Freitag, 8. November 2013
Photo Beijing 2013 北京国际摄影周


Auf 4 Stockwerken gibt es im China Millennium Museum 中华世纪坛 draußen im Westen beim Military Museum (U1 军事博物馆站) noch bis 7-Dez-2013 die Photo Beijing 2013 zu sehen. Hier erneut die Sonnenuhr des Museums, weil sie so wunderbar skurril ist.



Neben hochgekurbelter Sättigung, neben nach Dramatik und Emotionen heischenden, seit Jahren übermäßig gesehenen und vermutlich deshalb zumindest auf mich nicht mehr wirkenden Antlitzen in allerlei, meist arg gezeichneten Lebensumständen, neben viel Schwarzweiß, bei dem ich nicht sicher bin, ob es sich nicht doch gelegentlich um reine Retroeffekthascherei handelt, neben mies aufgezogenen und billig aneinandergeklatschten Stellwänden hier die Auswahl der Bilder, die mir gefallen haben (Kriterium der Reihenfolge ist chronologisch nach Aufnahme, also als willkürlich zu verstehen):


Shi Yang 史旸: o. A., 2013.


Shi Yang 史旸: Bonsai Series “盆•景”系列, 2013.


Zhang Xiaodi 张小迪: Wind Blowing Through Pine: Grace 风入松:第一个儒者, 2013.


Zhang Bing 张冰: Forbidden City 故宫, 2010.


Detail, damit man besser sehen kann, dass es sich um eine Elektrodenzusammenbastelei handelt.


Yan Zhou 阎洲: Angabe nicht vorhanden, 2013.


You Wenhu 尤文虎: Div., 2010.
Fotos hinter Glas abzufotografieren ist ein Graus, diese hier dennoch, weil ich von den in chinesischer Fotografie selten matten Farben angetan war.


Harry Callahan: Multiple Exposure, Tree, 1956.


Harry Callahan: Eleanor, Chicago, 1949.


Josef Koudelka: o. A., 1990er.


Hui Huaijie 惠怀杰: “山那边”系列, o. A.
Über den Bergen, so der Titel der Serie, unten sieht man ein Lang lebe der Führer.


Huang Kehua 黄可华: Mountain Soul Series “山魂”系列, o. A.


Yang Jianchuan 杨建川: Landscape Character Series “风景本色”系列, o. A.


Detail, weils so schön ist.

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Mittwoch, 16. Oktober 2013
Ein Tag in Ji’nan
Für 185 Kuai pro Strecke kommt man von Beijing im bis 305 km/h rasenden Schnellzug in knapp zwei Stunden in die Hauptstadt der als Friendly Shandong 好客山东 angepriesenen Provinz. Wir starteten unter blauem Himmel und landeten im ebenso sonnenbeschienenen, herbstlich klaren Ji’nan. Gerade in diesem arg versmogten Jahr, an dem man die blauen Tage in Beijing gefühlt fast an zwei Händen abzählen kann, ist man versucht, jeden schönen Tag mit Silberjodidsalven der Regierung in Verbindung zu bringen. Ein Hoch auf diesen Tag, nach Ji’nan hatte es mich bislang nicht gezogen, es war mir als dreckige Industriestadt auch nicht gerade ans Herz gelegt worden – zu Unrecht, oder wurde ich extra von diesem netten Fleckchen ferngehalten? Aber in Blau-Gold gelullt wirkt ja sonst möglicherweise noch so Garstiges schön und gut. Vom Westbahnhof fuhren wir eine Weile, Bergketten mal rechts, mal links, erfreuten wir uns besonders an gelegentlichen Hügelknubbeln, die in der sonst flachen Talebene der Stadt steckten – ohne Ausläufer, einfach mittendrin, wodurch wir auf den Hochstraßen dahinschwebend den Eindruck gewannen, in eine Miniaturstadt hineingeschrumpft worden zu sein.



