzig.


Dresden 德累斯顿




Beginnen wir mit Sozialistischem Realismus, da fühlen wir uns alle gleich Zuhause:


Gerhard Bondzin: Der Weg der roten Fahne. Wandbild auf der Westseite des 1969 eröffneten Kulturpalastes.




Vor und in der Frauenkirche lief, zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, die Fotoausstellung von Luigi Toscano: Gegen das Vergessen, 27.1.–25.2.2025.


Wilhelm Walther (1826–1913): Fürstenzug. Detail, 102m lang, Übertragung des Wandbildes auf etwa 24000 keramische Fliesen in der Porzellanmanufaktur Meißen, 1904–07, nach Entwurf von 1870, Restaurierung 1979. An der Außenseite des Stallhofs am Schlossplatz, Auguststraße.


Ebd., Detail.


Jean Joseph Vinache (Entwurf), Ludwig Wiedemann (Schmied): Goldener Reiter. Kupfer, blattvergoldet, 1732–34. Am Neustädter Markt, zeigt es August, den Starken, Friedrich August I (1670–1733), Kurfürst von Sachsen seit 1694, König von Polen seit 1697, beide Ämter bis zu seinem Tode ausführend.


Ebd. vor dem Archiv der Avantgarden.

Und im Archiv der Avantgarden (ADA):







Ebenda mit der Ausstellung Welten bauen: Visionäre Architektur im 20. Jahrhundert | Building Worlds: Visionary Architecture in the 20th Century, 16.11.2024–9.3.2025:


Paul Scheerbart (1863–1915): Jenseits-Galerie. Reproduktionen, Illustrationen, Berlin: Oesterheld u. Co., 1908.


Ders.: Ein Asteroiden-Roman. Reproduktionen, Illustrationen, München und Leipzig: Georg Müller Verlag, 1913.


Richard Buckminster Fuller: (Beide:) Airocean World Planning. Druck auf Papier, 1927.


Superstudio: Saluti da Coketown. Farblithographie, 1969.


Ettore Sottsass: Miljö för en ny Planet. Reproduktionen, 1969. Nationalmuseum Stockholm.


Raimund Abraham: Monument for a fallen building, Kongresshalle Berlin. Detail, Gips, Karton, Farbe, Sperrholz, 1980. Archiv Marzona.


Ebd.: Zeichnung und Druck auf Leinwand, 1980. Archiv Marzona.


(Oben:) Coop Himmelblau: Super Spaces. Sieb- und Offsetdruck auf Papier, o. J.
(Unten:) Brigitte Hellgoth (Foto): Oase Nr. 7, Synthetisches Reservat, documenta 5. Druck auf Papier, 1973.


Im Eck Neustädter Markt:


Galerie Gebr. Lehmann zeigte von Martin Mannig: Auf einem Baum ein Kuckuck, 17.1.–22.2.2025, o. A.


Galerie Ursula Walter, o. A.


Japanisches Palais, im Innenhof.


Ebd.


Ebd., Vườn Việt Di Cư: Vietnamese Immigrating Garden. Initiiert 2022.


Leider online nicht zugänglich, aber vor Ort: Ein Fotostudio zur Digitalisierung mitgebrachter Lieblingsobjekte.



Raskolnikoff heißt das Restaurant.

Mit W am Ende schreibt sich das Kunsthaus Raskolnikow und zeigte von Sergey Poteryaev: Coal Cut, 7.2.–15.3.2025:


Sergey Poteryaev: O. A., s. auf Instagram: #artist_sergeypoteryaev.


Ebd., o. A.



Der Blick von der Akademie gen Carolabrücke – im September 2024 zusammengesackt, sah sie Ende Februar 2025 nicht anders aus als auf Bildern seit 2024. Im Juni 2025 soll der Abriss der gesamten Brücke erfolgt sein.




Die Hochschule für Bildende Künste (HfBK).





Die Hochschule für Bildende Künste zeigte im Oktogon, der Kunsthalle der HfBK, M25: Abschlussausstellung der Meisterschüler·innen der HfBK Dresden, 31.1.–13.4.2025:


Karolin Kutteri: Altare Viridium Silvestrium | Altar der wilden Grünen. Detail, Installation, Baumblätter, Feldpflanzen, Rost und Kupfer auf Baumwolle, 2022–25. Klasse Prof. Nevin Aladağ.


Rojo & Kreß: Rabbit Hole et al. Detail, diverse Arbeiten, Öl auf Leinwand, Acryl auf Holz, 2024–25. Klasse Prof. Christian Macketanz.


Gene Hünniger: Mantra. Detail, aus einer 108-teiligen Serie, Acryl auf Leinwand, Kohle und Acryl auf Papier, 2023–25. Prof. Christian Sery.


Erika Richter: your pockets full of sand Nr. 3. Öl auf Leinwand, 2024. Klasse Prof. Christian Macketanz.


Carlotta von der Heyden-Rynsch: Ein Mann nach Priklopil und Ich wollte nur die Musik noch einmal hören. Installation, Metall, Kunstleder, Zeitung, Latex, Acryl, Holz, Styropor, Fine Art Druck, 2025. Klasse Prof. Alicia Kwade.


Lotte Dohem: Ich decke dich. Tusche auf Textil, Löffel, 2025. Klasse Prof. Nevin Aladağ.
Text: „sorry / im sturzbach der strategien / im dreck des außenraums / hab ich vergessen anzurufen // macht nichts // hab vergessen nichts zu machen / mich auf die begegnung zu setzen / die ratlos vor mir auf dem platz rumsteht / gastlich zu sein bis unter die haut /// Ich hasse fleißige Kunst!“






In der Städtischen Galerie Dresden lief von Stefanie Hollerbach: Verlauf: Interventionen in der Ständigen Ausstellung, 26.10.2024–25.5.2025 (verlängert):


Stefanie Hollerbach (*2000): Viscous Matter. Holz, Acryl, Graphit, Metall, 2024. Leihgabe der Künstlerin.


Ralf Winkler (A. R. Penck, 1939–20117): Der Sturz. Mischtechnik auf Pappe, 1960. Erworben von Jürgen Schweinebraden, Niedenstein 2007.

Sowie ebenda im Zuge des Hegenbarth-Stipendiums 2024 von Si Cheng und Gleb Konkin von Serebrowski: Rotelinie, 24.1.–23.3.2025:


Si Cheng 程思: O. A.


Dies.: O. A.


Noch eine kleine Runde um und in die Frauenkirche:








Auf dem Weg zur robotron-Kantine:


Vinzenz Wanitschke (1932–2012): Proletarischer Internationalismus. 1979–82.


Die robotron-Kantine, zur Zeit unseres Besuchs im Versuch des Erhalts.
Mit Betonbrüstung von Friedrich Kracht.




Die robotronkantine – von 1990 bis heute. O. A.


Mit Formsteinwand von Eberhard Wolf.


Ebd., Detail.

Wer Zeit hat, der·die gehe noch nebenan ins Hygiene Museum.


Im Lipsiusbau lief Der Wandel wird kommen | Change to Come: Kritik und Engagement in der polnischen Kunst, 7.11.2024–16.3.2025:


Jarosław Kozłowski (*1945): Recycled News 2 (Moscow Newspaper; Die Welt; Charlie Hebdo). Aquarell, Zeitung, 2014, 2006, 2015. Sammlung Hoffmann.


Dominika Olszowy (*1985): Der nasse Traum des Chochols | The Straw Man’s Wet Dream. Stroh, Stahlkonstruktion, Harz, 2020. Museum für Moderne Kunst in Warschau.


Andrzey Wróblewski (1927–57): (Links:) Erschießung VII (Erschießung, Hinrichtung). (Rechts:) Im Krieg getöteter Ehemann (Getöteter Ehemann). (Beide:) Öl auf Leinwand, 1949. Privatsammlung, mit freundlicher Genehmigung der Andrzey-Wróblewski-Stiftung.


Marek Sobczyk (*1955): Der alte Mann will sterben, der junge Mann will sein Auto reparieren. Eitempera auf Leinwand, 1988. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.


Ala Savashevich (*1989): Le Sacre du printemps. Filmstill, Doku-Cam-Performance, 3:25 Min., 2020. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.


Paweł Żukowski (*1979): Polish Standards. Detail, Installation, 2024. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.
Text: „Polish Standards // I die in grief that the rest of this life is gone, gone with the wind // If we had known each other better, this thing never would have happened“.


Ebd., Detail.
Text: „We fucked it all up // We wash our hands // We demand mercy“.


Von Wilhelm Sansal (*1972), Marcin Maciejowski (*1974) und Rafał Bujnowski (*1974): Diverse Arbeiten, 1999–2002. Museum für Gegenwartskunst Krakau, ING Stiftung für Polnische Kunst u. a.


(Vorne:) Małgorzata Mirga-Tas (*1978): Jangare (Schwarz 3; Schwarz 2; Blau 1; Schwarz 1). Wachs, Ruß, Metall, 2023. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und der Foksal Gallery Foundation.


Im Albertinum:


Oskar Zwintscher (1870–1916): Bildnis der Gattin des Künstlers | Portrait of the Artist’s Wife. Öl auf Leinwand, 1902. Erworben durch die Pröll-Heuer-Stiftung 1904.


Edgar Degas (1834–1917): Vierzehnjährige Tänzerin | Little Dancer, Aged Fourteen. Bronze, Tüll, um 1880. Erworben auf der Internationalen Kunstausstellung Dresden 1926.
Siehe hier die neu betüllte Edition in der Kopenhagener Glyptotek.


Ders.: Deux Danseuses | Zwei Tänzerinnen | Two Dancers. Pastell auf Papier, um 1898. Erworben von Paul Cassirer, Berlin 1919.


Claude Monet (1840–1926): Das Pfirsichglas | Jar of Peaches. Öl auf Leinwand, um 1866. Erworben aus der Kunsthandlung Dr. Alfred Gold, Berlin 1927.


Lovis Corinth (1858–1925): Sturm auf Cap Ampeglio | Storm on Cap Ampeglio. Öl auf Leinwand, 1912. Erworben aus Privatbesitz über die Kunsthandlung Gustav Gerstenberger, Chemnitz 1928.


Kapwani Kiwanga (*1978): Oriental Studies: Morgen | Oriental Studies: Morning. Stahl, gefärbte Baumwolle, Plexiglas, LED, 2019. Erworben durch das Albertinum und die Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden et al. 2019.


Otto Dix (1891–1969): Der Krieg | War. Triptychon, Mischtechnik auf Sperrholz, 1923/32. Erworben vom Künstler 1968.


Hans Grundig (1901–58): Das Tausenjährige Reich | The Thousand-Year Empire. Triptychon. Öl auf Holz, 1935–38. Erworben durch das Ministerium für Kultur der DDR 1957, rechte Tafel aus dem Museum für bildende Künste Leipzig 1958.


Zhanna Kadyrova (*1981): Palianytsia. Zehn Steine, Tisch, Decke, 2022. Schenkung von Museis Saxonicis Usui, Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2024.


Ebd., Detail.


Hans Ticha (*1940): Hochrufer (DDR-Ikone) | Cheering Man (GDR Icon). Öl auf Leinwand, 1982. Schenkung von Museis Saxonicis Usui, Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2021.


(Vorne:) Inge Mahn (1943–2023): 4 Parkbänke mit 4 Papierkörben | 4 Park Benches and 4 Paper Baskets. Achtteilige Installation aus Gips und Holz, 1973. Schenkung aus dem Nachlass der Künstlerin durch die Stiftung zur Förderung zeitgenössischer Kunst in Weidingen 2024.
(Wand:) Elaine Sturtevant (1924–2014): Warhol Four Marilyns. Synthetischer Polymer-Siebdruck und Acryldruck auf Leinwand, 1972. Privatsammlung.


Gabriele Stötzer (*1953): Wegdrehen | Turn Away. Öl auf Holz, 1978–79. Schenkung von Museis Saxonicis Usui, Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2024.

Eigentlich wollte ich schnell durchs Albertinum laufen, um Moderne Frauen | Women’s Art Rising: Künstlerinnen des Fin de Siècle, 12.11.2024–23.3.2025, zu sehen. Leider fand ich nicht viel mehr als eine Ankündigung, aber wir hatten auch nur sehr wenig Zeit.


Das Kraftwerk Mitte zeigte von Rimini Protokoll (Haug/ Kaegi) mit Alter Ego Raubkopie: Ein multimediales Puppenspiel in drei Räumen, 7.9.2024–29.6.2025, eine grandiose Show:


Einander gegenüber platziert, werden zunächst die eigenen schauspielerischen Leistungen animiert.


Es folgt ein Auftritt von Elon Musk.


Ebd.


Bis darauf eine KI von einem erstellt wird. Die anderen erkannten mich in dieser.


Dabei sehe ich doch meist fast seriös so aus. Hier in der folgenden Station in Kittel gekleidet, mit Hu Yanzi (links), das Foto stammt aus dem Gruppenchat.


Im Obergeschoss im nachgebauten Depot zum Nachspüren von Objektbestimmungen.



Karl Schönherr (1925–81): Tischlein, deck dich. Bronze, 1977. Der Dukatenesel auf der Einkaufsmeile in der Prager Straße in Dresden.


Ebd. vorab der Nachbau einer Wahlkabine.


Text: „Nimm dir, was du wirklich brauchst. Wähle weise (auch am Sonntag)! // Altruismus / Mitgefühl / Respekt / … / Eine schöne Erinnerung / Geduld / Freiheit / Eine Umarmung / Frieden / Liebe / Gesundheit / Neugier / Lust auf …“


Wahlwerbungen in Leipzig – diese Parteien kennt man in Hamburg nicht.

Eine Woche vor der Bundestagswahl am 23.2.2025 war der Unterschied zwischen Ost und West in der beworbenen Parteienlandschaft deutlich sichtbar. Und auch der Unterschied zwischen Stadt und Land war evident: So sah ich in Hamburg – oder zumindest dort, wo ich normalerweise unterwegs bin, – keine AfD-Werbung, in Kleinstädten Schleswig-Holsteins genauso wie auf dieser Besuchsreise leider schon.


Auf der Rückreise dann die traurigen Ergebnisse, hier der Erststimmen, Quelle: ZDF.

Aus Sicht eines Teilnehmers:


Foto aus Berlin von: Luo Fei 罗菲(图), der in Kunming eine Künstler·innenresidenz betreibt, die Fuxian AiR (Artist in Residence) 抚仙AiR驻地, Instagram: #luofeiart.


Empfehlungen



Drei unserer Teilnehmenden sprachen kein Englisch. Das kann umgekehrt bei der einen oder dem anderen aus dem Ausland nach China Reisenden auch vorkommen. Doch dafür gibt es inzwischen Abhilfe: Echtzeitübersetzungen. Gespräche auf Englisch oder auch auf Deutsch werden in Echtzeit transkribiert und simultan übersetzt. Mit Blick über die Schulter stellten wir fest, dass die Trefferquote bei etwa 60–70% gar nicht schlecht ist. Wer den Kontext also ungefähr kennt, kommt gut zurecht. Zwei empfehlenswerte Apps ins oder aus dem Chinesischen sind: FeloLive und iTourTranslator.


Lektüreempfehlungen, auf Reisen und jederzeit:



Stephan Thome (2024): Schmales Gewässer, gefährliche Strömung: Über den Konflikt in der Taiwanstraße. Berlin: Suhrkamp.




Elliot Ackerman und Admiral James Stavridis (2021): 2034: A Novel of the Next World War. New York: Penguin.




Gilles Deleuze (2025): Über die Malerei: Vorlesungen März bis Juni 1981. Übersetzung: Bernd Schwibs. Berlin: Suhrkamp.



Zurück in Hamburg rückten die Eröffnungen von Kolk 17 in Lübeck näher.


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Samstag, 19. April 2025
Kunst in Hamburg, 2024–2025
Wo ist nur die Zeit geblieben? In welche Zeit sind wir bloß hineingerutscht? Während die aktuelle Weltlage arg aus den Fugen gerät, Ressourcen gekappt werden und immer wieder gesagt werden muss, dass Kultur essentieller Bestandteil unseres gesellschaftlichen Miteinanders ist – hoch lebe der hoffentlich es bleibende Hamburger Kultursenator Carsten Brosda, so sehr wir seinen Klon der Bundesregierung wünschen würden. Während einem fast nichts anderes bleibt, als mit offenem Mund den Nachrichten zu folgen, sind auf diesem Blog zahlreiche Ausstellungen auf der Strecke geblieben. Das soll nun aufgeholt werden, chronologisch oben das Neuste, teils noch geöffnet.

Bucerius Kunst Forum zeigt die wahrlich sehenswerte, wirklich großartige Ausstellung In Her Hands: Bildhauerinnen des Surrealismus mit Sonja Ferlov Mancoba, Maria Martins und Isabelle Waldberg, 21.2.–1.6.2025. Fotoreproduktionen von Skulpturen sind kaum repräsentativ und die Werke unbedingt im Original zu empfehlen.

Von Isabelle Waldberg (1911–1990, aus der Schweiz):


Les casque | Der Helm. Gips, patiniert, 1978. Estate of Isabelle Waldberg.


Nu penché | Liegender Akt (auch: La druse II | Die Druse II). Gips, patiniert, 1963. Collection Mahoudeau.


Le couple ou Orant | Das Paar oder Betender. Bronze, 1970. Estate of Isabelle Waldberg.


Ebd., andere Seite.


La face visible | Das sichtbare Gesicht. Bronze, 1972. Musée d’art moderne de la Ville de Paris.


Agarien IV | Agarier IV. Bronze, 1970. Estate of Isabelle Waldberg.


Skulptur (ohne Titel). Bronze, 1969. Collection Mahoudeau.


Skulptur (ohne Titel). Gips, bemalt, ca. 1965. Estate of Isabelle Waldberg.


Portrait de Marcel Duchamp posé sur un échiquier avec deux pions et deux sculptures | Bildnis Marcel Duchamp auf einem Schachbrett mit zwei Bauern und zwei Skulpturen. Detail, eine der Skulpturen, Bronze, 1960er Jahre, auf historischem chinesischen Schachbrett, 1958–78. Kunstmuseum Bern.


Animal | Tier. Kork, Holz, Gips, patiniert, Acrylglas, 1968. Estate of Isabelle Waldberg.

Sonja Ferlov Mancoba (1911–1984, aus Dänemark):


Fugl med unge | Vogel mit Jungem. Bronze, 1935. Estate Ferlov Mancoba.


Skulptur (ohne Titel, auch: Længsel | Sehnsucht). Bronze, 1939. Estate Ferlov Mancoba.

Was heute vermutlich als Appropriation gewertet werden dürfte, galt noch vor einigen Jahrzehnten als Interesse an Artefakten von indigenen Kulturen. Möglicherweise wird dies im Ausstellungskatalog kritisch beurteilt oder zumindest irgendwie bedacht – in der Begleitbroschüre geht es allerdings lediglich um die damalige Auseinandersetzung mit Werken, die Sonja Ferlov Mancoba in europäischen Museen und die Brasilianerin Maria Martins vor Ort gesehen haben. So faszinierend ich diese Ausstellung finde, so sehr bin ich doch über diese Leerstelle verwundert.


Mand | Mann. Bronze, ca. 1959. Estate Ferlov Mancoba.


Stående mand | Stehender Mann. Bronze, ca. 1962. Estate Ferlov Mancoba.


Maske. Bronze, ca. 1965. Estate Ferlov Mancoba.


Élan vers l’avenir | Elan für das Kommende. Gips, 1966. Estate Ferlov Mancoba.

Maria Martins (1894–1973, aus Brasilien):


Glèbe-ailes | Erd-Schwingen. Bronze, 1944. Private collection, Fortaleza, Brasil.


Ma chanson | Mein Lied. Bronze, 1944. Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartford, Connecticut.


O guirreiro | Der Krieger. Eisen, 1940. Collection Carlos Ricardo Martins Ceglia.

In letzter Zeit sehe ich wieder häufiger Vorhänge in Ausstellungen. Ihren Sinn als Raumtrennung kann ich natürlich verstehen, hier kommt auch der Gegensatz zur harten Skulptur hinzu, dann ihr Offenheit oder Verbundenheit suggerierender Charakter. Aber ich bin doch bestimmt nicht die einzige, die sich an dieser Ästhetik gruselt?


The Impossible | Das Unmögliche. Bronze, 1946. Iraú Bank Collection.


Fatalité femme | Die Frau als Schicksal. Bronze, 1948. Private collection, São Paulo, Brazil.


Sûr doute | Sicherer Zweifel. Bronze, 1947. Collection Flavio-Shiró, Paris.


Prometheur ou Brûlant de ce qu’il brûle | Prometheus oder Brennend an dem, was er verbrennt. Bronze, 1948. Private collection, Fortaleza, Brasil.


Ebd.


Die Barlach Halle K präsentierte mit 30 Offspaces Art Off Hamburg #3: Gemeinschaftsausstellung freier Kunstorte in Hamburg, 7.–16.3.2025. Seitdem ist nun auch wieder die Website der Initiative online, s. Art Off Hamburg.


Kunst-Imbiss. Es war das erste Mal, dass ich diese mobile, an verschiedenen Orten auftauchende, selbsternannte „ambulante Kunstversorgung“ sehen durfte. Man möge es mir nachsehen, dass ich dem Angebot gleich eine eigene Postkarte untergejubelt habe.


Hyper Cultural Passengers: Thorsten Bruch: Space Station. 2022.


Ebd., Detail.


Westwerk: Antonia Prochaska und Sun Li Lian Obwegeser: Come On, Do I Look Like the Mother of the Future? 2020.
Text: „Einbahn / I don’t know love, I was build to protect, not to love. / Check this out, it’s like they’re stuck in a continuous mutation.“


Galerie Gruppe Motto: Sonja Prochorow: Gemeinsam Arbeiten und Betriebssport treiben – Egal. 2021.
Text: „Bevor isch misch uffreesch is mer’s liewer egal!“


Galerie Ladøns: Youssef Tabti: Missing Portraits. Detail, 2013.
Text (links): „Missing since 1944 / it does not appear on any list. Yet we know the he spent the last days in Matadi. after research we were able to talk with people who would have known. Living alone and away from the village, he came to the village once a week for food and pick up his mail at the post central. H[e] always received a lot of mail. / Now I regret not being able to talk with him once. Can you tell me what his name was and what he did before coming here, [in this] remote corner of Africa? [sic]“.
Text (rechts): „Missing since 1959 / it does not appear on any list. Yet we know he spent a few years in Maradi. we found documents on its passage in the city. He would have had a liaison with a woman from here. but we don’t know her name. She gave him drugs that he needed. He disappeared on 02 October 1959. Three days before his death, he said calmly to a friend: ‚I am allergic to this planet‘ / Can you tell me what he was doing here in this lost place in africa? [sic]“.


Galerie Ladøns: Julia Berg: Loop (Stil). 2025.


Ebd., Installationsansicht.


xpon-art gallery: Gerald Chors: the horizon is a matter of balance (v. l. n. r.: Neuwerk Leuchtturm, Deich, Kutsche, Watt, Cuxhaven). Detail (Watt, Cuxhaven), 2023/ 2025.


K*H Bergedorf (großes Bild links): Thorsten Tenberken: Braut im Quadrat. 2024.


In der Sammlung Falckenberg läuft How’s My Painting?, Malerei aus der Sammlung und ebenda in Harburg zu sehen, 1.3.–7.9.2025. Wenn nicht anders ausgewiesen, gehören die Werke zur Sammlung: Deichtorhallen Hamburg, Sammlung Falckenberg.


Nicole Eisenman: Guy on Blue. Öl, Kunststoffkleber auf Leinwand, 2005.
Mit titelgebendem Text zur Ausstellung: „How’s My Painting?“


Dies.: Finding Pink. Öl auf Leinwand, 2005.


Dies.: Chin Up. Aquarell auf Papier, 2002.


Jonathan Meese, Albert Oehlen: Draußen. Öl, Inkjet auf Leinwand, 2004.


Jonathan Meese: Francis Bacon I (die Dschungelhaut) (der Zypressengott). Öl auf Leinwand, 2002.


Paul Thek: Untitled (Sodom & Gomorrha with Hot Potatoes). Acryl auf Leinwand, 1972.


Martin Kippenberger: Selbstjustiz durch Fehleinkäufe. Mischtechnik auf Leinwand, 1984.


Peter Saul: (Links:) I’m Wrong / So What. Acryl auf Leinwand, 2000.
(Rechts:) I Am Not. Acryl auf Papier, 1999.


Daniel Richter: Phienox. Öl auf Leinwand, 2000.


Ders.: Taunus. Öl auf Leinwand, 2000.


Robert Lucander: Ausdruck einer wundersamen Freundschaft. Acryl, Buntstift auf Holz, 2003.


Ders.: Nur die Wirklichkeit wirkt wirklicher. Acryl, Buntstift auf Holz, 1999.


Martin Kippenberger: Meinetwegen. Öl auf Leinwand, 1983.


Erró: Deux fois la meme scéne. Sigma auf Leinwand, 1977. Sammlung Michael Grau.


Ders.: Mao at San Marco. Öl auf Leinwand, 1974. Sammlung Michael Grau.


Ders.: La Fille de Staline. Sigma auf Leinwand, 1974. Sammlung Michael Grau.


Clay Ketter: Lund Basement Wall. Mischtechnik mit Haushaltslack, Sandfarbe, Wandplattenverbund, Hartholztür mit Rahmen und Schwelle, Glasfenster mit Jalousie, Kiefernfußboden, Gipskartonplatten, Stahleckleiste, Holzrahmen, 2001.


Ebd., Detail.


Bevor in den Deichtorhallen Katharina Grosse ihre Show für Anfang Juni aufbaut, läuft in der Halle für aktuelle Kunst noch Franz Gertsch (1930–2022): Blow-Up: Eine Retrospektive, kuratiert von Kirsten Degel, 13.12.2024–4.5.2025.


Installationsansicht.
(Links:) Irène. Acryl auf ungrundierter Baumwolle, 1980. Sammlung Olbricht.


Patti Smith II. Acryl auf ungrundierter Baumwolle, 1978. Kunstmuseum Bern, Geschenk der Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft.


Medici. Dispersion auf ungrundiertem Halbleinen, 1971–72. Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung.


Ebd., Detail.

Das finde ich alles super, aber die Holzschnitte und ihre minutiöse Pünktchen-Pedanterie haben mich richtig begeistert:


Serie Natascha II. Holzschnitte auf Hanga-Shi Japanpapier, 1986. Estate of Franz Gertsch.


Ebd., Detail.


Winter. Holzschnitt auf Kumohadamashi Japanpapier, 2015–16. Estate of Franz Gertsch.


Ebd., Detail.


Rüschegg. Holzschnitt auf Kumohadamashi Japanpapier, 1988–89. Museum Franz Gertsch, Burgdorf.


Ebd., Detail.




Installationsansicht.

Parallel lief im hinteren Teil von Nan Goldin, David Armstrong, Mark Morrisroe und Philip-Lorca diCorcia: High Noon, Werke aus der Sammlung F. C. Gundlach, kuratiert von Sabine Schnakenberg, 13.12.2024–4.5.2025.


Nan Goldin: (Oben:) Greer and Robert on the Bed, New York City, New York. [Greer Lankton, Paul Monroe.] Cibachrome, 1982. Stiftung F. C. Gundlach, Hamburg.
(Unten:) Greer and Paul’s Wedding, New York City, New York. Cibachrome, 1987. Stiftung F. C. Gundlach, Hamburg.

Im Phoxxi lief in der Reihe Viral Hallucinations #1: Tactics and Mythologies: Andrea Orejarena und Caleb Stein: Ein fotografischer Roadtrip durch die Bildwelten viraler Verschwörungstheorien, kuratiert von Nadine Isabelle Henrich, 7.9.2024–26.1.2025.

Die Fotoausstellung selbst war mir tatsächlich viel zu konzeptuell, keines der Werke hat mich länger verweilen lassen wollen. Bei Interesse gibt es hier den dazugehörigen Audioguide. Aber da ich Infografiken liebe, haben mich die im Obergeschoss in ihren Bann gezogen. Allerdings ist es bei so einer Masse an Information extrem schade, dass sie nicht als Faltblatt zum Mitnehmen oder Erwerb auslagen.


Matthias Gründig und Nadine Isabelle (Research), Henrich Juan Diaz Bohorquez (Mapping): Viral Hallucinations: Curatorial Process Map. 4 clusters: Politics, Agendas and Economic Interests; Media, Technology and Infrastructure; Tactics and Strategies; Culture and Identity. Detail.


Sarah Gramotke (Mapping): Historischer Bogen auf Kulturtechniken der Simulation. Detail.


Ebd., Unheimliche Vorstadt-Landschaften. Detail zur „Lockvogel-Brücke in Hamburg“.
Die Binnenalster sei laut Infotext 1941 bis zur Lombardsbrücke mit Tarnnetzen abgedeckt und (oder: aber) von einem britischen Aufklärungsflugzeug dokumentiert worden. Zusätzlich seien von deutscher Seite Lockvögel als sichtbar gesetzte Täuschungsmanöver eingesetzt worden. Als Quellen scheinen die Bilder der Briten zu dienen, aber sind nicht gerade auch die Nazis für ihre Akribie bekannt? Hach, wie toll und aktuell sinnvoll wäre es, wenn diese Grafiken interaktiv online zur Verfügung stünden, gar ergänzt werden könnten. Fragt sich nur, wer das alles warten soll – mit einer Förderung der Bundes- oder Landeszentrale für politische Bildung vielleicht?


Ebd., Detail zum Ökozid: Entlaubung und Enttarnung.


Was allerdings zum Mitnehmen auslag, war die anlässlich der Ausstellung herausgegebene Begleitbroschüre. Sehr zu empfehlen ist vor allem das dortige Glossar von Begriffen, Konzepten und Ideen zu Desinformation und Verschwörungstheorien, von Nadine Isabelle Henrich (Hg.): Viral Hallucinations: Agency in Media. Deichtorhallen Hamburg 2024. Hier online verfügbar.


Nicolas Nova, Disnovation.org und Judith Schalansky (Hgg.): Ein Bestiarium des Anthropozäns: Über hybride Mineralien, Tiere, Planzen, Pilze … Berlin: Matthes & Seitz 2023.

Wer betet es nicht an, das mittelalterliche Bestiarium mit all seinen Fabelwesen (oder das Shanhaijing, den Klassiker der Berge und Meere, das chinesische Äquivalent, aber selbstverständlich weitaus älter). An einer Neufassung kann ich natürlich nicht vorbei, schon gar nicht bei so einer schönen, so schön bibliophilen Aufmachung. Der Titel sagt, worum es geht. Wirklich gut.



Und das Fundbureau ist inzwischen in die Kasematten nebenan unter die Gleise gezogen.


Da wir gerade im Nebenbei mäandern:


Dies fand ich für den Jahreswechsel ein ganz wunderbares Motto. Von @arthandlermag.


In der Hamburger Kunsthalle lief Illusion: Traum, Identität, Wirklichkeit, kuratiert von Sandra Pisot, im Hubertus-Wald-Forum, 6.12.2024–6.4.2025.


Wandtext von Bertholt Brecht: „Glotzt nicht so romantisch“.


Andreas Greiner (*1979): Joint Venture. IBM Monochrome GPU, verschiedene Moossorten, 2023–24. Courtesy of Galerie Kandlhofer.


Ebd., Detail.


Markus Schinwald (*1973): Jancica. Öl auf Holz, 2009. Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, London u. a.


Xaver Fuhr (1898–1973): Blumen am Fenster | Flowers at the Window. Öl auf Leinwand, ca. 1928–30. Von der Heydt-Museum Wuppertal.


Lars Eidinger (*1976): Paris. C-Print, 2021. Courtesy Lars Eidinger und Ruttkowski;68, Köln u. a.
Die Überpräsenz von Lars Eidinger gerade auch in der Hamburger Kunsthalle geht mir ein wenig auf die Nerven, seine Fotos sind ganz witzig, aber müssen sie unbedingt ins Museum? In Tom Tykwers neuem Streifen „Das Licht“ (2025) ist er allerdings tatsächlich ziemlich gut.


Helene Appel (*1976): Umschlag (6, 7). Acryl auf Baumwolle, 2023. Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe des Fonds für junge Kunst der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen.


Sigmar Polke (1941–2010): Die drei Lügen der Malerei | The Three Lies of Painting. Offsetdruck auf Karton, 1995. Hamburger Kunsthalle, Kupferstickkabinett.

Ebenda lief In.Sight: Die Schenkung Schröder | The Donation Schröder, kuratiert von Brigitte Kölle und Alexander Schröder, 22.11.2024–6.4.2025.


Henrik Olesen (*1967, Dänemark): A.T. Tintenstrahldruck auf Papier, 2019. Schenkung Alexander Schröder, 2024.

Dort in der Nähe, in einer Etage der Galerie der Gegenwart, hingen die folgenden Werke. Leider kann ich sie keiner Ausstellung mehr zuordnen und finde online nichts Passendes, ich war am 7.12.2024 vor Ort.


Neo Rauch (*1960, Leipzig): (Links:) Die Versenkung. Öl auf Leinwand, 2015. Dauerleihgabe der Sammlung Schmitz-Morkramer.
(Mitte:) Schilfland. Öl auf Leinwand, 2003. Dauerleihgabe der Sammlung Schmitz-Morkramer.

(Rechts:) Die Fuge. Öl auf Leinwand (zweiteilig), 2007. Hamburger Kunsthalle. Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen.


Ders.: Schilfland. Öl auf Leinwand, 2003. Dauerleihgabe der Sammlung Schmitz-Morkramer.


Ebd., Detail.


Ders.: Die Fuge. Öl auf Leinwand (zweiteilig), 2007. Hamburger Kunsthalle. Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen.


Maria Lassnig (1919–2014): Mittwoch. Öl auf Leinwand, 1988. Hamburger Kunsthalle, erworben 1990.


Asana Fujikawa (*1981, Tokio, Japan): Auf meinen Beinen wuchsen Pflanzen anstatt der Haare. Keramik, 2019. Leihgabe der Künstlerin.


