Dienstag, 16. Juni 2026
Kunst im Frühjahr 2026
youjia, 14:19h
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Hamburg
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Die Deichtorhallen zeigten von Huguette Caland A Life in a Few Lines, 24.10.2025–26.4.2026.
Man besuche die Hallen besser nicht an Wochenenden, nicht wegen der vielen Leute, sondern weil das Haus mittlerweile scheinbar zu allen Anlässen Yoga hier und Musikperformances da anbietet, um unbedingt jede Zielgruppe anzusprechen. Die Kunst kann man dann kaum noch um ihrer selbst willen auf sich wirken lassen. Darüber hinaus hätte der Show auch eine komprimiertere Auswahl gut bekommen, einiges war qualitativ nicht überzeugend und so wirkte sie überladen. Was sehr schade war, denn Huguette Caland ist eine faszinierende Entdeckung:

Une ville | Eine Stadt. Öl auf Leinwand, 1968. Private Collection.

Untitled | Ohne Titel. Öl auf Leinen, 1968–70. Huguette Caland Estate.

Untitled | Ohne Titel. Öl auf Leinwand, 1970. Collection Ministry of Culture, Saudi Arabia.

Installationsansicht.

Bribes de corps | Körperteile. Öl auf Leinen, 1973. Collection of Will Ferrell and Viveca Paulin-Ferrell.

Untitled (Bribes de corps) | Ohne Titel (Körperteile). Öl auf Leinwand, 1973. Dalia and Ramzi Rishan.

Visage | Gesicht. Öl auf Leinwand, 1979. The Museum of Modern Art New York, gift of Sandra and Tony Tamer et al., 2021.

Bribes de corps | Körperteile. Öl auf Leinen, 1973. Huguette Caland Estate.

Baiser volé | Gestohlener Kuss. Tinte auf Papier, 1971. Huguette Caland Estate.

Compression | Kompression. Tinte auf Papier, 1971. Private Collection.

Flirt I–X. Auswahl, Tinte auf Papier, 1972. Tate: Presented by the artist 2017.

Créature de rêve | Traumwesen. Öl auf Leinwand, 1978. Huguette Caland Estate.

Pareil | Gleich. Öl auf Leinwand, 1986. Private Collection.

Dress 5 / Dress / Dress 1 (Designed for Nour Collection, Atelier Pierre Cardin) | Kleid 5 / Kleid / Kleid 1 (Entwurf für Nour Kollektion, Atelier Pierre Cardin). 3 von 4, Stickerei oder Mischtechnik auf Stoff, ca. 1979. Huguette Caland Estate.

Ancestor | Vorfahre. O. A.

Homage to Pubic Hair | Hommage ans Schamhaar. Auswahl, Mischtechnik auf Papier, auf Paneel aufgezogen, 1992. Huguette Caland Estate.

Silent Memories | Stille Erinnerungen. Detail, Mischtechnik auf Leinwand, 2007. Huguette Caland Estate.

Bodrum. Detail, Mischtechnik auf Leinwand, 2008. Huguette Caland Estate.

L’indépendance du Liban racontée à L’Or Iman | Die Unabhängigkeit des Libanons wurde L’Or Iman erzählt. Mischtechnik auf Leinwand, 2012. Courtesy of Saradar Collection.

Yellow, Purple and Red Lines | Gelbe, lila und rote Linien. Mischtechnik auf Leinwand, 2011. Huguette Caland Estate.

Rossinante. Mischtechnik, 2006. Nour Najjar-Belvallette.

Untitled (Cityscape) | Ohne Titel (Stadtlandschaften). Mischtechnik auf Leinwand, 2005. Huguette Caland Estate.

God Behind Bars in Guantanamo and Anywhere Else | Gott hinter Gittern in Guantanamo und anderswo. Mischtechnik auf Stoff, o. J. Huguette Caland Estate.

Untitled (Silent Letter) | Ohne Titel (Stiller Brief). Detail, Acryl auf Leinen, 2005. Private Collection.

Cityscape | Stadtlandschaft. Marker auf Paneel, 1999. Huguette Caland Estate.

Ebd., Detail.

Silent Letters | Stille Briefe. Mischtechnik auf Leinwand, 1999. Private Collection.

Untitled | Ohne Titel. Tinte auf Papier, 1999. Huguette Caland Estate.

Untitled | Ohne Titel. Acryl auf Stoff, 2005. Private Collection.

Ebd., Detail.
Hinten in den Räumen lief Into the Unseen: The Walther Collection, 24.10.2025–26.4.2026:

Em’kal Eyongakpa: Ketoya Speaks (Series). Detail, Inkjetdruck, 2016.

Song Dong: Stamping the Water (Performance in the Lhasa River, Tibet). 36 chromogene Abzüge, 1996. Courtesy Artur Walther, New York.

Cang Xin: Communication Series No. 2. Detail, 11 chromogene Abzüge, 1999. Courtesy Artur Walther, New York, angekündigte Schenkung von Artur Walther an das Met, New York.
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In der Hamburger Kunsthalle werden Maria Lassnig (1919–2014) und Edvard Munch (1863–1944) gegenübergestellt in Malfluss = Lebensfluss, kuratiert von Brigitte Kölle, 27.3.–30.8.2026. Der Vergleich war für mich so mittelüberzeugend, aber Maria Lassnig sieht man sich immer gern an – der Ausstellungstitel stammt von einem ihrer Werke:

(Links:) Maria Lassnig: Einen Kuss der ganzen Welt. Öl auf Leinwand, 1990. Maria Lassnig Stiftung.
(Rechts:) Edvard Munch: Vampir im Wald. Öl auf Leinwand, 1916–18. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Traditionskette. Öl auf Leinwand, 1983. Privatsammlung.

Dies.: Selbstporträt. Öl auf Karton, 1942. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Blaues Selbstporträt. Mischtechnik mit Öl auf Hartfaserplatte, 1956. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Selbstbildnis vor zweifarbigem Hintergrund. Öl auf Leinwand, 1904. Heidi Horten Collection.

Maria Lassnig: Selbstporträt mit Ordenskette. Öl auf Leinwand, 1963. Sammlung Klewan.

Dies.: Zwei Arten zu sein (Doppelselbstporträt). Öl auf Leinwand, 2000. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Torvald Stand und Edvard Munch. Öl auf Leinwand, 1909–10. Munchmuseet, Oslo.

Ders.: Käte und Hugo Perls. Öl auf Leinwand, 1913. Kunstsammlung Chemnitz.

Maria Lassnig: Adam und Eva. Öl auf Leinwand, bis 2008. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Frau und Mann. Öl und Bleistift auf Leinwand, 2007. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Alphas Tod. Detail aus der Serie: Alpha und Omega. 22 Kreidelithografien, 1908–09, hier 1909. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.
Text: „Noch während er sie betrachtete, wurde er von ihren Kindern und Tieren der Insel von hinten angegriffen und in Stücke gerissen. Nun bevölkerte das neue Geschlecht die Insel.“
Auf der Bildtafel wurde auf Munchs „geradezu misogynes Statement“ seiner „Geschichte eines ‚Urpaares‘“ verwiesen.

Ders.: Das Weib und der Bär. Kreidelithografie, 1908–09. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Maria Lassnig: Ohne Titel. Bleistift, Buntstift und Kohle auf Papier, 1983. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Mit einem Tiger schlafen. Öl auf Leinwand, 1975. Albertina, Wien, Dauerleihgabe der Oesterreichischen Nationalbank.

Dies.: Wohngemeinschaft. Bleistift, Aquarell und Gouache auf Papier, 1983. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Goldstein, fast ganz von vorne gesehen / Goldstein als Panther. Kreidelithografie, 1908–09. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Ders.: Drei Männer. Öl auf Leinwand, 1927–30. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Be-Ziehungen II. Öl auf Leinwand, 1993. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Selbstporträt als Prophet. Öl auf Leinwand, 1967. Hamburger Kunsthalle.

Dies.: Große Knödelfiguration. Öl auf Leinwand, 1961–62. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Die Hände. Kreide- und Pinsellithografie, 1895. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Maria Lassnig: Weißer Körper. Öl auf Hartfaserplatte, 1958. Privatsammlung.
Im Folgenden ging es um die Angst des Sehverlusts:

Dies.: I should perhaps give up – but I dont want to. Detail, Aquarell, Faserschreiber, Kugelschreiber und Buntstift auf Papier, 1979. Maria Lassnig Stiftung.
Text: „I should perhaps give up – but I dont want to. What I do here is very similar with what I did before, what I was always doing: To try to catch something very vague very vague: Now, what appears on the Retina is very vague and fugitif, it changes from second to second, the watercolor technik and its fluidity corresponds a bit to this vagueness. I dont try to make artwork. I only try to register what appears on my retina (or where) when I close the eylid. I am passif in this moment, or at least it seems so. [sic]“

Dies.: Das Licht tötet vielfältige Bilder, In einem dunklen Raum ist mehr Imagination. Detail, Aquarell und Bleistift auf Papier, 1979.

Dies.: Augenmensch. Öl auf Leinwand, 1992. Ursula Hauser Collection, Switzerland.

Edvard Munch: Sehstörung. Öl auf Leinwand, 1930. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Der Garten in mir. Bleistift und Aquarell auf Papier, 1987. Sammlung Klewan.

Dies. (v. l. n. r., o. n. u.): Innenraum im Aussenraum / Drei Räume. Innenlandschaft in der Aussenlandschaft. Ich bin das Fenster der Landschaft. Landschaftsknospen. (Alle:) Bleistift und/ oder Aquarell auf Papier, 1987–89. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Die Lebensqualität. Öl auf Leinwand, 2001. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Strand. Öl auf Leinwand, 1904. Munchmuseet, Oslo.

Ders.: Gebirge. Öl auf Leinwand, 1925. Munchmuseet, Oslo.

Ders.: Winternacht. Öl auf Leinwand, ca. 1900. Kunsthaus Zürich, 1931.

Maria Lassnig: 3x Malfluss. Öl auf Leinwand, 1996. Sammlung Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum. Schenkung der Künstlerin 2013.

Dies.: Malfluss = Lebensfluss. Öl auf Leinwand, 1996. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Eilige Oberwassermalerei / Simultanmalerei / Malen mit 2 Händen. Öl auf Leinwand, 1991. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Meerbild, Warnemünde. Öl auf Leinwand, 1907–08. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Zweifel. Öl auf Leinwand, 2004–05. Privatsammlung.

Dies.: Sprechzwang. Öl auf Leinwand, 1980. Privatsammlung, Wien.

Dies.: Ohne Titel (Schreiende). Bleistift und Aquarell auf Papier, 1981. Maria Lassnig Stiftung.
Daneben hing dann die Schwarzweißlithografie von Munchs „Schrei“ („Geschrei“) aus dem Hamburger Kupferstichkabinett, hier nur angemerkt, weil ich das als zu gewollt empfand. Allgemein scheint mir die inhaltliche Gegenüberstellung etwas überbetont – Porträt, Augenlicht, Tiger, Fluss, Schrei, Tod usw.

Dies.: Mittwoch. Öl auf Leinwand, 1988. Hamburger Kunsthalle.
Die Arbeit ist nicht zum ersten Mal auf diesem Blog vertreten.

Edvard Munch: Am Totenbett. Kreide und Pinsellithografie mit Schaber, 1896. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Ders.: Krankenhaussaal. Öl auf unbehandelter Leinwand, 1897–99. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Krebsangst / Doppelselbstporträt mit Garnele. Öl auf Leinwand, 1979. Albertina, Wien, Dauerleihgabe aus österreichischem Privatbesitz.

Dies.: Lebenszyklus. Öl auf Leinwand, 1981. Albertina, Wien, Familiensammlung Haselsteiner.

Ebd., Detail.

Dies.: 3 Arten zu sein. Öl auf Leinwand, 2004. Ursula Hauser Collection, Switzerland.

Dies.: Drei Grazien. Öl auf Leinwand, 2011. Kunstmuseum Bonn, Dauerleihgabe der Sammlung KiCo.

