Donnerstag, 13. November 2025
Kunst in Hamburg, Ende 2025
Allerlei Kunst aus und ein wenig um Hamburg von 2025 muss ich noch aufholen. Das Neuste zuerst, am Ende ein wenig Natur, los gehts:

Kunst in Hamburg

Das MARKK zeigt Druckfrisch aus den Zwanzigern: Einblicke in Chinas Moderne, kuratiert von Bernd Spyra und Ricarda Brosch, 19.9.2025–12.7.2026:


Neuester detaillierter Stadtplan von Beiping | 最新北平詳細全圖. Offsetdruck, Landvermessungsstelle Nanjing, Provinz Jiangsu, 1930. Ankauf durch Theodor Wilhelm Danzel, 1932.


Die 24 Geschichten kindlicher Pietät | 二十四孝. Detail, Offsetdrucke, Druckerei: Xu Bangji meishushe, Shanghai, vor 1932. Ankauf durch Theodor Wilhelm Danzel, 1932.


Ebd., Detail.


Die Drei Streitenden Reiche | 三國志. Detail, Farblithografie, Druckerei: Huanqiu huapian 環球畫片, Shanghai, vor 1932. Schenkung von Theodor Wilhelm Danzel, 1932.


Die 360 Gewerbe | 三百六十行. Detail, Farblithografie, Druckerei: Chen Zhengtai 陳正泰, Shanghai, vor 1932. Ankauf durch A. Glathe, 1932.


Ebd., Detail.


Kalender für das Jahr 1933 mit dem Herdgott (灶君) und seiner Frau. Blockdruck koloriert, Druckerei: vmtl. Yangliuqing, Tianjin, 1932. Ankauf durch Theodor Wilhelm Danzel, 1932.


Hang Zhiying, Zhiying Studio (Sig.): Indigo, zwei Damen im Qipao. Farblithografie, Shanghai, ca. 1925. Leihgabe BASF Corporate History, Ludwigshafen a. Rh.


Installationsansicht.


Unbekannt: Wandbehänge mit Opernszenen. Detail, Seiden- und Metallfadenstickerei auf Leinwandbindung aus Wolle mit tierischen Fasern, China, 1800–1900. Ankauf von I. F. G. Umlauff, 1907.
Es handelt sich um eine mobile Bühnenrequisite, die zum Beispiel gut von Puppentheatern verwendet worden sein könnte.


Druck für Drehlaterne Laufende Pferd-Laterne | 八仙過海走嗎燈. Offsetdruck, Druckerei: Chen Maoji 陳茂記, Shanghai, vor 1928. Ankauf durch Fritz Jäger.


(Oben:) Dagu-Mündung bei Tianjin | 天津大沽口. Blockdruck koloriert, Druckerei: Telegrafenamt, Yantai, Provinz Shandong, 1900. Schenkung von Henry Dicke, 1930. (Unten:) Die Einnahme von Beijing durch die Alliierten | Prise de Pékin par les Alliés, 15.8.1900. Lithografie koloriert, Druckerei: Pellerin & Co., Epinal, Frankreich, 1900. Leihgabe Sammlung Hecht.


Xie Lei: Sun Zhongshan (Sun Yat-sen) | 孫逸仙. Öl auf Leinwand, Beijing, 2012. Sammlung des MARKK, Schenkung von Xie Lei und Sies + Höke, Düsseldorf, 2025.



Ebendort, im sogenannten Zwischenraum, läuft Zwischen Zeiten im Museum am Rothenbaum, mit Retrografien von Bernd Spyra, 14.10.2025–12.4.2026. Weitere Vergleichsfotos befinden sich im Haus, zum Beispiel von der Eingangshalle oder von der oberen Mittelhalle.




Die Parabel: Zentrum für Kunst in Hamburg eröffnete 2025 in der ehemaligen Nikodemuskirche von 1959 und erhielt ihren Namen aufgrund der Parabelform der Architektur. Die Kirche an der westlichen Seite des Ohlsdorfer Friedhofs wurde 2022 entwidmet und umgebaut. Grundlage bildet die gut 3 500 Werke umfassende Kunstsammlung von Maike Bruhns mit Hamburger Kunst seit Beginn des 1. Weltkrieges bis in die Gegenwart sowie zur Zeit- und Sozialgeschichte Hamburgs.