Dies.: Eine Frau, ihr Freund und ein kleiner Gott. Keramik, glasiert, 2022. Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe des Fonds für Junge Kunst der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen.


Henrik Olesen (*1967, Dänemark): Untitled. Collage auf schwarzer Pappe. Leihgabe von Alexander Schröder.
Es handelt sich um eine die Methode Aby Warburgs verwendende Zusammenstellung queerer Darstellungen.


Alexandra Bircken (*1967, Köln): Reel Deal. Hanfseile, 2011. Hamburger Kunsthalle, Schenkung Philipp und Dr. Christina Schmitz-Morkramer, Hamburg 2025.


Louise Bourgeois (1911–2010): Self-Pity. Gewebtes Textilkissen im Rahmen gefasst, 2009. Dauerleihgabe der Sammlung Schmitz-Morkramer.
Text: „Self-Pity / They did this / They did that / My stomach aches / My head aches / My feet hurt / A wounded lion / LB“.


Dies.: Silence. Bronze, 2003. Dauerleihgabe der Sammlung Schmitz-Morkramer.

Im Obergeschoss lief Albert Oehlen: Computerbilder | Computer Paintings, 13.9.2024–2.3.2025. Wie man sieht, fand ich die Arbeiten eher im Medium der Halle gut.


FM 49. Öl auf Leinwand, 2011. Privatsammlung Berlin, Courtesy Galerie Max Hetzler, Berlin u. a.


Annihilator. Detail, Inkjet, Öl und Lack auf Leinwand, 2001/ 2006. Privatsammlung Berlin, Courtesy Galerie Max Hetzler, Berlin u. a.


Captain Jack. Siebdruck und Öl auf Leinwand, 1997. Privatsammlung.


Ebd.

In einem Zwischenstockwerk wurde untranquil now: Eine Konstellation aus Erzählungen und Resonanzen gezeigt. Mit dem Unteruntertitel: Künstlerische Gesten, Konfigurationen, Performances und Projektionen, kuratiert von Corinne Diserens, 31.5.2024–19.1.2025.


Hyun-sook Song (*1952, Damyang, Jeollanam-do, Südkorea): Pinselstrich-Diagramm | Brushstroke diagram. Tempera auf Leinwand, 2015. Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 2023.


Tacita Dean (*1965, Canterbury, UK): Sakura (Usuzumi II). Fotografie, Farbstift auf handgedruckter Foma Mattsilbergelatinefotografie auf Papier gezogen, 2024. Courtesy of the artist and Frith Street Gallery, London.


Nida Sinnokrot: Exquisite Rotation (Fakir Fans) | Exquisite Rotation (Fakir-Ventilatoren). Maßgefertigtes vergoldetes Manuskript, Rednerpult, Theaterscheinwerfer, Videokamera, Mikrofone, Lautsprecher, Projektor, Ventilatoren, 2015–16. Courtesy the artist and carlier, gebauer, Berlin und Madrid.

Zuvor lief, weiterhin in der Kunsthalle, William Blakes Universum, kuratiert von David Bindman, Esther Chadwick und Andreas Stolzenburg, 14.6.–8.9.2024. Der ausgestellte Pathos ist schon mitreißend. Dazu erschien ein nettes, kleines Graphic Novel von Noëlle Kröger: William Blakes Universum, 2024.


Ausstellungsplakat.


William Blake (1757–1827) nach Adamo Scultori (ca. 1530–1585) nach Michelangelo (1475–1564): Aminadab, genannt Der ruhende Reisende | Aminidab, called The Reposing Traveller. Pinsel und Feder in Grau, ca. 1785. The British Museum, London.


Johann Heinrich Füssli, in England bekannt als Henry Fuseli (1741–1825): Selbstbildnis | Self-Portrait. Schwarze und weiße Kreide auf chamoisfarbenem Papier, 1780er Jahre. Victoria and Albert Museum, London, given by Capt. H. Reitlinger.


Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783–1853): Satire auf die Modellklasse an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Kopenhagen | Satire on the Life Class at the Royal Academy of Fine Arts in Copenhagen (Satire over modelskolen på Kunstakademiet). Feder und Pinsel in Grau, Graphit, 1805. Statens Museum for Kunst, Kopenhagen.


William Blake nach Johann Heinrich Füssli (1741–1825): Satan oder Kopf einer verdammten Seele | Satan or Head of a Damned Soul. Kupferstich und Radierung, ca. 1789–90. The Fitzwilliam Museum, Cambridge, from the collection of Sir Geoffrey Keynes, allocated 1985.


William Blake: Über die Poesie Homers [und] über Vergil | On Homer’s Poetry [and] On Virgil. Relief-Radierung, ca. 1822. The Fitzwilliam Museum, Cambridge, from the collection of Sir Geoffrey Keynes, allocated 1985.


William Blake: Europa, eine Prophezeiung | Europe a Prophecy, 1794. Relief-Radierungen, farbig gedruckt, handkoloriert, mit Gold gehöht, ca. 1821. The Fitzwilliam Museum, Cambridge, bequeathed by T. H. Riches, 1935, with a life interest to his widow, received 1950.
Tafel 2, Titelblatt | Plate 2, Title-page.


Ebd.: Tafel 1, Frontispiz | Plate 1, Frontispice.


Ebd.: Tafel 5, Vorspiel (zweite Tafel), Unwillig schau ich auf | Plate 5, Preludium (second plate), Unwilling I look up.


Garnet Terry (1744/46–1817): Prophetische Vision: Daniels großes Bild | Prophetc Vision: Daniel’s Great Image. Kupferstich, handkoloriert, 1793. Master and Fellows of Trinity College, Cambridge.


William Blake: Der Tod auf dem fahlen Pferde | Death on a Pale Horse. Feder in Schwarz, grau laviert, Aquarell, ca. 1800. The Fitzwilliam Museum, Cambridge, given by the Friends of the Fitzwilliam Museum, 1914.


O. A.


Tafel 51, Vala, Hale und Skofeld | Plate 51, Vala, Hyle and Skofeld. Detail, Relief-Radierung, weißliniger Kupferstich, handkoloriert mit Aquarellfarben (Probedruck), o. J. The Fitzwilliam Museum, Cambridge, from the collection of Sir Geoffrey Keynes, allocated 1985.


Samuel Palmer (1805–1881): Heimkehr vom Abendgottesdienst | Coming from Evening Church. Tempera, Kreide, Gold, Tinte und Graphit, 1830. Tate Gallery, London.


Caspar David Friedrich (1774–1840): Gräber gefallener Freiheitskämpfer (Grabmal alter Helden) | The Graves of Fallen Freedom Fighters (Old Heroes Graves). Öl auf Leinwand, 1812. Hamburger Kunsthalle, erworben 1908 von Louise Alms, Neubrandenburg.


Andreas Stolzenburg (Hg.): William Blakes Universum. Ausst.kat. der gleichnamigen Ausstellung, Hamburger Kunsthalle, Hubertus-Wald-Forum, 14.6.–8.9.2024. Berlin: Hatje Cantz 2024.


Unten vorm Ticketschalter:


Seit kaum zehn Jahren in der breiteren Bevölkerung möglich, muss leider wieder und weiter um die Daseinsberechtigung gekämpft werden.


Im Kunstverein Harburger Bahnhof lief Noémi Barbaglia: The Hallway, 1.6.–25.8.2024.


The Hallway. Detail, Holz, Gips, Glasfaser, Kunstharz, 2024. Courtesy the artist and Produzentengalerie Hamburg.


Ebd.


In der Bar hinten zeigte Stella Rossié: Cheat or Lie, 10.2.2024–2.2.2025.


In den Vitrinen zwischen Gleis 3 und 4 gab es von Anna Nero und Aldo Freund (Annaldo): Once you see the pattern, things fall into place, 6.7.–1.9.2024.
Die Widerstandsfähigkeit der Tauben oben in den Drahtzäunen haben uns hier am besten gefallen.


Bucerius Kunst Forum zeigte Henri Cartier-Bresson: Watch! Watch! Watch!, 15.6.–22.9.2024.


Anonym | Anonymous: Shanghai: erster unzensierter Bildbericht (Shanghai: First Uncensored Photo Report). In: SZ im Bild, 19.11.1949.


Letzte Tage der Kuomintang | Final Days of the Kuomintang, Beijing, China. 23.12.1948, Abzug 1970er Jahre.


Beijing, China. Juli 1958, Abzug 1959.


Goldrausch, letzte Tage der Kuomintang | Gold Rush, Final Days of the Kuomintang, Shanghai, China. 23.12.1948, Abzug 1970er Jahre.
Sorry wegen der Unschärfe, die Rempelei hat mich wohl ins Wanken gebracht.


Sonntagmorgen, Moskau, Russland | Sunday Morning, Moscow, Russia. 1972, Vintage Print.


Sorbonne-Kapelle, Paris, Frankreich | Sorbonne Chapel, Paris, France. Mai 1968, Abzug 1984.


Frauenbewegung | Women’s Liberation Movement, New York City, USA. 19.8.1971, Vintage Print.


Henri Matisse zu Hause, Vence, Frankreich | Henri Matisse at Home, Vence, France. 1944, Abzug späte 1970er Jahre.


Simone de Beauvoir, Saint-Germain-des-Prés, Paris, Frankreich | France. 1947, Abzug 1980er Jahre.


Knoxville, USA. 25.–27.4.1947, Abzug 1970er Jahre.
Text auf dem Kreuz: „Jesus is coming soon“.


Beijing, China. 1958, Vintage Print.


Blackpool, England. Juli 1962, Vintage Print.


Francis Bacons Atelier | Francis Bacon’s Studio, London, England. 1971, Vintage Print.


Winterpalast, Leningrad, Russland | Winter Palace, Leningrad, Russia. 1973, Vintage Print.


La Courneuve, Frankreich | France. 1969, Abzug 1980er Jahre.


Anne Weber: Bannmeilen: Ein Roman in Streifzügen. Berlin: Matthes & Seitz 2024.

Als Schmankerl nebenbei: In der Courneuve, in der nord-nordöstlichen Pariser Périphérique im Département Seine-Saint-Denis, spielt auch der aktuelle Roman von Anne Weber, die auf ihren Spaziergängen Orte genau wie das Bild oben von Henri Cartier-Bresson durchwandert und uns ignoranten Großstädter·innen dabei mit soziologischen Beobachtungen einen Spiegel vor Augen hält. Sehr empfehlenswert (mit bestem Dank dafür an Christine).


Im Treppenaufgang hing von Anna Haifisch (*1986): The Lives of Perfect Creatures, Staircase Intervention, 2024.

Die Folgeausstellung im Bucerius war übrigens die aus München herübergewanderte (2023 in der Kunsthalle München, die ich ganz furchtbar gruselig fand, s. hier), und die ich interessanterweise in Hamburg wenn auch immer noch nicht wie angepriesen sonderlich tiefschürfend, aber ganz in Ordnung fand – was andere Räumlichkeiten und Hängungen ausmachen können: Flowers Forever: Blumen in Kunst und Kultur, 12.10.2024–19.1.2025. Bilder gibts trotzdem nicht, wir wollens ja nicht übertreiben.


Das Museum für Kunst und Gewerbe hat mit Inspiration China, kuratiert von Wibke Schrape, 21.6.2024–3.1.2027, die Sammlung neu aufgelegt. Es handelt sich vermutlich um die Nachfolgeausstellung von Made in China! Porzellan, die ich hier besprochen habe. Die neue Show findet sich wie zuvor im Stockwerk des Sammlungsbereichs Ostasien, wo auch der Schwerpunkt Japan, 26.11.2023–3.1.2027, läuft. Die Ländergrenzen ineinanderfließen zu lassen, halte ich für sinnvoll, aber so wirklich habe ich die Unterteilungen nicht verstanden. Deshalb geht es auch im Folgenden ein wenig durcheinander.


Installationsansicht.


Installationsansicht.


Kopf eines Buddha | Head of a Buddha. Kalkstein, China, Wei- bis Qi-Dynastie, 6. Jh. Vorbesitz: Edgar Worch, Berlin, 1927.


Der Gott Hachiman in Gestalt eines Mönchs | The God Hachiman as a Monk (Hachiman Sōgyō). Holz mit Spuren der Farbfassung, Japan, Kamakura-Zeit, 13. Jh. Erworben mit Mitteln der Campe’schen Historischen Kunststiftung, 2010.


Kopf einer Guanyin-Figur | Head of a Guanyin Figure. Holz mit Resten der Farbfassung, Steineinlagen, China, Song-Dynastie, 12. Jh. Schenkung Joachim und Eva Lemke, Schloss Hamborn, 1975.


Gürtelschnalle in Form eines Pferdes | Horse-Shapes Belt Buckle. Bronze, Korea, Proto-Drei Königreiche (1. Jh. v. Chr. –3. Jh. n. Chr.). Vorbesitz: Koller, Zürich, 1990.


Modell einer japanischen Küche. Holz, Papier, Keramik, Metall, Stein, Japan, Meiji-Zeit, ca. 1870. Erworben auf der Wiener Weltausstellung 1873.

Auf dem Stockwerk ein wenig hier und dort:


Installationsansicht: Vielfalt und Wechselwirkung | Diversity and Interaction.


Installationsansicht: Expressionismus und Tanz | Expressionism and Dance.


Weinglas und Champagnerschale | Wine glass and champagne glass. Glas, Darmstadt, ca. 1898. Ausführung: Glashüttenwerke Ferdinand Benedikt von Poschinger, Oberzwieselau, Geschenk von Margarete Mohrmann, 2002.

Prosit!


Dann lief in den Deichtorhallen Survival in the 21st Century, kuratiert von Georg Diez und Nicolaus Schafhausen, 18.5.–5.11.2024.


Installationsansicht.


(Rauminstallation:) New Red Order: Dexter and Sinister. Mixed Media Installation, 2023. Courtesy New Red Order and Creative Time.
(Videoinstallation:) Sharon Lockhart: Eventide. 4K-Video (Farbe, Ton), 30 Min., 2022. Courtesy the artist, neugerriemschneider, Berlin.


Ebd., Detail.
Da es hier um „Free Palestine“ geht und die Deichtorhallen dafür medial kritisiert wurden, fand sich eine Triggerwarnung an der Wand, in der sich die Institution vom Inhalt distanziert und auf die Grundsätze der Kunstfreiheit verweist.


Trevor Paglen: Trinity Cube. Verstrahltes Glas aus der Sperrzone von Fukushima, Trinit, 2023. Courtesy the artist and Pace Gallery.


Edith Dekyndt: Underground (Le val St Germain). Wandteppich, 2022. Pinault Collection.


Lawrence Abu Hamdan: 45th Parallel. Detail, Filmstill, Video und zwei gemalte Bühnenbilder (Baumwollmusselin), 15 Min., 2022. Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery, Hamburg und Beirut.


Cao Fei: Asia One. Filmstill, Video (Farbe, Ton), 63:20 Min., 2018. Courtesy Vitamin Creative Space and Sprüth Magers.


Yalda Afsah: Vidourle. Filmstill, Video, 32 Min., 2019. Courtesy the artist.


Emmanuel Van der Auwera: White Cloud. Filmstill, Video (Farbe, Ton), 18:50 Min., 2023. Courtesy Harlan Levy Projects.
Text: „Welcome to the world of augmented humanity.“
Die Arbeit verweist, so der Infotext, „auf das Project Blue Beam, eine Verschwörungstheorie, nach der eine totalitäre Weltregierung eingesetzt werden soll, die traditionelle Religionen mit Hilfe von NASA-Technologie und KI durch ein New-Age-Glaubenssystem ersetzen will.“


Ebd.


Abbas Akhavan: Curtain Call, Variations on a Folly. Gerstenstroh, Baugrund, Leichtlehm, scharfer Sand, Pfützenlehm, Holz, Chroma-Key-Grün, 2024. Courtesy of Catrina Jeffries and The Third Line.
Manchmal lesen sich die Materialangaben wie Poesie.


Ebd., Detail.


Charles Stankievech: The Eye of Silence. Detail, Filmstill, Video (Farbe, Ton), 30 Min., 2022. Courtesy of Studio Stankievech.


Taus Makhacheva: Tightrope. Detail, Filmstill, Video (Farbe, Ton), 58:10 Min., 2015. Courtesy the artist.


Paul Kolling: Westbound, 190621, (Panel 1–5). 5 Leuchtkästen mit 5 Kartons (bedruckt, DIN A4), 2020. Courtesy the artist.


Ebd., Detail.


Ders., zusätzlicher Schaukasten.
Text anbei: „Category: Suspected prison / Archive code: P_QU01 / Location: Qumul, 42.8239°N, 93.5320°E / New Eurasian Land Bridge: 2379.59, 9840 km (westbound) / Break of Gauge frame no.: 03773, 15602 (westbound) / Source: https://east-turkistan.net“.
Kartografiert ist hier die 9840km lange Bahnstrecke zwischen Zhengzhou und Hamburg entlang der Neuen Seidenstraße. Die Stadt Qumul (Kumul), chinesisch Hami 哈密市, liegt in der Provinz Xinjiang, und es geht ziemlich sicher um eines der Umerziehungslager.


Céline Pagès und Christine Marchal: La valse de mèduses. Detail, Mixed Media Installation, Maße variabel, 2023. Courtesy the artists.


Auf den Fleetinseln zeigte Galerie Mathias Güntner: piece of cake #1, 30.5.–13.7.2024.


Franziska Reinbothe: ohne Titel (020). 170x130cm, Chiffon, 2023.


Jan Köchermann: Hotel Tölöö. 27x19x43,5cm, Holz, Lampen, diverse Materialien, Video, Sound, 2024.


Ders.: Passau – Welz. 28x25,5x30cm, Holz, lackiertes Acrylglas, Farbe, Stoff, Video mit Ton, 2024.

Und die Produzentengalerie Hamburg:


Heinrich Modersohn: Tour 14. 187x114cm, Tusche auf Papier, 2023.


Bei M.Bassy lief mit Minne Atairu, Nkhensani Mkhari, Jazmin Morris, Vanessa Amoah Opoku und Linda Dounia Rebeiz Beyond AI: Resistance & Coexistence, mit Performance und Talk, 4.4.–17.5.2024.


Minne Atairu (*1992, New York): Minne Atairu: Igùn: Prototype X. Augmented Reality version. Single-channel video projection, 2:22 Min., loop, sound; video uses 3D sculptures generated by the Text-to-3D AI model Genie; sound: Charles Kim; 2024.


Nkhensani Mkhari (*1994, Johannisburg): Umsamo: Circuits Dream in Binary Whispers, Ghosts in Silicon Shells: So Only the Devils Whisper the Answer. Multi-media installation with diverse materials, video, 50:09 min., sound; video uses machine and AI generated images from a DCGAN (Deep Convolutional Generative Adversarial Network) project and was generated using a custom algorithm consisting of the artist’s photographic archive spanning 12 years; 2024.


Performance von Nkhensani Mkhari.


Panel vor dem Videoscreen von Linda Dounia Rebeiz: A Walk Through the Garden, from the Collection: Once Upon a Garden: The Garden at Dawn. Filmstill, video projection, 60 min., mp4 made with GAN and After Effects, limited series, 2022–24.


Am Hauptbahnhof-Nord, U2 Richtung Niendorf Nord, wurde 2024 das Sternwerk restauriert und mit neuer Infotafel versehen:


Stephan Huber und Raimund Kummer: Firmament. Ansicht C (von A, B und C), gußeiserne Sternskulpturen, 1994 (1991 im Kuppelsaal der Hamburger Kunsthalle ausgestellt), 2024 restauriert, neu ausgerichtet und belichtet.




Da wir gerade im Eck sind: Wei zeigte mir bei einem Spaziergang am Jungfernstieg diese Tafel und damit, dass Karl Marx im Vorgängergebäude des Hauses beim Verlag Otto Meissner am 14.9.1867 den ersten Band seines Werks „Das Kapital“ veröffentlichte. Es gehört seit 2013 zum UNESCO Weltkulturerbe, wusste ich auch noch nicht. Adresse: Bergstraße 26. Es befindet sich laut Google Streetview (allerdings von November 2022) zwischen dem Ledergeschäft Alligator und einem taiwanesischen Laden für Bubble Tea, Google Maps weiß nur von den Backgeschwistern ein paar Meter weiter weg vom Jungfernstieg. Bereits zu Marx’ und Meissners Zeiten im Umfeld eines hingebungsvollen Konsumortes, waren die beiden damals und ist wenigstens die Tafel heute hier genau richtig.


Hamburg Port Authority (HPA) zeigte die Fotoausstellung: Mensch und Tunnel, 7.3.–16.4.2024.


Fahrschaft St. Pauli: Vertikalschnitt. 1910.


Schacht St. Pauli: Beton-Kippgerüst und Verschalung. O. J.


Tunnelbau: Druckversuch an den Tunnelringen. August 1908.


Tunnelwärter in ihren graugrünen Uniformen, die 1911–45 getragen wurden. O. J.


Tatsächlich sah ich auch vorbei, um einmal ins Gebäude zu blicken, links ist die Bibliothek des Hauses.


Und immer natürlich für den Ausblick.

Als Lektüre sei dazu empfohlen von Hans Jürgen Witthöft: Der Alte Elbtunnel: Geschichte und Geschichten. ProMar 2019 (2011).


Texte von Jan Bürger und Bilder von Johannes Nawrath gab es auf der Freilichtlesung am Isebekkanal, 9.3.2024.


O. A.

Der Ursprung des rechten Bildes findet sich hier:




Meine Empfehlung ist dieses Buch von Jan Bürger: Zwischen Himmel und Elbe: Eine Hamburger Kulturgeschichte. München: C.H. Beck 2021 (2020).


In der HFBK Hamburg, der Hochschule für bildende Künste, lief die Jahresausstellung 2024, 9.–11.2.2024.


Nicholas Odhiambo Mboya: Divine Orchestra | Göttliches Orchester. 600x500cm, Porzellan, Lautsprecher, MP3-Aufnahmen, Computerhardware, Stahlbeschläge, 2024.


Agnieszka Sejud: Mimesis Bubble #3–5. 1,5m, 1,8m, 2,1m diameter, photographic objects, polyester, polyurethane, 2023.


Benno Hauswaldt: Exosing Silence (Prelude). Ricardo Bundestar, 2024.


O. A.: You Turn Me Into a Monster. Filmstill, o. J.


O. A.: GDR Contemporary Museum of Promises, Aspirations & Technologies. O. A.


O. A.


Chen Guo: Sonnets und „Kahlschlag“. 200x200cm, acrylic on canvas, o. J.


Nick Guse: Sonnige Grüße. O. J.


Rosa Thiemer, Hella Henke, Lisa Rinaldi: Stuck in Candy Dreams. O. J.


Ebd., Installationsansicht.


Mathilda Schmidt: Bunnys. O. J.


Im Gang: „Postmoderne Schmiererei“.

Im Atelierhaus der Hochschule, dem Institute for Contemporary Art & Transfer (ICAT), lief parallel dazu Think & Feel! Speak & Act!, kuratiert von Nadine Droste, 9.–11.2.2024.


Julia Wolkenhauer: Please, protect me from what I want. Aluminium, Plexiglas, 3D Druck basierend auf Datensatz, LED Lichter, Kabel, Kabelschlauch, 2023–24.


Leena Lübbe: slow start. 2024.


Theo Huber: Der Eindruck. 2023.


Philine Mayr: Untitled. 290x145cm, acrylic and oil on canvas, 2024.


Daniela Aparicio Ugalde: Plegaria #1 (A Santa Rita, Patrona de lo Imposible y al Arcángel Miguel) | Prayer #1 (To Saint Rita, Patroness of the Impossible, and the Archangel Michael). 90x97x100cm, mixed media, bleach, oil painting, Marseille soap, acrylic painting, glue, thread, oil pastel, altar made of diverse objects on black cotton canvas, 2024.


(Links:) Simin Jalilian: Gaza. 100x120cm, oil on canvas, 2023.
(Rechts:) Daniel Suárez: Out of Play. 155x110cm, oil on canvas, 2023.


Paul Wallington (v. l. n. r.): 1. Afterglow. 2. If you think the world looks good, guess what, it does. 3. In the end. 4. Beautiful Peopleoil. 5. dreams come true. 6. Have you ever woken up one day and thought everything you knew was wrong? 7. We are all alone at the end. 8. Hope. 9. Survival Instincts. 10. Explorersoil. 11. cold glare. 12. Other People’s Lives. [Sic], alle: 70x40cm, oil and acrylic on linen, o. J.


Junzhou Hu: Process. Digital painting, UV ink, acrylic, o. J.


In diese Zeit fallen statt und bereits gepostet hatte ich Hamburg: Dix und Friedrich. Dort geht es vor allem um die beiden Ausstellungen in den Deichtorhallen: Dix und die Gegenwart, kuratiert von Ina Jessen, 30.9.2023–1.4.2024; und in der Hamburger Kunsthalle um: Caspar David Friedrich: Kunst für eine neue Zeit, kuratiert von Markus Bertsch und Johannes Grave, 15.12.2023–1.4.2024.


Ein paar durchgerutschte Blicke aus 2023:

In der Hamburger Kunsthalle lief Herausragend! Relief von Rodin bis Taeuber-Arp, kuratiert von Karin Schick, 13.10.2023–25.2.2024.


Xaver Heuberger (1791–1862): Bildnis des Vaters der Frankfurter Schauspielerin Karoline Lindner | Portrait of the Father of the Frankfurt Actress Karoline Lindner. Wachs, 1827. Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main.


Käthe Kollwitz (1867–1945): Die Klage | Lament. Stucco, 1938–41 (Guss: 1948). Hamburger Kunsthalle, erworben 1949.


Rolf Nesch (1893–1975): Minotaurus | Minotaur. Kupferplatte mit perforierten Messingstücken, Zink, aufgelöteten Kupferstreifen, eingelegtem Glim[?] Holz und farbigem Glas, 1952–57. Hamburger Kunsthalle, Geschenk der Margarine-Union A. G., Hamburg, 1958.


Jenny Wiegmann-Mucchi (1895–1969): Akt mit wehendem Haar | Nude with Flowing Hair. Holz, ca. 1920. Nachlass Jenny Wiegmann-Mucchi, courtesy Galerie Poll, Berlin.


Raymond Duchamp-Villon (1876–1918): Die Liebenden | Les amants | The Lovers. Gips, 1913. Privatsammlung, London.


Niki de Saint Phalle (1930–2002): Assemblage No. 6. Assemblage auf blau bemalter Holzplatte, 1961. Ahlers collection.


Eugène Leroy (1910–2000): Selbstbildnis | Autoportrait. Öl auf Leinwand, 1962. Städel Museum, Frankfurt am Main.


Edgar Degas (1834–1917): Trabendes Pferd, die Füße berühren den Boden nicht | Cheval au trot, les pieds ne touchant pas le sol | Horse Trotting, the Feet Not Touching the Ground. Bronze, 1870–80 (Guss: 1919–26). Städel Museum, Frankfurt am Main.


Johann Gottfried Schadow (1764–1850): Reliefs für die Ritterakademie in Berlin | Reliefs for the Academy of Knights in Berlin. Bronze, 1805 (Guss: 1906). Hamburger Kunsthalle.


Henri Matisse (1869–1954): Rückenakt I | Nu de dos I | The Back I. Bronze, 1909. Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 1963.


Karl Hartung (1908–67): Figurenrelief | Figure Relief. Bronze, 1967. Nachlass Karl Hartung.


Auguste Rodin (1840–1917): Junge Mutter in der Grotte | Jeune mere a la grotte | Young Mother in the Grotto. Gips, 1885. Musée Rodin, Paris.


Jules Dalou (1838–1902): Entwurf für das Denkmal des Rennfahrers Emile Levassor | Model for the Memorial to the Racing-Car Driver Emile Levassor. Gips, bronziert, 1898–1902. Petit Palais Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris.


Hans Arp (1886–1966): Zwei Köpfe | Deux têtes | Two Heads. Öl und Schnur auf Leinwand, 1927. Privatsammlung.


Ernst Barlach (1870–1938): Tod und Leben | Death and Life. Bronze, 1916–17. Städel Museum, Frankfurt am Main.


Christian Daniel Rauch (1777–1857): Friedrich II. nach der Schlacht bei Kolin, Entwurf für einen Denkmalsockel | Frederick II. after the Battle of Kolin, model for a monument base. Gips, 1850. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie.


Auguste Herbin (1882–1960): Polychromes Relief | Relief polychrome | Polychrome Relief. Assemblage auf bemaltem Holt, 1920. Musée d’Art Moderne de Paris.


Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938): Lehrer Florian Bätschi mit Schulkindern | Teacher Florian Bätschi with Schoolchildren. Arvenholz, farbig gefasst, 1936. Kirchner Museum Davos.


Gerhard Richter (*1932): Großer Vorhang | Large Curtain. Öl auf Leinwand, 1967. Städel Museum, Frankfurt am Main.


Arthus Segal (1875–1944): Stillleben I (mit Teekanne) | Still Life I (with Teapot). Gips, farbig gefasst, 1926. Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur.


Ebd., Seitenansicht.


Klaus Staudt (*1932): Weiß-Grau | White-Grey. Holz, Dispersionsfarbe, Acrylglas, 1964–65. Städel Museum, Frankfurt am Main.


Ebd., Detail.


Pablo Picasso (1881–1973): Mann mit Gitarre | Homme à la guitare | Man with Guitar. Öl auf Leinwand, 1918. Hamburger Kunsthalle, erworben mit Mitteln der Spendensammlung anlässlich der Jahrhundertfeier der Hamburger Kunsthalle, 1969.


Ders.: Violine | Violon | Violin. Metallblech, bemalt, Eisendraht, Paris, 1915. Musée national Picasso-Paris, Schenkung von Pablo Picasso, 1979.


Ebd., Seitenansicht.


Jacques Lipchitz (1891–1973): Sitzender Mann mit Klarinette II | Seated Man with Clarinet II. Bronze, 1919–20. Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 1980.


Lee Bontecou (1931–2022): Ohne Titel | Untitled. Leinen, geschweißter Stahl, Kupferdraht, 1960. Kunstmuseum Den Haag.


Ebd., Seitenansicht.


Louise Nevelson (1899–1988): Königliches Feuer | Royal Fire. Holz, vergoldet, 1960. Musée des Beaux-Arts de Lyon.


Kurt Schwitters (1887–1948): Nimm | Take. Öl, Papier, Holz, Linoleum, Stoff, Leder, Bürste auf Papier, genagelt, 1943. Privatsammlung.


Oskar Schlemmer (1888–1943): Ornamentale Plastik auf geteiltem Rahmen | Ornamental Sculpture on Divided Frame. Holz, farbig gefasst und bronziert, Öl auf Kreidegrund, 1919–23. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.


Ebd., Detail.


Willi Baumeister (1889–1955): Flächenspannung | Planar Tension. Öl und Sand auf Leinwand, 1925 (überarbeitet 1936 oder später). Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Süddeutschland.


Hans Arp (1886–1966): Augen-Nase-Schnurrbart | Yeux-nez-moustache | Eyes-Nose-Moustache. Öl auf Karton, 1928. Hamburger Kunsthalle, erworben 1972.


Barbara Hepworth (1903–75): Modell: Thema und Variationen | Maquette: Theme and Variations. Hartfaserplatte, bemalt, auf Pinienholz, 1970. The Hepworth Wakefield, presented by the artist’s daughters, Rachel Kidd and Sarah Bowness, through the Trustees of the Barbara Hepworth Estate and the Art Fund.


N. N.: Barbara Hepworths Thema und Variationen | Barbara Hepworth’s Theme and Variations. Cheltenham House, Cheltenham, Gloucestershire, 1972. Courtesy Barbara Hepworth, Bowness.


N. N.: Henry Moores Relief am Bouwcentrum in Rotterdam, vor 1966 | Henry Moore’s relief on the Bouwcentrum in Rotterdam, before 1966. Städel-Archiv, Frankfurt am Main, Nachlass Mettel.


Karl Hartung (1908–67): Entwurf für das Wandrelief am Gebäude des Westdeutschen Rundfunks in Köln | Maquette for a Wall Relief, Westdeutscher Rundfunk, Cologne. Gips, ca. 1961–62. Nachlass Karl Hartung.


N. N.: Karl Hartungs Wandrelief am Gebäude des Westdeutschen Rundfunks in Köln (Ausschnitt) | Karl Hartung’s Mural Relief at the building of the Westdeutscher Rundfunk in Cologne (Detail). Zustand 2015.


Julio González (1876–1942): Kaktusmann II | Homme cactus II | Cactus Man II. Bronze, ca. 1939–40. Erworben 1958.


Auguste Herbin (1882–1960): Vierseitiges Relief | Four-Sided Relief. Zement, farbig gefasst, 1921. Hamburger Kunsthalle, erworben 1981.


Ebenda, in der Kunsthalle, lief von Walid Raad: Cottin Under My Feet: The Hamburg Chapter, mit Führung von Walid Raad, 10.8.–12.11.2023.


Epilogue II: The Constables. Installation mit 7 Pigment Inkjet-Drucken, Vliestapete, 2021. Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery Hamburg, Beirut.


Frontispiece II: The Carpet. Installation mit Tapete eines Teppichs, Pigment Inkjet-Drucken, Vliestapete, 2021. Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery Hamburg, Beirut.

Installationsansichten, o. A.:








Frontispiece V: The Spines. Detail, Installation mit bedruckten Holzplatten, 2021. Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery Hamburg, Beirut.


Ebd., Detail.


Frontispiece IV: The Hangs. Installation mit Holzwänden, Farbe, Pigment Inkjet-Drucken, Absperrband, Baustrahler, Farbeimer, 2021. Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery Hamburg, Beirut.


Frontispiece IIIa: The Peaces. Frontispiece IIIb: The Majors and Minors. Detail, Installation mit Vliestapete, ca. 100 Pigment Inkjet-Drucke, 2021. Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery Hamburg, Beirut.


Daniela Zyman und Eva Ebersberger (Hgg.): Walid Raad: Cotton Under My Feed. Ausst.kat. der gleichnamigen Ausstellung, Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid, 6.10.2021–23.1.2022. Köln: Walther König 2022.