Edvard Munch: Begegnung im Weltraum. Öl auf Leinwand, 1925–29. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Der unschuldige Blick. Öl auf Leinwand, 2008. Maria Lassnig Stiftung.
Außerdem lief von Ho Tzu Nyen Time & the Tiger, kuratiert von Corinne Diserens, 21.11.2025–12.4.2026:

One or Several Tigers. Filmstill, video, automated screen, shadow puppets, show-control system, synchronised two-channel HD projection, 16:9 format, colour, 10-channel sound, 33:33 min., 2017. Collection of Singapore Art Museum.
UT: „was built on ghostly labour“.

Ebd., Detail.

T for Time. Filmstill, video, voile screen, scrum walls, real-time algorithmic editing and compositing system, two-channel synchronised HD video, 16:9 format, colour, seven-channel sound, 60 min. loop, 2023–ongoing. Courtesy the artist, commissioned by Singapore Art Museum and Art Sonje Centre with M+, in collaboration with Museum of Contemporary Art Tokyo and Sharjah Art Foundation.
UT: „Their Asian features stood out“.

Ebd., Filmstill.
UT: „and someone could leak information,“.
Dann ist angelaufen Skulptural: Die neuen Galerien, kuratiert von Annabelle Görgen-Lammers, 24.4.2026–11.4.2027:

Im Kontrapost. O. A.

(Vorne, rechts:) Olaf Metzel (*1952): Eichenlaubstudie. Zwei Virtrinen aus Acrylglas, Gipsbüsten mit der Trennscheibe und Gips bearbeitet, 1986. Geschenk an die Galerie der Gegenwart, 2002.
(Hinten, links:) Henri Matisse (1869–1954): Rückenakt I. Bronze, 1909, Guss 1962. Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen.

Johann Gottfried Schadow (1764–1850): Die Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen. Bronze, 1795. Erworben 1906.

Draußen dann K-Pop …

… drinnen eine Inflationskasse.

Währenddessen wird die Osterstraße weiter gentrifiziert.
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Unterwegs in der Offszene:
HyperCultural Passengers zeigte auf der Veddel Pov Nawiat, 20.2.–1.3.2026:

Installationsansicht.

Unten in der Mitte ein Bild aus dem Kooperationsprojekt zwischen Alice Dittmar und mir: Void Lands 空境, 2016–20.
Im Eck sollte man sich unbedingt die berühmte Goldwand ansehen:

Boran Burchhardt: Goldenes Haus. 2017. SAGA Unternehmensgruppe. In der Veddeler Brückenstraße 152.
Um der Vergüldungsdebatte den Wind aus den Segeln zu nehmen, wird in dem für öffentliche Kunst sowieso empfehlenswerten Buch von Michael Maaß und Peter Mayer, „Schau mal: Was Hamburg an Kunst unter freiem Himmel zu bieten hat“ (Hamburg: Freundeskreis UKE für Kinder mit Demenz e. V. 2024), das 85 000 Euro teure Kunstwerk mit den jährlichen Kosten von 52 000 Euro im Jahr 2018 für die Fassadenreinigung der Elbphilharmonie verglichen (S. 44).

Ebd., Detail.
Im Frappant in Altona liefen die Open Studios, 22.3.2026:

„Tax the Rich“.

O. A., Text: „In den Disziplinargesellschaften hörte man nie auf anzufangen, während man in den Kontrollgesellschaften nie mit irgend etwas fertig wird.“
Ein Versehen dürfte es nicht gewesen sein, Disziplinargesellschaften grammatisch in die Vergangenheit zu verweisen; eine Wunschvorstellung wird es ob der Gegenwart wohl auch nicht sein. Eher der Versuch eines Kalenderspruchs?

O. A., Text: „Und dann pupst der Hirsch doch“.

O. A.

Am Haus: „Dürfen wir Ihnen das Wir anbieten?“

Swoosh Lieu, Screenshot.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof fand die Hamburger Séance des feministischen Performance-Kollektivs Swoosh Lieu statt: Enter Ghost, 30.4.–30.6.2026. Es handelt sich um einen Videorundgang, der erst ein wenig unangenehm intim wirkte, zumindest uns aber sehr für sich einnahm, als wir uns darauf eingelassen hatten. Besonders gefiel uns der feministische, queere Ausrichtung. Auf meinem Telefon lief das Video, deshalb sind die Fotos abgesehen von dem ersten Screenshot von Marie Schierhorn.




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Tagesausflüge ins Umland:
Pinneberg ist von mir sogar nur eine halbe Stunde entfernt.

„Pinneberg / kunstkur.ort“. Im Pinneberger Fahlt (Stadtwäldchen), durch den man vom Bahnhof aus ins Städtchen gehen kann.

Die Drostei befand sich zu meinem Besuch leider zwischen Ausstellungen, wirkte aber sehr engagiert.

Dafür war das Heimatmuseum geöffnet, als Amtsgericht 1855 errichtet und bis 1908 genutzt.

Installationsansicht von Orten in Pinneberg in Kästen, o. A.

Ebd., Auswahl. Die Drostei erkenne ich glatt wieder.

Günther Thiersch: Other Material (a). Lithografie, 2020. Griffelkunst.

Ein bisschen in die Jahre gekommen, gefielen mir dennoch insbesondere die Info-Schubladen.


Das nachgebaute Zimmer des Zahnarzt-Malers Rodolf Grothkop (1908–2002).

Und dort dies nette Gedicht von Hannelore Höhne, o. A.
Text: „Man geht zum Zahnarzt schmerzgepeinigt, / (Nachdem man das Gebiss gereinigt), / Begibt sich ins Behandlungszimmer. / Schon kommt der Arzt, der kühle, weiße, / Man denkt: Ach, jetzt beginnt die … / Die Knie werden einem weich, / Doch spricht der Arzt: Das hab’n wir gleich! // Zuerst, da holt er eine Spritze. / Man krallt sich fest an seinem Sitze. / Es piekt. Kaum ist der Schmerz gewichen, / Da werkelt er mit widerlichen / Geräten in dem Mund herum. / Man möchte schrei’n: Der bringt mich um! / Gedanken wirbeln durch die Stirn: / Mein kranker Zahn, sitzt der im Hirn? / Ach nein – im Oberkieferknochen – / Den hat er mir jetzt auch gebrochen. / Nun setzt er sich auf meine Rippe – / Zerfetzt ist meine Oberlippe – / Der ganze Mund tut sich verdicken – / Das Ende naht – ich muss ersticken. // Da plötzlich hört er auf zu wühlen / Und sagt: Das wär’s, Sie müssen spülen. / Und man ersticket den Freudenschrei: / Ich lebe noch. Es ist vorbei.“
Ein weiteres Zimmer zu Pinneberg im Nationalsozialismus, in den man sich hier, wie in vielen Kleinstädten, gruselig früh und beflissentlich einreihte, geht über in einen Raum zu den ILO-Motorenwerken, die inzwischen allerdings auch der Vergangenheit angehören:

ILO-Fahrradmotor Typ F48, Baujahr 1950.

In der Fußgängerzone: „Pinneberg sagt NEIN zu Gewalt gegen Frauen!“
In Sankt Peter-Ording:


Das Museum Eiderstedt hatte geschlossen, aber ein Blick durchs Fenster tat es auch:


Die Hausfliese gegenüber vom Heimatmuseum kannte ich als Sehenswürdigkeit aus Wikipedia. Text: „Et gah uns wol up unse olen dage // Eiderstedt“ (Es gehe uns wohl auf unsere alten Tage; wird Martje Flohr zugeschrieben).



Das ehemalige Filterwerk Kaltehofe, von 1893, ist heute ein Industriedenkmal im Naturpark Kaltehofe.





In die Ausstellung im Betonklotz kommt man leider nur noch in Gruppen und mit vorheriger Anmeldung.

Dafür ist man im Café Entenwerder1 willkommen.
Düt un dat, kurz untergebracht:

Karl-Heinz Engelin (1924–86): Faulenzer | Lazybones. Muschelkalk, 1964. Im Pausenhhof der Schule Rellinger Straße Hamburg. Dort war mein Wahllokal für das Olympia-Referendum.

Auf einem Flohmarkt in Bad Segeberg.

Ich höre gern den Podcast „Denkmal im Wandern“ mit Kristina Sassenscheidt vom Denkmalverein und Denkmalschutzamt Hamburg. In der Folge Postmoderne Passagen war sie mit Biagia Bongiorno im und um das Hanseviertel unterwegs und sprach unter anderem von diesem gläsernen Vorhang am Eingang der Galleria, Große Bleichen 21, 1978–1983 erbaut, entworfen von Trix und Robert Haussmann.

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Auf zu zwei Filmfestivals:

Filmstill von Madhusree Dutta, mit Mi You 由宓: Flying Tiger 飞虎记忆碎片. 105 Min., 2025.
Das 4. Chinese Film Festival Hamburg 汉堡华语影像展 lief unter dem Motto „Ever Becoming 未竟之境“, 6.–11.5.2026.
Auch wenn ich im Vergleich zu den letzten Jahren überzeugende Kunstfilmperlen vermisste, bietet dieses Festival doch immer interessante Einblicke in die chinesische Gesellschaft. Besonders auffallend war die Abwesenheit offensichtlicher politischer Inhalte. Das ist angesichts der Situation in China nicht weiter verwunderlich. An gesellschaftlich relevanten Themen wurden Queerness und vor allem Infrastrukturprojekte und -auswirkungen verhandelt oder es gab in Zwischenebenen versteckte Hinweise etwa auf die Kulturrevolution oder auch einmal globale Tagespolitik wie einen Halbsatz zu Trump oder der Ukraine aus dem Fernseher im Hintergrund, und natürlich wurde auch hier Erinnerung wie in der Kunst allgemein weiterhin als Tagline verwendet. Eindeutig thematisiert wurde Politik jedoch nur von Kai Xu 许铠 in Listen to Your Love for Me 听你对我的爱, 23 Min., 2025. Und dieser Kurzfilm entstand bezeichnenderweise nicht in China, sondern in Frankreich. Es ging um die anstehende Wahl eines rechtsextremen Politikers, der gegen Migration und Homosexualität hetzte. Durch diesen Film wurde mir erst das explizite Fehlen von Politik in den anderen Beiträgen bewusst.
Stattdessen boten viele Filme eine psychologische Innenschau. Es ging großteils um den Mangel an Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen, zwischen Eltern und Kindern, in Partnerschaften oder Freundschaften und auch mit sich selbst. Und dies wurde häufig sehr drastisch bis depressiv-deprimierend dargestellt. Das Interessante daran ist, dass und wie intensiv es thematisiert wurde. Plakativ gesprochen ist eine offene, erst recht keine derart schonungslose Auseinandersetzung des Miteinanders im traditionellen asiatischen Kontext ja eher nicht sehr verbreitet – und wird aktuell vielleicht durch das Vermeiden politischer heißer Eisen begünstigt.
Ganz witzig fand ich dann noch, dass zahlreiche der Onlinegäste – im Anschluss an jede Vorstellung liefen Gespräche mit den Regisseur·innen – ihr Erscheinungsbild extrem retuschiert hatten und dadurch wie Comicfiguren wirkten:



Dazu ging es ins Warburghaus, gab es eine Performance:



Im Zuge des Filmfests lief im MOM Art Space (Gängeviertel) die Ausstellung Inorganic Poetics 无机诗学, kuratiert von Zhichao Zhu 朱志超, 5.–10.5.2026. Künstler·innen: Qian Han 韩倩, Yujue Liang 梁宇珏, Rhett Tsai 蔡宇潇, Mia Yu 于渺, Yen Wang-Yun 阎望云, Wuji Ye 叶无忌 und Tianming Zhou 周天明. Eine Paneldiskussion mit Stefanie Thiedig, Dagmar Rauwald, Mia Yu 于渺, Zhichao Zhu 朱志超 und Onlinegästen fand am 5.5., 15–17:30 Uhr, statt.