Was wir nicht wussten: wir waren mitten ins 10. China Kunstfestival (第十届中国艺术节, 11.–26.10.2013) hineingeraten, das dieses Jahr in Shandong gastiert, und an unserem Reisetag, 15. Oktober, zusätzlich die Ausstellung westlicher Klassiker im Shandong Provincial Museum mit Aushängeschild eines Selbstporträts von Leonardo da Vinci eröffnete – das kommt davon, wenn man sich wegen eines tatsächlich erstaunlich guten englischsprachigen Onlineauftritts aus Faulheit nicht noch die chinesische Seite ansieht, 山东博物馆. Waren wir an diesem Tag doch aufgebrochen, um uns genau dieses Museum anzusehen, Anna aus Recherchegründen, ich mit dabei, weil man sich doch auch gelegentlich mit historischen Artefakten beschäftigen kann. Nichtsahnend trafen wir dann also auf Hundertscharen von Kunststudenten.



Schon interessant, wie dynamisch sich Schlangen formieren. Unser Glück, dass alle für Da Vinci gekommen waren und die uns hergelockten Exponate links liegenließen – kurz vor Toreschluss habe ich dann aber doch noch einen schnellen Blick in die Westlerecke geworfen. Abgesehen von Leo, der stand in einer abgedunkelten Extranische hinter Glas und weitläufiger Absperrung, hingen wild und ungeschützt in zwei Räumen langweilige Klassiker und modernes Allerlei aus dem 20. Jahrhundert, nach Sauerstoff schnappend fiel ich entsprechend schnell wieder heraus.

Hier aber nun eine kleine Auswahl der Werke, die wirklich eine Reise wert sind. Besonders die Dauerausstellungen der buddhistischen Skulpturen und die der hanzeitlichen Fresken haben mich in Bann gezogen. Leider war, wie so häufig in chinesischen Museen, die Beschilderung ziemlich karg, weshalb ich mich ebenfalls, man möge es mir verzeihen, mit einfachen Titeln begnügen und auf die oben erwähnte Homepage verweisen möchte, wo sich wider Erwarten gute Angaben befinden.


Avalokiteshvara Statue, Sui-Dynastie.


Buddha Triad Statue, Sui-Dynastie.


Buddha Statue, Sui-Dynastie.


Stele with Buddha’s Nirvana, Song-Dynastie.


Image of four deities, Östliche Han-Dynastie, Ausschnitt.


Image of battling barbarians and snake performance, Östliche Han-Dynastie.


Image of hunting, Östliche Han-Dynastie, Ausschnitt.


Image of females, guests and rooster fighting, o. A., Ausschnitt.


Image of Lord Zhou assisting King Cheng and Ding-cauldron fishing in the Si River, Östliche Han-Dynastie.

Punkt fünf Uhr war der Museumstag vorbei, die Ausstellung fertig eröffnet, Plakatwechsel. Anna war begeistert, dass unter der einen roten Ankündigung gleich die nächste rote Ankündigung hervorgezaubert wird. Das war mir völlig unverständlich, handelt es sich bei der einen doch in dezent unaufdringlichem Rot um das China Kunstfest, bei der anderen in halsbrecherisch schreiendem Rot um eine Haier-Werbung.



Gegenüber vom Museum protzt der sich im Bau befindende Doppelkomplex der Zigarettenmarke Taishan der China Tobacco Shandong Co. Ltd. 山东中烟泰山. Dort wollte ich hinauf, um das Museum von oben zu fotografieren – und lief dem Bauleiter in die Arme, der uns mit in den 5. Stock auf seine Plattform nahm. Hier das Shandong Museum:



Aus Beijing kommt ihr? Ich mag Beijing nicht, zu viel Stau – sagte er an der Reling seines Plateaus mit diesem Blick, vermutlich wohnt er nicht in der Innenstadt, sondern Richtung Osten.



Kennst du dich mit Steinen aus? Öhm, geht so … Kommt mit. Und es klappte sich vor unseren Augen ein vom Berg Taishan wie auch immer (Subunternehmer, was du für Fragen stellst) hergewuchteter Überklotz an Stein auf. Mit einem wirklich imposanten Drachen drauf. Grinsend nickt der Bauleiter.