S. dazu das Booklet: Walid Raad: The Hamburg Chapter (2023).


Um den Bogen wieder zurück in die Gegenwart im April 2025 zu schlagen, abschließend ein paar aktuelle Ankündigungen und Buchempfehlungen zum Thema China:


Alsbald läuft die nächste und damit die 3. Ausgabe des Chinese Film Festivals, 7.–11.5.2025. (Screenshot der Website.)


Am 15.5.2025 läuft Jia Zhangkes neuster Film „Caught by the Tides 风流一代“ (2024) in den deutschen Programmkinos an. Ich werde ihn mir im Filmraum in Hamburg ansehen.


Liu Cixin: 3 Body Problem. Zeichnung: Cai Xudong, Übersetzung: Sarah Ozolnieks. Splitter 2025.

Liu Cixins Trisolaris-Trilogie ist nicht nur ein eigenes Universum, sondern inzwischen zu einem eigenen Franchise geworden. Neu: Eine Manhua-Adaption, die von Liu selbst beaufsichtigt wird. Der hier abgebildete Band 1 von 10 erschien Ende März, mit den Bänden 2 und 3 soll es im Sommer weitergehen. Die herausragendsten Wissenschaftler:innen der Welt begehen reihenweise Selbstmord, und niemand weiß, warum. Nachforschungen führen zu einer mysteriösen Organisation und einer als Videospiel getarnten Parallelwelt namens „3 Body Problem“ …


Can Xue: Schattenvolk. Erzählsammlung. Übersetzung: Eva Schestag. Berlin: Matthes & Seitz 2024.

Anfangs versucht man noch, sich einen Reim auf alles zu machen – spielt die Geschichte der Maus in einem Versuchslabor? –, und streift dann mit ihr auf Erkundungsreisen durch das Dorf und die seltsamen Gemüter von Mensch und Tier. Der experimentelle, surreale, fantastische Erzählcharakter zieht einen in seinen Sog, der Einfluss von Kafka, mit dem sich Can Xue lange beschäftigt hat, ist wunderbar offensichtlich. Es geht um Ohnmacht und Scham, um Zweifel und die Verklärung der unmittelbaren Vergangenheit, um Zögern und Zaudern, Tod und Lebenssehnsucht. Etwa die Hälfte der Geschichten sind in der ersten Person, aber alle unzuverlässig geschrieben. Und besonders die in der ersten Person sind von weiteren Charakteren stets anders beschrieben als es dem Selbstverständnis der Erzählfiguren entspricht – was diese mal an sich selbst zweifeln lässt, mal von ihr ignoriert oder auch verhöhnt wird. Man weiß nie, woran man ist. Und die Übersetzung ist grandios.


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Freitag, 18. April 2025
Kunst im Sommer 2024


Vor allem in den sonnigen Sommermonaten 2024 war ich ein wenig unterwegs. Ich besuchte und entsprechend geht es bei Bedarf zum selektiven Anklicken hier zu meinen Tagestrips nach: Schleswig, Stade, Husum, Büdelsdorf (Rendsburg) und Lüneburg in Norddeutschland. Und weiter nach Regensburg, nach Berlin und Potsdam, nach Köln sowie auf einen Sprung nach Amsterdam und Haarlem.

Kunstsommer in Norddeutschland

Das Wunderbare am Deutschlandticket ist die Flatrate, mit der man regional in den Öffentlichen unterwegs ist. Ohne Ticketkauf oder Autostau, hat man Ohropax und Lektüre dabei und kann sich an gelegentlichen Blicken aus dem Fenster erfreuen – wenn es etwa über den Nord-Ostsee-Kanal oder die Elbbrücken geht. Und wenn man nicht zur Arbeit pendeln muss, stören einen weder volle Züge noch sporadische Verspätungen. Wer dazu noch zeitlich einigermaßen flexibel ist, kann die Regentage aussitzen und den Sommer im Norden ohne Überhitzung genießen. So kommt man an Orte und erfährt ihre Geschichten, bildet Bezugspunkte, wandelt durch provinzielle Heimatmuseen und entdeckt überall etwas Besonderes. Immer mal wieder gibt es auch Gegenwartskunst.

Manche Kleinstädte wirken leider gespenstisch leer, wie die Rendsburger Innenstadt an einem Samstagnachmittag, oder merkwürdig überdimensioniert, wie Schleswig. Leerstand gibt es mal mehr, mal weniger – ein Beispiel grandiosen Umgangs findet sich in Landau in der Pfalz.


Schleswig



Schloss Gottorf wurde 1161 unter einem gewissen Bischof Occo errichtet und ist seit 1948 Sitz der Landesmuseen Schleswig-Holstein: des Museums für Archäologie, des Museums für Kunst und Kulturgeschichte und seit 2008 des Zentrums für Baltische und Skandinavische Archäologie. Interessanterweise erzählt die Geschichtstafel von der NS-Zeit nur indirekt insofern, dass das Schloss von 1852 an fast hundert Jahre lang als Kaserne genutzt wurde, zunächst als dänische und ab 1864 als preußische Kaserne. Online heißt es, das Schloss sei wie viele Residenzen des Bundeslandes 1945 als vorübergehendes Auffanglager für Geflüchtete genutzt worden, bis dahin militärisch, wie genau, lässt sich für mich auf die Schnelle nicht herausfinden. Die Angaben auf den Bildtafeln sind übrigens größtenteils auf Deutsch und Dänisch – vielleicht macht man das noch in Flensburg so, in Kiel und Eckernförde etwa ist mir diese Zweisprachigkeit bisher nicht begegnet.

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf in Schleswig zeigte Joana Vasconcelos: Le Château des Valkyries, 1.5.–3.11.2024.

Das Schloss der Walküren, so der Ausstellungstitel, hätte passenderweise auch die Vereinnahmung des Schlosses Gottorf durch Vasconcelos’ Walküren lauten können. Separat bespielte sie zum einen anschaulich die Nebengebäude Kreuzstall und Reithalle, besser noch präsentierte sie ihre Arbeiten zwischen historischen Werken im Schloss – zum Beispiel die schwebende Walküre Thyra in der Schlosskapelle. Die Walküren waren das Hauptthema, inspiriert von den Mythen nordischer Kriegsgöttinnen, ausgestattet mit der Macht, Verstorbene zurückzuholen. Vasconcelos greift traditionelles portugiesisches Kunsthandwerk auf, inklusive der lokalen Farben und Muster. Dazu gab es opulente Skulpturen aus Küchengegenständen, ein Herz aus Plastikbesteck, ein Stiletto aus Kochtöpfen. Und der 50. Jahrestag der Nelkenrevolution in Portugal (24.4.2024) war ebenfalls präsent. S. den kurzen Videoclip Opulenz und Feminismus: Joana Vasconcelos auf Schloss Gottorf, in: NDR Kultur, 29.4.2024, 5 Min., verfügbar leider nur bis 26.4.2025.


Joana Vasconcelos & rochebobois, Paris, o. A.


Valkyrie Martha. Handgefertigte Wollhäkelarbeiten, Textilien, Ornamente, LED, Polyester, Sperrholz; in Zusammenarbeit mit Lillee3000 entstanden; 2022–24. Sammlung der Künstlerin.


Ebd., Detail.


Flaming Heart. Handgefertigte Wollhäkelarbeiten, Textilien, Ornamente, LED, aufblasbare Komponenten, Netzgerät, Controller, Polyester, Stahlseile, 2019–22. Sammlung der Künstlerin.


Ebd., Detail.


Valkyrie Marina Rinaldi. Handgefertigte Baumwollhäkelarbeiten, Textilien, LED, Ornamente, aufblasbare Komponenten, Transformator, Stahlseile; mit der Unterstützung von Marina Rinaldi hergestellt; 2014. Sammlung der Künstlerin.


Ebd., Detail.


Ebd.


Pantelmina #1. Handgefertigte Wollhäkelarbeiten, industriell gefertigter Strick, Polyester, Ratschenbandklemme, 2001. Sammlung Caixa Geral de Depósitos, Lissabon.


Finisterra. Handgefertigte Wollhäkelarbeiten, Polyester, auf Leinwand, vergoldeter Holzrahmen, Sperrholz, Eisen, 2018. Sammlung der Künstlerin.


Ebd., Detail.


Big Booby #5. Handgefertigte Wollhäkelarbeiten, industriell gefertigter Strick, Polyester, rostfreier Stahl, 2019. Sammlung der Künstlerin.


Red Independent Heart #3 (AP). Detail, lichtdurchlässiges Kunststoffbesteck, lackiertes Eisen, Metallkette, Motor, Netzteil, Soundanlage; Lieder gesungen von: Amália Rodrigues; 2013. Stiftung Joana Vasconcelos, Lissabon.


Ebd., Detail.


Marilyn (AP). Pfannen und Deckel aus rostfreiem Stahl, Beton; in Zusammenarbeit entstanden mit Silampos, S. A.; 2011. Sammlung der Künstlerin.


Valkyrie Thyra. Handgefertigte Wollhäkelarbeit, Textilien, Ornamente, LED, Polyester, Ventilatoren, Microcontroller, Transformator, Stahlseile; in Zusammenarbeit hergestellt mit Dior, Paris; 2023. Sammlung der Künsterlin.


Ebd., Detail.


O. A.


Ebd.

S. dazu – unweit der NordArt – im Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf Vasconcelos’ Teekanne Ostfriesland, 1.5.–3.11.2024.

Eine lokale Gegenwartsausstellung war von Anja Schindler: Spiegel der Welt, Interventionen, 9.3.–6.10.2024. Mutig, dass sie es sich und dass das Museum es sich getraut haben, dies neben Joana Vasconcelos auszustellen, aber vielleicht handelt es sich nur über eine zufällige zeitliche Überschneidung:


O. A.


O. A.


O. A.


O. A. Im Plöner Saal (Tischler: Christoph Biss, o. J.).

Werke der Dauerausstellung im Schloss, an verschiedenen Orten untergebracht:


Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553): (Links:) Martin Luther. (Rechts:) Philipp Melanchton. Beide: Öl und Tempera auf Buchenholz, 1543. Dauerleihgabe aus Privatbesitz.


Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553): (Links:) Martin Luther. (Rechts:) Katharina von Bora. Beide: Öl und Tempera auf Buchenholz, 1526. Dauerleihgabe aus Privatbesitz.


N. N.: Bärenjagd vor einem Lustschloss. Detail, Bildteppich, Leinenkette, Schuss aus Wolle und Seide, flämische oder niederländische Manufaktur, 2. Hälfte 16. Jh. Erworben mit Hilfe der Kreissparkasse Schleswig-Flensburg, 1995.


N. N.: Landknecht und nackte Frau. Eckkachel mit Relief, Ton, bleiglasiert, süddeutsch, um 1510.


Franz Hogenberg (1535–1590) nach Daniel Freese (1540–1611): Ansicht der Stadt Segeberg. Radierung, vor 1588.


Minka Zimmermann (1914–2018): Helle Flechtfigur mit schwarzen Streifen. Kunststoff, 1988. Dauerleihgabe Freundeskreis Schloss Gottorf e. V. Eine weitere Intervention als Gastbespielung der historischen Bauernstube aus Schönberg (Probstei).


Hinrich Sextra II. (Schnitzer): Lübecker Weinstube aus dem Haus Untertrave 75, Lübeck, von 1644. Um 1900 aufgegeben und nach Schleswig überführt.


Ein Deckenblick.


Weiterer Deckenblick.


O. A.


Berliner Werkstatt: Prunkschlitten Zar Peters III. von Russland. O. A., Mitte 18. Jh. Der Schlitten ist möglicherweise ein Geschenk des Preußischen Königs Friedrich II., Dauerleihgabe aus Privatbesitz, 2018.


Stockelsdorf, Ofenaufsatz aus Schloss Hasselburg, Kreis Oldenburg, um 1780. Feuerkasten aus Gusseisen ergänzt. Der Ofen zeigt in seiner Bemalung die in der Rokokozeit beliebten Chinoiserien, 1931.


Ebd., Detail.

Weil ich das erste Mal hier war, habe ich mich natürlich auch über Vasconcelos hinaus umgeschaut und war wirklich sehr angetan vom Gesamtauftritt.

Die Räume weiter durchstreifend, gelangte ich irgendwann ins Obergeschoss zur sogenannten Sammlung Guldager. Da ich vor Ort und auch online nirgends einen Hinweis auf mögliche Restitution oder wenigstens Überprüfung zur Provenienz der Objekte fand – abgesehen davon, dass das Ehepaar Guldager sie bei ihren Ausflügen (in den Jahren …?) zusammengetragen hatte –, schrieb ich dem Museum eine Mail. Mir wurde mitgeteilt, dass es Provenienzforschungsprojekte gebe, deren Abschlussberichte auf der Website des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste (DZK) abrufbar seien, und dort 31 Objekte in der Sammlung der Stiftung Rolf Horn, die sich als Leihgaben im Haus befänden. Keine davon kämen aus der Sammlung Guldager, die ebenfalls aus der Stiftung Rolf Horn stammten, eingerichtet vom Museum für Archäologie. Ich wurde auf folgende Sammlungspublikation verwiesen, die ich jedoch nicht eingesehen habe: Stiftung Reinhardt und Johanna Guldager (Hg.): Die Ganzheit als Ziel. Heide: Boyens 1999. Darüber hinaus erhielt ich als Anhang der Mail die „Drucksache 19/2005 des Schleswig-Holsteinischen Landtags“, die „Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordneten des SSW: Aufarbeitung der Europäischen und Deutschen Kolonialgeschichte in Schleswig-Holstein“, die an sich ganz interessant ist, aber die Sammlung Guldager nicht erwähnt. In der Mail hieß es weiter, dass derzeit nicht bekannt sei, ob die Stiftung Guldager darüber hinaus Provenienzforschungsprojekte plane.

Das Thema ist also schon einmal präsent, was von einem Landesmuseum definitiv erwartet werden darf, aber bei der aktuellen Ressourcenknappheit wohl doch als positiv hervorgehoben werden muss. Entsprechend gilt mein Dank auch dem Museum für die rasche Beantwortung meiner Mail. Trotzdem hat mich der Umgang vor Ort verwundert. Die Bildtafeln sahen aus, als wären sie seit Jahrzehnten nicht bearbeitet worden (ein möglicher Hinweis auf das letzte Jahrtausend, falls nicht Traditionalist·innen am Werk waren, ist die Nutzung der alten Rechtschreibung, etwa „Guß“). Obwohl ich kein Fan der seit ein paar Jahren Überhand nehmenden Triggerwarnungen bin (Achtung: Penis, Nippel, Sex; Achtung: Flashlight; Achtung: Könnte Ihre/ deine Gefühle verletzen usw.), und bevor man diese Objekte nicht ausstellt, würde ich hier allerdings wenigstens einen Hinweis erwarten, dass man bislang keine Aufarbeitung vorgenommen habe, aber hoffe, in Zukunft Gelder dafür eintreiben zu können. Etwas in der Art. Ich kann die folgenden Bilder nicht posten, ohne das Fass zuvor erwähnt zu haben. Und die Skulpturen sind sehr ergreifend, seht selbst:


Installationsansicht.


(Links:) Ahnenfigur Lobi. 27x6x4,5cm, Holz, Burkina Faso, Gaoua, o. J.
(Rechts:) Lobi. 34x6,5x6cm, Holz (vène, Eisenholz), Burkina Faso, Region Kampti, o. J.
Hier fragt man sich unweigerlich, ob solche Figuren überhaupt am Hals aufgespießt werden dürfen (kommt der Riss der linken eventuell daher) und ob ihnen eine Schlinge um den Hals gelegt werden darf?


Für diese und die folgenden Skulpturen lautet die Info: Bobo-Fing. Verschiedene Größenangaben, u. a. 33x8x5,5cm (hier die linke Figur), Bronze (Gelbguss), Burkina Faso, Djibasso u. a., o. J.

Zu diesen und den nächsten Exponaten steht „Skulptur (Fetisch)“ als relativ lapidare Beschreibung, also Götzendarstellungen. Hier schlummern Geschichten, die es sich bestimmt zu erzählen lohnt – und deren Objekte möglicherweise andernorts vermisst werden.


Burkina Faso, Tansilla.


(Links:) Burkina Faso, Tansilla. (Rechts:) Burkina Faso, Djibasso.


O. A., Nr. 530.


O. A., Bronzeskulpturen, 1970er Jahre.

Rabiater Schwenk, in der Nähe gab es dann die Moorleichen, für die das Schloss berühmt ist, und Objekte aus der Eisenzeit (500 v. Chr. –600 n. Chr.):


Lederschuhe (etwa Größe 38) der Moorleiche von Damendorf.
Diese Schuhe würde ich selbst zu gern tragen.


Schautafel: Anleitung zum Knoten.
Das fand ich ganz witzig und würde es wohl nachmachen, wenn ich noch lange Haare hätte.

Im angrenzenden Schlosspark:


Parkansicht.


Jan Koblasa (1932–2017): Vier Boten – Christus. Bronze, 1988/ 1990. Stiftung Rolf Horn.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Schloss von hinten.

Das Areal ist riesig, die Parkanlage erstreckt sich weit über das Schloss hinaus und ist unbedingt einen Ausflug wert (s. hier mehr zum Gottorfer Globus und Barockgarten):


Der Herkulesteich mit der Replik der Herkulesskulptur, angelegt zu Zeiten Herzog Friedrichs III. (reg. 1616–59). Wiederherstellung des Teiches 1997, Neuaufstellung der Herkulesskulptur, Replik, 1997, Erneuerung des Globusgartens 1999, Nachbau des Gottorfer Globus und Aufstellung im 2003–05 errichteten, modernen Globushaus mit Einweihung 2007.


Herkulesskulptur, Replik.


(Vorne rechts:) Jörg Immendorff (1945–2007): Malerstamm – Constantin. Bronze, 2002. Leihgabe aus Privatbesitz.


Ders.: Malerstamm – Kurt. Bronze, 2002. Leihgabe aus Privatbesitz.


Ders.: Malerstamm – Jörg. Bronze, 2002. Leihgabe aus Privatbesitz.


Johannes Brus (*1942): Elefantenkopf. Beton, Polyester, Kautschuk, 2009–10. Schenkung Prof. Dr. h.c. Günther Fielmann.


Blick vom Globushaus gen Teich.


Blick vom Globushaus gen Barockgarten.


Globus, Detail.
Die VR-Version im Schloss von Globushaus und Globus fand ich sogar besser als das (nachgebaute) Original.

Außerhalb des Schlosses Gottorf:


Waldemar Otto: Der Gehenkte. Bronze, 1993.
Mahnmal für die Opfer der NS-Justiz vor dem Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht in Schleswig, Inschrift: „Den Opfern der Willkürjustiz 1933–45“.




O. A.


O. A.

Mein Tag endete in einem Lokal am Strand der Schlei mit dieser, im Schlossshop erworbenen Lektüre:


Walt Disney Lustiges Taschenbuch Spezial: Kunst in Entenhausen. Berlin: Disney 2023.


Stade



Im Kunsthaus der Museen Stade lief Marinella Senatore: Together We Stand, 8.6.–8.9.2024.


Alliance des corpes | Bodies in Alliance. Metall, Holz, PVC, LED-Lampen, 2021.


We Rise by Lifting Others. Glasröhren mit quecksilberfreiem Gasgemisch (greeNeon) und gegossenem Methacrylat, montiert auf lackierter Stahlplatte, 2022.


Protest Bike. Fahrrad, Lautsprecher, Reklametafeln, 2018.
Text: „There is more than one way to be patience“.


Ebd., Detail.


Make It Shine. Collage, Mischtechnik auf Baumwollpapier, 2023.


Wandtext von Marinella Senatore: „Kunst sollte, ideologisch gesprochen, ohne ein Ziel sein, aber sie kann nicht ohne einen Zweck sein. Zumindest ist das meine Wahrheit. Als Künstlerin mache ich etwas, um Konsequenzen zu schaffen.“


Opera! Collage, Mischtechnik auf Baumwollpapier, 2023.


Installationsansicht.


Everybody Can Be Pussy Riot. Spiegel-Acryl, Gipsbüste, Acrylfarbe, „Pussy Riot-Balaclava“, 2019.


Protest Forms: Memory and Celebration. Detail, Stickerei auf Theatersamt, o. J.
Text: „Forms of protest by oppressed minorities re-emerge from the past / I won’t do what you tell me life had just begun“.


It’s Time to Go Back to the Street. Detail, Grafit und Kohle auf säurefreiem Papier, 2019.
Text: „保民生 撤惡法 穩經㴒 [Schutz der Lebensgrundlagen der Menschen, Beseitigung schlechter Gesetze, Stabilisierung der Wirtschaft] / Do you hear the people“.


Ebd., Detail.
Text: „In 100 years? The time for equality is now!“


I Contain Multitudes. Glasröhre mit quecksilberfreiem Gasgemisch (greeNeon), LED-Band, gegossenem Methacrylat, montiert auf elaxiertem Aluminium, 2022.


We Rise by Lifting Others. Glasröhren mit quecksilberfreiem Gasgemisch (greeNeon) und gegossenem Methacrylat, montiert auf lackierter Stahlplatte, 2022.



Der Schwedenspeicher und links davor: Der Kunstkudder, älteste erhaltene Alsterschute von 1904, Neugestaltung der Außenhaut durch das Berliner Kollektiv 44flavors, seit 2024 unter anderem als jährliches Artist in Residence Programm für drei Monate jeweils im Spätsommer genutzt.

Der Schwedenspeicher wurde aufwendig neu konzipiert, die Ausstellung im 2. Stock: 2014, die im 1. Stock: 2010. Beide wirken nach über zehn Jahren immer noch erstaunlich frisch. Nicht jede interaktive Medieninstallation reagiert weiterhin auf Berührungen, aber man kann sich hier eine gute Weile aufhalten und sich zum Beispiel in die zahlreichen, anschaulichen Infografiken vertiefen.


Installationsansicht im Erdgeschoss. Das benachbarte Heimatmuseum Stade hat mit einer Sonderausstellung über die Geschichte des Hauses und die Rettung seiner Sammlung im Schwedenspeicher eine vorübergehende Bleibe gefunden und präsentiert hier dokumentarisch die Arbeitsschritte der Zwischenlagerung und Inventarisierung, seit 22.6.2024.


Geldkatze. Leder, Eisen, ca. 1800.
So eine Bauchtasche würde ich auch tragen.

1. Stockwerk: Die Hanse.


Installationsansicht.


Knaggen. Bungenstraße 1, 1. Hälfte 16. Jh.


Ebd., Detail.


Hafengrabung, Frühe Neuzeit.
Text: „Diese Schälchen verwendeten Maler für ihre Farben.“


Sammelbüchse der Kaufleute- und Schifferbrüderschaft.
Inschrift: „Bedencket die Seefahren Armen so wirdt sich Gott über evch erbarmen A(nno) 1694“.


Beispiel einer der zahlreichen Infografiken. Hier mit Routen von Stade nach Rom.

2. Stockwerk: Ur- und Frühgeschichte.


Installationsansicht.


Statuette des Jupiter. Warstade, 2.–3. Jh. n. Chr.







Richard Horus Engels (1914–1991): Vom Fischer und seiner Frau. Bronze, 1980. Nach Philipp Otto Runges (1777–1810) gleichnamigem Volksmärchen (in vorpommerischer Mundart in verschiedenen Versionen etwa: Van den Fischer un siine Fru). Brunnen am Pferdemarkt.


Das Fuchsloch in Stade oder, laut Google Maps, der Fuchsbau der Schwedenburg, am Salztorswall am Burggraben. Ein unterirdisches Gewölbe, erstmals mit dem Bau der Bastionen in schwedischer Zeit im 17. Jh. erwähnt, auf dem Festungsplan von 1775 als „Fuchsloch Ravelin“ eingezeichnet, ursprünglich als Wasserabfluss gebaut, vermutlich mit Zweitnutzung als Poterne, also einem unterirdischen, bombensicheren Festungsgang, und als Fluchttunnel. Laut Zeitungsberichten von 1950 als Abenteuerspielplatz von Kindern genutzt. Einer der erhaltenen Gänge soll knapp 200m gemessen haben, der Eingang wurde zufällig bei Bauarbeiten des neuen Kreishauses freigelegt und im Anschluss rekonstruiert, o. J.


Husum

Nach Husum fuhr ich, weil ich mich durch Kirstin Höllers Roman angeregt auf die Spuren der Geschichte der untergegangenen Nordseeinseln und dem Mythos von Rungholt machen wollte. Am 16.1.1362 schlugen die Wassermassen über die Deiche und brachen sie. Die Siedlung Rungholt ging in der „Groten Mandränke“, dem großen Ertrinken, auch die Zweite Marcellusflut genannt, mit sieben anderen Gemeinden im nordfriesischen Wattenmeer unter. Rungholt wird im Laufe der Zeit mit Sagen ausgeschmückt. Über die Jahrhunderte hinweg und besonders Anfang des 20. Jh. gab das Meer immer wieder Überreste von Warften, Gebäudefragmenten und Zisternen im Watt frei und befeuerte diese einmal mehr. 2023 wurden dann die Grundmauern der lange verschollenen Hauptkirche entdeckt.


Kristin Höller: Leute von früher. Berlin: Suhrkamp 2024.

Als Reste des mittelalterlichen Küstenabschnitts und der späteren Insel Strand blieben nach der nächsten einschneidenden Sturmflut von 1634, der Burchadiflut, nurmehr die Nordseeinseln Nordstrand und Pellworm und die Hallig Nordstrandischmoor übrig, die restlichen Gebiete wurden Wattenmeer. Vor der Sturmflut 1362 gehörte der florierende Handelsort Rungholt zur Landschaft Strand, einem Teil der seit der Wikingerzeit von Friesen besiedelten Uthlande. Die Bevölkerung Rungholts wird auf mindestens 1 500–2 000 Einwohner·innen geschätzt – im Vergleich dazu lag die Zahl Hamburgs damals bei 5 000. Reich an Menschen, wurde der Rungholt nachgesagte Reichtum auf seinen Untergang folgend immer größer und fantastischer. Es entstanden Geschichten über den Zorn Gottes ob der Rungholtschen Prunksucht, die Vorwürfe zählten Lasterhaftigkeit und Respektlosigkeit gegenüber der Kirche auf. Eines trunkenen Übermuts nach soll ein Pfarrer gedrängt worden sein, einem alkoholisierten Schwein die Sterbesakramente abzunehmen. Doch er habe in die Kirche fliehen und von der anstehenden Katastrophe träumend die Insel rechtzeitig verlassen können. Seither, so heißt es, seien die Glocken dieser Kirche bei ruhigem Wasser zu hören und alle sieben Jahre tauche die Stadt in der Nacht der Sommersonnenwende aus dem Meer auf.


Walter Rössler (1904–96): Klabautermann. Bronze, o. J. Am Eingang des Nissenhauses.

Das Nordfriesland Museum: Nissenhaus zeigt Dauerausstellungen zu Deichbau, Küstenschutz und Sturmfluten und zur nordfriesischen Wohnkultur sowie gelegentliche Sonderausstellungen. Und es erzählt vom Leben im sagenumwobenen Rungholt, der versunkenen Stadt, dem „Atlantis der Nordsee“.

Für ein Heimatmuseum fand ich das Ganze recht gut gemacht. Die präsentierten Hintergrundvideos waren mit 2016 angegeben, vermutlich fand also um den Dreh eine Neukonzipierung statt. Dazu gab es ein paar Audios, alle mit Hörmuscheln ausgestattet, sowie eine soundlose, animierte Infografik, deren Jahresdaten der Sturmfluten man anwählen konnte. Ein paar Ausschnitte daraus folgen unten, hier zunächst ein Fundstück, das aus Rungholt stammen soll und weitere Erzählbahnen zieht:


Gefäßflöte, sogenannte Okarina. Ton, 14.–15. Jh.
Begleittext: „Die Tonflöte gelang vermutlich im 14. Jh. über den Fernhandel nach Nordfriesland und ist höchstwahrscheinlich der, in der Zweiten Marcellusflut 1362, untergegangenen Siedlung Rungholt zuzuordnen. / Als Wattfund wurde die Flöte nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die Sammlung des Museums aufgenommen. Angaben zu ihrer Herkunft blieben bislang ungeklärt und lassen folglich Raum für Fantasie. / In der Erzählung Diana und der Flötenspieler (1954) des Schriftstellers Alfred Andersch wird der Fund auf einen englischen Piloten zurückgeführt. Dieser muss in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges über der Nordsee notlanden und findet des Nachts im Watt eine Flöte. Er beginnt auf ihr zu spielen, nichts ahnend, dass die Flut ihn und seinen Zufluchtsort bald überspülen wird. Glücklicherweise hört die, in der Nähe auf der Hallig Südfall wohnende Gräfin Diana Reventlow-Criminil sein Flötenspiel und rettet schließlich den Piloten vor der steigenden Flut.“


Krug aus dem Watt bei Südfall. Einheimische Grauware, 1. Hälfte 14. Jh.


Infografik, Detail: Küstenverlauf um 1500, in Gelb der Landverlust.


Ebd., Detail, Blau die überfluteten Gebiete: Die Flut vom 24. auf den 25.12.1717 überraschte die Menschen im Schlaf.


Ebd., Detail, Blau die heute überflutungsgefährdeten Gebiete.
Heute baut der LKN.SH, der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Deiche und reguliert die Wassermassen. Eine fast durchgehende Deichlinie sichert inzwischen die Nordseeküste gegen den „Blanken Hans“, eine lokale Bezeichnung für schwere Sturmfluten. Seit 1825, heißt es in den Grafiken, ist niemand mehr bei einer Sturmflut ertrunken. Seit 2012 werden sogenannte Klimadeiche gebaut, die bis zu 130m breit und 9m hoch sind und mit Ausbaureserven erhöht werden können, sollte der Meeresspiegel um 1,5 oder gar 2m steigen.


Modell eines Schneidkopfsaugbaggers. Maßstab 1:50, 28m Länge, 4660cbm/h Pumpenleistung, beispielsweise bei den Deichbauarbeiten am Friedrich-Wilhelm-Lübge-Koog 1954 im Einsatz.


Raffael Rheinsberg (1943–2016): Die Dinge der endlichen Ewigkeit. Stahl, Bohrproben in Weckgläsern, 1997. Erworben 2014.


Ebd., Detail.

Das Museum hat mir gut gefallen. Zwischendurch trifft man auf Tafeln wie eine mit der Überschrift „Die Friesen kommen“, dort steht dann: „Um 700 n. Chr. kamen Friesen von der südlichen Nordseeküste in das Gebiet, das später ‚Nordfriesland‘ genannt wurde. Sie besiedelten vor allem die Geestinseln und etwa 300 Jahre später, in einer zweiten Welle, die Marschgebiete. / Nach der ‚Groten Mandränke‘ [dem großen Ertrinken] von 1362 ließen sich die Friesen auch auf dem sicheren Geestrand nieder. Hier trafen sie auf den dänischen Volksstamm der Jüten. Vom 14. Jh. an kamen schließlich deutsche Einwanderer ins Land.“


Die friesischen Dialekte: Sölring, Fering, Öömrang, Halunder, Halifreesk, Wiringhiirder freesk, Bökinghiirder frasch, Kårhiirder fräisch, Nordergooshiirder fräisch, Madelgooshiirder freesch, Süürgooshiirder freesch (ausgestorben um 1980).


Biblische Darstellungen („Historien“) im Kreis, mit Eckornament „Ochsenkopf“.
(Links, v. o. n. u.:) 1. Joseph und Potiphas Weib. 1. Hälfte 18. Jh. Herkunft: Harlingen, Provinz Friesland, Niederlande. 2. Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld. Mitte 18. Jh. Herkunft: Makkum, Provinz Friesland, Niederlande. 3. Die Auferstehung. Vermutlich 18. Jh. Herkunft: Harlingen, Provinz Friesland, Niederlande.
(Rechts, v. o. n. u.:) 1. Die Heilung des Gelähmten zu Betesda. Mitte 18. Jh. Herkunft: Makkum, Provinz Friesland, Niederlande. 2. Die Verkündung der Geburt Jesu an Maria. Vermutlich 18. Jh., Herkunft: Friesland, Niederlande. 3. Die Auferstehung. Vermutlich 18. Jh. Herkunft: Harlingen, Provinz Friesland, Niederlande.


Fassade im Innenhof, o. A.



Schloss vor Husum.



Das Poppenspäler Museum im Schloss Husum zeigt eine kleine Auswahl ihrer Figurentheatersammlung.


Antje Hohmuth (Figuren und Kostüm), Puppentheater Rosi Lampe (Bühne): Stück: Stein und Rose. Figuren: Hinzelmeier, Rosenjungfrau, Wirt, Rabe. Gestaltet 1998–99, gespielt bis 2016. Schenkung von Rosi Lampe.


Ebd., Detail.


Gustav Dubelowski-Gellhorn (Figur): Stück: Die Regentrude (nach Theodor Storm), Figur: Ekke Nekkepen. Gestaltet 1990, gespielt bis 1991. Schenkung von Gustav Dubelowski-Gellhorn.


Michaela Bartonova (Figurendesign), Antonin Müller (Figurenbildner), Renate Müller (Kostümbildnerin), Windsbacher Puppentheater (Bühne): Stück: Mein Anatewka, Figuren: Bürgermeister, Lejser-Wolf, Bejlke, Polizist. Gestaltet 1994, gespielt bis 2000. Schenkung von Markus Dorner.



Adolf Brütt (1855–1939): Asmussen-Woldsen-Denkmal. Bronzefigur, 1902 (Umsetzung um 3m, 1965).
Der „Tine-Brunnen“ auf dem Marktplatz gilt als Wahrzeichen der Stadt.


Sturmflutwasserstände am Sperrwerk von der Nordsee in die Husumer Au, am Husumer Hafen.


Husumer Hafen.


Ebd.



Im Zug über den Nord-Ostsee-Kanal, in DB-Fensterfärbung.