Kurzfilm von Liang Yujue (Screenshot der Website).
Hier gefiel mir insbesondere von Liang Yujue 梁宇珏 The Power Circulates in One to Two Seconds 能量在一到两秒之内循环, Zweikanal-Video, Farbe, Ton, 4 Min., 2025. Es geht um NEVs, New Energy Vehicles, und wie ein Soundingenieur einen Soundloop von ein bis zwei Sekunden erschafft und damit eine neue städtische Atmosphäre erzeugt, „the sound of the future“ – „to counter chaos“ und „entropy-like disorder“, indem er also Töne gegen das Vermischen etwa von Straßenlärm und damit die Unvorhersehbarkeit in akustischen Feldern entwickelt. Zum einen soll damit Unsicherheit im Straßenverkehr minimiert werden, wobei natürliche und synthetische Klanglandschaften ineinanderfließen, vor allem wollen diese Sounds aber nicht nur unsere Städte prägen, sondern wohl auch unser Verhalten in ihnen.
Anlässlich des 42. Kurzfilm Festivals Hamburg, 2.–7.6.2026, wurden unter anderem in der Science City Bahrenfeld die Kurzfilmwanderungen A Wall Is a Screen präsentiert, hier am 5.6.2026. Ein tolles Format an einem spannenden Ort – und der Quantenphysiker·innenhumor kam bei uns Geisteswissenschaftlerinnen sehr gut an. Hier geht es bei Interesse zum virtuellen Rundgang der Röntgenlaser-Forschungseinrichtung European XFEL.


Links der Beschleunigungstunnel, rechts das Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter.

Auf dem Weg nach Bahrenfeld kommt man an den Arbeiten am A7-Deckel vorbei.
Im Festivalzentrum in der Post Kaltenkirchener Straße:

David Oreilly: each互ther. Filmstill, o. A.

Yulia Serdyukova und Daniel Pilar: My War Not My War. O. A.

Yulia Serdyukova, Kiew, Ukraine, 22.1.2014.
Inzwischen ist die Fototriennale angelaufen, die 9. Triennale der Photographie Hamburg, unter dem Motto „Alliance, Infinity, Love: In the Face of the Other“, kuratiert von Mark Sealy, 5.6.–22.9.2026. Davon mehr im nächsten Blogpost.
Lübeck und Berlin
Die Kunsthalle St. Annen in Lübeck zeigte von Shilpa Gupta (*1976, Mumbai) We Last Met in the Mirror, 27.9.2025–6.4.2026 (verlängert):

100 Hand Drawn Maps of Germany. Installation, Buch, Tisch, Ventilator, 2007–25. Courtesy Shilpa Gupta, neugerriemschneider, Berlin.

StillTheyKnowNotWhatIDream. Still, Bewegliche Anzeigetafel, 35 Min. Loop, 2021. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.
Text: „Thoughts from your head / Don’t let me sleep“.

1:14.9 (1188.5 Miles of Fenced Border – West, North-West). Handgewickeltes Garnknäuel, Vitrine, Data Update: Dec 31, 2007, 2011/12. Courtesy Private Collection, Wilde Gallery.

1:6235011 / Mangrove. Aus: 5 Tree Drawings. Faden und Klebstoff auf Papier, 2013. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.
Text dazu: „[Mango Tree:] Every summer, people over dinner tables across India and Pakistan spend hours talking and arguing over the taste of Mango. // [Mangrove:] Walking not far, towards the East, stand the alluring Mangroves which have captured the imagination and stories of the islands of the Sunderbans swamps, stretching like a band through the two countries of India and Bangladesh, as they dip into the Bay of Bengal. // [Acacia Tree:] The Acacias of Western Sahara sprawl across the dry sands of the several lengths of barrier gradually built by Morocco through a land left in flux after those who came and left. // [Olive Tree:] Olive is the national tree of Palestine and Israel. // [Pecan Tree:] Pecan is relished in Mexica and the USA. /// The length of thread is in ratio of the length of fences constructed on different borders.“

Ebd.: 1:1547703 / Olive Tree.

Speaking Wall. Detail, interaktive, sensorbasierte Soundinstallation, 2009/10. Courtesy Sammlung Museum Voorlinden, Wassenaar.

Untitled (Thread Video). Einkanal-Videoprojektion, 2012. Courtesy Shilpa Gupta, Vadhera Art Gallery, Mumbai.

Untitled (From Nothing Will Go on Record series). Auswahl, Bleistift auf Papier, 2013/23. Courtesy Shilpa Gupta, Vadhera Art Gallery, Mumbai.

Listening Air. Detail, Mehrkanalige Klanginstallation, 28 Min. Loop, 2019/23. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

Ebd., Detail.

Untitled. Projekt: For, In Your Tongue, I Cannot Fit. Auswahl, Abzeichnungen auf Papier und Holz, 2018. Courtesy Sammlung Museum Voorlinden, Wassenaar.
Es geht um Stimmen verfolgter Dichter·innen aus verschiedenen Zeiten und Regionen.
Text hier: „Time passed by, but it was hard to tell if it was day or night. // In Police Custody / Anonymous“.
Ein anderer Text lautet: „Sing Tar, Sing / Who can forget you once they’ve heard you sing?! // In defense of ‘tar’ – a traditional string instrument banned during the Soviet Era / Mushfig“.

Ebd., Auswahl.

Untitled (Spoken Poems in a Bottle). Flaschen, Vitrine, Glühbirnen, 2018–fortlaufend. Courtesy Sammlung Centro Botin, Santander.

Ebd., Detail.
Text: „[…] // To the sun // Laughter becomes a crime“.

Ebd., Detail.
Text: „Who has seen // To a people calmer // A forsaken file in an archive I am“.

There Is No Border Here. Klebeband, 2005–06. Courtesy Shilpa Gupta, Vadhera Art Gallery, Mumbai.
Text: „I tried very hard to cut the sky in half, one for my lover and one for me, but the sky kept moving and clouds from his territory came into mine. I tried pushing it away, with both my hands, harder and harder but the sky kept moving and clouds from my territory went into his. I brought a sofa and placed it in the middle, but the clouds kept floating over it. I built a wall in the middle, but the sky started to flow through it. I dug a trench, and then it rained and the sky made clouds over the trench. I tried very hard to cut“.

Ebd., Detail.
Text auf Klebeband: „There is no border here“.

I Live Under Your Sky Too. Detail, Animierte Lichtinstallation, 2004–fortlaufend. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

Untitled (From 6, 10.3, 2 series). Messer, Motor, Holzsockel, 2021. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

I Have Many Dreams. Installation, Fotografie, Audio, 2007/08. Courtesy Shilpa Gupta, Vadhera Art Gallery, Mumbai.

Stars on Flags of the World. Stickerei auf Baumwollstoff, 2012/23. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

Stars on Flags of the World. Sterne aus Wachs entsprechend des Körpervolumens der Künstlerin, 2012/23. Courtesy Tanya Bonakdar Gallery, New York.

2652. Leuchtstoffröhre, 2010. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.
2652 sind die Schritte, die Gupta zwischen drei Jerusalemer Gebetsstätten zurückgelegt hat.

Blame. Detail, Interaktive Performance und Installation, 2002/04. Courtesy Frédéric de Goldschmidt Collection, Brussels.

Passend dazu wurden an der Holstenhafenbrücke Femizide angeklagt. Inklusive des Aufrufs zum Ausbruch: „Egal, ob es psychische, körperliche, ökonomische oder sexualisierte Gewalt ist – du musst nicht so leben.“

Unweit ruft die Kunst nach Aufmerksamkeit, von Moritz Frei: Hier Hier Ich Ich. Aktion: Kulturfunke, 320x2600cm, 58 LED Leuchten, 2022. In der Holstenstraße Lübeck, ehemals Karstadt Sport.
Von Frei stammt auch „I Don’t Believe in Dinosaurs“, 2017/21, auf der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle.


Auf einem Stromkasten dann dies, Text: „Du hast heute einen schlechten Tag? / Dann mach die Box auf und nimm dir einen Zettel heraus. / Danken kannst du mir später. ^^“

Auch mit einem guten Tag habe ich hineingeschaut, und für mich – jetzt für euch – gab es netterweise einen Blick in den Spiegel.
Zurück zu Shilpa Gupta: Hatte ich überhaupt schon einmal eine Ausstellung gesehen, in der mir fast jedes Werk gefiel? Ich war wirklich beeindruckt von der Lübecker Show und empfehle Gupta jeder und jedem, die ihr über den Weg laufen. Deshalb fuhr ich natürlich auch für ihre Ausstellung nach Berlin – lag es an Beuys, mit dem sie dort verbandelt wurde, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hielt? Einen Besuch ist sowohl die Show als auch natürlich immer wieder Berlin trotzdem wert.
Im Hamburger Bahnhof läuft von Shilpa Gupta What Still Holds, 27.3.2026–3.1.2027:

100 Hand Drawn Maps of My Country | 100 handgezeichnete Karten meines Landes. Kohledurchzeichnungen auf Papier, 2008/14–fortlaufend. Taimur Hassan Collection.
Hier: Italien.

Ebd., hier: Deutschland.

Dazwischen von Joseph Beuys: Straßenbahnhaltestelle. A monument to the future, 2. Fassung, Detail, 5 Teile aus Eisenguss, Säule, 4 Zylinder, Straßenbahnschiene (Weiche), 22 Eisengestänge, Eisenkurbel, 1976. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Sammlung Marx.

Someone Else: A Library of 100 Books, Written Anonymously or Under Pseudonyms | Jemand anderes: Eine Bibliothek mit 100 Büchern, die anonym oder unter Pseudonym geschrieben wurden. Ätzung auf Metall, 2011. Collection Kiran Nadar Mueseum of Art, New Delhi.

Ebd., Detail.
Text: „Used: Pseudonym / Reason: Fear of not having a ‘Christian name positively masculine’ / 1847“.

Truth | Wahrheit. Mixed Media, 2022–25. Mit Genehmigung der Künstlerin, Galleria Continua.

A Liquid, the Mouth Froze | Eine Flüssigkeit, der Mund fror ein. Abguss eines offenen Mundes aus Rotguss, geätzte Messingplatte, 2018. Mit Genehmigung der Künstlerin, Galleria Continua, Vadehra Art Gallery, neugerriemschneider, Berlin.
Text: „I was walking on the street. / A car stopped, a few men stepped out, and pushed into my mouth, a liquid. / The mouth froze.“

Untitled (Don’t See, Don’t Hear, Don’t Speak) | Ohne Titel (Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen). Detail, Marmor, 2006/26. Mit Genehmigung der Künstlerin, Galleria Continua, Vadehra Art Gallery, neugerriemschneider, Berlin.

Listening Air. Detail, Mehrkanalige Klanginstallation, 28 Min. Loop, 2019/23. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

Untitled (Nothing Will Go on Record) | Ohne Titel (Nichts wird zu Protokoll genommen). Detail, Interaktive Installation, Tische, Hocker, Papier, Buntstifte, 2014/25. Mit Genehmigung der Künstlerin, neugerriemschneider, Berlin.

Untitled | Ohne Titel. Auswahl, Tafeln, kreidestaub, 2008/25. Mit Genehmigung der Künstlerin, neugerriemschneider, Berlin.

Untitled (Tower of Broken Pencil Points) | Ohne Titel (Turm aus zerbrochenen Bleistiftspitzen). Bleistiftminen, Sockel, 2021. Mit Genehmigung der Künstlerin, neugerriemschneider, Berlin.

Eine der Abreibungen im Trakt.
Mir fehlt die angekündigte, die grandiose sich ins Mauerwerk hineinschwingende Eisentür, die ich 2019 auf der Biennale in Venedig in den Giardini von ihr gesehen hatte.
In der Haupthalle des Hamburger Bahnhofs läuft von Lina Lapelytė (*1984) We Make Years Out of Hours, kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, 1.5.2026–10.1.2027. Am Interessantesten war für mich, wie zahlreich der Aufforderung zur Interaktion mit den 400 000 Holzwürfeln nachgekommen wurde und Kinder die spielende Minderheit ausmachten:


Kurz noch durch die anderen Hallen:

Petrit Halilaj: RU (Aves Migrantis). Detail, Holz, Erde, Klebstoff, Messing, Harz, 29 Skulpturen unterschiedlicher Größen, 2017/22. Mit Genehmigung des Künstlers, Mennour Paris, ChertLüdde, Berlin, kurimanzutto, New York, Mexico City.

Ders.: Shkrepëtima | Kulturhaus. Roter Samtvorhang, Gemälde, Requisiten, Holzkreuz, Halskette, traditionelle Kostüme, Plis, 2018. Mit Genehmigung ChertLüdde, Berlin, Mennour, Paris.

Ebd., Detail.

Cevdet Erek: Bergama Stero – Berlin Fragment. Architektonische Konstruktion mit Vierkanal-Ton, Informationstafel, Lautsprecher, Verstärker, Computer, Holz, Metall, 2019–24. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 2024.