Im Winter lief Luminary | Lichtung: Wang Yefu zeichnet Licht – Silke Silkeborg malt die Nacht, 5.12.2025–15.2.2026:


Wang Yefu 王野夫: O. T. 8 Arbeiten, 78x57cm, Grafitstift, 2023.


Installationsansicht.




Silke Silkeborg: Bilander. 40x50cm, Öl auf Leinwand, 2023.


Dies.: (Rechts:) Goal Nr. 3. (Links:) Goal Nr. 1. (Beide:) 130x162cm, Öl auf Leinwand, 2025.


Im Herbst zuvor lief Im Abgrund: Terror, Gewalt und die Künste in Deutschland 1930 bis nach 2000, kuratiert von Maike Bruhns und Pablo Schneider, 10.9.–16.11.2025:


Elfriede Lohse-Wächtler (1899–1940): Budike: Im Wirtshaus. Pastellzeichnung, 1930.


Hella Jacobs (1905–75): Gas. Öl auf Pappe, 1930.


Alfred Hrdlicka (1928–2009): Hamburger Feuersturm. Lithografie, 1985.


Robert Schneider (1944–2021): Bunker Valentin 4. Kohle auf Karton, 2002.


Friedrich Ahlers-Hestermann (1883–1973): Kalenderblatt. Öl auf Leinwand, um 1935.


Fritz Schirrmacher (1893–1948): Franz Kaiser im Kornträgergang. Öl auf Leinwand, 1933.


Willem Grimm (1904–86): Die Regenwolke. Kohle-, Tuschezeichnung, weiß, um 1933.


Harry Behr (1907–66): Nicht zu finden. Mischtechnikzeichnung, 1933.


Gertrud Schaeffer (1888–1960): Tod über der Stadt. Öl auf Pappe, 1930er Jahre.


Kurt Jückstock (1914–42): Anleger in Blankenese. Öl auf Leinwand, um 1940.


Friedrich Ahlers-Hestermann (1883–1973): Einsamkeit: Drinnen und Draußen. Öl auf Leinwand, 1933.


Gretchen Wohlwill (1878–1962): Finkenwerder Westerdeich. Aquarell, späte 1930er Jahre.


Anita Suhr (1900–91): Zellenausblick. Kohlezeichnung, 1930er Jahre.


Doris von Klopotek (*1961): Pyrenäen 1936. Öl auf Leinwand, 2004.


Bernhard Heyde (1899–1978): Hochbunker Feldstraße. Gouache auf Karton, 1944.


Frans Masereel (1889–1972): Gefangene hinter Stacheldraht. Tusche auf Papier, 1943.


Pierre Fertil (1923–2015): Libération | Befreiung. Mischtechnik, undat.


Ebd., Detail.


Alfred Dunkel (1901–88): Es werde Licht. Aquarell, 1945.


Agnes Lukacs (1920–2016): Panik. Linoldruck, undat.


Reinhold Zulkowsky (1899–1966): Eisläuferin. Öl auf Leinwand auf Holz, 1930er Jahre.


Robert Schneider (1944–2021).


Ders.: Auschwitz 3. Detail, Kohle auf Karton, o. J.


Ders.: Auschwitz 20. Detail, Kohle auf Karton, o. J.


Alfred Dunkel (1901–88): Rolf Mokry. Bleistift auf Papier, vor 1944.


Christoph Krämer (1948–2010): Auschwitz, o. T. Kohle und Gouache auf Papier, 1991–92.


Max Weiss (1884–1954): Theresienstadt. Div. Formate, div. Techniken, 1945–49.


Ebd.


Ebd.


Hil (Wolf Hildebrandt, 1906–99): Friede – Freiheit – und noch einiges. Holzschnitt, 1972.


Bernhard Heyde (1899–1978): Wir haben den Krieg nie gewollt. Öl auf Hartfaserplatte, vor 1953.


Karl Goris (1927–83): Figur zwischen Mauern. Mischtechnik, um 1960.


Das Bucerius Kunst Forum zeigt Kinder, Kinder! Zwischen Repräsentation und Wirklichkeit, 28.11.2025–6.4.2026:


Friedrich Seidenstücker (1882–1966): In Nachlasssachen meines Vaters | In My Father’s Legacy Matters. Silbergelatineabzug, ca. 1950. Pinakothek der Moderne, München, Stiftung Ann und Jürgen Wilde.