Büdelsdorf bei Rendsburg: NordArt

Die NordArt feierte 2024 ihr 25. Jubiläum, im Kunstwerk Carlshütte, dem Gelände der ehemaligen Eisengießerei, mit einem Sonderprojekt zu China und einem zur Mongolei, 1.6.–6.10.2024.


Installationsansicht der Chinahalle.


Ebd.


Huang Min 黄敏 (China): Untitled No 1. Oil on canvas, 2019–20.


Lilya Corneli (Armenia, Germany, Netherlands): Series To Be a Muse – Vermeer. Photography on canvas, edition 5, 2020–24.


Dies.: Installationsansicht.


Wolfgang Stiller (Germany): Matchstick Men. Wood, polyurethane, metall, 6 parts, 2015–22.


Ebd., Detail.


Jaroslav Drazil (Germany): Adenauerplatz 1–3. Acrylic and oil on canvas, 2023–24.


Diego Palacios (France, Chile, Germany): (Links:) Shuffled Intimacy. Oil on canvas, 2021.
(Mitte:) Evasive Reunion. Oil on canvas, 2023.
(Rechts:) The Returning Ones. Oil on canvas, 2023.


Songnyeo Lyoo (South Korea, Germany): Safe Nest #02. Ink and pigment on hanji, 2023.


Dies.: Trans-Space #01–#02. Ink and pigment on hanji, 2020.


Dies.: Trans-Space #03. Ink and pigment on hanji, 2020.


Esben Fog (Danemark): Piranesis Prison. Photo on canvas, 2023.


Nguyen Dinh Vu (Vietnam): Spring, Summer, Autumn, Winter #3. Acrylic on canvas, 3 parts, 2023.


Guadalupe Valdés Raczynski (Chile): Cavity. Oil on canvas, 2019.


Willi Reiche (Germany): Von der Wiege bis zur Bahre: 12 Aspekte menschlichen Daseins, kinetisch interpretiert | From Cradle to Grave. Detail, kinetic work, 12 parts, o. J.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Diego Palacios (France, Chile, Germany): Evasive Reunion. Oil on canvas, 2023.


Miao Xiaochun 缪晓春 (China): Restart. Filmstill, video, 2008–12.


Ivan Milenkovic (Serbia): Laptop Light 12. Oil on canvas, 2023.


Gisela Krohn (Germany): Translucent Nature. Oil and ink on canvas, 2024.


Katerina Belkina (Russia, Germany): (Links:) Red in the Hotel. (Rechts:) Mars. Beide: Photography, archival pigment print, Dibond mound, edition 5, 2023.


David Černý (Czech Republic): KITS „Adam“. Fibreglass, plastic, 1994.


Ebd., Detail.


Ders.: KITS „Jesus Christ“. Fibreglass, plastic, 1994.


Sven Windszus (Germany): Crank of Forgiveness. Filmstill, interactive video installation, oak wood, aluminium, electronics, 2022.


Dulguun Dagvadorj (Mongolia): Iron Portraits 1–10. Detail, iron, rust, mirror finish, 2023.


Dagvadorj Sereeter (Mongolia): Bottles. Iron, rust, 4 parts, 2023.

Im Skulpturengarten:


Paulo Neves (Portugal): Roda. Marble from Esremoz, Portugal, 2021.


Jan Koblasa (Czech Republic, Germany): Wailing Wall. Bronze, granite, 1973.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Wolfgang Gramm (Germany): Lili Marleen. Detail, wood, steel, gravel, street lamp, 1998.


Jan Dostál (Czech Republic): Creature. Steel, 2019.


Veronika Dierauer (Switzerland): Safe? Carrara marble, 2023.


(Vorne:) O. A.
(Hinten links:) Dulguun Barbold (Mongolia): Reflection. Wood and mirrored glass, 2020.


Zdeněk Šmíd (Czech Republic): Crystal. Stainless steel, 2024.


Alexander Taratynov (Russia, Netherlands): Nightwatch (after Rembrandt). Bronze, 2006.


Ebd., Detail.


Ebd.


Erdil Yaşaroğlu (Turkey): Stray Dog. Polyester, concrete coating, 2023.


Zdenka Saletová (Czech Republic): Embrace. Anroechter green stone, 2005.


Ebd., Detail.


Ebd., in Aktion, mit Dank an Marie.


Wolfgang Gramm (Germany): Shepard & Sheeps. Detail, granite, 6 parts, 2003.
Ergreift mich jedes Mal wieder.


Takeshi Tanabe (Japan): To Händel’s Water Music. Detail, boulders, 3 parts, 2017.


Lüneburg

Im Museum Lüneburg: Natur, Mensch, Kultur, zur Kulturgeschichte, Archäologie und Naturkunde der Hansestadt und der Region Lüneburg vom Erdaltertum bis heute:


O. A.


Ebd.
Solche Gebilde poste ich – und schicke sie enthusiastisch meinem handwerklich begabten, an ihren Häusern herumwerkelnden, wenn auch mit sehr unterschiedlichem Ästhetikverständnis ausgestatteten Familienkreis – zur Inspiration.


In die zahlreicher werdenden VR-Aufbereitungen, die ich immer wieder auf meinen Besuchen in Heimatmuseen antreffe, sehe ich stets gern und meistens recht begeistert. Foto von meiner Mutter, von meinem Vater und mir in Einheitskleidung.

Im Deutschen Salzmuseum, das „tausend Jahre Salzgeschichte“ bietet, gibt es ein Päckchen Salz zum Ticket. Das fand ich sehr lieb, ansonsten war der Auftritt leider etwas verstaubt.





Vor dem Museum Lüneburg steht eine der 17 „Bänke gegen Rassismus“ (alternativ mit der Gravur „Kein Platz für Ausgrenzung!“), die auf Initiative der Geschichtswerkstatt Lüneburg e. V. seit 2023 in Lüneburg aufgestellt worden sein sollen, o. A.
Text: „Kein Platz für Rassismus!“
Ich finde die Aktion großartig und gleichzeitig gruselig. Lisa ergänzt, paraphrasiert: Gruselig wegen des Backlashs, Rassist·innen zu canceln? Genau, denn ich dachte unweigerlich an Bänke, Toiletten, Straßenbahnnutzung, die einst Schwarzen und Juden und Jüdinnen vorenthalten wurde. Aber vielleicht muss man das für dieses mehr als valide Statement aushalten.


Regensburg

Auf eine Stippvisite in die Stadt der Kaiser und Könige, wie sich Regensburg nennt – für mich ohne Thurn und Taxis, so auch, da weit draußen vor der Stadt liegend, ohne Pilgern gen Walhalla, der Gedenkstätte deutscher Persönlichkeiten, dafür in wundervoller Gesellschaft.

Regensburg gilt aufgrund der Versieglung von 54% der Stadt und zu wenig „Grünvolumen“, wie es heißt, – besonders der Altstadt, würde ich hinzufügen, – als heißeste Stadt Bayerns und, laut Deutscher Umwelthilfe, als drittheißeste Stadt Deutschlands, Stand: Juli 2024. Und tatsächlich war es nicht wirklich schlau, sich hier Mitte Juli herumzutreiben. Schön wars trotzdem.


Dom St. Peter zu Regensburg, Gotik, Baubeginn 1275, ab 1450 überdacht und nutzbar, vervollständigt 1869.







Die Schmähplastik der antisemitischen sogenannten „Judensau“ von um 1330 an der Südseite des Doms, ausgerichtet auf das ehemalige Judenviertel am Neupfarrplatz, erhielt 2005 ein Hinweisschild, 2023 ein neues mit diesem: QR-Code. Ich kann mich immerhin dagegen entscheiden, das Relief hier abzubilden.

Dann ging es hinter den Dom in die Staatliche Dombauhütte (seit 1923) – habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, wie sehr ich Gargouilles und die Welt der grotesken Wasserspeier liebe?:








Den Kleinen hätte ich gern für meine Selbstgespräche auf meinem Schreibtisch stehen.



In der Altstadt:


Goliath-Haus, erbaut nach Mitte des 13. Jh., mit Fresko von Melchios Bocksberger: David und Goliath, 1573 (wiederholt erneuert).


Weiße-Lamm-Gasse, den Tafeltext am Haus: „Hier im ehemaligen Gasthaus zum weissen Lamm wohnte GOETHE am 4. Sept. 1786.“ finde ich lustig, und nebenan trank der Meister einen Kaffee, schwarz, ohne Milch oder Zucker.


Die Steinerne Brücke mit Blick auf die Altstadt und Brückturm (links), 12. Jh., 310m, 16 Bögen, verbindet die Stadtteile Stadtamhof und Altstadt, sie soll als Vorbild für die Prager Karlsbrücke gedient haben.


Auf der Steinernen Brücke das sogenannte „Bruckmandl“, das Brückenmännchen. Original unbekannt, Grünsandstein, 1446, Kopie von Anton Blank (Skulptur) und Michael Mauerer (Entwurf der Säule), Kalkstein, 1854, 2018 saniert. Das Bruckmandl schaut einer Sage zufolge als Figur des Brückenbaumeisters besorgt gen Baufortschritt des Doms.




Zwei kleine Momente Gegenwartskunst:


Danilo Milovanović aka DNLM: Translated Standards. Detail, Installation als „Air Intervention“ am Schwanenplatz, 28.6.–30.9.2024, Projekt der donumenta, einer Regensburger Initiative für Kunst an der Donau. Foto von Martha.


Das Schaufenster vom zentrumfürkurzekunst (zfkk) hat auf jeden Fall eine sehr schöne Adresse: Bäckerei Teufel – Tor zur Hölle, in der Ostengasse 21.



Keplerdenkmal, für den Astronomen Johannes Kepler (1571–1630), Monopteros errichtet 1808, nahe Bahnhof.


Entlang der Donau eine alte Druckerei.


Das Haus der Bayerischen Geschichte mit den Zwillingstürmen des Regensburger Doms im Hintergrund.


Graffiti: „I can’t breathe“.




Berlin

Das wunderschöne Georg Kolbe Museum zeigte Noa Eshkol: No Time to Dance, mit Yael Bartana, Omer Krieger, Sharon Lockhart und Ayumi Paul, 15.3.–25.8.2024.


Installationsansicht.


(Wand:) Noa Eshkol: The Four Seasons | Die vier Jahreszeiten. Baumwolle, Sisal, Wolle, Lurex, Viskose, Lamé Satin, Polyester, Jersey, Baumwollkrepp, Seidentaft, 1980. Courtesy of The Noa Eshkol Foundation for Movement Notation, Holon, Israel, und neugerriemschneider, Berlin.


Noa Eshkol: (Links:) Japanese Screen | Japanischer Schirm. Verschiedene Textilien, Nadeln, 1996.
(Oben:) Homage to David Hockney 1 (Vase in a Window) | Hommage an David Hockney (Vase im Fenster). Baumwolle, Seidenpongée, Honanseide, Seidengaze, Wollkrepp, Kord, 1990.
(Rechts:) Birds in the Desert 1 | Vögel in der Wüste 1. Detail, Baumwolle, Leinen, Jersey, Kreppstoff, 2003.
Alle: Courtesy of The Noa Eshkol Foundation for Movement Notation, Holon, Israel, und neugerriemschneider, Berlin.


Noa Eshkol: Birds in the Negev | Vögel in der Negev. Verschiedene Textilien, 1996. Courtesy of The Noa Eshkol Foundation for Movement Notation, Holon, Israel, und neugerriemschneider, Berlin.


Noa Eshkol: Queen of Sheba’s Sea | Das Meer der Königin von Saba. Baumwolle, Seide, Viskose, Acryl, Polyester, 1982. Courtesy of The Noa Eshkol Foundation for Movement Notation, Holon, Israel, und neugerriemschneider, Berlin.


Sharon Lockhart: Models of Orbit in the „System of Reference, Eshkol-Wachmann Movement Notation“ System: Sphere Seven at Three Points in its Rotation | Modelle der Orbits des Referenzsystems, Eshkol-Wachmann Bewegungsnotationssystem: Sphäre Sieben am dritten Punkt der Drehung. Fotos, 2011. Courtesy of artist und neugerriemschneider, Berlin.


Yael Bartana: The Undertaker. Detail, Filmstill, Einkanal 2K-Video, Farbe, Ton, 13 Min., 2019. Courtesy of Petzel Gallery, New York, Annet Gelink Gallery, Amsterdam, und Sommer Contemporary Art, Tel Aviv.


Ebd., Detail, Filmstill.


Georg Kolbe: Zorn. Stein, 1923. Dauerleihgabe aus einer Privatsammlung.


In der Galerie kajetan lief Elisabeth Vary, 27.4.–15.6.2024.


Elisabeth Vary: Ohne Titel | Untitled. 60x50x11cm, Ölfarbe, Acryl auf Karton, 2021–22.


Elisabeth Vary: Ohne Titel | Untitled. 21x52x8cm, Ölfarbe auf Karton, 2019.

Zur Finissage lasen Thomas Harzem und Wolf Guenter Thiel neu übersetzte Interviews mit John Baldessari und Lawrence Weiner aus der aktuellen Ausgabe von fair: Magazin für Kunst und Sprache.


fair: Magazin für Kunst und Sprache. Ausgabe Nr. 2, 2024, Wien.
John Baldessari: Interview mit Philip Pocock und Wolf Guenther Thiel, S. 24–28.
Lawrence Weiner: Interview mit Thomas Redl und Wolf Guenther Thiel, S. 36–40.


Im Gropius Bau lief von Nancy Holt: Circles of Light, Experimente mit Sound, Bild und Objekten 1966–1986, kuratiert von Clara Meister und Lisa Le Feuvre, 22.3.–21.7.2024.


Electrical System. Detail, Stahlrohre, Beleuchtungs- und Elektroinstallationsmaterial, Glühbirnen, Elektrokabel, 1982. Courtesy Holt/ Smithson Foundation und Sprüth Magers.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Locators with Loci. Detail, Stahlrohr, schwarze Farbe, 1972. Courtesy Holt/ Smithson Foundation und Sprüth Magers.


Sunlight in Sun Tunnels. Detail, Tintenstrahldruck auf Archiv-Hadernpapier, 1976; Zusammenstellung von der Künstlerin 2012 aus 35mm Originaldias. Courtesy Holt/ Smithson Foundation und Sprüth Magers.


Views Through a Sand Dune. Detail, fünf dokumentarische Abbildungen von Earthworks, 1972. Courtesy Holt/ Smithson Foundation.


Ebd., Detail.

Dann zeigte Pallavi Paul: How Love Moves, kuratiert von Natasha Ginwala, 22.3.–21.7.2024.


Salt Moon. Detail, Multimedia Installation, 2023. Courtesy the artist.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Everything Is Still Damp. Detail, Siebdruck auf Schleifpapier, 2024. Courtesy the artist.


Ebd., Detail.


(Links:) Everything Is Still Damp. Detail, Siebdruck auf Schleifpapier, 2024. Courtesy the artist.
(Rechts:) Trousseau. Bestickter Stoff, 2023. Courtesy the artist.


The Heart of the Heart. Detail, Digitaldruck auf Baumwollstoff, 2021. Courtesy the artist.


Da wir Mitte Juni unterwegs waren, gab es anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2024 entsprechende Snacks:


Haribo: Stadionwurst. Geschmacksrichtungen: Zitrone, Cola, Kirsche, 2024.


Ebd.


Und den Glockenturm der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz in fußballesker Verkleidung.


Ein paar Monate vorher, weiterhin in Berlin:

Die sich im Svenska Dagbladet, 9.10.2016, selbst als „superkommerziell“ bezeichnende Fotografiska eröffnete im Herbst 2023 ihre weltweit insgesamt vierte Zweigstelle in Berliner Prestigelage und nach Gentrifizierung des Gesamtkomplexes am Tacheles am Oranienburger Tor.


Die Treppengänge sind im alternativ suggerierenden Flair der ehemaligen Künstler·inneninitiative belassen.


Im Obergeschoss eine Bar mit Bling …


… und, das mag ich schon, für den Blick offene Toiletten.

Ausgestellt wurde von Omar Victor Diop: Allegoria, Diaspora, Liberty, 19.1.–21.4.2024.


Omar Victor Diop: Thiaroye 1944. O. A.


Omar Victor Diop: The Women’s War 1929 | Die Aba-Frauenaufstände 1929. O. A.

Außerdem lief von Shirin Neshat: The Fury, 8.3.–9.6.2024.


Shirin Neshat: Marry. Digitaler C-Print und Tusche, 2023. Courtesy of artist und Gladstone Gallery, New York.


Ebd., Detail.

Draußen an einem Tordurchgang vermutlich für die Street Credibility des Hauses beauftragte Straßenkunst:


TVBoy: It’s Legal. Mixed media on wall, 2024.


Innenhof.


Ebd.


Unterwegs …


Isa Genzken: Ohr. 7x7m, Digitaldruck auf Textilgewebe, Reproduktion von 2024 (1980/ 2012). Neuer Berliner Kunstverein, Chausseestraße 128–129, 10115 Berlin.


Ebd.


Potsdam

In nur einer halben Stunde kommt man vom Berliner Hauptbahnhof nach Potsdam – und obwohl man in Berlin selbst häufig eine Dreiviertelstunde von hier nach dort unterwegs ist, unternimmt man (oder nur ich?) diesen Weg doch so selten. Ich war über zwanzig Jahre nicht hier. Abgesehen von möglichen besonderen Ausstellungen, die es für mich dieses Mal nicht gab, reizt mich die Stadt allerdings weiterhin nicht wirklich. Die Mosaike und ihre nachbarschaftlichen Ansätze, siehe weiter unten, sind super, aber das militärische Flair und die preußische Prunkerei bleiben mir doch zu präsent.


In Potsdam steht gülden Verziertes auf Marmor in den Schaufenstern der Einkaufsstraße. Sind es nur Becher? Ich kann mich des Unbehagens gegenüber diesem Protzen nicht erwehren, das auf mich so kleinbürgerlich gewollt mondän wirkt.


St. Nikolaikirche und Obelisk.


Am Alten Markt rechts der Landtag Brandenburg, in der Mitte mit Obelisk und links die St. Nikolaikirche.


Links das Museum Barberini und in der Mitte bis rechts der Landtag.

Potsdam war, wie die Kleinstädte in Norddeutschland, für mich Heimatmuseumsbesuch. Dabei geht es auch hier um die stadthistorischen Entwicklungsprozesse und die Erfahrung, wie unterschiedlich man jeweils vor Ort unterwegs war. Die Geschichte Potsdams beginnt erst im Mittelalter, sie wird später zur Residenzstadt ausgebaut, dann zur Manufakturstadt und schließlich 1713 bis zum Abzug der sowjetischen Truppen 1994 zur Garnisonsstadt. Das Potsdam Museum selbst war einst das Rathaus, um 1755 entstanden und heute das Alte Rathaus genannt, wurde es zwischenzeitlich auch mal als Gefängnis genutzt, dann von 1840 an als Sitz der Sparkasse und ab Anfang des 20. Jahrhunderts für Sonderausstellungen des Potsdamer Museumsvereins. 1945 fiel der Bau den Flammen zum Opfer, 1966 folgte der Wiederaufbau als Kulturhaus. Davon zeugen heute noch eine Wendeltreppe im Gebäude sowie ein sozialrealistisches Fresko im Treppenhaus (von Werner Nerlich: „Potsdamer Alltag“, 2,9x10,75m, Dispersionstechnik, 1966). Nach der Sanierung 2012 zog schließlich das Potsdam Museum ein.

Einen Einblick in die Geschichte des Hauses bietet:


Landeshauptstadt Potsdam und Jutta Götzmann (Hgg.): Unter goldenem Atlas: Zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Kulturhauses „Hans Marchwitza“. Potsdam: Landeshauptstadt Potsdam und Potsdam Museum 2016.


Potsdam Museum.

Das Potsdam Museum: Forum für Kunst und Geschichte zeigt die Dauerausstellung Potsdam: Eine Stadt macht Geschichte.


Fayencen aus der Potsdamer Produktion.
Flötenvase, achtseitig, gerippt, um 1750.


Infografik: Wege nach Potsdam.


Johann Peter Benckert (1709–65): Hauszeichen des Hotels „Zum Einsiedler“. Lindenholz, farbig gefasst, um 1760. Restaurierung durch den Förderverein des Potsdamer Museums e. V.


Wilhelm Barth (1779–1852): Potsdam, vom Brauhausberg gesehen. Öl auf Leinwand, um 1825. Privatbesitz.


Karl Holtz (1899–1978): Offizier hoch zu Ross vor einem Schuhputzer. Federzeichnung, o. J. Aus konservatorischen Gründen ab Juli 2014 Präsentation als Reproduktion.


Vereinigung von KPD und SPD zur SED:
(Oben:) Straßenschild Wilhelm-Pieck-Straße, Metall, 1950–91.
(Links:) Plakat „Kampf dem Wirtschaftsverbrechen“, um 1946.
(Rechts:) Gedenktafel Vereinigung KPD und SPD, Marmor, 1946 (Graffiti 1990). Text der Tafel: „In diesem Haus vereinigten sich am 3. April 1946 die Kreisparteiorganisationen Potsdam KPD und SPD zur SED“ und des Graffitis: „Zwangsvereinigung“.


Dieter Schumann: Straßenszene Gutenbergstraße. Öl auf Leinwand, 1981.


Mathuas Marx: Platzbild von Osten. 2011.

Sonderausstellung von Karl Hagemeister: Die Natur ist groß, Jahreszeitliche Impressionen: Malerei, Zeichnungen, Pastelle, kuratiert von Hendrikje Warmt, 23.3.–28.7.2024, verlängert bis 19.1.2025.


Karl Hagemeister (1848–1933): Kiefern. Pastell auf Leinwand, 1905–15. Vor 1945 erworben, aus historischem Gemäldebestand des Städtischen Museums übernommen.


Morgen am Meer (Nebelmorgen). Detail, Öl auf Leinwand, 1909. Vor 1945 erworben, aus historischem Gemäldebestand des Städtischen Museums übernommen.


Bäume im Herbstschneesturm. Öl auf Leinwand, 1916. Vor 1945 erworben, aus historischem Gemäldebestand des Städtischen Museums übernommen.



Ich finde Gold großartig, aber scheinbar willkürlich vergoldete Treppensätze wie dieses hier hinten am Landtag wirkten doch eher (potsdamisch?) gewollt großspurig.

Aber gut, ich war auf der Suche nach DDR-Wandmalerei.


Fritz Eisel (1929–2010): Der Mensch bezwingt den Kosmos. 18 Wandflächen, je ca. 300x330cm, Glasmosaik am Rechenzentrum, Glasmosaik auf Betonplatten, 1971–72.
Das heutige Kunst- und Kreativhaus Soziokreatives Zentrum: Rechenzentrum, Ecke Breite Straße, Dortusstraße.


Text links: „‚Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf um Weizen, Vieh etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu anderer Produktion, materieller oder geistiger … Ökonomie der Zeit, darin […]“, unterhalb des Bauzauns könnte es weitergehen mit dem Zitat, „[…] darin löst sich schließlich alle Ökonomie auf. Ebenso muß die Gesellschaft ihre Zeit zweckmäßig einteilen, um eine ihren Gesamtbedürfnissen gemäße Produktion zu erzielen“, Google sagt, es entstammt: Karl Marx: Das Kapitel vom Geld, Grundrisse (1857–58), Marx-Engels-Werke, Bd. 42, S. 105.




Wetterfahne der Garnisonkirche, 5,3x9,5m, 1,5t, Kupferblech, vergoldet, o. J. Mehr Gold also vor dem Wandmosaik und 100m von der Kapelle entfernt im Gitterkasten aufgestellt. Die Fahne soll nach Fertigstellung des Kirchturms auf der Turmspitze stehen, aktuell voraussichtlich 2026.




Anna Schiefer und Björn Kühn: Die 19. Tafel. Mit Geschirr Spendenbox, Mai–Juli 2024.
18 Mosaike gibt es, die 19. ist in Arbeit. Dazu der Ankündigungstext: „In Anlehnung an den kollektiven Geist des Rechenzentrums, die potenzielle Gemeinschaft und unseres fragmentierten Bewusstseins, laden wir dazu ein, gemeinsam Mosaike zu legen. Als Fortschreibung des kosmischen Erbes an den Wänden, legen wir planetare Linien und Flächen aus den Scherben vergangener Gemeinschaft.“


Ebd.


Ums Eck, gen Eingang des Kulturhauses, findet sich dann diese ins Kraut gewachsene Birke von 2019.
Interessant, was hier so geht, Text: „Die Birke: Wir setzen mit dieser Birke ein Zeichen gegen den geplanten Wiederaufbau der ehemaligen Garnisonkirche. Wir setzen ein Zeichen für das Leben. Wir brauchen eine mahnende Erinnerung deutscher Geschichte in Potsdam. Die Birke kommt vom Ettersberg bei Weimar und der Gedenkstätte Buchenwald. […] Die Birke vom Ettersberg ist eine Aufforderung an Potsdam, sich kritisch mit der Geschichte der Stadt auseinanderzusetzen, sich aktiv für das Leben, für die Demokratie und die Vielfalt in unserer Gesellschaft einzusetzen. In ihrer lichten und zarten Gestalt triumphiert diese Birke über den versteinerten Größenwahn einer Militärkirche.“
Dazu als Unterstützende: Martin-Niemöller-Stiftung, Komitee für preußische Leichtigkeit, Profilgemeinde „Die Nächsten“, Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“, BI Christen brauchen keine Garnisonkirche, Antimilitaristischer Förderverein Potsdam e. V., Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bündnis „Potsdam: Stadt für alle“; Weiter heißt es: „Gepflanzt anlässlich des 100. Jahrestages der konstituierenden Sitzung der Nationalversammlung am 6.2.1919 in Weimar (Gründung der Weimarer Republik, deren Ende mit dem ‚Tag von Potsdam‘ besiegelt wurde). Am 21.3.1933 wurde Potsdam zum ‚Geburtsort des Dritten Reiches‘. Am gleichen Tag wurde das Konzentrationslager in Oranienburg errichtet.“


Im kleinen, geschlossenen, Verkaufsraum weiter gen Eingang des Kulturhauses.


Obelisk des Neustädter Tores.


Zwischendurch ein paar ganz nette Plattenbauten.




Achja, während der Fusizeit war ich hier.




Köln



Ich war für einen Vortrag in Köln, das China-Zentrum hatte zum 38. Chinesisch-deutschen Student·innentreffen mit dem Thema Kunst als Spiegel der Gesellschaft geladen, 27.–29.9.2024.

Die Veranstaltung fand im Maternushaus statt, dem Tagungshaus des Erzbistums Köln (hier ein virtueller Rundgang durch das Haus).


Türgriff.


Im Innenhof.


Mit dabei war Jimmy Brainless und las aus seinem Romandebüt ein paar charmant, amüsant erzählte Fragmente seiner Geschichten über Taiwan und das Aufwachsen zwischen Österreich und der taiwanesischen Herkunft seiner Eltern vor.


Jimmy Brainless: Im Schein der Pfütze. Salzburg und Wien: Müry Salzmann 2024.

In den Pausen wandelte ich ein wenig durch die Gegend.


NRW Windrad-Schuldenuhr: 1374 fehlen von 1500. Stand: 28.9.2024. Dokumentiert von der IHK Köln seit 11.3.2024.


Vor der Minoritenkirche mit Täubchen von oben als Publikum: Johann Adam Schall von Bell, Köln 1592 – Peking 1666. Werkstatt Carlo Wloch, Berlin 1992.


Dazu eine Gedenktafel der Stiftung der Deutschen China-Gesellschaft e. V., o. J.: „Johann Adam Schall von Bell SJ – chinesisch T’ang Jo-Wang [Tang Ruowang 湯若望] – wurde am 1. Mai 1592 als Sohn einer kurkölnischen Adelsfamilie geboren und besuchte das Dreikronengymnasium in Köln. Auf Grund seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung am Collegio Romano in Rom wurde er 1618 als Missionar nach China entsandt. 1630 als Astronom und Mathematiker an den Kaiserhof berufen, revidierte er den chinesischen Kalender und wurde 1644 zum Direktor des Astronomischen Amtes in Peking ernannt. Unter zwei Dynastien gelangte er zu Ansehen und Würden. Als Freund und Berater des Kaisers Shun-Chi [Shunzhi, reg. 1644–61] wurde er zum Staatsbeamten der höchsten Klasse (Mandarin) erhoben. Damit erhielt er im chinesischen Reich Ehrungen wie kein Ausländer vor oder nach ihm. 1666 in Peking gestorben, ist sein Andenken bis heute in China lebendig.“


In unmittelbarer Nähe zeigte die Galerie Karsten Greve Kathleen Jacobs: Athos, 30.8.–28.10.2024.


Kathleen Jacobs: Igorr. 254x160x4cm, Öl auf Leinen, 2024.


Ebd., Detail.


Kathleen Jacobs: (Links:) Tiger. 188x198,1x4cm, Öl auf Leinen, 2023.
(Rechts:) First. 188x198,1x4cm, Öl auf Leinen, 2024.


Auf einer Postkarte, die nun an meiner Haustür weilt, ist der Herstellungsprozess zu sehen.



Auf der Hohenzollernbrücke Richtung Dom.
Text: „Ab hier verschwendest du 6 Jahre deines Lebens auf Wohnungssuche“.


Und in der entgegengesetzten Richtung.
Text: „Ab hier sinkt deine Lebenserwartung um 6 Jahre“.
Sich ein Leben in der Mitte dieser beiden Linien einzurichten, ist vermutlich nicht gemeint.


Byebye le, auf nächstes Mal, liebes Köln.


Amsterdam


Hauptbahnhof.

Im Amsterdamer Hauptbahnhof gibt es so gut wie ausschließlich Fastfood zu kaufen. Nur an einem Kiosk habe ich einen Apfel mitnehmen können, vielleicht war das sogar noch draußen, vor den Einlasssperren, ansonsten war drinnen alles Fritteuse, es gab nicht mal belegte Brötchen, schon gar nichts Frisches. Hinein kommt man nur mit Ticket, schon am Eingang heißt es QR-Code scannen. Das funktioniert erstaunlicherweise auch mit dem DB-Ticket reibungslos, vermutlich vom niederländischen Railteam eingerichtet. Trotz auf mich sehr chinesisch wirkender Abschottung, gibt es tatsächlich keine (oder von mir nicht wahrgenommene) Sicherheitsmenschen wie in Deutschland oder auch der Schweiz, wie besonders extrem in Frankreich, wo mal beängstigend viele Waffen sieht.

Für Raucher·innen: Nehmt euch Kippen mit nach Amsterdam. Die Packung kostet hier 16 Euro, wenn man überhaupt welche zum Verkauf findet. So oder so will man in Holland eigentlich nicht mehr, dass Leute rauchen, die ganze Infrastruktur fehlt, an den öffentlichen Mülleimer gibt es keine Aschenbecher. Das Land ist merkwürdig reglementiert, vieles läuft per Check-in, Check-out, meist ohne Überwachungspersonal, das machen wohl die Daten.

Mein Wochenende in Amsterdam war trotzdem großartig. Das Hostel lag ungeplant oder von mir verplant im Rotlichtviertel, das war definitiv interessant. Die Unterkünfte waren Ende September unglaublich teuer und lagen alle bei mindestens 250 Euro. Da ich auf dem Sprung war und nur ein Bett brauchte, habe ich mich nach Hostels umgesehen. Die meisten Hostels in Amsterdam haben tatsächlich eine Altersbeschränkung von mindestens 18 bis höchstens 40 Jahre. Für meines zahlte ich schließlich 100 Euro für ein Bett im 12er Schlafsaal. Neben Kids, tatsächlich sehr klischeebeladen hauptsächlich pubertierenden Jungs, war ein älterer Italiener im Zimmer, der zu jeder frühmorgendlichen oder spätnächtlichen Zeit am Gemeinschaftstisch saß und Gras verkaufte. Im Rotlichtviertel ist auch eine Chinatown, seit über hundert Jahren die älteste auf dem europäischen Festland.


Wer im Eck ist, sehe sich den buddhistischen He Hua Tempel 荷華寺 an, geöffnet Di–Sa: 13–15:30 Uhr.


Chinatown.


Gallery Mai ist die Galerie des Hotel Mai und zeigte Bob van Dijk: Neuro-disnie, 6.9.–19.10.2024.






Nee, Nee / Nee, Ja / Nee, Nee …
Erinnern natürlich an Beuys Tonaufnahme, geweldig.


Het Scheepvaarthuis, das Schifffahrtshaus, von 1913.








Ode’s Blozers: Are you selling your sleep for your dreams?
Aufruf: „Contribute to the Rest Archive. Stay awake today, for a collective restful tomorrow!“, von Nocturnalities: Bargaining Beyond Rest, laut Website „an artistic research project that aims to contextualize rest, exhaustion, anxiety and precarity in cultural labour, knowledge production and intimate strategies of care in the art world through publication, online Rest Archive and public programme“.


Anne Verheij aka Anne · (sprich: Annepoint): Diksap | Lemonade. 135x140x20cm, acrylic and HPL sheet, 2024. #TeKijkGezet 13de editie.
Text dazu: „Make it sweeter / Without addiction / Without system / With insight / With courage“.


Ebd.


Metrostation Nieuwmarkt.


Text: „How to Amsterdam: No smoking cannabis in public. €100 fine“.

Die Coffeeshopszene floriert auf jeden Fall. Aber man darf nur in den Shops rauchen, draußen oder auch gemütlich an einem Kanal ist eigentlich verboten, geht aber unauffällig. In den Coffeeshops selbst gibts keinen Alkohol und es dürfen auch keine Zigaretten geraucht werden, so viel zu den ganzen Regularien. Ich war auf dem Rückweg von der Unseen, s. u., zum Bahnhof im Popeye und fand die Inhaberin ganz wundervoll. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal legal in einer Nachricht, geschweige denn auf meinem Blog schreiben kann, Gras mitgenommen zu haben (seit Frühjahr 2024 gilt für Deutschland, s. o. unter Berlin: „It’s legal“).


Johan Polet: The Monument from Ferdinand Domela Nieuwenhuis with Relief from Prometheus. Bronze, 1931. Am Ostende vom Westerpark.