Wieder auf der Straße fanden wir einen Kullifahrer, der uns durchs Straßendickicht laborierte – mit mir seid ihr mindestens zwanzig Minuten schneller, wenn nicht eine halbe Stunde, super, Keks?, danke nein, im Stau esse ich nichts Süßes, wollte ihr eine Birne?, ist eine Ji’nan-Spezialität, hat mir vorhin ein Fahrgast geschenkt. Quietschend kamen wir vorm Westeingang der Baotu Spring Scenic Area 趵突泉景区 zum Stehen. Hervorragend informiert hatte Anna vorab die Hotspots von Ji’nan ausgekundschaftet, neben dem Tausend-Buddha-Berg 千佛山 und dem Daming-See 大明湖 ist – Ji’nan gilt als Stadt der Quellen – die Quelle der Inspiration 趵突泉 die dritte Attraktion.



Vom Namen wurden wir angelockt, starrten dann auch versteinernd, wie von Lao She auf einer Tafel dazu aufgefordert, über eine Zigarettenlänge hinweg (Lao She sprach von drei Minuten, aber wir wollten auf Nummer sicher gehen) in das dreiköpfige Geblubber und wandelten anschließend mystisch durchflutet weiter im wirklich sehr schön angelegten Park herum. Vermutlich ist es kein Wunder, dass die zahlreichen Katzen hier so gepflegt daherkommen, führen sie doch ein fürstliches Leben am quellklaren Nass, aus dem sie ihren Appetit mit schillernden Goldfischen stillen können.



Nachdem wir bereits im Park in die Illuminationsbegeisterung Ji’nans eingeweiht waren, durften wir inspiriert aus der Grünanlage heraustretend Zeugen des Kunstfestspektakels werden. Gut, wenn sich so etwas nicht nur durch Farbüberflutung ankündigt, sondern der Radius der Umschiffung zusätzlich dank Schallüberreizung aufgeregt sich gegenseitig überbietender Moderatoren eindeutig geklärt wird.



Einen krönenden Abschluss lieferte dann das Gegenüber bei unserer Ankunft am Westbahnhof, wo wir von Gigantismus schier überwältigt rückwärts in den D-Zug gen Heimat stolperten.



Beim nächsten Mal Ji’nan darf es gerne der eine oder andere Tag länger werden, denn wir haben ja gerade mal an der Spitze des Zuckerberges gekratzt.

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Mittwoch, 25. September 2013
Joseph Beuys im CAFA

"We are the revolution", 1970.

"Jeder ist ein Künstler" und "Wir sind die Revolution" sind wohl die beiden bekanntesten und wichtigsten Aussagen von Beuys. Holt die Großen wieder hervor: Nach Duchamp ist seit Anfang September nun erstmals eine Beuys-Ausstellung in China zu sehen.

Bald kirre gemacht hat mich das Aufgebot mit Beuys' zugegebenermaßen gekonnten Unterschrift, aber überall und allüberall – ok, liegt auch am Sammler und Sammlerwert undsoweiter –, aber dieser Narzissmus, diese Sterilisation zum Markenartikel finde ich doch etwas anstrengend. Auch ok, an Inhalt fehlt es bei ihm nicht und das Publikum hört bei gewissen Namen mehr zu, Inhalt mit Name geht ev. weniger unter, aber muss es entweder Randgruppenerscheinung oder Pomp sein? Sonst gefiel mir die Ausstellung v. a. wegen der sich über das Treppenhaus in die beuysche Gedankenwelt zu erklimmenden, auf Tafeln verschlagworteten Einführung, aber auch wegen ihrer chronologisch angeordneten Übersichtlichkeit in den Räumen, leider war der Saal mit den Skulpturen wegen irgendwelcher Unpässlichkeiten nicht zugänglich. Ich habe häufig vor mich hingegrinst, aktuell ist der ganze Krams weiterhin. Hier ein paar Auswahleinblicke zunächst der Tafeln und anschließend der Arbeiten:






"Überwindet endlich die Parteiendiktatur", 1976.


"Sie werden sich in Zukunft wohl mit mir begnügen müssen: der Hase stirbt nämlich aus …", o. J.


"Ich denke sowieso mit dem Knie", 1977.


"Knapp daneben ist auch vorbei", 1981.


"Entwicklung des Laborismus gegen Kapitalismus und Kommunismus im Dunkeln", 1980.

Noch offen bis zum 15-Nov-2013 im CAFA Art Museum in BJ.