Bartolomé Esteban Murillo (1617–82): Einladung zum Argolla-Spiel | Invitation to a Game of Argolla. Öl auf Leinwand, ca. 1665/70. Dulwich Picture Gallery, London.


Ebd., Detail.


(Links:) Gerhard Richter (*1932): Moritz. Öl auf Leinwand, 19.1.2000. Privatsammlung. (Rechts:) Cornelis de Vos (1584/85–1651): Bildnis der Susanna de Vor, der dritten Tochter des Malers | Portrait of Susanna de Vor, The Painter’s Third Daughter. Öl auf Eichenholz, 1627. Städel Museum, Frankfurt a. M.


Installationsansicht.


In der Hamburger Kunsthalle lief Anders Zorn: Schwedens Superstar (1860–1920), kuratiert von Markus Bertsch, 26.9.2025–25.1.2026:

In einem Wandtext wird verwiesen auf einen Teil von Zorns Arbeiten mit „eindeutig exotisierenden Tendenzen […]. Sie sind der im ausgehenden 19. Jahrhundert noch weit verbreiteten Stilrichtung des Orientalismus zuzuordnen. In diesem Zusammenhang machten westliche Künstler*innen arabische Länder und Kulturen häufig zur Projektionsfläche für eurozentrische, kolonial geprägte Vorstellungen und stellten sie somit verfälscht dar.“ Das gilt auch später in der Ausstellung in Bezug auf Frauen, vor allem in den Badeszenen. Ich habe mich hier gegen eine Reproduktion der expliziteren Werke entschieden.


Waldstudie, Dalarö | Forest Study, Dalarö. Aquarell, 1885. Zornmuseet, Mora.


Über die Straße hinweg | Across the Street. Aquarell, 1884. Zornmuseet, Mora.


Blick auf Algier vom Jardin d’Essai | View of Algier from the Jardin d’Essai. Aquarell, 1887. Zornmuseet, Mora.


Im Hamburger Hafen | At the Port of Hamburg. Aquarell, 1891. Zornmuseet, Mora.


Im Hamburger Hafen | At the Port of Hamburg. Aquarell, 1891. Zornmuseet, Mora.


Der Schauspieler Coquelin Cadet | The Actor Coquelin Cadet. Öl auf Leinwand, 1889. Nationalmuseum Stockholm, gift 1983 Bo Lindh through Nationalmusei Vänner.


Die Tänzerin Rosita Mauri bei der Toilette | The Dancer Rosita Mauri at her Toilet. Öl auf Leinwand, 1890. Privatsammlung.


Madame Rikoff (Beleuchtungsstudie) | Madame Rikoff (Lighting Study). Detail, Öl auf Leinwand, 1890. Property of Municipality of Uddevalla, administered by Bohusläns museum, Sweden.


Sir Ernest Cassell. Aquarell, 1886. Privatsammlung.


Henriette Lamm (Zorns Schwiegermutter) | Henriette Lamm (Zorn’s Mother-in-Law). Radierung, 1894. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.


Bildnis der Irin Anni | Portrait of Anni, the Irish Woman. Radierung, Kaltnadel, 1894. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.


Installationsansicht.


Erlenbüsche | Alder Shrubs. Öl auf Leinwand, 1888. Zornmuseet, Mora.


Glücklich mit den Frauen | Lucky with the Ladies. Detail, Aquarell, 1883–85. Zornmuseet, Mora.


Auf dem Heuboden | In the Hayloft. Öl auf Leinwand, 1892. Hälsinglands Museum, Hudiksvall.


Hirtin | Herdsmaid. Öl auf Leinwand, 1908. Zornmuseet, Mora.


Außerdem lief in der Kunsthalle And So on to Infinity: 100 Jahre Griffelkunst, kuratiert von Corinne Diserens, 7.11.2025–18.1.2026:


El Lissitzky (1890–1941): Foto seines Sohnes | Photo of His Son. Fotomontage, 1931.


Dan Graham (1942–2022): Highway Restaurant, Family Group, Jersey City, New Jersey. Aus der Serie Homes for America 1966–74. Offsetdruck, 1969.


Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, 1913–51): Ohne Titel. Fotografie, Paris, 1939.