Gebäude genau gegenüber am Nassauplein.


Ronald Tolman und Liesbeth Pallesen: Man op kruk en Abstract ornament. 1986. Im Westerpark.


Ebd., Detail.


O. A.

Ich war auf dem Weg zur Fotomesse Unseen, mit 65 Galerien, in der Westergasfabriek, 19.–22.9.2024.


Installationsansicht.


Quintus Glerum: Stuck in Infinity. Mixed technical media, 2024. Josilda da Conceição Gallery, Amsterdam.


Joost Vandebrug: Moment | Time. Detail, 8 screen video installation, 2024. Bildhalle, Zurich, Amsterdam.


Willem van den Hoed: Where in 5. 27,3x39,7cm (excl. frame), inkjet, diasec, ed. of 10, 2024. Galerie Roger Katwijk, Amsterdam.


Jackie Mulder: Thought Trails #378. 203x100cm, mesh, eco cotton canvas, o. J. Janknegt Gallery, Laren.


Ebd., Detail.


Lynne Leegte: Ocean. Detail, 65x96cm, dye sublimation on metal, ed. of 6 with 1 AP, 2024. Janknegt Gallery, Laren.


Yasuo Kiyonaga: (Links:) Real 13. 83,9x58,9cm. (Rechts): Real 01. 101,8x71,6cm. Beide: Digital pigment print on wooden board, ed. unique, 2021. Gallery Japanesque, Paris.


Gregor Törzs: À la couleur – Autum in Venlore 1–3. Pigment print on 18g Gampi paper, 2022. Persiehl & Heine Galerie für Fotografie, Hamburg.


Sarah Moon: 12345 white. Silver gelatine print, 2008. Persiehl & Heine Galerie für Fotografie, Hamburg.


Installationsansicht, Migrant Bird Space, Berlin.


Tamás Dezső: Variations on the Self. Dimensions variable, 220x305cm, archival pigment prints, Carrara marble, 2018–22. Einspach & Czapolai Fine Art, Budapest.


Cho Myung-Hwan: K-Mountain-Mountain of Snow. 60x40cm, pigment print on Durix Korean paper, 2018/ 2024. AB Gallery, Seoul.


Brooke DiDonato (v. l. n. r.): Am I Doing This Right. / Neither Here Not There. / It Can’t Be Helped. Alle: 60x50cm, inkjetprint on Hahnemühlepaper, o. J. Galerie Wilms, Venlo.


Kim Boske (links): Untitled 3 (Flower). 100x150cm, inkjet in artist frame, ed. of 7 with 2 AP, 2024. Flat // Land, Amsterdam.


Gert Jan Kocken: Madonna with Child, Geneva, 1535 / Inkjet on Fine Art Baryta, 2007. Depth of Field, Amsterdam.







Ein kleiner Sprung brachte mich noch nach Haarlem, keine zwanzig Zugminuten vor den Toren Amsterdams.


Der Bahnhof von Haarlem – Szenen für „Ocean’s Twelve“ (2004) wurden hier geschossen.





Ein paar Stichpunkte zu Haarlem in Steno:
– Mit knapp 170 000 Einwohner·innen die fünftgrößte Stadt der Niederlande, nach Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht.
– Seit 1245 mit Stadtrechten.
– Im Spätmittelalter: Textilherstellung, Schiffbau, Bierbrauerei; später wichtige Buchdruckstadt; die älteste Tageszeitung von 1656 wird weiterhin gedruckt.
– Gilt als Stadt der Schriftsteller·innen.
– 1658 gründete der Holländer Petrus Stuyvesant Nieuw Haarlem an der Ostküste Nordamerikas, das später als Bezirk Harlem Teil von New York wurde.
– Sitz von zwei katholischen Bischöfen, einem des altkatholischen Bistums Haarlem und einem des römisch-katholischen Bistums Haarlem-Amsterdam.

Hier kann man gut im eigenen Bötchen durch die Kanäle tuckern, mit bestem Dank an Nicole und Sanders, Mamie und Thorny.


Kathedrale basiliek Sint Bavo, die St.-Bavo-Kathedrale.


Ebd.


Stadsschouwburg, das Stadttheater.


Ebd.


Teylers Museum für Natur- und Technikgeschichte.


Raymond Spierings: Voet van Mercurius | Merkurs Fuß. Skulptur, 1977. An der Gravestenenbrug, der Gravestenen Brücke.








Dora Dolz: Pagode Catalana. Keramik, Beton, Stuck, Terrazzo, 1978. An der Spaarne.






De Hallen Haarlem am Grote Markt, einer der beiden Standorte des Frans Hals Museums.



Kees Verkade (1941–2020): Malle Babbe. 1973.


Eric Claus (*1936): Steekspel op 't Haarlems Sant. 1965.


De Grote of Sint-Bavokerk, St.-Bavo-Kirche (nicht zu verwechseln mit der Kathedrale oben) am Grote Markt.










Ebd. Bezielende Ontmoetingen | Inspirierende Begegnungen mit Matthijs Wils, 21.9.–14.12.2024, o. A.








Michel van Overbeeke: Vrede en verdraagzaamheid, 2008.









Noch mehr? Meine eigentliche Sommerreise 2024 ging in die Schweiz und nach Südfrankreich.


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Freitag, 1. November 2024
Sommerreise 2024 | 2024年夏天之游


Bern 伯尔尼, vier Tage.
Über Lyon 里昂, vier Stunden, nach Marseille 马赛, zwei Nächte.
Arles 阿尔勒, sechs Tage, mit zweien in Avignon 阿维尼翁.
Toulouse 图卢兹, zwei Tage.

Logistik: Ich war mit Interrail unterwegs. Ich wollte es testen und die anfänglichen Kosten lagen ein wenig unter denen der Supersparpreise der DB plus Schweiz plus Rückflug aus Frankreich. Das war natürlich im Endeffekt nicht der Fall, was für Zeiten des Übergangs von Luft und Asphalt auf Schiene in Ordnung wäre, der gesamteuropäisch aktuell jedoch nicht gewünscht wirkt. Abgesehen von all den Restriktionen (zum Beispiel vier Tage innerhalb eines Monats, keine Öffis, über Interrail teure Sitzplätze für begrenzte Kontingente) ist die Einarbeitung in die unterschiedlichen Streckennetze zeitaufwendig; und während der Fahrten habe ich einen Gutteil damit verbracht, mich nach Alternativrouten umzusehen. Außerdem muss man sich bei Interrail „aus Sicherheitsgründen“ alle drei Tage aus dem WLAN mit drei Balken, also mit vollem Netz anmelden, um nicht deaktiviert zu werden. Es lebe die Flatrate des Deutschlandtickets, mehr noch des Klimatickets in Österreich, das inklusive Schnellzüge funktioniert. Ein europäisches Ticket ist ein wahrlich wunderbarer Gedanke, noch wohl theoretisch. Bleibt nur zu hoffen, dass die Grenzen doch irgendwie offenbleiben. So oder so kostet Schiene leider weiterhin mehr Zeit, Geld und Nerven. Von Toulouse werde ich derweil nicht mehr zurück nach Hamburg rattern.


Die Verbindung Paris-Köln fehlt, dafür musste ich mir ein neues Ticket zum regulären Preis von 150 oder so Euro holen. Das war aber meine Schuld, weil ich trotz aller Vorbereitung den falschen Zug gebucht hatte.


Großartig war die Reise in jedem Fall. Ich war erst in Bern und dann in Südfrankreich in Lyon, Marseille, Arles, Avignon und Toulouse. Mit der Rückkehr war der Sommer vorbei, eine Mitreisende lakonisierte nach holpriger Fahrt bei Ankunft, immerhin sei das Wetter in Hamburg verlässlich, es regnete in Strömen. Kurz darauf saß ich wieder in Wollklamotten am Schreibtisch, im Gepäck die Seele schmeichelnden Farben des Südens.


Bern 瑞士 伯尔尼

Das Chäsi: Käsehaus im Emmental, von Bern eine Viertelstunde Bahnfahrt nach Tägertschi, halbe Stunde durch einen verwunschenen Wald im hügeligen Rentenspaziergangsgebirge.


Die Band „Andreas“.

Als erstes ging es ins Bern nahe Emmental nach Gysenstein, und dort ins wunderbare ehemalige Käsehaus aka Chäsi zum Sommerfest mit Çiçek Taksi. Es wurde gegrillt, als Vorgruppe gab die Frauenpunkband „Andreas“ mit Rosette, Saya und Marlen erstmals ihr Debüt. Ich wünschte, ich hätte alles verstanden, aber selbst die Schnipsel Schweizerisch, die ich mir herausfischen konnte, waren großartig: rotzfrech, schelmisch linkisch, charmant und so witzig, ich bin ganz verliebt – wer die Chance hat, sehe sie sich unbedingt an. Çiçek Taksi schlug mit ihrer Band einen anderen Bogen und bot zum einen kurdische Volkslieder und dazu eigene Songs mit den Texten kurdischer Gefangener, die sie zwischen den Liedern zusammenfasste, was selbst auf Schwyzerdütsch sehr bewegend war. Anton und Katharina haben wieder alle Register gezogen. Andi war aus dem Allgäu mit dabei, Eva und Yunus, Mira feierte Geburtstag, es war ein Fest!


Çiçek Taksi mit Band.

Vor zwei Jahren war ich auf dem Weg ins Chäsi das erste Mal über die hohen Brücken über die Berner Aare gefahren. Der Fluß, die Aare, schlängelt sich im schönsten Helltürkis durch die Stadt.



Eine Hauptstadt von knapp 135 000 Einwohner·innen ist recht überschaubar. Die auf Wikipedia beschriebene Unterteilung der Berner Altstadt in schwarz, weiß, rote Quartiere kannte man vor Ort allerdings nicht. Im Gegensatz zum sehr präsenten UNESCO Weltkulturerbe, das mehr Auflagen mit sich bringt, je weiter man in den alten Teil vordringt, Schriftzüge statt Werbeschildern an den Fassaden bis Geranien an den Fenstersimsen. Die wunderbare Nicole nahm uns vom Chäsi aus mit auf einen Stadtrundgang, bevor es hieß, die Aare-Steine singen zu hören.

Die Museen in Bern waren großteils in der Sommerpause, im Zentrum Paul Klee war die Ausstellung zu Sarah Morris gerade beendet, die zu Brasiliens Moderne hätte mich sehr interessiert, war aber noch nicht angelaufen. Im Kunstmuseum Bern waren wir nur für Flyer und Schließfächer. Kunst sollte es in Südfrankreich geben, hier ging es mehr um ein Kennenlernen der Stadt an sich, Grün durfte nicht fehlen, und natürlich um die Aare.


Das Kulturzentrum Dampfzentrale.


Das Marzilibad ist ein Freibad direkt an der Aare just unterhalb des Bundeshauses.


Gerardo Garciacano: Marzili Portraits. 2024.


Diesen Zugang zum Marzilibad für fortgeschrittene Schwimmer·innen in der Aare nahmen wir, nachdem wir den Test für Anfänger·innen mit weniger Strömung weiter unten bestritten hatten, s. Aare-Routen. Im Bad können kostenlos Schwimmsäcke für Klamotten und Wertsachen ausgeliehen werden, die man aufgepustet als Kopfkissen nutzt, um sich treiben zu lassen. Das Singen der Aare-Steine hört man bereits, wenn man noch den Kopf über Wasser hat. Taucht man unter, klimpert der Gesang der weißen Kiesel im wilden Wirbel um einen herum.


Das allen offenstehende Generationenhaus Burgerspital direkt am Hauptbahnhof.


Im Kulturzentrum Reitschule lief Ende August kein Programm …


… stattdessen zeigte es sich unverständlich verbarrikadiert in Natodraht.


Im Berner Münster.


Der Kornhauskeller unterhalb des Kornhausforums.


Der Oppenheimbrunnen von Meret Oppenheim, 1983.


Meine persönliche Sammlung knackiger Hintern konnte ich auch erweitern.








Luciano Andreani: Wasserspeier. In der Münstergasse, 1992.














Museumspark.


Ebd., Eingangsportal.


Achja, der Berner Bär.


Eingang zum Bärengraben.


Dieser Wal läuft einem hier häufiger über den Weg.


Botanischer Garten, Eingang Lorrainebrücke.


Zum Abschied gab es das kurdische Gericht namens „Umsturz“, in der Türkei verboten und so genannt, weil es aus dem Kochtopf heraus wie ein Gugelhupf umgestülpt wird.


Lyon und Marseille 法国南部 里昂 与 马赛

Weiterhin in Türkis und mit UNESCO Kulturerbe, nun mediterran, ging es nach Lyon. Vier Stunden Aufenthalt sind nicht viel. Ich entschied mich für den Strandweg an der Rhône entlang zum Parc de la Tête d’Or.








Interpol hat hier ihr Hauptquartier.


Leider geschlossen, das macLyon, Musée d’art contemporain. Die Biennale de Lyon findet von September bis Januar statt, für mich ein andermal.


Ebd., von vorne.


O. A.


Jardin Botanique.




Ein Vorteil von Zugreisen können Bahnhöfe sein. Der Kopfbahnhof Marseille Staint-Charles liegt auf einer Anhöhe über der Stadt. 1848 eröffnet, ist besonders die Außentreppe runter in die Stadt berühmt.












Text: „Les statues se moquent de leur couleur“, etwa: Die Statuen machen sich über ihre Farbe lustig.


Unter dem Titel „Colonies d’Afrique“ steht der Text: „Malgré tout“, trotz allem.


Text: „Je crie Marseille / C’est mon amour / Comme la lune et le ciel / A tout jamais les premiers“.


Laternenfuß.


„Arrivée“.



Nun aber herunter und hinein:









In einer der edleren Einkaufsstraßen findet sich das sehenswerte, klassisch gut kuratierte Musée Cantini. Temporär lief L’(Œil) objectif: Photographies des collections 1930–2000, 5.7.–3.11.2024:


Arnaud Claass: Arbres; série: Paysages minutieux | Trees; series: Meticulous Landscapes. Tirage gélatino-argentique, 1980, acquis en 1980.


Raoul Hausmann: La plage | The Beach. Tirage gélatino-argentique, 1947, acquis en 1978.


Philippe Salaün: La vie de château | Life at the Chateau. Tirage gélatino-argentique, 1973, acquis en 1979.


Louis Pons (1927–2021): Le photographe. Assemblage, techniques mixtes, 1990, don de Michel Soskine et de la galerie Claude Bernard en 2023.


Théo Saffroy: Amazonas del CMLL. 2022.

Außerdem läuft seit 5.7.2024 die Neuhängung der Dauerausstellung Collection permanente du musée Cantini. Die Sammlung besteht aus Werken bis Ende der 1970er Jahre, Schwerpunkte sind Postimpressionismus, Fauvismus, Kubismus und Postkubismus der 1920er und 1930er Jahre sowie der Surrealismus von 1940/41, als Tausende vor den Nazis nach und über Marseille geflohen waren, unter anderem ein Großteil der Surrealistengruppe um André Breton. Digitalisiert findet sich die Sammlung von gut 1 400 Werken ici, zu meiner Auswahl:


Jacques Hérold (1910–1987): Le grand transparent. Bronze et quartz, épreuve d’artiste 1/1, 1947–64, Fonderie d’art Bocquel, Bréauté (France), acquis auprès de Delphine Hérold-Wright en 2022.


Roberto Matta (1911–2002): Contra vosotros asesinos de palomas. Huile sur toile, 1950, dépôt du Centre National des Arts Plastiques, Paris.


Mario Prassinos (1916–1985): Pretextat 67-1. Huile sur toile, 1967, don de l’artiste en 1968.


Claude Garache (1930–2023): Avocette. Huile sur toile, 1973, acquis en 1985.


Lena Vandrey (1941–2018): Cycles. Sculptures-reliquaires, techniques mixtes, 1998–2018, from a donation from the Fonds Lena Vendrey in 2024.
Ein großer Wermutstropfen in diesem Haus: In einem Hinterraum untergebracht, wirkte diese Künstlerin als eine der sehr wenigen ausgestellten Frauen wie eine schnell eingefügte Quotendame. Nicht, dass es in diesem langen Blogpost keine Gegenbeispiele gebe, aber täuscht der Eindruck, dass man dem Thema in Frankreich allgemein etwas traditioneller gegenüber eingestellt scheint?


Victor Brauner (1903–1966): Poichali. Cire sur cartoile, 1946, legs de Jacqueline Victor-Brauner en 1988.


Simon Hantaï (1922–2008): Sans titre. Huile sur toile, 1956, acquis en 1986.


Alberto Magnelli (1888–1971): Pierres nº2. Huile sur toile, 1932, acquis en 1986.


Antonio Saura (1930–1998): Ritva dans son fauteuil. Huile sur toile, 1985, Centre National des Arts Plastiques, dépôt au Musée Cantini en 1987.


Louis Pons (1927–2021): Sporting Club. Assemblage, techniques mixtes, 1983–85, don de Michel Soskine et de la galerie Claude Bernard en 2023.


Ders.: Sans titre. Encre sur papier, 1965, don de Michel Soskine et de la galerie Claude Bernard en 2023.


Arpad Szenes (1897–1985): L’Épave. Huile sur papier marouflé sur toile, 1971, Centre National des Arts Plastique, dépôt au Musée Cantini en 1975.


Raoul Dufy (1877–1953): Arbres à l’Estaque. Huile sur toile, 1908, legs de Mme Raoul Dufy en 1963, dépôt du Centre Georges Pompidou, Paris, Musée National et d’art moderne, centre de création industrielle.


Oskar Kokoschka (1886–1980): Le port de Marseille. Huile sur toile, 1925, acquis avec l’aide du Fonds Régional d’Acquisition des musées en 2005.

Weiter unterwegs:


Christophe Berdaguer und Marie Péjus: Opéra noir. Une œuvre architecturale et sonore pour la place Lulli, 2013.


Église Notre-Dame-du-Mont.


Ebd.






Irgendjemand wird es wohl verstehen, ich war grafisch beeindruckt.


Diese in die Fassaden eingelassenen Briefkästen hatten es mir angetan. Freue mich jetzt schon, wenn es mir gelingen sollte, einmal einen Blick von innen zu ergattern.


Und an diesen Schlüsselhaltern erkennt man, wie viele Airbnb-Wohnungen es hier gibt. Woher ich das weiß? Ich bin ebenfalls schuldig.


Am alten Hafen, Vieux-Port, von Norman Foster: L’Ombrière. 46x22m, auf 6m Höhe, 2013.




Ebd.




Stéphan Muntaner: Le Lion et le Taureau. 2013.
Löwe und Stier sind die beiden Wappentiere Marseilles.


Citadelle de Marseille, Fort Saint-Nicolas.


Fort Saint-Jean.




Mucem, Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (links) und Cosquer Méditerranée (hinten).



Einmal herumgelaufen, geht es nun hinein:












Von dort unten bin ich dann ins Mittelmeer gesprungen, einen Tag nach dem Schweben in der Aare gab es nun Salzwasser. Von Mitschwimmenden wurde mir gesagt, es wäre ein wunderbarer Wassertag, gar nicht so selten spukten die Strömungen hier den Müll der Stadt heraus. Demnach öffnete ich doch lieber mein mitgebrachtes Bier auf der Mole.






Alles Eintrittssticker vom Mucem.


Man beachte die bewachsene Säule links, aus denen üblicherweise Heiligenfiguren grüßen.



Im Centre de la Vieille Charité lief Panoramas: Revoir les collections des musées de Marseille, 18.5.–3.11.2024:








Ange Leccia (*1952): La mer. Vidéo 4K, 46 min., ed. 2/3, 2016–22, Musée d’art contemporain de Marseille.

Da Marseille Austragungsort vor allem für die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele 2024 war und sie ihre Wurzeln als antike griechische Stadt mit damaligem Namen Massalia pulsieren fühlte, lief hier im Vieille Charité die Ausstellung: Pentathlon antique, Pentathlon 2024, des Musée d’Archéologie Méditerranéenne, 19.5.–29.11.2024:


(V. l. n. r.:) Déesse stéatopyge acéphale. | Fragment de buste féminin à plaques rondes et cordelière. | Déesse nue acéphale. Alle: Terre cuite, Suse (Iran), IIe millénaire av. J.C.


Lécythe. Figures noires, combat d’hoplites, céramique, Allique (Grèce), VIe siècle av. J.-C.


(Links:) Cochon. (Rechts:) Singe assis. Beide: Terre cuite modelée polychrome, Chypre, VIe siècle av. J.-C.


Panneau de briques émaillées. Sphynx assis affrontés surmontés du globe ailé d’Ahura-Mazda, terre cuite glaçurée bleue, jaune, noire, verte et brune, Palais de Darius Ier, Suse (Iran), 521–486 av. J.-C.


Lampe à huile figurant Pégase. Céramique, époque romaine.


Buste de Silène. Terre cuite moulée, Grande-Grèce (Italie du Sud), vers 350 av. J.-C.




Nebenbei: Auch in den Metrostationen turnten immer wieder sportliche Figuren herum, hier: Vieux-Port, Hôtel de Ville.


ShamSham, Text: „No white frication, ACAB“.


Mitte: „Stay in pieces“. Rechts unten: „In you I found peace“.


Stadionnähe der Galeries Lafayette Prado.





Ach, ihr wunderschönen Balkone.






Vorne auf der Säule thront Pierre Puget (1620–1694), Maler, Bildhauer, Architekt.





A bientôt, Marseille.


Arles 阿尔勒



Salut, Arles!



Ankunft in Arles. Vom Norden stößt die Rhône wieder dazu. Im Fluß war Bern, im Meer Marseille, hier taucht man im Hinterhof der Unterkunft in ein mythisch als einst Nonnen erfrischend angepriesenes Bassin.


An der Chapelle de la Charité.

Weiter mit UNESCO, befinden wir uns an einem der vier französischen Jakobswege nach Santiago de Compostela. Drei römische Cäsaren prägten Arles, damals Arelate genannt: Julius Cäsar höchstpersönlich wandelte das aus dem 7. Jh. v. Chr. stammende keltische Oppidum, die befestigte Landstadt, im Jahr 46 v. Chr. in eine römische Militärkolonie. Augustus baute das Théâtre Antique und Konstantin erweiterte und verschönerte. Was in Italien, um Rom, noch so auf den Straßen herumfliegen mag, ist hier in etwas bescheidenerer, aber nicht unerheblichen Anzahl aufgelesen und museal präsentiert. Ruinen und Fundstücke, Amphitheater und Kryptoportikus, Um- und Weiternutzung, die ganze Stadt atmet mit alten Mauern.

Und in der ganzen Stadt lief das seit 1970 jährlich in den Sommermonaten stattfindende Fotofestival Les Rencontres d’Arles Photographie, 1.7.–29.9.2024. Les Rencontres, das Zusammentreffen, ist als städtischer Kunstparcours mit Ausstellungen und Veranstaltungen angelegt. Es gibt eine Off-Show, die Geschäfte schließen sich mit Präsentationsflächen an, die Gassen stiften ihre Wände. Offiziell standen 2024 im Fokus: Japan, die Multimediakünstlerin Sophie Calle und die amerikanische Reportagefotografin Mary Ellen Mark. Die Streetart im Folgenden naturgemäß meist ohne Angaben.




S. Les Rencontres d’Arles: Ausstellungskarte 2024.


Die Off-Karte.


Bereits am Bahnhof wird man vom Fotofest begrüßt, hier mit der Arbeit von Kanno Jun: Planet Fukushima, Fukushima Prefecture. 2016, s. unten im Espace Van Gogh (Portraits of Neighbors, 2011–23).



Ebenfalls bereits vom Bahnhof hinter den Gleisen sichtbar, ist Frank Gehrys als dekonstruktivistisch bezeichneter Turmbau aus Edelstahl, Glas und Beton der Luma Arles. Auf einem ehemaligen Bahngelände aus dem 19. Jh. entstanden, bietet das zwanzig Hektar große Areal zu den Ausstellungen im Turm Platz für weitläufige Werkstätten, einen kleinen Park mit See und allerlei Möglichkeiten zum Herumzustreifen. Luma selbst bot großteils retrospektive Ausstellungen, dazu bespielte das Fotofest einige Hallen.








Die Wurstelei ist von Franz West: Krauses Gekröse. Lacquered aluminium, 2011, courtesy of Luma Foundation, Switzerland.

Im Turm sah ich:

Lee Friedlander Framed by Joel Coen, ab 30.6.2024:


Maria Friedlander. Las Vegas, Nevada, 1970.


Tucson, Arizona, 1995.


Boston, Massachusetts, 1978.

Es läuft aus der Reihe der Hans Ulrich Obrist Archives, Chapter 4: Gustav Metzger: All of Us Together, ab 30.6.2024:


Gustav Metzger (1926–2017): Le point d’ironie nº58. February 2016, in collaboration with London Fieldworks (Bruce Gilchrist and Jo Joelson).
Text: „This is a worldwide call by Gustav Metzger to remember nature. / This appeal is for the widest possible participation from the world of the arts. / The aim is to create a mass movement to ward off extinction.“


Koo Jeong A: metzk metzk metzk. Fluorescent tubes, 2024, courtesy of the artist.


Fac-similés des „Extinction Handwritings“ de Gustav Metzger pour le „Handwriting Project“ de Hans Ulrich Obrist. 15 notes printed on Park Green and Notpla paper and graphic design by Norm, Zürich, 2024.


Jean-Jacques Lebel: Lettre posthume à l’attention de Gustav Metzger. 2024.
Text: „Dear Give Us Soft Tremendous Answers Via Most Eccentric Transcultural Zones Going Everywhere, Revolutionarily …“


Gustav Metzger: Historic Photographs. Detail, 1995.
Verschiedene Arbeiten verschiedentlich in einem Kellerraum installiert, allen gemeinsam war, dass man für ihren Inhalt hinter oder unter sie sehen musste.


Ein Insta-Zelt bot Diana Thater: Practical Effects, ab 1.6.2024. Tent, five-channel video projection, colour, no sound, 13:05 min., 2022, collection Maja Hoffmann, Luma Foundation.

Das Kollektiv Drift präsentierte die interaktive Ausstellung Living Landscape (Link: Interview), 1.6.–29.9.2024:


Coded Nature. Real-time interactive digital installation, high-resolution projection, cameras, sensors, computer, custom software development, 2022.


Ebd.


Murmuring Minds. Real-time interactive digital installation, high-resolution projection, cameras, sensors, computer, custom software development, 2024.

Außerdem läuft: The Library is on Fire, seit 20.9.2021. Es darf nicht fotografiert werden, man kann sich mit dortigem Smartphone und einer App unterschiedliche bibliothekarische Ansätze, verschiedenste Quellen erschließen – leider spielerisch mit einem Finde zwei Gleichheiten und solchen Sachen. Aber es gab den großen Warburg-Atlas aufgeschlagen und zum Durchblättern auf einem der Tische liegen, 60x44cm, das ist immer gut.

Im Gebäude:


Atelier Luma: Wall of Salt. Salt, 2021.




Hier fand unten gerade eine Performance mit wechselseitig sich zugeworfenem Gesang statt, o. A.


Selbst die Handtuchproduktion hat hier ein Art im Namen, Lucart mit: „Circular economy, certified product, from beverage cartons“.


Allô! Und die Toilettenfliesen sind aus Bioplastik (WWF sagt im Link: Nicht unbedingt umweltfreundlich).

Vom Gebäude:






Kurzer Exkurs, der Friedhof in der Mitte des Bildes lockte mich nach Ansicht von oben später hinein:





Der Friedhof wirkte unten sehr viel überschaubarer als von oben. Aber auch im Turm gab es eine merkwürdig spürbare Raumverschiebung – so hatte man von oben ein Stockwerk hinuntergehend das Gefühl, viel weiter unten zu sein als gerade noch auf der Dachrotunde. Auf einmal war man mit der Stadt auf Augenhöhe.


Zurück von oben, und …

… raus ins Gelände:


Judy Chicago: Arles Lilies. Métal peint, 2024.





Hinein in die umliegenden Hallen:

William Kentridge: Je n’attends plus, 30.6.2024–12.1.2025:


Kaboom! Filmstill, three-channel HD film installation, stereo sound, model stage, paper props, found objects, three mini-projectors, 18:38 min., 2018.
Text: „If a man dies, another remains / If a hundred die, a hundred remain / If a thousand die, another thousand / Carry the boat to the lake.“


More Sweetly Play the Dance. Filmstill, seven-channel HD film installation, colour, surround sound, megaphones, 15 min., 2015, courtesy of Maja Hoffmann, Luma Foundation Collection.


Ebd., Detail.
Text: „What is to be done?“


Ebd., Detail.
Text: „We’ll chase humanity into happiness with an iron fist“.


Demands – Impossible! Indian ink on found paper, 2009, courtesy of Museum Folkwang, Essen.
Text: „It is forbidden to print absurdities, / rumours and impossibilities.“


To Cross One More Sea. Detail, filmstill, three-channel HD film installation, colour, sound, megaphone speakers, 19:10 min., 2024.


Ebd., Detail, filmstill.
Text: „Euphoria / History counts its skeletons in round numbers / Harmony“.


Asie Mineure (Tree Man). Handwoven tapestry with embroidery, 2001–03.



Die „Rencontres“ stellten vor Ort ihre Book Awards aus, dazu den Luma Rencontres Dummy Book Award. Da waren schöne Bücher bei. Dann zeigten sie:


Mo Yi: Me in My Landscape, präsentiert vom UCCA Beijing, im Anschluss im UCCA im 798 als Überblicksausstellung, 28.9.–29.12.2024. In Arles leider sehr selbstbezogen und abgeschmackt. Gut, es geht um Mo Yis „Me“, aber auf jedem zweiten Bild der immergleiche Blick mit der einzigen Veränderung des über die Jahrzehnte lichter werdenden Haarkranzes?


Hans-Peter Feldmann: 100 Jahre | 100 Years; series. Gelatin silver prints mounted on board, 2001, courtesy of Hans-Peter Feldmann.


Ebd., „Hagen / 44 Jahre“.


Ebd., „Waltraud / 77 Jahre“.


Martha Rosler: House Beautiful: Bringing the War Home, New Series; series. Detail, photomontages, chromogenic prints, 2004, courtesy of Martha Rosler, A Foundation and Galerie Nagel Draxler Berlin, Cologne, Munich.


Max Regenberg: Billboards; series. Detail, two chromogenic prints and gelatin silver prints, 1979–82 and 1999, courtesy of Max Regenberg, VG Bild-Kunst, Bonn, and Zander Galerie, Cologne.


Miyamoto Ryūji: Carboard Houses; series. Vintage gelatin silver prints, 1994–96, courtesy of Miyamoto Ryūji.

Es lief Judy Chicago: Herstory, 30.6.–29.9.2024:


Deity. Cast bronze with patina, 2022, courtesy of Jeffrey Deitch and Salon 94.


Ebd., 2021–22.


Birth. 1984, courtesy of Through the Flower and Jessica Silverman.


Feather Room. Eingang, site-specific installation, wooden structure, diffuse canvas, 36 LED spotlights, duck down (allergen-free and certified animal friendly), 1966, reconstructed 2024.


Installationsansicht.


What if Women Ruled the World. Detail, embroidery and brocade on velvet backed fabric, 2020, courtesy of Jordan Schnitzer Family Foundation.


(Hinten an der Wand, links:) Crippled by the Need to Control/Bind Individuality. Detail, 1983.
(Rechts daneben:) Pissing on Nature. 1984.
Beide: Sprayed acrylic and oil on Belgian linen, courtesy of Collection Gr…(?, sorry!), Switzerland.


Rainbow Man. Sprayed acrylic and oil on Belgian linen, 1984, courtesy of Collection Ecaterina Viad(?, sorry!), Viad Collections, Bucharest, Romania.



Raus und weiter.


Doriane Bellet: O. A.
In einer eigenen Werkhalle lief The Art of Color: Dior, prix Dior de la photographie et des arts visuels pour jeunes talents, 7ème édition 2024, 1.7.–29.9.2024. Das Kleinformat oben fand ich nett, aber sonst, also bitte.


Theaster Gates: Le chant du centre, 30.6.–3.11.2024.


Ebd.


Ebd.

Rirkrit Tiravanija: A Lot of People, 30.6.–3.11.2024:


Detail, o. A.


untitled 2016 (where do you fit into all of this). Detail, stainless steel, polyamide, bonsai, courtesy Maja Hoffmann, Luma Foundation Collection.


untitled 2014 (import export). Detail, glazed ceramic with palladium luster, courtesy Maja Hoffmann, Luma Foundation Collection.


untitled 2012 (Remember JK, Universal Futurological Question Mark U. F. O., Zócalo, México City). Digital Print, courtesy of the artist and kurimanzutto, Mexico City, New York.


untitled 1981–1982 (gor for gài). Chalk on cardboard, courtesy of the artist.
Text: „ก (Ko) The first consonant of the Thai alphabet, commonly named ก ไก่ (ko kai). It is not a true voiced consonant like ‘g’ (There is no ‘g’ sound in the Thai language); its pronunciation is something between the hard ‘g’ and the voiceless ‘k’. In the official Romanization system and the system used in this Dictionary, it is represented by the letter ‘k’, whereas the true voiceless ‘k’ is presented by ‘kh’. It is a midlde-class consonant. Any word beginning with it can have all the five tones of the Thai language.“


untitled 2015 (bangkok boogie woogie, no. 2). Detail, 16 bronze tires, acrylic paint, copper sheets, single-channel HD video, colour, stereo sound, 6:23 min.


Ausgang.


Gegenüber präsentierte die École national supérieure de la photographie Laurent Montaron: To Tell A Story.


Das war nicht Montarons Story, aber für mich interessanter – interessanterweise bei einer Hochschule für Fotografie.


Unterwegs.

Auf der Straße zurück in die Innenstadt geht es in die (auf die?) sehr empfehlenswerte Croisière:


Hier oben in den Fenstern aufgeteilt das Werk von Cristina de Middel: Une pierre sur le chemin. 2021, avec l’aimable autorisation de l’artiste, Magnum Photos.


Ebd., Detail.