Kuratiert von Zhu Qingsheng 朱青生 und Yi Ying 易英 mit darüber hinaus vielen weiteren Beteiligten, s. hier auf English und 中文 für eine Einleitung von Wang Huangsheng 王璜生 und für den Pressetext.



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Sonntag, 7. Juli 2013
Yves Netzhammer: Alte Verstecke in neuen Räumen


Unter Tage: Ausstellungen von Yves Netzhammer sind immer sehenswert, aktuell bespielt er einen neuen Ausstellungsraum in unterirdischen Bunker- und Wasserreservoirgemäuern in Salenstein am Schweizer Bodenseeufer mit seinen Videoarbeiten.

7-Juli bis 6-Oktober-2013
In The View Contemporary Art Space.

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Sonntag, 28. April 2013
Marcel Duchamp im UCCA (und mehr)

Inside Marcel Duchamp: Self-Portrait in Profile, 1959.

Bis 16-Juni-2013 im UCCA (中文尤伦斯杜尚介绍), seit gestern eröffnet, unbedingt empfehlenswert, hier hptsl. deskriptiv in eigener Auswahl:

Duchamp and/or/in China 杜尚与/或/在中国

In drei Räumen, im mittleren als Zentrum die "Boîte-en-valise" (Schachtel im Koffer)-Arbeiten Duchamps, die zwischen 1935 und 1941 entstanden sind, und weitere Arbeiten, an die man wohl gerade herankam, davor und dahinter jeweils ein Raum mit über die Jahrzehnte hinweg von Duchamp beeinflussten Arbeiten chinesischer Künstler.

Zunächst der Meister selbst und seine Arbeiten, alles echt, alles hinter Glas, andächtig:


Denise Bellon (1902–1999): Portrait of Marcel Duchamp, 1938.


In der Mitte des Raumes dieser aufgekippte Kofferwurf.


Marcel Duchamp: Illustration for "Au Lavoir Noir" by André Breton: The Brawl at Austerlitz, 1936. Die Fenster aus durchsichtiger Plaste.


Marcel Duchamp: Ready-mades et Éditions de et sur Marcel Duchamp, 1967.


Rotoreliefs (Optical Disks), 1965.

An chinesischer Homage haben mir doch tatsächlich die frühen von Ai Weiwei am besten gefallen. Hier eine Gesamtauswahl:


Ai Weiwei 艾未未: Hanging Man, 1985.


Huang Yong Ping 黄永砯: The Beard Was Easiest to Burn, 1986.


Ai Weiwei 艾未未: Angaben so unscharf fotografiert, dass nichts mehr zu erkennen ist, Nachtrag folgt.


Wu Shanzhuan 吴山专: X 0, 1992.


Ein Clip von Wang …, Angaben folgen ebenfalls im Nachtrag, sorry.


Lee Kit: Something in my Hand, 2010–12. "You can throw me or not."

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Dazu gestern im 798 eine weitere Ausstellungseröffnung: Im Long March Space 长征空间 Xu Zhens 徐震 Movement Field 运动场 (MadeIn Company), läuft bis 23-Juni-2013.


Ein buddhistisches Himmel-Hölle-Teletubbieland.


Sabine.

Außerdem zwei Ausstellungen, die ich noch nicht gesehen hatte. In der Tang Contemporary, kommen mit ihrem Websiteupdate selten hinterher, Wang Yuyang 王郁洋: Line 划线者. Ausstellung war eigentlich schon vorbei, aber die Tür stand gerade für Handwerker offen, Licht wurde erst hinter mir gelöscht und ich konnte noch kurz knipsen, was Laozhu und ich Ende März im Aufbau gesehen hatten, damals sah es vielversprechender aus, aber hier eines der Exponate, das ich mochte, ein brütendes Getier namens Bounce 弹, 2013, etwas anmaßend in die Innereien hinein von unten und dann aber aus respektablem Abstand hängend fotografiert.





Ebenfalls neu für mich in der Galleria Continua Loris Cecchini: Mostre in Corso, läuft bis 30-Juni-2013.



Hier mochte ich die Wellenformationen an den Wänden:


Xu Qian sagt, sie hat sie letztes Jahr bereits in SH gesehen. Vielleicht auf der Kunstmesse …?