Luis Camnitzer (*1937): First lesson: All warfare is based on deception. | Erste Lektion: Alle Kriegsführung basiert auf Täuschung. Aus der Serie Sun Tzu – The Art of War | Sun Tzu – Die Kunst des Krieges. Heliogravüre, 2013.


Ders.: Second lesson: In the midst of chaos there is also opportunity. | Zweite Lektion: Inmitten des Chaos gibt es auch Chancen. Aus der Serie Sun Tzu – The Art of War | Sun Tzu – Die Kunst des Krieges. Heliogravüre, 2013.
Das ewige Mantra, in jeder Krise stecke eine Chance.


Michaela Melián (*1956): Ohne Titel (Triangle). Genähte Zeichnung, 2003.


Olaf Gulbransson (1873–1958): Tolstoi. Lithografie, 1949.


Okola (unbekannt): Maskierter und gehörnter Mann | Masked and Horned Man. Radierung, 1961.


Horst Janssen (1929–95): Selbst für Griffelkunst | The Self for Griffelkunst. Zinkografie in Dunkelbraun, 1966.


Ders.: Knochen eines Vereinsmitglieds | Bones of an Associations Member. Strichätzung, Flächenätzung und Kaltnadelradierung auf Kupferplatte, 1972.


Marcel Broofthaers (1924–76): Brief Nr. II | Letter No. II. Aus der Serie 6 Briefe, Musée d’Art Moderne. Buchdruck, 1972.
Text: „Avis // Jede Ähnlichkeit der Abteilung Adler mit solchen in Museen aller Art ist rein formal.“


Mirko Szewczuk (1919–57): Die eigene Meinung | One’s Own Opinion. Lithografie, 1947.


Ludger Gerdes (1954–2008): (Link:) Unterkomplexität | Undercomplexity. (Rechts:) Kirche | Church. (Beide:) Siebdruck, 1988.


O. A.


Und im Gebäude zwischendurch:


Max Ernst (1891–1976): flinker als der mond | more agile than the moon. Bleistift, 1925. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.


Jackson Pollock (1912–56): Die Mondfrau schneidet den Kreis | The Moon-Woman Cuts the Circle. Öl auf Leinwand, 1943. Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne, Centre de création industrielle, Schenkung Frank K. Lloyd, 1980.


Installationsansicht von Fedele Maura Friede: der saum löst sich, 28.3.–7.9.2025.


Fedele Maura Friede: ich bin dann irgendwie teil der karte geworden | i then somehow became part of the map. Ortsspezifische Boden-/ Wandzeichnung, 2025.


Die Kleine Gesellschaft zeigte: für Grotten und Höhlen, Teil III: Kontinent des Unbewussten, zu Gast in der Grundbuchhalle im Ziviljustizgebäude, 14.11.2025–30.1.2026:


Bernhard Prinz: Ohne Titel (Wardzia). 120x180cm, Pigmentdruck, 2025.


Katja Musenberg: mount real 2. 42x59cm, Grafit auf Papier, 2011.

Die Finissage mit Videopremiere von Wolfgang Oelze in musikalischer Begleitung von Chad Popple, 30.1.2026:



Schon das wundervolle Gebäude ist einen Besuch wert:






Im Westwerk zeigte Han Qian 韩倩 als Residenzkünstlerin aus Wuhan und Kunming: Vers la patrie invisible, 11.–14.12.2025:


Han Qian (links).


Im ICAT, Institute for Contemporary Art & Transfer an der HFBK lief Hello Tomato, Better Tomorrow, in Kollaboration mit China Academy of Art (CAA) und The Delta INST 三角洲 aus Hangzhou, 9.–19.10.2025:


(Wandbild:) Wang Yi 王一: (Links 左:) Lady Democracy and Sir Science. 228x265cm. (Rechts 右:) Copied print of the American Black Panther Party. 38x53cm. (Beide 全:) Acrylic on paper, 2025.


Zhuang Ruizhe 庄睿哲: Penetrate with the Yellow Bean Through the Last Edelsoja Epoch. Dimensions variable, yellow beans, yellow balloons, 2025.


Galerie Melbye-Konan zeigte von Marie de Villepin: Visions of Collisions, 10.10.2025–31.1.2026:


Marie de Villepin: City on the Fritz/ Free Trial. 152x192cm, Öl auf Leinwand, 2025.