O. A.

Wagon-Bar: A Short History of Railway Dining. Photographs and archival material from the collections of the former CIWL and the SNCF Archives and Documentation Department:


Reproduction of the inside of a CIWL dining car, 1930s, courtesy of the Fonds de dotation Orient Express.


Interior of the self-service dining car the GRIL-Express, 1970s, wallpaper, courtesy of the Fonds de dotation Orient Express.


Bruno Vignal: Interior of a Corail Wagon-Bar by Designer Roger Tallon. Wallpaper and exhibition prints, 1984, courtesy of the Service Archives et Documentation of the SNCF group (SARDO).


Ders.: Interior of a TGV Duplex Prototype (Double Decker) Wagon-Bar. Exhibition prints, 1991, courtesy of the Service Archives et Documentation of the SNCF group (SARDO).






Weiße Leinwände unter Strohdach zwischen den Ausstellungshallen, wunderschön.



Im Obergeschoss liefen zum einen, sehr witzig, von Bruce Eesly: New Farmer:


Selected potato varieties are rated in sixteen categories according to the lurch desirable traits checklist, 1952. Inkjet print.


(Groß, rechts:) Peter Trimmel wins first prize for his UHY fennel at the Kooma Giants Show in Limburg, 1956. Inkjet print.


Broccoli farm near Limburg, 1962. Inkjet print.

Von Stephen Dock: Echoes:


Greece, Lesbos. Three pigment-process prints on Hahnemühle FineArt Photo Rag Ultra Smooth paper, 305g/sqm paper, 2015.


Capture; series. Three pigment-process prints on Hahnemühle FineArt Photo Rag Ultra Smooth paper, 305g/sqm paper, 2020.


Overview. Filmstill, double video installation, 25:15 min., silent, looped, 2020–24.

Dazu:


Stéphane Duroy: Allemagne, Berlin, décembre 1989. 110x160cm.

Weiter gehts.


Consuelo Serrano: Étendues. In der Galerie Omnius. Man sollte anrufen, wollte man die Bilder sehen, so war es mir natürlich sehr viel lieber.





In der Église Saint-Blaise lief von Nhu Xuan Hua und Vimala Pons: Heaven and Hell:


Installationsansicht.


(Links:) Piper. Film, 4 min. (Mitte:) Angela. Film, 6 min. (Rechts:) Julia. Film, 4 min. Alle: Filmstills, 2024.



In der Chapelle de la Charité von Michel Medinger (*1941): L’Ordre des choses | Lord of Things:


Installationsansicht.




The Cabinet of Curiosities. Detail, o. A., artist’s collection and private collections.


Ebd., Detail.


Still-Lifes. Modern prints from the artist’s works, 1989–2016.

Dann über das Amphitheater gen Rathaus.








Nicolas T. Camoisson: Palmyre.



Auf dem Place de la République bleibt jeder Blick an einem der zahlreichen architektonischen Schmuckstücke hängen, am Obelisken, dem Rathaus, dem Uhrenturm, den Kirchen Saint-Anne und Saint-Trophime, dem Bischofspalast, dem Hôtel des Postes, …










Basilique Saint-Trophime, zum Kreuzgang weiter unten.


Ebd., les tapisseries of the life of the Virgin.




Bildertafel am Eingangsportal, romanische Fassade, 12. Jh.


Decke im Rathaus.

Am Platz finden sich auch der Infoshop der „Rencontres“ und zahlreiche Ausstellungen.


In die Cryptoportiques du Forum, 20 v. Chr., die unterirdischen Galerien unter dem einstigen Hauptplatz der antiken Stadt, kommt man durch das Rathaus. Hier lief von Sophie Calle: neither give nor throw away.


Ebd.


Im Salle Henri-Comte lief von Ishiuchi Miyako (*1947): Belongings.



In der Église Saint-Anne lief All in the Name of the Name: The Sensitive Surfaces of Graffiti:


Henry Chalfant: Graffiti Archives, Art vs. Transit. Wallpaper, 1970–80, courtesy of the artist.


Gusmano Cesaretti: Neighborhood Boy. East Los Angeles Hills, 1972.


Ders.: Wedding in East Los Angeles, 1972.


Jamel Shabazz: (Links:) Man and Dog. Lower East Side Manhattan, NYC, 1980. (Rechts:) Determination, Flying High. Brooklyn, NYC, 1982. Beide: Exhibition prints, 2024, courtesy of the artist and Bene Taschen Gallery.


Lisa Kahane: Lady Pink. Photographed in Times Square wearing a T-shirt by Jenny Holzer from „Truisms“ (1977–79), NYC, 1983. Exhibition prints, 2024, courtesy of the artist.
Text: „Abuse of power comes as no surprise“.

So gut:


Tania Mouraud: City Performance Nº1-2024; series: NI. Retroactivation, 1977. Detail, exhibition prints, 2024, courtesy of the artist, Ceysson & Bénétière, Studio Mouraud.
Zu „NI“: „Ultimate negation, […] ‘NI’ (literally neither/nor) is the disapproval of a society where consumerism rhymes with illusion.“, s. taniamouraud.com.


Ebd., Detail.


Jill Posener: Free of Little Pricks. London, 1982. Exhibitions prints, 2024, courtesy of the artist.
Text: „Where would fashion be without pins? / Free of little pricks … (Stop needling us)“.


Dies.: Born Kicking Graffiti. London, 1983. Exhibition prints, 2024, courtesy of the artist.
Text: „Legs as soft and smooth as the day you were born. / Born kicking!“


Hans Leo Maes: Nothing to See Here; series. Exhibition prints, 2024, courtesy of the artist, TypicalPlan.


Ebd., Detail.

Im Palais de l’Archevêché:


Jean Turcan (1846–1895): L’aveugle et le paralytique. O. J.


Ebd., von oben.


Und noch ein Hintern.

I’m So Happy You Are Here: Japanese Women Photographers from the 1950s to Now:


Ich brauchte einen Moment, bis ich gewahr wurde, auf Teppich zu laufen, der dem Bodenmuster nachempfunden ist. Die ausgestellten Fotos waren auch interessant, aber dieser Teppich im gesamten Stockwerk, der hatte es mir sehr angetan.


Zwischendurch ging der Teppich (vorne) in die eigentlichen Fliesen (hinten) über.


Alles Teppich! Dabei mag ich Bodenteppich meist gar nicht sonderlich, und diese Materialschlacht. Aber auch meine ausgetretenen Füße waren beflügelt.


Tawada Yuki: The Waves Unravel at Night 1_2. Ink jet prints burnt by a mother and daughter, 2017.


Dies.: ID (Transition) No. 7. Ink jet print, scratched by eraser, 2024.


Katayama Mari: (Links:) Study for Caryatid #001. 2023. (Mitte:) Bystander #014. 2016. (Rechts:) Shell. 2016. Alle: Chromogenic prints with unique frames, courtesy of the artist.


Sugiura Kunié: Bouquet. Photographic emulsion, acrylic on canvas, wood, 1979, courtesy of the artist and Alison Bradley Projects, New York.


Yanagi Miwa: (Beide:) Elevator Girl House 1F; series: Elevator Girl. Chromogenic prints, 1997, courtesy of the artist.


O. A.


Yamazawa Eiko (1899–1995): O. A.


Dies.: O. A.

Im Cloître Saint-Trophime:














Mustapha Azeroual et Marjolaine Lévy: The Green Ray. O. A.


Ebd.


Ebd.


Vasantha Yogananthan: Time Frames. Detail, o. A.


Chapiteau figurant des êtres hybrides, à corps d’ânes et têtes humaines. Moyen Âge, Ville d’Arles.


Ebd.


Das ethnologische Museum Museon Arlaten wollte gerade schließen, gewährte aber noch einen kurzen Blick in den Innenhof. In der dortigen Kapelle, Chapelle du Museon Arlaten, Musée de Provence, lief Straight to the Point: Pétanque and Jeu Provençal Through the Lens of Hans Silvester.


Innenhof des Espace Van Gogh, zu van Gogh und seiner Zeit in Arles unten mehr.


Im ehemaligen Krankenhaus ist heute die öffentliche Bibliothek untergebracht.



Hier lief von Mary Ellen Mark: Rencontres:


Attendee of the Aryan Nations Congress. Hayden Lake, Idoha, USA, gelatin silver print, 1986.


Sue Gallo Baugher and Faye Gallo, Twins Festival. Twinsburg, Ohio, USA, gelatin silver print, 1998.


National Circus of Vietnam. Lenin Park, Hanoï, gelatin silver print, 1994.





Außerdem lief Reflection – 11/03/11: Japanese Photographers Facing the Cataclysm. Es ging es um das Erdbeben mit darauf folgendem Tsunami und der Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011:




Fujii Hikaru: Record of Coastal Landscape. Filmstill, o. A.


Suzuku Mayumi: Restoration Will. Objects that the artist found and recovered in the rubble, album containing ship carpenter portraits, taken by the artist’s father, family and friends’ portraits, o. J.


Kanno Jun: Portraits of Neighbors. O. A., 2011–23.
Oben links ist das Bild vom Bahnhof zu sehen.


Dies., Detail am Bahnhof.


Dies.: Temporary Storage Site for Radioactive Materials. O. A., 2015.


Ono Tadashi: Coastal Motifs. O. A., 2017–18.

Nächster Stop.



Die Fondation van Gogh zeigte Van Gogh and the Stars, 1.6.–8.9.2024:


Vincent van Gogh (1853–1890): Evening (after Millet). Oil on canvas, 1889, Van Gogh Museum (Vincent van Gogh Foundation), Amsterdam.
Dieses war das einzige kleine Original, das sich in ganz Arles von van Gogh finden ließ, von seinen hinterlassenen Spuren gab es dafür aber umso mehr, s. weiter unten.


Helen Frankenthaler (1928–2011): Star Gazing. Acrylic on canvas, 1989, Helen Frankenthaler Foundation, New York.


Utagawa Hiroshige: Sudden Shower Over Ōhashi Bridge and Atake. Woodblock print (contemporary copy), 1857, Fondation Vincent van Gogh Arles.
Ich liebe diese Arbeit, hier in guter Qualität.


Smith: Untitled (Astroblème). Photographic print on brushed aluminium, 2017, Galerie Christophe Gaillard, Paris.

In der Chapelle Saint-Martin du Méjan lief von Nicolas Floc’h: Rivers Ocean: The Landscape of Mississippi’s Colors:


Installationsansicht.


Water Columns, Mississippi Delta, from Empire to the Gulf of Mexico (100km), from the surface up to 100m depth, USA. Detail, 72 photographs excerpted from the grid, from the delta to the ocean, 516 colour photographs arranged geographically, pigment prints, 2022.


Ebd., Detail.


Water Column 132, Scioto River, Delaware, Ohio, USA. Detail, pigment prints, 2022.


Water Column 34, Lake Itasca, Mississippi headwaters, Minnesota, USA. Pigment prints, 2022.


Water Column, Mississippi River, Empire, Louisiana, USA. Pigment prints, 2022.


O. A.


Cartography of rivers, ocean – Mississippi.


Auch draußen ist es mal so, …


… mal so.

Rechts vom Bahnhof liefen in einer Lagerhalle zwei Shows, zum einen Ground Control: Fashion Army. Es handelt sich um Bilder aus einem „recently declassified archive covering the late 1960s to the early 1990s […] from the Natick Soldiers Systems Center, a U.S. Army research and development unit.“ (Ausstellungstext; sorry, unten großteils o. A.)








(Links:) Woman wearing baseball hat, 1980. (Rechts:) Female winter hat, 1980.


Hats, front view, 1982.


Hats, side view, 1982.

Außerdem lief:


Lahem: Modernity’s Fracture: The Odyssey of Returning Hometown. O. A.


Ebd.

Zwischendurch Streetlife und -fotografie in den Gassen:








Arles Déchirée heißt eine Publikation der Straßenfotografie von Étienne Racine, 2024.










Ebd.
























Seht ihr meinen Beitrag?




















Text (hinten rechts): „A really great photograph“.


Text: „A photo that proves your talent“.


Text: „A photo only hot people can take“.


Text: „A photo that liberates Gaza“.


Text: „Buy some art to stare at in case your phone dies“.




Frédéric Mistral (1830–1914), Nobelpreisträger für Literatur 1904. Das Preisgeld, schreibt Wikipedia, verwendete er, um das Museon Arlaten auszubauen.




















Noch ein ins Mauerwerk eingelassener Briefkasten, s. Marseille. Rechts sieht man, wie sie als Schlitz funktionieren.






Carla Cacianti: EUR 42|24, photosculptures, in der Galerie CirCa.


Ebd.


Im Jardin d’été: Marine Lanier.


Ebd.

Und von dort aus durch den Hintereingang ins Théâtre Antique:
















Acrotère. Masque de théâtre, moulage en béton Arkheïa, o. J., musée départmental de l’Arles Antique.

Und weiter.


Joseph Felon (1817–1897): Madame Grange-Réattu. Plâtre, 1873, don de l’artiste après 1873.

Das Musée Réattu zeigte fotografische Neuinterpretationen der Werke des Hauses von Jacques Réattu (1760–1833): Lucien Clergue à Réattu:


Lucien Clergue (1934–2014): Passion de Réattu. D’après „La vision de Jacob“ de Jacques Réattu. Tirage Cibachrome, 2005, don de l’artiste, 2006.


Jacques Réattu: Esquisse pour la vision de Jacob. Huile sur toile, 1791–92, legs Élisabeth Grange, 1868.


Lucien Clergue: La cabinet aux statutes I. Tirage Fresson, 1987, don de l’artiste, 2010.


Lucien Clergue: Passion de Réattu. D’après „La mort de Tatius“ de Jacques Réattu. Tirage Cibachrome, 2005, don de l’artiste, 2006.


Jacques Réattu: La mort de Tatius. Huile sur toile, 1788, legs Élisabeth Grange, 1868.

Weitere Werke:


Jacques Réattu: La mort d’Alcibiade. Huile sur toile, tracé des draperies à la craie blanche, 1796–1822, legs Élisabeth Grange, 1868.


Jacques Réattu: La lune. Huile sur toile, 1821, legs Élisabeth Grange, 1868.


O. A.: Née de la vague. Photographies provenant d’un portfolio de 80 planches, héliogravures sur papier Aussedat, 1968 (date de publication), dons de l’artiste, 1980.
(Mitte:) Francesco Noletti, dit Le Maltais (1611–1654): Jeune femme à sa toilette. Huile sur toile, vers 1650, legs Élisabeth Grange, 1868.


Christine Crozat (*1952): Vertèbre-visage (Mine de rien). Résine, 2002, don de l’artiste, 2002.


Antoine-Laurent Dantan (1798–1878): Moulage d’un des masques d’Hercule décorant la fontaine de l’obélisque d’Arles. Plâtre, 1866–67, provenance inconnue.


Germaine Richier (1902–1959): Le Griffu. Bronze, 1952–67 [sic., vermutlich bis 1957?], don de la famille de l’artiste, 1967 [außer, jemand der Familie hat daran weitergearbeitet].


Ossip Zadkine (1888–1967): L’Odalisque. Bois de hêtre rouge polychrome, 1932, don de l’artiste, 1956.


Alfred Latour (1888–1964): Les Saintes-Maries-de-la-Mer. Huile sur toile, 1957, don de M. Claude Latour à la ville d’Arles pour le musée Réattu, 2018.


Pablo Picasso (1881–1973): Portrait of Lee Miller as a Woman of Arles. Oil on canvas, 1937, permanent loan from Musée national Picasso, 1990.


Jean-Claude Gautrand: Gazouille. Detail, quatre tirages modernes, 1966, Collection Gautrand.


Ders.: Métalopolis. Deux tirages vintages, 1964, collection musée Réattu, don de l’auteur.



VII Foundation zeigte Monumental: Le Dôme du Rocher par Zijah Gafić et Notre-Dame de Paris par Tomas van Houtryve | The Dome of the Rock and Notre-Dame:


Tomas van Houtryve (*1975): O. A.


Ders.: (Links oben:) Amélie Strack, sculpture restorer. (Rechts unten:) Dorothée Chaoui-Derieux, chief heritage officer, archaeology. O. A.


Zijah Gafić (*1980): The Rock, sometimes called the Foundation Stone, is protected and celebrated by the ornately-decorated building that protects it. O. A.


Der Wanderer auf der Säule hat seine Hand zur Fernsicht gen Rhône ans Gesicht gehoben.


Hommage à Alain-Pierre Romac, directeur du Symadrem de 1999 à 2007, commémoration des 20 ans des inondations de 2003.








Gian Marco Sanna: Paradise. O. A. der Galerie.






Bereits in Bern waren mir Wale begegnet.


Dazu ebenda eine Wahlhilfe für die vergangene französische Parlamentswahl 30.6.–7.7.2024, die besagt, das Linksbündnis Front Populaire sei für alles gut, Renaissance, also Macron, nur für eine von sechs Sachen (und zwar für: „Égalité femmes – hommes, droit à l’IVG“, die Gleichheit von Frauen und Männern, das Recht auf Abtreibung), Rassemblement national für nichts. Diese Brücke hat einiges zu bieten.


Im Jardin Hortus, bezeichnet als jardin d’inspiration romaine. O. A.


Ebd. von Laurent Perbos: La Vénus à la flamme. 2024, collection du Département des Bouches-du-Rhône.



Das Musée départemental Arles antique zeigte Sport in Focus: Collections of the Olympic Museum and Photo Elysée:


Annie Leibovitz: Julie Foudy. Silver gelatin-bromide print, 1996, Olympic Museum Collection, Lausanne.

Und hier stehen auch endlich Cäsar und Kollegen:


Cesare. O. A.


Auguste. Marbre de Carrare (Italie), calcaire, dernier quart du Ier s. av. J.-C., Arles, théâtre antique, 1750, 1834 et 1904, dépôt du Louvre (torse).


O. A., Detail, Bodenmosaik.


Ebd., Detail.


Sarcophage de la chaire de Saint Pierre. Marbre de Carrare (Italie), plomb, première moitié du IVe s., Arles, chapelle Saint-Genest de l’église Saint-Honorat-des-Alyscamps, sans date.


Sarcophage dit est époux ou de la Trinité. Marbre, première moitié du IVe s., Arles, anciennes papeteries de Trinquetaille, 1974.

Aus dem Südwestzipfel erneut hinein in die Innenstadt.

Bei Vague läuft Kyotographie (ohne Angaben, wenn nicht weiter aufgenommen):


Hosokura Mayumi: Walking, Diving.


Dies.: Soul Trip.


Iwane Ai: A New River.


Ebd., Detail.


Suzuki Mayumi: Hojo.


Okabe Momo: Bible & Ilmatar.


Im Innenhof. O. A.

Fondation Manuel Rivera-Ortiz zeigte L’Engagement, was ein tolles Haus (ohne Angaben, wenn nicht weiter aufgenommen):


O. A.


Hommage an Camille Lepage (1988–2014), freiberufliche Fotografin und Journalistin, in der Zentralafrikanischen Republik getötet. Film o. A.


Thaddé Comar: How Was Your Dream? Hong Kong 2019.


Chun-Yi Chang. Sound installation and video, 5:30 min., o. J.


(Links:) Soli Kiani: until we are free! (self-portrait); from the series, 2020: trauma. 2022.
(Rechts:) Philippine Schaefer: Accord.


Ljubiša Danilovic: Georgia – Une histoire des migrations.


Ebd.

Von Anas Aremeyaw Anas, Muntaka Chasant und Bénédicte Kurzen: E-waste au Ghana: Sur la route de nos déchets électroniques:


Wilhelmsburg, Hamburg, Germany, Spring 2023. One of T.W.S. Deutschland GmbH’s yards of loading containers meant to be shipped to West Africa.


Processing e-waste in Europe. Frederiksværk, Denmark, December 14, 2023. A mountain of residual waste created from the recycling of auto parts at DeNova Recycling.

Man weiß es eigentlich, und doch wieder nicht. Ein erschütterter Mitbesucher empfahl mir den Dokumentarfilm über Europas größte Elektromüllhalde in Ghana, Welcome to Sodom: Dein Smartphone ist schon hier, 2018.


(Links:) Steve Abu Mensah, Hamburg, Germany. Partner T.W.S. Deutschland GmbH. (Rechts:) Thomas Thomson, Hamburg, Germany, Chairman Europe exporters.


Infografik der nachverfolgten Wege.


Reverse Flow: Japan’s smelting and recycling industries.

Weitere Räume:


Institute Contemporary mit Monika Ribeiro et al.: On the Vastness of our Identities. O. A.


O. A., series: Beliefs and Existence.


Ebd.


Diego Moreno: Malign Influences; series. 2023.


Ders.: In My Mind There Is Never Silence; series. 2014–20.


Elie Monferier: Santuaire. The third chapter in the „Héritage“ trilogy.


Jun-Jieh Wang: Passion. Detail, Filmstill, o. A.


Ebd.

Im ehemaligen Hôtel Vernon findet sich das Lee Ufan Arles. Lee Ufan (*1936, Südkorea) gehört der japanischen Mono-ha Kunstschule an, die sich – minimalistisch und radikal – der Arte Povera nähert:


Relatum – Infinity of the Vessel. Detail, 240x40cm, stainless steel, natural stone, water, 2022.


Relatum – Road to Arles. Detail, 400x100x2cm each, 2 stainless steel plates, 63x76cm and 79x73cm, 2 natural stones, 2022.


Ebd.


Relatum – Dissonance. Detail, 3,5mx8cm each, 2 stainless steel poles, 65x50cm and 48x58cm, 2 natural stones, 2004/2021.


Ebd., o. A.


O. A.


O. A.


(Links:) Dialogue. 2007. (Mitte:) Dialogue. 2011. (Rechts:) Correspondance. 1993. Alle: 227x182cm, oil on canvas.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


O. A., Detail.


From Point. Natural pigments and glue on canvas, 1973–80 (verschiedene Arbeiten).


Ebd., Detail.


Ebd.


Ebd., Detail.

Zum Abschluss für Arles nun zu Vincent van Gogh (1853–1890), der um das Jahr 1888 18 Monate in Arles weilte und natürlich malte und wo er sich sein Ohr abschnitt. Einige seiner Stadtansichten sind aufzuspüren, hier die Van Gogh-Route von Arles. An den einstigen Schaffensorten finden sich Bildtafeln zum Vergleich mit heute:


Vincent van Gogh: La nuit étoilée.


Heute und tagsüber.


In den Bücherhallen des Espace Van Gogh, s. o., zeigte mir die Bibliothekarin diese Postkarte …


… und dass die heutige Sicht noch die Türen hinten bietet.


Le Café la nuit. Hier nicht aus van Goghs Blickwinkel, ich fand die Bildtafel nicht und mir kam nicht in den Sinn, Google zu fragen.


L’escalier du pont de Trinquetaille.


Heute.


L’entrée du jardin public.


Et aujourd’hui.


Les Arenes d’Arles.


Heute und hier angebracht, aber es dürfte wohl innen in der Arena gemeint sein.


Le jardin de la maison de Santé à Arles.


Heute im Innenhof des Espace Van Gogh.


La maison jaune. In diesem Gelben Haus malte er auch sein berühmtes Schlafzimmer, nicht vermerkt.


Und heute.

Interessant, van Gogh nimmt stets einen vogelperspektivischen Blick ein, der sich gleichzeitig dem Geschehen nähert. Das kriege ich mit der Kamera nicht hin, vielleicht mit einem Kran; meine sind leider nur dokumentarisch gemeint..


Avignon 阿维尼翁

Mehr Weltkulturerbe, Rhône, Provence, Wein und Lavendel, Mittelalter und Päpste, alte Mauern, neues Theater. Was für zwei unglaubwürdig blaue Tage.


Musée Lapidaire. Und schon ist man in die erste Kirche und ihre Ausstellung hineingesogen, hier gibt es keltische Steinfiguren aus dem 3. Jh. v. Chr.:


(Links:) Stèle funéraire. À triple registre de Nefer-Nen, scène d’offrande à Osiris et scène de culte funéraire rendu par la famille du défunt. Calcaire (Kalkstein), XIXe dynastie, règne de Thoutmosis II ou d’Aménophis II, collection Sallier, achat 1833.
(Rechts:) Stèle funéraire. À triple registre, de Nebsy et Hépou. Calcaire, provenance probable Abydos, fin du Moyen Empire, fin XIIe–XIIIe dynastie, achat Perrot 1851.
Erstaunlicherweise mit Farbe?


Table d’offrande d’Harsiési et de Pa-di-Mout. Calcaire, provenance probable Abydos, epoque saïte, XXXVIe dynastie, collection Sallier, achat 1833.


Statue d’une créature fabuleuse androphage (dévorant un être humain), ithyphallique (au sexe dessé). Calcaire tendre coquillier, restes de polychromie, enduit rouge sur la gueule, les griffes, œuvre gauloise à destination vraisemblablement funéraire, seconde moitié du Ier siécle av. J.-C.?, provenance: Noves (Bouches-du-Rhône), achat 1849.


Stèle de Djed-Khousou-(i [ou] f)-Ankh. Offrande au dieu Ré-Horakhty, a gauche, Isis et les quatre fils d’Horus, bois stuqué et peint, provenance probable Thèbes, XXVIe dynastie saïte, achat Lunel, 1823.


Mosaïque pseudo emblema d’une mosaïque avec Hercule et Hesione. Milieu de IIIe siècle ap. J.-C., provenance Saint-Paul-Trois-Châtraux, achat 1884.


Pseudo statue-boc de Hori, „scribe royal, généralissime du seigneur du Double Pays“, provenant peut-être d’Abydos. Calcaire, Nouvel Empire, XIVe dynastie, achat 1831.
Zwischen den Beinen steht ein kleines Männchen, die Tafel verweist auf Hori, den „königlichen Schreiber, Generalissimus des Herrn von Double Pays“, so DeepL, was ist da los?


Fragment du Livre de la Vache céleste. Récit mythologique prenant place exclusivement dans des tombes royales, calcaire peint, Nouvel Empire (XIXè dynastie), règne de Séthy Ier?, collection Sallier, achat 1833.


Prachtstraße mit einigem Leerstand.


Rathauseingang.


Ebd.


Die Decke des Rathauses (wird das eine neue Serie?).


Hier auch „À bec et griffes“, mit Schnabel und Krallen, so lautet seit dem 15. Jh. das Motto von Avignon. Bevor ich mich im Netz vergucke, warum, weshalb, was da geschah, schnell zum nächsten Bild.


Vorbei am Theater.


Ebd.


Am Platz ein sich gut einfügender Neubau.


Natürlich gilt der Pilgerweg als erstes dem Papstpalast, der sich immer wieder ins Sichtfeld schiebt.




Gegenüber vom Palast das Hôtel des Monnaies.


Ebd.

Und nun hinein in den gotischen Palais des Papes – zwischen 1335 und 1430 Residenz verschiedener Päpste und Gegenpäpste.




Beim nächsten Besuch unbedingt zur Vorstellungszeit in die Hauptspielstätte des Theaterfestivals seit 1947. Wobei das Festival jährlich in den letzten drei Juliwochen stattfindet, dafür muss man mit Hitze klarkommen.


















Gargoyle in the shape of a dogs head. Stone, XIV century, Palais des Papes, inv. 1760.
Gargoyles, Wasserspeier, erquicken stets mein Herz.


Head of a woman. Stone, XIV century, Palais des Papes, inv. 1827.


Dog head with long ears. Stone, XIV century, Palais des Papes, inv. 1815.


Fantastic gargoyle, comes from the wing of the High Dignitaries. Stone, XIV century, Palais des Papes, inv. 1836.

In den Gemäuern und teils im Außenbereich lief eine Ausstellung zu Miss.Tic (1956–2022): À la vie, à l’amor, unter dem Link der deutschen Seite mit Erweiterung: Zum Leben, zur Liebe: Kunst in der Stadt, Poetik der Revolte (1985–2022), 27.6.2024–5.1.2025:


Asphalt vagabond, my words walk the streets (1985–99).

Es grämt mich, dass ich die Texte hier nicht einmal abschreiben kann, selbst dafür reicht mein Französisch leider nicht aus.


Ebd., Detail.


Und das Gemäuer dahinter!


J’enfile l’art mur pour bombarder des mots cœurs | I wear mural art to spray paint heart words: A play on words between „art mur“, that sounds like „armure“ (armour) and „mots cœurs“, that sounds like „moqueur“ (mockingbird). Group of 6 photographs and 6 poems, 1980s, photographic prints on polymer fabric and vinyl print on aluminum, various sizes.







Im päpstlichen Innenhof:















Zurück in die Mauern:




Miss.Tic, vermutlich in den 1980ern.


À la vie, à l’amour. 300x175cm, spray paint on poster fragments, 2010.


Hier: Femmes de l’être | Women of being: A play on word between homonyms „femmes de lettres“, meaning female writers, and „femmes de l’être“ (dem Sein). Collection of 12 canvas frames, various sizes, book collage and spray paint on canvas, 2011.


Ebd.





Miss.Tic hat sich überall wunderbar ausgebreitet. Dazwischen trifft man auf das schönste Bodenmosaik, die herrlichsten Wandmalereien.








Retable du portement de croix. Moulage de plâtre, XXe siècle (wieso 20. Jh.?), Bruno Parizat, dépôt du musée Calvat, Avignon, inv. 1634.


Miss.Tic, Installationsansicht.


Soyons heureuses en attendant le bonheur. 250x200cm, collage and spray paint on canvas, 2006, Galerie Lélia Mordoch Collection.




Miss.Tic, une femme qui peint la nuit sur les murs de la ville. Filmstill, Detail, video, INA Archive, in: Les Démons de Midi, 1990.


Miss.Tic présidente. Collection of 17 pieces, various sizes, spray paint on newspaper, wood, paper, 1988–2009.


Englisch kriege ich hin, Text: „He said green / He said red / He said stay / He said come back / He said it all / He said the detours / He said the abuses / He said the extraordinary ruins / He said you’ll be my amnesty / He said life is like porcelain / He said my darling children / He said my love“.


(Links:) Parisienne femme capitale. (Rechts:) Je n’ai de maternelle que la langue. Beide: Spray paint on pink and grey canvas, 2006, Galerie Lélia Mordoch Collection.


Always standing in the studio of your memory (1979–2022). Detail.


No where, now here. 103x32cm, spray paint on aircraft door, 2004, José Mijan Collection.
Text: „Inoperative / No where / Now here / Miss.Tic“.


La poésie est un sport de l’extrême | Poetry is an extreme sport. Collection of 100 stencils, various sizes, cardboard cut-out, 1985–2022.


Ebd., Detail.





Hinaus aufs Dach.























Zurück auf der Straße.







Und an der alten Stadtmauer vorbei sur le pont d’Avignon:











Weiter in den Straßen unterwegs.





Eine Besonderheit der Theaterstadt sind die etlichen Bemalungen vermauerter Fenster und Eingänge. Zunächst dachte ich, es könnte vielleicht ein aktueller Verdeckungsversuch des Leerstandes sein. Aber die Malereien stammen bereits seit 1986 von Marion Pochy und Dominique Durand. Die beiden nennen es ihr „Fenêtres-Festival“, Fensterfest, und greifen berühmte Szenen des Theaterfestivals auf. Seit Ende des 18. Jh. erließ die Stadt über hundert Jahre hinweg eine sogenannte Fenstersteuer, bei der jedes einzelne Fenster gen Straße besteuert und, um dies zu umgehen, entsprechend zahlreich zugemauert wurde. Man fragt sich, warum nach Aufhebung um 1900 nicht wieder Licht in die Wohnungen gelassen wurde. Aber es ist ein schönes Projekt:























Selbstverständlich auch hier mit inoffizieller Streetart, und wie in Arles gelegentlich mit Fotos:






Mate Lesli.




Zwar führt die Tour de France meistens durch Avignon, aber 2024 fand sie im Juli statt, gut eineinhalb Monate zuvor. In jedem Fall aber nett, wenn eine Horde Durchtrainierter aus dem Nichts auftauchend, ins Nichts verschwindend an einem vorbeifetzt.





Baumrinden, Naturbedarf:








Collection Lambert von außen.


Von hinten.

Die Sammlung des Pariser Galeristen Yvon Lambert mit Künstlern wie Cy Twombly, Andres Serrano und Francis Alÿs eröffnete im Jahr 2000 im Hôtel de Caumont aus dem 18. Jh. die Collection Lambert und zeigte Alchemy of Encounter, 23.6.2024–5.1.2025, sowie The Role of a Lifetime, 23.6.–29.9.2024, beide sind mir hier durcheinandergeraten:


Jenny Holzer: Amber Tower for Avignon. Detail, colonne LED double face, 2000.


Dennis Oppenheim: Sterilized Surface, Glass. Épreuves gélatino-argentiques, 1969.


Mirosław Bałka, Installationsansicht. Ich fand kein Hinweisschild, nur einen Text, indem Bałka für diese Arbeit genannt war. Das erscheint mir etwas fragwürdig, da seine sonstigen Arbeiten weder aus Plastik noch bunt schillernd sind.


Vincent Ganivet: Martyr de Camille. Imprssion sur papier et gravur sur boir, 2012, collection privée, Paris, en dépôt à la Collection Lambert.


Nicolas Daubanes: Prison Saint-Michel, Toulouse. Dessin mural à la poudre d’acier aimantée, 2017, courtesy de l’artiste.


Gebäude, o. A.


Treppe hoch, oben.


Innenhof, zu jener Zeit nicht zugänglich.


(Papierarbeiten links:) Spencer Finch: Maine Landscape with a Passing Dragonfly, August 10, 2006 (After Rilke). Detail, aquarelles et graphite sur papier.
(Hinten:) Adrien Vescovi: Sans titre (Palette). Grille de textiles pliés sur tube, 2024. (Rechts:) Ders.: Sans titre (Bibliothèque). Detail, bois et bocaux, teinture naturelle, 2024. Beide: Courtesy Galerie Albarran Bourdais.


Gordon Matta-Clark: (Links:) Splitting. Photographie couleur, 1974. (Rechts:) Splitting, sous-titre: Archive #2601. Collage photographique sur papier, 1974.