Saâdane Afif: Live | In Echtzeit. Wand mit Postern, 2025. Wird wöchentlich aktualisiert, Mai–Juli.

Ebd., Detail vom 15.5.2026.

Bruce Nauman: Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care. Stoff, Dämmplatten, Farbe, Metall, Lampen, Leuchtmittel, Lampenhalterungen, 1984/2010. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 2008.

Von Giulia Andreani läuft die Ausstellung „Sabotage“, 27.2.–13.9.2026.
Hier: Pour elles toutes (Myrninerest) | Für sie alle (Myrninerest). Acryl auf Leinwand, 2024. Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano, Sammlung Cantone Ticino.

Elmgreen & Dragset: Statue of Liberty | Freiheitsstatue. Segment Berliner Mauer, Geldautomat, 2018. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 2019.

O. A.
Dann ging es noch in ein paar Galerien …
Galerie Kajetan präsentierte von Claude Viallat Malereien III, 2.5.–25.6.2026:

374 / 2024. 190x149cm, Acryl auf Gewebe, 2024.

293 / 2024. 200x89cm, Acryl auf Gewebe, 2024.
In der Galerie Gilla Lörcher lief von Yoana Tuzharova Present, 1.5.–17.7.2026. Es geht um die Schlieren, die jede·r von uns auf dem Handy hinterlässt:

Data Monument. 180x180x90cm, skulpturale Fotocollage, Sockel aus Spannplatten, Fotografie auf keramische Steingutfliesen, 2021.

Ebd., Detail.

Pentimentum 27.08.18. 104x61cm, Pigment Print auf Blacklight-Folie, LED, Lichtkasten aus Lindenholz, elektronische Verdrahtung, Acrylglas, 2018.

Pentimentum 15.08.18. 104x61cm, Pigment Print auf Fotopapier, Bilderrahmen aus Lindenholz, 2018.
Galerie Max Hetzler zeigte von Vivian Zhang Field Conditions, 30.4.–27.6.2026:

Affinis Complex. 230x180cm, Acryl und Öl auf Leinwand, 2026.

Encased. 220x190cm, Acryl und Öl auf Leinwand, 2026.
Das ist wohl ein Beispiel dafür, was momentan unter dem Schlagwort Neue Abstraktion läuft, wobei das Neu recht vage bleibt. Zumindest scheint es gefällig genug für den Markt.

Alles neu macht die Bahnsanierung der Strecke Hamburg–Berlin seit Mitte Juni: Das einzig Nette an den Umleitungen war der gelegentliche Blick auf den Bahnhof Uelzen.
München
Das Museum Brandhorst zeigt Long Story Short: Eine Kunstgeschichte aus der Sammlung Brandhorst von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart (Udo und Anette Brandhorst Sammlung), kuratiert von Monika Bayer-Wermuth und Lena Tilk, 23.10.2025–31.1.2027. Ein spannender Ansatz, wer vor Ort ist, gehe unbedingt hin. Ich war von der Gegenwart ausgehend unterwegs:

Mark Leckey (*1964): Inflatable Felix | Aufgeblasener Felix. Detail, Polyestergewebe, PVC, 2020. Erworben 2021.

Martine Syms (*1988): DED. Filmstill, Video, Farbe, Ton, 15:35 Min., 2021. AP1/1 (aus Edition von 5, plus 1 AP), erworben 2025.
Ein aus diesem Video mitgenommenes Zitat: „If I waited till I was ready, I’d never do a thing.“

Sondra Perry (*1986): Double Quadruple Etcetera Etcetera I & II. Filmstills, Zweikanal-Video, Farbe, stumm, 9 Min., 2013. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, 2022.

Ebd., Filmstill, Detail.

Jacqueline Humphries (*1960): 💩💩💩💩💩. Öl auf Leinwand, 2016. Erworben 2016.

Ebd., Detail.

Dies.: Note to Self | Notiz an mich selbst. Aus | From: Black Light Paintings, ab 2005. Schwarzlichtmalereien, Öl und Acryl auf Leinwand, UV-Licht, 2005. Erworben 2013.

Robert Gober (*1954): Newspaper | Zeitung. Fotolithografie auf Papier, Schnur, 1992. Erworben 1993.
Text: „Ten Years Into The AIDS Epidemic, This Is The Closest Our Government Has Come To Showing A Condom.“

Rosemarie Trockel (*1952): Ohne Titel. Dispersion, Ölkreide und Schellack auf Papier, 1983. Erworben 1983.

Georg Herold (*1947): Corpus Delirium | Körperdelirium. Detail, Holzschrank, Strumpfhose, Besen, Kleiderbügel, 1989. Erworben 1990.

Ders. (rechts): Tea-bag Piece | Teesieb-Stück. Benutztes und unbenutztes Teesieb, Beton, Heftklammer, Pappschild, 1987. Erworben 1991.

Victor Burgin (*1941): Zoo 78. Serie, 16 Silbergelatineabzüge, 1978. Museum Brandhorst München, Eva Felten Fotosammlung, 2008.
Text: „Ausstellung / Exhibition / Exposition / […] // She looks into empty space; in a large room without furniture; in the aliens office of the police. She stands apart from the man who lean and squat against the walls. One man steps forward and speaks softly to her averted face. She turns and crosses the room, stopping some distance from the opposite wall of men. She resumes her look into empty space.“

Jannis Kounellis (1936–2017): Senza titolo, rose | Ohne Titel, Rose. Holzkohle und Rasierklingen auf Leinwand, 1965. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, 1985.

Ebd., Detail.
Außerdem läuft Confrontations: Gegenüberstellungen aus der Sammlung (Udo und Anette Brandhorst Sammlung), kuratiert von Monika Bayer-Wermuth, 23.10.2025–27.9.2026:

(Links:) Jana Euler (*1982): Gossip Rain Out in the Fields | Tratschregen draußen auf den Feldern. Öl auf Baumwollnessel, 2013. Erworben 2023.
(Rechts:) Nicole Eisenman (*1965): Cat Walking Under a Disambiguous Trash Cloud | Katze unter eindeutiger Müllwolke laufend. Öl, im Offsetverfahren bedruckter Zeitschriftenausschnitt auf Leinwand, 2017. Erworben 2018.

Ebd., Nicole Eisenman.
S. zu Nicole Eisenman die grandiose Ausstellung im Brandhorst 2023, What Happened.

William Pope.L (1955–2023): A Vessel in a Vessel in a Vessel and So On | Ein Gefäß in einem Gefäß in einem Gefäß und so weiter. Detail (die Statue hing oberhalb kopfüber), Farbe auf Holzsockel, Statue einer Piratendame, Martin Luther King Jr.-Gipsbüste, Holz, Pumpe, Licht, Schokoladensirup, 2007. Erworben 2024.
Text: „Vorsichtig giftig – nicht verzehren | Caution toxic – do not consume“.

(Links:) Georg Baselitz (1938–2026): Zwei Hände. Öl auf Leinwand, 1984. Erworben 1990.
(Rechts:) Nicole Eisenman (*1965): Reality Show. Öl auf Leinwand, 2022. Erworben 2022.

Tatsuo Miyajima (*1957): Opposite Harmony No. 89925 / No. 40848 | Gegenläufige Harmonie Nr. 89925 / Nr. 40848. Halbleiterplatine mit integriertem Schaltkreis, LED-Anzeige, Kabel, Aluminiumplatte, 1990. Erworben 1990.

Andy Warhol (1928–87): Shadow | Schatten. Acryl und Siebdruckfarbe auf Leinwand, 1978. Erworben 2010.

Louise Lawler (*1947): Grieving Mothers – Still | Trauernde Mütter – Standbild. Cibachrome hinter Acrylglas auf Aluminium auf Sperrholz, 2005/08. Erworben 2016.

Tala Madani (*1981): Drag Sublime | Erhaben ziehen. Öl auf Leinwand, 2020. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, 2025.
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Wir waren für einen Vortrag nach München geladen, kuratiert von Brigitte Neumann und Bettina Scheibe: China-As-A-Method Salon, im Maison Sheciety, 24.2.2026, 19–22 Uhr. Lecture by Yuning Teng 滕字宁: Not to Be Forgotten: Women Artists’ Persistence and Creativity in China. With comment by Dr. Stefanie Thiedig: Why Are People Working in Culture and Arts in China Struggling?

Flyer von Yuning Teng.
Nach einer Reihe Regentage in Hamburg, in Berlin, brach nach unserem Vortragsabend in München die Sonne aus den Wolken und die Welt wurde heiter. Hach, liebes München: Ist es München, ist es die Sonne oder beides? Alle sind so freundlich zueinander und Leute sprechen im Bus über Kunst.


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Das Haus der Kunst zeigte von Sandra Vásquez de la Horra (*1967) Soy Energía, kuratiert von Jana Baumann, 14.11.2025–17.5.2026:

Zunächst ein Detail: Vásquez de la Horras Arbeiten sind in Bienenwachs getränkt.

(V. l. n. r.:) El ojo del huracán | Das Auge des Hurrikans. Cascadas | Wasserfälle. Volver al origen | Zurück zum Ursprung. Los ríos | Die Flüsse. (Alle:) Bleistift und Aquarell oder/ und Gouache auf Papier, Wachs, (1:) 2024, (2–4:) 2025. (2–4:) Commissioned by Haus der Kunst München, (alle:) Sammlung der Künstlerin.

Ebd.: Los ríos.

Ebd., Detail von: El ojo del huracán.

Niño de polen | Pollenkind. Bleistift, Aquarell und Gouache auf Papier, Wachs, 2025. Commissioned by Haus der Kunst München, Sammlung der Künstlerin.

Installationsansicht.

Ebd., Detail.
Early Works | Frühe Arbeiten, auf Papier, ca. Mitte der 1990er Jahre:




Installationsansicht. Arbeiten: Eres parte de mí | Du bist ein Teil von mir. El cerebro reptiliano | Das Reptiliengehirn. Nuevas constelaciones | Neue Konstellationen. Niña ojos de papel | Papieraugenmädchen. Constelación que me mira | Mich beobachtende Konstellation. (Alle:) Bleistift und Aquarell auf Papier, Wachs, 2024. Commissioned by Haus der Kunst München, Sammlung der Künstlerin.
Die folgenden Ansichten ebd.








Telephone Notes | Telefonnotizen. Kugelschreiber auf Papier, Wachs, 2010. Sammlung der Künstlerin.

Ebd., Detail.

Soy el horizonte infinito | Ich bin der endlose Horizont. O. A., 2025.
Die folgenden Ansichten ebd.




Div. Filme, u. a.: Untitled | Ohne Titel. Filmstill, Farbe, Ton, 1:51 Min., 2002. Under Your Skin Is My Skin | Unter deiner Haut ist meine Haut. Filmstill, Farbe, Ton, 6:33 Min., 2001. Digitally remastered with the support of Haus der Kunst München, 2025.

O. A.
Außerdem lief Für Kinder: Kunstgeschichten seit 1968, kuratiert von Andrea Lissoni, 18.7.2025–31.5.2026. Wir fanden es teilweise ziemlich unheimlich, von den Kindern schien aber erstaunlicherweise keines verstört.

Agus Nur Amal Pmtoh (*1969): Goodness and Disaster. O. A., 2025.
Die meisten Kinder und ihre Eltern und auch wir hielten uns in diesem wunderbaren Raum bei Pmtohs Erzählperformances auf.

Ólafur Elíasson: The Cubic Structural Evolution Project. Detail, wood, white Lego bricks (various sizes), 2004. Courtesy the artist and Queensland Art Gallery, Gallery of Modern Art, Australia, replica commissioned by Haus der Kunst München with support of the Lego Group, 2025.
Unten in der Halle lief:

Ei Arakawa-Nash: Mega Please Draw Freely. Installationsansicht, 2025.
Interaktion scheint aktuell wieder angesagt, siehe auch oben im Hamburger Bahnhof in Berlin. Soll mir alles recht sein, wenn es wirkt – wobei Eintrittspreise von mittlerweile 18 Euro an zahlreichen Orten vermutlich nicht aus der Blase heraushelfen.