Dies.: To Look and Burn. 160x140cm, Öl auf Leinwand, 2025.

Im Eck, im Zuge von Kunst am Rothenbaum, hing noch:


Jeanne Mammen (1890–1976): Frauenkopf, linkes Auge von Haar verdeckt. Pastell und Bleistift auf Velin, mit Bleistift monogrammiert, um 1926. Thole Rotermund Kunsthandel.


Im Auswanderermuseum BallinStadt liefen zwei Ausstellungen:

Schau Hamburg in die Karten: Vom Atlas zum Leitbild, 11.11.–30.11.2025:


Installationsansicht.


Wie dich bewohnt sind Hamburg und sein Umland im Vergleich mit anderen europäischen Stadtregionen?
(V. l. n. r., o. n. u.:) Hamburg, München, Berlin, Madrid, Wien, Warschau.


Ebd.: (V. l. n. r., o. n. u.:) Köln, Brüssel, Mailand, Kopenhagen, Lissabon, Barcelona, Rom, Paris, London.


Von welchen Orten aus pendeln wie viele Menschen nach Hamburg?

Für diese und mehr solcher Infografiken sei allseits das Buch mit Open Access empfohlen: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und urbanista (Hgg.): Stadt-Umland-Atlas Hamburg. Hamburg: Jovis 2025.


Außerdem lief in BallinStadt anlässlich des 80. Jahrestages des Beginns der Nürnberger Prozesse: Ein Prozess – Vier Sprachen: Die Pioniere des Simultandolmetschens bei den Nürnberger Prozessen, 20.11.2025–20.1.2026:


Installationsansicht.


Auf nach Wentdorf bei Reinbek bei Hamburg:


Mühlenteich am Schloss Reinbek.






Vorbei am mare-Künstler·innenhaus der Roger Willemsen Stiftung.


Hinein in den Wald.

Gelangt man schließlich zum 2018 gegründeten Woods Art Institute, WAI mit einer Ausstellungsfläche von 2500m2. Die Anlage ist wunderschön, so auch die Möglichkeit, zwischen den Ausstellungsräumen der sogenannten WAI Galleries und dem Skulpturenpark zu wechseln.


Matthias Berthold: An etwas anderes denken. Handlungsanweisung, 2002.

Über die Kunst des Sammelns von Kunst lief unter dem vielversprechenden Titel You Cannot Say Goodbye to a Myth: Folkert de Jong im Dialog mit Werken aus der Sammlung Reinking, 5-2025–1-2026:


Folkert de Jong: Door to Vatermörder. 200x100cm, Polyurethanschaum, 2007.


Ders.: Pleurant 2. Keramik, 2023.


Steven Allan: Stains of a Decade. 190x130cm, Öl auf Leinwand, 2012.


Till Gerhard: Zelt. 100x90cm, Öl auf Leinwand, 2003.


Folkert de Jong: O. A.


Felix Droese: Von der Grenze. 60x30x8cm, Holz und Draht, 1995.


Madeleine Dietz: Kein Rosenhain. 90x90cm, Stahl und Rosenholz, 2015.

Im Innenhof (ohne weitere Angaben):


Daniel Spoerri.


Ebd.


Ebd., Detail.


Mader. (?)


Ebd.


Henrik Eiben.

Zwischendurch eröffnet sich über eine Glasfassade ein Raum in den Keller hinein:


Installationsansicht.

Die Treppe runter und im Durchgang:


Rolf Bergmeier. Öl auf Holz, 2000.


Frida Collective: We Are the World (?). Filmstill, Video, Ed. 1/3, 3:59min., o. J. Präsentiert 5-2025–1-2026.

In der Mitte des Raumes steht:


Brian Griffiths: Beneath the Stride of Giants. 600x250x1200cm, Holz, 2004. Präsentiert 5-2025–1-2026.

Im Raum verteilt sind sogenannte Artefakte ausgestellt, ich habe nur eines aufgenommen, mir fehlte der Kontext:


Batcham. Insektengott Maske. Bamileke, Kamerun.