Gar nicht so verkehrt fand ich vom MAP Office die ebenfalls gestern angelaufene Parallelausstellung im UCCA: The Oven of Straw 稻谷炼狱, läuft bis 16-Juni-2013.


Hier durch die güldene Spiegelinstallation abgelichtet.


Straw Bank 稻草银行, Video 2013.

--



Danach ging es ab durch den Vorfeiertagsstau, Weltarbeitstag am 1.5. (ist in BJ Festivalzeit, bitte selbst googeln: Strawberry und Midi) steht an, zum Homeshop. Dort wurde die Saison des monatlichen Abendessens im Yuanzi eröffnet. Danke für den schönen Abend.


Ray.


Reinart und Michael und Inlinerin.

Ganz zum Schluss noch eine Verabschiedung: Dir alles Liebe, Nicole, komm gut heim und weiter großes Jiayou!

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Montag, 15. April 2013
Zhu Xianwei 朱贤巍: What We Made Out Of It


Vernissage: 3-Mai-2013 ab 19 Uhr
Galerie Philine Cremer
Ackerstr. 23, 40233 Düsseldorf

In der Ankündigung heißt es: Zhu Xianwei "greift in seinem Ritt durch die angelsächsische Kunstgeschichte verschiedenste westliche Tendenzen des letzten Jahrhunderts auf. Damit arbeitet er in Anlehnung an das New Art Movement der 1920er Jahre, das die Möglichkeiten einer Verbindung von chinesischer und westlicher Kunst ausgelotet hat. Gleichzeitig arbeitet er in der Tradition chinesischer Malerei, in der die hohe Kunst der Innovation in der Ausarbeitung der Expressivität ein und desselben Motivs liegt. (Zhu) greift immer wieder Landschaftsszenen auf und variiert diese durch verschiedene stilistische Nuancierungen. Gezielte Platzierungen narrativer Elemente mit denen er auf aktuelle Themen wie Konsum, Macht und Stabilität verweist, machen seine Kunst aber hochaktuell."

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Sonntag, 3. März 2013
黑桥OFF空间 Blackbridge Offspace – Re-Opening


Re-opening this upcoming Sunday, 10-March-2013, 4pm.

第一 Number One
策展人 Curated by: Bianca Regl
借鉴 反思 升华 Hand Me Down Alchemy

Featuring artists: 何伟 He Wei / Anna Hofbauer / Laibach / Katrin Reinfurt [MPMP] / 王光乐 Wang Guangle / 肖文杰 Xiao Wenjie / 翟倞 Zhai Liang / 张新军 Zhang Xinjun / Bianca Regl

Check out their websites: Blackbridge Offspace and map.

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Dienstag, 19. Februar 2013
"No More Mono" – Exhibition by Beijing Fashion Collective


The GIF version of the flyer is here.

Don't miss the free wine for the opening this Friday, Feb-22-2013, 7pm.

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Mittwoch, 26. Dezember 2012
Architektur in Beijing
Architekten finden in Beijing – und überall in China, aber die Hauptstadt bietet neben Shanghai doch mehr Prestige – eine wunderbare Spielfläche. Man müsste denken, dass die zur Verfügung stehenden Flächen langsam weniger werden, aber zur Not reißt man halt wieder hier ein bisschen Altstadt ab oder dort ein vor fünf Jahren hochgezogenes und inzwischen bereits schäddrig aussehendes Gebilde. Immer wieder kochen die Emotionen bei nationalen Architekten und Intellektuelle hoch, dass hiesigen Architekturbüros nicht der Vortritt gelassen wird, sondern renommierte internationale Architekten das Feld bestimmen und mittlerweile viele hier eine Zweigstelle eröffnet haben (natürlich auch, um auf lokale Gepflogenheiten etwa durch Aufgreifen cn. Symbolik besser eingehen zu können).