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Hamburg
- Deichtorhallen (Huguette Caland)
- Hamburger Kunsthalle (Maria Lassnig)
- Offszene
- Umland
- Filmfestivals
- Kunsthalle St. Annen (Shilpa Gupta)
- Hamburger Bahnhof (Shilpa Gupta)
- Museum Brandhorst (Long Story Short)
- Vortrag
- Haus der Kunst (Sandra Vásquez de la Horra)
Hamburg
Die Deichtorhallen zeigten von Huguette Caland A Life in a Few Lines, 24.10.2025–26.4.2026.
Man besuche die Hallen besser nicht an Wochenenden, nicht wegen der vielen Leute, sondern weil das Haus mittlerweile scheinbar zu allen Anlässen Yoga hier und Musikperformances da anbietet, um unbedingt jede Zielgruppe anzusprechen. Die Kunst kann man dann kaum noch um ihrer selbst willen auf sich wirken lassen. Darüber hinaus hätte der Show auch eine komprimiertere Auswahl gut bekommen, einiges war qualitativ nicht überzeugend und so wirkte sie überladen. Was sehr schade war, denn Huguette Caland ist eine faszinierende Entdeckung:

Une ville | Eine Stadt. Öl auf Leinwand, 1968. Private Collection.

Untitled | Ohne Titel. Öl auf Leinen, 1968–70. Huguette Caland Estate.

Untitled | Ohne Titel. Öl auf Leinwand, 1970. Collection Ministry of Culture, Saudi Arabia.

Installationsansicht.

Bribes de corps | Körperteile. Öl auf Leinen, 1973. Collection of Will Ferrell and Viveca Paulin-Ferrell.

Untitled (Bribes de corps) | Ohne Titel (Körperteile). Öl auf Leinwand, 1973. Dalia and Ramzi Rishan.

Visage | Gesicht. Öl auf Leinwand, 1979. The Museum of Modern Art New York, gift of Sandra and Tony Tamer et al., 2021.

Bribes de corps | Körperteile. Öl auf Leinen, 1973. Huguette Caland Estate.

Baiser volé | Gestohlener Kuss. Tinte auf Papier, 1971. Huguette Caland Estate.

Compression | Kompression. Tinte auf Papier, 1971. Private Collection.

Flirt I–X. Auswahl, Tinte auf Papier, 1972. Tate: Presented by the artist 2017.

Créature de rêve | Traumwesen. Öl auf Leinwand, 1978. Huguette Caland Estate.

Pareil | Gleich. Öl auf Leinwand, 1986. Private Collection.

Dress 5 / Dress / Dress 1 (Designed for Nour Collection, Atelier Pierre Cardin) | Kleid 5 / Kleid / Kleid 1 (Entwurf für Nour Kollektion, Atelier Pierre Cardin). 3 von 4, Stickerei oder Mischtechnik auf Stoff, ca. 1979. Huguette Caland Estate.

Ancestor | Vorfahre. O. A.

Homage to Pubic Hair | Hommage ans Schamhaar. Auswahl, Mischtechnik auf Papier, auf Paneel aufgezogen, 1992. Huguette Caland Estate.

Silent Memories | Stille Erinnerungen. Detail, Mischtechnik auf Leinwand, 2007. Huguette Caland Estate.

Bodrum. Detail, Mischtechnik auf Leinwand, 2008. Huguette Caland Estate.

L’indépendance du Liban racontée à L’Or Iman | Die Unabhängigkeit des Libanons wurde L’Or Iman erzählt. Mischtechnik auf Leinwand, 2012. Courtesy of Saradar Collection.

Yellow, Purple and Red Lines | Gelbe, lila und rote Linien. Mischtechnik auf Leinwand, 2011. Huguette Caland Estate.

Rossinante. Mischtechnik, 2006. Nour Najjar-Belvallette.

Untitled (Cityscape) | Ohne Titel (Stadtlandschaften). Mischtechnik auf Leinwand, 2005. Huguette Caland Estate.

God Behind Bars in Guantanamo and Anywhere Else | Gott hinter Gittern in Guantanamo und anderswo. Mischtechnik auf Stoff, o. J. Huguette Caland Estate.

Untitled (Silent Letter) | Ohne Titel (Stiller Brief). Detail, Acryl auf Leinen, 2005. Private Collection.

Cityscape | Stadtlandschaft. Marker auf Paneel, 1999. Huguette Caland Estate.

Ebd., Detail.

Silent Letters | Stille Briefe. Mischtechnik auf Leinwand, 1999. Private Collection.

Untitled | Ohne Titel. Tinte auf Papier, 1999. Huguette Caland Estate.

Untitled | Ohne Titel. Acryl auf Stoff, 2005. Private Collection.

Ebd., Detail.
Hinten in den Räumen lief Into the Unseen: The Walther Collection, 24.10.2025–26.4.2026:

Em’kal Eyongakpa: Ketoya Speaks (Series). Detail, Inkjetdruck, 2016.

Song Dong: Stamping the Water (Performance in the Lhasa River, Tibet). 36 chromogene Abzüge, 1996. Courtesy Artur Walther, New York.

Cang Xin: Communication Series No. 2. Detail, 11 chromogene Abzüge, 1999. Courtesy Artur Walther, New York, angekündigte Schenkung von Artur Walther an das Met, New York.
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In der Hamburger Kunsthalle werden Maria Lassnig (1919–2014) und Edvard Munch (1863–1944) gegenübergestellt in Malfluss = Lebensfluss, kuratiert von Brigitte Kölle, 27.3.–30.8.2026. Der Vergleich war für mich so mittelüberzeugend, aber Maria Lassnig sieht man sich immer gern an – der Ausstellungstitel stammt von einem ihrer Werke:

(Links:) Maria Lassnig: Einen Kuss der ganzen Welt. Öl auf Leinwand, 1990. Maria Lassnig Stiftung.
(Rechts:) Edvard Munch: Vampir im Wald. Öl auf Leinwand, 1916–18. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Traditionskette. Öl auf Leinwand, 1983. Privatsammlung.

Dies.: Selbstporträt. Öl auf Karton, 1942. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Blaues Selbstporträt. Mischtechnik mit Öl auf Hartfaserplatte, 1956. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Selbstbildnis vor zweifarbigem Hintergrund. Öl auf Leinwand, 1904. Heidi Horten Collection.

Maria Lassnig: Selbstporträt mit Ordenskette. Öl auf Leinwand, 1963. Sammlung Klewan.

Dies.: Zwei Arten zu sein (Doppelselbstporträt). Öl auf Leinwand, 2000. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Torvald Stand und Edvard Munch. Öl auf Leinwand, 1909–10. Munchmuseet, Oslo.

Ders.: Käte und Hugo Perls. Öl auf Leinwand, 1913. Kunstsammlung Chemnitz.

Maria Lassnig: Adam und Eva. Öl auf Leinwand, bis 2008. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Frau und Mann. Öl und Bleistift auf Leinwand, 2007. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Alphas Tod. Detail aus der Serie: Alpha und Omega. 22 Kreidelithografien, 1908–09, hier 1909. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.
Text: „Noch während er sie betrachtete, wurde er von ihren Kindern und Tieren der Insel von hinten angegriffen und in Stücke gerissen. Nun bevölkerte das neue Geschlecht die Insel.“
Auf der Bildtafel wurde auf Munchs „geradezu misogynes Statement“ seiner „Geschichte eines ‚Urpaares‘“ verwiesen.

Ders.: Das Weib und der Bär. Kreidelithografie, 1908–09. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Maria Lassnig: Ohne Titel. Bleistift, Buntstift und Kohle auf Papier, 1983. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Mit einem Tiger schlafen. Öl auf Leinwand, 1975. Albertina, Wien, Dauerleihgabe der Oesterreichischen Nationalbank.

Dies.: Wohngemeinschaft. Bleistift, Aquarell und Gouache auf Papier, 1983. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Goldstein, fast ganz von vorne gesehen / Goldstein als Panther. Kreidelithografie, 1908–09. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Ders.: Drei Männer. Öl auf Leinwand, 1927–30. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Be-Ziehungen II. Öl auf Leinwand, 1993. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Selbstporträt als Prophet. Öl auf Leinwand, 1967. Hamburger Kunsthalle.

Dies.: Große Knödelfiguration. Öl auf Leinwand, 1961–62. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Die Hände. Kreide- und Pinsellithografie, 1895. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Maria Lassnig: Weißer Körper. Öl auf Hartfaserplatte, 1958. Privatsammlung.
Im Folgenden ging es um die Angst des Sehverlusts:

Dies.: I should perhaps give up – but I dont want to. Detail, Aquarell, Faserschreiber, Kugelschreiber und Buntstift auf Papier, 1979. Maria Lassnig Stiftung.
Text: „I should perhaps give up – but I dont want to. What I do here is very similar with what I did before, what I was always doing: To try to catch something very vague very vague: Now, what appears on the Retina is very vague and fugitif, it changes from second to second, the watercolor technik and its fluidity corresponds a bit to this vagueness. I dont try to make artwork. I only try to register what appears on my retina (or where) when I close the eylid. I am passif in this moment, or at least it seems so. [sic]“

Dies.: Das Licht tötet vielfältige Bilder, In einem dunklen Raum ist mehr Imagination. Detail, Aquarell und Bleistift auf Papier, 1979.

Dies.: Augenmensch. Öl auf Leinwand, 1992. Ursula Hauser Collection, Switzerland.

Edvard Munch: Sehstörung. Öl auf Leinwand, 1930. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Der Garten in mir. Bleistift und Aquarell auf Papier, 1987. Sammlung Klewan.

Dies. (v. l. n. r., o. n. u.): Innenraum im Aussenraum / Drei Räume. Innenlandschaft in der Aussenlandschaft. Ich bin das Fenster der Landschaft. Landschaftsknospen. (Alle:) Bleistift und/ oder Aquarell auf Papier, 1987–89. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Die Lebensqualität. Öl auf Leinwand, 2001. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Strand. Öl auf Leinwand, 1904. Munchmuseet, Oslo.

Ders.: Gebirge. Öl auf Leinwand, 1925. Munchmuseet, Oslo.

Ders.: Winternacht. Öl auf Leinwand, ca. 1900. Kunsthaus Zürich, 1931.

Maria Lassnig: 3x Malfluss. Öl auf Leinwand, 1996. Sammlung Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum. Schenkung der Künstlerin 2013.

Dies.: Malfluss = Lebensfluss. Öl auf Leinwand, 1996. Maria Lassnig Stiftung.

Dies.: Eilige Oberwassermalerei / Simultanmalerei / Malen mit 2 Händen. Öl auf Leinwand, 1991. Maria Lassnig Stiftung.

Edvard Munch: Meerbild, Warnemünde. Öl auf Leinwand, 1907–08. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Zweifel. Öl auf Leinwand, 2004–05. Privatsammlung.

Dies.: Sprechzwang. Öl auf Leinwand, 1980. Privatsammlung, Wien.

Dies.: Ohne Titel (Schreiende). Bleistift und Aquarell auf Papier, 1981. Maria Lassnig Stiftung.
Daneben hing dann die Schwarzweißlithografie von Munchs „Schrei“ („Geschrei“) aus dem Hamburger Kupferstichkabinett, hier nur angemerkt, weil ich das als zu gewollt empfand. Allgemein scheint mir die inhaltliche Gegenüberstellung etwas überbetont – Porträt, Augenlicht, Tiger, Fluss, Schrei, Tod usw.

Dies.: Mittwoch. Öl auf Leinwand, 1988. Hamburger Kunsthalle.
Die Arbeit ist nicht zum ersten Mal auf diesem Blog vertreten.

Edvard Munch: Am Totenbett. Kreide und Pinsellithografie mit Schaber, 1896. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Ders.: Krankenhaussaal. Öl auf unbehandelter Leinwand, 1897–99. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Krebsangst / Doppelselbstporträt mit Garnele. Öl auf Leinwand, 1979. Albertina, Wien, Dauerleihgabe aus österreichischem Privatbesitz.

Dies.: Lebenszyklus. Öl auf Leinwand, 1981. Albertina, Wien, Familiensammlung Haselsteiner.

Ebd., Detail.

Dies.: 3 Arten zu sein. Öl auf Leinwand, 2004. Ursula Hauser Collection, Switzerland.

Dies.: Drei Grazien. Öl auf Leinwand, 2011. Kunstmuseum Bonn, Dauerleihgabe der Sammlung KiCo.

Edvard Munch: Begegnung im Weltraum. Öl auf Leinwand, 1925–29. Munchmuseet, Oslo.