Zu den „Artefakten“ heißt es online: „Indigene Ritual- und Alltagsgegenstände rücken zeitgenössische Kunst in ein anderes Licht – und spielen in der Sammlung Reinking eine besondere Rolle.“ Gemeint sei die Rolle des Dialogs, wie ich später erfahre. Das ist legitim, aber nirgends sind Verweise auf die Provenienz dieser Artefakte zu finden, sie werden nurmehr als Objekte weitergenutzt. Auf Nachfrage an der Kasse drückte mir die Servicekraft einen Zettel in die Hand, wo alles erklärt sein sollte. Es handelt sich um einen Text des Sammlers Rik Reinking von 2025, in dem er davon spricht, dass es sich um eine Privatsammlung handle und es dem Sammler nicht um „ethnologische Systematik und kunsthistorische Chronologie“ gehe, sondern um „die tiefen, existenziellen Schichten menschlicher Erfahrung“, um Verbindungen, Brückenbauen und das Schaffen von Resonanzräumen. Obwohl nach PR-Text klingend, wäre das vollkommen in Ordnung, wenn den Artefakten genauso wie den zeitgenössischen Arbeiten ihre Herkunft zugestanden würde – zumindest im Ansatz: von wem, was, wofür, woher stammen sie, wie sind sie hierhergekommen? Dadurch, dass man dies nicht einmal bedenkt bzw. sich dem durch die Aussage entzieht, man sei eine Privatsammlung – die öffentlich ausgestellt wird –, werden die Artefakte zu bloßen Staffageobjekten degradiert und der behauptete Dialog bleibt einseitig. Die Tiefe, die die Gegenwart durch sie erhalten soll, wird ihnen selbst entzogen. So bleibt ein sehr unangenehmer Beigeschmack.

Davon mussten wir uns erst einmal etwas erholen und sind hinausgetreten.

Im Skulpturenpark stehen knapp hundert Arbeiten. Zu Beginn erhält man einen Lageplan des Parks mit Nummern und den Namen der Künstler·innen, leider ohne weitere Angaben, und ganz sicher bin ich mir häufig nicht:


Ugo Rondinone. (?)


Will Coles.


Atelier Van Lieshout.


(?)


Folkert de Jong.


Laura Eckert.


Fredy Alzate.


Nate Lowman.

Weiter in der Sammlungsausstellung:


Rodney Graham: L’interprétation des rêves. 20x50x36cm, Aluminium, Plaxiglas, Buch, 1988.


(?)


Son Jongjun: Defensive Measure 001. Aluminium, 2004.


Henry Coombes: Sarah Stone. Metall, Resin, Acryl, Ohrring, 2006.


Terence Koh.


Folkert de Jong: Marlin Says. Styropor, Polyurethanschaum, 1999.


Thomas Judisch.


Arman: Accumulation. 47x32x8,5cm, Holz, Stempel, Plexiglas, 1973.


Moses & Taps: Shimms XXII. O. A., 2021.


Daniel Spoerri.


Wulf Kirschner.


Werner Berges. (?)


Ders.


Marc Quinn.


Folkert de Jong.


Joakim Ojanen. (?)


Folkert de Jong.


Matthias Berthold: natürlich verhalten. Handlungsanweisung, 2022.

Später, auf dem Rückweg, in einem Vorgarten:




An der Millerntorwache lief von Zheng Mahler: Nostalgia Machines, kuratiert von Bettina Freimann im Zuge des Chinese Film Festivals Hamburg 2025, 8.5.–22.6.2025:



Das 3. Chinese Film Festival Hamburg 汉堡华语影像展 fand in den Kinos Metropolis und Lichtmess statt, 7.–11.5.2025:





Immer wieder trifft man in verschiedenen Städten auf Kunstautomaten, in Lübeck kenne ich einen, dieser steht in Bad Oldesloe vor dem Bella Donna in der Nähe des Bahnhofs.


Text: „Zeit für einen Mutausbruch! Echt jetzt!“, Ecke Osterstraße.


Kunst in Bremen



In der Kunsthalle Bremen lief Alberto Giacometti: Das Maß der Welt, 11.10.2025–15.2.2026:


Facettierter Berg | Mountain with Facets. Aquarell und Grafitstift auf Papier, ca. 1923. Fondation Giacometti.


Kauernde Figur | Crouching Figure. Bronze, ca. 1926. Fondation Giacometti.


Blickender Kopf | Gazing Head. Gips, 1928–29. Fondation Giacometti.