Dieser Post ist den Prestigebauten der selbsternannten "avantgardistische Architektur" Beijings gewidmet – dabei handelt es sich bis auf eine Ausnahme um Bauten des enormen Investmentprogramms im Zuge der Olympischen Spiele 2008. Die Reihenfolge richtet sich ganz klassisch chronologisch nach dem Eröffnungsdatum der einzelnen Werke und ist jeweils überschrieben mit zunächst dem meist belächelnd gemeinten Namen des Volksmundes (Protest ist natürlich nicht drin, Sarkasmus bleibt als Antwort auf die Bauwut) und danach dem offiziellen Titel. Vorangestellt werden soll, dass ich persönlich alle Gebäude aus architektonischer Sicht großartig finde, vielleicht abgesehen von der merkwürdigen Bemusterung der Unterhose und der blubbeligen Außenansicht des Galaxy SOHOs. Aber der Reihe nach …

Großes Behördenei (大局蛋) – Nationaltheater (国家大剧院)

Architektur von Paul Andreu. Gelegen westlich vom Tian'anmen hinter der Halle des Parteikongresses, wurde es eröffnet im Dezember 2007. Das Ju von Da Judan, dem Großen Behördenei, ist gleichlautend mit DaJUyuan für Theater.


Von der Seite.


Von vorne.


Von hinten.


Mit dösender Aufsicht am Rande.

Große Unterhose (大裤衩) – CCTV Headquarter (中央电视台新台址)

Architektur von Ole Scheeren und Rem Koolhaas, OMA. Gelegen im CBD (Central Business District) am 3. Ring im Osten. Eröffnet am 1.1.2008 im Jahr und als weiteres Vorzeigeobjekt der Olympischen Spiele.

Im Sommer 2007 konnte man sich noch auf die Baustelle schleichen, nun ist das im Volksmund als Große Unterhose bekannte Propagandaschiff hermetisch abgeriegelt.

An seiner nördlichen Seite wurde, ebenfalls von OMA und zur gleichen Zeit konstruiert, das Hotel (Television Cultural Center, TVCC, genannt) errichtet – aus Feuerwerksfeierlust der sturzbetrunkenen Bauleiter fackelte es einen Monat nach Eröffnung zum chinesischen Neujahr im Februar 2008 ab. Beijinger sahen dies als schlechtes Omen für die Spiele und das ganze Jahr (der beginnenden Finanzkrise). Erst dieses Jahr, 2012, traute man sich an eine Generalüberholung, bald ist sie vollbracht. Die Statik des gesamten Gebietes erlaubte keinen einfachen Abriss, was viele wegen der schlechten Vibes vorgezogen hätten, aber hebt man hier ein paar Megatonnen an, sacken dort andere ein. Auch war die massive Stahlkonstruktion noch intakt – im Gegensatz zu den anderen verbauten Materialen, die eigentlich Auflagen feuerfester Sicherheitsbestimmungen unterlagen, bei denen aber aus Gründen der Raffgier gepfuscht wurde. So oder so war verboten, dort herumzufackeln, aber hätte man sich an die Bestimmungen gehalten, wäre die Feuerwehr ev. in der Lage gewesen, kostbare Rettungsminuten für sich zu nutzen. Mittlerweile hat das CCTV-Personal die Unterhose bezogen und sendet nun hauptsächlich aus ihr heraus.


Blick von der 3. Ringstraße gen Norden, Hotel hinter linkem Beim.






Im Süden der Hose klafft eine neue fette Baugrube.

Flughafen (首都国际机场)

Terminal 3-Architektur von Norman Foster. Eröffnet am 29.2.2008.


Unscheinbar zunächst beim Heranfahren.






Unter dem Schildkrötenpanzer begibt man sich in den Airport Express.

Vogelnest (鸟巢) – Nationalstadion (国家体育场)

Architektur von Herzog & de Meuron, und Ai Weiwei und Li Xinggang. Gelegen im Olympiapark als Weiterführung der Nordsüd-Achse von Qianmen, Tian'anmen, Verbotener Stadt und Trommelturm. Eröffnet wurde es am 18.4.2008, wobei ich auf einer Radtour im Juli 2008 kurz vor Beginn der Spiele fand, dass man einmal einen Putztrupp über die Stahlträger schicken könnte, drum herum sah alles noch extrem trist aus, die Bauarbeiter verweilten im Mittagsdelirium, aber in China kann man ja in Windeseile in der Nacht vor der Eröffnung Tausendschaften zum Grünpinseln von Landstrichen losschicken und schon ist alles schön und hach.

Um dieses Stadion rankte sich viel Gezeter, v. a. was die Teilnahme von Ai Weiwei betrifft – vielleicht wusste er einfach nicht, dass es sich um einen Nimbusbau der Regierung handelt?