Maria Lassnig: Der unschuldige Blick. Öl auf Leinwand, 2008. Maria Lassnig Stiftung.
Außerdem lief von Ho Tzu Nyen Time & the Tiger, kuratiert von Corinne Diserens, 21.11.2025–12.4.2026:

One or Several Tigers. Filmstill, video, automated screen, shadow puppets, show-control system, synchronised two-channel HD projection, 16:9 format, colour, 10-channel sound, 33:33 min., 2017. Collection of Singapore Art Museum.
UT: „was built on ghostly labour“.

Ebd., Detail.

T for Time. Filmstill, video, voile screen, scrum walls, real-time algorithmic editing and compositing system, two-channel synchronised HD video, 16:9 format, colour, seven-channel sound, 60 min. loop, 2023–ongoing. Courtesy the artist, commissioned by Singapore Art Museum and Art Sonje Centre with M+, in collaboration with Museum of Contemporary Art Tokyo and Sharjah Art Foundation.
UT: „Their Asian features stood out“.

Ebd., Filmstill.
UT: „and someone could leak information,“.
Dann ist angelaufen Skulptural: Die neuen Galerien, kuratiert von Annabelle Görgen-Lammers, 24.4.2026–11.4.2027:

Im Kontrapost. O. A.

(Vorne, rechts:) Olaf Metzel (*1952): Eichenlaubstudie. Zwei Virtrinen aus Acrylglas, Gipsbüsten mit der Trennscheibe und Gips bearbeitet, 1986. Geschenk an die Galerie der Gegenwart, 2002.
(Hinten, links:) Henri Matisse (1869–1954): Rückenakt I. Bronze, 1909, Guss 1962. Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen.

Johann Gottfried Schadow (1764–1850): Die Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen. Bronze, 1795. Erworben 1906.

Draußen dann K-Pop …

… drinnen eine Inflationskasse.

Währenddessen wird die Osterstraße weiter gentrifiziert.
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Unterwegs in der Offszene:
HyperCultural Passengers zeigte auf der Veddel Pov Nawiat, 20.2.–1.3.2026:

Installationsansicht.

Unten in der Mitte ein Bild aus dem Kooperationsprojekt zwischen Alice Dittmar und mir: Void Lands 空境, 2016–20.
Im Eck sollte man sich unbedingt die berühmte Goldwand ansehen:

Boran Burchhardt: Goldenes Haus. 2017. SAGA Unternehmensgruppe. In der Veddeler Brückenstraße 152.
Um der Vergüldungsdebatte den Wind aus den Segeln zu nehmen, wird in dem für öffentliche Kunst sowieso empfehlenswerten Buch von Michael Maaß und Peter Mayer, „Schau mal: Was Hamburg an Kunst unter freiem Himmel zu bieten hat“ (Hamburg: Freundeskreis UKE für Kinder mit Demenz e. V. 2024), das 85 000 Euro teure Kunstwerk mit den jährlichen Kosten von 52 000 Euro im Jahr 2018 für die Fassadenreinigung der Elbphilharmonie verglichen (S. 44).

Ebd., Detail.
Im Frappant in Altona liefen die Open Studios, 22.3.2026:

„Tax the Rich“.

O. A., Text: „In den Disziplinargesellschaften hörte man nie auf anzufangen, während man in den Kontrollgesellschaften nie mit irgend etwas fertig wird.“
Ein Versehen dürfte es nicht gewesen sein, Disziplinargesellschaften grammatisch in die Vergangenheit zu verweisen; eine Wunschvorstellung wird es ob der Gegenwart wohl auch nicht sein. Eher der Versuch eines Kalenderspruchs?

O. A., Text: „Und dann pupst der Hirsch doch“.

O. A.

Am Haus: „Dürfen wir Ihnen das Wir anbieten?“

Swoosh Lieu, Screenshot.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof fand die Hamburger Séance des feministischen Performance-Kollektivs Swoosh Lieu statt: Enter Ghost, 30.4.–30.6.2026. Es handelt sich um einen Videorundgang, der erst ein wenig unangenehm intim wirkte, zumindest uns aber sehr für sich einnahm, als wir uns darauf eingelassen hatten. Besonders gefiel uns der feministische, queere Ausrichtung. Auf meinem Telefon lief das Video, deshalb sind die Fotos abgesehen von dem ersten Screenshot von Marie Schierhorn.




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Tagesausflüge ins Umland:
Pinneberg ist von mir sogar nur eine halbe Stunde entfernt.

„Pinneberg / kunstkur.ort“. Im Pinneberger Fahlt (Stadtwäldchen), durch den man vom Bahnhof aus ins Städtchen gehen kann.

Die Drostei befand sich zu meinem Besuch leider zwischen Ausstellungen, wirkte aber sehr engagiert.

Dafür war das Heimatmuseum geöffnet, als Amtsgericht 1855 errichtet und bis 1908 genutzt.

Installationsansicht von Orten in Pinneberg in Kästen, o. A.

Ebd., Auswahl. Die Drostei erkenne ich glatt wieder.

Günther Thiersch: Other Material (a). Lithografie, 2020. Griffelkunst.

Ein bisschen in die Jahre gekommen, gefielen mir dennoch insbesondere die Info-Schubladen.


Das nachgebaute Zimmer des Zahnarzt-Malers Rodolf Grothkop (1908–2002).

Und dort dies nette Gedicht von Hannelore Höhne, o. A.
Text: „Man geht zum Zahnarzt schmerzgepeinigt, / (Nachdem man das Gebiss gereinigt), / Begibt sich ins Behandlungszimmer. / Schon kommt der Arzt, der kühle, weiße, / Man denkt: Ach, jetzt beginnt die … / Die Knie werden einem weich, / Doch spricht der Arzt: Das hab’n wir gleich! // Zuerst, da holt er eine Spritze. / Man krallt sich fest an seinem Sitze. / Es piekt. Kaum ist der Schmerz gewichen, / Da werkelt er mit widerlichen / Geräten in dem Mund herum. / Man möchte schrei’n: Der bringt mich um! / Gedanken wirbeln durch die Stirn: / Mein kranker Zahn, sitzt der im Hirn? / Ach nein – im Oberkieferknochen – / Den hat er mir jetzt auch gebrochen. / Nun setzt er sich auf meine Rippe – / Zerfetzt ist meine Oberlippe – / Der ganze Mund tut sich verdicken – / Das Ende naht – ich muss ersticken. // Da plötzlich hört er auf zu wühlen / Und sagt: Das wär’s, Sie müssen spülen. / Und man ersticket den Freudenschrei: / Ich lebe noch. Es ist vorbei.“
Ein weiteres Zimmer zu Pinneberg im Nationalsozialismus, in den man sich hier, wie in vielen Kleinstädten, gruselig früh und beflissentlich einreihte, geht über in einen Raum zu den ILO-Motorenwerken, die inzwischen allerdings auch der Vergangenheit angehören:

ILO-Fahrradmotor Typ F48, Baujahr 1950.

In der Fußgängerzone: „Pinneberg sagt NEIN zu Gewalt gegen Frauen!“
In Sankt Peter-Ording:


Das Museum Eiderstedt hatte geschlossen, aber ein Blick durchs Fenster tat es auch:


Die Hausfliese gegenüber vom Heimatmuseum kannte ich als Sehenswürdigkeit aus Wikipedia. Text: „Et gah uns wol up unse olen dage // Eiderstedt“ (Es gehe uns wohl auf unsere alten Tage; wird Martje Flohr zugeschrieben).



Das ehemalige Filterwerk Kaltehofe, von 1893, ist heute ein Industriedenkmal im Naturpark Kaltehofe.





In die Ausstellung im Betonklotz kommt man leider nur noch in Gruppen und mit vorheriger Anmeldung.

Dafür ist man im Café Entenwerder1 willkommen.
Düt un dat, kurz untergebracht:

Karl-Heinz Engelin (1924–86): Faulenzer | Lazybones. Muschelkalk, 1964. Im Pausenhhof der Schule Rellinger Straße Hamburg. Dort war mein Wahllokal für das Olympia-Referendum.

Auf einem Flohmarkt in Bad Segeberg.

Ich höre gern den Podcast „Denkmal im Wandern“ mit Kristina Sassenscheidt vom Denkmalverein und Denkmalschutzamt Hamburg. In der Folge Postmoderne Passagen war sie mit Biagia Bongiorno im und um das Hanseviertel unterwegs und sprach unter anderem von diesem gläsernen Vorhang am Eingang der Galleria, Große Bleichen 21, 1978–1983 erbaut, entworfen von Trix und Robert Haussmann.

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Auf zu zwei Filmfestivals:

Filmstill von Madhusree Dutta, mit Mi You 由宓: Flying Tiger 飞虎记忆碎片. 105 Min., 2025.
Das 4. Chinese Film Festival Hamburg 汉堡华语影像展 lief unter dem Motto „Ever Becoming 未竟之境“, 6.–11.5.2026.
Auch wenn ich im Vergleich zu den letzten Jahren überzeugende Kunstfilmperlen vermisste, bietet dieses Festival doch immer interessante Einblicke in die chinesische Gesellschaft. Besonders auffallend war die Abwesenheit offensichtlicher politischer Inhalte. Das ist angesichts der Situation in China nicht weiter verwunderlich. An gesellschaftlich relevanten Themen wurden Queerness und vor allem Infrastrukturprojekte und -auswirkungen verhandelt oder es gab in Zwischenebenen versteckte Hinweise etwa auf die Kulturrevolution oder auch einmal globale Tagespolitik wie einen Halbsatz zu Trump oder der Ukraine aus dem Fernseher im Hintergrund, und natürlich wurde auch hier Erinnerung wie in der Kunst allgemein weiterhin als Tagline verwendet. Eindeutig thematisiert wurde Politik jedoch nur von Kai Xu 许铠 in Listen to Your Love for Me 听你对我的爱, 23 Min., 2025. Und dieser Kurzfilm entstand bezeichnenderweise nicht in China, sondern in Frankreich. Es ging um die anstehende Wahl eines rechtsextremen Politikers, der gegen Migration und Homosexualität hetzte. Durch diesen Film wurde mir erst das explizite Fehlen von Politik in den anderen Beiträgen bewusst.
Stattdessen boten viele Filme eine psychologische Innenschau. Es ging großteils um den Mangel an Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen, zwischen Eltern und Kindern, in Partnerschaften oder Freundschaften und auch mit sich selbst. Und dies wurde häufig sehr drastisch bis depressiv-deprimierend dargestellt. Das Interessante daran ist, dass und wie intensiv es thematisiert wurde. Plakativ gesprochen ist eine offene, erst recht keine derart schonungslose Auseinandersetzung des Miteinanders im traditionellen asiatischen Kontext ja eher nicht sehr verbreitet – und wird aktuell vielleicht durch das Vermeiden politischer heißer Eisen begünstigt.
Ganz witzig fand ich dann noch, dass zahlreiche der Onlinegäste – im Anschluss an jede Vorstellung liefen Gespräche mit den Regisseur·innen – ihr Erscheinungsbild extrem retuschiert hatten und dadurch wie Comicfiguren wirkten:



Dazu ging es ins Warburghaus, gab es eine Performance:



Im Zuge des Filmfests lief im MOM Art Space (Gängeviertel) die Ausstellung Inorganic Poetics 无机诗学, kuratiert von Zhichao Zhu 朱志超, 5.–10.5.2026. Künstler·innen: Qian Han 韩倩, Yujue Liang 梁宇珏, Rhett Tsai 蔡宇潇, Mia Yu 于渺, Yen Wang-Yun 阎望云, Wuji Ye 叶无忌 und Tianming Zhou 周天明. Eine Paneldiskussion mit Stefanie Thiedig, Dagmar Rauwald, Mia Yu 于渺, Zhichao Zhu 朱志超 und Onlinegästen fand am 5.5., 15–17:30 Uhr, statt.