Büste von Diego nach dem Modell | Bust of Diego from Life. Bronze, ca. 1951. Fondation Giacometti.


Die Lichtung | The Glade. Bronze, 1950. Fondation Giacometti.


Taumelnder Mann | Falling Man. Fotografie vor 1966. Archiv Fondation Giacometti.


Drei schreitende Männer (kleines Quadrat) | Three Walking Men (Small Square). Bronze, 1948. Fondation Giacometti.


(V. l. n. r.:) Stehende Frau | Standing Woman. Kopf auf einem Sockel | Head on a Base. Schreitender Mann | Walking Man. (Alle:) Projekt für die Chase Manhattan Plaza. Bronze, 1959. Fondation Giacometti.


Kleine Figur auf einem Sockel | Small Bust on a Stand. Bronze, 1951–52. Fondation Giacometti.


Vier Figuren auf einem Podest (London Figuren) | Four Figurines on a Stand (London Figurines). Bronze, 1950. Fondation Giacometti.


Sehr kleine Figur | Very Small Figurine. Gips, 1937–39. Fondation Giacometti.


Mittelgroße Figur III | Medium Figure III. Detail, Gips, 1948–49. Fondation Giacometti.


Ebd., Detail.

Dann im Saal der Skulpturen vom 17. bis 21. Jahrhundert:


Auguste Rodin: Tänzerin ‚H‘ | Dancer ‚H‘. Bronze, um 1910. Geschenk der Firma Martin Brinkmann AG, Bremen 1965.


Gustav Seitz: Kleine Stele (Idol) | Small Stele (Idole). Bronze, 1967–68. Gustav Seitz Foundation, Hamburg 1976.


(Links:) Daniel Spoerri: Trommler auf dem Einrad mit Schreibmaschinenhut | Drummer on the Unicycle with Typewriter Hat. Bronze, 2005. Geschenk Walter Schnepel, Bremen 2006. (Mitte:) Antony Gormley: Quantum Cloud IX. Flußstahlstäbe, geschweißt, 1999. Erworben mit Hilfe von vier Kunstfreunden 2000. (Rechts:) Auguste Rodin: Johannes der Täufer | John the Baptist. Bronze, 1978–80. Geschenk Konsul Carl Theodor Melchers, Bremen 1911.


In die Arbeitnehmerkammer Bremen ging es zum Tag der offenen Tür: Kunst – Kammer – Kuchen: Malerei, Fotografie und Grafik auf vier Etagen, 7.2.2026:


Judith Lena Bartels: a tree that lives. Detail, je 11x17cm, 8 Monotypien und ein Gedicht, 2024.


Dies.: industrial thing 1–3. Detail, 10x10cm, aquarellierte Radierung, 2021.



Diese Stadt kann gute Radwege, ich verneige mich.

Und in den 1980er und 90er Jahren soll einiges an Geld für Kunst im öffentlichen Raum ausgegeben worden sein. Großartig!


Christa Baumgärtel: Mann und Frau. O. A., 1992.


Bernd Altenstein: Das Ende. Bremen, 1979–80.
Laodu und Maja erzählten, dieser irgendwann entstandene Text würde immer wieder aufs Neue nachgeschrieben: „Mit Brille wäre das nicht passiert“.


Kulturtage in Bad Segeberg

Im Zuge der jährlich im September stattfindenden Segeberger Kulturtage lasen Segeberger Autor·innen im Schaufenster der Buchhandlung am Markt aus ihren Werken. Sie wurden per Lautsprecher übertragen und man saß draußen und sah ihnen durch die Scheibe zu, 13.9.2025:


Hier las Gisela Wielert.


Die Marienkirche ist ein Backsteinbau von 1156, s. den virtuellen Rundgang. Besonders beeindruckend ist der gotische Passionsaltar mit vier Flügeln, in Festtagsansicht mit über 230 Figuren, stammt er von einem unbekannten Meister einer Lübecker Werkstatt, um 1515:












Mord auf der Siegesburg (des Grafen Adolf VI. im Jahr 1315). Im Auftrag von Heinrich Rantzau, 1595.



Auf dem Marktplatz, o. A., Text: „Nie wieder ist jetzt // Zur mahnenden Erinnerung an die am 25. Juni 1933 hier von den Nationalsozialisten verbrannten Bücher.“


Glückstadt

Mitte Dezember 2025 war ich für einen Ausflug in der Stadt, die sich Fortuna als Patronin auf ihr Wappen holte.