Gelegentlich werden hier nach Ende der Spiele eine Eisfläche ausgebreitet oder irgendwelche internen Events veranstaltet, hauptsächlich lebt es aber das einsam und verlassene Leben vieler ehemaliger Olympiazentren. Für 50 Kuai Eintritt darf man rein und dort herumwandern.


Perspektive von der Nord-Süd-Achse, die durch BJ gezogen ist.


Jaaa.

Galaxy SOHO (银河SOHO)

Architektur von Zaha Hadid. Gelegen innerhalb des 2. Rings im Osten gegenüber des Justizministeriums. Eröffnet am 27.10.2012, aber noch nicht bezogen.

Als SOHOs werden Stadteile bezeichnet, ein Bezirk in Manhattan oder im Londoner West End, in Birmingham und in Hongkong, es steht – neben etwa der Bezeichnung einer nordkoreanischen Marinefregatte – auch als Abkürzung für "Small Office, Home Office", für Kleinunternehmer. Meinem Verständnis nach beinhaltet es eine Ghettoisierung, und in China – wenn ich mich recht erinnere, liegen die Anfänge in Australien, wo erstmals Megagebäudekomplexe errichtet wurden, aus denen man sich nicht mehr herausbewegen muss, ein Alles in Einem für Wohnen, Arbeiten und Freizeit, mit Ärzten, Fitnessanlagen, zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten, Kinos und Theatern – in China hat dies hauptsächlich SOHO China Ltd., die größte Immobilienfirma Chinas, s. Wikipedia für ein paar Details, übernommen. In Beijing sprießen seit ein paar Jahren überall SOHOs aus dem Boden, das Jianwai SOHO war eines der ersten, es folgten das Chaowai SOHO, das Shangdu SOHO bei Dongdaqiao, das (ziemlich tote) Sanlitun SOHO (neben dem 2008 errichteten und anhaltend überbeliebten Sanlitun Village), und nun neu eben das Galaxy SOHO. Allerdings bleibt der SUV doch nicht immer in der Tiefgarage, denn so nett es vermeintlich sein mag, so verquer bleibt es dann doch in der Praxis.


Blub, von hinten …


… und von vorne.


Von innen.


Schon ziemlich cool.


Einfluss auf Nachbargebäude.

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Samstag, 24. November 2012
Hutong-Kunst
"撒癔症" war das Motto, unter dem ein kleines Event gestern Abend in den Hutongs stattfand. Auch auf Chinesisch nicht unbedingt eindeutig greifbar, kann dies ev. mit "Hysterie verbreiten", vielleicht auch einfach nur mit "Abgehen" übersetzt werden.

Im Doujiao Hutong, westlich parallel der Nanluo Guxiang gelegen, wurde ab 21 Uhr von verschiedenen Künstlern verschiedener Länder, die in Beijing ansässig sind, zu einem Rundgang durch die Nachbarschaft geladen. Buddhistische Sutren erklangen aus Dreirädern, weiße Wäsche hing sorgfältig aufgeschnürt an Leinen, kleine beleuchtete Spiegelinstallationen ließen einen in Abgründe blicken, Neonfarbe auf der Gasse wurde durch passierende Radfahrer weitergetragen, …

Schrift war in etlichen Werken als Element hinzugezogen, einmal las man "Don't flinch", Nicht zurückschrecken, ein andermal "算了", isegal. Auf diesen ordentlich drapierten Karren …



… frappierten einen die Zeilen: "一位市民对我说:'对这个政府我真不知道能说什么。'", "Ein Stadtbewohner sagte zu mir: 'Ich weiß wirklich nicht, was ich noch zu dieser Regierung sagen soll.'"



Tja, was soll ich sagen. Mein VPN geht immerhin wieder, etwas stockend noch, aber nach einem Monat Kongressvor-, -zwischen- und -nachwehen lassen uns Xi und Co. wieder einigermaßen normal arbeiten. Mein DVD-Verkäufer um die Ecke ist allerdings noch nicht wieder zurück. 十八大开完了,十九代开始了, der 18. Parteikongress ist vorbei, die 19. Runde beginnt.

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