(Mitte:) Sol LeWitt: Incomplete Open Cube 5/11. Laque sur aluminium, 1973. Die anderen Skulpturen sind ebenfalls von LeWitt.
(Rechts hinten an der Wand:) Ders.: Wall Drawing #1143. Detail, acrylique sur mur, 2004.


(Fenster:) Niele Toroni: Empreintes de pinceau nº50 répétées à intervalles réguliers (30cm). Acrylique et adhésif sur verre, 2000.


Ebd.


Louise Lawler: (Sunset) Wall. Cibachrome sous Diasec contrecollé sur aluminium et monté sur châssis en bois, 2001/2003.


Giului Paolini: Sans titre. Collage sur papier et impression offset, 1978.


Ders.: Sans titre. Collage sur papier et impression offset, 1975, collection privée, Paris, en dépôt à la Collection Lambert.


Christian Marclay: Extended Phone. Detail, plastique, métal, papier, 1994, collection FRAC Bourgogne.


Vue de l’œuvre de Walter De Maria dans l’exposition „When Attitudes Become Form“, Kunsthalle Bern, 1969. Photographie de Dölf Preisig, collection de Fotostiftung Schweiz.
Text, deutsche Fassung: „Wenn dieses Telephon klingelt, dann nehmen Sie den Hörer ab. / Walter De Maria wird am Apparat sein und möchte zu Ihnen sprechen.“


Francesco Vezzoli: Les parapluies d’Avignon. Impression numérique sur papier glacé cousue sur impression sur toile et papier, broderie, 2015, collection privée, Paris, en dépôt à la Collection Lambert.


O. A.: Taupe. Costume en fourrure synthétique, tissu et tulle, 2016, Vivarium Studio.


Anselm Kiefer: (Links vorne:) Sans titre. Detail, technique mixte, 2006, collection privée, Paris, en dépôt à la Collection Lambert. (Hinten:) Die Rheintöchter. Detail, craie sur plomb monté sur collage photographique et objet métallique, 1969–89.

Im Untergeschoss wurden einige Videoarbeiten gezeigt, teilweise im eigenen Kinosaal, die wirklich alle toll waren, so etwa von Omer Fast: CNN Concatenated. 2002; sowie von Robert Beer die drei Arbeiten: 70. 1970; Fuji. 1974; What Goes Up. 2003.


Roman Ondak: The Day Before Now. Detail, Eau de rivière, boue et herbes du lit de la rivière, deux pierres gravées, 2017, collection privée, Paris.
Text hinten auf dem Wandschild: „Yesterday the river waters rose to this level“.


Mark Geffriaud: The Light that Moves Against the Wind. Detail, quatre lentilles de verre emplies d’eau, projecteur, écran en papier, étagères en bois et métal, 2011, Collection Frac Nouvelle Aquitaine MÉCA, Bordeau.


Ebd., Detail, hinter den Vorhang gelugt.




Dies war mein Getränk des Sommers in Südfrankreich von Marseille bis Avignon: Ricard, meist als Konzentrat mit einer Karaffe Wasser zum allmählichen Auffüllen serviert.


Toulouse 图卢兹

Im Januar 2022 war ich erstmals hier, s. den Blogpost zu Toulouse.



Auch dieses Mal wollte ich zunächst ins Les Abattoirs, Toulouse Modern and Contemporary Art Centre. Charly war angefixt, und so spazierten wir nach Kofferablage von ihr quer durch die Stadt. Es wurde ein sehr schöner Spaziergang, aber das Abattoirs hatte entgegen Ankündigung auf der Website leider geschlossen.


Vor Ort dann der Hinweis: Fermeture exceptionnelle du 26/08 au 01/10. Zu schade.


An der Garonne ging es dann zurück durch die Stadt. Diese von weitem einen anlockende Aussicht entpuppte sich als olympische Schmückung namens: 1920/2024: Une brève histoire des jeux.



Doch die Brücke, über die wir gingen, war temporär in einen Aufenthaltsraum verwandelt:





Gut, das Ende war wieder kitschig, aber immerhin gibt die Stadt Geld für Kultur aus:


Valérie du Chéné: Les yeux mi-clos à pied levé. Fresque Pont Saint-Pierre, jusqu’au 27.10.2024.


Vor dem Capitolium, sowohl Rathaus als auch Theater, finden alljährlich im Sommer Veranstaltungen gratis für die Bewohner·innen statt.


Insta-ID: laffiche_dans_la_rue.
Text: „Depart d’urgence / Pour faire le mus / Briser la glace“.
Eine Vorbeischlendernde erzählte uns, also Charly, und sie übersetzte, dass der Arm leider im Laufe der Zeit abgefallen sei.


Ebd.






La ville rose!


Ausgaben des Kleinen Prinzen.




Dieses Fischen nach den olympischen Ringen gefällt mir.


JG Picard.


Und der Balkonbewuchs war auch noch da, ich fühlte mich gleich heimisch; dieses Mal sommerlich im Blattwerk versteckt.


Gérard Bogo: Rencontre. 2024.
Text: „Si le trombone facilite la rencontre entre des documents / Le Jardin des plantes favorise la rencontre entre les toulousains“.

Eine Büroklammer gefällt meinem Ordnungssinn. Der Titel aber passt perfekt zur Reise: Von Bern bis Toulouse war es grandios, auf les rencontres, auf die Zusammenkünfte, hoffentlich und immer wieder auf ganz bald!


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Montag, 8. April 2024
Frühjahr 2024: Guangzhou und Hongkong


Im Februar war ich visumsbefreit in und um Guangzhou unterwegs. Ich dachte zunächst, die aktuell für maximal 15 Tage und bis Ende November 2024 gültige Visafreiheit für China sei eine Maßnahme, um die Wirtschaft anzukurbeln. Eine Freundin mutmaßt, es könne sich auch um einen stärkeren Europafokus der chinesischen Regierung handeln – neben Malaysia gilt die Regelung nur für einige europäische Länder (Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Spanien, seit Januar auch Irland und Schweiz), nicht für die USA. Ich finde das strategisch ganz interessant. Mein strategisch erster Gang führte mich zur ICBC, mein erstes Telefonat galt China Mobile. Obwohl erst vor keinem halben Jahr in China, musste ich mich erneut online und digitalmonetär in Fluss bringen.

Orgatipp für China: Eine sehr gute Empfehlung (mit bestem Dank dafür an Kevin) ist der vorherige Kauf einer eSIM. Es könnte Probleme geben, eine SIM-Karte in China zu kaufen, wenn man kein gültiges Visum hat. Mit einer eSIM kann man für China oder ganz Asien ohne physische SIM, stattdessen per Scannen eines QR-Codes, ein Datenvolumen aktivieren. Ein möglicher Anbieter ist Chinaesim.com. Ein Kollege von mir testete es, war sofort online und erstaunlicherweise nicht von der chinesischen Firewall betroffen – neidisch sah ich ihm beim Googeln zu. Das mag zumindest bei Chinaesim.com daran liegen, dass sie in Vietnam sitzen.

So wie ich bei meinem letzten Chinabesuch in die Oktoberfeiertage geriet, landete ich nun in denen des chinesischen Neujahrs. Ich musste mich also mit den Einrichtungen begnügen, die offen hatten. Bezeichnenderweise war es am schwersten, an eine Fußmassage zu kommen, die meist zugezogenen Kräfte genossen ihre Auszeit bei ihren Familien. Ich war aber vor allem auf die unabhängige Kunstszene gespannt, von der ich aus dem zunehmend sie verbannenden Beijing gehört hatte, sie habe sich unter anderem hier am Perlflussdelta angesiedelt.

So führte mich ein Tagestrip weit hinaus in den Südosten:



Mirrored Gardens 镜花园, von Vitamin Creative Space 维他命艺术空间, Adresse: Hualong Agriculture Grand View Garden, Panyu Bezirk, Guangzhou 广州市番禺区化龙镇农业大观园内. Geöffnet ist nur nach Vereinbarung (per WeChat-ID: mirroredgardens), was ich erst verstand, als ich davorstand. Da niemand antwortete (Neujahr), verhallte mein Gruß im Garten. Es ist sehr nett hier, bestimmt besonders, wenn etwas los ist. Zu meinem Besuch war alles verlassen.













Von dort ist es nicht allzu weit zum Making Space 新造空间, Adresse: Xinghua lu Nr. 5, Xinzao Gemeinde, Panyu Bezirk, Guangzhou 广州番禺区新造镇兴华路5号, WeChat-ID: 新造空间. Ebenfalls zu Neujahr geschlossen, freue ich mich doch über die seither folgenden Onlineeinblicke von Betreiberin und Kuratorin Xu Binghuang 许冰煌. Aktuell läuft eine Ausstellung zu Familiengeschichten, kollektiven Traumata und Ursprüngen alltäglicher Gewalt als „ongoing exploration and contemplation of the interplay between the individual and society, the pasts and futures“ (对个人与社会、过去与未来之间的联系的持续追问与反思), in: Questioning Silence: A Trio Exhibition on Family Histories 追问沉默:家庭史三人展, mit: Lan Yi 蓝一, Da Xi 大曦 und Huang Xiaoxing 黄晓行, 30.3.–30.5.2024.


Huang Xiaoxing 黄晓行: Across Your Gazes 透过你的目光. 100x100cm (single size, three pieces in total), autobiographical fiction and digitized archive (laser print), woodcut print, translucent tracing paper, transparent acrylic board [o. J.].
Quelle: s. Ankündigung 通知.

Im Eck geht es dann auf die Insel Changzhou 长洲岛 ins Dorf Shenjing 深井村. Auf meinem Plan stehen hier fünf Spaces: 刺高联记、语言司、二十面体、深话空间、光脚部. Als Anlaufpunkt wurde ich mit Ou Feihong 欧飞鸿 vom Space 刺高联记 (etwa: Verbund der hohen Stacheln) vernetzt, Adresse: Zhongyaoxia jie, Jiongbo xiang Nr. 9, Huangpu Bezirk, Guangzhou 广州市黄埔区中约下街迥波巷9号. Hier finden die verschiedensten Aktivitäten zusammen, hier wird viel gedruckt, mehr noch gesponnen, und, als man von meinem Beijingbezug hörte, düster über die Hauptstadt geschimpft. Vor allem ist es ein lokaler Treffpunkt, von hier nahmen mich die einen und anderen mit in ihre Studios.


Space 刺高联记.






Ou Feihong.






Die Klangkünstlerin Popol Wuh, wie sie sich in Anlehnung an die Krautrockband nennt, und ihr Space Nature Small Secret.











Ein Stück weiter westlich, im Dorf Xiaozhou und bereits auf der Haizhu-Seite, aber ebenfalls geschlossen, weshalb ich nicht vorbei bin, ist noch das Sabaki Space 腾挪空间, WeChat-ID: 腾挪空间 SabakiSpace (Adresse: 广州小洲村海珠区西浦直街一巷1号,小洲村:瀛洲生态公园对面).

Außerdem befindet sich im Bezirk Haizhu das zu Neujahr gleichfalls schlafende ok center studio, ok center 广州东山口店. Weitere ok center gibt es als Radio, Music, Magazine, Shops in: Aranya, Shanghai, Chengdu und Shenzhen. Adresse in Guangzhou: Jianghai xilu Nr. 268, 2. Stock, Raum 216, Haizhu Bezirk, Guangzhou 广州市海珠区江海街道赤岗西路268号2层216室.



Das einst nahe gelegene Vitamin Creative Space existiert nicht mehr (ehemalige Adresse: 广州市海珠区赤岗西路横一街29号301室):



Etwas weiter westlich, unweit des Museums der Kunstakademie Guangzhou 广州美院美术馆, findet sich ein ähnliches Space wie das im Dorf Shenjing, das 前台 osf (One Step Forward), Adresse: Xiaoyuan beilu Nr. 3-30, Haizhu Bezirk, Guangzhou 广州市海珠区晓园北路3-30号, WeChat-ID: 前台osf. Um das Space aufzuspüren, muss man von der Straße aus in die rechts und links offene Wohnanlage hinein und sich von dort parallel zur Straße anhand der Nummern bis zur 30 durchsuchen.



Betreiber Liang Jianhua 梁建华 hat zahlreiche Druckeditionen ausliegen, selbst publizierte und Kooperationen mit Wuhan, Hongkong und anderen Offspaces. Diese lässt er einen durchblättern und erzählt dazu ihre Entstehungsgeschichten. Es handelt sich um jegliche Art von Literatur, um Romane, Kurzgeschichten, Dichtung und Grafik Novels, um Dokumentationen ihrer Projekte, um kollektiv gestaltete Projekte, die sie während der Pandemie in Onlinetreffen begonnen haben. Dazu gibt es wunderbare jährliche Kalender, für deren diesjährige Miniauflage ich aber leider schon zu spät war. Die günstigsten Eigenproduktionen werden, wie in Shenjing, beidseitig in Schwarzweiß auf A4 gedruckt, in der Mitte gefaltet und zusammengetackert, sehr plietsch. Die Distribution kann aus offensichtlichen Gründen leider nur lokal begrenzt bleiben. Es geht um große und kleine Themen, um abstrakte und ganz konkrete, um Wahrheit und Seele, um Herkunft und Identität, um Quartiersnutzung und Safe Spaces. Zum Schluss zeigte mir Liang seine Stickerbox, aus der ich mir, wie ebenfalls in Shenjing, ein paar Aufkleber auswählen durfte.







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Als kommerzielle Galerie wird der wunderschöne, ehemalige Glockenturm Tianhe Qingheli 天河清和里 bespielt, Adresse: Qingheli, Liede dadao Nr. 6, Tianhe Bezirk, Guangzhou 广州市天河区猎德大道6号 猎德清和里. Es lief von Ke Jipeng 柯济鹏, Xu Xianhong 徐先鸿 (Sansheng 三生) und Sun Yu 孙宇: Oriental Touch: Contemporary Touch of Oriental Spirituality 感触东方:东方精神的当代触感, kuratiert von Victor Wong 王辉, 20.1.–31.3.2024. (Vgl. 南方都市报, 31.1.2024.)




O. A.


O. A.



All die Creative Industry Zones, die 创意园, in teils konvertierten Fabriken, habe ich ausgelassen (TIT, Taikoo, O2, K11 usw.). Das einzig eventuell noch interessante Redtory 红专厂 existiert nicht mehr. Und die Design Triennale im Guangdong Museum of Art 广东美术馆, 广州设计三年展, 16.1.–31.5.2024, stand nicht auf meiner Agenda.

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Ein Abstecher nach Shunde brachte mich zum OCT Harbour 欢乐海岸. Vor einer der Seiten der zugehörigen O’Plaza 购物中心-Mall gar mit Hausbesetzung. Während die Baustelle im Gange war, erst vor ein paar Jahren, so wurde mir erzählt, wollten die letzten Anwohner·innen nicht weichen und bekamen als Schutz (für wen, bleibt offen) diesen Blechkasten übergestülpt. Immerhin ist das ockerne Ungetüm oben offen, die Zeit wird zeigen, wer den längeren Atem behält.


Rechts unten vor dem gelben Quadrat mit Huhn.


Nebenan das Shunde Food Museum 顺德美食博物馆, kuratiert von Chen Dong 陈东.


Ebd.


Im Anschluss gab es kleine Gaumenfreuden aus Shunde.

Im angrenzenden Park steht das OCT Boxes Art Museum 华侨城盒子美术馆 (Adresse: 佛山市顺德区顺峰山公园 南门直走350米). Hier lief von Zhou Xiaohu 周啸虎: A Piece of Sea 一块海, kuratiert von Chen Xiaoyang 陈晓阳, 22.11.2023–26.2.2024.


(Vorne 前:) Cat’s Territory 猫城. VR game software, headset inlay and mask, stage tracking light, aluminum plate projection, 2023.
(Hinten 后:) Stage Frame – Two-Way Fool 帧堆栈·二向箔. 16 splice screen animation, VR headset game (16拼屏动面《迷走花园》,VR头显游戏《猫城》), aluminum plate, projector, floor mat and map, sculpture, o. J.


Cave Forum: Parliament 洞穴论坛:议会. 58x68x8cm, ceramic sculpture, 2021.


A Piece of Sea – Dark Web 一块海·暗网. 3D animation video, nine split-screen installation, 2020.


Stack Frame 帧堆栈. 210x102x102cm, 3D printing, steel plate and wire, acrylic, 2019.

Im OCT Wetland Park 华侨城温地公园:


Zhou Li 周力: Ring 环. 1100x1100x880cm, steel, baking finish, 2017.


Seung Hun Han (SHHAN) 韩承勋: Reincarnation 还生. 210x70x300cm, stainless steel paint, 2023.


Liu Ke, Fang Qi 刘可、方琦 : Sabaki Plane 腾挪平面. Size variable, limestone from Wanyuan, Sichuan province, 2018.

Und so wie man als Streetart in Hamburg seit ein paar Jahren Porzellanteller mit Botschaften an Hauswänden sieht, die leider häufig von Halbstarken zertrümmert werden, sind die Teller hier, dem vorbeugend?, gleich in Vitrinen präsentiert, OCT Gallery 华侨城·画廊:





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Unterwegs in Guangzhou:




Typisch für die Guangzhouer Altstadt am Perlfluss ist diese Bauweise, ab dem 1. Stock bewohnt und so gegen Hochwasser geschützt, unten mit Ladenzeilen ausgestattet und gegen Hitze beschattet.






Für meine kleine Fotoserie Türen zu Wäldern lief ich auf dieses wunderbare Exemplar oben auf dem Mittelschiff – obgleich ebenfalls mit Bäumen verziert, stehen die Hochhäuser hier synonym für den Wald.

Zwischendurch eine weitere kleine Serie, nur für Guangdong, wo die regionalen Gottheiten bereits an den Türschwellen gütig gestimmt werden (门口土地财神). Auch in Chaoshan, meinem eigentlichen Reiseziel, habe ich sie gesehen; hier aufgefangen im netten Yongqing fang 永庆坊, Ecke Liwanhu Park 荔湾湖公园 (Adresse: 广州市荔湾区恩宁路99号), ähnlich dem Shanghaier Tianzifang mit zahlreichen kleinen Läden, dazu mit einem Bruce Lee Museum (李小龙祖居) und anderen lokalen Erzählungen.













Zurück zum die Stadt bestimmenden Perlfluss, Zhujiang 珠江:


Die Haizhu Brücke 海珠桥 von 1933.


Ebd.


Ebd. mit Geschichtsstationen zum achtzigjährigen Bestehen, 1933–2013, interessanterweise unter anderem inklusive Sprengung durch Japan 1938.








Auch die Haixin Brücke 海心桥 hatte es mir angetan, im Volksmund Armbrust genannt. Über sie näherte ich mich dem Ziel meines Spaziergangs, der Oper von Zaha Hadid.




Opernhaus Guangzhou 广州大剧院, Architektur: Zaha Hadid, 2010.


Guangzhou Circle 广州圆, Architektur: Joseph di Pasquale, 2013.

Zur Feier des beginnenden Drachenjahres:







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Chaoshan



Besonders aus Beijing, aber auch aus anderen Orten kenne ich die Neujahrsfeierlichkeiten als Arbeitsstillstand von einer oder, bis alle wieder eingetrudelt sind, von zwei Wochen. In Chaoshan feiert man über fast drei Monate hinweg. Hier ein kleiner Eindruck: Zwischen Himmel und Erde: Unter Gottheiten und Menschen, in: Kolk 17, März 2024.

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Hongkong

Eine Ewigkeit war ich nicht hier, auf dieser Reise für einen Tag. Auf dem Zettel stand ganz oben, endlich das M+ zu sehen, dazu bei H Queen’s und Tai Kwun vorbeizuschauen.

Nach langjährigen Baumaßnahmen und einigen Querelen mit Beijing wurde im November 2021 im Hongkonger West Kowloon Cultural District schließlich das M+ eröffnet – was etwas lahm, aber doch einprägsam für Museum plus steht, also für Mehrwert, nebenbei mit Café, Kino, Shop und sonstigem Kulturkommerziellen. Das M+ eröffnete knapp zehn Jahre, nachdem der ehemalige Schweizer Botschafter Uli Sigg den Großteil seiner ab den 1990ern akquirierten Sammlung chinesischer Gegenwartskunst an Hongkong gespendet hatte: 1463 Werke von 350 Künstler·innen „mit einem geschätzten Wert von damals 172 Millionen US-Dollar. Weitere 47 Werke kauften die Hongkonger für 22 Millionen Dollar“ und haben selbst „Hunderte Millionen Dollar in das Museum investiert“ (s. Kai Strittmatter, in: SZ, 23.4.2021, http://sz.de/1.5273158, Paywall). Adresse: M+, West Kowloon Cultural District, Museum Drive Nr. 38, Kowloon 九龍博物館道38號西九文化區M+.


Architektur: Herzog & de Meuron, 2020.



Siggs Sammlung bildet das Fundament des Hauses, aktuell läuft die zweite von drei seit der Eröffnung als Langzeitshows angelegten Sammlungsausstellungen M+ Sigg Collection: Another Story | M+希克藏品:別傳, 22.9.2023–.

Der Großteil der 120 aus den 1990ern bis frühen 2000ern gezeigten Werke gehört – auch durch Uli Sigg – inzwischen zum Kanon, sie aber im Original und vor allem in so geballter Fülle alle an einem Ort zu sehen, ist doch sehr beeindruckend und einen unbedingten Besuch wert.

Die Sektionen sind untergliedert in: Facing Uncertainty, Sensory Overload, Ambivalent States, Hidden Disruption (四個主題區域劃分:消亡、滿則溢、非此非彼、暗湧). Hier geht es zum Audioguide (Werkauswahl), hier zur gesamten Onlinesammlung (nicht alle mit Bildern und leider, warum nur?, dadurch fast unbrauchbar: ohne Suchfunktion). Für alle folgenden Arbeiten gilt: M+ Sigg Collection, Hong Kong, by donation | M+希克藏品(捐贈),香港.


Liu Jianhua 劉建華 (*1962, Jiangxi): Obsessive Memories 迷戀的記憶. Porcelain, 2002.


Feng Mengbo 馮夢波 (*1966, Beijing): 2007WCSSXL01 (Wrong Coding Shanshui) | 亂碼山水:2007WCSSXL01. Acrylic and VeeJet on canvas, 2007.


Ebd., Detail.


Ebd., Detail.


Ni Youyi 倪有魚 (*1984, Jiangxi): Constructed by Stones 疊山法. Oil and pencil on canvas, 2010.


Zhao Bandi 趙半狄 (*1966, Beijing): Sinking Mercedes-Benz into Yellow River 將梅賽德斯——奔馳沉入黃河. Laser print on canvas, 1997.


Ma Ke 馬克 (*1988, Jiangsu): Ultra Realistic: The First Part of Ma Ke’s Left Index Finger 超寫實:馬克的左手食指第一關節. Felt-tip pen, plaster, paint, wood, 2010.


Ebd., Detail.


Sun Yuan and Peng Yu 孫原及彭禹 (established 2000, Beijing): Old People’s Home 老人院. Detail, electric wheelchairs, fibreglass, silicone, clothing, accessories, 2007.


Ebd., Detail.


(Vorne rechts 前右:) Wang Jin 王晉 (*1962, Shanxi): My Bones 我的骨頭. Glazed porcelain, 2000.
(Hinten links 后左:) Gu Dexin 顧德新 (*1962, Beijing): 1997.6.16–1998.6.13 | 1997年6月16日–1998年6月13日. Detail, chromogenic print, 1997–98.


Dai Chenlian 戴陳連 (*1982, Zhejiang): What a Pity. The Heartless Wind in the Spring 可惜那無情的春風吹落了鮮花吹走了芬芳並無限的感傷偷偷整理絲裙. Filmstill, single-channel digital video (colour, sound), 30 min., 2008.


Yin Xiuzhen 尹秀珍 (*1963, Beijing): Washing River 洗河. Chromogenic print, 1995.


Song Dong 宋冬 (*1966, Beijing): Broken Mirror 砸碎鏡子. Filmstill, single-channel VHS tape transferred to digital video (colour, sound), 4 min., 1999.


Lu Chunsheng 陸春生 (*1968, Jilin): Water 水. Inkjet print, 2000.


Fang Lijun 方力鈞 (*1963, Hebei): 98.8.25 | 98.8.25. Acrylic on canvas, 1998.


Liu Wei 劉煒 (*1965, Beijing): Born 1989 in Beijing (250%) | 1989年生於北京(250%). Oil on canvas, 1997.


Yan Changjiang 顏長江 (*1968, Hubei): Zoo at Night 夜間動物園. Gelatin silver print, 2002–3.


Ebd., 2002.


Yang Jun 楊俊 (*1975, Zhejiang): Paris Syndrome 巴黎綜合症. Filmstill, single-channel Betacam-SP transferred to digital video (colour, sound), 10 min., 2007.


Chen Shaoxiong 陳劭雄 (1962–2016, Guangdong): Collectivity Memory: Guangzhou Zhongxin Plaza 集體記憶:廣州中信廣場. Ink on rice paper, 2006.


Ebd., Detail.

Hier eine Reminiszenz an den Hamburger CDF, der aktuell selbst nach Berlin wandert:


Yue Minjun 岳敏君 (*1962, Heilongjiang): The Wanderer 雲海上的漫步者. Oil on canvas, 2006.


Meng Jin 孟瑾 (*1973, Chongqing): Every Room Is Illuminated 每個房間都被點亮. Inkjet print, 2009.


Hu Xiangqian 胡向前 (*1983, Guangdong): Trend Blindly 隨波逐流. Filmstill, single-channel digital video (colour, sound), 3 min., 2005.


Shao Wenhuan 邵文歡 (*1971, Hetian): Indefinite…Series 1 | 不明系列1. Hand-painted gelatin silver emulsion on linen, 2009.


Xu Bing 徐冰 (*1955, Chongqing): Landscript for Himalayan Project 喜馬拉雅計畫《文字寫生》素描. Ink on Iokta paper, 2000.


Qiu Shihua 邱世華 (*1940, Sichuan): Untitled (No. 11) | 無題(第11號). Oil on canvas, 1992.


Kan Xuan 闞萱 (*1972, Anhui): Or Everything I | 亦或所有 I. Detail, filmstill, ten-channel digital video installation (black and white, silent), div. time, 2005.


Gu Dexin 顧德新 (*1962, Beijing): 2021-11-12 | 2021年11月12日. Sofa filled with visceral pork fat; acrylic paint, gilded frame, carpet, 2000/2023.


Sui Jianguo 隋建國 (*1956, Shandong): Kill 殛. Rubber conveyor belt, nails, 1993.


Ebd., Detail.


Lu Qing 路青 (*1964, Liaoning): Untitled 無題. Acrylic on silk, 2000.


Liu Chuang 劉窗 (*1978, Hubei): Buying Everything On You (Cheng Qing) | 收購你身上的所有東西(程晴). Personal belongings, 2009.


Shi Jinsong 史金淞 (*1969, Hubei): 2004 – Prototype Number One | 2004——設計一號. Stainless steel, 2004.


Wang Xingwei 王興偉 (*1969, Liaoning): Summary 總結. Oil on canvas, 2000.


Duan Jianyu 段建宇 (*1970, Henan): Hey. Hello. Hi No. 8 | 嘿哈囉嗨第8號. Oil on canvas, 2000.


Ders.: Art Chicken No. 12 | 藝術雞第12號. Oil on canvas, 2004.


Yue Minjun 岳敏君 (*1962, Heilongjiang): La Liberté guidant le peuple 自由引導人民前進. Oil on canvas, 1995.


Wang Yin 王音 (*1964, Shandong): Untitled 無題. Oil on canvas, 2000.


Liu Ding 劉鼎 (*1976, Jiangsu): Products 產品. Detail, oil on canvas, gilded frame, wooden table and stools, textile, 2005.


Zhou Tiehai 周鐵海 (*1966, Shanghai): (Links 右:) Crane 鶴. Airbrush on nonwoven fabric, 2001.
(Rechts 左:) Li Bai (Tonic Series) | 李白(補品系列). Airbrush on nonwoven fabric, 2002.


(Mitte oben 中上:) Wang Jianwei 汪建偉 (*1958, Sichuan): My Vision Archive 我的視覺檔案. Filmstill, two-channel analogue tape transferred to digital video (colour, sound), 10:20 min., 2001.
(V. l. n. r. 从左到右:) Jing Kewen 景柯文 (*1965, Qinghai): Blue Sky with No Clouds 萬里無雲. Oil on canvas, 2010.
Zhang Peili 張培力 (*1957, Zhejiang): Continuous Reproduction 25 Times 連續翻拍25次. Gelatin silver print, 1993.
Guang Tingbo 廣廷渤 (*1938, Liaoning): Hua Guofeng in North Korea 華國鋒在朝鮮. Oil and gold leaf on canvas, 1978.
Li Songsong 李松松 (*1973, Beijing): The Happiness of Long Sleep 長眠就是幸福. Oil on canvas, 2006.


(Mitte oben 中上: s. o. 看上面; v. l. n. r. 从左到右:) Yan Lei 顏磊 (*1965, Hebei): Rabbit; Horse; Mouse; Snake; Sheep; Rooster 兔;馬;鼠;蛇;羊;雞. Detail, acrylic on canvas, 2003.
Zhou Tiehai 周鐵海 (*1966, Shanghai): Black Dress Camel (No. 43) | 穿禮服的駱駝(第43號). Airbrush on nonwoven fabric, 2001.
Jing Kewen 景柯文 (*1965, Qinghai): Dream 2008 No. 1 | 夢2008第1號. Oil on canvas, 2008.


Ebd.: Yan Lei 顏磊.


Wang Du 王度 (*1956, Hubei): Stratégie en chambre 紙上談兵. Painted plaster, plastic, paper, 1999.


(V. l. n. r. 从左到右:) Zhang Huan 張洹 (*1965, Henan): Family Tree 家譜. Chromogenic print, 2000.
Zhang Xiaogang 張曉剛 (*1958, Yunnan): Bloodline – Big Family No. 17 | 血緣——大家庭17號. Oil on canvas, 1998.
Fang Lijun 方力鈞 (*1963, Hebei): 1995.2 | 1995.2. Oil on canvas, 1995.
Geng Jianyi 耿建翌 (1962–2018, Henan): The Second State 第二狀態. Oil on canvas, 1987.


Sun Guoqi 孫國岐 (*1942, Liaoning), Zhang Hongzan 張洪贊 (*1944, Liaoning): Divert Water from the Milky Way Down 引來銀河水. Oil on canvas, 1974.


Wang Keping 王克平 (*1949, Beijing): Chain 鏈. Wood, 1979.


Weng Fen 翁奮 (*1961, Hainan): On the Wall – Haikou 騎牆——海口. Chromogenic print, 2002.


Dazu laufen ebenda die Shows:

Shanshui: Echos and Signals 山鳴水應, 3.2.2024–.


Guo Cheng 郭城 (*1988, Beijing): Becoming Ripples 成為漣漪. Mirrored fabric, custom hardware, aluminium track, timing belts, stepper motors, spotlight, servo, custom software, 2024. Commissioned by M+, 2024.


Chua Chye Teck (*1974, Singapore): Scholar’s Rocks. Detail, concrete, tembusu wood, 2013–18. Courtesy of the artist.


Xu Bing 徐冰 (*1955, Chongqing): Landscript Sketch in the Himalayas 喜馬拉雅文字寫生手稿——文本對照. Ink on paper, 1999. Courtesy of the artist.


Ders.: Ebd.


Hu Youben 胡又笨 (*1961, Beijing): Abstract Series 抽象系列. Ink on creased paper, 1998. M+ Sigg Collection, Hong Kong, by donation.


Chen Jialing 陳家泠 (*1937, Zhejiang): By the Mountain, By the Water 依山傍水. Ink on paper, ca. 1990. O. A.


Sakumi Hagiwara 萩原朔美 (*1946, Japan): KIRI | KIRI. Filmstill, single-channel 16mm film transferred to digital video (black and white, sound), 6:20 min., 1972. Courtesy of the artist.


Chen Guanghui 陳光輝 (*1969, Guangxi): Landscape 風景. Lacquer on wood, 2007. M+ Sigg Collection, Hong Kong, by donation.


Awazu Kiyoshi 粟津潔 (1929–2009, Japan): Sky Sea West East 天 海 西 東. Offset lithograph, 1980. O. A.


Chung Chang-Sup 丁昌燮 (1927–2011, South Korea): Return 77-N | 歸77-N. Ink and Hanji paper on canvas, 1977. O. A.


Sookoon Ang (*1977, Singapore): 4PM. Filmstill, two-channel digital video (colour, sound), 3 min., 2016. Courtesy of the artist.


Yu Ji 于吉 (*1985, Shanghai): Flesh in Stone – Rema Rema 1901 | 石肉——雷瑪雷瑪1901. Cement, iron, 2018. M+ Council for New Art Fund, 2023.
Interessant, warum die Arbeit unter Shanshui läuft (nur wegen der Materialien Sand und Wasser?), mir gefällt sie in jedem Fall.


Yang Xinguang 楊心廣 (*1980, Hunan): Xie Ju (The Way of the Measured) | 絜矩. River rocks, 2007. M+ Sigg Collection, Hong Kong, by donation.


Zao Wou-Ki 趙無極 (1920–2013, Beijing): (Links 左:) Untitled 無題. Etching with aquatint, 1969. Gift of Mrs Sin-May Roy Zao, 2020.
(Rechts 右:) Untitled 無題. Etching with aquatint, 1968. Gift of Mrs Sin-May Roy Zao, 2020.


Tong Wenmin 童文敏 (*1989, Chongqing): Flying the Wind 放風. Filmstill, single-channel digital video (colour, sound), 5:14 min., 2016. M+ Council for New Art Fund, 2020.


Liu Chuang 劉窗 (*1979, Hubei): Bitcoin Mining and Field Recordings of Ethnis Minorities 比特幣礦和少數民族田野錄音. Filmstill, three-channel digital video (colour, sound), 40 min., 2018. Courtesy of the artist, acquisition in progress.


Ebd., Filmstill.


Ebd., Filmstill.