Adelspalais, holländische Spätrenaissance, erbaut 1630–31. Eine Kurzinformation gibt es hier op Platt, 28 Sek., o. A.

Leider war das dort heute residierende PaK, Palais für aktuelle Kunst in Winterpause, im „März/ April 2026“ soll es weitergehen:














Stadtkirche, erbaut 1618–21, zerstört im Orkan 1648, in jetziger Gestalt seit 1650–51.

Zu meinem Bedauern war auch die Kirche verrammelt, weshalb ich nur außen erneut lesen konnte, was mir online zuvor erzählt wurde und was ich gern gesehen hätte, Text: „Seit 1630 hängt an der Turmwand der erbeutete Anker des Flaggschiffes der Hamburger Flotte.“ Das „Harharr“ wähnte ich aber doch aus den Mauer schallen.


Christian IV. (1577–1648), König von Dänemark und Norwegen, Gründer von Glückstadt, 1617. O. A.


Unterwegs in Hamburg

Endlich soll auch der Grüne Bunker aufgenommen werden, der im Juli 2024 in üppiger Begrünung mit dem sogenannten Bergpfad und mit dem kleinen Dachgarten neu eröffnete. Eigentlich öffentlich zugänglich, kommt man leider nicht am Drehkreuz und dem davor einen abtastenden Sicherheitspersonal vorbei – Hunde müssen genauso draußen bleiben wie Getränkeflaschen und das Franzbrötchen tief unten im Rucksack, lediglich Wasser in Plastikflasche ist erlaubt. Ob irgendwann wenigstens ein Regal aufgestellt wird, wo man seine Sachen verwahren kann, statt sie neben den Eingang in den Schmutz stellen zu müssen, bleibt weiter zu hoffen. Eigentlich wollte ich den Bunker gern als Ausflugsort für Besuch aufnehmen, wurde bislang allerdings drei von fünf Mal abgewiesen, keine gute Quote.

Im Juli 2024:






Auch der Hamburger Deckel über der A7 in Stellingen ist eine Reise wert, hier wird man nicht fortgeschickt. Nachdem 2022 der Abschnitt in Schnelsen (560m) fertig wurde, war die Eröffnung für Stellingen (890m) im Juli 2024. Der A7-Deckel Altona (Bahrenfeld/ Othmarschen: 730m) soll auf 2,2km bis zum Volkspark erweitert und 2034 fertiggestellt werden.

An einem vernieselten Novembertag 2024:












Wen es in die Natur zieht, dem sei die Fischbeker Heide empfohlen.

Im März 2025:







Der dortige Archäologische Wanderpfad ist leider eher mager, die Infotafeln sind sehr in die Jahre gekommen und die kleinen Hügelein, von denen ich nur drei statt elf gefunden habe, eher als Durchgang nett.



Ende August 2025 war ich erneut und für die Heideblüte mit Stella im Fischbektal. Leider fraß sich (hoffentlich nur) dieses Jahr der Heideblattkäfer durch die Felder. Es soll im vergangenen Winter nicht kalt genug gewesen sein, weshalb er sich wohlig vermehren konnte und uns nur einen Hauch von Lila ließ. Im kommenden Winter will man dem Getier mit Entmoosung und Entholzung der Heide den Nährboden nehmen (nachzulesen im Abendblatt, 8.8.2025, Paywall).



Da wir mit dem Auto unterwegs waren, fuhren wir anschließend zum „Alte Burg“ genannten Burgwall Hollenstedt, wie der Wanderpfad oben unter der Obhut des Archäologischen Museums Hamburg (AMH). Während Fischbek gerade noch in Hamburg liegt, befindet sich Hollenstedt aus unserer Sicht bereits tief in Niedersachsen. Das war nun mehr idyllisch als spektakulär, aber tatsächlich nett wurde es dahinter beim Bachlauf.






Und dann wurde Hamburg zum Jahresauftakt 2026 vom Winter überrascht – Schneesturm, Chaos, gar von Katastrophe war die Rede, die Warn-App Nina plingte nur so auf, das Salzverbot wurde aufgehoben, Schulen geschlossen, alle sollten Zuhause bleiben. Perfekt, um knipsend hineinzutauchen:










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