Kurzfilm von Liang Yujue (Screenshot der Website).
Hier gefiel mir insbesondere von Liang Yujue 梁宇珏 The Power Circulates in One to Two Seconds 能量在一到两秒之内循环, Zweikanal-Video, Farbe, Ton, 4 Min., 2025. Es geht um NEVs, New Energy Vehicles, und wie ein Soundingenieur einen Soundloop von ein bis zwei Sekunden erschafft und damit eine neue städtische Atmosphäre erzeugt, „the sound of the future“ – „to counter chaos“ und „entropy-like disorder“, indem er also Töne gegen das Vermischen etwa von Straßenlärm und damit die Unvorhersehbarkeit in akustischen Feldern entwickelt. Zum einen soll damit Unsicherheit im Straßenverkehr minimiert werden, wobei natürliche und synthetische Klanglandschaften ineinanderfließen, vor allem wollen diese Sounds aber nicht nur unsere Städte prägen, sondern wohl auch unser Verhalten in ihnen.
Anlässlich des 42. Kurzfilm Festivals Hamburg, 2.–7.6.2026, wurden unter anderem in der Science City Bahrenfeld die Kurzfilmwanderungen A Wall Is a Screen präsentiert, hier am 5.6.2026. Ein tolles Format an einem spannenden Ort – und der Quantenphysiker·innenhumor kam bei uns Geisteswissenschaftlerinnen sehr gut an. Hier geht es bei Interesse zum virtuellen Rundgang der Röntgenlaser-Forschungseinrichtung European XFEL.


Links der Beschleunigungstunnel, rechts das Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter.

Auf dem Weg nach Bahrenfeld kommt man an den Arbeiten am A7-Deckel vorbei.
Im Festivalzentrum in der Post Kaltenkirchener Straße:

David Oreilly: each互ther. Filmstill, o. A.

Yulia Serdyukova und Daniel Pilar: My War Not My War. O. A.

Yulia Serdyukova, Kiew, Ukraine, 22.1.2014.
Inzwischen ist die Fototriennale angelaufen, die 9. Triennale der Photographie Hamburg, unter dem Motto „Alliance, Infinity, Love: In the Face of the Other“, kuratiert von Mark Sealy, 5.6.–22.9.2026. Davon mehr im nächsten Blogpost.
Lübeck und Berlin
Die Kunsthalle St. Annen in Lübeck zeigte von Shilpa Gupta (*1976, Mumbai) We Last Met in the Mirror, 27.9.2025–6.4.2026 (verlängert):

100 Hand Drawn Maps of Germany. Installation, Buch, Tisch, Ventilator, 2007–25. Courtesy Shilpa Gupta, neugerriemschneider, Berlin.

StillTheyKnowNotWhatIDream. Still, Bewegliche Anzeigetafel, 35 Min. Loop, 2021. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.
Text: „Thoughts from your head / Don’t let me sleep“.

1:14.9 (1188.5 Miles of Fenced Border – West, North-West). Handgewickeltes Garnknäuel, Vitrine, Data Update: Dec 31, 2007, 2011/12. Courtesy Private Collection, Wilde Gallery.

1:6235011 / Mangrove. Aus: 5 Tree Drawings. Faden und Klebstoff auf Papier, 2013. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.
Text dazu: „[Mango Tree:] Every summer, people over dinner tables across India and Pakistan spend hours talking and arguing over the taste of Mango. // [Mangrove:] Walking not far, towards the East, stand the alluring Mangroves which have captured the imagination and stories of the islands of the Sunderbans swamps, stretching like a band through the two countries of India and Bangladesh, as they dip into the Bay of Bengal. // [Acacia Tree:] The Acacias of Western Sahara sprawl across the dry sands of the several lengths of barrier gradually built by Morocco through a land left in flux after those who came and left. // [Olive Tree:] Olive is the national tree of Palestine and Israel. // [Pecan Tree:] Pecan is relished in Mexica and the USA. /// The length of thread is in ratio of the length of fences constructed on different borders.“

Ebd.: 1:1547703 / Olive Tree.

Speaking Wall. Detail, interaktive, sensorbasierte Soundinstallation, 2009/10. Courtesy Sammlung Museum Voorlinden, Wassenaar.

Untitled (Thread Video). Einkanal-Videoprojektion, 2012. Courtesy Shilpa Gupta, Vadhera Art Gallery, Mumbai.

Untitled (From Nothing Will Go on Record series). Auswahl, Bleistift auf Papier, 2013/23. Courtesy Shilpa Gupta, Vadhera Art Gallery, Mumbai.

Listening Air. Detail, Mehrkanalige Klanginstallation, 28 Min. Loop, 2019/23. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

Ebd., Detail.

Untitled. Projekt: For, In Your Tongue, I Cannot Fit. Auswahl, Abzeichnungen auf Papier und Holz, 2018. Courtesy Sammlung Museum Voorlinden, Wassenaar.
Es geht um Stimmen verfolgter Dichter·innen aus verschiedenen Zeiten und Regionen.
Text hier: „Time passed by, but it was hard to tell if it was day or night. // In Police Custody / Anonymous“.
Ein anderer Text lautet: „Sing Tar, Sing / Who can forget you once they’ve heard you sing?! // In defense of ‘tar’ – a traditional string instrument banned during the Soviet Era / Mushfig“.

Ebd., Auswahl.

Untitled (Spoken Poems in a Bottle). Flaschen, Vitrine, Glühbirnen, 2018–fortlaufend. Courtesy Sammlung Centro Botin, Santander.

Ebd., Detail.
Text: „[…] // To the sun // Laughter becomes a crime“.

Ebd., Detail.
Text: „Who has seen // To a people calmer // A forsaken file in an archive I am“.

There Is No Border Here. Klebeband, 2005–06. Courtesy Shilpa Gupta, Vadhera Art Gallery, Mumbai.
Text: „I tried very hard to cut the sky in half, one for my lover and one for me, but the sky kept moving and clouds from his territory came into mine. I tried pushing it away, with both my hands, harder and harder but the sky kept moving and clouds from my territory went into his. I brought a sofa and placed it in the middle, but the clouds kept floating over it. I built a wall in the middle, but the sky started to flow through it. I dug a trench, and then it rained and the sky made clouds over the trench. I tried very hard to cut“.

Ebd., Detail.
Text auf Klebeband: „There is no border here“.

I Live Under Your Sky Too. Detail, Animierte Lichtinstallation, 2004–fortlaufend. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

Untitled (From 6, 10.3, 2 series). Messer, Motor, Holzsockel, 2021. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

I Have Many Dreams. Installation, Fotografie, Audio, 2007/08. Courtesy Shilpa Gupta, Vadhera Art Gallery, Mumbai.

Stars on Flags of the World. Stickerei auf Baumwollstoff, 2012/23. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

Stars on Flags of the World. Sterne aus Wachs entsprechend des Körpervolumens der Künstlerin, 2012/23. Courtesy Tanya Bonakdar Gallery, New York.

2652. Leuchtstoffröhre, 2010. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.
2652 sind die Schritte, die Gupta zwischen drei Jerusalemer Gebetsstätten zurückgelegt hat.

Blame. Detail, Interaktive Performance und Installation, 2002/04. Courtesy Frédéric de Goldschmidt Collection, Brussels.

Passend dazu wurden an der Holstenhafenbrücke Femizide angeklagt. Inklusive des Aufrufs zum Ausbruch: „Egal, ob es psychische, körperliche, ökonomische oder sexualisierte Gewalt ist – du musst nicht so leben.“

Unweit ruft die Kunst nach Aufmerksamkeit, von Moritz Frei: Hier Hier Ich Ich. Aktion: Kulturfunke, 320x2600cm, 58 LED Leuchten, 2022. In der Holstenstraße Lübeck, ehemals Karstadt Sport.
Von Frei stammt auch „I Don’t Believe in Dinosaurs“, 2017/21, auf der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle.


Auf einem Stromkasten dann dies, Text: „Du hast heute einen schlechten Tag? / Dann mach die Box auf und nimm dir einen Zettel heraus. / Danken kannst du mir später. ^^“

Auch mit einem guten Tag habe ich hineingeschaut, und für mich – jetzt für euch – gab es netterweise einen Blick in den Spiegel.
Zurück zu Shilpa Gupta: Hatte ich überhaupt schon einmal eine Ausstellung gesehen, in der mir fast jedes Werk gefiel? Ich war wirklich beeindruckt von der Lübecker Show und empfehle Gupta jeder und jedem, die ihr über den Weg laufen. Deshalb fuhr ich natürlich auch für ihre Ausstellung nach Berlin – lag es an Beuys, mit dem sie dort verbandelt wurde, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hielt? Einen Besuch ist sowohl die Show als auch natürlich immer wieder Berlin trotzdem wert.
Im Hamburger Bahnhof läuft von Shilpa Gupta What Still Holds, 27.3.2026–3.1.2027:

100 Hand Drawn Maps of My Country | 100 handgezeichnete Karten meines Landes. Kohledurchzeichnungen auf Papier, 2008/14–fortlaufend. Taimur Hassan Collection.
Hier: Italien.

Ebd., hier: Deutschland.

Dazwischen von Joseph Beuys: Straßenbahnhaltestelle. A monument to the future, 2. Fassung, Detail, 5 Teile aus Eisenguss, Säule, 4 Zylinder, Straßenbahnschiene (Weiche), 22 Eisengestänge, Eisenkurbel, 1976. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Sammlung Marx.

Someone Else: A Library of 100 Books, Written Anonymously or Under Pseudonyms | Jemand anderes: Eine Bibliothek mit 100 Büchern, die anonym oder unter Pseudonym geschrieben wurden. Ätzung auf Metall, 2011. Collection Kiran Nadar Mueseum of Art, New Delhi.

Ebd., Detail.
Text: „Used: Pseudonym / Reason: Fear of not having a ‘Christian name positively masculine’ / 1847“.

Truth | Wahrheit. Mixed Media, 2022–25. Mit Genehmigung der Künstlerin, Galleria Continua.

A Liquid, the Mouth Froze | Eine Flüssigkeit, der Mund fror ein. Abguss eines offenen Mundes aus Rotguss, geätzte Messingplatte, 2018. Mit Genehmigung der Künstlerin, Galleria Continua, Vadehra Art Gallery, neugerriemschneider, Berlin.
Text: „I was walking on the street. / A car stopped, a few men stepped out, and pushed into my mouth, a liquid. / The mouth froze.“

Untitled (Don’t See, Don’t Hear, Don’t Speak) | Ohne Titel (Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen). Detail, Marmor, 2006/26. Mit Genehmigung der Künstlerin, Galleria Continua, Vadehra Art Gallery, neugerriemschneider, Berlin.

Listening Air. Detail, Mehrkanalige Klanginstallation, 28 Min. Loop, 2019/23. Courtesy neugerriemschneider, Berlin.

Untitled (Nothing Will Go on Record) | Ohne Titel (Nichts wird zu Protokoll genommen). Detail, Interaktive Installation, Tische, Hocker, Papier, Buntstifte, 2014/25. Mit Genehmigung der Künstlerin, neugerriemschneider, Berlin.

Untitled | Ohne Titel. Auswahl, Tafeln, kreidestaub, 2008/25. Mit Genehmigung der Künstlerin, neugerriemschneider, Berlin.

Untitled (Tower of Broken Pencil Points) | Ohne Titel (Turm aus zerbrochenen Bleistiftspitzen). Bleistiftminen, Sockel, 2021. Mit Genehmigung der Künstlerin, neugerriemschneider, Berlin.

Eine der Abreibungen im Trakt.
Mir fehlt die angekündigte, die grandiose sich ins Mauerwerk hineinschwingende Eisentür, die ich 2019 auf der Biennale in Venedig in den Giardini von ihr gesehen hatte.
In der Haupthalle des Hamburger Bahnhofs läuft von Lina Lapelytė (*1984) We Make Years Out of Hours, kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, 1.5.2026–10.1.2027. Am Interessantesten war für mich, wie zahlreich der Aufforderung zur Interaktion mit den 400 000 Holzwürfeln nachgekommen wurde und Kinder die spielende Minderheit ausmachten:


Kurz noch durch die anderen Hallen:

Petrit Halilaj: RU (Aves Migrantis). Detail, Holz, Erde, Klebstoff, Messing, Harz, 29 Skulpturen unterschiedlicher Größen, 2017/22. Mit Genehmigung des Künstlers, Mennour Paris, ChertLüdde, Berlin, kurimanzutto, New York, Mexico City.

Ders.: Shkrepëtima | Kulturhaus. Roter Samtvorhang, Gemälde, Requisiten, Holzkreuz, Halskette, traditionelle Kostüme, Plis, 2018. Mit Genehmigung ChertLüdde, Berlin, Mennour, Paris.

Ebd., Detail.