Park Hyunki 朴鉉基 (1942–2000, Japan): Untitled 無題. Filmstill, single-channel analog video transferred to digital video (colour, silent), TV monitors, stones, 1987/2018. O. A.


Madame Song: Pioneering Art and Fashion in China 宋懷桂:藝術先鋒與時尚教母, 29.7.2023–14.4.2024.


John-Paul Pietrus (*1971, Philippines): Beijing Love. Filmstill, single-channel digital video projection (colour, sound), 4:43 min., 2010. Courtesy of the artist.


Song Huai-Kuei in Qing dynasty costume on the set of “The Last Emperor” | 宋懷桂在《末代皇帝溥儀》片場身穿清代旗裝戲服. Chromogenic print, 1986. Gift of the Family of Maryn Varbanov, 2013.


Shi Hui 施慧 (*1955, Shanghai), Zhu Wei 朱偉 (*1966, Beijing): Longevity 壽. Cotton, hemp, silk, wool, 1986. Collection of the China Academy of Art.


Ay-O: Hong Hong Hong 靉嘔:虹 虹 虹, 15.12.2023–. (Hong von caihong 彩虹, Regenbogen.)


(*1931, Japan; v. l. n. r. 从左到右:) Rainbow Landscape B | 彩虹風景B. Oil on canvas, 1964–67. Courtesy of Jean-Marc Bottazzi.
Hong Hong Hong 虹 虹 虹. Acryliy on canvas, 1999. M+ Hong Kong, gift of Ann Tranqui and Hossein Zaimi, 2023.
Sunflower and Jet-Plane 太陽花和戰門機. Oil on plywood. Courtesy of Ann Tranqui and Hossein Zaimi.
Ebd.
(3 Arbeiten rechts 右边三幅画: O. A.)


Banzai Piece 萬歲. Bronze, 1983. Courtesy of Jean-Marc Bottazzi.


(Mitte 中:) Long Long Rainbow Painting 漫長的彩虹. Acrylic on canvas, 1967. M+, Hong Kong, gift of Ay-O, 2023, acquisition in progress.
(Weitere Arbeiten 其它作品: O. A.)


Things, Spaces, Interactions 物件·空間·互動, Design and architecture from Asia and beyond, 12.11.2021–.


Drawing Architecture 繪造社 (DAS, established 2013, Beijing): In the Air, on the Ground, under the Sea 在空中,在陸上,在海裏. Detail, digital drawing, 2020. Commissioned by M+.


Cao Fei 曹斐 (“Second Life” avatar: China Tracy | 《第二人生》化身:中國·翠西; *1978, Guangzhou): Archive of “RMB City Project” | 《人民城寨》文獻檔案. Eingang, 2007–12. M+ Sigg Collection, Hong Kong, by donation.


Bas Princen (*1975, Netherlands): Valley (Jing’an). From “Reservoir” series. Chromogenic print, 2007. O. A.


Movana Chen 陳麗雲 (*1974, Guangdong): Knitting Conversations 編織對話. Shredded paper, 2013–19. O. A.

Das Gebäude bietet, wenn auch nur gelegentlich, Blicke zum Luftholen nach draußen:











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Das H Queen’s hatte mich auch wegen der großen US-Namen neugierig gemacht (vor allem aber, weil ich Pace im Beijinger 798 seit 2019 vermisse), Adresse: H Queen’s, Queen's Road Central Nr. 80, Hong Kong 香港中環皇后大道中80號. Im 2016 eröffneten Kunstkomplex residieren Pace, Zwirner, Whitestone und Tang Contemporary sowie bis vor kurzem, inzwischen aber nicht mehr, Hauser & Wirth. Ich stellte mir ein Hongkonger Chelsea vor und brauchte eine Weile, bis ich den schmalen Bau mit den wie Apartments wirkenden Galerieräumchen fand. Zwirner baute gerade um, geöffnet hatten:

Pace Hong Kong, im 12. Stock, es lief: Peter Alexander, 2.2.–14.3.2024.


Installationsansicht 展场.


1/17/16 (Red Drip). 109,2x100,3x0,6cm, urethane, 2016.


10/17/12 (Flo Green Square). 101,6x101,6cm, urethane, 2012.

Whitestone Gallery (Tokyo), 8. Stock, zeigte von Tadaaki Kuwayama und Rakuko Naito: In Silence: An Ode to Nothing, 27.1.–16.3.2024.


(Links:) Rakuko Naito: Untitled (RN936-3-1/2-16). O. A., 2016.
(Rechts:) Dies.: Untitled (RN524-3-1/2-14). O. A., 2014.


O. A., Detail.


O. A., Gang aus dem Fahrstuhl heraus. Auf der Suche nach dem Werktitel, der auf der Website zu finden sein sollte, stößt man unter Artworks auf das eigene Interieur ergänzende Kategorien, wo man neben zahlreichen anderen auch nach der zum Sofa passenden Farbe auswählen kann.

Bei Tang Contemporary (Bangkok), 10. Stock, lief von Jason Martin: Eclipse, 16.1.–20.3.2024. Die experimentelleren Shows von Tang Contemporary im Kunstviertel 798 in Beijing gefallen mir häufig, unter anderem kommt das Geld dafür also aus ihrer Hongkonger Dependance. Außerdem bespielt Tang hier (selbe Insel, aber weit im Süden): Landmark South, Yip Kan Street Nr. 39, Wong Chuk Hang.


CuSn. 34x32x5cm, bronze, 2013.


Thysia. 64x48x12cm, mixed media on aluminium, 2015.

Die Ausblicke sind das Vorbeikommen definitiv wert:









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Klar, Kunst braucht auch Konsum. Zur Abrundung des Tagesausflugs gab es ebenfalls Gentrifizierung, aber immerhin mit mehr Lokalkolorit: Das Tai Kwun 大館 ist das 2018 in Kultur konvertierte ehemalige Areal der britischen Polizeistation und ihrem Gefängnis im Bezirk Central, Adresse: Hollywood Road Nr. 10, Central 中西區荷李活道10號.







Im Ausstellungshaus JC Contemporary 賽馬會藝方 (JC für Jockey Club, den Revitalisierungssponsoren des Gesamtgeländes) lief Green Snake: Women-Centred Ecologies 青蛇:女性中心的生態學, kuratiert von Kathryn Weir und Xue Tan, 20.12.2023–1.4.2024, angepriesen als „art exhibition exploring ecology, feminism and mythology“ (探索生態、女性主義與神話的藝術展覽).


Rohini Devasher (*1978, New Delhi, India): Glasshouse Deep. Filmstill, single-channel video, 14 min., diatom specimens collected and photographed by Minji Lee and Joonsang Park, Korea Institute of Ocean Science and Technology. Courtesy of the artist and Project 88, Mumbai.


Karan Shrestha (*1985, Kathmandu, Nepal): valvala. Pigment, acrylic on paper, 2023. Private collection, Hong Kong.


Manjot Kaur (*1989, Ludhiana, India): Forest Invoking Varahi. From the series “Forest Involking Ashta Mātrikās”. Watercolour, gouache and silverpoint on Wasli paper, 2023. Courtesy of the artist.


Ebd., Detail.


Adriana Bustos (*1965, Bahía Blanca, Argentina): Pejerreina. Filmstill, video, 9 min., mud. Courtesy of the artist.


Seba Calfuqueo (*1991, Santiago, Chile): Tray Tray Ko. Filmstill, video performance, 6 min., filmed by Sebastián Melo. Courtesy of the artist.


Ebd., Detail, Filmstill.


Jaffa Lam 林嵐 (*1973, Fujian, China): Tin Hau Is Coming for a Piece of Water 2.0 | 天後訪水2.0. Detail, sculptural installation, 2023. Commissioned by Tai Kwun Contemporary.


Minia Biabiany (*1988, Basse-Terre, Guadeloupe): nuit / the length of my gaze at night. Filmstill, video installation, 7:57 min., wood, cotton of threats, earth, 2021. Courtesy of the artist and Frac Pays de la Loire, Carquefou.


Carolina Caycedo (*1978, London, UK): In Yarrow [Schafgabe] We Trust. Offset print on paper, 2021. Courtesy of the artist.


Lavanya Mani (*1977, Bangalore, India): Improbable Planet. Natural dyes and applique on cotton fabric, 2018–19. Courtesy of the artist and Chemould Prescott Road, Mumbai.


Dies.: No Man’s Land. Natural dyes and applique on cotton fabric, 2018–19. Courtesy of the artist and Chemould Prescott Road, Mumbai.


Dies.: Herbarium 1 (from the Medicine Mountain). Natural dyes and applique on cotton fabric, 2018–19. Courtesy of the artist and Chemould Prescott Road, Mumbai.


Dies.: Spectral Objects (from the Book of Wonders). Detail, Natural dyes and applique on cotton fabric, 2018–19. Courtesy of the artist and Chemould Prescott Road, Mumbai.


Rohini Devasher (*1978, New Delhi, India): Genetic Drift: Symbiont III – Serpentes Parthenocissus (Snake Creeper). Detail, acrylic, dry pastel, pan pastel, charcoal, colour pencil and print on vinyl on wall, 2023. Commissioned by Tai Kwun Contemporary.


Ebd., Detail.


Nach oben …


… ging es in eine Buchhandlung mit Café, wo Künstler·innenbücher ausgestellt und verkauft werden, aktuell etwa von Asian Feminist Studio for Art and Research (AFSAR).


(Draußen 外面:) Yussef Agbo-Ola (*1990, Newport News, USA), Tabita Rezaire (*1989, Paris, France): Mika – 8 Root Temple. Bamboo, cotton fibre, soil, metal cables, stone, cellulose, rope, plants, water, clay bricks, 2023. Commissioned by Tai Kwun Contemporary.
Dies.: The Serpent’s Tongue. Walking meditation, 2023.


Ebd., Detail.

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Die Metrostation West Kowloon mit Passkontrolle vom Festland geht über in die riesige Shopping Mall Elements, die einen in den Cultural District führt, wo unter anderem das M+ steht. Sowohl in der Metrostation, im Elements und M+ als auch später im Kulturkomplex Tai Kwun fielen mir die Lagepläne in Braille und mit Audioguide auf. Inwieweit tatsächlich alles barrierefrei ist, kann ich nicht beurteilen, es ging etwa von der Metro über kilometerlange Wegstrecken Brücken und Rolltreppen rauf und runter. Aber zumindest bei diesen Lageplänen war ich beeindruckt, wie selbstverständlich sie integriert sind. Ein weiteres „Es geht doch“ dachte ich im M+, wo zahlreiche Angestellte mit Behinderungen an Infoständen, Ticketschaltern, als Aufsichten usw. arbeiten, dazu viele ältere – ob nun zur Aufbesserung der Rente und wie prekär möglicherweise das Rentensystem in Hongkong ist, kann ich ebenfalls genauso wenig beurteilen wie eine Integration beim Kurator·innen- oder beim Verwaltungsteam etc. Aber ich musste daran denken, dass man in Beijing selbst kaum mit einem größeren Koffer unterwegs sein mag und nur selten einmal einen Rollstuhl oder Kinderwagen sieht.

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Vielleicht könnte Scholz bei seinem aktuellen Besuch in China eine ähnliche Visabefreiung für den Schengenraum in Aussicht stellen, vielleicht auch nicht nur für 2024. Bis dahin: Nutze die Öffnung, wer kann!


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Donnerstag, 8. Februar 2024
Hamburg: Dix und Friedrich
汉堡两个大展览:奥托·迪克斯(1891–1969)与卡斯帕·大卫·弗里德里希(1774–1840),俩都包括对当代的影响

In Hamburg laufen aktuell zwei unbedingt sehenswerte Shows. Die eine wird im April weiterziehen, die andere gibt es nur vor Ort.

Die Deichtorhallen Hamburg zeigen Dix und die Gegenwart, kuratiert von Ina Jessen, 30.9.2023–1.4.2024.

In den Deichtorhallen lieben sie große Überblicksausstellungen und zeigen hier einmal mehr, was sie können. In der mit ihren 3800m² noch einmal riesiger als sonst erscheinenden Halle für aktuelle Kunst sind fünfzig Arbeiten von Otto Dix (1891–1969) und dazu hundert Werke von fünfzig zeitgenössischen Künstler·innen zu bestaunen, unterteilt in sieben Kategorien: Großstadt, Das Typenporträt im Umbruch, Altmeisterlichkeit, Politische Landschaft, Zwischen den Weltkriegen, Kritische NS-Rezeption und das Groteske sowie Biblische Themen und Allegorie.


Otto Dix: Selbstbildnis mit Palette vor rotem Vorhang. 114,2x93,6cm, Öl auf Holz, 1942. Kunstmuseum Stuttgart, erworben mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Wüstenrot Stiftung.


Ders.: Mädchen am Spiegel. Reproduktion, Original verschollen, 1920.


Bod Mellor (*1970 in Manchester): Mia Farrow. 152x122cm, Öl und Filzstift, 2010. Sammlung Marcus Sell, Berlin.


Zeng Fanzhi (*1964 in Wuhan): Hospital Triptych No. 1. 180x460cm, Öl auf Leinwand, 1991. Chang Tsong-zung’s Collection (张颂仁).


Faith Ringold (*1930 in NYC): Jazz Stories: Somebody Stole My Broken Heart 2. 182,9x148,3x1cm, Steppdecken-Edition, Farbdruck, handgenäht mit variabel bestückten Bordüren, handgesteppt, 2007/ 2023. Courtesy ACA Galleries, New York.


Otto Dix: Großstadt. Triptychon, 175x385x3cm, Reproduktion, 1927–28. Otto Dix Stiftung, Vaduz.


Almut Heise (*1944 in Celle): Christa mit Ventilator. 152x68cm, Öl auf Leinwand, 1983. Sammlung Ekkehard Nümann.


Dies.: Christa mit Opernglas II. 78,5x62,5cm, Öl auf Leinwand, 1997. Privatbesitz Berlin.


Nicolas Party (*1980 in Lausanne): Portraits With a Lawyer. 149,9x127cm, Soft-Pastellkreide auf Leinwand, 2021. Courtesy the artist and Hauser & Wirth, Collection of the Artist.


Kati Heck (*1979 in Düsseldorf): Salon Chef. 250x300cm, Öl und Bleistift auf Leinwand, 2018. Courtesy Den Arend.


Ernie Barnes (1939–2009): From the Pocket. 124,5x154,9cm, Acryl auf Leinwand, 1990. Courtesy The Ernie Barnes Estate, Ortuzar Projects and Andrew Kreps Gallery.


Alice Neel (1900–1984): Audrey McMahon. 60,3x45,4cm, Öl auf Tafel, 1940. Courtesy Aurel Scheibler.


Otto Dix: Leonie. 38,1x27,6cm, Farblithografie auf Bütten, 1923. Privatsammlung.


Nan Goldin (*1953 in Washington, D.C.): Christmas at the Other Side, Boston. 31x46cm, Silbergelatine-Abzug, 1972. Courtesy the artist and Gagosian Gallery; Haus der Photographie, Sammlung F. C. Gundlach, Hamburg.


Zandile Tshabalala (*1999 in Soweto): Lady in Fur Coat III. 60x70cm, Acryl auf Leinwand, 2020. Courtesy the artist, Galerie Nagel Draxler, Berlin/ Cologne/ Munich, and the Ditau Collection.


Nicole Eisenman (*1965 in Verdun): Beer Garden. 112,7x131,4cm, Radierung, Aquatinta und Kaltnadel, Hahnemühle mit Chine Collé, 2012–17. Courtesy the artist and Hauser & Wirth.


Simin Jalilian (*1989 in Teheran): Feierabend! 120x160cm, Öl auf Leinwand, 2021. Gerland Øye.


Lucian Freud (1922–2011): Woman With an Arm Tattoo. 70,5x91,4cm, Radierung auf Papier, 1996. Sammlung Lambrecht Schadeberg, Museum für Gegenwartskunst Siegen.


Otto Dix: Bildnis des Schauspielers Heinrich George (als Franz Biberkopf). 100x85cm, Öl und Tempera auf Holz, 1932. Kunstmuseum Stuttgart.


(Skulptur linke Mitte:) Ron Mueck (*1958 in Melbourne): Woman With Shopping. 113x46x30cm, Mixed Media, 2013/ 2015. Collection Thaddaeus Ropac, London/ Paris/ Salzburg/ Seoul.


Otto Dix: Bildnis Frau Rosa Eberl. 103x80cm, Öl auf Leinwand, 1940. Städtische Sammlungen Freital.


(Rechts:) Nicole Eisenman (*1965 in Verdun): Invisible Woman. 127x101,6cm, Öl auf Leinwand, 2000/ 2002. Deichtorhallen Hamburg, Sammlung Falckenberg.


Otto Dix: Bildnis Frau Paula Köhler. 96,7x78cm, Mischtechnik (ohne weitere Angaben), 1938. Otto Dix Stiftung, Vaduz.


Werner Tübke (1929–2004): Bildnis Hannelore S. 43,5x40cm, Öl auf Sperrholz, 1959. Privatsammlung Bonn.


Otto Dix: Vanitas (Jugend und Alter). 100,4x70,3cm, Mischtechnik auf Holz, 1932. Zeppelin Museum Friedrichshafen, Leihgabe der Kulturstiftung der ZF Passau GmbH, Passau.


Nicht, dass die Männer hier allgemein jugendlich schöner wegkommen, aber ich frage mich, ob man dem männlichen, häufig überzeichneten Blick auf alternde Frauen nicht vielleicht den von weiblichen auf alternde Männer hätte gegenüberstellen können. War es einer Dix-zeitliche Neuheit, Frauen nicht nur vermehrt als schöne Venus zu präsentieren?


John Currin (*1962 in Boulder, Colorado): Gold Hippy. 137,2x91,4cm, Öl auf Leinwand, 2022. Courtesy the artist and Sadie Coles HQ, London.


Martin Eder (*1968 in Augsburg): The Earth Sphere. 100x75cm, Öl auf Leinwand, 2014/ 2018. Privatsammlung.


(Links:) Otto Dix: Alemannische Masken I. 163x133,8cm, Tempera und Öl auf Leinwand, 1954. Otto Dix Stiftung, Vaduz.
(Rechts:) Ders.: Masken in Trümmern. 120x81cm, Öl auf Tempera auf leinwandbespannter Tischlerplatte, 1946. Kunstsammlung Gera.


(Links:) Tsai Yi-Ting (*1981 in Taiwan): Newborn, Confinement No. 2. 148x124,8cm, Pastellkreide und Acryl auf Papier, 2017. Privatsammlung.
(Rechts:) Dies.: Windbreak No. 5. 151x121cm, Pastellkreide und Acryl auf Papier, 2013. The artist.


Adrian Ghenie (*1977 in Baia Mare, Rumänien): Self-Portrait With Book. 155x105cm, Öl auf Leinwand, 2021. Alkar Contemporary Collection (ACC), Bilbao, courtesy Tim Van Laere Gallery, Antwerp.


Ders.: Self-Portrait With Favorite Book. 103x140cm, Öl auf Leinwand, 2021. The Deighton Collection.


Georg Baselitz (*1938 in Deutschbaselitz): Otto. 165x100cm, Öl auf Leinwand, 2018. Warwick Collection.


Juan Miguel Pozo (*1967 in Banes, Cuba): Die Skatspieler. 293x675cm, Acryl auf Leinwand, 1995. Deichtorhallen Hamburg, Sammlung Falckenberg.


(Skulptur vorne links:) Kati Heck (*1979 in Düsseldorf): Bompa in de oorlog – Opa im Krieg – … 215x79,5x120cm, Beton, rostfreier Stahl, Metall und Granaten, Öl, Kristall, 2011–12. Courtesy Tim Van Laere Gallery, Antwerp.
(Hinten links:) Thorsten Brinkmann (*1971 in Herne): Beauty Duty. Video, 3:17 Min., 2014. Galerie Mathias Güntner, Hamburg/ Berlin.


Otto Dix: Flandern. 220,5x269,5cm, Öl und Tempera auf Leinwand, 1934–36. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie.


Ders.: Der Krieg. Triptychon mit Predella, 227x250cm, Reproduktion, 1929–32. Otto Dix Stiftung, Vaduz.


Ders.: Aufbrechendes Eis (mit Regenbogen über Steckborn). 65x85cm, Mischtechnik auf Holz, 1940. Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Depositum der Sturzenegger-Stiftung.


Anselm Kiefer (*1944 in Donaueschingen): Am letzten Tor. 840x470cm, Emulsion, Acryl, Öl, Schellack und Kreide auf Leinwand, 2021. Courtesy Thaddaeus Ropac, London/ Paris/ Salzburg/ Seoul.


Gianni Motti (*1958 in Sondrio, Italien): Collateral Damage. Detail, Serie von 10 Farbfotografien, 100,3x78,7cm, 2001. Courtesy Gianni Motti.


Otto Dix: Düstere Landschaft. 65x85cm, Mischtechnik auf Holz, 1940. Kunstsammlungen Chemnitz, Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser.


Ders.: Gewitter im Riesengebirge. 85x65cm, Öl auf Leinwand auf Holz, 1942. Privatsammlung.


Mariele Neudecker (*1965 in Düsseldorf): I Don’t Know How I Resisted the Urge to Run. Detail, 61x75x90cm, Glas, Wasser, Lebensmittelfarbe, Acrylmedium, Salz, Glasfaser, Plastik, 1998. Sammlung Becker Köln.
– Einer späteren Edition dieser sowie ähnlichen Arbeiten kann man zeitgleich in der Hamburger Kunsthalle begegnen. –


Otto Dix: Wald am Abend. 100x75cm, Öl auf mit Nessel und Kreide präpariertem Sperrholz, 1940. Privatsammlung.


Ders.: Wald im Riesengebirge. 49x81cm, Mischtechnik auf Leinwand, auf Holz aufgezogen, 1942. Otto Dix Stiftung, Vaduz.


Ders.: Der Bannwald. 96,2x115,2cm, Mischtechnik auf Leinwand, auf Holz aufgezogen, 1942. Otto Dix Stiftung, Vaduz.


Zum Aufbrechen überbordender Landschaften gab es dieses Zitat von Dix an der Ausstellungswand, o. J.: „Ein schönes Paradies. Zum Kotzen schön […] ich müsste in der Großstadt sein. Ich stehe vor der Landschaft wie eine Kuh.“ | „A beautiful paradise. Vomit-includingly beautiful. […] I should be in the big city. I stand before the landscape like a cow.“


Friedrich Kunath (*1974 in Chemnitz): Summer’s End. 61x76,2cm, Öl auf Leinwand, 2021. Courtesy Tim Van Laere Gallery, Antwerp, private collection.


Ders.: My IQ Is 300 When I’m Asleep and Dreaming. 122x152x3,8cm, Öl auf Leinwand, 2020–21. Privatsammlung.


Lucian Freud (1922–2011): Waste Ground, Paddington. 71,1x71,1cm, Öl auf Leinwand, 1970. Sammlung Lambrecht Schadeberg, Museum für Gegenwartskunst Siegen.


Grayson Perry (*1960 in Bicknacre, UK): Battle of Britain. 293x675cm, Wandteppich, 2017. Courtesy the artist, Paragon, Contemporary Editions Ltd. and Victoria Miro.


Ebd., Detail.


Monica Bonvicini (*1965 in Venedig): Mountain Town 2015, 2017. 255x570cm, Tempera und Sprühfarbe auf Wabenplatten, 2010. Privatsammlung, Schweiz.


Marina Abramović (*1946 in Belgrad): Balkan Baroque. Detail, Videoinstallation, 12:38 Min., 1997. Courtesy the Marina Abramović Archives.


Werner Tübke (1929–2004): Tod im Gebirge. 300x200cm, Mischtechnik auf Leinwand, 1982. Sammlung Fritz P. Mayer.


Kati Heck (*1979 in Düsseldorf): Jungs III – Goldene Hand. 250x165cm, Öl auf genähter Leinwand, Künstlerrahmen mit Messingplatte, 2022. Tim Van Laere Gallery, Antwerp-Rome.


Glenn Brown (*1966 in Hexham, UK): The Holy Bible. 198x123,4cm, Acryl auf Holzplatte, 2022. Courtesy Gagosian.


Ders.: Theatre. 122x93cm, Öl auf Holzplatte, 2006. Courtesy Galerie Max Hetzler, Berlin/ Paris/ London, courtesy Sammlung Scharpff.


Otto Dix: Die Versuchung des Heiligen Antonius (mit Christopheruskopf). 150x148,5cm, Mischtechnik auf Holz, 1937. Zeppelin Museum Friedrichshafen, Leihgabe der ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen.


Cindy Sherman (*1944 in Glen Ridge, New Jersey): Untitled #216. 240,2x161,4x9,5cm, Chromogener Farbdruck, 1989. Courtesy the artist and Hauser & Wirth, The Caudwell Collection, London.


(Links:) Otto Dix: Schweißtuch der Veronika. 118,2x118,2cm, Öl und Tempera auf leinwandbespannter Tischlerplatte, 1948. Kunstsammlung Gera, Dauerleihgabe aus Privatbesitz.
(Rechts:) Ders.: Verspottung Christi. 199x81cm, Öl auf Leinwand auf Holzplatte, 1948. Zeppelin Museum Friedrichshafen.


Ebd. (links), Detail.

Wunderbar ist auch die abschließende Bücherecke, unter anderem zu politischen Landschaften, sowie der Ausstellungskatalog selbst. Diesem entstammen die Größenangaben der Werke.



Ina Jessen und Dirk Luckow (Hgg.): Dix und die Gegenwart | Dix and the Present. Ausst.kat. der gleichnamigen Ausstellung, Deichtorhallen Hamburg, 30.9.2023–25.2.2024 [–1.4.2024]. Köln: Snoeck 2023.




Angela Lampe (Hg.): Neue Sachlichkeit: Deutschland – 1920er Jahre – August Sander. Ausst.kat. anlässlich der Ausstellung „Allemagne / Années 1920 / Nouvelle Objectivité / August Sander“ im Centre Pompidou, Paris, 11.5.–5.9.2022, München: Schirmer/Mosel 2022.


An dieser Stelle wegen der Deichtorhallen passend: Im 8. Salon lief Harald Falckenberg zum Gedächtnis, kuratiert von Axel Heil, 17.12.2023–13.1.2024. Die ausgewählten Arbeiten waren alle sehr maskulin, so habe ich persönlich Falckenberg nicht wahrgenommen.


Raumansicht.


Tal R: Nose. O. A.


Christoph Grau: Fliegender Koffer. O. A.

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Die Hamburger Kunsthalle zeigt Caspar David Friedrich: Kunst für eine neue Zeit, kuratiert von Markus Bertsch und Johannes Grave, 15.12.2023–1.4.2024.

Darauf wandert die Ausstellung in die Alte Nationalgalerie nach Berlin, 19.4.–4.8.2024, und ins Albertinum sowie ins Kupferstich-Kabinett nach Dresden, 24.8.–17.11.2024 (Albertinum bis 5.1.2025), mit je eigenen Schwerpunkten. Zusätzlich laufen in Friedrichs Geburtsstadt Greifswald im Pommerschen Landesmuseum drei Sonderausstellungen: Lebenslinien; Sehnsuchtsorte; Heimatstadt, April–Dezember 2024.



Es ist das Jahr, es sind 250 Jahre seit der Geburt Caspar David Friedrichs (1774–1840). Ich stehe, darin vielen anderen gleich, immer wieder andächtig vor seinen Bildern. In dieser Ballung kommt man nicht umhin, sich gelegentlich vor sich hingrinsend zu fragen, wieso man selbst, wieso gerade die Deutschen und insbesondere die sonst als unterkühlt geltenden Norddeutschen so gern dem nicht selten scharf am Kitsch vorbeischlitternden Friedrich huldigen. Und dann steht man vor einem weiteren Werk und kann den Seufzer nicht unterdrücken. Möge er die Menschheit auf ewig berühren.


Die Luisenquelle in Frederiksdal | The Luisen Spring in Frederiksdal. Feder in Braun und Aquarell über Bleistift | Pen and ink in brown, watercolour over pencil, 1797. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.


Wolkenstudien | Cloud Studies. Bleistift | Pencil, 1799. Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett.


Mönch am Meer | Monk by the Sea. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, 1808–10. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie.


Morgennebel im Gebirge | Morning Mist in the Mountain. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, ca. 1808. Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, Rodolstadt.


Das Eismeer | The Sea of Ice. Detail, Öl auf Leinwand | Oil on canvas, 1823/24. Hamburger Kunsthalle.


Der Watzmann | The Watzmann. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, 1824/25. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Leihgabe der | Loan from the Deka, Frankfurt am Main.


Felspartie | Cluster of Rocks. Detail, Öl auf Leinwand | Oil on canvas, 1811. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum, GNM.


Felsental (Das Grab des Arminius) | Rocky Valley (The Tomb of Arminius). Öl auf Leinwand | Oil on canvas, ca. 1813. Kunsthalle Bremen.


Wanderer über dem Nebelmeer | Wanderer Above the Sea of Fog. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, ca. 1817. Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der | on permanent loan from the Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben | acquired 1970.


Ebd., Detail.


Kreidefelsen auf Rügen | Chalk Cliffs on Rügen. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, ca. 1818–22. Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart.


Segelschiff | Sailing Ship. Öl auf Leinwand auf Sperrholz | Oil on canvas on plywood, ca. 1815. Kunstsammlungen Chemnitz.


Der Feldstein bei Rathen | The Feldstein Near Rathen. Aquarell, Feder in Grau, Bleistift | Watercolour, pen and ink in grey, pencil, ca. 1828. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Graphische Sammlung.


Gebüsch im Schnee | Bushes in the Snow. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, 1827/28. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum, GNM.


Flussufer im Nebel | River Bank in Fog. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, ca. 1821. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln.


Sturzacker | Ploughed Field. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, ca. 1830. Hamburger Kunsthalle.


Berglandschaft in Böhmen | Mountain Landscape in Bohemia. Detail, Öl auf Leinwand | Oil on canvas, ca. 1830. Hamburger Kunsthalle.

Dazwischen einige Zeitgenossen:


Carl Gustav Carus (1789–1869): Gebüsch bei Pillnitz | Bushes Near Pillnitz. Öl auf Papier auf Pappe | Oil on paper on cardboard, ca. 1835. Hamburger Kunsthalle.


Georg Heinrich Crola (1804–1879): Eichenstudie | Study of an Oak Tree. Öl auf Papier auf Leinwand | Oil on paper on canvas, 1834. Privatsammlung | Private collection, Heidelberg.


Ebd., Detail.

Und bevor man denkt, das wars schon, gibt es noch zwei, drei weitere Friedriche …


Meeresufer im Mondschein | Seashore in Moonlight. Öl auf Leinwand | Oil on canvas, 1835/36. Hamburger Kunsthalle, erworben | acquired 1922.

… bevor es in die Gegenwart geht:


Swaantje Güntzel (*1972): Seestück II / Hamburger Kunsthalle | Seascape II / Hamburger Kunsthalle. Diasec, 2020. Courtesy the artist.


Ann Böttcher (*1973): Germania und die Trauerfichten | Germania and the Weeping Spruces. Bleistift auf Papier | Pencil on paper, 2006. Marie Douglas Collection.


Ebd., Detail.


Elina Brotherus (*1972): Der Wanderer 2; aus der Serie | from the series: The New Painting. Giclée-Print auf Grundlage eines digitalisierten Negativs | Pigment ink print from a digitalized colour negative (Artist’s Proof), 2004. Miettinen Collection, Berlin-Helsinki.


Andreas Mühe (*1979): Kreidefelsen | Chalk Cliffs; aus der Serie | from the series: New Romanticism. C-Print, 2014/15. Sammlung Silbernagel.


Alex Grein (*1983): Terra I–III. C-Print, 2010. Galerie Gisela Clement, Bonn.


Ebd.


Mariele Neudecker (*1965): Cook and Peary. Mixed Media (Wasser, Salz, Glasfaser, Glas, GACI 00 | Water, salt, fibreglass, glass, GACI 00), 20013. Courtesy Mariele Neudecker, Thomas Rehbein Galerie, Köln.


Johanna Karlsson (*1968): Scene XXXVII. Gips, Papier, Pigment, Metalldraht, Eichenholz, Artglass | Plaster, paper, pigment, metal wire, oak, artglass, 2022. Courtesy the artist, Galleri Magnus Karlsson.


Hiroyuki Masuyama (*1968): Nach Caspar David Friedrich, der Wanderer über dem Nebelmeer 1818 | After Caspar David Friedrich, Wanderer Above the Sea of Fog 1818. LED-Leuchtkasten | LED light box, 2022. Courtesy the artist.


Ebd., Detail.


Kehinde Wiley (*1977): The Prelude (Babacar Mane). Öl auf Leinwand | Oil on canvas, 2021. Rennie Collection, Vancouver.


Ders.: The Prelude (Ibrahima Ndiaye and El Hadji Malick Gueye). Öl auf Leinwand | Oil on canvas, 2021. Rennie Collection, Vancouver.


Nebenbei: Sehr zu empfehlen ist auch die Ausstellung Herausragend! Das Relief von Rodin bis Taeuber-Arp in der Hamburger Kunsthalle, 13.10.2023–25.2.2024. Aber das wird hier zu viel, die muss in einen anderen Post.




Im Zuge des CDF-Hypes zeigte das Künstler·innenhaus Sootbörn die Gruppenausstellung Everyone But Caspar, 1.–4.2.2024. Von fünfhundert plus Ausstellenden wurden weit über tausend Arbeiten gezeigt, pro Person maximal drei maximal A4-Formate. Der anfänglichen Überwältigung des einen Ausstellungsraumes begegnete man mit langsamem Blick über die Wände. Das unvermeidlich gewähnte Chaos löste sich durch die Hängung, das muss man bei der Masse erst einmal schaffen. In der Regel hingen die Arbeiten jeder Künstlerin, jedes Künstlers zusammen, manche waren darüber hinaus über den Raum verteilt zwischen den anderen angebracht und rundeten damit den Eindruck. Leider gab es keinen Lageplan, weshalb man nicht wusste, von wem was war, insofern auch hier ohne Angaben.


Raumansicht.












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