Cevdet Erek: Bergama Stero – Berlin Fragment. Architektonische Konstruktion mit Vierkanal-Ton, Informationstafel, Lautsprecher, Verstärker, Computer, Holz, Metall, 2019–24. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 2024.

Saâdane Afif: Live | In Echtzeit. Wand mit Postern, 2025. Wird wöchentlich aktualisiert, Mai–Juli.

Ebd., Detail vom 15.5.2026.

Bruce Nauman: Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care. Stoff, Dämmplatten, Farbe, Metall, Lampen, Leuchtmittel, Lampenhalterungen, 1984/2010. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 2008.

Von Giulia Andreani läuft die Ausstellung „Sabotage“, 27.2.–13.9.2026.
Hier: Pour elles toutes (Myrninerest) | Für sie alle (Myrninerest). Acryl auf Leinwand, 2024. Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano, Sammlung Cantone Ticino.

Elmgreen & Dragset: Statue of Liberty | Freiheitsstatue. Segment Berliner Mauer, Geldautomat, 2018. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 2019.

O. A.
Dann ging es noch in ein paar Galerien …
Galerie Kajetan präsentierte von Claude Viallat Malereien III, 2.5.–25.6.2026:

374 / 2024. 190x149cm, Acryl auf Gewebe, 2024.

293 / 2024. 200x89cm, Acryl auf Gewebe, 2024.
In der Galerie Gilla Lörcher lief von Yoana Tuzharova Present, 1.5.–17.7.2026. Es geht um die Schlieren, die jede·r von uns auf dem Handy hinterlässt:

Data Monument. 180x180x90cm, skulpturale Fotocollage, Sockel aus Spannplatten, Fotografie auf keramische Steingutfliesen, 2021.

Ebd., Detail.

Pentimentum 27.08.18. 104x61cm, Pigment Print auf Blacklight-Folie, LED, Lichtkasten aus Lindenholz, elektronische Verdrahtung, Acrylglas, 2018.

Pentimentum 15.08.18. 104x61cm, Pigment Print auf Fotopapier, Bilderrahmen aus Lindenholz, 2018.
Galerie Max Hetzler zeigte von Vivian Zhang Field Conditions, 30.4.–27.6.2026:

Affinis Complex. 230x180cm, Acryl und Öl auf Leinwand, 2026.

Encased. 220x190cm, Acryl und Öl auf Leinwand, 2026.
Das ist wohl ein Beispiel dafür, was momentan unter dem Schlagwort Neue Abstraktion läuft, wobei das Neu recht vage bleibt. Zumindest scheint es gefällig genug für den Markt.

Alles neu macht die Bahnsanierung der Strecke Hamburg–Berlin seit Mitte Juni: Das einzig Nette an den Umleitungen war der gelegentliche Blick auf den Bahnhof Uelzen.
München
Das Museum Brandhorst zeigt Long Story Short: Eine Kunstgeschichte aus der Sammlung Brandhorst von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart (Udo und Anette Brandhorst Sammlung), kuratiert von Monika Bayer-Wermuth und Lena Tilk, 23.10.2025–31.1.2027. Ein spannender Ansatz, wer vor Ort ist, gehe unbedingt hin. Ich war von der Gegenwart ausgehend unterwegs:

Mark Leckey (*1964): Inflatable Felix | Aufgeblasener Felix. Detail, Polyestergewebe, PVC, 2020. Erworben 2021.

Martine Syms (*1988): DED. Filmstill, Video, Farbe, Ton, 15:35 Min., 2021. AP1/1 (aus Edition von 5, plus 1 AP), erworben 2025.
Ein aus diesem Video mitgenommenes Zitat: „If I waited till I was ready, I’d never do a thing.“

Sondra Perry (*1986): Double Quadruple Etcetera Etcetera I & II. Filmstills, Zweikanal-Video, Farbe, stumm, 9 Min., 2013. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, 2022.

Ebd., Filmstill, Detail.

Jacqueline Humphries (*1960): 💩💩💩💩💩. Öl auf Leinwand, 2016. Erworben 2016.

Ebd., Detail.

Dies.: Note to Self | Notiz an mich selbst. Aus | From: Black Light Paintings, ab 2005. Schwarzlichtmalereien, Öl und Acryl auf Leinwand, UV-Licht, 2005. Erworben 2013.

Robert Gober (*1954): Newspaper | Zeitung. Fotolithografie auf Papier, Schnur, 1992. Erworben 1993.
Text: „Ten Years Into The AIDS Epidemic, This Is The Closest Our Government Has Come To Showing A Condom.“

Rosemarie Trockel (*1952): Ohne Titel. Dispersion, Ölkreide und Schellack auf Papier, 1983. Erworben 1983.

Georg Herold (*1947): Corpus Delirium | Körperdelirium. Detail, Holzschrank, Strumpfhose, Besen, Kleiderbügel, 1989. Erworben 1990.

Ders. (rechts): Tea-bag Piece | Teesieb-Stück. Benutztes und unbenutztes Teesieb, Beton, Heftklammer, Pappschild, 1987. Erworben 1991.

Victor Burgin (*1941): Zoo 78. Serie, 16 Silbergelatineabzüge, 1978. Museum Brandhorst München, Eva Felten Fotosammlung, 2008.
Text: „Ausstellung / Exhibition / Exposition / […] // She looks into empty space; in a large room without furniture; in the aliens office of the police. She stands apart from the man who lean and squat against the walls. One man steps forward and speaks softly to her averted face. She turns and crosses the room, stopping some distance from the opposite wall of men. She resumes her look into empty space.“

Jannis Kounellis (1936–2017): Senza titolo, rose | Ohne Titel, Rose. Holzkohle und Rasierklingen auf Leinwand, 1965. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, 1985.

Ebd., Detail.
Außerdem läuft Confrontations: Gegenüberstellungen aus der Sammlung (Udo und Anette Brandhorst Sammlung), kuratiert von Monika Bayer-Wermuth, 23.10.2025–27.9.2026:

(Links:) Jana Euler (*1982): Gossip Rain Out in the Fields | Tratschregen draußen auf den Feldern. Öl auf Baumwollnessel, 2013. Erworben 2023.
(Rechts:) Nicole Eisenman (*1965): Cat Walking Under a Disambiguous Trash Cloud | Katze unter eindeutiger Müllwolke laufend. Öl, im Offsetverfahren bedruckter Zeitschriftenausschnitt auf Leinwand, 2017. Erworben 2018.

Ebd., Nicole Eisenman.
S. zu Nicole Eisenman die grandiose Ausstellung im Brandhorst 2023, What Happened.

William Pope.L (1955–2023): A Vessel in a Vessel in a Vessel and So On | Ein Gefäß in einem Gefäß in einem Gefäß und so weiter. Detail (die Statue hing oberhalb kopfüber), Farbe auf Holzsockel, Statue einer Piratendame, Martin Luther King Jr.-Gipsbüste, Holz, Pumpe, Licht, Schokoladensirup, 2007. Erworben 2024.
Text: „Vorsichtig giftig – nicht verzehren | Caution toxic – do not consume“.

(Links:) Georg Baselitz (1938–2026): Zwei Hände. Öl auf Leinwand, 1984. Erworben 1990.
(Rechts:) Nicole Eisenman (*1965): Reality Show. Öl auf Leinwand, 2022. Erworben 2022.

Tatsuo Miyajima (*1957): Opposite Harmony No. 89925 / No. 40848 | Gegenläufige Harmonie Nr. 89925 / Nr. 40848. Halbleiterplatine mit integriertem Schaltkreis, LED-Anzeige, Kabel, Aluminiumplatte, 1990. Erworben 1990.

Andy Warhol (1928–87): Shadow | Schatten. Acryl und Siebdruckfarbe auf Leinwand, 1978. Erworben 2010.

Louise Lawler (*1947): Grieving Mothers – Still | Trauernde Mütter – Standbild. Cibachrome hinter Acrylglas auf Aluminium auf Sperrholz, 2005/08. Erworben 2016.

Tala Madani (*1981): Drag Sublime | Erhaben ziehen. Öl auf Leinwand, 2020. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, 2025.
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Wir waren für einen Vortrag nach München geladen, kuratiert von Brigitte Neumann und Bettina Scheibe: China-As-A-Method Salon, im Maison Sheciety, 24.2.2026, 19–22 Uhr. Lecture by Yuning Teng 滕字宁: Not to Be Forgotten: Women Artists’ Persistence and Creativity in China. With comment by Dr. Stefanie Thiedig: Why Are People Working in Culture and Arts in China Struggling?

Flyer von Yuning Teng.
Nach einer Reihe Regentage in Hamburg, in Berlin, brach nach unserem Vortragsabend in München die Sonne aus den Wolken und die Welt wurde heiter. Hach, liebes München: Ist es München, ist es die Sonne oder beides? Alle sind so freundlich zueinander und Leute sprechen im Bus über Kunst.


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Das Haus der Kunst zeigte von Sandra Vásquez de la Horra (*1967) Soy Energía, kuratiert von Jana Baumann, 14.11.2025–17.5.2026:

Zunächst ein Detail: Vásquez de la Horras Arbeiten sind in Bienenwachs getränkt.

(V. l. n. r.:) El ojo del huracán | Das Auge des Hurrikans. Cascadas | Wasserfälle. Volver al origen | Zurück zum Ursprung. Los ríos | Die Flüsse. (Alle:) Bleistift und Aquarell oder/ und Gouache auf Papier, Wachs, (1:) 2024, (2–4:) 2025. (2–4:) Commissioned by Haus der Kunst München, (alle:) Sammlung der Künstlerin.

Ebd.: Los ríos.

Ebd., Detail von: El ojo del huracán.

Niño de polen | Pollenkind. Bleistift, Aquarell und Gouache auf Papier, Wachs, 2025. Commissioned by Haus der Kunst München, Sammlung der Künstlerin.

Installationsansicht.

Ebd., Detail.
Early Works | Frühe Arbeiten, auf Papier, ca. Mitte der 1990er Jahre:




Installationsansicht. Arbeiten: Eres parte de mí | Du bist ein Teil von mir. El cerebro reptiliano | Das Reptiliengehirn. Nuevas constelaciones | Neue Konstellationen. Niña ojos de papel | Papieraugenmädchen. Constelación que me mira | Mich beobachtende Konstellation. (Alle:) Bleistift und Aquarell auf Papier, Wachs, 2024. Commissioned by Haus der Kunst München, Sammlung der Künstlerin.
Die folgenden Ansichten ebd.








Telephone Notes | Telefonnotizen. Kugelschreiber auf Papier, Wachs, 2010. Sammlung der Künstlerin.

Ebd., Detail.

Soy el horizonte infinito | Ich bin der endlose Horizont. O. A., 2025.
Die folgenden Ansichten ebd.




Div. Filme, u. a.: Untitled | Ohne Titel. Filmstill, Farbe, Ton, 1:51 Min., 2002. Under Your Skin Is My Skin | Unter deiner Haut ist meine Haut. Filmstill, Farbe, Ton, 6:33 Min., 2001. Digitally remastered with the support of Haus der Kunst München, 2025.

O. A.
Außerdem lief Für Kinder: Kunstgeschichten seit 1968, kuratiert von Andrea Lissoni, 18.7.2025–31.5.2026. Wir fanden es teilweise ziemlich unheimlich, von den Kindern schien aber erstaunlicherweise keines verstört.

Agus Nur Amal Pmtoh (*1969): Goodness and Disaster. O. A., 2025.
Die meisten Kinder und ihre Eltern und auch wir hielten uns in diesem wunderbaren Raum bei Pmtohs Erzählperformances auf.

Ólafur Elíasson: The Cubic Structural Evolution Project. Detail, wood, white Lego bricks (various sizes), 2004. Courtesy the artist and Queensland Art Gallery, Gallery of Modern Art, Australia, replica commissioned by Haus der Kunst München with support of the Lego Group, 2025.
Unten in der Halle lief:

Ei Arakawa-Nash: Mega Please Draw Freely. Installationsansicht, 2025.
Interaktion scheint aktuell wieder angesagt, siehe auch oben im Hamburger Bahnhof in Berlin. Soll mir alles recht sein, wenn es wirkt – wobei Eintrittspreise von mittlerweile 18 Euro an zahlreichen Orten vermutlich nicht aus der Blase heraushelfen.

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